Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten
Und Science Fiction ist doch mehr als...
Dr. Willi Hetze zu Gast beim Freundeskreis SF Leipzig am 19. Mai 2022, Literaturhaus Leipzig
Endlich sagt es mal jemand: SF ist relevant! Oder kann es sein; besser: Sollte es sein! Sie sollte was über unseren Weg in die Zukunft aussagen, sich einlassen, mehr sein, als Reproduktion des Historischen und Gegenwärtigen.
Der Mann, der das behauptet und fordert, ist der - auch - SF-Autor Willi Hetze. Ich gestehe, dass ich den Namen und sein Buch „Die Schwärmer“ bisher nicht wahrnahm. Das muss ich wohl ändern, obwohl er heute meinte, dass seine damalige positive Sicht auf die Zukunft, die er in dem Roman zum Ausdruck brachte, etwas mehr eingetrübt ist.
Als ausgebildeter Soziologe hat er einen besonderen Blick auf die Zukunft und auf die SF. Daher der Titel seines Vortrages:
„Soziologische Aspekte der Gesellschaft der Zukunft“.
Nein, die Glaskugel hatte er nicht dabei, das betonte er gleich eingangs, also kann er nicht wirklich in die Zukunft schauen - aber er kann sich Gedanken machen. Etwas, was SF-Autoren und -Autorinnen wohl immer tun - oder tun sollten. Dass das auch nicht immer der Fall ist, hat er im Laufe seines Vortrages auch sehr schön rübergebracht.
Ich fand sogar seine Aussage recht radikal, in der er bestimmte SF-Werke, vornehmlich Filme, Blockbuster (oder solche, die es sein wollen), in denen technologischer Fortschritt als Feind der Menschheit gebrandmarkt wird und der Konflikt zwischen Mensch und (z.B.) Maschine durch die Vernichtung der „Maschinen“ (Roboter, KIs etc.) und damit ein deutlicher Rückschritt (in die gute alte Zeit - welche gute alte Zeit?) gelöst wird. Die Beispiele, der er anführte, sind allen wohlbekannt - und ich fand das ziemlich augenöffnend.
DAS kann die SF auch anders! Mein Wille Hetze. Und ich stimme ich zu.
Mit kleinem historischen Abriss und konkret formulierten Thesen zeigte er, dass der Ursprung der SF in der europäischen Aufklärung zu suchen ist; und die wissenschaftliche Methode zur Erkenntnisgewinnung ist Anstoß, sich Gedanken über Nochnichtgeschehenes, Wünschenswertes, Befürchtetes zu machen. Klar, kennen wir SF-Fans ja, aber so schön und rund und eloquent, so streitbar, dabei immer sehr freundlich, hat das selten jemand vorgetragen.
Sein Vortrag regte auch ein paar Zuschauerinnen zur Diskussion an. Nicht alles wurde unwidersprochen hingenommen, aber über alles konnte diskutiert werden. War sehr angenehm,
Was mir besonders gefiel: Seine positive Haltung gegenüber der KI-Entwicklung. Endlich mal jemand, der da auch mehr Chancen als Gefahren sieht!
Im NEUEN STERN gibt es dann einen Bericht zum Abend - nicht von mir, diesmal waren insgesamt 4 Leutchen aus Halle in Leipzig (na, vielleicht sogar mehr; ich meine jedenfalls aus dem Dunstkreis des ASFC; insgesamt erfreute sich die Veranstaltung mal wieder einer etwas größeren Zuhörerschaft) - also, nicht von mir, sondern von Peter Schünemann. Man möge lesen, wenn man möchte.
Foto © Thomas Hofmann, 19.05.2022
Kurz zum neuen FUTURE & FICTION Magazine. Deutsche Ausgabe 01/Feb22
Meine zusammengefasste, total subjektive, kurze Meinung zum neuen SF-Magazine.
Hier im Forum wird es vorgestellt und auch ein bisschen diskutiert:
Ankündigung: Future Fiction Magazine (deutsche Ausgabe) - Kurzgeschichten, Anthologien & Magazine - SF-Netzwerk (scifinet.org)
Vorab war ich echt gespannt und hocherfreut! Ein neues SF-Magazin, das sich zudem den „Fragen der Zeit“ widmet. Mit europäischer Ausrichtung, und gar nicht teuer. Ich war sogleich Fan - der Idee.
Das Heft hat mich erst einmal optisch enttäuscht: Dieses book-on-demand-Produkt, obwohl so mies nicht, wie manch andere Produkte aus der Fabrik. Die Autorennamen zogen mich natürlich auch an: McDonald! Robert Corvus! Steinmüllers!
Aber dann der weitläufige Satz, die Seitenenden sind so zerfasert. Na ja, das kenne ich aus unserem NEUEN STERN auch, und ich kämpfe da immer mit - als Laie ohne richtiges Satz-Programm, aber hier enden ja teilweise nicht mal die Kolumnen auf einer Seite gleichmäßig.
Aber das sind Äußerlichkeiten! Und wenn mir die nicht gefallen, könnte ich das nächste Mal ja zum eBook greifen.
Die erste Story von Banga Fusco-Purpurea, „Algenbiographie“: Eine mexikanische Klangkünstlerin erzählt biografische Fragmente einer unter Depressionen leidenden Exobiologin? Ist die erste Story überhaupt eine Story? Oder der Versuch, die eigene Biografie und die Verarbeitung biografischer Fragen (Mutter-Tochter-Beziehung) mit der Idee einer Jupitermond-Expedition zu verknüpfen, die auf der Suche nach dem, was Leben ist (Übrigens total schöner Gedanke: Leben = „aktive Materie“ - war das die Idee von DeepL?)?
Ich weiß nicht, ob mir die Story wirklich gefallen hat. Auf jeden Fall war ich erstaunt, wie flüssig sie sich liest; dass hier ein Übersetzungsprogramm dran war, merke ich jedenfalls nicht. Was ich gut finde! Aber ich war dran, hat mich gefesselt und ich konnte viel lernen. Die Reigen der Assoziationen sprach mich an. Aber ist das überhaupt eine Story?
A&KH Steinmüller postulieren in ihrem Beitrag „Fallende Sterne“ die kommende anti-technologische Revolution in Form der totalen Abschaltung aller drahtlosen Datenübertragung. Das tut der Gesundheit gut, meinen pensionierte Aluhutträger im Altersheim.
Den Beitrag fand ich gut, wenn er mich auch in einer Frage etwas ratlos zurücklässt. Dass die exzessive Smartphone-Nutzung nüchtern betrachtet in unserer Realität auch dystopische Züge aufweist, sei unbestritten. Ich grüble aber noch darüber nach, wie die Steinmüllers ihre Story meinten: Satire oder nicht?
F. Verso postuliert und fordert in seinem Essay einen „Sense Of Wander“ - aktiv den Blick außerhalb der englisch-sprachigen SF zu richten. Denn dort kann man fündig werden†¦ und dann erklärt er, was wir dort suchen sollen und finden werden.
Wie schon Forums-Kollege lapismont meinte: Die Diskussion ist alt. (Auch wenn das nicht hilfreich ist, aber die literarische Mangelwirtschaft im Osten Deutschlands hat dazu geführt, dass dort - zumindest verhältnismäßig - viel in die nicht englischsprachigen Gefilde geschaut wurde; was aber für die interessierten Leser*innen mitunter auch nichts nützte, da sie nicht an die Bücklingsware rankamen; aber okay, das führt uns nur weg†¦)
Interessant fand ich den Gedanken, dass wir 2 Wellen der Eroberung des SF-Marktes durch englischsprachige Produkte erlebten, 1. aus USA und GB und 2. aus Kanada und Australien. Habe ich das richtig verstanden? Ich glaube, so richtig viel kommt doch von dort bei uns gar nicht an, oder?
Bei der Betrachtung der Film-Situation, die der Autor anspricht und die großen Player benennt, hat er meiner Meinung nach die Streamingdienste vergessen, die mittlerweile recht viel außerhalb der USA produzieren. Da ist das (auch SF&F-) Angebot durchaus internationaler geworden.
Aber unterm Strich kann ich ihm nur zustimmen.
„Moksha-Quest“ von Lvanya Lakshminarayan - eine Story von einer Autorin, die ich (wer noch?) überhaupt nicht kannte. Und dafür ist das Mag ja echt gut! Das wünsche ich mir! Also: Danke!
Allerdings brauchte ich zwei Anläufe, um in die Story reinzukommen. Zunächst war ich skeptisch, da sie von DeepL übersetzt wurde. Ob das was taugt? Na ja, muss gestehen: Bin beeindruckt. Es funktioniert. Stil und Wortwahl etc. haben mich überzeugt. Dabei sind ja auch „Fachwörter“ dabei, die sich vielleicht nicht so leicht übertragen ließen?
Aber dann das Sujet: Die Autorin ist Spieleentwicklerin in Indien; nach der Story kann man sie im Interview noch etwas besser kennenlernen. Nun sind aber PC-Spiele etc. nicht so mein Ding. Diese „Spiele-Sprache“ (Karmapunkte usw.) macht das Ganze für mich irrelevant. - Aber genau das ist ein Fehler, den ich schnell merkte. Denn es geht darum, dass ein Spiel mit humanistischem Anliegen mehr sein soll, als nur ein Spiel, es soll die Realität - Indien der nahen Zukunft („nach den Jahren der Pandemie“) mit seinen Kasten und Hierarchien, in denen die Protagonistin, eine begnadete virtuelle Spielerin, einem Job nachgeht, der so gar nicht humanistisch ist: hat was mit Immobilien zu tun - also, das Spiel soll in die Realität fließen und sie positiv verändern.
Das geht nicht ohne Widersprüche; geht es überhaupt? - Also, kann man echt gut lesen, hat mir sehr gut gefallen! Auch das mit dem virtuellen Spiel†¦
Robert Corvus hat auch eine Story beigetragen. Das freut mich! Und hat sie mir gefallen, die Story „Transfiguration“? Ja - und ein bisschen auch: nicht ganz. Das Thema ist natürlich sehr aktuell und wird kontrovers diskutiert. Und ich habe dazu auch eine Meinung, eher eine, die in der KI-Entwicklung eine Chance sieht.
In der Story geht es um die Frage, ob eine KI künstlerisch kreativ sein kann. Die Antwort, die der Autor gibt, verrate ich natürlich nicht. - Was ich nicht verstehe, ist die Personenaufstellung in der Story. Ich will ja nix hier verraten, was den eigenen Lesegenuss mindern könnte. Aber dann musste ich im einschlägigen Forum doch die Frage stellen, weil ich wissen will, warum er seine beiden Figuren so angelegt hat - dass man sie (ich) beide nicht mögen kann.
Der Autor hat sich auf meine Frage eingelassen. Kann man ab hier lesen.
Zu guter Letzt eine Story des bekannten Ian McDonald: „Die List“. Zuerst dachte ich: ach, ja, wieder so ein leicht rotzig erzählte Geschichte über das Kleinkunstgewerbe, über verkrachte Zauberkunststücke-Vorführer - die hier aber irgendwas mit einer KI am laufen haben. Aber das, was angekündigt wurde, wurde es dann auch: ein spannender End-Kampf zwischen Magier und Maschine.
Will man ja auch gern wissen: Wie funktioniert der Zaubertrick. Ja, will man das wirklich? Oder was macht so ein Magier auf der Bühne mit einem? Zaubert er oder verzaubert ein Einen? - Zunächst: DAS ist es, was die „Maschine“ (KI) wohl nie kapieren wird, und außerdem lässt sie sich am Ende wohl doch austricksen? Wer weiß? Wer es wissen will, mag die Story lesen, die ist nämlich echt gut.
Also, Heft hat mir dann doch ziemlich gut gefallen und so kann ich mich auf die neue Ausgabe im Sommer freuen.
Gelesen bis kurz vor Ostern 2022
Zur Zeit lese ich viele Russen, irgendwie gegen den Zeitgeist? Nein, eigentlich nicht - mitunter erscheinen mir die Werke, die ich hier lesen durfte, als wohltuende Gegenstimme gegen das Unheil, das gerade so läuft. Es hat aber noch einen konkreten, triftigen Grund; dazu demnächst mehr. (Wobei: Wird ja in den einzelnen Texten zu den Büchern schon genannt; aber die "Ausbeute" für den speziellen Zweck ist interessanter Weise recht gering.)
Jewgeni Lukin: „Unter dem Räubermond“
Das Buch flog lange unter meinem Radar hinweg. Es erschien auf Deutsch 2013, stammt aber aus dem Jahre 1997. Der Autor ist kein ganz Unbekannter im Deutschen, es gibt vereinzelt Stories von ihm, bzw. ihnen (bis 1996 zusammen mit Ehefrau).
Der Roman scheint auf einem fremden Planeten zu spielen, einem Wüstenplaneten. Allerdings ist das nicht ganz korrekt, zum einen besteht der Planet nicht zur Gänze aus Wüste, obwohl die Handlung fast zu 100 % in der Wüste spielt, und dann ist das auch gar kein fremder Planet. Das weiß man aber nur, wenn man die beiden anderen Teile der Trilogie kennt, aus der der Roman stammt.
