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Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten



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Hofmann's Buch-Zeit - Leseliste im Herbst

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 15 Oktober 2018 · 1.279 Aufrufe
Sawinkow, Bosch
Eingefügtes Bild

32 - „Boschs Vermächtnis. Geschichten aus dem Garten der Lüste“ hg. v. Christian v. Aster. Edition Roter Drache
Dieses Buch ist eine kleine Schatzkiste. Rein äußerlich schon: Gediegenes Hardcover, mit Lesebändchen und - daher meine Assoziation - mit einer Art Verschluss: Ein Gummiband, um das Buch zusammen zu halten. Die Seitenecken sind abgerundet. Das Buch macht neben dem sehr schönen und eben gediegenen, auch einen sehr haltbaren und robusten Eindruck: Man soll es also auf seinen Wegen mitnehmen.
Genau so habe ich es gehandhabt: Die Stories, meist kurze Texte, sind auch dazu geschaffen, den Fahrtweg in der Straßenbahn oder dem Bus, zur Arbeit, zu verkürzen. Ein Weg = eine Story, das war drin.
Inhaltlich ist es aber auch ein Schätzkistchen, fürwahr!
Allenthalben wird vom Aussterben der phantastischen Erzählung, der Erzählung als Erzählform allgemein, gesprochen und geschrieben. Doch irgendwie kommt es mir so vor, als würde gerade das Gegenteil passieren: Die Anzahl der Anthologien und Story-Sammlungen ist gerade auf dem phantastischen Sektor schier unüberschaubar. Zumindest ich habe da ein wenig den Überblick und Anschluss verloren. Was sicher stimmt, ist, dass diese Sammlungen eher nicht in großen Publikumsverlagen erscheinen, aber es gibt zahlreiche Anthologien vom fannischen, über den semiprofessionellen Bereich, bis hin zu den nicht ganz so supergroßen Verlagen. Zu letzteren dürfte ja die Edition Roter Drache auf jeden Fall gehören. Finde ich gut, dass sie ein Herz für die Erzählung haben!
In diesem vortrefflichen Band haben sich 33 Beiträge eingefunden, inklusive des Vorwortes von Christian v. Aster, dem Herausgeber. Ich zähle sein Vorwort mit, da es im Grunde auch eine Story ist. Na ja, zunächst hat er mich auf†™s Glatteis geführt, denn ich dachte natürlich nicht im Traum daran, dass mich das Vorwort anlügt! Okay, ich nehme ich das mal nicht übel. Das „Lügen“ ist ja sozusagen, als guter Geschichtenerzähler, sein Job.
Christian erzählt, wie er auf die Idee zu dieser Anthologie kam. Es war, irgendwie ähnlich wie in der Dirty-Cult-Anthologie, zuerst ein Bild da, dann die Erzählungen dazu. Hier ist das Bild aber ein altes, bekanntes: Hieronymus Bosch: „Im Garten der Lüste“ - ein Meisterwerk des phantastischen und makaberen Surrealismus, gleichzeitig ein wichtiges Werk der Früh-Renaissance.
Die Autoren haben die Aufgabe erhalten, ein ihnen zugewiesenes Stück aus dem Triptychon als Inspiration für ihre Story zu nutzen.
Aus meiner Sicht haben sich 2 Gruppen dabei herausgebildet: Die einen blieben sehr nahe am Bild und seinem Schöpfer, dem Maler Bosch. Ihre Stories spielen mehr oder weniger historisch untermalt im Spätmittelalter, Bosch ist oftmals eine, oder gar die Hauptfigur ihrer Erzählung. Hier werden vor allem die Motive und Hintergründe für die phantasmagorischen Exzesse des Bildes „erklärt“. Natürlich bietet das eine Unmenge an phantastischen Einfällen und Ideen.
Die andere Gruppe kann sich aber mehr von dem historischen Hintergrund trennen, bringt den Stoff in die Gegenwart, oder in eine andere Zeit. Als spezielle Gruppe fielen mir dann noch diejenigen auf, die sich um das Bild an sich kümmern, sich also Spuren und Rätseln widmen, die das Bild (oder ein Ausschnitt daraus) bis in unsere Zeit hinterließ.
Obwohl die Aufgabenstellung die Autoren gleichermaßen traf, konnten sie doch sehr unterschiedliche Gedanken entwickeln, Ideen sprudeln lassen, viele ließen sich durchaus von den bizarr-dämonischen Alptraumgestalten des Bildes verführen, andere nahmen das alles nicht gar so ernst. Wieder andere haben sich recht weit von Bosch entfernen können, was bei der Fülle der Texte dann sogar angenehm war.
Einen regelrechten Ausfall konnte ich nicht ausmachen, auch wenn ich nicht alle Stories gleichermaßen attraktiv fand. Mir waren auch nicht alle Namen ein Begriff. Für mich war die Lektüre also zum einen ein willkommenes Wiederlesen mit „alten Bekannten", aber auch Aha!-Erlebnisse, da ich die Namen kannte, aber von den Autorinnen und Autoren bisher kaum oder nichts gelesen hatte und ich konnte gänzlich neue Talente kennen lernen. Was will man mehr?
9 / 10 Punkte

33 - Cixin Liu: „Weltenzerstörer“
Hübsche Novelle des großen chines. SF-Autors. Wirkt ein bisschen wie eine Aufwärmübung zu den Drei Sonnen, auf jeden Fall kommt die Menschheit auch wieder nicht gut weg bei der Sache. Und wieder sind es Aliens, die sich ein Kehricht um gutes Wetter zwischen den Zivilisationen im Weltraum scheren. In seiner misanthropischen Art bleibt der Autor sich treu; doch diesmal mit einer schwarz-humorigen und am Ende einer leicht optimistischen Note.
8 / 10 Punkte

34 - Mike Wilson: „Rockabilly“
Kurzroman um ein paar Vorstadt-Menschen, die in die Nähe eines niedergegangenen Meteoriten eine ziemlich verrückte, am Ende auch fatale Nacht erleben, aber nicht unbedingt überleben.
Im Mittelpunkt stehen diese krassen Typen, deren Leben ins Surrealistische abdriftet in Gegenwart dies Meteoriten; so richtig auserzählt wird das aber nicht.
Auch wenn man erst mal was anderes denkt, es ist kein US-Amerikaner, sondern ein Argentinier, merkt man dem Text aber m.M.n. nicht an. Hübsche, surrealistische Milieu-Studie, deren Tiefgang sich mir nicht erschlossen hat. Aber vielleicht gibt es keinen Tiefgang im richtigen Leben.
7/10 Punkte

35 - Michael Bishop: „Dieser Mann ist leider tot“
Irgendwie ziemlich aktueller Roman, denn die alternative Nixon-Alternativwelt, die Bishop vom Geist PKDs heimsuchen lässt, erscheint mir heute viel realer als sie dem Autor in den 80ern erschienen sein muss. Ob Dick, oder irgendein Demiurg, daran geschraubt hat? - Miene 50 Pfennige dazu in der PKD-Ausgabe des NEUEN STERNS.
9 / 10 Punkte

36 - Boris Sawinkow: „Das schwarze Pferd“
Wieder so ein Buch, nach dessen Lektüre ich mir dachte: Was weiß ich schon? Hier: Russischer Bürgerkrieg nach der Oktoberrevolution. Sehr kompakter Roman eines „Berufs-Attentäters“, der als sozialrevolutionärer russischer Anarchist und Bombenleger begann, dann in der provisorischen Regierung unter Kerenski war und mit einer sehr antibolschewistischen Haltung in allem möglichen weißen und „grünen“ Armeen und Untergrundorganisationen tätig war.
Wenn seine Biografen Recht haben, musste der Mann ständig „unter Strom“ stehen, adrenalinsüchtig gewesen sein. Hier stellt er unter Schilderung seines eigenen Tuns die Ereignisse des Bürgerkrieges als etwas Schreckliches, aber Natürliches dar, als etwas, was eben geschieht. Auch wenn er für den Tod von Menschen mitverantwortlich ist, so kann er das nur registrieren, kaum darüber reflektieren, geschweige denn sich dagegen positionieren. Irgendwie ist das alles unwirklich, kommt mir wie ein surrealistischer, gewaltvoller Alptraum vor.
Und ich bin fasziniert und werden mir auch sein Buch über seine Zeit als antizaristischer Anarchist reinziehen.
Mit „Dossier“ zum Autor: Biografisches, seine Rede vor dem Gericht nach seiner Inhaftierung in Moskau von 1924.
9 / 10 Punkte


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Eine gute Nachricht für uns Phantasten im Raum Leipzig

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 14 Oktober 2018 · 1.146 Aufrufe

Eine gute Nachricht für uns Phantasten im Raum Leipzig Das war schon mal eine sehr gute Nachricht, die ich am 11. Oktober 2018 in Leipzig, Haus des Buches, zur Veranstaltung des Freundeskreis SF Leipzig e.V. erhielt: Es geht weiter! Jawoll! - Das war bisher nicht so wirklich klar.
Es geht um die Veranstaltungen des Freundeskreises im Haus des Buches. Nun steht fest, dass es auch im kommenden Jahr 2019 weitergeht; Termine sind wohl bereits vereinbart. Der erste Temin im Januar wird von Erik Simon bestritten. Er wird über bulgarische SF / Phantastik reden. Na, da passt ja unser NEUER STERN 41 ganz gut rein. Fand ich übrigens von Manfred, der die Nachricht an diesem Abend verbreitete, richtig knorke, dass er das Heft erwähnte in diesem Zusammenhang!
Na, ich freue mich jedenfalls sehr, dass es weitergeht.

Anlass für den aktuellen Besuch im Haus des Buches war der Vertrag von Wolfgang Neuhaus zum Thema „posthumane SF“:

„Im Strom der Technik. Vernetzte Identität und posthumane Science Fiction“.
Also, so wie der Titel des Vortrages war der Vortrag auch selbst. Wolfgang Neuhaus ist gelernter Philosoph und verlangte dem Auditorium recht viel ab. Als solcher widmet er sich gern der Science Fiction. Das macht er vor allem in Vorträgen im Otherland in Berlin, nun also auch mal „bei uns“.
War sehr interessant, wenn ich mir auch am Ende gewünscht hätte, einiges daraus mehr zu vertiefen. Er sprach über SF, die sich dem Thema Posthumanismus widmet. Den Bogen spannte er von Frankenstein als allerersten Vorläufer, über die Tiermenschen in „Die Insel des Dr. Moreau“ von Wells zu den Mutanten der SF der 20er, 30er Jahre und zu den Cyborgs und Avataren im Cyberpunk. Quasi aktuelle Themenfelder (nicht nur der SF) wurden benannt, wie Uploading (von menschlichen Bewusstseinsinhalten in „Maschinengehirne) und die Idee der technologischen Singularität.
Er hatte da schöne Beispiele parat, auch welche, die ich selber nicht kenne. Das weckte Interesse und Neugier.
Mehr vertiefen? Na ja, ich hätte mir gewünscht, wenn er die post- bzw. transhumanen Perspektiven bewertet hätte. Er schien für meine Begriffe eine eigene Wertung zu vermeiden, nannte aber durchaus Beispiele, in denen SF-Autoren durchaus eine positive Sicht auf eine posthumane Entwicklung aufzeigen.
Mir hätte auch gefallen, wenn er noch mehr auf die realexistierenden transhumanistischen Bewegungen und Ideen eingegangen wäre; aber vielleicht bin ich hier nur Opfer meiner Erwartungen, denn das Thema seines Vortrages war halt ein anderes.
Ich fand den Abend insgesamt anregend. - Und schön, dass es weitergeht!


