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Kerstin Groeper: Im Eissturm der Amsel

Geschrieben von Petra , in Indianer 27 Februar 2023 · 482 Aufrufe
Indianer, Kerstin Groeper

Kerstin Groeper erzählt in ihrem historischen Roman "Im Eissturm der Amsel" von einer jungen Mandan-Indianerin, einem französischen Trapper und einem Krieger vom Stamm der Lakota, deren Schicksale und Wege sich kreuzen. Der Roman spielt in den Jahren 1808 bis 1814.
Pierre DuMont ist Fallensteller und gehört einer größeren Pelzhandelsgesellschaft an, für die er und seine Kollegen jagen. Die Firma gründet mehrere Handelsstationen, treibt mit verschiedenen Indianerstämmen Handel und hat großes Interesse, in Frieden mit den Indianern zu leben. Das Verhältnis zu den meisten Stämmen ist freundschaftlich oder zumindest von gegenseitigem Respekt und gemeinsamem Nutzen geprägt, nur mit den Blackfeet haben die Jäger Probleme. Immer wieder werden sie von Schwarzfüßen angegriffen, die Indianer töten viele der weißen Trapper und Händler, brennen Handelsstationen nieder und rauben den Weißen die mühsam erbeuteten und erhandelten Felle. Gleich zu Beginn des Buchs wird Pierre gezeigt, wie er Späher der Blackfeet entdeckt und tötet und einen Angriff auf die Handelsstation erlebt.

 

Zupackende Mandan-Indianerin als Trapper-Braut

 

Mato-wea, eine junge Mandan-Indianerin, ist die weibliche Hauptfigur des Romans. Sie ist Waise, lebt bei ihrem Onkel und wird vorgestellt als tüchtige Jugendliche, die sich um ihre jüngere Cousine kümmert, sich auf weibliche Arbeiten bereits ausgezeichnet versteht und einem klassischen Leben als Ehefrau eines Kriegers und Mutter seiner Kinder entgegensieht. Aber bereits von Anfang an wird gezeigt, dass Mato-wea auch zupacken kann und sich und ihre Stammesgenossinnen entschlossen verteidigt. Bei einem Überfall der Lakota auf das Mandan-Dorf stellt sie sich einem Angreifer mutig entgegen und reißt ihn vom Pferd, um ihrem Freundinnen Zeit zur Flucht zu verschaffen. Eine Begegnung, die den Lakota-Krieger Wambli-Luta schwer beeindruckt. Die junge Frau, die ihm den unrühmlichen Sturz beschert hat, geht ihm fortan nicht mehr aus dem Kopf.
Als Pierre, einer Gewohnheit der Trapper folgend, bei den Mandan eine "Ehefrau" beziehungsweise eine Frau auf befristete Zeit für Haushalt und Geschlechtsverkehr kaufen will, erhält er Mato-wea, die ihm in die Welt der weißen Jäger folgt und das Leben in der Handelsstation kennen lernt. Und sie kann vieles von dem einbringen, was sie bei den Mandan gelernt hat. Beim Gerben der Pelze macht ihr keiner der Männer etwas vor. Und mit ihren Kochkünsten kann sie in dem Männerlager sogar ein wenig Kultur einführen ...

 

Heldenhafter, aber auch nachdenklicher Krieger

 

Wambli-luta, der Rote Adler schließlich, ist die dritte Person, aus deren Perspektive der Leser die Ereignisse miterlebt. Ein junger, heldenhafter Krieger, zwar erst am Beginn seiner Laufbahn, aber bereits von allen anerkannt. Er wird als neues Mitglied in eine der angesehensten Kriegergesellschaften aufgenommen. Dabei wird dieser Wambli-luta aber dennoch als ein stiller, nachdenklicher Mann gezeichnet, der immer wieder fragt, ob seine Medizin noch stark genug ist, der auf Visionssuche geht, sich den Qualen des Sonnentanzes aussetzt, um das Große Geheimnis und die Geister sich und seinem Volk gewogen zu stimmen.
Als Krieger wetteifert er immer wieder mit einem gegnerischen Crow-Krieger, sie stehlen sich gegenseitig die Pferde, überfallen die Dörfer des jeweils anderen, kämpfen gegeneinander. Alles hart, aber fair und mit gegenseitigem Respekt. Sogar die Namen der beiden korrespondieren auffallend miteinander: Dachbitche-hisshi, Roter Bär, hat nicht nur das gleiche Farbadjektiv im Namen wie sein Lakota-Widerpart, die beiden treffen auch erstmals aufeinander, als Wambli-luta nach einem Kampf mit einem Grizzly-Bären schwer verletzt und kampfunfähig am Boden liegt, wobei der Crow ihn verschont.
Nur eines unterscheidet Wambli-luta von seinem ständigen Gegenspieler: Aufgrund einer Vision kämpft er niemals gegen Frauen oder Kinder oder tötet sie gar. Während der Crow, um dem ständigen Rivalen eins auszuwischen, dessen Schwester entführt.