Da ich auch kein Russisch kann (so richtig) habe ich die Info auch nur aus 2., aber berufenem, Munde.
Wie auch immer. Es ist ein tolles Fantasy-Abenteuer, mit Kämpfen, Intrigen, einem angedeutetem SF-Hintergrund, tollen Figuren und einige hübschen Ideen. So wird die wüste z.B. von Schiffen durchfahren, die halt nicht im Wasser, sondern über Sand fahren. Usw. Wer mehr erfahren möchte den verweise ich gern auf einen kommenden NEUEN STERN, der anlässlich des 100. Geburtstages von Aelita erscheinen wird.
7 / 10 Punkte
Jewgeni Samjatin: Kleine Prosa 1 & 2
Die Höhle / Der Norden
„Wir“ kennt man ja, aber sonst? Doch, eine Geschichte hatte ich so 1990 rum gelesen: „Die Höhle“. Darin driftet eine Moskauer Wohnung im Nachkriegs- und Nachrevolutionswinter in die Eiszeit zurück, inklusive Mammuts, die da auftauchen. Das ist sicher keine „richtige“ Phantastik, aber voller wundervoller, eindringlicher phantastische Wortbilder und surrealistischer Ideen.
Da muss es doch mehr von geben? Ja - jetzt endlich mal die Lücke geschlossen.
Nicht alle Stories haben die Wucht, die mir von „Die Höhle“ in Erinnerung bleiben, aber einige schon. So diese seltsame Geschichte eines Mönchs, der in einem Kloster auf ein Zeichen wartet. Da sind dann auch einmal recht drastische, aber auch schwärmerische Sätze, die mich unabhängig von der Geschichte in ihren Bann zogen.
Oder „Die Augen“: Wir sehen die Welt durch die Augen eines Hundes, die aber irgendwie menschlich sind. Ja, so wie „Wir“ als Vorbild für „1984“ und „Schöne neue Welt“ gilt, erinnerte mich die Story an ein mögliches Vorbild für „Animal Farm“ - und vor allem auch für Bulgakows „Hundeherz“. Eindringlich, wundervoll geschrieben. - Dabei nutzt der Autor oftmals, meist zu Beginn, um die Ausgangsituation zu umreißen, ganz kurze Sätze, fast wie Regieanweisungen im Theater. Aber das reicht für das Kopfkino und dann kommt ja auch mehr†¦
Das Wiederlesen mit „Die Höhle“ gelang. Ja, sowas kann ja schnell daneben gehen, und man beraubt sich einer großartigen Erinnerung, indem man etwas nach langer Zeit noch einmal liest. Aber nein, war stark - mit Mammut und Über-Mammut.
Ähnlich stark ist auch „Mamai“. Ähnlich wie in „Die Höhle“ geht es um den Verlust der Zivilisation im nachrevolutionären Russland (Petersburg). Interessanter Weise spielt der Besitzt von Büchern in beiden Texten eine gewisse Rolle, in „Mamai“ mehr natürlich.
Und ich lernte die „Große und Freie Kammer der Affen“ kennen und weiß, dass Samjatin wohl etwas für großen Busen übrighatte. Aber nein, frauenfeindlich oder so war er nicht, eher im Gegenteil, in seinen frühen Erzählungen ergreift er Partei für von patriarchalischen Verhältnissen unterdrückte Frauen, vor allem in der Dorfbevölkerung. Richtig starke Erzählung, hart, kompromisslos: „Der Bauch“ (einer Schwangeren†¦)
Usw. Insgesamt ein sehr kurzweiliges, überraschendes, kurioses, teilweise absurdes Leseerlebnis, anrührend und für mich fesselnd.
9 / 10 Punkte
Addison E. Steele: „Buck Rogers“
Was lese ich denn da? Ein Romänchen, nach einem Filmskript? Ja, ich muss quasi: Denn das Buch stammt aus der Feder von Richard A. Lupoff, und ich hatte mir ja eine Weltenreise durch die Zeiten mit den Romanen von Lupoff vorgenommen. Das ist kein Mega-Projekt, denn es gibt da nur 5 Romane, die für mich in Frage kommen, die es auf Deutsch gibt von dem Autor und keine Serienbeiträge sind.
Na ja, klar, der Roman gehört in eine Serie. Von Lupoff selbst gibt es sogar weitere Buck-Rogers-Bücher, aber nicht auf Deutsch.
Also, für mich ist das Roman Nr. 4 und ich bin jetzt im 25 Jh.
Und gefallen hat mir der Roman durchaus, fand ihn ansprechender als den Film, den ich mir auch gleich noch mal angesehen habe, seit den 80ern das erste Mal wieder.
Die Handlung ist fast mit der im Film identisch, was es an Unterschieden und aus meiner Sicht Bemerkenswertes zu berichten gibt, kann man dann gern im NEUEN STERN nachlesen.
7 / 10 Punkte
Dimitry Glukhovsky: „Text“
Keine Phantastik, der Roman spielt 2016 in Moskau und zeigt exemplarisch am Protagonisten, wie schnell man dort ins gesellschaftliche Abseits gerät. Am Rande interessant: Ist ja mein 2. Glukhovsky-Roman dies Jahr und in beiden spielt das Smartphone eine entscheidende Rolle; hier sogar mehr als in „Outpost“.
Über einen jungen Mann, der 7 Jahre zu Unrecht im Lager verbrachte, sich rächt und dann ein Weilchen ein „falsches Leben“ führt. Endet tragisch.
9 / 10 Punkte
Peter Schünemann: „Nachtmahr“
Manuskript. Erscheint in der Edition Dunkelgestirn von Eric Hantsch 2022.
Das Buch las ich aus gegebenem Anlass vorab. Es handelt sich um eine Sammlung Dunkler Phantastik, die eindeutig im Fahrwasser der Großen Alten von HPL & Co. schwimmt. Der Autor kleidet den Kosmischen Schrecken aber in das Hier und Heute, in die deutsche Gegenwart. Der fiktive Ort des Geschehens ist die Stadt Hallberg. Nun, Peter Schünemann wohnt in Halle an der Saale. Wer also aufgrund von Ortskenntnissen über die reale Stadt Halle sich bei den Schilderungen aus Hallberg an das Eine oder Anderer erinnert fühlt, ist das nocrmal. Mir, als Hallenser, ging es jedenfalls so.
Aber auch jenseits dieses Lokalkolorits bekommt der oder die Leser/in die volle Palette kosmischen, psychologischen und anderen Horrors geboten, stimmungsvolle Apokalypsen, Psychosen, blutige Rituale und, bei aller Finsternis, dennoch irgendwie erhabene, unfassbare Dimensionen, die sich da andeuten. Und das alles sozusagen aus der mitteldeutschen Nachbarschaft.
Ich nehme an, das Buch erscheint im vierten Quartal des Jahres, seit gespannt!
(ohne Wertung, aber im Grund gebe ich hier gerne 10 Punkte, bin aber nicht unvoreingenommen)
Vladimir Sorokin: „Die rote Pyramide“
Erzählungen
Wollte das Buch eigentlich in unserem Aelita-Spezial des Neuen Sterns besprechen. Doch wie soll ich das? Kann das überhaupt jemand?
Ist ja nicht wirklich Phantastik, obwohl verrückt und abgedreht und phantastisch genug, als dass es zu den „Grenzgängern“ passen würde, die wir im Neuen Stern ja gerne vorstellen. Aber was mein Problem ist: Ich verstehe - mal wieder - nicht wirklich, was der Autor hier erzählt.
Ein paar Geschichten sind durchaus eindringlich: Die bäuerliche Idylle, die nur durch die Nennung eines Datums am Ende das Ende dieser Idylle andeutet. Oder die Titelstory, über eine verfehlte Liebe, eine 08/15-Karriere in der Sowjetunion, die durch einen Herzschlag (nehme ich mal an) beendet wird, bei dem der Protagonist und Sterbende die „rote Pyramide“ endlich sieht, die den gesamten Roten Platz in Moskau bedeckt und das „rote Rauschen“ verbreitet. Aber wozu? Schon hier lässt mich der Autor im Regen stehen.
Es gibt viel Sex, meist in seltsamen Zusammenhängen geschildert. So z.B. parallel zur Schilderung der Wirkung von Superbomben, die im Meer gezündet enorme Sturmwellen erzeugen. Oder als frühes und wohl prägendes Pionierlagererlebnis in der Sowjetunion, das ein Junge beobachtet, der dann zum skrupellosen KGB-Agenten wird.
Es gibt wieder die für Sorokin typischen dadaistischen Ausführungen, denen zu folgen höchste Konzentration abfordert, die aber - so mein Eindruck - dann doch eher zu nix führen (oder?).
Es gibt Erzählungen, die fangen irgendwie an und enden völlig anders. Da einen Zusammenhang innerhalb der Geschichte zu finden, fiel mir auch schwer.
Also? empfehlen? Na ja, mal so richtig den Kopf frei kriegen und einfach nur Staunen über Unmögliches, dafür ist es gut. Zuviel brauche ich aber nicht davon.
7 / 10 Punkte
Arkadi & Boris Strugazkij: „Die Last des Bösen“
Eigentlich wollte ich das Buch ausführlich rezensieren, für den Aelita-Spezial-NEUEN-STERN. Aber nach der Lektüre mute ich mir das nicht zu, d.h., ich traue es mir nicht zu, das Werk adäquat besprechen zu können. Warum? Ich glaube, ich verstehe es nicht.
Es ist das letzte Gemeinschaftswerk und nach der „Wende“ erschienen. Was haben uns die großen SF-Heroen der UdSSR für die „neue Zeit“ mitzugeben? Ich finde ja, sie haben schon lange vorher sehr viel zu der Zeit, die wir jetzt erleben, geschrieben. Zuerst (Mittag, 22. Jh.) viel zu optimistisch, dann aber doch mit so starker Skepsis, was den „neuen Menschen“, den der Kommunismus hervorbringen sollte, anbelangt, gegenüber Bürokratie und unmenschlichen Auswüchsen der Staatsordnung etc. Hatte letztens in „Das lahme Schicksal“ diesbezüglich nicht schlecht gestaunt, insbesondere in den Teilen, die bereits in den 60er Jahren geschrieben wurden.
Und hier? Ach, ich weiß nicht. Ich komme nicht mit klar.
Ein interessanter Aspekt ist der der „Flora“-Kinder, also der Kommune der Jugendlichen Aussteiger vor den Toren der Stadt Taschlinsk (Strugazki-Fans kennen die sicher). Den „alten weißen Menschen“ der Stadt missfällt deren moralischer Verfall, der Drogenkonsum, die Arbeitsfaulheit etc. Sind halt Hippies, würde ich mal sagen. Und ein Dorn im Auge der Bürgerschaft. Die sollen weg.
Sie haben unter den Alten nur einen Führsprecher: G.A. Nossow. Über ihn wird auch viel erzählt, auch wenn am Ende man eigentlich zugeben muss, dass man nicht viel über ihn weiß. Aber wie der Konflikt dann endet (Pogrom oder nicht?), kann ich jetzt nicht mal sagen.
In den Überlegungen zu diesen Arbeitsverweigerern mischt sich ein Element, das ich auch schon im „Lahmen Schicksal“ wahrnehmen konnte. Die Autoren machen sich Gedanken über die Welt der Arbeit der Zukunft und meinen, dass durch zunehmende Automatisierung menschliche Arbeit obsolet wird. Insofern sind die „Flora“-Kinder nur Vorreiter einer ohnehin eintretenden gesellschaftlichen Entwicklung.
Parallel erscheint eine mythologische Gestalt: Ahasver. Seine Geschichte wird in Extrakapiteln erzählt - wohl anders, als sie in den christlichen Geschichten des Mittelalters zu finden ist. Hier ist es ein eher ungehobelter Kerl aus Galiläa, der dann die Identität eines Mannes namens Ahasver annimmt - und wohl auch dessen unheilige Rolle, durch die Zeiten zu wandern. Er hat es erst mal nicht leicht, aber die Erlebnisse läutern ihn wohl. Am Ende ist er ein geheimnisvoller, aber durchaus höflicher Mensch. Aber echt: Ich weiß nicht genau, was er in dem Plot für ein Funktion hat. Ist er der mythische Kosmokrat, der dann fast zum Schluss genannt wird, der „mythische Antichrist“?
Ja, vielleicht bin ich zu doof dafür, oder die Autoren haben sich hier verrannt?
Typisch für die komplizierteren Werke der SF-Brüder ist, dass sie aus 2 Bestandteilen zusammengesetzt wurden. Das ist beim „Lahmen Schicksal“ so, auch bei „Die Schnecke am Hang“, auch „Der Montag fängt am Samstag an“. Vielleicht ist das Teil des Problems; deshalb erscheinen sie so kompliziert, weil dem Leser die Herstellung des inneren Zusammenhangs der Teile misslingt (also mir).