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Aus alten Bücherschränken, Stand 1. Oktober 2018

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 03 Oktober 2018 · 1.977 Aufrufe
Aus alten Bücherschränken und 1 weitere...
Zeit für ein Update der Titel-Übersicht unserer beliebten Rubrik
Aus alten Bücherschränken
(Autor der Beiträge: Bernd Wiese - ein Service Ihres NEUEN STERNS)

Oh ja, diese Rubrik mit ihren absonderlichen Einblicken in eine zumeist längst vergessene Science Fiction & Phantastik in dem "Rundbrief an die Freunde des ASFC Halle" erfreut sich weiterhin einer recht großen Beliebtheit. Bernd findet nach wie vor faszinierende Bücher aus alten Zeiten. Hier also nur eine Auffrischung der Liste bis zur Ausgabe 43 des NEUEN STERNS (der noch gar nicht erschienen ist...)
Das letzte Update dieser Liste erschien hier vor 1 Jahr.

Autor * Titel * Neuer Stern Ausgabe
A. Hoffmann von Vestenhof * Der Mann mit den drei Augen * 20
A. Venir * Ein Blick nach vorn * 30
Albert Sixtus * Das Geheimnis des Riesenhügels * 17
Alexander Moritz Frey * Dunkle Gänge. Zwölf Geschichten aus Nacht und Schatten * 23
Alfred Brust * Eisbrand - Die Kinder der Allmacht * 40
Arno Hach * Der Kopf des Maori * 35
Arno Hoffmann * Silvester 2999 * 12
Arnold von der Passer * Mene tekel! * 27
Arthur Machen * Der große Pan * 28
August Niemann * Aetherio: eine Planetenfahrt * 8
B.v.Suttner * Der Kaiser v. Europa * 15
C. I. Defontenay * Star (Psi cassiopeia) * 14
Cestmir Vejdelek * Heimkehr aus dem Paradies * 34
Christian Haugen * Die Reise nach dem Ken * 9
Condor * Im Kampf um Südamerika * 36
Curt Abel-Musgrave * Fräulein Eulalia?s gräßliches Abenteuer * 9
Curt Abel-Musgrave * Der Bacillenkrieg * 24
Curt Johannes Braun * Das Land der Finsternis * 34
E. F. Spanner * Der zerbrochene Dreizack * 11
Eberhard Christian Kindermann * Reise in Gedancken durch die eroeffneten allgemeinen Himmels-Kugeln * 11
Erich Anzelewsky * Die Nachtmahr * 43
Erik Hansen * Das verborgene Land * 4
Ernst Schertel * Die Katakomben von Ombos * 20
Eugen Richter * Sozialdemokratische Zukunftsbilder * 27
Exzelsior * Michael der Grosse * 28
F.E.Bilz * In hundert Jahren * 6
Fedor Sologub * Totenzauber: eine Legende im Werden * 18
Frank R. Stockton * Zum Nordpol und Erdkern * 6
Georg Sylvester Viereck * Das Haus des Vampyrs * 24
Gilbert Collins * Das Tal der Träume * 13
Günther Pastingl * Die vier denkwürdigen Jahre... * 2
Gustav Adolf Melchers * Die Vergangenheit unserer Zukunft? Der Verfall unserer Vormenschen * 17
Gustav Adolf Melchers * Aus dem Jenseits: Aufzeichnungen eines Toten * 34
Gustav Renker * Ein Schiff steuert in die Urzeit * 20
H. G. Wells * Die Welt des William Clissold * 22
H. Helms * Heinzens Flug zum Mond * 7
H.L. Rosegger * Der Golfstrom * 5
Hans Hauptmann * Wer bin ich? * 24
Hans Schmidt-Kestner * Der fliegende Tod der Japaner * 24
Harry Dreyer * Kurier aus dem Weltall * 6
Heinrich Nelson * Ahasvers * 15
Hellmuth Unger * Morells Milliarden * 13
Hermann Lahrssen * Unter der roten Fahne, Blätter aus dem Tagebuch eines Volksschullehrers * 17
Hermann Noordung * Das Problem der Befahrung des Weltraums * 12
Hohn Merriman * Die Marsmenschen kommen * 1
Iwan Jefremow * Das Observatorium von Nur-i-Descht und Atoll Fakaofu * 20
Jacob Fürth * Phantasus : Moderne Märchen * 34
Jesus de Aragon * 40.000 Kilometer an Bord des Flugschiffs Phantom * 23
Jesus de Aragon * Nachts über der Verbotenen Stadt, * 23
Joachim Winckelmann * Gläserne Seelen. * 36
Justus Franz Wittkop * Gullivers letzte Reise. Die Insel der Vergänglichen * 32
Karl Ettlinger * Der erschossene Storch * 12
Karl Hans Strobl * Eleagabal Kuperu * 2
Karl Hans Strobl * Die Eier des Basilisken * 13
Karl-August von Laffert * Gefährliche Wissenschaft * 22
Kurt Selige * Der neue Weltdiktator * 18
L. H. Desberry * Der blaue Strahl * 12
Ludwig Anton * Brücken über dem Weltenraum * 9
Marga Passon * Der rote Stern, ein Weltuntergangsroman * 11
Maurus * Ave Caesar : Deutsche Luftschiffe im Kampfe um Marokko * 30
Max Haushofer * Planetenfeuer * 40
Max Schraut * An den Feuern der Ewigkeit * 26
Max Seydewitz u. Kurt Doberer * Todesstrahlen * 16
Maxim Ziese * Der Film des Dr. Wharton * 8
Moritz von Reymond * An Bord des "Jules Verne" * 32
Nell John * Roman einer Verjüngten von Benno Vigny * 18
Nils Meyn * Die Reise zur Venus * 3
Oevre Richter Frich * Der rote Nebel * 36
Ofried v. Hanstein * Der Fluch des Goldes * 15
Onno zum Berg * Der Kaiser wieder in Deutschland * 13
Oswald Levett * Verirrt in den Zeiten * 22
Otfrid v. Hanstein * Das Licht im Osten * 9
Otfrid v. Hanstein * Der blonde Gott * 30
Otto Faber * Krieg dem Frieden * 24
Otto Schilit * Die Königin der Tigermenschen * 23
Otto Soyka * Im Bann der Welle * 19
Otto Willi Gail * Der Herr der Wellen * 19
P. Tyss * Gorgyra * 15
Paul Ernst * "Sechs Geschichten; die sonderbare Stadt" * 35
Paul Madsack * Tamotua - Die Stadt der Zukunft * 23
Paul Madsack * Die metaphysische Wachsfigur oder Auf Geisterfang mit Sir Arthur Conan Doyle * 35
Paul Scheerbart * Ein skurriler Phantast * 19
Paul v. Schoenaich * Die Peitsche des August Schmidt * 3
Peter Moy * Medusensteine * 37
R.H. Daumen * Gefahr aus dem Weltall * 7
Richard Hagen * Der brennende Kontinent * 9
Robert Heymann * Wunder der Zukunft: Romane aus dem dritten Jahrtausend * 18
Robert Kraft * Die Nihilit Expedition * 23
Robert Kraft * Aus dem Reich der Phantasie * 43
Robert Kraft * Die neue Erde * 43
Rudolf Martin * Der Weltkrieg in den Lüften * 16
Rudolph Falb & Charles Blunt * Der Weltuntergang * 14
Sax Rohmer * The Day the World ended * 10
Sax Rohmer * Das graue Gesicht * 22
Severin Severus * Ein Duell im Jahre 2000 * 19
Sir A.C. Doyle * Der Tauchbootkrieg * 3
Sophus Michaelis * Das Himmelsschiff * 28
Theodor Heinrich Mayer * Rapanui - Der Untergang einer Welt * 37
Theodor Herzl * Altneuland * 5
Titus Taeschner * Atlantropa * 4
V. E. Teranus * Der letzte Krieg * 25
Victor Svensen * Die Uhr läuft ab * 25
W.Harrison Ainsworth * Auriol oder Das Lebenselexier * 16
Walter Horst * Der versunkene Erdteil * 37
Walter Kloepfler * Luzifers Ende * 15
Walther Keghel und Hans Heuer * Tiefsee * 6
Werner Masovius * Neotherm C * 1
Wilhelm Hansen * Die vierte Waffe * 13
Willy Seidel * Das älteste Ding der Welt * 17



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Ein bisschen ärgerlich†¦ aber nur ein bisschen, trotzdem noch immer stolz auf:

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 23 September 2018 · 1.347 Aufrufe

Ein bisschen ärgerlich†¦ aber nur ein bisschen, trotzdem noch immer stolz auf: Das Bernd-Robker-Spezial, die 42. Ausgabe des NEUEN STERNS, des „Rundbriefs an die Freunde des Andromeda Science Fiction Clubs Halle“ ist soeben offiziell erschienen. Zum ElsterCon nämlich, der am 21. bis 23. September in Leipzig stattfand.
Das Heft ist ja, meiner bescheidenden Meinung nach, recht gut gelungen ABER†¦
ein blöder Schreibfehler hat sich da eingeschlichen und wurde von der Redaktion nicht entdeckt - aber von aufmerksamen Lesern des Heftes. - Echt, ich habe ihn nicht gesehen, ich nehme jetzt den Kübel Asche. - Nee, davon gibt es kein Foto.
Was ist aber neben diesem richtig blöden Fehler sonst noch in dem Heft zu finden (diesmal 52 + 4 Seiten und ziemlich farbig)?

