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Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten



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Vom Viertelgermanisten zum Star-Illustrator

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le... 24 Februar 2019 · 953 Aufrufe
Jens Maria Weber
Vom Viertelgermanisten zum Star-Illustrator

... und nun sogar beim Freundeskreis SF Leipzig zu Besuch:

 

Jens Maria Weber
Ort: Haus des Buches, Leipzig
Zeit: 21. Februar 2019
Moderator: Dirk Berger

(Foto ist von mir. Links im Bild: Jens Maria Weber, rechts: Dirk Berger)

 

Diesmal gab es im FKSFL keine Lesung, „nur“ ein Gespräch, und zwar mit dem Illustrator der Kai Meyer-Bücher-Reihe „Die Krone der Sterne“. Ich hatte ja Befürchtungen, aber es hat den Abend gut ausgefüllt, zumal der Grafiker sehr eloquent und auskunftsfreudig war.
Dass er heute überhaupt zeichnet, war dann fast sowas wie ein Wunder. Er hatte als Kind gern und viel gezeichnet, es mit 15 Jahren aber aufgegeben. Er begann ein Germanistik- und Anglistikstudium, lernte da erst mal das Lernen, bzw. Studieren, um dann aber doch zu merken, dass aus ihm kein Germanist, schon gar kein Lehrer werden würde.
Er war auf de Suche und erinnerte sich seiner einstigen Leidenschaft. Zum Bewerben an der entsprechenden Schule fertigte er in einem Sommer eine Mappe an - und wurde genommen. Er hat dann aber erst mal Design studiert.
Das Studium versprach im aufstrebenden Internetzeitalter einen guten Job, der Traum platzte aber wie eine Seifenblase mit dem Platzen der Dot.Com-Blase.
Er schilderte eindrucksvoll seine Begegnung mit ca. 300 Leuten, die das gleiche Schicksal erduldeten: Schlange stehen auf dem Arbeitsamt Hamburg-Altona. Da wurde eine Sondergruppe eingerichtet, um arbeitslos gewordene Designer aufzufangen.
Jetzt aber: Zeichnen, Illustrieren; es konnte losgehen, musste sozusagen. Das war seine Lücke, die er besetzte und das wohl mit Erfolg.
Ich weiß gar nicht, ob ich erkennen würde, was er alles gezeichnet hatte, denn das Illustrieren ist ja nicht unbedingt eine Form künstlerischer Selbstverwirklichung. Aber seinen eignen Stil hat und der ist gut erkennbar.
Ich selbst kannte ich durch sein Buch „Codex Roboticus“. Zur Entstehung des Buches erzählte er auch ausführlich. Das sind so seine Idee, die er sammelt und die er dann zwar nicht in eine richtig gut zusammenhänge, stringente Erzählung gießen kann, die ihm aber unter den Nägeln brennt.
Schön, dass er zurzeit an einem weiteren Projekt abreitet, diesmal geht es um seine Heimat, den Ruhrpott, der durch verlassene Industrieanlagen und „Kulturlandschaften“ lebt. Außerdem verarbeitet er seine Liebe zur Nacht darin. Arbeitstitel lautet: „Nacht an der Emscher“.
Jens Maria Weber ist ein lieber Mensch, der gern und viel erzählt, wenn man ihn fragt. Es war ein sehr angenehmer Abend.




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Fanzine-Austausch; hier: Intravenös & SF-Notizen

Geschrieben von T.H. , in Subjektive Eindrücke 08 Februar 2019 · 1.006 Aufrufe
Atlan Club Deutschland und 2 weitere...
Fanzine-Austausch; hier: Intravenös & SF-Notizen Beide Fanzines, INTRAVENÖS und die SF-Notizen, sind inzwischen - für mich - so was wie SF-Fanzine-Legenden. „Damals“, also in den 90ern, hatte ich da mal reingelesen, nach meiner Erinnerung hatte ich die SF-Notizen auch ein Weilchen abonniert. Bei INTRAVENÖS (und dem externen Ableger, EXTRAVENÖS) bin ich mir gar nicht so sicher, ob ich die abonniert hatte, aber ein paar Ausgaben hatte ich gelesen.
Die Zines des ATLAN-Club-Deutschland hatte ich immer extrem umfangreich in Erinnerung. Das hat mich glatt „erschlagen“ - deshalb auch nicht weiter verfolgt.
Doch jetzt halte ich erstaunt die Ausgabe 267 und ein paar aktuelle SF-Notizen in den Händen.
Manchmal ist es auch komisch, wie die Dinge so laufen: Zur Weihnachtszusammenkunft des Freundeskreises SF Leipzig hatte ein SF-Kollege eine Ausgabe der SF-Notizen dabei. Oha! Dachte ich, die gibt es noch.
Beim Googeln kam nicht viel heraus. Wo und wie gibt es die denn tatsächlich noch? Dann „entdeckte“ ich Kurt S. Denkena auf FB. Dort fragte ich per pn nach den Notizen - und bekam keine Antwort.
†¦dachte ich zumindest, bis mich dann Ende Januar eine Sendung erreichte: von KSD, mit den genannten Heften. Einfach so. Wow!
Sehr erfreut revanchierte ich mit ein paar Heften des NEUEN STERNS. Ich hoffe, sie kamen auch dort gut an.
Seine Sendung kam gut bei mir an!
INTRAVENÖS 267
†¦enthält viel mehr „seriöse“ SF-Fan-Texte als ich sie in den mir bekannten alten Ausgaben in Erinnerung hatte. Ich finde da eine Reihe von Rezensionen, die mich durch die Bank interessierten, auch weil ich die Bücher selbst (noch) nicht las: Doctorow, Tidhar (Osama), Chu (ein Tao-Roman), „Autonom“, Connie Willis, Tayelers „Fan“-Roman†¦ Ich nehme die Rezis allesamt als gute Empfehlungen und lese das Heft wie ein Handbuch für relevante SF der Gegenwart.
Ein Buch von den rezensierten habe ich tatsächlich selbst gelesen: Rubanov: „Chlorofilja“. Immerhin†¦ Zur Rezi hier darf ich anmerken, dass mich nur leicht verwunderte, dass der Rezensent sich fragt, ob denn das, was der Russe hier schreibt, den von amerikanischer und englischer SF geprägten Leser auch interessiert. Na ja, ich meine, für einen SF-Fan sollten fremdartige Sichtweisen und Fragestellungen ja eher anziehend wirken, oder? Aber ich las das Buch vielleicht auch aus einer anderen Perspektive, bin halt durchaus auch von russischer (sowjetischer) SF geprägt worden und nach einer Zeit der Abstinenz interessiert mich jetzt sehr stark, was aus „den Russen“ denn geworden ist - die Antworten, die die auf Deutsch publizierten Beispiele bieten, finde ich dabei nicht mal so sehr befriedigend. Der SF-Mainstream in Russland scheint sich nicht so dolle von dem westlicher Literaturen zu unterscheiden; mal abgesehen von solchen Exoten phantastischer Randgebiete wie Sorokin und Pelewin. Das Buch von Rubanov hatte mir aber sehr gut gefallen, ich fand es erfrischend und erhellend, auch hinsichtlich der gesellschaftlichen Stimmung in Russland derzeit.
Ein weiterer Schwerpunkt des Heftes sind kurze Artikel von Holger Döring über Rhodan†™sche Phänomene. Es werden für mich wohltuend keine einzelnen (Heft-) Romane vorgestellt, sondern bestimmten Fragen nachgegangen (Flottenstärke, Rhodans Doppelgänger, Atlans Auftreten in den Heften†¦). Beleuchtet wird dabei die Erstauflage, die älteren Hefte. Für mich als Nicht-Perry-Leser absolut informativ, bieten die Artikel wunderbare Überblicke. Besten Dank dafür.
Auch der Teil einer Perry-Rhodan-Fan-Geschichte von Christian Succo (darf man das so sagen?) hat mir gefallen, denn neben lockeren Gesprächen zwischen den Helden der Serie wird auch nach einer uralten vormenschlichen Zivilisation geforscht. Für meinen Geschmack wird in der Story etwas zu viel palavert, über Forschung und Abenteuer gesprochen, als dass wirklich was passiert. Aber gut, ein paar sehr gute Momente bot mir der Text.
Den längsten Text lieferte Rüdiger Schäfer mit dem 1. von vielen Teilen seines Reiseberichts, über seine Schiffsreise übers Mittelmeer. Das ist so ein Text, wie ich ihn aus den alten Heften auch in Erinnerung hatte: Lange fannische Berichte.
Klaus N. Frick erzählt aus seinem Leben (?) - zumindest könnte es so sein, er erinnert sich an Begebenheiten aus seinem Leben. Auch durchaus interessant (lese ich auf seinem Blog auch immer gern).
72 Seiten - Wow! Dickes Ding. (Das wäre dann sozusagen ein Doppel-Stern†¦) Es hat mir sehr gefallen.
Von den SF-Notizen fiel mir eine etwas umfangreichere Ausgabe - die 769 - auf. 769 = DAS ist doch mal eine Hausnummer! Hier beginnt KSD über das deutsche Fandom zu schreiben. Er hangelt sich hier an der Geschichte der SF-Times voran, an den politischen Debatten und Streitigkeiten im SF-Fandom. Holla, die haben sich ja was getraut damals! Na ja, politische Diskussionen im Fandom gibt es ja immer noch, doch scheint mir damals die „Diskussion“ physischer gewesen zu sein. Auf jeden Fall ist es interessant zu lesen, wie damals ein paar Aktivisten der deutschen SF-Szene so drauf waren (auch im Vergleich zu heute).


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Winter (-Ausgaben vom NEUEN STERN) ist da!

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 26 Januar 2019 · 1.012 Aufrufe

Winter (-Ausgaben vom NEUEN STERN) ist da! Okay, grammatikalisch nicht einwandfrei, aber es stimmt: Die ersten beiden Hefte in 2019 des NEUEN STERNS sind jetzt da, die Winter-Ausgaben. Eine hat mal wieder nicht gereicht.
Damit haben wir also 2 x 36 Seiten + 2 x 4 Farbseiten. Ein Titelbild ist vom in Halle lebenden, großartigen Vadim Voitekhovitch, der sicher zumindest jedem Steampunk-Interessierten bekannt sein dürfte. Das andere stammt von Sefan Keller, der schon die TiBis der Atlantis-Ausgaben spendierte.
Diesmal haben die Hefte keine Schwerpunktthemen, aber dennoch Inhalt (viele Rezi zu Entdeckungen alter Phantastik und neuen Büchern, 2 Con-Reporte und eine Story von Clemens Nissen)

Inhalt 46
Willkommen im Jahre Bladerunner, 2019! - Editorial von Thomas
„Neue Sterne“, Rezi von Peter Schünemann
Gravity Assist: Die schwarze Harfe, vorgestellt von Wilko Müller jr.
„Boschs Vermächtnis", Rezi von Thomas Hofmann
„Die gestohlenen Techmine", Rezi von Bernd Wiese
FANDOM, von Sabine Seyfarth
...Coloniacon
...Hallunkencon
Christian Amling: „Der schwarze Prinz“, Rezi von Bernd Wiese
Lee Killough: „Die Pest der Götter“, Rezi von Volker Adam
Aus alten Bücherschränken von Bernd Wiese
...Paul Georg Münch: Hindenburgs Einmarsch in London
...Arthur Opree: Der Unirdische
Akadij & Boris Strugackij: "Der ferne Regenbogen", Rezi von Volker Adam
Tobias Reckermann: „Rumors Fährte", Rezi von Thomas Hofmann

Inhalt 47
Liebe Leute - Thomas Hofmann
Clemens Nissen: Der Flüchtling und die Kommissarin, Story
Alexander Lernet-Holenia: Der Mann im Hut, Rezi von Volker Adam
In 47 Horror-Storys um die Welt-Literatur, Reiseleiter: Thomas Hofmann
...Nebel aus dem Jenseits
...13 Prisen Mitternacht
...Luzifer läßt grüßen
Reiseziel Utopia, Rezi von Sabine Seyfarth
Wieviel Öko darf es sein? Beitrag von Thomas Hofmann
...Das Wort für Welt ist Wald
...Quarantäne im Kosmos
...Die denkenden Wälder
Aus alten Bücherschränken von Bernd Wiese
...100 Jahre deutsche Zukunft


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Fanzine-Austausch, hier: BWA 424

Geschrieben von T.H. , in Meine Empfehlung 20 Januar 2019 · 1.260 Aufrufe
BWA, Fanzine
Fanzine-Austausch, hier: BWA 424 Wenn es sich ergibt, tausche ich gern den NEUEN STERN gegen andere Fanzines. Immer wenn Michael Baumgartner bekannt gibt, dass eine neue Ausgabe von „Baden-Württemberg Aktuell“ erscheint, denke ich mir: Hey, ob das ich da mal wegen so eines Tausches nachfrage? Na, man könnte ja auch einfach das Heft ordern, wäre sicher auch kein Problem.
Aber diesmal musste ich überhaupt nicht lange darüber nachdenken, ob ich es lesen möchte, denn die Ankündigung machte mich neugierig:
.