Ein paar Sachen werden angesprochen, aber überhaupt nicht ausgeführt. So hätten mich die mehrmals erwähnten astronomischen Phänomen der „Sternenfriedhöfe“ näher interessiert. Oder was die Erwähnung eines Malers namens Adolf Schickelhuber zu bedeuten hat (und warum der dann nicht gleich Schickelgruber heißt).
Der Lehrer G.A. ist Leiter eine Schulform namens Lyzeen, die überall entstehen sollen. Aber leider scheitert das Projekt, eine „Elite-Förderung“ ist nicht gewünscht (im Sozialismus). Auch hier eine Parallele zum „Lahmen†¦“: Die im Volk verwurzelte Intellektuellen- und Bildungsfeindschaft.
Aber insgesamt: Viele Fragezeichen, daher auch keine Wertung; die maße ich mir nicht an.
Das neue Heft ist ein „normales“, ziemlich rezensionslastig; hier der...
...Inhalt 79:
Thomas Hofmann: Editorial
Paul Scheerbart: Die andre Welt
Thomas Hofmann, Rezi zu: Cixin Liu, Die wandernde Erde
Bernd Wiese, Rezi zu: Uwe Post, Klima-Korrektur-Konzern
Peter Schünemann, Rezi zu: Juli Zeh, Leere Herzen
Uwe Schimunek: Sterne für den Stern
Clemens Nissen: Allein im All
Thomas Hofmann, Rezi zu: Walter Tevis, Spion aus dem All
Bernd Wiese, Rezi zu: Montezuma (hg. v. Dangel & Hantsch)
Lars Dangel, Rezi zu: Gespiegelte Fantasie. Franz Rottensteiner (hg. v. Haitel & Weigand)
Lars Dangel: Der "Vincent-Preis". Ein polemischer Abgesang
Peter Schünemann, Rezi zu: Freda Warrington, Dracula
Volker Adam, 3 Rezis zu: Lauren Beukes (Moxyland, Zoo City, Shining Girls)
Bernd Wiese, Rezi zu: Algernon Blackwood, Der Zentaur
Also, eine bunte Mischung auf 44 + 4 Farbseiten.
TiBi wieder von Bernd Zeisberg (wie 77)
Lies mehr Meyrink!
Nun, ich habe Meyrink ja schon gelesen - die Romane vor allem - Golem, Walpurgisnacht, Das grüne Gesicht, auch Erzählungen. Aber all das ist schon wieder so lange her und das, was der Referent uns davon berichtete, kam mir mitunter unbekannt vor. Hab wohl viel vergessen. Als ich z.B. den Golem las, noch die DDR-Ausgabe, waren mir viele kabbalistischen und anderen esoterischen Verwicklungen gar nicht geläufig. Ich glaube, heute würde ich das Buch ganz anders lesen. Also: Zeit, mal wieder Meyrink zu lesen!
Herr Sorger hatte es aber auch drauf, den Gegenstand seines Interesses zu dem der Zuhörer zu machen. Er gab eine intensive biographische Übersicht in hoher Informationsdichte (die eine Fragerin sogar anmerkte, was der Referent dann auch bestätigte: Es ist gar nicht so leicht, viel über M.s Leben herauszufinden, vieles ist auch von Legenden umwoben), bebildert, und erzählte von dessen Werken, wie sie entstanden, welche Hintergründe damit oftmals verbunden waren. Es ging sehr viel - kein Wunder bei einem „Mythologen“ - um die okkulten Interessen des Autors, die weit größer waren, als ich vermutet hatte. Es schien so gar so zu sein, dass die ersten Grotesken, in den auch esoterische, magische, phantastische Elemente vorkamen, für Meyrink in erster Linie halt Mittel waren, genau diese Ideen zu verarbeiten; nicht, wie man denken mag, dass es genau anders herum sei, also die Groteske, das Anklagende, etc. im Zentrum stand. Aber die spitzen Attacken in den Grotesken vor allem gegen Nationalisten, Patrioten und vor allem Militärs lagen dem Autor wohl auch sehr am Herzen: Das war für ihn eine Möglichkeit, mit seinen Feinden abzurechnen. Ich habe einige für mich Neues und wohl verschütt Gegangenes (wieder) entdecken können: Über den Dandy Meyrink, den am Ende erfolglosen Bankier, den reich ins Erwachsenenleben Entlassenen, der aber halt kein Geschick im Umgang mit Geld bewies - ja, so kann man das auch ausdrücken, den Okkultisten und Esoteriker. In welcher esoterischen Vereinigung seiner Zeit war er denn nicht?
Zum Schluss ging es um den letzten Roman Meyrinks, „Der Engel am westlichen Fenster“. Ich kann verkünden: Der liegt bei mir schon seit Monaten auf dem SUB, weil ich mich schon längst mal intensiver literarisch mit Dr. Dee beschäftigen will. Nun, die Ausführungen des Referenten gaben dieser meiner Absicht mal wieder einen ordentlichen Schubs. Vielen Dank auch dafür!
Den Titel der Veranstaltung, die den Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe des Arbeitskreises vergleichende Mythologie Leipzig war (Literarische Gespräche), ist recht lang und sperrig; darin wird ja gleich ein großer Teil des Pulvers verschossen, den der Vortrag haben wird, dachte ich eingangs. Na ja, es kam aber viel besser als ich dachte.
Der Ort des Geschehens ist eine Villa, in einem Villenviertel Leipzigs, in Gohlis. Das Budde-Haus ist sicher nicht das am schicksten renovierteste, aber offensichtlich das kulturell interessanteste Haus der Gegend. Auch das für mich eine Neuentdeckung, die mehr meiner Aufmerksamkeit verdient hat!
Fotos kann ich gar nicht anbieten, denn die Beleuchtung war nicht optimal; ich hatte sogar Befürchtungen, dass der Referent sein eignes Konzept nicht lesen konnte. Da könnte man noch mal drauf achten beim nächsten Mal.
Weil ich kein Foto geschossen habe, lichte ich mal die Erzählungsbände ab, die ich von M. habe - also, ich kann ja gleich loslegen mit der Lektüre! Und als Blickfang die Eintritts-Visitenkarte des Abends. Als Moderator stand aber nicht Elmar Schenkel zur Verfügung, sondern Birgit Scheps-Bretschneider.
[6. APRIL 2022 UM 19:00 Budde-Haus, Leipzig - Literarische Gespräche: Phantastisch Reales und real Phantastisches im Werk Gustav Meyrinks]
Ulf Ragnar Berlin im Haus des Buches, Leipzig, 24.03.2022
moderiert hat Manfred Orlowski
Das Jahr 2022 war für mich kein gutes bisher, was Veranstaltungen anbelangt. Klar, die Seuche tat ihr Ihriges, also verhinderte viel, aber es gab eben auch persönliche und private Dinge, die mich immer wieder daran hinderten, Veranstaltungen zu besuchen, auch schon gebuchte, oder wo ich meine Anwesenheit fest zusagte.
Aber nun: Ende März war ich bei „meiner“ ersten Veranstaltung des Freundeskreis SF Leipzig. Endlich. (Und fast hätte es wieder nicht geklappt, weil halt diese persönlichen Kalamitäten noch nicht ausgestanden sind.)
Zu Gast war jedenfalls ein (fast) Hallenser: Ulf Ragnar Berlin.
Ulf ist seit geraumer Zeit in Halle ansässig, gehört aber doch eher zur Kleinkunstszene von Darmstadt. Dort wurde er quasi sozialisiert und er ist da sicher auch ein bisschen stolz drauf, die Darmstädter alternative Kulturszene bereichert zu haben. Zu Recht!
Für die Leipziger was das auf jeden Fall Grund genug, ihn einzuladen.
Eine Lesung? Ja, zum Teil, Ulf hat ja auch geschrieben und veröffentlicht. Zuletzt erschienen Stories übrigens im NEUEN STERN, nur mal so am Rande. Aber auch für WhiteTrain, z.B., hat er viel gemacht. Mir ist er vor allem aus der Anthologie „Dirty Cult“ bekannt, die er ja auch herausgab. (†¦und zu der es mal eventuell hoffentlich eine erweiterte Neuauflage geben wird)
Zu Gehör brachte er eine Piraten-Geschichte, schön gelesen, mit Verve und Spannung.
Aber sein Hauptaugenmerk liegt auf der Malerei. Und so hat er uns mit einer schönen Lichtbildpräsentation seine Gemälde und Grafiken nähergebracht, über seinen künstlerischen Werdegang erzählt, von Maltechniken und Experimenten mit verschiedenen Sorten Öl, auch Speiseöl, berichtet. Ein solches „Experiment“ hatte sogar unangenehme Folgen. Ja, was man so alles für die liebe Kunst macht†¦
Sowohl in der Malerei, als auch in seinen Erzählungen ist er vor allem der Dunklen Phantastik verpflichtet. Der Totenschädel ist sein beliebtestes Sujet - in allen Lebenslagen, also, sozusagen†¦
Faszinierend fand ich aber auch seine sexualisierten Pflanzendarstellungen; so will ich das mal bezeichnen. Was man so alles in der Mandragora-Wurzel sehen kann!
Ein schöner, interessanter, inspirierender Abend, den leider viel zu wenige Gäste erlebten. Aber wer Ulf Ragnar Berlins Werke kennen lernen möchte, hat z.B. noch mal zum ElsterCon im September des Jahres eine Chance, da werden wohl die Gemälde ausgestellt.
Referenzen:
Ulf Ragnar Berlin im Internet
Der Freundeskreis SF Leipzig, mit Infos zum ElsterCon
NEUER STERN: Schwerer Start ins neue Jahr
Dabei fing es eigentlich gut an. Die erste Ausgabe in 2022 (77) war quasi mit Erscheinen vergriffen. Die Exemplare haben diesmal gerade so gereicht. Über das anhaltende Interesse an unserem Fanzine freut sich die Redaktion natürlich; aber hier gibt es schon ein Tränchen wegzudrücken: Da hätte es vielleicht ein paar Heftchen mehr geben können. Lohnte also nicht mal, groß Werbung zu machen …
Na gut, nächster Versuch mit der offiziell am 15. März erscheinenden Ausgabe. 15. März? Ach ja: Lovecrafts 85. Todestag! Daher ist das Heft mal wieder der Dunklen Phantastik gewidmet und wird vornehmlich von Peter Schünemann bestritten, „unserem“ Dunklen Phantasten. Es gibt 3 neue Stories von ihm, dazu Rezis, auf insgesamt 48 Seiten (+ 4 Seiten Farbumschlag).
Tja, aber es scheint ein schwarzer Stern über dem Heft zu schweben. Würde ja passen, aber nicht so: Da kam das Paket noch pünktlich an, aber nicht alle Hefte haben den Postweg überstanden. Also wird es für ein paar Leutchen etwas länger dauern.
Ich bitte jedenfalls diejenigen, die nun länger warten müssen, vielmals um Entschuldigung!
Darauf können sie sich freuen, die Ausgabe 78, „Ein NEUER STERN für die Dunkle Phantastik“ enthält:
Thomas Hofmann: Editorial
Peter Schünemann: 3 Stories - Antrag um Mitternacht, Mehr Gold als genug, Delirium
Warum Weird Fiction? Eine kurze Selbstbefragung von Peter Schünemann
Rezis ab S. 30 zu ...
...Totenschein, von Thomas Hofmann
...von Peter Schünemann: Brett J. Talley: Was nicht leben darf | Fritz Leiber: Herrin der Dunkelheit | Donald Wandrei: Tote Titanen, erwacht! | Stephen King: Das Institut | Stephen King: Später
...von Bernd Wiese (Aus alten Bücherschränken): Kurt Schede: Schatten
...von Thomas Hofmann: Elie Wiesel: Das Geheimnis des Golem
Als Nachtrag und der Vollständigkeit halber noch der Inhalt der 77:
Titelbild von Bernd Zeisberg - großen Dank dafür!
Editorial - Thomas Hofmann
Absinth Trek von Ulf Ragnar Berlin
Rezi zu Sven Haupt: Stille zwischen den Sternen, von Thomas Hofmann
Ekkehardt Brux, 2 x zur DDR-SF (Krupkat: Als die Götter starben & Tuschel: Ein Stern fliegt vorbei)
Volker Adam, 2 x zur osteuropäischen SF (Szameit: Im Glanz der Sonne Zaurak, Alarm im Tunnel Transterra, Das Geheimnis der Sonnensteine & Warschawski: Der Traumladen)
Rezi zu Bruce Sterling: Der Staubplanet, von Volker Adam
Ellen Norten und Bernd Wiese, 2 x Anthologie (M. Schmidt: Am Ende des Regens & EXODUS 43)
Kurz-Rezi zu Christine Hoba, von Bernd Wiese
Aus alten Bücherschränken, Bernd Wiese über:
...Edward Bulwer-Lytton, Das Haus des schwarzen Magiers
...Cornell Woolrich, Die Leiche der Jane Brown
...Jules Verne, Das Dorf in der Luft
Lars Dangel über drei Heftpublikationen aus dem „Kabinett der Phantasten“, JMB-Verlag
Die Warren Ellis Files - 3, von Thomas Hofmann
Der Werwolf - Ein Schauermärchen, von Ulf R. Berlin
Rezi zu Stephen King: Erhebung, von Peter Schünemann
Von Golem und anderen Supermen - Hofmanns Leseliste im Februar/März 22
Mal wieder Zeit, die Leseliste zu vervollständigen. So richtig im Monatsrhythmus wird's gerade nichts. Ist aber nicht schlimm, oder?