Inhalt #42
Editorial von Sabine Seyfarth und Thomas Hofmann - Coverinnenseite
Sanguis B. Vampire erobern Köln, Rezi v. Sabine - S. 3
Bernd Robker beim ElsterCon (Fotos) - S. 6
Mein erster Con, Bericht von Bernd Robker - S. 8
Die Schattenherren, Beitrag von Sabine - S. 13
Robert Corvus und seine PERRY RHODAN-Romane, von Klaus N. Frick - S. 18
Bernd Robker: Liebesbande (Gedicht) - S. 20
Bernd Robker: Raschid und der Turm (Story) - S. 21
Narrania saba Haimamud, Beitrag von Sabine - S. 26
Interview - Beitrag v. Sabine - S. 29
Bei Regen und bei Sonnenschein, Rezi von Timo Zenker - S. 31
Bernd Robker: Un Sterblichkeit (Gedicht) - S. 34
Die Schwertfeuer Saga - Beitrag v. Sabine - S. 36
ISENBORN, Beitrag von Martin Schneider - S. 38
Feuer der Leere, Rezi von Angelika Herzog - S. 43
Karma. Rezi von Sabine - S. 45
Fantasy und Science Fiction - ein Vergleich, Beitrag von Bernd Robker - S. 47


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Hofmanns Leseliste - Phantastischer & realer Horror

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 02 September 2018 · 677 Aufrufe

Es ist Monatswechsel. Traditionell Zeit für meine eigentlich monatliche Leseliste. Doch das Timing stimmt nicht, schon lange nicht mehr. Hier kommt es immer mal sporadisch, wenn mir halt so ist, was ich so in letzter Zeit gelesen habe.
Enttäuschender Weise kann ich diesmal noch nicht mal viele Worte fallen lassen, denn was sollte ich denn dann - exklusiv, wie es das Heft verdient - im NEUEN STERN vermelden?
Wer also ausführlich lesen möchte, was ich gelesen habe und darüber denke, müsste†¦ Na ja, man „muss“ natürlich gar nichts.
Also kurz die Liste; Stand Ende August 2018

26 bis 28 - In 47 Horror-Stories um die Welt-Literatur
Ein kleines Projekt für eine besondere Seite im NEUEN STERN: Namhafte Autoren, Genre-Autoren, aber auch dem Phantastischen Unverdächtige, die aber Weltliteratur schufen, in ausgewählten Zusammenstellungen, reizten mich in letzter Zeit. Drei Bände habe ich geschafft; hier nur die Titel der Anthologien:

„Nebel aus dem Jenseits“. hg. v. Martin Greenberg u. Robert Weinberg, Aufbauverlag 1995, „The Mists from Beyound“ 1993 (dt. 1995)

„13 Prisen Mitternacht“, Bastei Lübbe, 1976
Der Band entstand 1975 nach einem von der The Times und dem Verlag Jonathan Cape ausgeschriebenen Wettbewerb. Es wurde die beste Geistergeschichte gesucht.
Zur Jury gehörten Kingsley Amis, Patricia Highsmith und Christopher Lee. Gewonnen hat „Eine Puppe namens Silvio“ von Kernan. (Aus meiner Sicht nicht die beste Story.)

„Luzifer läßt grüßen. Teuflische Geschichten“, gesammelt von Peter Haining, dtv, 1979
Hier handelt es sich um ein Wiederlesen. Ich hatte das Buch schon mal beim Wickel und im April 2012 für das damals als PDF-Mag erschienene CTHLHU LIBRIA 44 rezensiert. Ein paar Eindrücke konnte ich auffrischen, andere kann / muss ich fast revidieren.

29 - Richard David Precht: „Jäger, Hirten, Kritiker. Eine Utopie für die digitale Gesellschaft“
Weniger eine Utopie, als vielmehr Warnung vor der Dystopie. Aber wie soll man (Precht) es auch anders an die Leser bringen? Er nimmt zu Recht an, dass wir Menschlein Angst vor der Zukunft haben; deshalb holt er seine Leser eben dort ab. Ja, es kann alles ziemlich blöd werden - vielleicht ja nicht so wie in „Terminator“, aber den Kampf Mensch vs. Maschine würde, so Precht, die Maschine gewinnen. Aber es muss ja nicht dazu kommen, Precht sieht auch Chancen, wir dürfen das Zepter nur nicht in den Händen der Silicon Valley Protagonisten belassen, zumindest nicht wenn es um Politik, Wirtschaftssystem und Gesellschaftsordnung geht.
P. ist BGE-Befürworter und zeichnet ein Bild, das im Grunde keine Alternative dazu denkbar sein lässt.
Also, für meine Begriffe hätte das Buch gern utopischer sein können, bietet aber zum Thema Technologische Revolution 4.0, digitale Umwälzung und BGE eine sehr gute Zusammenfassung.
8 / 10 Punkte

30 - Cixin Liu: „Der dunkle Wald“
Tatsächlich habe ich es mir mit dem 2. Teil der Düster-Space-Opera des weltbesten chinesischen SF-Autors schwer getan. Ich habe lange daran gelesen, vor dem Urlaub begonnen, während des Urlaubs beiseite gelegt, erst mal was anderes „dazwischen geschoben“, am Ende holte das Buch mich wieder ein.
Kann ich den Roman nun empfehlen? Also, wenn man sich so richtig die Laune verderben lassen möchte, nur zu. Allerdings hat das ja schon Teil 1 geschafft, wenn man den geschafft hat. Ich denke mal, wer eil 1 gelesen hat, muss auch hier durch. Jetzt bin ich jedenfalls auf den dritten Teil gespannt - und befürchte das Schlimmste.
9 / 10 Punkte

31 - Gu Hua: „Hibiskus, oder Vom Wandel der Beständigkeit“
Bin gerade im China-Fieber, vor allem genährt durch Cixin Liu, klar. Aber nun wollte ich doch wenigstens mal DEN Klassiker (aus Ex-DDR-Sicht) über das Phänomen Kulturrevolution lesen, was ich damals tatsächlich versäumt hatte.
Der Roman erschien Mitte der 80er in de DDR, als Übersetzung aus dem Englischen. Nach der Lektüre jetzt frage ich mich ernsthaft, wie der Roman in der DDR erscheinen konnte.
Sozialismus - in der chinesischen „Spielart“ zwar - bekommt hier nun absolut kein gutes Leumundszeugnis ausgestellt. Neben dem absolut absurden Theater der Denk- und Sprechart der chinesischen Partei-Sprache, deren Logik, ohnehin völlig willkürlich und ständigen 180-Grad-Wendungen unterliegend, zumindest für einen Europäer kaum nachvollziehbar erscheint (nee, so†™n Quatsch haben „wir“ damals nicht geglaubt oder gedacht oder geredet), ist es diese völlig unethische Art von Menschenverachtung, die da zum Ausdruck kommt, die mich richtig gepackt hat. So ein Wahnsinn!
Im Mittelpunkt steht eine Frau, die in einer Art Imbiss Dofou, eine Form gefüllter Teigtaschen (?), anbietet und damit zu etwas Geld kommt. In der Zeit der permanenten Revolution, wo die Roten Garden u.a. sich als ultralinke Revolutionäre gebende Arschlöcher auch ständig Feinde brauchte, die sie bekämpfen konnten, war sie dann auch als Opfer dran. Ihr erster Mann begann Selbstmord, weil er die Strafen für Verbrechen, die er nicht begannen hat und begreifen konnte, fürchtete. Sie verliebte sich in einen Mann, der durch antifeudale Hochzeitslieder bekannt war. Die Lieder wurden ihm zum Verhängnis. Als Leidensgenossen fanden sie zueinander.
Wenn bis dahin das Buch in erster Linie durch seine exotischen Beschreibungen der Lebensumstände in einem chinesischen Provinznest, dann auch vor diesem unfassbaren historischen Hintergrund, besticht, so begann mich mit dieser Liebensgeschichte auch die Personalie zu interessieren. Ganz stark die Szene, als die beiden Liebenden, dann schwarz Verehelichten (eine offizielle Heirat kam für diese Volksfeinde nicht in Frage), sich neuen Strafen beugen sollen, weil es mal wieder eine Verschärfung des Klassenkampfes geben musste. Sie wurden zu Arbeitslager verurteilt, sollten sich verbeugen, was sie nicht taten. - Wie auch immer, ein starkes Buch über eine finstere Zeit, eine „tragische Ära“. Besagter zweiter Mann war ein Schlitzohr, der auf seine eulenspiegelhafte Weise der Ungemacht entgegnete. Der Roman zählt daher auch zur Gattung der Schelmenromane.
9 / 10 Punkte

...und die Comics:

4 - DRIFTER 3. Lichterloh
5 - DRIFTER 4. Ruinen
Beide Bände: Ivan Brandon & Nic Klein.
Endlich gibt es einen Abschluss; diesmal habe ich extra mit Bd. 3 gewartet, um erst mit Erscheinen des abschließenden vierten Band die ganze Story noch mal in einem Ritt zu genießen.
Also, ein Genuss ist das Gesamtwerk auch - vor allem wegen seiner hervorragenden Bilder. Ein Meisterwerk, bin hin & weg, vollständig begeistert davon! Die helfen auch über die Plot-Längen hinweg, denn eine Auflösung des sehr mysteriösen Plots gibt es wirklich erst im vierten Band. Die hat es dann aber in sich. Noch ein Wow!
Also, 10 / 10 Punkte - im Grunde für das Gesamtwerk; ausführlicher im NEUEN STERN.

6 - VISION 1. Eine (fast) normale Familie
7 - VISION 2. Träumen Androiden von virtueller Liebe?
Tom King (Text), Gabriel H. Walta (Bilder)
Gekauft habe ich es in Vorbereitung zum Ph.K.Dick-Spezial des NEUEN STERNS im Dezember d.J. Ja, habe mich vom Titel des 2. Bandes locken lassen, auch, weil Dick als Referenz in der Werbung dazu genannt wird. Na ja, es ist KEiN Ph.K.Dick-Comic, aber sein Geist weht einem schon aus den bunten Marvel-Seiten entgegen.
Der Ex-CIA-Agent Tom King hat da eine sehr rührende und packende Story erdacht; die bildnerische Umsetzung ist relativ „normal“, aber in ihrer reduzierten, ruhigen Art dem Thema sehr angemessen.
Vision, ein tragischer Avenger, einst als synthetischer Mensch von Ultron hergestellt, will ein Normalo werden. Er baut sich dazu eine eigene Familie. Na, geht natürlich schief†¦
Ich war ziemlich angetan von dieser reifen, relevanten Superheldenstory, die die Frage nach dem, was einen Menschen so ausmacht, mal wieder aufwirft und am Ende nicht pädagogisch u. politisch korrekt beantwortet.
9 / 10 Punkte


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Tataaaa! - Der bulgarische NEUE STERN ist da.

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 16 August 2018 · 1.255 Aufrufe

Tataaaa! - Der bulgarische NEUE STERN ist da. Der NEUE STERN ist da - und diesmal wirklich nur einer, keine Doppelnummer, keine Extras†¦ halt, ganz stimmt das auch nicht.
Ist ja üblich beim NEUEN STERN, dass „neuer Stern“ immer (zumindest oftmals) in einer anderen Sprache geschrieben wird. Also, nur der Titel, die Texte sind in Deutsch. Diesmal ist Bulgarisch an der Reihe. Aber - doch was Besonderes - haben wir uns diesmal schwerpunktmäßig der bulgarischen Phantastik gewidmet. Dank der großzügigen und spitzenmäßigen Zuarbeit von keinem Geringeren als Erik Simon haben wir bulgarische Phantastik-Storys in deutscher Übersetzung, dazu einen Artikel eines SF-Fans aus Bulgarien, eine aktuelle Rezension zu der gerade im Verlag Torsten Low erschienenen Anthologie "Sternmetall" mit bulgarischer Phantastik und weitere Rezensionen und Grafiken von bulgarischen Künstlern.
Na, wenn das nichts ist.
(Ein Manko konnte zum Gadget gewandelt werden; wie auf dem Bild zu sehen: mit externem Inhaltsverzeichnis.)