„BWA 424...
...kommt mit seinem Cover wie ein gediegenes Kulturmagazin daher. Es ist ja auch ein Kulturmagazin, allerdings eins von Fans für Fans. So kann man/frau Interessantes über Charles Fort, Karl May und Thomas R.P. Mielke lesen. Die Beiträger schreiben über Filme, Bücher und Comics. Leider ist der Spaß nach 44 Seiten wieder beendet.“ (Quelle: Facebookseite des Science Fiction Club Baden-Württemberg)


Dass es „nur“ 44 Seiten sind, hat mich eher angelockt, als abgeschreckt. Schon deshalb, weil der NEUE STERN auch nicht dicker ist und deshalb mir so ein Tausch rein quantitativ fair vorkam. Das aber nur am Rande. Der angedeutete Inhalt lockte mich da weit mehr.
Schauen wir doch mal hinein:
Redakteur Uwe Lammers hält eine lange Rede zum Jahreswechsel. Da geht es um Vorsätze, was man sich für 2019 vornimmt. Da er es aus seiner Sicht schreibt, steht da viel von seinen persönlichen Vorhaben (als Autor und SF-Fan vor allem). Uwe ist kein Freund der knappen Worte. Vielleicht ist es ein My zu lang ausgefallen das Editorial. Aber interessant, was er so alles treibt, bzw. treiben möchte. Ich drücke schon mal die Daumen dafür!
Der angekündigte Beitrag über Charles Ford findet sich in dem auch sehr langen Leserbrief von Gerd Maximovič. Seine Leserbriefe sind ja, so wie ich sie kenne - aus BWA, aus der APA F.A.N., auch aus dem NEUEN STERN - nie wirkliche LoCs, im Sinne von Leser-Kommentaren. Er ist offensichtlich ein sehr belesener, vielseitig interessierter Mensch, vornehmlich für klassische und esoterische Inhalte.
Charles Ford ist eine illustre Figur aus der Frühzeit der Parawissenschaften, ein Stichwortgeber auch für die Science Fiction. Als solcher ist er immer mal wieder in SF-Zines präsent; ich erinnere mich gern an ein längeres Portrait im Sagittarius. (Ausgabe? Müsste ich nachschlagen†¦)
Gerd gibt auch einen sehr schönen Überblick und konzentriert sich dann auf Fords Ideen zur Erklärung des Phänomens „Blutregen“.
Es gibt noch einen LoC im Heft, von Ekkehardt Brux, der u.a. dem Gedanken nachgeht, ob man die Orte aus Karl Mays Orient-Büchern aufsuchen und somit die Abenteuer z.B. v. Kara Ben Nemsi quasi „nachreisen“ kann. Interessanter Gedanke!
Uwe Lammers rezensiert einen frühen Thriller von Clive Cussler, auch das macht er sehr ausführlich. Die anschließenden Vorstellungen von 2 Bänden der Lustigen Taschenbücher Galaxy - also über Mickey Maus im Weltraum - fallen dagegen sehr knapp aus. Ist eigentlich nur eine Notiz, dass es die Bände gibt.
Uwe macht weiter mit einem Buch über China. Keine Phantastik, eher ein Bericht, in dem der Autor (Alexander Knörr) China als ein exotisches Land präsentiert, das wohl so einige Überraschungen für uns Europäer parat hält.
Class M. Wahlers schreibt von seiner Heimat†¦ Ach nee, so stimmt das nicht 😊 Er stellt den Autor Thomas R.P. Mielke vor, der in seinem Heimatort lebt. Damit hat er natürlich einen besonderen persönlichen Bezug zu dem Mann, der einst hinter den Terranauten stand und auch ansonsten ziemlich stark unterwegs war in Sachen Phantastik und Historik. Sehr schönes Portrait - wieder so ein Fall, der meine virtuelle „Musst-Du-Lesen-Liste“ um ein paar Bücher anwachsen lässt†¦
Armin Rößler stellt den Film „Spider-Man: A New Universe“ vor; ist aber der Text, den wir hier auch finden: klick
Uwe Lammers berichtet von seinen Liebesabenteuern. Oh, nein, so nicht: Von der Lektüre eines Liebesschmökers - oder erotischen Romans. Ja, ein eigenes Metier. Durchaus interessant, da ich mich mit diesem Metier bisher gar nicht beschäftigt habe (also, ich meine jetzt das Lesen solcher Romane).
Claudia Höfs stellt die (neuesten?) Perry Rhodan Neo-Romane vor. Für mich als Nicht-Perry-Leser durchaus auch interessant, so krieg ich mal mit, was da so läuft. Sie bleibt aber in ihren Rezis bei einer inhaltlichen Darstellung; mich hätte da auch eine Wertung interessiert, zumal ein Roman von keinem Geringeren denn Oliver Plaschka verfasst wurde. Hebt sich der Roman vom Durchschnitt ab?
E. Brux stellt einen alten Roman von Wolf Detlef Rohr vor, der im Titel den Weltuntergang für 1986 voraussagt. Na, das haben wir ja überlebt†¦
Was ich da lesen kann, klingt aber überaus interessant: Es geht auch um Atlantis und südamerikanische Indios.
Ein Grund, mich für das Heft zu interessieren, war die angekündigte Rezi zu „Reiseziel: Utopia“, denn das Buch wird auch demnächst kurz in unserem Zine vorgestellt. Bei Michael Baumgartner kam die Sammlung eher gemischt an, also mit Potential, das wohl nicht ganz ausgeschöpft wurde. Aber immerhin: Es gibt so was: Utopische SF, als Gegenpol zur allgemein zelebrierten Dystopie.
Der Anteil an OSM-Texten (also dem Unendlich-Erzählzyklus von Uwe Lammers) hält sich in dem Heft in Grenzen. Da ich diesen Zyklus nicht lese, war das für mich sehr okay.
Ein paar Worte zum Drumherum: Ich staune natürlich über den sehr langen Lebensatem des Clubs und ihres Fanzines. 424 Ausgaben - wow! Also, da ziehe ich nur meinen Hut vor.
Diese Ausgabe kommt mit farbigem Cover (und auch farbigen Innenillus) daher. Die Coverbilder hat Angelika Herzog gestaltet, es sind Collagen, die vielleicht eher auf den 2. Blick was mit SF zu tun haben. Tatsächlich, das Cover wirkt wie das eines Kultur-Info-Blattes. Aber warum nicht?
Die Schriftgröße war für mich schon fast zu klein. Ich nehme an, das Heft entsteht durch Verkleinerung von A4 auf A5? Dadurch bekommt man eventuell mehr auf einer Seite unter, als wenn man es gleich A5 setzt und ausdruckt, aber für mich ist das fast zu klein.
Mit hat das Heft den Sonntag versüßt und dafür bin ich sehr dankbar. Ist halt einfach toll, mit einem abwechslungsreichen Fanzine den Gedanken Gleichgesinnter etwas ausgiebiger folgen zu können, als es hier im Internet so allgemein üblich ist. Finde gut, dass es die BWA gibt und so nebenbei beweist es, dass die Ära der Papierfanzines noch nicht endgültig vorüber sein muss (kleine Ermutigung für uns Macher vom NEUEN STERN - so nebenbei†¦)


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Kurze Führung durch die neue bulgarische Phantastik

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le... 19 Januar 2019 · 1.954 Aufrufe

Kurze Führung durch die neue bulgarische Phantastik Bild: Die Anthologien und der NEUE STERN, mein Exemplar der "Kontakte mit dem Unbekannten" ist ein ausgemustertes Bibliotheksexemplar, der Schutzumschlag wurde zum Verkauf (50 Pfennige) beigelegt, aber leider zurecht geschnitten.


Kurze Führung durch die neue bulgarische Phantastik
Reiseleiter: Erik Simon


Zeit: 17. Januar 2019
Ort: Haus des Buches Leipzig
Gastgeber: FKSFL

Zum ersten Termin des Jahres 2019 beim Freundeskreis wurde Erik Simon eingeladen. Er hatte ein Thema im Gepäck, das ihn schon ein Weilchen umtreibt - im Grunde schon sehr lange: Seine Liebe zur bulgarischen SF & Phantastik.
In der DDR erschienen 2 Anthologien mit bulgarischen Erzählungen, die er herausbrachte:

„Kontaktversuche“ (1978)

„Kontakte mit dem Unbekannten“ (1989)

(Beide hatten als Hardcover ca. 20.000, das erste als TB noch mal 60.000 Auflage)
Und nun also eine dritte Anthologie, nicht so sehr SF-orientiert, aber durchaus auch, eher Phantastik:

„Sternmetall“ im Verlag Torsten Low.

Der NEUE STERN hat sich auch dem Thema gewidmet. An der Ausgabe war rein zufällig - nee, natürlich nicht, sondern sehr beabsichtigt - Erik Simon beteiligt. Eine ausführliche Rezi zu „Sternmetall“ befindet sich darin auch. (#41)

Das Thema lockte 15 Leute an, immerhin, muss man dazu sagen. Die Resonanz unserer Veranstaltungsreihe ist ja durchwachsen. Ich finde 15 unter winterlichen Bedingungen nicht mal so schlecht, zudem es ja auch um ein ziemlich spezielles, nerdiges Thema handelt.
Erik ist ein Vortragsprofi. Er ermahnte uns gleich eingangs, lieber beizeiten Fragen zu stellen, sonst würde er von sich aus Unsinn reden. Nee, hat er nicht, kann ich so sagen: Kein Unsinn.
Ein wissenschaftlicher Vortrag, so führte er aus, würde Bekanntes, Neues und Unverständliches enthalten. Das Unverständliche ließe er weg, denn es sei ja auch kein „wissenschaftlicher“ Vortrag.
Ich darf für meinen kleinen Bericht hinzufügen: Die Namen der genannten Autoren und Autorinnen lasse ich dafür lieber weg, denn ich würde sie nach dem Gehör aufschreiben, und das wäre garantiert falsch. Es ist nun auch leider so, dass das Gros der Genannten im deutschsprachigen Raum eher unbekannt ist. Bis auf die Ausnahmen in der Anthologie „Sternmetall“ und dem NEUEN STERN 41.
Erik bereitet übrigens eine weitere Anthologie vor; das dauert aber noch und wird dann wohl mehr in Richtung SF gehen.
Es kam natürlich die Frage auf, was denn das Besondere an bulgarischer SF sei; es wurde hier ja auch oft von Phantastik, nicht SF, geredet. Diese Unterscheidung scheint aber in Bulgarien nicht so strikt angewendet zu werden wie bei uns. Typisch für bulgarische SF / Phantastik sei ein Hang zum Magischen Realismus, oder, wie Erik meinte, die SF dort sei weniger rational. Damit wäre sie eher vergleichbar mit typischer französischer und spanischer SF.
Er zeigte einige Beispiele, vor allem von mehr oder weniger aktuellen Anthologien (also so ab den 90er Jahren, aber auch ein paar Beispiele aus den 80ern). Die machen rein äußerlich schon mal einen guten Eindruck.
Um 2000 gab es eine Hochzeit der SF / Phantastik in Bulgarien. Es gab viele Sachen, die „westliche“ (also vornehmlich amerikanische) SF und Fantasy nacheiferten, aber auch eigenständige Fantasy und recht viel Horror. Eine führende Anthologie damals war eine Reihe, die mit „Horizonte“ betitelt war.
Erstaunlich - für mich als DDR-Aufgewachsener - war der Umstand, dass es in Bulgarien vor der „Wende“ schon ein SF-Magazin gab. Das widmete sich zwar offiziell der Prognostik und Fantastik, da ein reinweg literarisches SF-Mag den Behörden nicht genehm wäre, aber die populärwissenschaftlichen Anteile konnte man wohl vernachlässigen.
Die Sf-(Buch/Autoren) -Szene verglich Erik mit der hiesigen: Sie findet auch vor allem in Klein- und Fan-Verlagen statt. Das Fandom ist ähnlich dem deutschen schon etwas ältlich (ich darf das so schreiben, denn ich gehöre dazu, zum Fandom und zu den Ältlichen). Aber so 3-4 Cons im Jahr kriegen sie auch zusammen.
Im zweiten Teil las Erik frisch übersetze, auf Deutsch noch nirgends erschienene Stories:
„Der Mann, eine Gebrauchsanweisung“ - von einer Autorin. Die Story erinnerte mich sehr an diesen polnischen SF-Film „Sexmission“ aus dem Jahre 1984. Ist das Verschwinden der Männer, bzw. deren Haltung als Lustobjekte und Samenspender ein (teils lustiges, teils dystopisches) „Ost-Thema“? In der Story werden Männer auch in so einem Vergnügungsetablissement gehalten, gern aber auch in einem Institut als Besamer.
„Kielwasser“ - eine richtig schöne Hard SF Story im Geiste eines A.C. Clark, mit einer zentralen wissenschaftlichen Idee. Der Autor ist ein renommierter Astrophysiker, beschäftigt sich beruflich viel mit braunen Zwergen. Hier geht es um ein in den USA stattfindendes landesweites Schulprojekt zur Messung der Lichtgeschwindigkeit - es werden Anomalien festgestellt.