Ich mache noch etwas weiter mit den Heftromanen von Eando Binder (dahinter verbergen sich bis 1940 die Brüder Earl Andrew und Otto, danach hat Otto allein unter dem Pseudonym weitergeschrieben). Nun, ob ich den Plan, weitere Roman von ihnen bzw. ihm zu lesen, durchhalte?
Parallel bin ich nun dabei, für mich die Romane von Hubert Selby zu entdecken - keine einfache Lektüre. Und ich fange endlich mal damit an, den lange schon gehegten Plan, die auf Halde liegenden Russen zu lesen. Inzwischen kamen sogar ein paar dazu, so dass in Folge hier sogar für meine Verhältnisse recht aktuell wird. Na ja, ist ja derzeit ein wenig „lesen gegen den Strom“? Meine Worte hier in der Leseliste fallen etwas kurz aus, aber da wird dann mehr in einem der Neuen Sterne zu lesen sein.
Das Bild? Hat wieder nix mit dem Inhalt der gelesenen Bücher zu und, eher etwas mit meinem Gemütszustand, da könnte es derzeit besser gehen...
(alte Zeichnung von mir, Teil einer Collage)
Elie Wiesel: „Das Geheimnis des Golem“
Die Golem-Geschichte mal nicht von G. Meyrink. Der Autor ist ein big name, Friedensnobelpreisträger, Holocaust-Überlebender. Er ist seinem Volk und in seiner Religion sehr tief verbunden, so ist zumindest mein Eindruck nach der Lektüre dieses kleinen Büchleins.
Es ist sehr aufschlussreich und fasst die Legenden und Sagen, den Mythos um die zum Leben erweckte Lehm-Figur des Golems zusammen. So richtig spannend ist die Erzählung nicht. Was das Buch aber für mich so interessant gemacht hat, sind neben den hilfreichen Erklärungen die Zeichnungen von Mark Podwal! Feine, kleine Federzeichnungen die die Stimmung des leicht düsteren spätmittelalterlichen Prag wundervoll transportieren.
7 / 10 Punkte
Hubert Selby: „Requiem für einen Traum“
Obwohl ich Aronofsky zu meinen Lieblingsregisseuren zähle und seine Filme alle irgendwie zumindest besonders finde, war mir gar nicht bewusst, dass sein Film „Requiem For A Dream“ auf eine berühmte Romanvorlage beruht. Zumindest konnte ich das immer gut ignorieren, weil mich Geschichten über Drogenabhängige eher nicht so interessieren. Was der Autor der Romanvorlage noch so schrieb, hatte mich dementsprechend nicht interessiert.
Das änderte sich erst kürzlich, und jetzt bin ich halt dabei, eine Bildungslücke zu schließen.
Der Film von Aronofsky ist besonders, vor allem in seiner Erzählweise. Beeindruckt hatte er mich seinerzeit sehr, als ich ihn das erste Mal sah. Das Elend, das mit der Drogensucht verbunden ist, wird aber, so meine ich, in dem Film nicht wirklich greifbar. Erst zum Schluss, als die Protagonisten mit den Folgen ihrer Süchte konfrontiert werden und der Film ziemlich schlimme Bilder produziert, kann dem Zuschauer deutlich werden, was das bedeutet, abhängig zu sein. Wobei die hier geschilderten Folgen sehr drastisch sind. Ob das in jedem Falle so enden muss? Ich habe da gottseidank keine Erfahrungen.
Als ich die Lektüre begann, war ich erst mal etwas geschockt. Selby schreibt ja seitenweise ohne Absatz, ohne direkte Rede usw. Man muss ich reinlesen, aber das gelang mir schneller als ich dachte. Man wird schon gezwungen, genauer zu lesen, da man ja mitbekommen will, wer da z.B. gerade spricht usw. Und dann merkte ich bald, dass das Buch - wie so oft - mehr zu bieten hat als der Film. Die „Drogenkarriere“, bzw. „Sucht-Karrieren“ der Protagonisten (auch die Mutter ist ja süchtig, okay, das ist sicher bekannt) werden viel deutlicher sichtbar und erkennbar. Man kann eher nachvollziehen, wie sie in diesen Strudel hineingeraten. Auch das Einnehmen der Drogen wird anschaulicher dargestellt; Da bleibt der Film ja regelrecht surrealistisch.
Was das Buch auch mehr kann und macht:
- die Süchtigen reden sich fast bis zum Schluss ein, dass sie gar nicht süchtig sind und immer und jederzeit aufhören können
- der Südstaatenrassismus und die Feindschaft der Südstaaten-Rednecks gegen die „liberalen New Yorker und Junkies“, die auch der behandelnde Arzt teilt.
- die Inkompetenz von Ärzten (nicht von allen!); hat man im Film auch, aber im Buch noch viel deutlicher; deren Mitschuld an den Suchtkrankheiten
- der „Traum“, (dessen Requiem wir miterleben) der Protagonisten wird deutlicher; damit wird auch dessen Verlust stärker empfunden
Noch was: Ich las die DDR-Ausgabe (Aufbau-Verlag 1986); DAS war für mich auch ein kleiner Schock! Hätte nie gedacht, dass es da Buch bei „uns“ gab. Ich kannte es damals auch nicht.
9 / 10 Punkte
Eando Binder: „Anton York - der Unsterbliche“
TERRA ASTRA 5
Die 3 Teile, die das Heft enthält, erschienen im Original 1937-1940, auf Deutsch 1971. Ich denke mal, das war 1971 schon völlig veraltet und überholt.
Die Story hat mir so gar nicht gefallen. Es handelt sich im Grunde um ein Superhelden-Epos, das ähnlich der derzeit ohnehin massenhaft die Filme- und Comicwelt überflutenden Superheldengeschichten aufgebaut ist. Hier haben wir den titelgebenden Wissenschaftler, Sohn eines anderen Wissenschaftlers, der unverdient unbekannt blieb. Der Vater hat an seinem Sohn Ende 19. / Anfang 20. Jh. ein Experiment durchgenommen. Ja, sowas war damals noch möglich, als es noch den Beruf des mad scientist gab. Er gab dem Sohn ein Serum, das ihn für Krankheiten unempfänglich und damit quasi unsterblich, auf jeden Fall sehr langlebig machte.
Der Sohn, Anton, ist auch ein genialer Wissenschaftler. Er hat erst mal eine Wunderwaffe erfunden, die er aber keinem zeigt, weil er davon ausgeht, dass alle anderen Menschen sie missbrauchen würde. Na, so Unrecht hat er damit sicher nicht.
Und er baut ein Raumschiff, dass überlichtschnell fliegen kann. Seine Liebste „verwandelt“ er auch in eine Quasi-Unsterbliche und beide machen sich auf den Weg in die Unendlichkeit.
Im ersten Teil gibt es noch so einen Genius, der aber deutlich böser ist und halt die Weltherrschaft will. Das kann unser Anton verhindern, macht sich dann aber auf den Weg ins All.
In Teil 2 kommen die beiden Weltenraumbummler nach 2000 Jahren zurück auf die Erde. Dort haben sich „die Ewigen“, quasi die alten griechischen Götter auf dem Olymp, inzwischen so sehr gelangweilt, dass sie lieber ihr altes Atlantis wieder haben möchten, aber dafür halt die Erdbevölkerung ausrotten wollen. Auch das können Anton und seine Braut verhindern, wenn auch unter Opfern.
Am Ende - Riesenknall!!! - und Cliffhanger: Alle denken, Anton ist bei dem Zusammenprall seines Schiffes mit dem der Ewigen umgekommen. - Nein, issa nich.
Aber er geriet in ein Paralleluniversum, wo die Entropie langsamer verläuft. Hat seine Frau ausgemessen.
Dort treffen sie auf halbintelligente Hypnose-Bestien, die u.a. Erdmenschen in einer Art Versuchslabor quälen. Dahinter steckt ein anderes Volk, das ein Mittel gegen diese Hypnobestien finden will, seit Jahrtausenden. Aber jetzt ist ja unser Anton da und alles wird gut.
Also ehrlich, das Teil ist so primitiv, dass ich mich schon etwas quälen musste, weiterzulesen. Habe ich aber getan, der Erkenntnis zuliebe. Welche Erkenntnis? Na ja, dass SF mächtig trivial sein kann, wenn sie will.
4 / 10 Punkte
Dmitry Glukhovsky: „Outpost“
Ein Roman, der gerade irgendwie nahe an der Realität erinnern zu scheint. Hier haben wir ein dystopisches Russland - oder Rest-Russland, Moskowien genannt, regiert von einem „Imperator“ - das nach einem Bürgerkrieg in weiten Teilen unbewohnbar, vergiftet, zerstört wurde.
Das Rest-Imperium schickt sich - hier aber nur in der Nebenhandlung - an, die alte Herrlichkeit wiederherstellen zu wollen.
Der „Außenposten“ ist an der Wolga, jenseits davon ist jetzt verseuchtes, unbekanntes Gebiet. Keiner weiß, was da jetzt abgeht.
Die Handlung konzentriert sich auf diesen kleinen Ort und seine wenigen Bewohner. Das Ganze ist dabei recht spannend und die handelnden Figuren konnte mir der Autor nahebringen.
Und ob das am Ende „nur“ eine Art Zombieapokalypse ist, lasse ich hier mal offen und möchte das Buch lieber zur Lektüre empfehlen.
9 / 10 Punkte
Arkadi und Boris Strugazki: „Das lahme Schicksal“
Ein Wiederlesen, von dem ich aber gar nichts gemerkt habe. Das Buch erschien ja 1990 und damals muss ich es wohl gelesen haben (Markierungen im Buch weisen darauf hin), habe aber komplett vergessen, was und dass ich es überhaupt las.
Es gab viel für mich zu entdecken. Das Buch besteht aus 2 Bestandteilen, die kaum was miteinander zu tun haben. In beiden steht ein Schriftsteller im Mittelpunkt. So spielt der Banev-Teil in einer alternativ-historischen Realität. Es ist zwar Russland, aber mittlerweile regiert ein nationalistischer, sich patriotisch gebender „Präsident“. Es gibt nur noch die eine Partei. Das allein fand ich schon mal bemerkenswert, zumal die Autoren diesen Teil in den 60er Jahren schrieben.
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht aber die stille Revolution der Wissensträger, einer neuen Art von Supermen, den von dem Volk und der nationalistischen Elite und Regierung gehassten „Näßlinge“. Wow, was die Strugazkis da alles reingeben - allein der Banev-Teil lohnt die Lektüre!
Der aus den 80ern ist der Sorokin-Teil (Funfact für mich: Damals kannte ich den realen Autor namens Sorokin noch gar nicht, inzwischen zählt der zu meinen Lieblingsautoren.). Das ist jetzt so der Nostalgie-Teil; Anfang der 90er war das ein Gegenwartsroman.
Hier verarbeiteten die Strugazkis auf Bulgakowsche Art ihre realen Erlebnisse als Schriftsteller, die sie mit Zensur, Leuten mit karierten Hosen und dem wissenschaftlich-technischen Fortschritt hatten. Auch ein Funfact: Was wir heute unter „Arbeit 4.0“ und Digitalisierung diskutieren, wird in dem Roman vom Ende der 80er Jahre schon diskutiert.
Alle Achtung! Zweimal erweist sich der Doppelroman als überaus prophetisch, und liest sich zudem auch noch supergut. Manche meinen sicher, der wäre streckenweise langatmig. nee, fand ich nicht!
10 / 10 Punkte
Vladimir Sorokin: „23000“
Weil wir gerade Sorokin erwähnten…
Endlich den 3. Teil seiner Eis-Trilogie gelesen. Man kommt ja schnell wieder rein, denn, um ehrlich zu sein, irgendwie verausgabt hat der Autor sich bei Plot und Handlung der drei Romane nicht. Nach Lektüre von Teil 2 (Bro) hatte ich den Eindruck, den 1. Teil (Ljod) noch einmal gelesen zu haben.
Ganz so ist es diesmal nicht. Aber das Wesentliche wird dennoch wiederholt aus den ersten Teilen. Jetzt geht es in die Schlussphase, die 23000 Sektenmitglieder haben sich gefunden und wollen sich zusammenschließen und ins Licht eingehen, was immer das auch zu bedeuten hat.
