BuCon 2026: Mit Speedy und "Zurück" nach Dreieich
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Der phantastische Höhepunkt des Jahres, das ist ganz klar für die Freunde von Fantasy, Science-Fiction, Horror und allem, was Phantasie beinhaltet, der BuchmesseCon in Dreieich. Diesmal feierte er seinen 40. Geburtstag. Ganz schön alt und ehrwürdig. Klar, dass es mich wieder am Buchmessesamstag nach Hessen zog, wo ich meine neuen Werke vorstellte und mich mit jeder Menge Lese-Nachschub eindeckte.
Etwas nervös war ich ja angesichts der Sorge, ob und wie mein neuer elektronischer Partner Speedy die Kasseler Berge mit dem Gewicht der vielen Bücherkisten bewältigen würde, aber der kleine Micra hielt ganz anständig durch, wenn er mich auch durch seine Navi-Prognose ziemlich irritierte. Doch dazu später.
Ankunft kurz vor Con-Beginn
Ich hatte mich kurz nach 5 Uhr auf den Weg gemacht. Die Strecke kenne ich inzwischen im Schlaf. Was um diese Uhrzeit gar nicht so schlecht ist. Der Verbrauch war deutlich höher als auf meiner gewohnten Strecke Sillium-Goslar-Sillium, doch ich kam immer noch wesentlich günstiger nach Dreieich und zurück als mit einem Verbrenner. Die Ladezeit bei Kassel hat allerdings die Fahrtzeit doch um einiges verlängert, sodass ich erst um 9.45 Uhr, eine Viertelstunde vor Öffnung des Bürgerhauses für Besucher anlangte. Aber man ist ja Routinier, um 10 Uhr waren alle Bücher auf der roten Tischdecke verteilt, die Andrea Tillmanns schon ausgebreitet hatte, und harrten auf die Literaturfans.
Andrea und ihr Mann Guido hatten mir ein dickes Bücherpaket mit meinen Exemplaren von "Zurück" mitgebracht. Wobei die Aufschrift "20 * 'Zurück' -> Petra Hartmann" bei mir einiges Grübeln verursachte. Wieso denn zurück an Petra? Ich hatte die doch vorher noch gar nicht ...? Wenn man morgens beim BuCon seine eigenen Buchtitel nicht mehr versteht, ist das vermutlich auf Koffeinmangel zurückzuführen.
Gleich zu Beginn hatte ich am Tisch eine angeregte Diskussion mit ein paar Kollegen aus dem Blitz-Umfeld über den Verlag, Cover, Hörbücher, KI und darüber, dass wir unsere Romane nächstes Jahr für den Marburg-Con zu Hause lassen können. Okay, das ist eben so, der MVP organisiert den Con und hat alles Recht der Welt, die Spielregeln zu bestimmen. Ja, auch mein "Donnervogel" hat ein Cover, das mit Unterstützung durch KI entstanden ist. Wobei der Künstler echt gearbeitet hat an dem Bild, da steckt nicht nur ein seelenloser Prompt darin. Und dass mein Text 100 Prozent menschengeschrieben ist, merkt ihr hoffentlich beim Lesen. ;-) Naja, den neuen Roman von Michael Buttler werde ich mir vielleicht anderswo holen, er hat jedenfalls sehr spannend davon erzählt.
Es gab viele Wiedersehen mit netten Menschen, alten und neuen Freunden, ein paar Geschichtenweber waren da, ein paar Leute aus meiner Mastodon-Bubble, ein paar ehemalige Facebook-Freunde. Aber ein paar Gesichter fehlten auch.
Mein erster Gang führte mich hinüber zum Stand des Verlags Torsten Low. Ach Mensch ... Torsten fehlt. Ich erstand dort "Der Weg der Maga" von Arndt Waßmann, ein Buch, das ich mir schon lange anschaffen wollte. Später kam Tina kurz an unseren Tisch rüber. "Wie geht's dir?", fragte ich. Was für eine blöde Frage.