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Kleine Litera-Tour im Januar

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei..., Meine Empfehlung, Subjektive Eindrücke 12 Januar 2019 · 1.289 Aufrufe
Jörg Herbig, Ellen Norten und 1 weitere...
Kleine Litera-Tour im Januar Ziel dieses Blogs hier ist es ja, immer mal auf Ereignisse phantastischer und literarischer Art im mitteldeutschen Raum, speziell in Halle & Leipzig hinzuweisen. Die Auswahl ist natürlich äußerst subjektiv und davon abhängig, was ich so erlebe, mitbekomme und vorstellen möchte.
Dieses Jahr begann durchaus literarisch, allerdings nicht von Phantastik geprägt, aber irgendwie ist die Phantastik Ausgangspunkt gewesen.
Da darf ich zum einen auf ein neues Heft von Jörg Herbig hinweisen, das mich schon Ende letzten Jahres postalisch und nun auch im Herzen erreicht hat:

„Füße auf dem Boden, Kopf in den Wolken“

Jörg Herbig habe ich hier im Blog bereits vorgestellt. Vielleicht erinnert man sich an seinen DER LACHENDE TOTENSCHÄDEL. Ich jedenfalls erinnere mich daran gern.
Nun gibt es was Neues von ihm: Es handelt sich um einen Band mit Gedichten.
Keine Phantastik, aber das, was mich im Grunde bei Jörg Herbigs Prosa auch fesselt und gefangen nimmt: Was er schreibt, ist einfach authentisch. Er macht aus seinem Herzen keine Mördergrube, präsentiert sich in seiner ganzen Unvollkommenheit, wirkt damit angreifbar, mir macht er sich dadurch einfach sympathisch.
Die Gedichte sind keine „Reim-Dir-oder-ick-fress-dir“-Sachen, tatsächlich lesen sie sich gar nicht so einfach & flüssig, man muss sich etwas konzentrieren, bekommt dafür aber ein Konzentrat an Gedanken und Gefühlen, die in Prosa gegossen sicher mehr Textvolumen verbrauchen würden.
Ja, Alltag kann spannend sein, wenn man darüber reflektieren kann, und Jörg kann das.

Die zweite Station meiner Litera-Tour im Januar 2019 war der Besuch der Gründungsveranstaltung des Literatur-Salons PEGASUS in Halle, im Literaturhaus, am 9. Januar 2019.
Also, die Welt ist doch ein Dorf. Es kam nämlich so: Letztens in Leipzig, bei der Veranstaltung mit Thomas Franke, war eine Dame zu Gast, die Thomas direkt mitgebracht hatte. Wir kamen ins Gespräch - also, wer sie kennt, kann mir sicher zustimmen, dass es sozusagen unmöglich ist, nicht mit ihr ins Gespräch zu kommen - es handelt sich, wie sich herausstellte, um Ellen Norten. Na, dürfte ja hier im SF-Netzwerk durchaus keine Unbekannte sein. Sie ist viel mit p.machirney „unterwegs“, brachte die Werke ihres verstorbenen Mannes, Hubert Katzmarz und weitere Anthologien dort heraus.
Wie sich weiterhin herausstellte, ist sie seit geraumer Zeit Hallenserin. Das war ja eine tolle Überraschung! Und sie ist sozusagen gerade dabei, einen Literatur-Salon für und in Halle zu gründen. Klar, da musste ich dann hin!
Allerdings, das darf ich hier so sagen im SF-Netzwerk, von Phantastik (bisher, kann sich ja ändern, hehehe) keine Spur. Ellen las selbst etwas, war eine optimistisch-humorvolle Story über die Begegnung eines Hiesigen mit Leuten aus Marokko und über die Möglichkeiten, seine Hunde ganz besonders zu benamsen.
Die zweite Mitgründerin ist Diana Lunkwitz. Sie las einen sehr literarischen, selbstreflektierenden philosophischen Text, eine Art inneren Monolog. Hmm, das klingt ja†¦ Tatsächlich war es kein Jubeltext, doch er lebte vor allem auch von der Art ihres Vortrags. So nebenbei ist sie auch in der hiesigen Poetry Slam-Szene unterwegs, nun ja, und ich denke, das merkt man. War auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis!
Es ist aber nicht Ziel der Literatur-Salons, dass die „Anstifterinnen“ sich hier präsentieren, das war eher eine Ausnahme, denn es soll schon so sein, dass mutige Leute hier ihre Texte lesen. Ein paar kamen sogar zusammen. Man verzeihe mir, dass ich jetzt nicht mit Nahmen glänze, da war ich jetzt erst mal nicht clever genug, mir Notizen zu machen und nach der korrekten Schreibweise nachzufragen. Na, vielleicht das nächste Mal.
Es ging um Abschied, um die Lust am Briefeschreiben und die Erlebnisse eines Altbundesdeutschen im Halle kurz nach der Wende (wie auch nimmer diese ausgefallen sein mochten, auf jeden Fall hat genau dieser Autor am Ende seinen Wohnsitz nach Halle verlegt) - also alles eher das, was der SF-Fan als „Mainstream“ deklariert. Diskutiert werden darf (soll!) auch - wurde sogar. Also, das könnte was werden, und für mich als ollen Phantasten und Utopisten eine gute Gelegenheit, über†™n Suppentellerrand zu schauen.


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NEUER STERN 2018

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 06 Januar 2019 · 1.079 Aufrufe

NEUER STERN 2018 2018 ist Geschichte. Zu meiner Geschichte 2018 gehören die hier. Die NEUEN STERNE. Es sind sogar 12 geworden, was auf keinen Fall geplant war (und ich weiß auch nicht, ob das so im neuen Jahr weitergeht, weiter geht es aber auf jeden Fall!).

Hier noch der Vollständigkeit halber der Inhalt des aktuellen Heftes, das im Zeichen eines berühmten Autos steht:

PKD-Spezial:
Editorial - Thomas Hofmann - S. 1
Dieser Mann ist leider tot. (I) - Beitrag von Holger Marks - S. 2
Dieser Mann ist leider tot. (II) - Beitrag von Thomas Hofmann - S. 7
Ein Blick auf die englischsprachige Sekundärliteratur - von Christian Hoffmann - S. 11
Künstliche Menschen bei Mary Shelley und Philip K. Dick - Beitrag von Peter Schünemann - S. 16
Aus der Nebelwelt - eine Fortsetzung zum „Orakel vom Berge“ - Beitrag von Holger Marks - S. 24
Philip K. Dick: „Zeit ohne Grenzen“ - gelesen von Bernd Wiese - S. 27
Bilder zu Dick - Beitrag von Thomas Hofmann - S. 28

Nachlese ElsterCon:
Drei Hallenser auf dem 14. ElsterCon zu Leipzig, 2018 - Bernd, Peter & Thomas berichten - S. 32
Innenseiten Cover - Bilder vom ElsterCon 2018

(PS. Genau genommen gab es sogar 13 Hefte†¦)



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...and the winner is... (Leselistenauswertungsstatistik 2018)

Geschrieben von T.H. , in Statistik, Leseliste ab 2013 25 Dezember 2018 · 974 Aufrufe

2018 war irgendwie ein durchwachsenes Lese-Jahr für mich. Ich glaube, so ein richtiger Knaller war für mich nicht dabei, dafür aber eine Reihe guter und sehr guter Bücher. Ob das so stimmt, erweist sich erst nach einiger Zeit, nämlich dann, wenn sie mir im Gedächtnis bleiben. Wenn ich jetzt diese Liste erstelle, kommt mir mitunter jetzt schon der Gedanke: Was, das habe ich erst dieses Jahr gelesen? Na ja, es gibt so viel Vergänglichkeit (aber vielleicht ist es doch nur eine Frage des Zeitempfindens und mir kommt - zumindest was die Leserei betrifft - das Jahr sehr lang vor; dass ich diese Liste erstelle, also genau vor einem Jahr, kommt hingegeben vor, als wäre es gestern†¦).
Die für mich besten Bücher waren dann noch nicht mal Phantastik.
Es gab sozusagen Lektüre-Schwerpunkte: Atlantis; Familie Amis; alte Phantastik-Anthologien - irgendwie alles im Zeichen des NEUEN STERNS, wobei das mit den Anthologien noch einer entsprechenden Auswertung harrt; russische Literatur (Dauerthema); China (neu im Programm)

Volle Punktzahl: 10 von 10 Punkten. Hat mir richtig gut gefallen:
Juli Zeh: „Unterleuten“
Martin Amis: „Koba der Schreckliche. Die zwanzig Millionen und das Gelächter“

8 oder 9 von 10 Punkten: Auch sehr gut:
Die Briten:
Anthony Burgess: „Das Uhrwerk-Testament“
Kingsley Amis: „Das Auge des Basilisken“
Kingsley Amis: „Glück für Jim“
Kingsley Amis: „Der grüne Mann“
Kingsley Amis: „Geheimakte 007 James Bond“
Kingsley Amis: „Die Falle am Fluss“

Atlantis:
C.A.Smith: Poseidonis-Erzählungen in „Poseidonis“
Robert Silverberg: „Brief aus Atlantis“
Günther Kehnscherper: „Auf der Suche nach Atlantis“

Satirische Stimmen:
Kurt Vonnegut: „Schlachthof 5“
Kurt Vonnegut: „Stories“ Hörbuch mit 4 Geschichten
Mark Twain: „Ein Yankee an König Artus Hof“ / „Die Eine-Millionen-Pfund-Banknote“
Michael Bishop: „Dieser Mann ist leider tot“
Philip K. Dick: „Der dunkle Schirm“

Die Chinesen:
Chinesen:Cixin Liu: „Spiegel“
Cixin Liu: „Der dunkle Wald“
Cixin Liu: „Weltenzerstörer“
Gu Hua: „Hibiskus, oder Vom Wandel der Beständigkeit“

Die Russen:
Boris Sawinkow: „Das fahle Pferd“
Boris Sawinkow: „Das schwarze Pferd“
Michael Bulgakow: „Die weiße Garde“
Isaak Babel: „Die Reiterarmee“

Nils Wiesner: „So langsam wie möglich“
Waldtraut Lewin: „Columbus“
Luci van Org: „Ragnarök' Deine Mudda!“

In 47 Horror-Stories um die Welt-Literatur
„Nebel aus dem Jenseits“. hg. v. Martin Greenberg u. Robert Weinberg, Aufbauverlag 1995
„13 Prisen Mitternacht“, Bastei Lübbe, 1976
„Luzifer läßt grüßen. Teuflische Geschichten“, gesammelt von Peter Haining, dtv, 1979

†¦noch mehr Horror- u.a. Erzählungen:
Erik R. Andara: „Hinaus durch die zweite Tür“
Erik R. Andara: „Am Fuß des Leuchtturms ist es dunkel“
Tobias Reckermann: „Rumors Fährte. Schwarze Fantastik“
Tobias Bachmann: „Innsmouth Harlekin“
„Boschs Vermächtnis. Geschichten aus dem Garten der Lüste“ hg. v. Christian v. Aster
„Leipzig morbid. Eine Reise durch das dunkle Leipzig in 21 Geschichten. Hg. von Uwe Schimunek & Uwe Vöhl
„Leben im Nebel“, hg. v. Tobias Reckermann
„Sternmetall. Neue Phantastik aus Bulgarien“, hg. v. Juri Ilkow und Erik Simon

Richard David Precht: „Jäger, Hirten, Kritiker. Eine Utopie für die digitale Gesellschaft“

Ursula K. LeGuin: „Das Wort für Welt ist Wald“
Peter Lorenz: „Quarantäne im Kosmos“