Neben den Aktionen, die letzten Kandidaten zum „Aufklopfen“ mit dem Eishammer zu finden, die gerade zu Beginn des Romans als rasanter Action-Thriller geschildert werden (wow!) stehen aber diesmal Leute im Mittelpunkt, die das „Aufklopfen“ als „hohle Nuss“ erlebten - und überlebten. Bei den Versuchen der Bruderschaft des Licht, Brüder und Schwestern zu finden, gibt es genügend Fehlversuche, d.h. Leute, die eben doch nicht das Licht in sich tragen. Die überleben oftmals die brutale Prozedur nicht. Einige schon und die suchen Verbindung zueinander, um sich auszutauschen und ihr Trauma zu bewältigen.
Und das Ende? Verrate ich nicht; aber wer Sorokin kennt, kann sich ausmalen, wie es ist. Ich denke mal, seine Geschichten stehen nicht im Ruf, gute, runde Enden aufzuweisen†¦
9 / 10 Punkte
Eando Binder: „UFOs bedrohen die Welt“
TERRA ASTRA 47
Ohje, das wird leider nicht besser mit der Binder-SF. Dabei ist der Roman noch nicht mal so alt, wie er den Eindruck erweckt. Er wurde 1969 geschrieben, das deutsche Heft ist von 1972. Aber ehrlich: Da hätte ich schon was anderes erwartet.
Ein Schriftsteller, der nix von UFOs hält, erlebt in seiner Waldhütte genau solch eine Begegnung. Er sieht sogar 2 UFOS, die sich gegenseitig bekämpfen.
Als frischbekehrter Ufologe zieht er los, sucht andere Zeugen und will seine neuen Erkenntnisse publizieren. Es glaubt ihm aber niemand. Und dann gibt es noch die Men In Black - ja, da war ich erst einmal erstaunt und habe schnell recherchiert, ab wann es diesen Begriff gibt. Hat den eventuell das Autorenduo erfunden? Nein, leider nicht, den gab es wohl schon seit 1953.
Okay, die MIBs hier sind dann auch gar keine, sondern selber Aliens, und zwar die bösen. Gibt auch gute, die aber auch nicht wollen, dass die Erdlinge zu viel von ihnen erfahren. Unser „Held“ jedenfalls gerät mittenmang in den Jahrmillionen alten Konflikt der zig Millionen Außerirdischen, die sich u.a. auch um die Erde kloppen, ohne dass wir es groß mitbekommen.
Das „Werk“ strotz vor Klischees und simplen Fügungen. Ist fast nicht auszuhalten.
3 / 10 Punkte
Das Lesejahr begann mit ollen Kamellen
(das Bild: Hat soweit nichts mit dem Text zu tun, höchstens stimmungsmäßig. Ansonsten ist es auch eine "olle Kamelle", von mit)
Edmond Hamilton: „Die besten Stories.“
Aufgrund einer Empfehlung eine Bildungslücke geschlossen. So fängt das Jahr doch gut an.
Ein „Klassiker“ der SF, den jede/r kennt, aber auch gelesen hat? Na ja, sein Captain Future kannte ich sogar, aber zugegeben nur als japanische Zeichentrick-Serie. Die gefiel mir als Heranwachsender natürlich gut, jetzt sehe ich sie mit einem gewissen Befremden.
Aber in einer anderen Diskussion wurde mir aus berufenem Munde versichert, dass Hamilton nicht auf seine bekannteste Figur reduziert werden darf. Das wollte ich nun, da ich sowieso auf „alten Pfaden“ wandle, mal überprüfen. Da hilft so eine ausgewählte Sammlung, vom Playboy (hui, hui, aber es kommt ausgesprochen wenig Sex darin vor - eigentlich gar keiner!). Der Hamilton-Band ist sogar der erste der Playboy-Reihe. Und der scheint eine Originalzusammenstellung zu sein, die seine Frau, Leigh Brackett, besorgte und mit Vorwort versah.
Hamilton zeigt ein ziemlich weites Spektrum mit seinen Stories, weiter als seine space operas, die ihn berühmt machten, vermuten lässt.
Er schrieb auch viel für Weird Tales; gleich die allererste veröffentlichte Story von 1926 ist eine, die hätte auch HPL schreiben können: „Der Monstergott von Mamurth“, über einen Reisenden in fremden Wüsten, der auf eine alte Stadt stößt, in der halt so ein Monstergott haust. Natürlich kann der Reisende seine Story noch loswerden, verstirbt aber an den Folgen der Strapazen und Begegnungen, die er ertragen musste.
Was mir insgesamt auffiel, ohne jetzt auf alle Stories einzugehen:
- Die Atomkraft wird angebetet. Wobei auch schon deren Missbraucht thematisiert wird, wenn die Erdlinge die „primitiven“ Stämme auf Mars und Jupiter mit A-Waffen bekriegen. Insofern auch interessant, weil ich ja vor kurzem erst die ersten Foundation-Romane von Asimov las, in denen die Atomkraft auch die entscheidende Kraft / Macht in der Galaxis darstellt, deren Beherrschung die Möglichkeit der galaktischen Reisen und Herrschaft ermöglicht. Auch bei Hamilton ist es die Atomkraft, die galaktische Reise etc. ermöglicht.
- eine gewissen astronomische Naivität. Richtig albern wird es, wenn er die Planeten des Sonnensystems in Reh und Glied wie eine Pioniereisenbahn durch die Galaxis schickt, um eine neue Sonne zu suchen. Die „donnern“ durch das Universum, und das in durchaus nicht mal so langen Zeiträumen. Nicht jeder Stern eignet sich zur Ansiedlung neuer Planeten, da gibt es mitunter schon eifersüchtige Aliens, oder zu strake radioaktive Strahlung, oder der Stern droht selber zur Super Nova zu werden. Also „donnert“ man weiter, kein Problem†¦
- eine Begeisterung für das Weltall. Diesen Sense Of Wonder beschwört Hamilton mit großem Vergnügen und kann diese Begeisterung auch an mich weitergeben. Das ist wirklich herrlich!
- erste Zweifel an der glänzenden Welt der Raumfahrt. Da zeigt sich sogar ein „reifer“ Schriftsteller, der mehr kann, als nur glänzende Augen bei jugendlichen Fans erzeugen. Wenn da ein Mars-Astronaut die Hinterbliebenen seiner Kameraden besucht, um ihnen was vorzulügen, weil sie die bittere und harte Wahrheit des Lebens im Weltall und auf dem Mars nicht ertragen könnten.
- so richtige mad scientists tummeln sich hier. Da gibt es den, der sich selbst einer künstlichen Evolution unterzieht und zum arroganten Supermenschen mutiert, um am Ende als Nur-Gehirn und ganz am Ende Protoplasma zu werden. Oder den Typen, der ein Miniaturuniversum schafft, um da nach Herzenslust Herumexperimentieren zu können, um dabei auch mal ganze Zivilisationen und Planetenbevölkerungen zu opfern.
9 / 10 Punkte
Cixin Liu: „Die wandernde Erde“
Zu dem Erzählungsband habe ich sehr viel geschrieben. Ich wollte das ja erst hier reinsetzen, aber dann†¦ Es ist zu viel für den Blog und dafür ein Artikel für den NEUEN STERN geworden.
Hier nur: Sehr seltsamer Autor, mit einem sehr seltsamen Menschen-, Gesellschaft- und Weltbild. Ich war fasziniert und gleichzeitig abgestoßen von den „Aussagen“ einiger Erzählungen. Echt rabenschwarz, meistens.
Die Stories selbst sind mitunter echt crazy. Was für Ideen! Was für Gedankengänge! Sie wirken aber andererseits mitunter antiquiert und erinnerten mich an die amerikanischer Autoren der 40er und 50er Jahre - so unverstellt und unbekümmert erzählt er drauflos.
Punkte? Hach, schwer - ein paar echte 10er Momente sind dabei, dann wiederum spürte ich den Impuls, die Lektüre abzubrechen. Ich sag mal runde 7 / 10 Punkte
Walter Tevis: „Spion aus dem All“
Unter diesem Titel ist das Buch nicht populär geworden, aber unter dem hier: „Der Mann, der vom Himmel fiel“. Wobei sicher der Film mit David Bowie bekannter ist als die Romanvorlage.
Zu Unrecht! Mir hat das Buch jedenfalls, jetzt wo ich es gelesen habe, viel besser als der Film gefallen; den gucke ich mir aber auch gleich noch mal an.
Das Exemplar, das mir zur Verfügung stand, ist älter als ich. Und es zerfällt, wenn man es liest; fast fühle mich an die Bibliothek der Eloy in „Die Zeitmaschine“ erinnert. Aber selbst diese alten Ausgaben sind antiquarisch nicht gerade günstig zu bekommen.
Aber - sicher durch den Erfolg von „Damengambit“ als TV-Serie Ende 2020 - kommt nun was ins Rollen. Im Juni erscheint eine deutsche Neuauflage des Buches, es wird eine TV-Serie geben (von der ich bisher nicht vermag zu sagen, ob sie wirklich viel mit der Vorlage zu tun haben wird) und eine Comic-Adaption, die sich aber wohl mehr an den 1976er Film orientiert.
Also brauche ich hier gar nicht so viel zu erzählen, man wird im Jahre 2022 an dem Stoff nicht vorbeikommen. Gut so! Das Buch ist eine Wucht! Bin hellauf begeistert!
Der Autor erzählt nicht nur die spannende und anrührende Geschichte dieses Fremden auf einer fremden (unserer) Welt, sondern macht sich auch Gedanken über den Zustand unserer Gesellschaft und Zivilisation. Das alles großartig erzählt. Das Buch ist für meine Begriffe weit weniger sperrig und schärfer in der Aussage als der Film.
10 / 10 Punkte
Eando Binder: „Die neue Steinzeit“
Terra Nova 169
Ist ja nur ein Romanheft. Aber was soll man machen? Da bin ich durch eine Diskussion über Asimov und seine Roboter-Geschichten auf diesen Autor aufmerksam geworden. Der ikonische Titel „I, Robot“ geht, so konnte ich kürzlich lernen, auf Binder zurück. Der vorliegende Roman ist allerdings keine Robotergeschichte.
Der Autor scheint mal ziemlich populär und, wenn man in die isfdb schaut, auch ungemein produktiv gewesen zu sein. Im Deutschen gibt†˜s nur einen Bruchteil, aber immerhin doch einiges, meist aber in Romanheftform, was arge Kürzungen vermuten lässt. Gerade dieser Roman ist lt. genannter Datenbank im Englischen mit gut 200 Seiten in Buchform erschienen, hier nur noch 65†¦
Na ja, aber ich denke, man bekommt einen guten Eindruck.
Also, das Zeug ist uralt und angestaubt, keine Frage. Habe ich aber mit gerechnet und zur Zeit mag ich solche ollen Kamellen.
Ein in künstlichen Schlaf versetzter Mann des 20. Jahrhunderts wird im 50. Jahrhundert planmäßig geweckt. Laut „Plan“ wurde seine Schlafstätte beschriftet. Auf der Plakette stand, man möge ihn doch im Jahre 5000 wecken. - Auch wenn wir gleich sehen werden, dass die Menschen der fernen Zukunft, ihre Kultur und Sprache, kaum noch was mit uns zu tun haben, was ja durchaus nachvollziehbar ist, hat das geklappt.
Die Zukunft ist keine strahlende, kann man dem deutschen Titel ja schon entnehmen.
Ach, niedlich, wie die Zukünftigen auf uns Altvorderen zurücksehen, was sie noch von uns wissen: Eine berühmte Person, von der sie hörten, ist dieser Supreme, der fliegen und ganze Häuser hochheben kann. Und wir hatten da so ein Spiel: „Kapital und Arbeit“: Wer sich am wenigsten bewegt, hat gewonnen.
Nur in der Antarktis hat sich sowas wie eine etwas gehobenere Zivilisation entwickelt; nicht gehalten - denn nach dem totalen Ende von Öl, Kohle und Erzen fiel die Menschheit in die Barbarei zurück. In der Antarktis, wo es längst nicht mehr so kalt ist, hat sich eine neue Zivilisation entwickelt, die aber die Völker, die in die Steinzeit zurückgefallen sind, ausbeutet - Tribute in Form von Menschen (Arbeitskräfte) und Nahrungsmitteln müssen die seit Jahrhunderten entrichten.
Da kommt unser Mann aus dem 20. Jh. gerade recht - klar, der tritt einen Prozess los, der die Steinzeit beenden wird, auch wenn er dafür eingerostete Waffen aus den verlassenen Kellern von New York nutzen muss. Und dann darf er noch die Prinzessin heiraten. Hach†¦
Das Weltbild dieser Vorkriegs-Phantasie (1939 als Fortsetzungsroman in Argosy, das dt. Heft ist von 1971) ist fürchterlich (ein wenig klingt hier noch die Idee vom Krieg, der alle Kriege beenden kann, an; aber es muss halt Krieg sein, um einen Konflikt lösen zu können); der Plot ist nicht gerade originell (was vielleicht ungerecht ist, denn damals war sowas ja noch neu), die Erzählweise geradlinig und einfach gestrickt. Ich weiß nicht, ob ich SF-Fan geworden wäre, wenn ich das als erstes damals gelesen hätte†¦
7 / 10 Punkte
Fanzine-Report 4: BWA Dezember 2021
Das wird hier ein „offener Leserbrief“ - damit versuche ich einfach mal 2 Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: 1. Ein Blog-Eintrag zu meiner kleinen Reihe der Fanzine-Reports und 2. ein LoC an die BWA-Redaktion zu schreiben.