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Sommerausgabe(n) des NEUEN STERNS

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 29 Juni 2018 · 1.053 Aufrufe
2018
Sommerausgabe(n) des NEUEN STERNS Sommerausgabe(n) des NEUEN STERNS - diesmal viel Veranstaltungsauswertung (B)

Andernorts wurde es ja schon vermeldet; hier aber gebe ich es auch gern kund & zu wissen: Der NEUE STERN wurde schon wieder fortgesetzt.
Oh ja, mancherorts lese & höre ich, dass es Probleme damit gibt, mit dem Lesen der Hefte nachzukommen. Die Leutchen vom NEUEN STERN sind zu flott? Die Hefte zu umfangreich? Na ja, das vielleicht nicht, die Hefte sind ja keine dicken Wälzer.
Ich war jedenfalls froh, als sie fertig waren. Auch wenn sie „normale“ - im Sinne von „keine Sonderhefte“ Hefe - sind, so greifen sie eine Tradition vom Vorjahr auf: Da war die Sommerausgabe auch schon ein Doppelheft; es gibt also wieder 2 Hefte auf ein Mal.
Inhalt? Ja, haben sie auch; ich setze hier einfach mal die Inhaltsverzeichnisse dran; wer Fragen hat, nur raus damit:

Sommer I
Liebe Freunde der Phantastik! - Thomas Hofmann, S. 2
Jörg Herbig: Miss Revolver, Illustrationen: Daniel Bechthold, S. 3
(B) Raum & Zeit Continuum IV.2. Bericht Thomas Hofmann, S. 10
(B) Helmut Krausser Lesung, Bericht Thomas Hofmann, S. 14
(B) Männertagsfahrt des ASFC 2018, Beitrag von Peter Schünemann, S. 17
(B) 2. Robert-Kraft-Symposium, Bericht Thomas Hofmann, S. 22
(B) Staun & Schauder 28, 17. Mai 2018, Bericht Thomas Hofmann, S. 24
(B) Mein Schwarzes Pfingsten, Bericht Thomas Hofmann, S. 26
Shorties, Kurz-Rezis von..., S. 30
...Arnold Drabek
...Peter Schünemann
...Thomas Hofmann

Sommer II
Liebe Freunde der Phantastik! - Thomas Hofmann, S. 2
Dirty Cult, Rezi von Thomas Hofmann, S. 3
Dirt-Cult-Story von Peter Schünemann, S. 7
Ready Player One, Rezi von Sabine Seyfarth, S. 9
(B) Solaris im Theater, Bericht von Thomas Hofmann, S. 11
Aus alten Bücherschränken von Bernd Wiese, S. 14
...Alfred Brust: Eisbrand
...Max Haushofer: Planetenfeuer
Kingsley Amis, gelesen von Thomas Hofmann, S.19
...Der Grüne Mann
...Die Falle am Fluß
...Die Verwandlung
„Leben im Nebel“, gelesen von Thomas Hofmann, S. 25
Feline & Strange: Science Fiction (A Space Opera, 2013), Zugehört hat Thomas Hofmann, S. 28
Luci van Org: Frau Hölle - Ragnarök' Deine Mudda!, gehört von Thomas Hofmann S. 30


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Fortführen 2: Die Leseliste (März bis Juni)

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 29 Juni 2018 · 1.135 Aufrufe
Vonnegut, Twain, Amis und 3 weitere...

Ach ja, meine Leseliste. Jetzt ist es aber mal Zeit für Nachträge. Als mir nicht klar war, ob ich den Blog hier weiterführe, habe ich ja auch nichts mehr dazu vermerkt, das war so Anfang März. Da ich gar kein Schnell-Leser bin, ist die Liste hier auch schnell abgehakt.
Ein paar alte und neue Steckenpferde geritten (Lewin, Amis), zwei neue (für mich) Klassiker ausgegraben, denen ich nun mehr Aufmerksamkeit widmen möchte: Twain und Vonnegut. Also, zu meiner Ehrenrettung sei dies angemerkt: Ich kenne die, habe sie schon gelesen, aber lange nicht alles. Da gibt es für mich noch viel nach- und einzuholen†¦

 

12 - Erik R. Andara: „Am Fuß des Leuchtturms ist es dunkel“
Endlich mal was von Erik gelesen! Wird ja Zeit - der Roman lässt ja noch auf sich warten†¦
3 Stories: 1 ) Dem Cthulhu-Mythos wird ein Bausteinchen hinzugefügt, wobei das am Anfang gar nicht klar ist, am Ende schon. Die eingangs beschriebene Szenerie erinnerte mich irgendwie an einen Film von Ullrich Seidl (sorry für das Klischee), wird dann aber noch abgründiger. 2 ) Eine Sozial-Medien-Groteske trifft auf Chinese Ghost Story - ja, das geht und funktioniert und wird richtig heftig zwischendrin. 3 ) Wir fahren mit einem typischen Horror-Story-Protagonisten (leicht verkrachte Existenz mit Beziehungsproblemen und keinem Traumjob im Copy Shop) in einer surrealistischen Nacht mit dem Zug nach Carcosa. Doch der König in Gelb bringt auch nicht die Lösung.
Mir haben diese Versuche, alte Weird Fiction-Stoffe ins moderne Wien zu transportieren, sehr gut gefallen; auf den großen Mythen-Roman vom Autor bin ich nun gespannter denn je.
9 / 10 Punkte

 

13 - Kingsley Amis: „Der grüne Mann“
Ein Roman über einen Mann am Rande der Verzweiflung: Alkohol- und Sex-süchtig, leidlich überfordert vom normalen bürgerlichen Leben, gerade Witwer geworden, mit einer fernsehsüchtigen Tochter, die ihm immer mehr entgleitet und: Mit einem Gespenst im alten Gasthaus, das er führt!
Ob das zusammen geht, passt? Ja, macht es! Ganz hervorragend! Mir hat†™s gefallen:
9 / 10 Punkte

 

14 - Juli Zeh: „Unterleuten“
Als Hörbuch über einen langen Zeitraum genossen (Jan. - Ostern). Ein großartiges, weises Buch! Über eine Dorfgemeinde im Berliner Umland, die alle ihre Geschichte haben und ihre Konflikte miteinander. Es gibt die alteingesessenen, die schon in der DDR-Zeit nicht grün miteinander waren und ihre Konflikte über die historischen Epochen hinweg mit sich tragen. Und dazu kamen neue Leute, auch aus dem Westen.
Stark ist das Ganze aber dadurch, dass die Autorin alle Figuren sprechen lässt, die Situationen aus ihren jeweiligen Perspektiven den Leser erleben und sehen lassen. Und das Großartige dabei: Sie haben alle auf ihre Weise Recht und gute (oder auch schlechte) Gründe, das so zu sehen und sich so und so zu verhalten. Das ist ganz großes, konkretes psychologischen Personenkino!
10 / 10 Punkte

 

15 - Anthony Burgess: „Der lange Weg zur Teetasse“
Jetzt weiß ich, wo Neil Gaiman seine Art zu Erzählen herhat; das (Kinder-) Buch ist sozusagen das missing link zwischen „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll und Neil Gaimans Erzählungen (etwa in „Die Messerkönigin“).
Die lange Erzählung (ich hatte das Hörbuch, gelesen vom unvergleichlichen Harry Rowohlt) berichtet von der abstrusen Reise eines Schuljungen, der nur nach Hause, zurück in seine Schule und zum Nachmittagstee möchte. Ein Engländer eben†¦
Seine Reise beginnt aus langer Weile, in der Schule. Er wünscht sich nach Hause und fällt durch ein schwarzes Loch auf ein Schiff, das sich auf dem Weg zu den Osterinseln befindet. Dort muss er sich auf den Weg nach Eden begeben. Dabei begegnet er komischen Figuren; davon, von diesen Begegnungen und Gesprächen mit ihnen, lebt die Story. Das ist zum Teil sehr amüsant, trägt aber (für mich) nicht durch den ganzen Text. So richtig fesseln konnte mich das Teil nicht.
7 / 10 Punkte

 

16 - Mark Twain: „Kannibalismus in der Bahn“
Hörbuch, drei Erzählungen:
„Kannibalismus in der Bahn“
Ziemlich böse Story über falschen Deckel der Zivilisation, den wir Menschen über die Urtriebe stülpten. Anders als so mancher Horrorautor meint Twain, dass in einer absoluten Notsituation der das Überleben Weniger rettende Rückfall in den Kannibalismus durch parlamentarische und demokratische Spielchen gerechtfertigt werden kann. Die Moral bleibt trotzdem auf der Strecke. Eine richtig böse Satire, die doch ihr langweiliges Abstimmungs-Gelaber nur unerträglich wird (werden soll).
„Eine Geistergeschichte“
Der Geist ist zwar ungehobelt, aber nicht böse. Gut, dass der Held der Story das erkennt, so hat er einen Freund gefunden.
„Mrs. McWilliams und der Blitz“
Nervige Story über ein Pärchen, dass sich vor lauter Angst vor Gewitter das Leben schwer macht; im Grunde sowas wie eine frühe Satire auf moderne Aluhut-Träger.
Insgesamt doch nur 7 / 10 Punkte, weil mich der Humor des Mark Twain hier nicht wirklich begeistern konnte.

 

17 - „Leben im Nebel“, hg. v. Tobias Reckermann
Die Best-Of-Sammlung aus dem gleichnamigen Phantastik-Magazin aus dem Darmverlag, später WhiteTrain, der Vorläufer des „IF Magazin für angewandte Fantastik“. Für mich war das eine willkommene Reise zu den Ursprüngen des sehr interessanten Kleinverlages für alle möglichen Arten und ihre Vermengungen des Phantastischen.
8 / 10 Punkte

 

18 - Kingsley Amis: „Die Falle am Fluss“
Charmanter englischer old school Krimi. Im Mittelpunkt steht ein Heranwachsender in der Zeit zwischen den Kriegen (der 1. WK steckt den Leuten noch in den Gliedern, der 2. ist dafür noch nicht spürbar) und in der Zeit zwischen Kindheit und Mannesalter. Sexuelle Erfahrungen paaren sich mit der Begegnung mit dem gewaltsam herbeigeführten Tod eines unliebsamen Nachbarn. Die Polizisten sind irgendwie bizarr, die Verdächtigen aber auch. Die Lösung des Krimis ist für meine Begriffe bisschen an den Haaren herbeigezogen, aber dadurch durchaus überraschend.
9 / 10 Punkte

 

19 - Mark Twain: „Ein Yankee an König Artus Hof“ / „Die Eine-Millionen-Pfund-Banknote“
Ein Wieder(vor)lesen, zum Teil (Ein Yankee) und für mich ein neues Stück Twain. Allerdings ist die Hörbuchfassung des Yankees arg gekürzt; da fehlen auffallend deutlich Teile, an die ich mich sogar noch nach ca. 30 Jahren erinnern konnte und die hier im Hörbuch nicht vorkommen. Aber trotzdem sehr schön, wie der amerikanische Unternehmergeist im Frühmittelalter (den beschriebenen Rüstungen nach aber eher Hoch- bis Spätmittelalter) mal so richtig auf den Putz schlägt. Der kleine Angestellte wird mit seinem technischen Wissen zum King - äh, Magier - an Artus†˜ Hof.
Die Geschichte mit der großen Banknote hat was von „Die Glückritter“ (das mit der Wette) und „Des Kaisers neue Kleider“ (mehr Schein als Sein).
Insgesamt muss ich sagen, dass mich Twain als jüngere Mensch mehr beeindruckte.
8 / 10 Punkte

 