7 von 10 Punkten; hier gibt es schon was zu mäkeln, war aber dennoch interessant:
Anthony Burgess: „1985“
Anthony Burgess: „Der lange Weg zur Teetasse“
L. Sprague de Camp „Die Chronik von Poseidonis“
L. Sprague de Camp: „Prinz von Poseidonis“
Robert Markham: „James Bond 007. Colonel Sun“
Mark Twain: „Kannibalismus in der Bahn“
Mike Wilson: „Rockabilly“
Michael Bulgakow: „Meister und Margarita“
Joseph Heller: „Catch 22“

6 Punkte: na ja, das war dann doch nichts (für mich):
Horst Evers: „Alles außer irdisch“
J.R.R. Tolkien: „Das Silmarillion“ Hörbuch, vollständige Lesung von Achim Höppner
Martin Amis: „Einsteins Ungeheuer. Träume im Schatten der Bombe“

Comics
David Zane Mairowitz & Robert Crumb: „Kafka“ 10 / 10 Punkte
DRIFTER 3. Lichterloh & DRIFTER 4. Ruinen 10 / 10 Punkte
„Manifest Destiny“, Band 5: Mnemophobia & Chronophobia“ 10 / 10 Punkte

VISION 1. Eine (fast) normale Familie & VISION 2. Träumen Androiden von virtueller Liebe?
Tom King (Text), Gabriel H. Walta (Bilder) 9 / 10 Punkte

Mignola, Stenbeck, Stewart: „Frankenstein. Underground“ 8 / 10 Punkte
Björn Hammel & Harald Lieske: TerraTalesTrust 8 / 10 Punkte

Erik Kriek: „H.P.Lovecraft. Vom Jenseits und andere Erzählungen“ 7 / 10 Punkte


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Abschluss Leseliste mit Ausblick auf 2019

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 24 Dezember 2018 · 1.065 Aufrufe
Tobias Reckermann, WhiteTrain und 1 weitere...
Eingefügtes Bild

Das Jahr neigt sich dem Ende. Dieses Buch, mein 50., wird wohl mein letztes ausgelesene sein.
Ich durfte es vorab lesen, es erscheint als eBook am 1. Januar 2019; TB-Ausgabe folgt...

50 - „Rumors Fährte. Schwarze Fantastik“, Erzählungen von Tobias Reckermann
Nun wird es aber Zeit, um wieder einmal den WhiteTrain zu besteigen. Diesmal führt er direkt in die Dunkelheit. So hat es der Autor jedenfalls auf den Billetts ausgewiesen: Schwarze Fantastik ist es, was den geneigten Leser erwartet. Darauf wollte ich mich gerne einlassen. Ich war sehr gespannt, was mich auf dieser Fahrt erwartet.
Das Buch erscheint im Januar 2019 im Imprint NightTrain im Verlag WhiteTrain; man kann es als eBook oder Paperback bekommen. Das Buch enthält 16 Stories und ein „Manifest“
Das gleich vorweg: Es gibt diese „typischen Reckermanns“, diese langen, schweren, gehaltvollen, nicht immer leicht nachvollziehbaren gedanklichen Abschweifungen. Aber es gibt auch ganz „handfeste“, direkte, geradlinige, wunderschöne, poetische Erzählungen.
Tobias Reckermann ist kein trivialer Horrorautor, sondern ein dunkler Philosoph; das muss man sich schon klarmachen, wenn man sich in seine Welt begibt, Rumors Fährte und dem Nachtmahr folgt.
Die Reise mit dem Nachtzug durch die Dunklen Lande beginnt in fernster Vergangenheit, in einer Epoche, die mich an die Eiszeit erinnerte. Da ist auch gleich eine meiner Lieblingsstories aus dem Band angesiedelt, eine Geschichte über ein Waisenmädchen, das von einer Sippe aufgenommen wurde und nun ihre besondere Bestimmung im alltäglichen eiszeitlichen Überlebenskampf sucht.
Die Zeit-Reise setzt der Autor noch fort, über eine Zeit, die ich als Ende der Stein- und Beginn der Bronzezeit identifiziere. Seine Helden siedeln an den Gestaden eines zivilisationsstiftenden großen Flusses, den er - quasi archetypisch - Ur nennt. In den Niederungen des Flussgebietes wird er seine Leser später noch einmal führen, wenn 2019 im Blitz-Verlag seine Story-Sammlung „Gothheim an der Ur“ erscheint.
Der Bogen wird weit gespannt, von klassisch anmutender Fantasy, über handfesten Grusel, eine coming of age-Geschichte eines Black Metal-Fans, alchemistische Experimente, geheimnisvolle okkulte Zirkel und verwirrende Psychosen und Traumata.
In dieser Sammlung zeigt sich der Autor von seiner schwärzesten Seite, aber nicht nur. Auch richtig gute epische Fantasy ist dabei, in der er allerdings seine Helden in düstere Gefilde führt. Ich habe mich besonders über die Geschichten gefreut, die auf Rumors Fährte an die Gestade des Ur führten. Diese Parallel-Welt. die irgendwie gar nicht so weit von der unsrigen entfernt ist, vielleicht ein wenig in der Nähe der Mittelerde liegt, kurz vor den Traumland Kadath. Ich ließ mich gern durch die verschiedenen Epochen führen und habe mich über so manche Bekanntschaft gefreut. Nur die seelischen Abgründe, denen der Autor so vehement und inbrünstige nachforscht, machen mir Angst, denn wie ist es bekanntermaßen schließlich mit dem Abgrund, in den man hineinstarrt?


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Etwas ziellos herumgelesen in Zeiten zunehmender Dunkelheit (Leseliste Herbst 2018)

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 21 Dezember 2018 · 1.006 Aufrufe
Amis, Martin Amis, Bulgakow und 5 weitere...

42 - Tobias Bachmann: „Innsmouth Harlekin“
Lovecraft-Weird-Fiction satt! Was kann man danach noch zum Thema beitragen?
Es ist alles drin, die einschlägig bekannten Ortsnamen, all die tentakelbehafteten, fischigen, unnennbaren Monstren, die menschlichen, unmenschlichen Verirrungen und Verwirrungen, alles.
Neben dem äußerst schrägen, sogar etwas ekligen Schilderungen wird das Ganze aber insgesamt auch sehr rational behandelt: Alle Geheimnisse kommen auf den Tisch, eigentlich bleibt am Ende keine Frage unbeantwortet. Na ja, kann man machen, die Leser werden es ihm danken, denke ich.
Ein Mann namens Harlekin will das Verschwinden seiner Schwester aufklären. Mutmaßlich hat das was mit einem Zirkusclown zu tun. Hmm, als das so losging, dachte ich mir schon, dass der Name des Protagonisten nicht zufällig so gewählt wurde vom Autor. Harlekin findet „seinen“ Clown, der ist in dem einschlägig bekannten Innsmouth ansässig.
Bei der Schilderung der hässlichem, dunklen, stinkgien Ortschaften nimmt sich der Autor dann viel Zeit und Raum. Doch WAS sich dort abspielt, spottet eigentlich jeder Beschreibung - aber auch da muss man als Leser dann durch.
Für diese Art von Erzählungen dürfte es am Ende nicht verwundern, wenn sie dann doch nicht gut ausgeht, aber eben sehr konsequent.
Mit hat es gefallen, obwohl man (ich) danach erst mal genug von HPL-Stoff hat, echt jetzt.
9 / 10 Punkte

 

43 - J.R.R. Tolkien: „Das Silmarillion“
Hörbuch, vollständige Lesung von Achim Höppner.
Ach, Tolkien. Über die Jahrzehnte habe ich ihn mir sozusagen abgewöhnt. Das mit den Filmen und auch literarischen Nachahmern hat es mir vergällt, muss ich gestehen. Von den drei Filmen zum Hobbit habe ich erst eineinhalb gesehen.
Das Silmarillion fand ich immer spröde und für mich unzugänglich. Ja, eine eigene Mythologie hat ER geschaffen. Sicher eine große Leistung. Doch wozu? Was gibt sie mir?
Ich habe es jetzt noch mal mit der Hörbuchversion versucht. Und so in der Mitte frage ich mich nach der Relevanz. Sorry. ist für mich nix. Die Namensfolgen, die Länder und Städte und Völker und Helden und Halbgötter. Alles chic, aber nicht relevant für mich. Was gibt es mir, habe ich mich gefragt: Leider nichts.
Keine Punktzahl, denn die Leistung von Autor und Vorleser sind unbestritten, was können die dafür, dass ich mit dem Stoff so gar nichts anfangen kann.

 

44 - Martin Amis: „Einsteins Ungeheuer. Träume im Schatten der Bombe“
Meiner 2018er Obsession für die Familie Amis wollte ich mit dem dünnen Erzählungsband von Sohn Martin frönen. Am Ende muss ich sagen, dass der Titel ein wenig Etikettenschwindel ist. In seinem langen Vorwort, sozusagen einem eigenen Essay, zum Thema „Leben im Schatten der Atomkriegsgefahr im Kalten Krieg“ bringt der Autor sein Unbehagen und dem irrationalen Wahnsinn der atomaren Aufrüstung zum Ausdruck. Damals war das eher keine große intellektuelle Leistung. In einer Rezi in der "Zeit" hat der Rezensent das dann auch zum Ausdruck gebracht. Mehr als bekannte Allgemeinplätze bringt der M. Amis da im Grunde nicht. Aber immerhin. Und wie soll er denn seine Ängste anders artikulieren? Und auch wenn das „jeder“ weiß, so hilft ihm das ja nichts, wenn er sein Unbehagen loswerden muss, um nicht daran einzugehen. Ich kann das verstehen.
Und so nach all den Jahrzehnten ist es durchaus noch mal interessant, von dieser Angst zu lesen - die wir heute ja gern verdrängen. Wer spricht schon noch von Atomkriegsgefahren? Obwohl es die Bomben ja immer noch gibt.
Für mich erfrischend war sein Hohn zu den Zivilschutzmaßnahmen, die man der Bevölkerung für den Fall der Fälle anriet. Die waren in England genauso bescheuert wie bei uns: Im Grunde völlig nutzlos.
Auch erfrischend - wenn auch traurig und hoffnungslos - seine Einstellung zu der Möglichkeit, die Apokalypse in einem Bunker z.B. zu überleben: Er (und ich auch!) würde jeden beneiden, der sie nicht überlebt, denn was „danach“ kommt, ist sicher keine Freude!
Das gilt dann auch für alle Postdoomsday-Szenarien, der sich die Phantastik ja erfreut: Aber da wird ja im Grunde der postatomare Wahnsinn auch oft genug beschrieben, auch wenn man oftmals den Eindruck hat, das wird so ein richtig tolles Abenteuer.
Na ja, leider kommt dann in den Erzählungen dazu kaum was. Ich frage mich: Warum diese Überschrift?
Gut hat mir die erste Story gefallen, über einen jüdisch-polnischen Widerstandskämpfer im von den Nazis besetzten Polen. Der griff auch mal zu unlauteren Mitteln, um polnische Kollaborateure auszuschalten - mit Folter. Ein Bulle von Mensch, mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn und dem Willen, sich nichts gefallen zu lassen, auch Rache zu üben und mit harten Fäusten ausgestattet. Und am Ende, als Halunken seine Familie meuchelten, dann doch keine Rache Vergeltung übte, weil er ahnt, dass das nichts bringt.
Die anderen Stories sind schon wieder so ungreifbar, mitunter abstrakt. Man könnte sie teilweise sogar als New Wave SF einstufen (Die Zeitkrankheit), erinnerte mich an Harlan Ellison (den ich auch nicht so dolle mag). Na, ich denke mal, Martin Amis gefällt mir als Essayist mehr denn als Prosa-Autor.
6 / 10 Punkte

 