Ich selbst war diesbezüglich gerade etwas unzuverlässig. Uwe Lammers, Chef bei BWA, hat uns eine sehr ausführliche Lesermeinung zu unserem NEUEN STERN, der Bradbury und Jeschke gewidmet war, geschrieben. Und ich? Habe den nicht in den NEUEN STERN aufgenommen. Ich kann mich da hinter einer Entscheidung unseres Redaktionskollektivs verstecken. Aber es ist ja noch nicht das Ende aller Tage†¦
Sollten meine Worte nicht in die BWA einfließen, wäre das also kein Beinbruch.
Vor mir liegt ja bereits ein kleiner Stoß Hefte aus dem letzten Jahr. Ich konzentriere mich aber auf die letzte Ausgabe aus 2021, die 459.
Na, hat mir wieder Spaß gemacht. Ein Vorteil der BWA gegenüber unserem Zine ist ja der Platz, der Leserbriefen eingeräumt wird. Natürlich muss man feststellen, dass es immer „dieselben Verdächtigen“ sind, die sich hier äußern. Zum Beispiel Gerd Maximovič. Und wieder bin ich hier als „Ordentlicher Herausgeber“ (so heißt das nun mal) der APA F.A.N. ein bisschen neidisch, denn auch wenn Gerd ähnlich wie in F.A.N. „sein Ding“ durchzieht, so ist der Beitrag hier in der BWA 459 für mich sehr viel interessanter gewesen als seine Beiträge bei „uns“. Es geht ihm um das „kosmologische Prinzip“, bzw. darum, dass es nunmehr wackelt, da neue Erkenntnisse dieses Weltbild in Frage stellen. Das fand ich absolut interessant!
Sabine Seyfarth schreibt auch unermüdlich Leserbriefe. Ihre sind mitunter sehr persönlich; was zur Zeit von viel Trauer um ihren Liebsten geprägt ist. Aber sie schaut über den schwarzen Rand hinweg und nimmt Bezug auf die Beiträge der Autoren und Autorinnen der vorherigen Ausgabe. u.a. zu Uwe Lammers Editorial aus der 458, in er auf Superhelden-Filme etc. eingeht und auf eine Quelle der Superhelden-Idee: Nietzsches „Übermenschen“.
Ich sehe es übrigens ähnlich wie Sabine, dass dieses Dauer-Feuer aus allen Rohren der Filmschmieden in Sachen Superhelden schon ziemlich nervt. SF im Film ist seit Jahren sehr präsent, aber im Grunde reduziert sie sich größtenteils auf diese Superheldensachen. Dazu kommen noch ein paar andre Franchise-Beiträge, die immer wieder aufgekocht werden. (Ja, klar, es gibt noch genügend anderes Material und der SF-Fan braucht wirklich nicht zu klagen; im Bereich Film und Serien werden wir da schon sehr verwöhnt.)
Ich möchte Sabine auch zustimmen, dass Nietzsches Übermensch nur sehr mittelbar mit den Superhelden der Comic- und Filmwelt von heute zu tun hat. Die Superhelden zeichnen sich in erster Linie durch körperliche, physikalische Besonderheiten aus (die sie meist den Normalsterblichen haushoch überlegen machen), wohingegen Nietzsches Übermensch eher eine Art neues Denken darüber, was ein Mensch ist, darstellt. Nietzsche ging es um geistige Weiterentwicklung (zur Überwindung der ewigen Wiederkehr und des drohenden Nihilismus und Dekadenz) †¦ aber das schreibt Sabine ja.
Doch wenn ich das, was ich mal zum Thema las, richtig erinnere, sind erste „Supermenschen“-Geschichten, auch Superman selbst, durchaus auch von Nietzsche beeinflusst gewesen. Ein interessantes Beispiel ist „Odd John“ von Olaf Stapledon (was ich auch mal wieder lesen müsste!). Die Zwiespältigkeit des Daseins solcher Übermenschen wird da schon stark thematisiert: Die besonderen Fähigkeiten werden von den Normalos als Gefahr und Fremdsein wahrgenommen und abgelehnt. Na ja, die X-Men können davon ja ein Lied singen†¦
Noch ein Gedanke von Sabine, den sie als Beispiel dafür nennt, dass ihr bestimmte SF-Filme nicht so zusagen: das mit den Signalen, die von der Erde ausgesendet werden, und a priori gefährlich sind. Na ja, liebe Sabine, das ist durchaus eine - rabenschwarze, wenig optimistische - Idee, die erklärt, warum „wir“ noch keinen Kontakt zu anderen Wesen aus dem All haben, warum es so still ist im „Dunklen Wald“. Die berühmte Trisolaris-Trilogie aus China erläutert genau das sehr ausführlich und eindringlich, wie ich finde. Der Rat, den jede weiterentwickelte Zivilisation beherzigen sollte, lautet: Verhalte Dich ruhig, ziehe keine Aufmerksamkeit auf Dich, knips das Licht aus.
Auch ein Plus der BWA ist die Aktualität. So finden sich zwei Meinungen zum aktuellen Super-Film (nein, keine Superhelden, aber doch super!): „Dune“. Beide Meinungen stoßen aber ins gleiche Horn - und ich war echt erleichtert. Ich bin auch Fan des Films (schon 4-mal gesehen) und kann es aktuell immer noch schwer ertragen, wenn da was kritisiert wird. Aber beide - Sabine und Michael Baumgartner - finden den Film hervorragend und loben ihn. Gut so!
Ich habe immer noch so das Gefühl, wenn ich an den Film denke, an etwas Bedeutendem teilgehabt zu haben. Und das, obwohl ich zuvor gar kein Dune-Fan war! Den Lynch-Film fand ich nicht übel, aber er hat mich nicht so dolle gefesselt. An das Buch kam ich gar nicht so ran bis dato. Da ist erst mal der enorme Umfang der Gesamt-Story; wenn man die Story in Gänze aufnehmen will, muss man sich durch sehr viele Seiten hindurchlesen. Und es gibt genügend Stimmen, die meinen, dass die Bücher nicht unbedingt besser oder spannender werden mit der Zeit.
Außerdem hat mich die Prämisse: Ferne Zukunft, aber religiös und feudalistisch geprägte Zivilisation, die trotz der Rückständigkeit eine ganze Galaxie umfasst, abgestoßen.
Das hat sich mit dem neuen Film geändert, nun fand ich auch den Roman großartig (Neuübersetzung von Jakob Schmidt) und ich „schlucke“ jetzt die vormals für mich bitteren Pillen - und verstehe auch mehr, warum das so funktioniert, wie Herbert es erfunden hat.
Der Leserbrief von Michael Baumgartner war auch sehr schön - speziell für mich, denn er bespricht darin den NEUEN STERN - die LEM-Ausgabe. Vielen Dank für die guten Worte, Michael!
Und er bedauert, dass er da auch gern mitgemacht hätte. Hmm, ja, lieber Michael, ich muss da an meiner Kommunikation arbeiten und vielleicht so Themen, die wir vorhaben, bekannt geben. Ich / wir sind auf jeden Fall immer sehr an Beiträgen von versierten Leuten interessiert!!!
Aber weiter im Text. Angelika Herzog rezensiert - sehr kurz zu Michael Sullivan. Aber irgendwie hatte ich den Eindruck, da fehlt was (?) - Sie schreibt: „Bevor ich loslege:“ (S. 35) aber dann kommt gar nichts, oder?
Ach, noch eine Film-Rezi, auch sehr aktuell - zu „Ghostbusters Legacy“ - ich war ja skeptisch, weil so ein Reboot aus er letzten Zeit diesbezüglich eine ziemliche Gurke war. Aber DER Film scheint ja wirklich gelungen. Steht dank der Review hier jetzt auf meiner „Musste sehen Liste“.
BWA hat 76 Seiten. Wow! Und viel Inhalt, alle Achtung. Noch viele schöne Rezis, zu einem Jack-Vance-Klassiker, zu einem mir bisher nicht mal aufgefallenen Buch von Natasha Pulley (Der Uhrmacher in der Filigree Street) und einen band aus einem Zyklus von Anthony Ryan, besprochen von Angelika Herzog - sehr interessant! (obwohl ich so eine Einzelrezi zu einem Band aus einem Zyklus eher suboptimal finde) - und einen Doc-Savage-Roman, gelesen von Uwe. Hach, solche Rezis lese ich gern, denn ich werde eher weniger in den Genuss dieser Lektüre kommen, weiß aber so, was da läuft. Dazu wieder eine Perry-Rhodan-Neo-Rezi von Claudia Höfs. Na, in solchen kleinen Dosen kann ich PR ganz gut goutieren.
Highlights der Ausgabe waren dann aber Sabines Report zum letzten PentaCon. Danke, Sabine. Ich selbst war ja auch da, habe es aber nicht für unser Zine geschafft, etwas Adäquates zu verfassen. Aber vielleicht gelingt es mir ja, immer mal wieder was einfließen zu lassen. Es ist schon so, dass man erst weiß, was einem fehlt, wenn es nicht mehr da ist.
Und Ekkehardt Brux sinniert über den Namen „Lucy“ in Popkultur, Archäologie und Raumfahrt etc. - kommt dann aber auf Troja zu sprechen; die Wendung habe ich nicht so ganz nachvollziehen zu können. Aber seine Wissens- Potpourris gefallen mir auch immer.
Die Story von Michael Baumgartner war ja interessant. Ein bisschen schräg, das Ganze; setzt die Flüchtlingsproblematik in ein seltsames Licht, in mehrfacher Hinsicht. Na, ich verrate mal nix, aber - war schon etwas schräg (aber saisonal angebunden - Weihnachten und mit Yeti).
Uwe steuert wieder was aus seinem riesigen Oki-Stanwer-Universum bei; hach, nee, schaffe ich keinen Einstieg, sorry. (Obwohl ich davon diesmal sogar schon was kannte, glaube ich, oder Uwe - da war doch mal so eine Illustration mit dem Skelett-Typen†¦ )
Also, Ihr seht: Man kann viel finden und sich gut mit dem Fanzine aus dem Süden unterhalten. Ich kann†™s empfehlen.
Fanzine-Report 3 - 3 x Fanzine als Erinnerungsspeicher
als da wären:
Zum Ersten: Jörg Herbigs „KNÖ!“
Jörg Herbig ist Horror- und Phantastik-Fan, also zumindest in einem seiner Leben. Weil er das ist, haben wir auch unseren lockeren Kontakt. Aber Jörg kann auch anders, nämlich Punk! Ob ich ihn als solchen auch kennen gelernt hätte?
Jedenfalls widmete er seine neueste Publikation seinem Punk-Dasein. Er war und ist noch Mitglied der Formation UNGUNST. Kennt ihr nicht? Ich auch nicht, d.h., jetzt schon. Die gibt es aber schon ein Weilchen und ist so independent und underground, dass ich sie allein wohl eher nicht entdeckt hätte.
Zugegebenermaßen ist das auch nicht meine Art der musikalischen Fluchtwelten. Für Jörg aber ist es schon ein großes Ding, und das kommt auch gut in seinen Texten rüber, die ihn und uns Leser an die Zeiten in den Clubs und Übungsräumen erinnern sollen.
Die Texte sind durchnummeriert - was ein bisschen wie ein Manifest wirkt - und in Strophenform gesetzt - was wie eine lange Ballade wirkt. Aber keine Bange, sind nicht gereimt. Diese Form wirkt aber: Man sieht genauer hin.
Für mich war das dann auch ein guter Grund im Netz nach der Band zu suchen; und man findet auch was. Insgesamt ein interessantes Teil - und für mich als Jörg-Herbig-Komplett-Sammler ein Muss.
(24 Seiten; DIN A 5, Kontakt: Kann ich gen vermitteln; ich weiß gar nicht, ob Jörg noch hefte hat, an wen er sie so rausgibt, oder ob überhaupt†¦)
Knö? - Steht im Heft.
Zum Zweiten: TERRAsse. Das Begleitheft zum PentaCon 2021
Das kleine Zine ist das †¦, ach, steht ja im Titel. Man kann es daher als Erinnerung an den Con, den letzten PentaCon zu Dresden, der Anfang November 2021 im Kulturzentrum „Palitzschhof“ stattfand, betrachten. An den Con erinnere ich mich gerne, denn er war gut - besser als ich zuvor dachte. Warum? Na ja, es haben sich bestimmte Dinge eingeschliffen, die zu wenig Überraschung bei mancher Ausgabe dieses Cons führte. Aber diesmal waren es recht viele Besucher und Besucherinnen, die Themen waren vielseitig und die Referenten und -innen auch: jung und älter, weiblich, männlich. Nun, soll hier kein Con-Report werden. Danach war ich jedenfalls echt traurig, dass es nun aufhörte und es keinen PentaCon mehr geben wird.