20 - Kurt Vonnegut: „Stories“ Hörbuch mit 4 Geschichten
Irgendwie sind 2 der 4 Stories hiervon SF, die aber am SF-Mainstream vorbeierzählen. Es gibt durchaus eine wiss.-technische Errungenschaft, die im Mittelpunkt steht, aber es geht nicht um sie selbst, sondern tatsächlich um die Menschen drumherum; wobei: Ist das bei (guter) SF nicht immer so?
„Jenny“ ist ein Roboter, eigentlich ein überkonstruierter Kühlschrank, in den aber sein Konstrukteur mehr reinbaute, als dem eigentlichen Zweck dienlich. Mit dem „Kühlschrank“ baute er sich eine Ersatz-Frau, die ihm über seine missglückte Ehe hinweghalf.
„Confido“ ist ein Kopfhörer-System, das aber nicht nur Töne überträgt, sondern eigene Gedanken erzeugt - bzw. die des Trägers verstärkt - immer in eine Richtung, die dem Träger nicht unmittelbar, wahrscheinlich ehe unter-bewusst sind.
„Azur“ - Eine Büro(kraten)geschichte. Eine neue Absolventin wird einer Abteilung in dem Konzern zugeordnet, die überhaupt so gut wie gar nix macht. Da herrscht Langeweile. Bisher hat der sich abduckente Abteilungsleiter damit recht gut leben können, nun kommt ihm schlechtes Gewissen. Die Neue bringt frischen Wind in den Betrieb. (keine SF)
„Die Hand immer am Regler“. Ein Mann und sein Hobby: Modelleisenbahn. Dass das sehr einnehmend sein kann, habe ich ja schon öfter gehört. Hier gefährdet es aber die Ehe eines Paares. Okay, die Story hat auch was Technisches, ist aber doch noch weit von SF entfernt.
9 / 10 Punkte

 

21 - Cixin Liu: „Spiegel“
Feine Novelle des Neuen Großen SF-Autors aus China. Lese aktuell (Ende Juni) den 2. Trisolaris-Band, der mich erst mal nicht so von Hocker reißt. Die Novelle konnte das - also Reißen, vom Hocker†¦ War an einem sonnigen Nachmittag zu konsumieren und erinnerte an „Anschlag auf Visionen“ von seligen Tendrjakow. Ist vielleicht so Ost-Ding: Wie deterministisch ist menschliche Geschichte?
9 / 10 Punkte

 

22 - Martin Amis: „Koba der Schreckliche. Die zwanzig Millionen und das Gelächter“
Kein komisches Buch, sondern eines, das begründet, warum man über den Diktator Stalin nicht lachen kann, genau so wenig wie über Hitler. Beide nehmen sich nichts, so Amis. Stalin hat mit großem Erfolg an der Vernichtung seines eigenen Volkes gearbeitet - da bleibt einem das Lachen im Halse stecken.
10 / 10 Punkte

 

23 - Waldtraut Lewin: „Columbus“
Ein Jugend-Sachbuch-Roman. Interessante Mischung aus Erzählung und Information. Auch wenn es deutlich erkennbar für ein jüngeres Publikum geschrieben wurde, kann man es als alter Sack auch gut lesen. Ich mag die Lewin! Immer noch, immer wieder, jetzt wieder.
Und sie wartet mit tatsächlich Neuem, für mich Unerwartetem auf. Dazu musste ich mich etwas länger auslassen und darf schon mal an einen Sonder (-lichen) NEUEN STERN verweisen, der aber erst noch ganz am Anfang seiner Existenz steht. (Na, neugierig?)
9 / 10 Punkte

 

24 - „Sternmetall. Neue Phantastik aus Bulgarien“, hg. v. Juri Ilkow und Erik Simon
Ziemlich tolle Sammlung neuer Phantastik aus B. Mit 2 expliziten SF-Texten. Diese und die anderen sind aber mehr als 08/15-SF. Mehr in der BULGARIEN-Ausgabe des NEUEN STERNS, so im August†¦
8 / 10 Punkte

 

25 - Luci van Org: „Ragnarök' Deine Mudda!“
Hörbuch, gelesen von der Autorin. So ist es übrigens ein Hochgenuss: Gelesen von der Autorin. Ansonsten wäre der Roman vielleicht etwas zu voll mit Redundanz und gewollt schenkelklopfender Humoristik.
Mythische Humoreske, die sich der nordischen Götter annimmt. Die leben nämlich als Berliner Originale in einem Kiez, das wohl wirklich gibt, um einen kleinen Tümpel „Blanke Helle“, der aber eher ein schmutziges Dunkelloch ist.
Der Text lebt vor allem durch seinen Wortwitz, mit viel Berliner Schnauze und Milieu-Slang und -Figuren.
8 / 10 Punkte




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Fortführen: NEUER STERN. Das ATLANTIS-Doppel

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 16 Juni 2018 · 952 Aufrufe

Fortführen: NEUER STERN. Das ATLANTIS-Doppel Unlängst erschienen mal 2 NEUE STERNE, also diese Rundbriefe an die Freunde des ASFC - Artikel und 1 Story um das Thema ATLANTIS.
Ich fand die richtig gut, die Idee und die Hefte.
Inhalt #37
POSEIDONIS - ein Vorort - Beitrag von Thomas Hofmann
Atlantis in der DDR, Beitrag von Gerd-Michael Rose
Die Suche nach Atlantis im Osten, Beitrag von Thomas Hofmann
Ewiger Untergang, ewige Legende, Beitrag von Thomas Hofmann
Die atlantischen Zeitreisen, wiedergelesen von Peter Schünemann
Aus alten... von Bernd Wiese
... Rapanui - Der Untergang einer Welt
... Der versunkene Erdteil von Walter Horst
... Peter Moy: Medusensteine, von Bernd Wiese
... Otto Roland: Das unheimliche Gesicht
...Werner Scheff: Die wandernde Seele
Inhalt #38
Peter Schünemann: Ein Schwein aus Vineta
Grafiken (und Preisausschreiben) von Lars Herrmann
Pierre Benoit: Die Königin von Atlantis, Rezi v. Thomas Hofmann
Númenór - Tolkiens Atlantis, betrachtet von Peter Schünemann
Terror Subterraneus. H.P. Lovecraft und der atlantische Mythos, von Nils Gampert
Atlantis - der verlorene Kontinent, gesehen hat†™s Thomas Hofmann
Suchen wir weiter! Jens-Peter Behrend: Expedition nach Atlantis, gesehen von Peter Schünemann
Zwei Kurztrips nach A. von Thomas Hofmann
Der Atlantis-Zyklus von Jane Gaskell, Beitrag von Bernd Wiese


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Fortführen!

Geschrieben von T.H. , in News 18 Mai 2018 · 862 Aufrufe

(Notiz: Dieser Eintrag kann ggf. auch wieder gelöscht werden.)

...so endete vor kurzem der Blogeintrag noch.
Jetzt hat das SF-Netzwerk www.scifinet.org, zu der mein "Blog" quasi einen Beitrag liefert, seine Datenschatzerklärung.
Kann also weitergehen.


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Achtung, Achtung: NEUER STERN 36 ist fertig!

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern, Phantastisches Halle & Le... 29 März 2018 · 1.158 Aufrufe
NEUER STERN
Achtung, Achtung: NEUER STERN 36 ist fertig! Nicht der Stern des Ostens (der Name ist ja schon vergeben - an ein Zine von Ivo Gloss), aber der NEUE STERN zu Ostern ist soeben fertig geworden und kann abgefordert werden. (*)
Sieht gut aus, nicht wahr? Die Gemälde für den Umschlag kommen von Daniel Bechthold. (Ich weiß aus sicherer Quelle, dass er gern für Buch- und Heftcover aus dem phantastischen Sektor was macht.)
Auf den 28 Seiten fanden sich zusammen: 3 Stories von Christian Hoffmann und Peter Schünemann, Artikel über den Anteil von Kingsley Amis am James-Bond-Mythos, über eine Messe-Entdeckung in Sachen ostdeutsche Zombies und ein paar Buch-Rezis - zu einer ganz frischen und ein paar zu sehr alten Publikationen. Runde Sache, das Ganze, wie ich selber finde. (Muss mich - nein: uns! - mal loben, zu Ostern darf man das, oder?)

(*) Da fällt mir ein: Ich muss doch glatt mal Ivo fragen, ob ich den Titel doch verwenden darf: NEUER STERN des Ostens? Hätte was†¦


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(!Time Machine) Habe ich eigentlich†¦

Geschrieben von T.H. , in Meine Empfehlung 25 März 2018 · 627 Aufrufe

(!Time Machine) Habe ich eigentlich†¦ †¦schon das Fan-Zine (so steht†™s im Untertitel) !Time Machine empfohlen? Muss ich auf jeden Fall gleich mal nachholen.
Das Zine mit dem seltsam geschriebenen Namen ist der legitime Nachfolger von !Xaver und !Alois, dem Fanzine der Münchner Phantasten, der Leutchen, die auf Cons gern und amüsant und eloquent die Perlen der SF vorstellen. Wem das auf den Cons nicht reicht, kann sie sich jetzt also mal wieder nach Hause holen, allerdings weit fundierter und ausführlicher als das auf ihren Con-Veranstaltungen geschieht. Das Magazin, das rein äußerlich die Gefilde der fannischen Publikationen hinter sich gelassen hat, erscheint jetzt auch im WURDACK Verlag.
Neben den eingestreuten einzelnen Buchvorstellungen unter der Rubriküberschrift „SF-Perle“ finden wir in dem Heft längere und tiefgründige Artikel über†¦

†¦eine TV-Serie, die der Essayist als eine der besten SF-Serien anpreist (und von der ich zuvor nicht mal was gehört hatte): Dollhouse

†¦über Herbert W. Franke, Godzilla [von Stefan Kuhn], den World Con in Helsinki [von Hardy Kettlitz], den rührigen Verleger alter SF (-Perlen) Dieter van Reeken (Interview)

†¦über Science Fantasy (in dem für mich befriedigender Weise STAR WARS mal endlich so eingeordnet wird, wie es sich für meine Begriffe gehört - aber genau dies - der ewige Streit der SF-Fans, was denn nun SF, was Fantasy ist, wird auch kurz thematisiert - eine Frage, die nie geklärt wird, oder doch - hier in dem Artikel?)

†¦ein sehr umfangreicher Artikel über Fanzines (NEUER STERN ist auch dabei, huraaa!), vor allem aus Deutschland (west u. ost)

Mir gefällt auch die mitunter bewusst subjektive, persönlich gehaltene Wertung und Sichtweise auf die Themen, bei gleichzeitiger Demonstration großer Sachkenntnis - man wird unterhalten und lernt was dabei.
Insgesamt haben mich die Artikel animiert, wieder mehr zu lesen, auf phantastische Entdeckungsreise zu gehen und fragen lassen, wie die Autoren der Artikel, vor allem Ralf Bodemann, Udo Klotz, Christian Hoffmann es schaffen, so viel zu lesen. = Neid!!!
Aber okay, muss ja nicht alles lesen, wozu gibt es !Time Machine? (Und dann ist das Teil noch nicht mal teuer, keine 5 Euro, gibt†™s beim Verlag, oder auch auf Cons, nehme ich mal an, wo die Münchner Phantasten aufkreuzen)

(PS: Von mir ist auch ein Bild drin; hier im Blog sieht man einen Ausschnitt daraus.)


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Mein LBM18-Tagebuch - vor dem Winterchaos

Geschrieben von T.H. , in Subjektive Eindrücke 18 März 2018 · 1.959 Aufrufe
LBM18, Endzeit, Andymon und 1 weitere...
Mein LBM18-Tagebuch - vor dem Winterchaos

(Foto: Karlheinz Steinmüller, Erik Simon & am Rand noch gerade sichtbar: Angela Steinmüller)

 

Ich hatte Glück, aber sowas von Glück! Dabei hatte ich auch Pech, aber am Ende doch Glück.
Okay, der Reihe nach.