Storyolympiade ehrt ihre Sieger
Ein besonderer Termin auf dem Con war die Siegerehrung der Storyolympiade. Die Gewinner des Wettbewerbs zum Thema "Reinkarnation" sind Elke Messer Schillinger, die die Goldmedaille für ihre Geschichte „Dinge mit Charakter“ erhielt, Silbermedaillengewinner Bernd Meisengeier mit „Zwischen Hades und Hoffnung“ und Bronzemedaillengewinner Holger Göttmann mit „Meisterin der Manipulation“. Darüber schreibe ich hier im Blog nochmal etwas ausführlicher.
Das Gute, wenn man einen eigenen Tisch hat: Man kann sitzen. Das Schlechte: Man kann nicht so gut weg. Erik Hantsch schaute kurz vorbei, dem ich gleich erzählen konnte, wie mir "Cor Magis" gefallen hat, das er in der Edition Dunkelgestirn herausgebracht hatte. Gerd-Michael Rose von der Edition TES kam zu Besuch. Ja, wir wollten ja auch nochmal etwas zusammen machen. Und natürlich gab es wieder etwas Gemecker von Dirk van den Boom, weil ich meinen Roman "Der Weltraumplanet" immer noch nicht geschrieben habe. Irgendwann mache ich es wirklich.
Teure Abstecher und schöne Bücher
Ein paarmal habe ich mich dann doch zu einigen teuren Abstechern zu den Kollegen aufgemacht. Beim Leseratten-Verlag, der mich letztens durch den Goldizilla-Comic so begeistert hatte, schnappte ich mir die Sammlung "Santagarn". Auch weil Thomas Heidemann mir ankündigte, es sei wieder eine Feuersturm-Geschichte dabei. Tanja Kummer legte mir noch einen netten Weihnachtsanhänger mit der Aufschrift "Nur ächt mit falsch" dazu. Hat sie etwa einen Druckveler in einem meiner Bücher gefunden?
Eingekauft habe ich vor allem sehr viel "kleine" Sachen. Beim Machandel-Verlag war es "Das goldene Herz des Seepferdchens" von Rita Janaczek, das unbedingt meins werden musste. Am Stand von Shadodex - Verlag der Schatten nahm ich "Der Hauch der alten Birken" von Sabine Riedel mit. Und die Novelle "Der fliegende Köter" von Tina Ariam hatte ich schon vor ein paar Tagen auf meine Einkaufsliste gesetzt, als ich die Ankündigung auf Mastodon las. Als ich oben auf der Bühne am JMB-Stand die schwarzroten Büchlein aus dem Kabinett der Phantasten sah, musste ich ebenfalls zugreifen. Ludwig Bechsteins "Selinde" und Joseph von Eichendorffs "Zauberei im Herbste" sind jetzt auch mein. Ferner erstand ich "Neues aus Neuschwabenland" von Alex Jahnke, auch das Buch stand schon seit einiger Zeit auf meiner Wunschliste. Schließlich noch ein Blick in die Kisten der "Aktion Bücherrettung. Mit fiel die Trilogie "Talavans Erben" von Ralf Winter in die Hände, da konnte ich sie nicht gut zurücklassen.
Kim Rylee erzählte mir etwas über ihren neuen Roman "Spectra Spook - Die Geister-Agentur". Hm, klingt interessant, aber ich glaube, ich würde doch lieber keinen Geist adoptieren. Ein paar Stände weiter fand ich Katharina Gerlach, eine Fast-Nachbarin aus der Nähe von Sillium. Beneidenswert, dass sie ihre Sachen auch auf Englisch herausbringen kann. Ich selbst bin der Sprache gegenüber immer noch etwas gehemmt. Vielleicht sollte ich mal ...
Antragslyrik und Flippercoaching
Meine "Zurück"-Partnerin Andrea Tillmanns jedenfalls hat gar keine Berührungsängste mit der englischen Sprache und reicht inzwischen regelmäßig ihre Kurzgeschichten in Übersetzung bei diversen Ausschreibungen ein. Was sie aktuell schreibt? "Förderanträge", sagt die Physikdozentin mit Schwerpunkt intelligente Textilien ... Wobei Antragslyrik ja auch eine spezielle Kunstform ist. Wie wäre es mal mit einer Sammlung dazu?