Das Heft dazu ist nicht sehr umfangreich. Es wird durch 2 Texte dominiert. Zum einen eine Rezi zu einem fiktiven Buch, die Karlheinz Steinmüller verfasste; ganz im Sinne Lems. Darin nimmt er Bezug zu seinem Referat, das er auf dem Con gehalten hat. Er befasst sich mit der Möglichkeit des Sterbens. Na ja, kein listiges Thema, wie es scheinen mag. Aber wer die Vorträge von KHS auf diversen Cons kennt, weiß, dass es wieder unterhaltsam war. Der Text ist es auch!
Der 2. stammt von Wolfgang Köhler. Die Story „Das zweite Ich“ beginnt in der Studentenzeit in Dresden in der DDR. Also ein direkter Bezug zum Ort des Con-Geschehens, zu Dresden und dem hiesigen SF-Club. Na gut, dachte ich, das wird so ein Traditions-Ding.
Aber es wurde noch spannend, denn am Ende dreht es sich um eine ganz besondere Form der Alien-Kontaktaufnahme. Hat mir gefallen.
Eriks Simon und Clubchef Ralf P. Krämer unterhalten noch mit Kürzest-Texten. Ach ja, und eine Zeichnung von mir wurde auch genutzt; da bin ich jetzt mal stolz drauf.
(24 DIN A 5 Seiten, Kontakt: ralf-p-kraemer[ at ]t-online.de
Zum Dritten: SF-Notizen #798. Bundesdeutsche Fandomania Teil 5
Weiß gar nicht, ob ich alle 4 vorherigen Teile auch (gelesen) habe, einige auf jeden Fall. Daher war ich sehr erfreut, als Kurt S. Denkena mir anbot, diesen 5. Teil mal wieder gegen einen NEUEN STERN zu tauschen. Wer KSD und das Fanzine NEUER STERN kennt, ahnt vielleicht, welche Ausgabe er sich wünschte: Klar, die mit und über Edgar Rice Burroughs. Übrigens: Die ist nunmehr vergriffen; also, nur falls Fragen kommen.
Wir lesen in den SF-Notizen über die SF-Notizen von 1984/85 und über die SF Times aus dem gleichen Zeitraum, die damals ihr 25. Bestehen feierte. (wow!) Also, das ist dann mal auf jeden Fall pure Erinnerungsarbeit.
MannOhMann, war ja janz scheeen wat los bei Euch da drüben! Es ist von einer Parteigründung die Rede (im Perry Rhodan-Umfeld), von kleinen und größeren Palastrevolutionen, die aber wahrscheinliche außerhalb des Fandoms niemanden interessierten.
Aber das ist nur eine Seite, diese Politik, andererseits lese ich sehr viel von Dingen, die damals erstmalig im Fandom da waren, bzw. besprochen wurden. Ist schon faszinierend.
Die SF-Notizen sind echt zu empfehlen. Kontakt Kurt.Denkena[ at ]superkabel.de
Fanzine-Report, 2. bunTES Abenteuer 2020 - Nr. 49 & 50
Im Sommer 2019 hatte sich in mir die Idee manifestiert, alles von Ingo Scharnewski zu lesen - alles, was im Erfurter TES-Verlag von Gerd-Michael Rose erschienen ist. Wie ich damals feststellte, ist das dann wohl wirklich (fast) alles, was von dem Autor erschienen ist.
Damit hat TES ja so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal, oder? Mir haben die Geschichten von Ingo Scharnewski weitestgehend gut und sehr gut gefallen. Ich habe diese kleine Lese-Challenge jedenfalls nicht bereut.
In der 50. Ausgabe der Heftreihe des Verlages liegt wiederum ein Scharnewski-Titel vor. Ich bleibe da am Ball.
Doch diesmal war es kein 100%iger Genuss. Der Autor nutzt das Podium, um eine Reiseerzählung loszuwerden. Also, ich denke mal, dass er hier eigene, persönliche Erlebnisse zumindest verarbeitet hat. Das liest sich halt wie ein bewusst persönlich gehaltener Reise-Bericht, also, wo man war, was man gegessen hat, wen man traf, was man sich an Sehenswürdigkeiten ansah etc. - Ach so: Wir sind in der Schweiz.
Der Protagonist und sein Freund sind Bibliophile und stöbern gern in Antiquariaten. Da finden sie ein altes Auftragsbuch eines Sarg-Tischlers. Ein Eintrag macht sie stutzig, denn er beschreibt einen „dreieckigen Sarg“. Für wen sollte der denn sein?
Sie recherchieren und kommen auf die Spur einer Legende, Sage, einer volkstümlichen Überlieferung aus dem 19. Jahrhundert. Diese Geschichte gehört in die Sparte „wahre Wunder“, oder dergleichen. Also, ein Bericht über ein phantastisches Ereignis, das so nach wissenschaftlich-materialistischem Standpunkt nicht stattgefunden haben dürfte.
Dem Autor liegt etwas an solchen Stories, die gern haarscharf an „echter“ Phantastik vorbeischrammen. Den Epilog zu seiner Story nutzt er dann auch, von eigenen Erlebnissen dieser Art (haben was mit Hellsichtigkeit, wahren Träumen etc. zu tun) zu erzählen.
Ja, das kann man staunend zur Kenntnis nehmen, gern auch glauben oder auch nicht. Die Unterhaltung in diesem Text generiert sich direkt aus den beschriebenen Erlebnissen. Ob das alles so stimmt, wer weiß? Es gibt so Dinge, zwischen Himmel & Erde†¦
Mir war der „Reisebericht“ zu ausgedehnt, weil mir zu irrelevant; ich muss nicht erfahren, welche tollen Restaurants man so im Urlaub besucht. Insgesamt fand ich die Story diesmal etwas zu unspannend.
Für meine Scharnewski-Sammlung ist das Heft aber allemal wichtig. Und ich freue mich auf neue Stories in dieser Reihe!
2.2. „Mr. Skelmersdale im Feenreich“ von H. G. Wells
Schon erstaunlich, dass es von dem großen Meister noch nicht alles auf Deutsch gibt. Ich denke mal, dass die drei Stories des Bändchens bisher nicht auf Deutsch vorliegen. Ich habe mich jedenfalls sehr darüber gefreut, denn Wells gehört zu meinen Allzeit-Lieblingen der Literatur, vornehmlich der phantastischen. Na ja und da liegt der Hase im Pfeffer†¦, wie man so schön sagt. Allerdings wäre es auch falsch, Wells auf das Phantastische zu reduzieren.
Die Titelstory hat was Phantastisches; wie der Titel schon andeutet. Sie ist übrigens eher weniger spannend oder überraschend, denn der Titel verrät schon so ziemlich alles - außer eines: Besagter Herr hat nämlich einen ganz besonderen, emotionalen Grund, ungern das Feenreich zu verlassen.
Die beiden folgenden Stories sind eher Ehe-Streit- / Beziehungskisten-Geschichten. Nix Phantastik. Aber die Themen „Liebe“ und „Ehe“ ist dann wohl die verbindenden Elemente der drei Texte.
Vielleicht erwartet man von Wells einfach etwas mehr, und die Stories bleiben etwas unterhalb der Erwartungen. Ist aber Ansichtssache, aber vielleicht der Grund weshalb sie bis dato noch nicht auf Deutsch erschienen sind?
Mir hat das Heft durchaus gefallen, bin dankbar, wieder einmal einen für mich neuen Aspekt bei H. G. Wells entdeckt zu haben.
Fanzine-Report, 1. „Totenschein“
Heute darf ich ein anderes, nicht weniger interessantes Fanzine vorstellen. Ein Fanzine, das mir durch sein außerordentliches Format auffiel und meine Neugier weckte.
„Totenschein“, ein Gemeinschaftswerk von Carsten Schmitt und Tanja Karmann.
(Hier im Forum wurde ich übrigens drauf aufmerksam gemacht.)
Als Freund durchaus auch gruseliger Unterhaltung sprach es mich auch inhaltlich an. Denn das ist es: eine Art Gespenster-Postille! Nein, nein, keine Nachrichten, dafür richtig angenehme, gute und unterhaltsame Gespenster-Geschichten.
Auf den 8 Seiten je Ausgabe sind insgesamt 2 Stories je Autor/in. Mit der Sylvester-Gruß-Story über ein armes Mädchen, dass versucht, Zeitungen zu verkaufen und dies erst mit der Hilfe eines unheimlichen Fremden auch schafft von Carsten Schmitt hatte ich noch so meine Problemchen; so richtig kapiert, worauf die Story zielt, habe ich nicht, aber mit den beiden Geschichten von Tanja Karmann über ihre Heldin Stefanie, die übersensibel gegenüber Geister- und Gespenstererscheinungen ist, hat sie meine schwarzen Sinne erreicht.
Besagte Stefanie ist es gewohnt, überall dort die Gespenster in den Häuern zu spüren und zu sehen, wo andere, wir Normalos, nichts mitbekommen. Damit muss man halt erst mal umgehen können†¦ Und sie nutzt die Gabe, den unruhigen Geistern zu helfen in ihrer Not.
Die zweite Story von Carsten Schmitt, „Totenpost“, war dann auch eine Wucht! Sie ist quasi im „Stefanie-Universum“ angesiedelt, aber „Heldin“ ist eine Freundin von Stefanie.
Hier geht es um die Postzustellung an Tote. Nun, klar, man kriegt schon schnell mit, wohin der Hase läuft - aber am Ende hatte ich - echt - Gänsehaut!
Die Idee, das Format, der Inhalt - für mich stimmt bei diesem besonderen Fanzine alles, wie ich finde. Na ja, könnte öfter erscheinen und vielleicht auch umfangreicher sein. Und ob sich weitere Autoren / Autorinnen dort einfinden werden? Bitte gern mehr von Stefanie und ihren Freundinnen!
Meine Lektürewertungsliste 2021
… und die Gewinner sind …
Meine Jahresbesten in 2021. Mehr als die möglichen 10 Punkte
Ina Elbracht: „Pentimenti“, illustriert von Daniel Bechthold
Frank Herbert: „Der Wüstenplanet“
Steven Millhauser: „Zaubernacht“
Weitere Highlights meines Lektüre-Jahres. 10 von 10 Punkte
Arnolt Bronnen: „Film und Leben. Barbara La Marr“
Ina Elbracht: „Klub Tropikal“
Sebastian Guhr: „Mr. Lincoln & Mr. Thoreau“
Sven Haupt: „Stille zwischen den Sternen“
Adam Hülseweh: „Das Vexyr von Vettseiffen“
Daniel Kehlmann: „Beerholms Vorstellung“
George Langelaan: „Die Fliege. Erzählungen aus der phantastischen Wirklichkeit“
Ira Levin: „Rosmaries Baby“
Nils Wiesner: „Das Gralprogramm“
Nils Wiesner: „Das Haus der Lügen und Träume“
Richtig gut gefallen haben mir mit 9 von 10 Punkten:
Barbara Bronnen: „Das Monokel“
Gerd Frey: „OUTPOST. Dunkle Sonne 2“
Petra Hartmann: „Das Serum des Doctor Nikola“
L. Ron Hubbard: „Fear“ (Das Grauen, Opfer der Dämonen)
Ursula K. LeGuin: „Das zehnte Jahr“
Ursula K. LeGuin: „Rocannons Welt“
Waldtraut Lewin: „Artussagen“
Ira Levin: „Die Boys aus Brasilien“
„H.P. Lovecrafts Berge des Wahnsinns“
Richard A. Lupoff: „Zirkumpolar“
Richard A. Lupoff: „Vorstoß in den Äther“
Richard A. Lupoff: „Der Dreifaltigkeitsmann“
Christa Wolf: „Was bleibt“
Gut lesbar, unterhaltsam, aber nicht überragend. 8 von 10 Punkte
Isaak Asimov: „Foundation und Imperium“ (Der galaktische General)
Isaak Asimov: „Zweite Foundation“ (Alle Wege führen nach Trantor)
Daniel Decker: „Dor“
L. Ron Hubbard: „Bote des Grauens“
L. Ron Hubbard: „Doktor Methusalem“
Sven Haupt: „Die Sprache der Blumen“
Bernhard Kempen: „ARKADIA. Ein Greedy-Roman aus dem Xenosys-Universum“
Stanislaw Lem: „Der Mensch vom Mars“
Ira Levin: „Der Kuss vor dem Tode“
Ira Levin: „Die Frauen von Stepford“
Ira Levin: „Rosemarys Sohn“
Ira Levin: „Die sanften Ungeheuer“
Carlos Suchowolski: „Elf künftige Zeiten“
Hat mir nicht so gut gefallen. 6 oder 7 von 10 Punkte
Anthologie „Der vierte Zeitsinn“
Anthologie „Die Lärm-Verschwörung“
Isaak Asimov: „Foundation“ (Der Tausendjahresplan)
Arnolt Bronnen: „Roßbach“ (4 / 10 Punkte)
William S. Burroughs: „Alis Smile & Naked Scientology“
Cixin Liu: „Jenseits der Zeit“
Thea Dorn: „Die Unglückseligen“
L. Ron Hubbard: „Versklavte Seelen“
Marc-Uwe Kling: „Qualityland“
Stanislaw Lem: „Eine Minute der Menschheit“
Frederik Pohl: „Donovans Traum“
Ein paar Bücher hat gar keine Wertung von mir erhalten. Das hat aber unterschiedliche Gründe. Mitunter haben mir die Sachen nicht so dolle gefallen, aber ich traue mir nicht zu, sie wirklich angemessen zu bewerten; da hatte ich schon das Gefühl, das es mir nicht zustünden, hier zu werten.