 

Wetter
Es ist ja immer, also wirklich jedes Jahr, ein Wackeln und Bibbern, ob das mit dem Wetter auch hinhaut zur Buchmesse. Es ist nicht das erste Mal, dass die Buchmesse im Schnee absäuft - also, übertrieben gesagt. Ich kann mich schon an Fahrten zu Lesungen (unmittelbar vor der Messe, an einem Mittwoch) erinnern, wo die Autos reihenweise an der roten Ampel geblitzt wurden, weil so gut wie keines vor der Ampel zum Stehen kam, so glatt und schneeig war es.
Dies Jahr hat es aber verkehrstechnisch dann aber eher die Öffentlichen Verkehrsmittel getroffen, die teilweise gar nicht mehr fuhren. Aber ich hatte Glück: Am Tag 1 (noch warm und kein Schnee) ging es mit dem Auto, am Tag 2 (das Wetter schlug um) dann mit der Bahn, die da noch fuhr (zwischen Halle und Leipzig), wenn sie auch supervoll war. So voll hatte ich das letzte Mal eine Bahn zu einem Herrentag erlebt, als die Leute auch nicht mehr wegen Überfüllung mitgenommen werden konnten (da kamen sie aber auch teilweise mit Fahrrädern, zur Messe eher nicht).
Die Hiobsbotschaften von Messebesuchsabbrüchen und „Gerade-noch-so-geschafft“-Odysseen am Tag 3 habe ich dann vom heimatlichen Sessel aus verfolgt. Denn am Morgen des Samstages erfuhr ich noch voller Bedauern, dass „mein“ Haupt-Akt für den Tag sozusagen gecancelt worden war - wegen Krankheit. Als mir dann im Laufe des Tages klar wurde, dass ich es wahrscheinlich ohnehin nicht so richtig, oder nur unter Anstrengung dahin geschafft hätte, verwandelte sich meine Trübnis in eine Form von Erleichterung.
Das soll aber nun mal reichen mit Wetterbericht, jetzt noch mal etwas LBM18:

 

Messe
Am Tag 2 (16. März 2018) hatte ich als Erstes eine Comic-Buch-Vorstellung besucht, Halle 1 (Manga-Con), Schwarzes Sofa. Dort wurde Olivia Vieweg zu ihrem frisch erschienenen, dicken Graphic Novel „Endzeit“ befragt. Der Comic spielt im Gebiet um Jena und Weimar, woher die Autorin stammt. Sie hatte den Comic sozusagen aus einer Designschul-Abschlussarbeit weiterentwickelt, und - was vielleicht noch spektakulärer ist - als Comicumsetzung zu ihrem Drehbuch zum gleichen Thema: Zombies in Jena! Nur ein Drehbuch? Einfach so? Nein, natürlich nicht! Der Film ist wohl bereits fertig gedreht, wird noch geschnitten und ist in 2019 im Kino - ein deutscher Zombiefilm, der auch in Deutschland spielt.
Wow! Oder? Ich finds gut! Zumal die Autorin sehr sympathisch rüberkam, viel erzählte - von ihrer Erfolgsgeschichte. Hut ab!
Danach machte ich mir das Leben etwas schwerer und wählte zwei Veranstaltungen, die harten Tobak enthielten: Zunächst eine Buchvorstellung über Kindsmissbrauch durch einen mexikanischen, katholischen Orden. Es handelt sich zwar um einen Roman, den der jetzt 90jähriege Autor aber nach einem wahren Fall schrieb. Vor Ort, auf der Messe, war „nur“ der Übersetzer. Aber der erzählte bewegt von diesem Unrecht, dem die jungen Eleven dort ausgesetzt waren ("Zum Bösen verführt" von José Manuel Ruiz Marcos).
Dann wechselte ich in die Stadt, als übernächstes war ein Besuch in der „Runden Ecke“ fällig, dort erzählten Zeitzeugen von ihrem Aufenthalt in sowjetischen Lagern. Auch sehr bewegend, bis hin zu Tränenausbrüchen im Publikum, ebenfalls von einem Betroffenen.
Anlass war hier die Veröffentlichung einer Broschüre der Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V.: „Den Willen zu verlieren, war der halbe Tod“, von Ariane Zabel, die auch zugegen war und das Gespräch moderierte.
Davor war ich aber im Hugendubel, dort wurde im Halbstundentakt eine Lesung nach der anderen fast schon durchgepeitscht. Ich hatte mir Roman Israel herausgepickt, den ich als einen der Book Brother schon mal kennen und schätzen lernte und dessen Beitrag in der Antho „Leipzig morbid“ mir auch sehr gefiel. Er las aus einem „Wenderoman“ mit dem Titel „Flugobst“, also einer Geschichte aus der Wendezeit, an der ostdeutsch-tschechischen Grenze - ein Fest, echt! Ist schön, wenn man über Geschichte lachen kann! Er las übrigens im Rahmen einer Aktion sächsischer Schriftsteller (60 an der Zahl: „Literatur statt Brandsätze“) gegen Fremdenfeindlichkeit, die es schon ein Weilchen gibt. Die Initiatorin der Initiative, Anna Kaleri, stellte die Sache vor. Allerdings hat sich mir nicht erschlossen, inwieweit Roman Israels Text da hineinpasst. Interessant war es allemal
Weil Zeit war, hörte ich mir danach Christoph Jehlicka an, der aus seinem Debut, „Das Lied vom Ende“ las, ein Coming-In-Age-Roman, dazu ein Familiendrama mit kriminalistischen Anklängen. Auch nicht übel - hach, wenn ich doch nur schneller und mehr lesen könnte†¦
Zum Abschluss gings zum Griechen - aber nicht zum Essen, sondern wegen der Buchpräsentation von „Andymon“ - neu erschienen bei Golkonda / Memorandum. Mit den Steinmüllers und Erik Simon. Michael Görden war auch da, hat dann aber nicht allzu viel erzählt. Karlheinz Steinmüller dafür umso mehr, auch aus seinem Erfahrungsschatz als Zukunftsforscher. War interessant, durchaus. Gelesen hat er einen Text, der nicht zu ANDYMON gehörte, weil er meinte, das kenne ohnehin jeder Anwesende.
Ich bekam dann auch mein Beleg-Ex, was mich sehr freute (für die Vignette auf dem Cover).
Der Nachhauseweg war dann zwar verschneit, aber noch passierbar; bin noch mal aus dem Winterhexenkessel entwischt.




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LBM18 - Tag 1 (15.03.2018)

Geschrieben von T.H. , in Subjektive Eindrücke 15 März 2018 · 1.977 Aufrufe
LBM18
LBM18 - Tag 1 (15.03.2018) Allenthalben raschelt es in der virtuellen Bücherwelt vor LBM18-Einträgen, -Hinweisen, -Reminiszenzen. Kommt mir das dies ja nur so vor, oder ist die Vorfreude und Euphorie zu Beginn der Messe gerade in der Phantastikszene dies Jahr besonders stark ausgeprägt? Ja, es kommt mir so vor. Das ist gut! Die LBM hat ihren Platz im Herzen der Phantasten gefunden, und sicher nicht nur dort.
Heute habe ich meinen Messerundgang absolviert. Eine kurze Stippvisite beim FESTA-Verlag, ein kurzer Plausch mit Hardy Kettlitz; dann auch mal ganz kurz Torsten Scheib angesprochen und ihm versichert, dass sein Roman auf jeden Fall den Vincent-Preis gewinnen wird [Smiley]; na ja, kann ich ja gar nicht so gesagt haben, da ich den Roman bisher noch nicht mal gelesen habe†¦
Interessanter Weise präsentieren sich viele kleine Verlage. Teilweise haben sie nur ein bis wenige Bücher (-Reihen) am Start. Für mich war dann auch wieder echt was Neues dabei, wie z.B. die Romanreihe von Sigrid Kraft um das Fantasy-Land Ardeen. Hier wurde ich gleich angesprochen und der stolze Verleger erzählte lang und ausführlich von den Werken. Na, die Leseproben werde ich mir auf jeden Fall zu Gemüte führen.
Insgesamt, muss ich gestehen, haben mich die phantastischen Verlage und Bücher nicht so dolle gelockt. Klingt hier in diesem Rahmen ja blöd, ist aber nur halb so tragisch: Die Messe hat einfach ihren Status als Neuigkeiten-Pool gegenüber den elektronischen Medien verloren; ich habe hier kaum etwas entdecken können, was ich nicht schon vorher mal wahrgenommen habe.
Ist ja nicht schlimm, kann ich also nach anderem Ausschau halten.
So gestern bei der Lesung von Peter Stamm in Halle, Volkspark („Halle liest mit“). Ich kann mich ja rausreden, dass ich nur jemanden begleitete, aber tatsächlich wollte ich ihn auch mal lesend kennen lernen. Sein neuestes Buch wird ja mit dem Vergleich zu Camus beworben. Das reizte mich schon.
Darin geht es um Doppelgänger und die Ausgangsfrage: Was würde ich mir sagen, wenn ich als Alter mir als jungen Menschen begegnen würde? Würde sich etwas für diesen jüngeren Doppelgänger ändern? Diese psychologische Fragestellung, dazu der tolle Erzählstil und die faszinierende, sympathische Ausstrahlung des Menschen Peter Stamm machten diesen Abend zu einem richtig großen Erlebnis.
Lesungen direkt auf der Messe finde ich eher suboptimal, habe mich daher heute nur mal kurz im Österreich-Kaffeehaus eingefunden, wo sich Peter Engelmann (Foto), bzw. sein Passagen-Verlag feiern ließ. Seit dem Forumsgespräch zur Leipziger Buchherbst 2016 (siehe hier) bin ja fast so was wie ein Fan von ihm, der mich mit seiner vornehmen, ruhigen, trotzdem engagierten Art und seiner streitbaren Haltung gegenüber gesellschaftlichen Missständen, aber auch kritischen Bemerkungen zu linken Haltungen beeindruckt. - Leider nur kurz, aber mehr ist in dem allgemeinen Lärmpegel der Messehalle kaum machbar. - Daher morgen: Leipzig liest... in der Stadt.


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Leselistenfortsetzung - Februar, März

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 11 März 2018 · 962 Aufrufe
Atlantis, Kingsley Amis und 2 weitere...

Ach herrje, lange nicht mehr gepflegt, die Leseliste... Jetzt, Mitte März, hat sich doch einiges angesammelt. Derzeit lese ich im Wesentlichen zu 2 Themen, die beide mit dem Fanzine-Projekt NEUER STERN zusammen hängen. Ja, zugegeben, das Fanzine, das keines sein will, beschäftigt mich derzeit ganz schön. Ist aber okay, macht Spaß...
Also 2 Themen:
1. Atlantis
2. Kingsley Amis (als Teil der Serie "Das andere England")
Weil das so ist, steht hier im Blog dann auch zu den einzelnen Titeln nicht all zuviel. Ich darf da halt immer auf das Zine verweisen...