Einen neuen Beruf habe ich auch kennen gelernt auf diesem Con: Guido Ehrmann, Andreas Mann, erzählte mir von seinem Nebenjob als Flipper-Coach. Kein Wunder, dass ich an diesen Geräten nie eine ordentliche Punktzahl erreicht habe, wenn ich da einfach nur ungecoacht an den Hebel herumkreckelte. Guido steht an Position 50 der bundesdeutschen Rangliste der Flipperspieler, und Andrea hat es immerhin schon zur Nummer 249 gebracht. Nicht schlecht. Vielleicht mal ein Thema für eine Kurzgeschichte?
Neue Anthologie geplant
Jedenfalls: Wenn Andrea und ich am gleichen Tisch sitzen, dann ist man vor neuen Ideen nicht gefeit. Spontan beschlossen wir, dass wir unserer eben erst erschienenen Anthologie "Zurück" eine zweite folgen lassen wollen. Ein Cover haben wir schon. Einen Titel auch. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen.
Der Tag verging natürlich mal wieder viel zu schnell. Und als ich zusammenräumte, wurde mir klar, mit wie vielen Leuten ich nicht gesprochen habe. Spätestens als ich beim Bücherkisten-Raustragen noch meinen Lieblingsmarburgern vom MVP über den Weg lief. Und: Amandara, das war viel zu kurz im Vorbeigehen, wir müssen mal wieder quatschen. Überhaupt: Wen von euch sehe ich in Leipzig oder Marburg?
Irrsinnige Navi-Prognosen
Der Rückweg war diesmal ungewöhnlich lang, bedingt durch zwei Ladestopps, an denen sich mein Micra Speedy ordentlich sattschlürfen konnte. Der erste war gleich in Dreieich an einem Rewe-Markt, bei dem ich mich noch mit Süßkram und Wiener Würstchen für unterwegs versorgte. Der zweite bescherte mir eine extreme Irritation. Stellt euch vor, euer Navi spuckt euch die Info aus, dass ihr in zwei Stunden euer Ziel erreicht. Und dann wird die Zeit kürzer und kürzer, und kurz vor Kassel sagt euch die Kiste: In 9 Minuten seid ihr da. In 9 Minuten von Kassel nach Sillium? Was immer das Ding auch für eine Abkürzung gefunden haben mag, irgendwo gelten immer noch die Gesetze der Physik. Es ist absolut unmöglich. Und ich wurde langsam nervös. Das Rätsel löste sich erst, als mich das Gerät auf Höhe von Kassel zum Verlassen der Autobahn aufforderte. Da war meine Batterie nur noch zu 20 Prozent geladen, und der Rechner hatte entschieden, dass hier mein Tankstopp sein würde. Sehr vorausschauend. Aber wichtig wäre es mir schon gewesen, wenn er mir von Anfang an eine Ankunftszeit für mein wirkliches Ziel genannt hätte. Jetzt weiß ich auch, warum er mir am Morgen, als ich losfuhr, etwas von zwei Stunden vorgelogen hatte. Nein, diesem Gerät, das sich seine eigenen Gedanken macht, ist einfach nicht zu trauen. Kein Wunder, dass mir auf der Hinfahrt plötzlich eine Stunde verloren gegangen war. Also, Memo an mich: Ab Tag vor der Abfahrt im Netz sicherheitshalber den Routenplaner befragen, das eigene Navi ist leider nicht vertrauenswürdig. Statt um 23.28 Uhr, wie in Dreieich noch prognostiziert, kam ich dann um 1.48 Uhr in Sillium an. Nun gut, ich hatte ohnehin nichts mehr vor an diesem Tag. Also: Gute Nacht, liebe fantastische Welt.
© Petra Hartmann

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