Andere, wie z.B. das Steinmüller-Buch, möchte ich nicht werten, weil ich involviert bin. Das hat mir z.B. sehr gut gefallen, aber es würde sicher jede/r denken, dass ich da voreingenommen bin.
Arnolt Bronnen: „O.S.“
Virginia Woolf: „Orlando“
Sibylle Berg, Dietmar Dath: „Zahlen sind Waffen. Gespräche über Zukunft“
Monika Maron: „Munin, oder Chaos im Kopf“
Angela und Karlheinz Steinmüller: „Warmzeit“
Motto
„Die Welt der Kunst & Fantasie ist die wahre, the rest is a nigthmare.“
Arno Schmidt
„Er weiß nun auch, was er gegen die … lauernde Stupidität, die sich als Realismus ausgibt, zu tun hat: das Bild von Wirklichkeit eingrenzen, sie mit ästhetischem Maß und nur mit diesem messen, den Schritt in surreale Reiche wagen."
(aus: Gunnar Decker: Franz Fühmann. Die Kunst des Scheiterns. Eine Biographie. S. 201)
Thomas Hofmann, ein Phantastik-Fan
© Thomas Hofmann
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Als Freund der phantastischen Künste artikuliere ich mich seit ca. 1988. Vielleicht kennen einige von Euch meine Zeichnungen. War auch als Rezensent im Fandom unterwegs, einst vor allem im leider nicht mehr existenten Fanzine SOLAR-X, neuerdings im NEUEN STERN (kein Fanzine, nur ein "Rundbrief...")
Dieses Blog soll den geneigten Leser auf Tipps und Termine in Sachen Phantastik aus dem Raum Halle / Leipzig hinweisen. Einer alten SOLAR-X-Tradition folgend möchte ich auch Berichte zu von mir besuchten SF / Phantastik-Veranstaltungen einstellen.
Ich will immer mal wieder auf die Stammtisch-Termine meines Heimat-SF-Clubs, des ANDROMEDA SF CLUB Halle und auf die Veranstaltungen des Freundeskreis SF Leipzig hinweisen.
Man wird hier auch die eine oder andere Rezension zur Phantastik aus alten Tagen von mir finden, von denen zumindest ich meine, dass sie nicht völlig dem Vergessen anheim fallen sollen.
Mehr als Merkhilfe für mich, aber vielleicht auch als Anregung für den einen oder die andere Leser/in wird hier meine kommentierte Leseliste zu finden sein.
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Ein Sommer beim NEUEN STERNMammut - Jul 18 2024 12:50
Archiv
Bücher, die weitestgehend von mir illustriert wurden:
♦ Sagen der Oberlausitz, Nordböhmens und angrenzender Gebiete; Oberlausitzer Verlag A. Nürnberger, 1990
♦ Sagen der Oberlausitz..., Band II, ebd., 1991
♦ Oberlausitzer Kochbuch mit historischen Betrachtungen, ebd., 1991
♦ Märch. d. Bergwelt, ebd., 1991
♦ Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Solar-X-Prod., 1994
♦ Das große Dorfhasser-Buch, Aarachne, Wien, 2000
♦ Christian v. Aster: Nachmieter gesucht, midas 2000
♦ Von dunklen Kräften und alten Mächten, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2001
♦ Das große Verwandtenhasserbuch, Aarachne, Wien 2001
♦ N. Rensmann: Ariane, Bastian, Luzifee und Co., K&C Buchoase,Solingen, 2001
♦ Felten & Streufert: Gänsehautgeschichten, K&C Buchoase, Solingen, 2001
♦ Spinnen spinnen. Die Anthologie zu nützlichen Tieren, Aarachne, Wien 2002
♦ Peter Brandtstätter: Von Schmetterlingen und der Liebe..., Wien, 2002
♦ Feenmond, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2002
♦ Ruf der Ferne, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2003
♦ Frank Haubold: Das Geschenk der Nacht. Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2004
♦ Das Mirakel, Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2007
♦ Rose Noire, Anthologie im Voodoo-Press, 2009
♦ Michael Knoke: Das Tal des Grauens, Voodoo-Press, 2010
♦ Michael Siefener: Die Entdeckung der Nachtseite, Verlag Lindenstruth, 2011
♦ A.G.Wolf: Die weissen Männer, VP 2013
♦ Tobias Bachmann, "Liebesgrüße aus Arkham", Edition CL, 2016
♦ A.G.Wolf: Die weissen Männer, KOVD 2020 (Neuauflage)
♦ Peter Schünemann, "Nachtmahr", Ed. Dunkelgestirn, 2023
♦ Andreas Fieberg & Ellen Norten (Hrsg.): RÜCKKEHR NACH BLEIWENHEIM, p.machinery, 2023
♦ "Angst im Empire", hg.v. Reinhard Klein-Arendt, Ed. Dunkelgestirn, 2024
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Bücher, an denen ich mich beteiligen durfte:
♦ Der Abenteuerwald. Phantastische Nachwuchsanthologie, Kreutziger Verlag, 1996
♦ Das Herz des Sonnenaufgangs, Eine Alien Contact Anthologie, 1996
♦ Liber XIII und andere unerwünschte Nachlässe, Goblin Press, 1999
♦ Lichtjahr 7, Freundeskreis SF Leipzig e.V., 1999
♦ Von kommenden Schrecken, Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2000
♦ Der Erstkontakt. Stories und Bilder aus dem Perry-Rhodan-Wettbewerb, Berlin, 2001
♦ Phantastik 2002, Taschenkalender, 2001
♦ Michael Lohr, Gemurmel aus dem Buch der Drachen, 2001
♦ Hysterisch funktionieren, Aarachne, Wien. 2002
♦ C. Bomann: Anthrins Kind, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
♦ C. Bomann, Parchimer Hexengeschichten, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
♦ Des Todes bleiche Kinder, Abendstern-Verlag, Parchim 2002
♦ Geschichten von Phönix und Sperling. Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2002
♦ Cover: Wilko Müller jr.: Operation Asfaras, Ed. Solar-X, 2003
♦ Alien Contact Jahrbuch 1 für 2002, Shayol, 2003
♦ Alien Contact Jahrbuch 2 für 2003, Shayol, 2004
♦ Alien Contact Jahrbuch 3 für 2004, Shayol 2005
♦ Cover: Carl Grunert: Der Marsspion, DvR, 2005
♦ G. Arentzen: Christoph Schwarz, Detektiv des Übersinnlichen, Bd. 1 bis 6, Romantruhe, 2005
♦ M. Borchard: Der Zeitarzt, SF Blues Bd. 4, edfc, 2005
♦ Cover: Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Ed. Solar-X, 2005
♦ Cover: Carl Grunert: Im irdischen Jenseits, DvR, 2005
♦ Cover: Carl Grunert: Zukunfts-Novellen, DvR, 2005
♦ Markus Kastenholz: Tiamat 1 - Asche zu Asche, VirPriV-Verlag, 2005
♦ Welt der Geschichten 1, Web-Site-Verlag, Mai 2006
♦ Cover: Wilko Müller jr.: Mandragora, Ed. Solar-X, 2006
♦ Kastenholz, Ippensen: Tiamat 2 - Die Stunde Null, VirPriV-Verlag, 2006
♦ Nocturno 6, VirPriV-Verlag, 2006
♦ Alien Contact Jahrbuch 4 für 2005, Shayol, 2006
♦ Welt der Geschichten 2, 2006 (alte Ausgabe; in der Nachauflage von 2008 sind keine Bilder von mir enthalten)
♦ Welt der Geschichten 3, 2008 (neue Ausgabe)
♦ Cover: Bernd Rothe & Astrid Pfister (hg.): Gequälte Seelen; Welt der Geschichten Sonderausgabe, 2008
♦ Robert N. Bloch: Michael Siefener. Eine kommentierte Bibliographie, Verlag Lindenstruth, 2011
♦ Frank W. Haubold: Der Puppenmacher von Canburg, Edition Lacerta(eBook) und CreateSpace Ind. Pub. Platform, 2012
♦ "Saramees Blut", Atlantis 2012
♦ M. Kastenholz: Projekt Hexenhammer, Printausgabe, 2013
♦ Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Shayol, 2014
♦ Richard Kühle: Alraune und der Golem, Goblin-Press, 2015
♦ Ine Dippmann und Uwe Schimunek: Leipzig mit Kindern, Jaron 2015
♦ Leipzig - Visionen. Gestern und heute, FKSFL & Edition Solar-X 2015
♦ Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Memoranda, 2017
♦ Simon & Steinmüller: Leichter als Vakuum, Memoranda, 2017
♦ Uwe Lammers, „Mein Freund, der Totenkopf“, Teil 1, 2017
♦ IF Magazin für angewandte Fantastik # 666, Okt. 2017
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Andymon, Memoranda, 2018
♦ Ferne Welten, Buch zum 14. ElsterCon, 2018
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: SPERA, Memoranda, 2018
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Sphärenklänge, Memoranda, 2019
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Der Traummeister, Memoranda, 2020
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Marslandschaften, Memoranda, 2020
♦ Fahrenheit 145, Buch zum 15. ElsterCon, 2020
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Pulaster, Memoranda, 2021
♦ (N)IRGENDWO (N)IRGENDWANN. Utopie und Humor. Begleitband zum ElsterCon 2022
♦ Goblin Press. Die frühen Jahre: 1990 - 2004. Eine illustrierte Dokumentation von Uwe Voehl, Lindenstruth 2022
♦ Hubert Katzmarz: Im Garten der Ewigkeit, p.machinery, 2022
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Computerdämmerung, Memoranda, 2023
♦ Andreas Fieberg (Hrsg.): ABSCHIED VON BLEIWENHEIM. In memoriam Hubert Katzmarz MMXXIII, p.machinery, 2023
Magazine und SmallPress
Alien Contact, Kopfgeburten, GOTHIC, The Gothic Grimoire, Vanitas, Tanelorn, Fleurie, Bonsai 6 / Zimmerit 5, 1995, Tumor (Sonderheft 8), Andromeda SF Magazin des SFCD 143 / 144, EXODUS 15 / 16 / 17 / 18 / 19 (mit Galerie v. mir, 2006) / 20 / 21 / 22 / 24 / 25 / 27
einblicke. Zeitschrift der Krebsforschung, August 2005,
Watchtower 8 / 9
Die Ruhrstadt-Zeitung 41
ARCANA 6 (2005)
Andromeda Nachrichten 216, 218 / 219, 220, 222, 223, 224
Nova 16 (2010)
Fantastic Artzine 1, Fantastic Artzine. Halb-Zeit, beide 2012
Nova 22 (2014)
Der lachende Totenschädel, Nr. 3 (10 / 2015)
Cthulhu Libria Neo, BuCon-Ausgabe 10/2015
Cthulhu Libria Neo 1, April 2016
Cthulhu Libria Neo 2, Oktober 2016
Cthulhu Libria Haunted Houses, März 2017
EXODUS 36, Juni 2017
Der lachende Totenschädel Nr. 4, Jan.2018
!Time Machine, Januar 2018
IF #7, März 2018
EXODUS 38, 09 / 2018
!Time Machine 2, Januar 2019
!Time Machine 3, April 2020
!Time Machine 4, Januar 2021
Der neue Pegasus Nr. 2, April 2021
!Time Machine 5, Oktober 2021
!Time Machine 6, Januar 2022
!Time Machine 7, Januar 2023
!Time Machine 8, Januar 2024
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Fanzines
aktuell & laufend NEUER STERN, Solar-X, Fiction Post, Goblin Press Hefte
TERRAsse 27 (zum 60. FörsterCon, April 2019)
TERRAsse zum PentaCon 2019
TERRAsse zum PentaCon 2021
REISSWOLF S5, 2024
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CD-Cover
♦ The Beat Of Black Wings: Nightfall; 1999
♦ Syngularity: The Four Horsemen; 2000
♦ Gothica: Within A Dream; 2000
♦ Gothica: Into The Mystic; 2000
♦ The Beat Of Black Wings: Black Love; 2000
♦ Gothica, Workbook 1995, 2003
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