 

4 - Kingsley Amis: „Das Auge des Basilisken“
Ein Wiederlesen. Damals - 2009 - hat es gut gemeinte 2 von 10 Punkten bekommen. Ich fand es langweilig. Inzwischen habe ich begriffen, dass die Langeweile Teil des Plots ist.
Wer wissen will, warum ich heute 8 von 10 Punkte für dieses Buch dieses hochinteressanten Autors vergeben, lese bitte den NEUEN STERN.

 

5 - POSEIDONIS-Geschichten
L. Sprague de Camp „Die Chronik von Poseidonis“ 7 / 10
L. Sprague de Camp: „Prinz von Poseidonis“ 7 / 10
Algernon Blackwood: „Sand“ 8 / 10
C.A.Smith: Poseidonis-Erzählungen in „Poseidonis“ 9 / 10
Die Stories habe ich sozusagen en bloc gelesen, als Vorbereitung auf das Atlantis-Heft des NEUEN STERNs; dazu sekundärliterarisches wieder gelesen: Gilsenbach, „Der ewige Sindbad“, Umberto Eco, ein Kapitel in seinem farbenfrohen „Die Geschichte der legendären Länder und Städte“ über A.
Ausführlich bitte dann im Heft.

 

6 - Kingsley Amis: „Glück für Jim“
Der Autor hat es mir nun angetan, nachdem ich sein „Im Auges des Basilisken“ ein 2. Mal - und diesmal mit großem Vergnügen - las. Jetzt will ich alles von ihm lesen†¦ Na ja, mal sehen, ob ich das durchhalte.
Der Roman begründete ein Sub-Gerne - im Mainstream, keine Phantastik: Der Professoren / Universitäts-Milieu-Roman. Und er war wichtig für die englische Nachkriegsliteratur, identitätsstiftend für eine Generation akademisch gebildeter, junger Leute.
Jim kommt mir eingangs eher unsympathisch vor: Er eifert seinem Professor als akademischer Assistent nach, eher widerwillig, weil er erkennt, dass der alte Prof eine ziemliche Pfeife ist. Aber er macht nichts dagegen, opponiert nicht, ergibt sich in sein müdes, langweiliges Schicksal.
Aber das ändert sich zunehmend, da er merkt, dass er ohnehin in dem Milieu nicht landen kann. Zudem kämpft er für die Zuneigung einer und gegen die einer anderen Frau, die beide mit einer Art persönlichen Feind von ihm liiert sind.
Also reiner Mainstream? Ja! Aber doch so gut erzählt, dass ich das Buch sehr, sehr gerne gelesen habe und mich die alltagsbetonte, psychologisch motivierte Handlung außerordentlich fesselte.
Hier findet sich auch eine gehörige Portion Humor, der sich z.B. in den Streichen des Protagonisten äußert, die er gegen seine Widersacher und universitären Widerlinge verübt - und dabei regelmäßig ertappt wird. Macht aber nichts.
8 / 10 Punkte

 

7 - Günther Kehnscherper: „Auf der Suche nach Atlantis“
Ein kleines Büchlein aus der akzent-Reihe des DDR-Urania-Verlages. Derzeit bin ich auf der Suche nach dem Atlantis-Stoff - für den NEUEN STERN. Auch wenn ich in dieser Ecke gar nicht suchte, fand ich beim Ausmisten des Bücherregals dieses Büchlein, das ich längst vergessen hatte.
Dabei hatte ich es seinerzeit sehr intensiv gelesen, wie zahlreiche Unterstreichungen und Anmerkungen belegen.
Habe es mit großem Vergnügen und Staunen also gleich noch mal gelesen. Staunen deshalb, weil es in einer sehr freien Art über diese doch eher spekulative Thema erzählt, was ich so der DDR-Rezeption des Themas gar nicht mehr zutraute. Aber da war damals wohl doch mehr möglich, als es mir so in Erinnerung gewesen war. Im NEUEN STERN lasse ich mich ein wenig darüber aus.
8 / 10 Punkte

 

8 - Robert Silverberg: „Briefe aus Atlantis“
Hübsche SF-Novelle - ja, SF denn trotz des Titels ist es SF: Eine Zeitreise-Story, die sich zudem an historische Rahmenbedingungen hält, und für die Herkunft der hochstehenden Atlantis-Zivilisation (mit Dampfschiffen, Elektrizität) eine Erklärung findet, die einem SF-Autor angemessen ist.
(Etwas mehr dazu dann in dem (oder den) Atlantis-Heften des NEUEN STERNs, demnächst in diesem Theater)
8 / 10 Punkte

 

9 - Robert Markham: „James Bond 007. Colonel Sun“
†¦und weiter mit meiner Kingsley-Amis-Komplett-Lesung. Ja, Robert Markham ist ein Pseudonym von Amis. Als James-Bond-Fan und Autor eines Sachbuches über die Romane von Fleming hat er sich wohl das Recht erworben, nach dem Tod Flemings den nächsten Bond-Roman zu schreiben.
Auf Deutsch erschien der Roman auch unter den Titeln „Auf der griechischen Spur“ bzw. „Liebesgrüße aus Athen“.
Für mich war es der erste Bond-Roman überhaupt. Nun ja, ist ein hinreichend spannender Krimi ohne große Überraschungen. Die Bösewichter sind ein chinesischer General der Volksarmee und ein Alt-Nazi, die eine sowjetische Konferenz auf einer griechischen Insel in die Luft jagen wollen. Die Aktion wollen sie dem britischen Geheimdienst in die Schuhe schieben und entführen zu diesem Zweck M. James Bond wollen sie auch entführen, gelingt ihnen im ersten Anlauf aber nicht.
Das Bondgirl ist eine griechische Kommunistin. Bond kooperiert also mit den Sowjets und deren Verbündete gegen die Chinesen, die neuen Feinde des Empire, der Welt und so.
Es wird wieder kräftig zugeschlagen, auch etwas gefoltert, aber - was mich dann doch sehr nervte - sehr viel geplant und palavert, wie man was machen kann†¦ Ist das in den Fleming-Romanen auch so? Lustig ist, dass Bond hier sehr viel mehr Genießer - von gutem Essen, Frauen natürlich auch - ist als es mir in den Filmen auffiel.
Na ja, für eine flotte, kurzweilige Unterhaltung gebe ich dann doch†¦
7 / 10 Punkte

 

10 - Nils Wiesner: „So langsam wie möglich“
Vorbereitung zum März-Termin im Haus des Buches, beim Freundeskreis SF Leipzig. Zu Gast ist der Autor und wird u.a. aus dieser Erzählung lesen. Sie erschien in einem eigenen Buch. Anlass für die Geschichte ist das derzeit laufende Konzert eines Orgelstücks von John Cage, das schon im Jahr 2640 abgeschlossen sein wird - wenn das nix für'n SF-Autor ist! Nils hat was draus gemacht - ganz famos. Der größte Teil spielt an dem Tag, an dem das Konzert beendet sein soll - allerdings in alternativen Zukunftsentwürfen - die meisten eher grau bis finster.
8 / 10 Punkte

 

11 - Kingsley Amis: „Geheimakte 007 James Bond“
Nun also auch das „Handbuch“ zum Helden - Amis' freie Plauderei zum großen Helden der westlichen Welt. Er bricht natürlich eine Lanze für Flemings Bond, entgegen den Sadismusvorwürfen und der Darstellung Flemings als Frauenverachter. Keine wirklich tiefgründige Analyse, es werden halt ein paar Topoi benannt (Anti-Bond, Frauenbild, der Fleming-Effekt) und dazu reichlich Belege aus den Büchern aufgeführt. Anfangs erklärt Amis allerdings Bond zum Byron'schen Helden. Na bitte! Kurzweilige Lektüre, daher 8 / 10 Punkte

 

Comics
2 - Erik Kriek: „H.P.Lovecraft. Vom Jenseits und andere Erzählungen“
Der Holländer Kriek hat hier 4 Erzählungen von HPL 1:1 in Comicform gegossen. Schwarz-Weiß natürlich. Der Stil ist ruhig, klassisch, erinnert an die 40er und 50er Jahre; er belässt das Ambiente originalgetreu in den 20ern. Na ja, vielleicht etwas zu zahm - wie erfrischend dagegen die Adaptionen von Reinhard Kleist, dessen Expressivität mich mehr überzeugte. Krieks HPL-Monster entsprechen denen, die man gemeinhin auch so kennt, er bleibt das visuell konservativ.
Doch wenn man mal wieder HPLs Welten erkunden möchte, und das im Schnelldurchlauf, dann sind dieses Comics genau das richtige! Gerade bei dem längsten Stück - Schatten über Innsmouth - kommt diese Art & Weise sehr gut zum Tragen: Ausführlich und dicht gleichsam genug, die Erzählung kommt schnell auf ein Punkt (mehr als bei HPL selbst).
7 / 10 Punkte

 

3 - Mignola, Stenbeck, Stewart: „Frankenstein. Underground“
Hellboy ohne Hellboy. Gibt es ja sowieso schon (B.U.A.P.), doch hier gibt es (für mich) eine neue Figur. Ich habe nicht mehr alle Hellboy-Omnibusse und sonst was gelesen, daher ist mir wohl der vorherige Auftritt von Frankensteins Monster in den Frühgeschichten von Hellboy (50er Jahre) entgangen. Na also, da konnte ich mir was Schönes zu Weihnachten wünschen!
Und es ist schön! Erst mal gefällt mir das größere Format, was das Ganze lesefreundlicher macht. Auch wenn die flächigen Zeichnungen das große Format nicht wirklich notwendig machen. Diesen Stil hat der Zeichner sicherlich irgendwie von Mignola „geerbt“. Der Meister steuert die Story und ein paar Titelbilder bei.
Die Story greift wieder tief in die Mottenkiste der Geheimlehren und Aluhut-Ideologien; aber in dieser Form mag ich das sehr! Frankensteins Monster ist seit Jahrhunderten auf der Flucht, dabei sehnt er sich nach Nähe Anderer und Frieden, wird aber immer wieder zum Mörder (meist aus reiner Notwehr). Sein Leidensweg führt ihn in die Hände von Alchemisten in der Hohlen Erde. Dort kann er seinem Schicksal eine Wendung geben, gefangen gehaltene Geister befreien und den Ober-Alchemisten, der die Vril-Kraft sucht, zur Strecke bringen. Auf diesem seinen Weg wird von Monstern und Neandertaler-Kriegern bedrängt. Am Ende sieht Frankensteins Monster wie ein Bourroghs†™scher Held aus (Hohlwelt würde da ja passen).
Die Story wird zeitlich verschachtelt, mit vielen Sprüngen, in einem ständigen Hin und Her erzählt. Das wirkt etwas konfus und undurchsichtig. Die esoterischen Andeutungen werden dadurch auch nicht klarer. Irgendwie hatte ich den Eindruck, Mignola wollte hier alles reinpacken, was ihm in seinem Hellboy-Universum wichtig ist. Der Plot verliert dadurch etwas an eigener Kraft, dient sozusagen nur dazu, die ganzen Ideen unterzubringen, die aber nur angerissen werden können. Habe es genießen können, aber für die volle Punktzahl fehlt noch was.
8 / 10 Punkte








Motto

„Die Welt der Kunst & Fantasie ist die wahre, the rest is a nigthmare.“ 
Arno Schmidt
 
Er weiß nun auch, was er gegen die … lauernde Stupidität, die sich als Realismus ausgibt, zu tun hat: das Bild von Wirklichkeit eingrenzen, sie mit ästhetischem Maß und nur mit diesem messen, den Schritt in surreale Reiche wagen."
(aus: Gunnar Decker: Franz Fühmann. Die Kunst des Scheiterns. Eine Biographie. S. 201)

 

 

Thomas Hofmann, ein Phantastik-Fan

Angehängtes Bild: Demiurg_g.jpg

© Thomas Hofmann

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Als Freund der phantastischen Künste artikuliere ich mich seit ca. 1988. Vielleicht kennen einige von Euch meine Zeichnungen. War auch als Rezensent im Fandom unterwegs, einst vor allem im leider nicht mehr existenten Fanzine SOLAR-X, neuerdings im NEUEN STERN (kein Fanzine, nur ein "Rundbrief...")
Dieses Blog soll den geneigten Leser auf Tipps und Termine in Sachen Phantastik aus dem Raum Halle / Leipzig hinweisen. Einer alten SOLAR-X-Tradition folgend möchte ich auch Berichte zu von mir besuchten SF / Phantastik-Veranstaltungen einstellen.
Ich will immer mal wieder auf die Stammtisch-Termine meines Heimat-SF-Clubs, des ANDROMEDA SF CLUB Halle und auf die Veranstaltungen des Freundeskreis SF Leipzig hinweisen.