45 - Philip K. Dick: „Der dunkle Schirm“
… und: „A Scanner Darkly. Alles wird nicht gut“ Ein Comic-Buch nach dem Film von R. Linklater
… und den Film habe ich auch gleich noch mal gesehen.
Okay, das war jetzt A Scanner Darkly satt. Zweck der Übung war eigentlich, einen Beitrag für das PKD-Spezial des NEUEN STERNS anlässlich des 90. Geburtstages des Meisters im Dezember 2018 zu verfassen. Doch dafür haben die fleißigen Mitstreiter so viel Material zusammen getragen, dass das Heft für diese meine Rezi keinen Platz mehr bot. Auch hier werde ich nicht groß ausholen. Der Plot ist für PKD recht übersichtlich, die Verschwörungen, Realitätsverzerrungen sehr eindeutig und nachvollziehbar, denn sie sind eher keine politischen Intrigen, oder gar kosmischen Verwerfungen und der undurchschaubaren Handlung schöpferischer und zerstörerischer Demiurgen geschuldet, sondern dem übermäßigen Zuspruch von Drogen. Dick hat hier seine eigenen Erfahrungen verarbeitet; das Buch ist den ihm bekannten und mit ihm befreundeten Opfern des Drogenmissbrauchs gewidmet.
In der Story verweist Dick auf die Mitschuld der Gesellschaft - in Form der ominösen Institution „Der neue Pfad“. Die Kräfte, die vorgeben, das Problem zu bekämpfen, bzw. sich der Opfer anzunehmen, stellen sich als dessen Verursacher, oder zumindest dessen Nutznießer heraus. Das Ganze vor dem dystopischen Hintergrund totalen Überwachung.
So ein vergleichendes Konsumieren hat bei mir ja oftmals das Ziel, Unterschieden in Plot und Intention der verschiedenen Aufbereitungen nachzugehen. Nun, hier findet man kaum welche. Der Film ist eine sehr genaue Kopie der Buchvorlage, das Comic ist entsprechend eine haargenaue Übernahme der (Trick-) Filmbilder. D.h. einen Unterschied habe ich ausmachen können - und zwar was die Rolle der Freundin von Bob, Donna, anbelangt†¦
Auch wenn gar nicht so viel passiert, fand ich die Lektüre spannend und aufschlussreich, daher†¦
8 / 10 Punkte

 

46 - Michael Bulgakow: „Meister und Margarita“
Nach seiner „Weißen Garde“ habe ich Blut geleckt und gleich mit seinem Groß-Werk weitergemacht. Nun, nach der Lektüre, weiß ich nicht, warum darum so ein Gewese gemacht wurde. Sicher kann man heute kaum die „Bedenken“ der Funktionäre nachvollziehen, die ob des zauberischen und magischen, also anti-atheistischen Grundtons Verrat an der kommunistischen Ideologie rochen. Die Kritik am sowjetischen System hält sich nach meinem Dafürhalten sehr in Grenzen. Der große faustische Entwurf, den wir bei Goethes Faust finden, sucht man nach meinem Dafürhalten hier vergeblich. Da bin ich aber vielleicht auch mit einer falschen Erwartung an die Lektüre gegangen?
Gestaunt habe ich allerdings, wie weit Prostitution und Geld- (Schwarz) -Geschäfte im Moskau der 30er Jahre Gang und Gebe waren. Geldwirtschaft (Devisen vor allem) war ein großes Thema für die Leute dort. Okay, das ist nicht im Sinne der „neuen Gesellschaft“ gewesen.
Zwei Szenen haben mich vor allem beeindruckt: Zum einen die Varieté-Veranstaltung, in der der Teufel Woland und seine Gehilfen, der Kater Behemoth und der Mann in den karierten Hosen, Korowjew, auch Fagott gerufen, die gierigen Moskowiter und ihre Geldgeilheit vorführt. Und dann natürlich der Teufelsball in dem Haus, wo sich Woland niedergelassen hat und wo seltsame Dinge mit den Bewohnern passieren.
Der Zusammengang von Wolands teilweise lustigen, teilweise auch etwas mörderischen Umtrieben, um die Gesellschaft etwas durchzurütteln und dem Fall des namenlosen Schriftstellers in der Klappsmühle (der Meister) und dessen Roman über Pontius Pilatus und Jesus, ging mir nicht so richtig auf.
Ach, ein Gimmick fand ich dann noch bemerkenswert: Wie ein findiger Moskauer in der allgemeinen Wohnungsknappheit zu einer größeren Wohnung kommen kann. Also, für Woland ist das ja kein Problem, die mysteriöse Wohnung, die er sich aussuchte, hat was von einer Tardis, aber der real-existierende Moskauer muss sich schon was einfallen lassen, um am Ende eine größere Wohnung zu bekommen.
Der Roman kommt mit einer leichten, manchmal volkstümlichen, rotzigen Sprache daher. Es gibt aber auch wunderschön poetische Sentenzen. Die schwarzmagischen, fast schon im gothic style inszenierten Theater-Variationen, die das Teuflische, Satanische, Schwarzmagische betonen, kann ich kaum nach der Lektüre nachvollziehen (haben aber natürlich was!).
7 / 10 Punkte

 

2 x gegen den Krieg:

 

47 - Kurt Vonnegut: „Schlachthof 5“
Ich las meine DDR-Ausgabe des Buches noch einmal (ob die vollständig ist? weiß es gar nicht†¦) Ein tolles, kurzweiliges, aber auch kurzes Buch. Dabei so voller Ideen und Bilder; reicht eigentlich für drei Bücher. Ich finde ja Vonnegut mitunter zu skurril; zu skurril für seinen Realismus. Aber gut, So geht es halt†¦
8 / 10 Punkte

 

48 - Joseph Heller: „Catch 22“
Nachdem ich auf den Begriff bei Michael Bishop (Dieser Mann ist leider tot) und bei der kurzen Recherche daraufhin auf den Titel der DDR-Ausgabe „Der IKS-Haken“ gestoßen bin, war mein Interesse erwacht. Das mit dem Haken ist ja so eine Sache: ein Alltags-Paradoxon - bzw. wie man in dem Buch lesen kann, viele solche Paradoxa - verzwickte Situationen, logische Fallen und ausweglose Situationen. Auch hier ist der Krieg, ähnlich wie bei Vonnegut, zwar das Thema Nr. 1, wird aber irgendwie verzerrt wahrgenommen. Wie soll man diesen Irrsinn auch rational erfassen? Wie wird man mit so einer Situation fertig? Die Soldaten bei Heller reagieren auf sehr unterschiedliche Weise. Im Grunde ist es eine Sammlung von Erzählungen über die einzelnen Personen; die zusammenhängende Story kommt für meine Begriffe in der Verfilmung dann viel besser zum Tragen. Die Beispiele sind dann auch irgendwie austauschbar, beliebig, retardierend.
Aber ich konnte mitunter herzlich lachen und viel schmunzeln, auch wenn der Hintergrund und das Streben des „Helden“, endlich wieder nach Hause gehen zu können, an keinen Flugeinsätzen mehr teilnehmen zu müssen, eher tragischer Natur ist.
7 / 10 Punkte

 

2 x gegen Umweltzerstörung:

 

49 - Ursula K. LeGuin: „Das Wort für Welt ist Wald“
Aus einer Laune heraus habe ich den Heyne Sammelband mit „ökologischer SF“ noch mal aus dem Regal gefischt. Der erste der drei Romane ist der der kürzlich verstorbenen großen SF & Fantasy-Autorin. Komischer Weise las ich ihn, kurz bevor hier im Forum eine Klassiker-Leserunde dazu gestartet wurde. Hatte ich nicht mitbekommen, erst als es sozusagen zu spät dafür (für mich) war.
Nun, der Roman ist im Grunde recht didaktisch, die Figuren klar umrissen und festgelegt, das Buch ein Plädoyer gegen Unterdrückung und Ausbeutung und gegen die schonungslose Vernichtung von Natur für Profit.
Mich hat der Plot und die Stimmung und die Erzählweise sehr stark an „Avatar“ erinnert - als wäre der Roman von LeGuin die originale Vorlage zum Film.
Der Militär Davidson, der im Namen des Fortschritts seinen Gewaltphantasien hier freien Lauf lassen kann, erinnert so sehr an Col. Miles Quaritch, die Creechies natürlich in ihrer indianisch, natürlich-esoterischen Naturverbundenheit an die Na†™vi, nur halt in klein und grün, statt groß und blau. Einen Menschen, der Verständnis für die Eingeborenen entwickelt, gibt es auch, allerdings stirbt er vor dem happy end.
Ich finde das Buch inspirierend, irgendwie auch wichtig, gerade heute. Allerdings wird die Geschichte bei uns, auf unserem Planeten, nicht so gut ausgehen, befürchte ich. Übrigens scheint das auf der Erde, die bei LeGuin hier im Hintergrund angedeutet wird, auch nicht so sein; da ist die Naturvernichtung weit vorangeschritten. Schade eigentlich.
8 / 10 Punkte

 

49 - Peter Lorenz: „Quarantäne im Kosmos“
Der Roman befindet sich zwischen LeGuin und Foster in dem Heyne-Band mit ökologischer SF. Schon außergewöhnlich: Ein DDR-Autor in einem „West-Buch“ zwischen big names. Alle Achtung. Na, sicher war das ein Marketing-Trick des Herausgebers, um einen Roman einfach mit zu verkaufen. Aber okay. Außerdem ist der Roman nicht schlecht. Möchte behaupten, dass Peter Lorenz als guter SF-Autor Bestand hat, nach wie vor. Wie sehr ich mit meiner Vermutung Recht hatte, stellte ich staunend bei der erneuten (nach 30 Jahren) Lektüre fest. Ich war fast schon geschockt, mehrfach, denn er spricht Themen an, die jetzt, aktuell, heutzutage auf der Tagesordnung stehen: Klima, Bienensterben, Arbeit 4.0, psychologische Auswirkung der Arbeit auf die Menschen (Burnout) - alles drin.
9 / 10 Punkte




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Franke liest Franke

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 25 November 2018 · 1.744 Aufrufe
Herbert W. Franke, Thomas Franke
Franke liest Franke Thomas Franke ist derzeit mächtig dabei, die Aufmerksamkeit der werten Leserschaft auf die Publikation der Gesamtausgabe von Herbert W. Franke bei p.machinery zu lenken. Zu diesem Zwecke reiste er extra nach Leipzig, ins Haus des Buches, und nutzte dazu eine Veranstaltung des Freundeskreises. Damit dürfte er - wenn ich richtig zähle - das zweite Mal zu Gast beim Freundeskreis gewesen sein.
Nun ist das aber weit mehr als eine Buchpräsentation gewesen. Natürlich las er etwas aus Frankes Werk. Als gelernter Schauspieler war sein Vortrag entsprechend supergut. Doch darüber hinaus nutzte er die Chance, sehr viel aus seinem bewegten Leben zu berichten.
Thomas Franke war für mich schon zu DDR-Zeiten eine Legende. Ich kannte seine haarscharf punktierten Miniaturen, sogar von Suhrkamp-Bänden, die mitunter kurioser Weise ihren Weg in ostberliner Antiquariate fanden. Und ich kannte ihn von seiner Umschlaggestaltung zur DDR-Ausgabe von Herbert W. Frankes „Ypsilon minus“, das ich aber nicht selbst besaß, aber zumindest in der Bibliothek ausleihen konnte.
Dieses Buch war dann auch der first contact für Autor und Grafiker. Die Geschichte dazu erzählte Thomas Franke sehr ausführlich. - Kurios: Was sicher alle dachten damals: Sind die etwas verwandt? Genau die Frage bekam er auch gestellt, als man ihn nach Berlin einlud, damit er sich mit seinen Arbeiten als Illustrator beim Verlag vorstellen konnte. - Noch kurioser: angebliche Verwandtschaftsverhältnisse seien laut seiner Akte auch der Grund für seine Ausweisung aus der DDR gewesen = Familienzusammenführung, was einfach mal nicht stimmte.
Das Buch, „Ypsilon minus“, schäfte, wenn ich ihn richtig verstand, auch seinen - Thomas†˜ - kritisch-subversiven Geist gegenüber dem DDR-Regime, was ihm sein Leben nicht leichter machte.
Thomas erzählte dann, was er in Bonn, im Bundestag, erlebte, aber auch während seines Studiums in Moskau, wo er mit Boris Strugazki trank und sie sich Witze erzählten.
Über die Gründe seiner Ausweisung hätte ich gern noch mehr erfahren. Ob sein (geplanter) Auftritt in einem Stück von Brecht in Halle, wo er den Arturo Ui mimen sollte, und sich eine Gesichtsmaske - halb Hitler, halb Stalin - verpassen ließ, der ganze Grund war?
Am Tag zuvor spazierte er übrigens durch Halle, der Stadt, wo er studiert hatte. Über das im Verfall begriffene ehemalige Polizeipräsidium am Hallmarkt konnte er jetzt höhnisch lachen und sich halt an dessen Verfall erfreuen, denn „damals“ musste er ein paar unliebsame Tage dort verbringen†¦
Ja, er hat was zu erzählen, kann das auch sehr gut. Das war ein rundum unterhaltsamer Abend.
Jetzt habe ich wenig über Herbert W. Franke und die Neuedition seiner Bücher bei p.machinery geschrieben. Aber auch darüber hat Thomas Franke viel erzählt, über den Schaffensprozess, über die verwandten Motive der Coverbilder, die er übrigens im Original, gerahmt, dabeihatte. Man hätte sie kaufen können. Also, wenn ich das Geld über hätte†¦ Im Original sehen sie noch mal ganz anders aus, denn gedruckt. Absolut eindrucksvoll, auch wenn es „nur“ Collagen sind.