 

Man wird hier auch die eine oder andere Rezension zur Phantastik aus alten Tagen von mir finden, von denen zumindest ich meine, dass sie nicht völlig dem Vergessen anheim fallen sollen.

 

Mehr als Merkhilfe für mich, aber vielleicht auch als Anregung für den einen oder die andere Leser/in wird hier meine kommentierte Leseliste zu finden sein.

 

 

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Archiv

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Bücher, die weitestgehend von mir illustriert wurden:
 Sagen der Oberlausitz, Nordböhmens und angrenzender Gebiete; Oberlausitzer Verlag A. Nürnberger, 1990
 Sagen der Oberlausitz..., Band II, ebd., 1991
 Oberlausitzer Kochbuch mit historischen Betrachtungen, ebd., 1991
  Märch. d. Bergwelt, ebd., 1991
 Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Solar-X-Prod., 1994
 Das große Dorfhasser-Buch, Aarachne, Wien, 2000
 Christian v. Aster: Nachmieter gesucht, midas 2000
 Von dunklen Kräften und alten Mächten, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2001
 Das große Verwandtenhasserbuch, Aarachne, Wien 2001
 N. Rensmann: Ariane, Bastian, Luzifee und Co., K&C Buchoase,Solingen, 2001
 Felten & Streufert: Gänsehautgeschichten, K&C Buchoase, Solingen, 2001
 Spinnen spinnen. Die Anthologie zu nützlichen Tieren, Aarachne, Wien 2002
 Peter Brandtstätter: Von Schmetterlingen und der Liebe..., Wien, 2002
 Feenmond, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2002
 Ruf der Ferne, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2003
 Frank Haubold: Das Geschenk der Nacht. Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2004
 Das Mirakel, Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2007
 Rose Noire, Anthologie im Voodoo-Press, 2009
 Michael Knoke: Das Tal des Grauens, Voodoo-Press, 2010
 Michael Siefener: Die Entdeckung der Nachtseite, Verlag Lindenstruth, 2011
 A.G.Wolf: Die weissen Männer, VP 2013
 Tobias Bachmann, "Liebesgrüße aus Arkham", Edition CL, 2016
 A.G.Wolf: Die weissen Männer, KOVD 2020 (Neuauflage)
 Peter Schünemann, "Nachtmahr", Ed. Dunkelgestirn, 2023
 Andreas Fieberg & Ellen Norten (Hrsg.): RÜCKKEHR NACH BLEIWENHEIM, p.machinery, 2023

 "Angst im Empire", hg.v. Reinhard Klein-Arendt, Ed. Dunkelgestirn, 2024
 Jörg Weigand, "ISABELLA. Eine ganz besondere Liebe" p.machinery, 2025

â– 
Bücher, an denen ich mich beteiligen durfte:
 Der Abenteuerwald. Phantastische Nachwuchsanthologie, Kreutziger Verlag, 1996
 Das Herz des Sonnenaufgangs, Eine Alien Contact Anthologie, 1996
 Liber XIII und andere unerwünschte Nachlässe, Goblin Press, 1999
 Lichtjahr 7, Freundeskreis SF Leipzig e.V., 1999
 Von kommenden Schrecken, Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2000
 Der Erstkontakt. Stories und Bilder aus dem Perry-Rhodan-Wettbewerb, Berlin, 2001
 Phantastik 2002, Taschenkalender, 2001
 Michael Lohr, Gemurmel aus dem Buch der Drachen, 2001
 Hysterisch funktionieren, Aarachne, Wien. 2002
 C. Bomann: Anthrins Kind, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
 C. Bomann, Parchimer Hexengeschichten, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
 Des Todes bleiche Kinder, Abendstern-Verlag, Parchim 2002
 Geschichten von Phönix und Sperling. Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2002
 Cover: Wilko Müller jr.: Operation Asfaras, Ed. Solar-X, 2003
 Alien Contact Jahrbuch 1 für 2002, Shayol, 2003
 Alien Contact Jahrbuch 2 für 2003, Shayol, 2004
 Alien Contact Jahrbuch 3 für 2004, Shayol 2005
 Cover: Carl Grunert: Der Marsspion, DvR, 2005
 G. Arentzen: Christoph Schwarz, Detektiv des Übersinnlichen, Bd. 1 bis 6, Romantruhe, 2005
 M. Borchard: Der Zeitarzt, SF Blues Bd. 4, edfc, 2005
 Cover: Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Ed. Solar-X, 2005
 Cover: Carl Grunert: Im irdischen Jenseits, DvR, 2005
 Cover: Carl Grunert: Zukunfts-Novellen, DvR, 2005
 Markus Kastenholz: Tiamat 1 - Asche zu Asche, VirPriV-Verlag, 2005
 Welt der Geschichten 1, Web-Site-Verlag, Mai 2006
 Cover: Wilko Müller jr.: Mandragora, Ed. Solar-X, 2006
 Kastenholz, Ippensen: Tiamat 2 - Die Stunde Null, VirPriV-Verlag, 2006
 Nocturno 6, VirPriV-Verlag, 2006
 Alien Contact Jahrbuch 4 für 2005, Shayol, 2006
 Welt der Geschichten 2, 2006 (alte Ausgabe; in der Nachauflage von 2008 sind keine Bilder von mir enthalten)
 Welt der Geschichten 3, 2008 (neue Ausgabe)
 Cover: Bernd Rothe & Astrid Pfister (hg.): Gequälte Seelen; Welt der Geschichten Sonderausgabe, 2008
 Robert N. Bloch: Michael Siefener. Eine kommentierte Bibliographie, Verlag Lindenstruth, 2011
 Frank W. Haubold: Der Puppenmacher von Canburg, Edition Lacerta(eBook) und CreateSpace Ind. Pub. Platform, 2012
 "Saramees Blut", Atlantis 2012
 M. Kastenholz: Projekt Hexenhammer, Printausgabe, 2013
 Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Shayol, 2014
  Richard Kühle: Alraune und der Golem, Goblin-Press, 2015
 Ine Dippmann und Uwe Schimunek: Leipzig mit Kindern, Jaron 2015
 Leipzig - Visionen. Gestern und heute, FKSFL & Edition Solar-X 2015
 Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Memoranda, 2017
 Simon & Steinmüller: Leichter als Vakuum, Memoranda, 2017
 Uwe Lammers, „Mein Freund, der Totenkopf“, Teil 1, 2017
 IF Magazin für angewandte Fantastik # 666, Okt. 2017
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Andymon, Memoranda, 2018
 Ferne Welten, Buch zum 14. ElsterCon, 2018
 Angela & Karlheinz Steinmüller: SPERA, Memoranda, 2018
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Sphärenklänge, Memoranda, 2019
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Der Traummeister, Memoranda, 2020
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Marslandschaften, Memoranda, 2020
 Fahrenheit 145, Buch zum 15. ElsterCon, 2020
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Pulaster, Memoranda, 2021
♦ (N)IRGENDWO (N)IRGENDWANN. Utopie und Humor. Begleitband zum ElsterCon 2022
♦ Goblin Press. Die frühen Jahre: 1990 - 2004. Eine illustrierte Dokumentation von Uwe Voehl, Lindenstruth 2022
♦ Hubert Katzmarz: Im Garten der Ewigkeit, p.machinery, 2022

 Angela & Karlheinz Steinmüller: Computerdämmerung, Memoranda, 2023

 Andreas Fieberg (Hrsg.): ABSCHIED VON BLEIWENHEIM. In memoriam Hubert Katzmarz MMXXIII, p.machinery, 2023

 Hubert Katzmarz: EIN MEISTERWERK DER WELTLITERATUR, p.machinery, 2023
 

 
Magazine und SmallPress
Alien Contact, Kopfgeburten, GOTHIC, The Gothic Grimoire, Vanitas, Tanelorn, Fleurie, Bonsai 6 / Zimmerit 5, 1995, Tumor (Sonderheft 8), Andromeda SF Magazin des SFCD 143 / 144, EXODUS 15 / 16 / 17 / 18 / 19 (mit Galerie v. mir, 2006) / 20 / 21 / 22 / 24 / 25 / 27
einblicke. Zeitschrift der Krebsforschung, August 2005,
Watchtower 8 / 9
Die Ruhrstadt-Zeitung 41
ARCANA 6 (2005)
Andromeda Nachrichten 216, 218 / 219, 220, 222, 223, 224
Nova 16 (2010)
Fantastic Artzine 1, Fantastic Artzine. Halb-Zeit, beide 2012

Nova 22 (2014)
Der lachende Totenschädel, Nr. 3 (10 / 2015)
Cthulhu Libria Neo, BuCon-Ausgabe 10/2015

Cthulhu Libria Neo 1, April 2016
Cthulhu Libria Neo 2, Oktober 2016
Cthulhu Libria Haunted Houses, März 2017
EXODUS 36, Juni 2017

Der lachende Totenschädel Nr. 4, Jan.2018
!Time Machine, Januar 2018
IF #7, März 2018

EXODUS 38, 09 / 2018
!Time Machine 2, Januar 2019
!Time Machine 3, April 2020
!Time Machine 4, Januar 2021
Der neue Pegasus Nr. 2, April 2021

!Time Machine 5, Oktober 2021
!Time Machine 6, Januar 2022
!Time Machine 7, Januar 2023

!Time Machine 8, Januar 2024
â– 
Fanzines
aktuell & laufend NEUER STERN, Solar-X, Fiction Post, Goblin Press Hefte
TERRAsse 27 (zum 60. FörsterCon, April 2019)
TERRAsse zum PentaCon 2019
TERRAsse zum PentaCon 2021
REISSWOLF S5, 2024
â– 
CD-Cover
 The Beat Of Black Wings: Nightfall; 1999
 Syngularity: The Four Horsemen; 2000
 Gothica: Within A Dream; 2000
 Gothica: Into The Mystic; 2000
 The Beat Of Black Wings: Black Love; 2000
 Gothica, Workbook 1995, 2003

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Telefon: o345 77 64o 72
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