Die Veranstaltung fand am 22.11.18 statt.


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Herbstliche NEUE STERNE

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 04 November 2018 · 3.317 Aufrufe
Ina Elbracht, Daniel Bechthold und 3 weitere...
Herbstliche NEUE STERNE Liebe Freunde und Freundinnen der gepflegten phantastischen Unterhaltung! Ich darf mal an dieser Stelle bekannt geben, dass es für den Herbst 2018 zwei NEUE STERNE gibt. Da sind sie! Jeweils 36 Seiten.
Inhalt haben sie auch:


[ 43 ]
Liebe Freunde... Editorial von Thomas
Pentimenti, Erzählung von Ina Elbracht, Grafiken von Daniel Bechthold
Aus alten Bücherschränken, von Bernd Wiese
...Robert Kraft: Die neue Erde
...Robert Kraft: Aus dem Reich der Phantasie
...Erich Anzelewsky: Die Nachtmahr
Live: "Der Golem, wie er in die Welt kam", von Thomas Hofmann
Goodbye Dortcon, Beitrag von Sabine Seyfarth
Auf der Suche nach Einst und Jetzt, Beitrag zu Genrich Altow von Peter Schünemann
Außerirdische in Mekka, Beitrag von Volker Adam
C. E. Bernard: Palace of Glass, gelesen von Sabine Seyfarth

[ 44 ]
Editorial von Thomas Hofmann
Peter Schünemann: Wandlung - eine Dirty Cult Story
Dracula in Pakistan, gesehen von Volker Adam
13. STOLETI, zugehört hat Mike Röder
Die lange Nacht der Wissenschaft zu Leipzig, dabei war Thomas Hofmann
Shorties:
...Mike Wilson: Rockabilly, Rezi v. Thomas
...David Pedreira: Killing Moon, Rezi v. Bernd Wiese
...Cixin Liu: Weltenzerstörer, Rezi v. Thomas
Fantasy, Beitrag von Arnold Drabek
Drifter, Beitrag zur famosen Comic-Reihe von Thomas Hofmann
Cixin Liu: Der dunkle Wald, Rezi v. Thomas

Im Dezember geht es dann weiter mit der Geburtstagsausgabe für PKD - Philip Kindred Dick (zum 90. Geburtstag am 16. Dezember).


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Die Tür durchschritten - eine Empfehlung, die zu spät kommt

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 29 Oktober 2018 · 2.848 Aufrufe
Sawinkow, Erik R. Andara und 2 weitere...

Leseliste (39 - 41)

 

Folgendes Büchlein würde ich ja gern empfehlen, nützt aber nix. Das Buch ist auf 100 Exemplare limitiert und bereits vergriffen. Da mir aber in letzter Zeit so viel Nicht-Phantastik untergekommen ist, und nun aber endlich mal wieder was dabei ist, was auch noch sehr gut war, muss ich das gleich hier mal loswerden:

 

Erik R. Andara: „Hinaus durch die zweite Tür“
Der Autor braucht noch ein Weilchen bis zu seinem nun dann wirklich ersten Roman. Bis dahin verkürzt er sich und würzt uns die Wartezeit mit Kurzgeschichten und dieser Novelle. Ja, kann er so weitermachen, von mir aus; aber der Roman muss dann doch mal kommen†¦ :)
Diese phantastische Novelle lehnt sich - wenn ich das richtig verstanden habe - an Kubins „Die Andere Seite“ an. In wie weit da wirklich so viel von Kubin drin steckt, vermag ich nicht zu sagen. Interessant ist in dem Zusammenhang auf jeden Fall, dass Erik wie Alfred Kubin „von Hause aus“ bildender Künstler ist; zumindest habe ich beide als erstes so kennen gelernt - einst (Kubin) und jetzt (Andara).
Leider zeichnet Erik nicht mehr so oft und viel, immerhin hat er für die Ausgabe der Novelle das Cover erstellt.
Aus Kubins Welt hat er ein paar Begriffe und Namen entnommen. So wird aus der Hauptstadt in Kubins Traumland, Perle, eine Art „konkrete Metapher“ - so wie die Perle entsteht, wenn sich in der Muschel ein Klümpchen Dreck ansammelt, um das sich die Perle bilden kann, wird bei Erik Andaras Perle eine Mensch als Kern benötigt, um als Aufhänger für ---- etwas da zu sein†¦
Worum geht es? Nun, auch wenn die Personen die Namen aus Kubins Werk tragen und sicher sehr an diese angelehnt sind (das vermag ich nun wirklich nicht mehr so fix zu rekapitulieren, ist zu lange her, dass ich den Kubin gelesen habe), könnten die Personen etwas aus des Autors Biografie haben. Es handelt sich um Absolventen einer Kunsthochschule. Andererseits hoffe ich aber auch sehr, dass sie nicht allzu viel gemein haben mit seiner eigenen Biografie.
Es geht um die Macht und Kraft der Kreativität, um die Mühe, die einem Kreativität bereiten kann. Wann ist man ein - guter - Künstler? Was bedeutet dies für eine selbst, nicht nur für die Umwelt? Fragen, die - so kann ich mir denken - den Autor, auch vormals als Grafiker, sein Leben lang beschäftigt haben.
Wie kann man seine Chancen auf dem Kunstmarkt erhöhen? Welche Rolle spielen da Geld und Beziehungen? Das wird alles angedeutet und in den Plot eingewoben. Am Ende bleibt die moralische Keule aber wohltuender Weise stecken; alle Beteiligten haben es nicht so einfach in ihren künstlerischen Karrieren und müssen „nachhelfen“.
Was hilft es, wenn man die besondere, bestimmte Tür durchschreitet?
Die „Tür“ ist hier auch eine konkrete Metapher, hat etwas Faustisches, etwas von einem mephistophelischen Kontrakt, den aber die Hauptperson, der sehr begabte, aber dann nicht erfolgreiche Künstler Alfred hier nicht selbst eingeht, sondern von einem ehemaligen Kommilitonen übergeholfen bekommt.
Das Thema der Novelle ist sehr eigen, wie ich fand. Für die Länge aber durchaus eine tragende Idee. Mir selbst gab sie sehr viel, da ich ja miese Phasen in meinem (hobby-) künstlerischen Dasein auch schon durchlaufen habe. Ich weiß, wie man sich da fühlt - und Ursachen dafür könnte ich auch - konkret, wenig metaphorisch - benennen, mache ich hier jetzt aber lieber nicht.
Danke, lieber Erik, für die Kurzweil und den Blick hinter die Kulissen.
9 / 10 Punkte

 

Boris Sawinkow: „Das fahle Pferd“
… ist das des Todes. Das schwarze, das dem anderen autobiografischen Buch des Autors den Titel gab, war ja das der Gerechtigkeit, wobei diese Deutung eine reduzierte ist. Die Reiter der Apokalypse bringen ja alle den Tod, auf ihre eigene charmante Art.
In dem Roman hier geht es um die Zeit vor der Oktoberrevolution. Der Autor war damals der wohl berühmteste und meistgesuchte, anarchistische Bombenleger Russlands. Er war maßgeblich an der Planung und Durchführung mehrerer Attentate beteiligt.
Wie in dem anderen Buch sind die Kapitel wieder sehr kurz und knapp. Er macht keine Schnörkel, zeigt ungeschminkt, was er fühlt und denkt. Und das ist meist nichts Gutes. Motive für sein Handeln, edle gar, hat er nicht. Er will einfach nur töten; das ist sein Lebenssinn. Die sozialrevolutionären Ziele seine Mitstreiter kann er fast gar nicht mehr nachvollziehen und mittragen. Er hat sich das Täten vorgenommen und zieht es nun durch.
Als es vollbracht war, fällt er in ein schwarzes Loch, spürt seine absolute Einsamkeit, die auch noch durch eine unglückliche Liebe zu einer nicht zu erreichenden Frau verstärkt wird. Diese Beklemmung macht der Autor dann stark spürbar. Am Ende steigt er aus dem sozialrevolutionären Terror-Geschäft aus, einfach so.
Starkes, beklemmendes, kompromissloses Buch.
9 / 10 Punkte

 

Horst Evers: „Alles außer irdisch“
Hörbuch, vom Autor gelesen.
Als, ich habe es versucht. Vielleicht habe ich keinen Humor? Dache ich eigentlich immer†¦ Aber nee, war nicht meins. Das sind einfach mal Wortspielereien, einfache Gags, die sozusagen auf der Hand liegen, das Spiel mit den Erwartungen, Figuren ohne Widersprüche. Unterm Strich ist das nicht meine Form von Humor.
Die SF fängt damit an, dass der Berliner Flughafen fertig geworden ist. Oh ja, DAS ist Science Fiction! Na gut. Dann landet da aber als erstes ein außerirdisches Raumschiff. Unser Anti-Held - ein Tunichtgut und halt so ein Typ, der nix gebacken bekommt, aber sofort unsere Sympathie besitzt, gerät in einen Strudel sehr phantastischer Ereignisse.
Der Autor liest selbst und das macht er hervorragend. Aber ich habe es nicht bis zum Ende durchgehalten, einfach weil mich das Ganze dann nicht mehr interessierte. - Na, ich denke, ich passe nicht zu dem Buch. Denn es ist ja recht erfolgreich - und das ist gut so.




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Von Poe und Schenkel

Geschrieben von T.H. , in Subjektive Eindrücke, Ich war dabei... 28 Oktober 2018 · 3.253 Aufrufe
Gunter Böhnke, Elmar Schenkel und 3 weitere...
Von Poe und Schenkel Jetzt kommen Fitness-Tipps! Echt? - Nein, natürlich nicht. Das bleibt hier ein Literatur-Tagebuch. In Leipzig ist mal wieder Herbst - Literaturherbst. Zum 22. Mal schon. Inzwischen ist es für mich zur guten Tradition geworden, neben „Leipzig liest“ zur Buchmesse im Frühjahr auch den Literarischen Herbst in der Bücherstadt zu genießen.
Ist aber nicht immer ganz einfach, wenn man die Brille des Phantasten aufhat.
Ich bin da gar nicht so stur, möchte ich mal behaupten, also es darf ruhig über (meinen) Tellerrand geschaut werden. Ob diesmal was dabei ist? Doch, doch, habe was gefunden. Zu 2 Veranstaltungen hat es „gereicht“.
Am 25. Oktober 2018 war ich in der Stadtbibliothek, wieder ganz oben, im großen Saal. Dort referierte der Leipziger Autor Günter Gentsch über E. A. Poe und den Brückenschlag in die Moderne. Der Mann weiß ja, wovon er spricht, war er doch der Herausgeber der dreibändigen Poe-Ausgabe im Leipziger Insel Verlag, die 1989 erschien (Bd. 1: Erzählungen und Skizzen. Bd. 2: Reflexionen, Essays und Kritiken. Bd. 3: Dichtungen und Briefe).
Um es kurz zu machen: Gentsch las ein Essay, worin er sich primär mit der Biografie Poes befasst. Dies auf hohem Niveau, einem Schriftsteller angemessen wohlfeil formuliert. Interessant waren die Ausführungen zur Rezeption Poes, der auch gerade in seiner Heimat, den USA, ziemlich spät „angekommen“ ist, aber auch in einigen europäischen Ländern, später als es seiner Bedeutung - so Gentsch - entsprochen hätte. In Deutschland gab es erst 1904 eine Gesamtausgabe.
Die Ausnahme war Frankreich, wo der umtriebige Baudelaire sich als Übersetzer und Propagandist für die „Sache Poe“ eingesetzt hat.
In den USA war Poe schon zu Lebzeiten eher gelitten, weil er sich dem korrupten Literaturbetrieb nicht unterwerfen wollte, sich als Kritiker bei seinen „Kollegen“ unbeliebt gemacht hatte und am Ende einen Nachlassverwalter hatte, der ihm mehr Schaden als Nutzen zufügte. Die Story kannte ich ja schon, war aber gut, das noch mal ausführlich dargelegt zu bekommen. Richtig Geld verdiente er nur mit einem Buch über Muschelkunde, für das er das Vorwort verfasste.
Das mit der Moderne bleib für meinen Geschmack etwas unterbelichtet. Der Referent erwähnte durchaus den Einfluss Poes auf die moderne Literatur, auf andere Autoren (dass Jules Verne eine Fortsetzung zu A. G. Pym schreib, erwähnte er ausführlich, Lovecraft hat er noch nicht mal namentlich genannt), insbesondere auf die Symbolisten und Dekadenz-Literatur.
Die Veranstaltung war sehr gut besucht! Hätte ich bei dem Thema nicht vermutet. Der recht große Saal war voll!
Nun zu Professor Schenkel. Es ist ja auch schon fast eine gute Tradition, dass ich mir zumindest 1 Mal im Jahr eine Veranstaltung mit dem Anglisten, Herrn Prof. Elmar Schenkel anschaue. Er ist ja auch ziemlich oft präsent. Das letzte Mal sah und höre ich ihn aber bereits im Frühsommer, als er mit seinen Kollegen und Kolleginnen über Frankenstein sprach.
Diesmal lud das Schumann-Haus ein. Da war ich auch noch nie. Tolles Gebäude, sehr stimmungsvoll. Für gute Stimmung sorgten auch musikalische Einlagen von Schülerinnen der Celloklasse von Prof. Peter Bruns.
Das Thema war aber nix Phantastisches: Brückenschlag. Anlass bot die Edition der englischen Version des Buches „Leipzig and the English-speaking World“ - ah, ist ja Englisch; gab es aber 2 Jahre zuvor schon auf Deutsch, allerdings auch mit teilweise anderem Inhalt. Na ja, das Buch ist so was Touristisches, soll bei Englischsprechenden Lust auf Leipzig machen, bzw. Leuten aus englischsprachigen Ländern, die in Leipzig leben, Anknüpfungspunkte bieten. Die Idee ist nicht übel. Es gab da z.B einen Vortrag über Orte, wie sich die englischsprechende Community in Leipzig trifft, inklusive Theater. Wusste ich vorher nicht†¦
Einer der Referenten war der Komiker Gunter Böhnke - schon seinetwegen hat das Ganze sich gelohnt. Auch wenn er hier nicht zum Spaßmachen hinkam, sondern als Sammler der Tauchnitz Editions -Taschenbücher in Englischer Sprache, die in Leipzig für ein Massenpublikum im 19. u. 20. Jh, gedruckt wurden (mitunter früher als die Originale in England!), konnte er natürlich nicht aus seiner Haut: Sen Vortrag war daher auch sehr unterhaltsam. Dass er als Übersetzer angefangen hatte nach seinem Anglistikstudium war mir unbekannt. Seine Ehefrau machte da weiter, wo er Anfang der 90er aufgehört hatte.
War ein toller Abend, auch ohne Phantastik.

22. Leipziger Literarischer Herbst


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Zwei Abstecher in die andere Richtung der Zeitachse (also keine SF, keine Phantastik)

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 21 Oktober 2018 · 2.191 Aufrufe
Sawinkow, Bulgakow, Isaak Babel und 1 weitere...
Zwei Abstecher in die andere Richtung der Zeitachse (also keine SF, keine Phantastik)

Bild: Die Bücher vor Herbstlaub © Thomas H.

 

Russische Bürgerkriegskunde
Der Sawinkow hats mir angetan. Aber nicht nur der. Irgendwie macht Geschichte gerade einen Riesenspaß - mir zumindest. Obwohl, „Spaß“ ist irgendwie der falsche Ausdruck, ich weiß nicht. Eher „Spaß“ in einem schwarzen Sinne von „Zu Tode freuen“, oder so etwas. Das klingt natürlich dramatisch.
Geschichte war schon immer mein großes Interesse, es ist älter als das Interesse an der Zukunft, die SF. Für mich waren dann die beiden Auswüchse der Zeitachse - Vergangenheit und Zukunft - eine Art Zwillingspaar.
Die 20er, 30er Jahre des 20. Jh, sind gerade medial sehr präsent: Ich schaue mit leicht enttäuschter Euphorie „Babylon Berlin“ und mit großer Überraschung „Der Krieg der Träume“. Orwell, jenseits von „1984“, vor allem auch seine Erlebnisse als anarchistischer Kämpfer im Spanienkrieg, hatten es mir sehr angetan. Das Buch von Sawinkow hatte mich sehr begeistert, habe mir gleich noch sein biografisches Werk bestellt, das vor seiner Zeit im russischen Bürgerkrieg spielt, als er ein aktiver antizaristischer Anarchist und Terrorist war.
Sawinkow hat eine überaus interessante und abenteuerliche Biografie; ähnlich wie in der Doku-Drama-TV-Serie „Krieg der Träume“ sind es diese besonderen Biografien der Menschen, die in den politischen und kriegerischen Wirren vom 1. bis zum 2. Weltkrieg so faszinieren. Mich fasziniert dabei durchaus auch die Situation des Unentschiedenen - das sich im Großen, Politischen, aber auch Menschlichen äußert. Niemand wusste, wie es ausgehen wird, das mit dem Kommunismus, dem Faschismus etc. Heute, wo wir auf die Geschichte drauf schauen können, sind wir klüger - na ja, sollten es sein, klappt aber auch nicht - machen „wir“ nicht gerade die gleichen Fehler wie damals durch - fast in allen Sparten, ob Politik, im gesellschaftlichen Denken, in der Wirtschaft sogar? Ist zum Haare raufen. Im Unterschied zu damals ahnen wir aber heute von den Folgen.
Bei der Beschäftigung mit der Geschichte, den Geschichten, stelle ich fest, dass ich wohl viel vergessen, aber noch mehr gar nicht wusste.
Hier nun im speziellen Fall der russischen Revolution und des Bürgerkrieges kommen mir Tatsachen unter, die mich erschrecken, auf böse Art faszinieren und zeigen, dass auch damals die Fronten überhaupt nicht klar waren, weder die realpolitischen, noch die in den Köpfen.
Beim warten auf das nächste Sawinkow-Buch las ich mal, was die Bibliothek so hergab - und was ich zu meiner großen Schande gestehend, bisher tunlichst ignoriert hatte:

 

37 - Michael Bulgakow: „Die weiße Garde"
Der Autor ist ja nun wirklich kein Geheimtipp. Aber auch hier gilt: Was kann mich doch alles Erstaunen, wenn ich mich nur mit seiner Biografie beschäftige. Auch er war kein geradliniger Sowjetbürger. Wobei so etwas auch gar nicht ging, denn welcher aufrechte Kommunist hat die stalinistischen Säuberungen überstanden?
Noch erstaunter war ich nach der Lektüre, dass dieses Buch überhaupt „bei uns“ erschienen ist! Helden der Geschichte sind keine Kommunisten, keine Rotarmisten, eher ihre Feinde und Gegner. Im ganzen Buch spielen Bolschewisten nur eine periphere Rolle - und schneiden noch nicht mal gut ab. Die Bolschewiki drohen wie ein Unwetter, wie eine finstere Naturgewalt aus dem fernen Moskau herüber. Schauplatz unseres Dramas ist Kiew, die Ukraine. Da herrschen ganz andere Kräfte. Da sind deutsche Besatzer, die von den Teilen der ukrainischen Bevölkerung, in deren Milieu der Roman angesiedelt ist, durchaus wohlwollend als Ordnungsmacht und Ruhestifter gefeiert werden. Im Grunde stört so eine Darstellung schon mal die mir bekannte DDR-Geschichtsauffassung von den imperialistischen Okkupanten im neuen Sowjetlande, die aber sicher auch stimmt. Betonung liegt hier auf „auch“.
Es gibt eine Art konservative Regierung, unter einem Hetman (so eine Art militärischer Häuptling im poln.-ukrainischen Raum, oder auch bei den Kosaken). In der STADT (so wird der Ort immer genannt) befinden sich ein paar alte zaristische Truppenteile, vor allem auch die Kadetten einer Militärschule. Diese Junker und andere Militärs schließen sich dem Hetman an.
Aber es droht eine links-nationalistischer Typ, Petljura, der gegen Bolschewiki und Weißgardisten antritt. Am Ende siegt dieser und die sich falsch entschieden Habenden müssen sich neu positionieren, fliehen, untertauchen, sich anpassen.
Petljuras Regime ist zum einen gegen die alte Obrigkeit, aber auch zutiefst antisemitisch, es beginnen Juden-Pogrome.
Im Grunde bietet der Roman keine Identifikationsfigur für einen „sozialistischen Menschen“ (Ich lese das Buch als DDR-Romanzeitung aus dem Jahre 1983), das ziemlich viele antikommunistische Steilvorlagen bietet. Das erstaunte mich total; hätte ich so - aus der Draufsicht, „uns“ gar nicht zugetraut.
Insgesamt spielt das Thema Antisemitismus nach der Oktoberrevolution eine ziemlich große Rolle, auch in dem nächsten Büchlein, das ich mir dazu vorgenommen habe:

 

38 - Isaak Babel: „Die Reiterarmee“
Der Autor selbst ist jüdischer Herkunft. Er will als junger Mann Schriftsteller werden. Gorki, dessen Protegé er war, gab ihm aber den Tipp, erst mal im richtigen Leben Erfahrungen zu sammeln, um dann auch was zu haben, über das er überzeugend schreiben könne. Also meldete er sich bei der Roten Reiterarmee von Budjonny. Auch so ein sowjetischer Mythos - der hier aber, sehr überraschend für mich, völlig unerwarteter Weise - zerlegt wird! Echt, diese Mörder, Haudraufs, Judenhasser waren „bei uns“ Helden? Kaum zu glauben, oder habe ich das einfach nur noch falsch in Erinnerung?
Babel schildert hier Umstände und Zustände und Menschen, die außer Rand und Band, Kraft ihre Wassersuppen, ihrer Waffengewalt, über die sie verfügten, sich mordend durch das Land bewegten. Einfache Menschen konnten unter ihnen nur leiden. Dabei sind es eben nicht nur weißgardistische Mörder, auch Leute der besagten Roten Reiterarmee, ja der Icherzähler selbst ist unter ihnen. Er töte lieber einen Gefangenen mehr, als dass er, müde wie er ist, auf ihn aufpassen muss. Echt jetzt? Ich weiß gar nicht, wie wir einen „neuen Menschen“ nach sowjetischem Vorbild ausgemacht hatten in der uns beherrschenden Ideologie?
Der Band versammelt einfach nur kurze und sehr kurze Erzählungen. Nur in einigen geht es wirklich um die Reiterarmee, alle scheinen autobiografisch zu sein. Ein paar sind irgendwie schelmisch, humorig, wobei der Humor durchaus derb und eher sarkastischer Natur ist. Ein paar Stellen fand ich richtig faszinierend, auch wenn sie dunkel schillern; wie diese z.B.: „Das Gewölk der Schlacht näherte sich der Stadt. Gegen Mittag jagt Korotschajew im schwarzen Filzmantel an uns vorbei, der in Ungnade gefallene Kommandeur der 4. Division, der nun allein weiterkämpfte und den Tod suchte.“ („Dolguschows Tod“, S. 59) - Auch hier: Schon allein das Bild eines militärischen Führers, der auf eigene Faust losschlägt. Der Bürgerkrieg, die Geburtsstunde der Sowjetunion, war geprägt von egoistischen, durchaus willensstarken, aber wohl auch skrupellosen Warlords. So habe ich diese Geschichte jedenfalls nicht aus meinem Unterricht in Erinnerung. Aber das steht so in diesem Buch, das in der SU, und auch in der DDR erschienen ist, gelesen werden konnte.
Ein Beispiel - für mich unfassbar: Die Story „Salz“, sie wird exemplarisch im Waschzettel des Buches herangeführt, als beispielgebend für die große literarische Wucht der Babel†™schen Texte. Gorki verlas sie auf einem Besuch in Deutschland 1924, übrigens im Publikum viele Emigranten aus Russland, also aus Sicht der SU erklärte Sowjetfeinde. In „Salz“ geht es um eine Frau, die zu ihrem Mann an die Front will und dazu von Rotarmisten mit der Eisenbahn mitgenommen werden möchte. Um sich vor der mit Sicherheit drohenden Vergewaltigung zu entgehen, gibt sie sich als junge Mutter aus, die ihr Baby dabeihat. Aber der Trick wird enttarnt. Der Ich-Erzähler ist empört über die Verräterin an der revolutionären Idee (?)! Er wirft ihr vor, dass sie sich ihre Unversehrtheit (also, dass sie das Privileg genießt, nicht vergewaltigt zu werden!) - erschlichen hat und sie aus dem fahrenden Zug. Aber das genügt ihm nicht als Strafe für ihr Verhalten und erschießt sie dann doch.- Echt jetzt? Das ist revolutionäres Verhalten? Ich weiß gar nicht, wie das (weißgardistische) Publikum bei der Lesung 1924 reagiert hat: Warn sie begeistert - ob der Selbstentlarvung ihrer Feinde?
Selbst Jude und Intellektueller schreibt er über die Juden- und Intellektuellen-Feindlichkeit der roten Garden. Da deutet sich schon sehr genau an, was in der chines. Kulturrevolution so blutig endete. Für mich auch ein unbegreiflicher Zustand. Mensch mit Brille war den Rotgardisten wohl schon ein Dorn im Auge, unglaublich†¦ Aber - genau besehen - spüre ich so eine anti-kulturelle, anti-intellektuelle Haltung im „Volk“ auch noch. Mitunter macht sie mich bitter.
Babel selbst erlitt das Schicksal fast aller Menschen, die ein bisschen über den Tellerrand schauten, d.h., auch absolut stromlinienförmige Superkommunisten landeten im Gulag oder vor dem Erschießungskommando, das half alles nix. Er wurde gefoltert, dann erschossen, angeklagt wegen irgendwas, was nicht stimmte. Der Wahnsinn des Stalinismus scheint mir immer mehr absolut unerklärlich.

 

Beide: 9 / 10 Punkte (vor allem wegen der Aha-Effekte und Bereicherung meines Geschichtsbildes)








Motto

„Die Welt der Kunst & Fantasie ist die wahre, the rest is a nigthmare.“ 
Arno Schmidt
 
Er weiß nun auch, was er gegen die … lauernde Stupidität, die sich als Realismus ausgibt, zu tun hat: das Bild von Wirklichkeit eingrenzen, sie mit ästhetischem Maß und nur mit diesem messen, den Schritt in surreale Reiche wagen."
(aus: Gunnar Decker: Franz Fühmann. Die Kunst des Scheiterns. Eine Biographie. S. 201)

 

 

Thomas Hofmann, ein Phantastik-Fan

Angehängtes Bild: Demiurg_g.jpg

© Thomas Hofmann

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Als Freund der phantastischen Künste artikuliere ich mich seit ca. 1988. Vielleicht kennen einige von Euch meine Zeichnungen. War auch als Rezensent im Fandom unterwegs, einst vor allem im leider nicht mehr existenten Fanzine SOLAR-X, neuerdings im NEUEN STERN (kein Fanzine, nur ein "Rundbrief...")
Dieses Blog soll den geneigten Leser auf Tipps und Termine in Sachen Phantastik aus dem Raum Halle / Leipzig hinweisen. Einer alten SOLAR-X-Tradition folgend möchte ich auch Berichte zu von mir besuchten SF / Phantastik-Veranstaltungen einstellen.
Ich will immer mal wieder auf die Stammtisch-Termine meines Heimat-SF-Clubs, des ANDROMEDA SF CLUB Halle und auf die Veranstaltungen des Freundeskreis SF Leipzig hinweisen.

 

Man wird hier auch die eine oder andere Rezension zur Phantastik aus alten Tagen von mir finden, von denen zumindest ich meine, dass sie nicht völlig dem Vergessen anheim fallen sollen.

 

Mehr als Merkhilfe für mich, aber vielleicht auch als Anregung für den einen oder die andere Leser/in wird hier meine kommentierte Leseliste zu finden sein.

 

 

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Archiv

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Bücher, die weitestgehend von mir illustriert wurden:
 Sagen der Oberlausitz, Nordböhmens und angrenzender Gebiete; Oberlausitzer Verlag A. Nürnberger, 1990
 Sagen der Oberlausitz..., Band II, ebd., 1991
 Oberlausitzer Kochbuch mit historischen Betrachtungen, ebd., 1991
  Märch. d. Bergwelt, ebd., 1991
 Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Solar-X-Prod., 1994
 Das große Dorfhasser-Buch, Aarachne, Wien, 2000
 Christian v. Aster: Nachmieter gesucht, midas 2000
 Von dunklen Kräften und alten Mächten, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2001
 Das große Verwandtenhasserbuch, Aarachne, Wien 2001
 N. Rensmann: Ariane, Bastian, Luzifee und Co., K&C Buchoase,Solingen, 2001
 Felten & Streufert: Gänsehautgeschichten, K&C Buchoase, Solingen, 2001
 Spinnen spinnen. Die Anthologie zu nützlichen Tieren, Aarachne, Wien 2002
 Peter Brandtstätter: Von Schmetterlingen und der Liebe..., Wien, 2002
 Feenmond, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2002
 Ruf der Ferne, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2003
 Frank Haubold: Das Geschenk der Nacht. Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2004
 Das Mirakel, Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2007
 Rose Noire, Anthologie im Voodoo-Press, 2009
 Michael Knoke: Das Tal des Grauens, Voodoo-Press, 2010
 Michael Siefener: Die Entdeckung der Nachtseite, Verlag Lindenstruth, 2011
 A.G.Wolf: Die weissen Männer, VP 2013
 Tobias Bachmann, "Liebesgrüße aus Arkham", Edition CL, 2016
 A.G.Wolf: Die weissen Männer, KOVD 2020 (Neuauflage)
 Peter Schünemann, "Nachtmahr", Ed. Dunkelgestirn, 2023
 Andreas Fieberg & Ellen Norten (Hrsg.): RÜCKKEHR NACH BLEIWENHEIM, p.machinery, 2023

 "Angst im Empire", hg.v. Reinhard Klein-Arendt, Ed. Dunkelgestirn, 2024
 Jörg Weigand, "ISABELLA. Eine ganz besondere Liebe" p.machinery, 2025

â– 
Bücher, an denen ich mich beteiligen durfte:
 Der Abenteuerwald. Phantastische Nachwuchsanthologie, Kreutziger Verlag, 1996
 Das Herz des Sonnenaufgangs, Eine Alien Contact Anthologie, 1996
 Liber XIII und andere unerwünschte Nachlässe, Goblin Press, 1999
 Lichtjahr 7, Freundeskreis SF Leipzig e.V., 1999
 Von kommenden Schrecken, Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2000
 Der Erstkontakt. Stories und Bilder aus dem Perry-Rhodan-Wettbewerb, Berlin, 2001
 Phantastik 2002, Taschenkalender, 2001
 Michael Lohr, Gemurmel aus dem Buch der Drachen, 2001
 Hysterisch funktionieren, Aarachne, Wien. 2002
 C. Bomann: Anthrins Kind, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
 C. Bomann, Parchimer Hexengeschichten, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
 Des Todes bleiche Kinder, Abendstern-Verlag, Parchim 2002
 Geschichten von Phönix und Sperling. Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2002
 Cover: Wilko Müller jr.: Operation Asfaras, Ed. Solar-X, 2003
 Alien Contact Jahrbuch 1 für 2002, Shayol, 2003
 Alien Contact Jahrbuch 2 für 2003, Shayol, 2004
 Alien Contact Jahrbuch 3 für 2004, Shayol 2005
 Cover: Carl Grunert: Der Marsspion, DvR, 2005
 G. Arentzen: Christoph Schwarz, Detektiv des Übersinnlichen, Bd. 1 bis 6, Romantruhe, 2005
 M. Borchard: Der Zeitarzt, SF Blues Bd. 4, edfc, 2005
 Cover: Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Ed. Solar-X, 2005
 Cover: Carl Grunert: Im irdischen Jenseits, DvR, 2005
 Cover: Carl Grunert: Zukunfts-Novellen, DvR, 2005
 Markus Kastenholz: Tiamat 1 - Asche zu Asche, VirPriV-Verlag, 2005
 Welt der Geschichten 1, Web-Site-Verlag, Mai 2006
 Cover: Wilko Müller jr.: Mandragora, Ed. Solar-X, 2006
 Kastenholz, Ippensen: Tiamat 2 - Die Stunde Null, VirPriV-Verlag, 2006
 Nocturno 6, VirPriV-Verlag, 2006
 Alien Contact Jahrbuch 4 für 2005, Shayol, 2006
 Welt der Geschichten 2, 2006 (alte Ausgabe; in der Nachauflage von 2008 sind keine Bilder von mir enthalten)
 Welt der Geschichten 3, 2008 (neue Ausgabe)
 Cover: Bernd Rothe & Astrid Pfister (hg.): Gequälte Seelen; Welt der Geschichten Sonderausgabe, 2008
 Robert N. Bloch: Michael Siefener. Eine kommentierte Bibliographie, Verlag Lindenstruth, 2011
 Frank W. Haubold: Der Puppenmacher von Canburg, Edition Lacerta(eBook) und CreateSpace Ind. Pub. Platform, 2012
 "Saramees Blut", Atlantis 2012
 M. Kastenholz: Projekt Hexenhammer, Printausgabe, 2013
 Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Shayol, 2014
  Richard Kühle: Alraune und der Golem, Goblin-Press, 2015
 Ine Dippmann und Uwe Schimunek: Leipzig mit Kindern, Jaron 2015
 Leipzig - Visionen. Gestern und heute, FKSFL & Edition Solar-X 2015
 Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Memoranda, 2017
 Simon & Steinmüller: Leichter als Vakuum, Memoranda, 2017
 Uwe Lammers, „Mein Freund, der Totenkopf“, Teil 1, 2017
 IF Magazin für angewandte Fantastik # 666, Okt. 2017
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Andymon, Memoranda, 2018
 Ferne Welten, Buch zum 14. ElsterCon, 2018
 Angela & Karlheinz Steinmüller: SPERA, Memoranda, 2018
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Sphärenklänge, Memoranda, 2019
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Der Traummeister, Memoranda, 2020
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Marslandschaften, Memoranda, 2020
 Fahrenheit 145, Buch zum 15. ElsterCon, 2020
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Pulaster, Memoranda, 2021
♦ (N)IRGENDWO (N)IRGENDWANN. Utopie und Humor. Begleitband zum ElsterCon 2022
♦ Goblin Press. Die frühen Jahre: 1990 - 2004. Eine illustrierte Dokumentation von Uwe Voehl, Lindenstruth 2022
♦ Hubert Katzmarz: Im Garten der Ewigkeit, p.machinery, 2022

 Angela & Karlheinz Steinmüller: Computerdämmerung, Memoranda, 2023

 Andreas Fieberg (Hrsg.): ABSCHIED VON BLEIWENHEIM. In memoriam Hubert Katzmarz MMXXIII, p.machinery, 2023

 Hubert Katzmarz: EIN MEISTERWERK DER WELTLITERATUR, p.machinery, 2023
 

 
Magazine und SmallPress
Alien Contact, Kopfgeburten, GOTHIC, The Gothic Grimoire, Vanitas, Tanelorn, Fleurie, Bonsai 6 / Zimmerit 5, 1995, Tumor (Sonderheft 8), Andromeda SF Magazin des SFCD 143 / 144, EXODUS 15 / 16 / 17 / 18 / 19 (mit Galerie v. mir, 2006) / 20 / 21 / 22 / 24 / 25 / 27
einblicke. Zeitschrift der Krebsforschung, August 2005,
Watchtower 8 / 9
Die Ruhrstadt-Zeitung 41
ARCANA 6 (2005)
Andromeda Nachrichten 216, 218 / 219, 220, 222, 223, 224
Nova 16 (2010)
Fantastic Artzine 1, Fantastic Artzine. Halb-Zeit, beide 2012

Nova 22 (2014)
Der lachende Totenschädel, Nr. 3 (10 / 2015)
Cthulhu Libria Neo, BuCon-Ausgabe 10/2015

Cthulhu Libria Neo 1, April 2016
Cthulhu Libria Neo 2, Oktober 2016
Cthulhu Libria Haunted Houses, März 2017
EXODUS 36, Juni 2017

Der lachende Totenschädel Nr. 4, Jan.2018
!Time Machine, Januar 2018
IF #7, März 2018

EXODUS 38, 09 / 2018
!Time Machine 2, Januar 2019
!Time Machine 3, April 2020
!Time Machine 4, Januar 2021
Der neue Pegasus Nr. 2, April 2021

!Time Machine 5, Oktober 2021
!Time Machine 6, Januar 2022
!Time Machine 7, Januar 2023

!Time Machine 8, Januar 2024
â– 
Fanzines
aktuell & laufend NEUER STERN, Solar-X, Fiction Post, Goblin Press Hefte
TERRAsse 27 (zum 60. FörsterCon, April 2019)
TERRAsse zum PentaCon 2019
TERRAsse zum PentaCon 2021
REISSWOLF S5, 2024
â– 
CD-Cover
 The Beat Of Black Wings: Nightfall; 1999
 Syngularity: The Four Horsemen; 2000
 Gothica: Within A Dream; 2000
 Gothica: Into The Mystic; 2000
 The Beat Of Black Wings: Black Love; 2000
 Gothica, Workbook 1995, 2003

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