 

Glaubhafte Charaktere vor gut recherchierter Kulisse

 

Kerstin Groeper gelingt es, drei außerordentlich glaubhafte Helden mit eigenen, unverwechselbaren Charakteren und Stimmen zu schaffen. Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen zwischen Amerikanern und Engländern, den französischen Trappern und den unterschiedlichen indianischen Stämmen, schildert sie authentische Einzelschicksale und zugleich historische Ereignisse, aber auch Naturgewalten wie die furchtbaren "Amselstürme", die Jagdlager unter Schnee- und Eismassen begraben und zahlreiche Menschenleben fordern.
Gerade Mato-wea als Wanderin zwischen den Welten und Kulturen kommt in dem Buch eine besondere Rolle zu. Durch ihre Augen sieht der Leser nicht nur in die Welt der Mandan hinein, sondern erfährt auch vom Leben in einem Trapperlager und schließlich davon, wie sich eine Mandanin und Trapperfrau bei den Lakota einleben muss.
Gegen Ende des Buches blinkt auch die Hoffnung auf, die in die große Vereinigung aller indianischen Völker, die Tecumseh stiften wollte, gesetzt wird.
Wieder einmal zeigt die Autorin, dass sie intensiv recherchiert hat und sich in der Zeit und Welt, die sie schildert, gut auskennt.

 

Einige sprachliche Macken

 

Kerstin Groeper hat eine große Stärke: die Recherche. Sie hat leider auch eine große Schwäche: die deutsche Spräche. Deklinations-Sünden wie "des Bärens" und "dem Bär" können einem Leser schon manchmal die Freude am Lesen verderben. Unangenehm sind auch einige Bezugsfehler beziehungsweise ungelenk gebaute Sätze wie: "Anpao-win hatte Neuigkeiten von ihren Freundinnen, die sie mit ihrer Mutter austauschte." Natürlich tauschte Anpao-win nicht die Freundinnen mit ihrer Mutter aus, sondern die Neuigkeiten. Man wünscht dieser Autorin einfach mal eine grimmige Korrekturleserin mit scharf gespitztem Rotstift.
Abgesehen davon aber: Ein spannender, gut geschriebener Roman, randvoll mit Leben und Wissen, der sehr viel Spaß macht und an keiner Stelle langweilig ist. Sehr schön.

 

Fazit: Spannender und sachkundig geschriebener Roman über Begegnungen zwischen Indianern und Weißen im frühen 19. Jahrhundert und das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen. Gut recherchiert und unbedingt empfehlenswert.

 

 

Kerstin Groeper: Im Eissturm der Amsel. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2020. 562 S., Euro 16,90.

 

Weitere Bücher von Kerstin Groeper:
Im fahlen Licht des Mondes
Der scharlachrote Pfad
Wie ein Funke im Feuer
Die Feder folgt dem Wind
Kranichfrau
Geflecktes-Pferdemädchen

 

© Petra Hartmann




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Gilbert L. Wilson: Goodbird. Die Welt der Hidatsa

Geschrieben von Petra , in Indianer 30 Januar 2023 · 662 Aufrufe
Indianer, Hidatsa und 1 weitere...

Die Autobiografie des Edward Goodbird, eines amerikanischen Ureinwohners vom Stamm der Hidatsa, wurde aufgezeichnet durch den Anthropologen Gilbert L. Wilson. Das Buch erschien erstmals im Jahr 1914 unter dem Titel "Goodbird the Indian. His Story" und sollte christlichen Kindern die Kultur indianischer Völker nahebringen. Nun legte der Traumfänger-Verlag das Buch in neuer Übersetzung und als ansprechende Hardcover-Ausgabe erneut auf.
"Goodbird" ist eine von insgesamt drei Biografien, die der Anthropologe aufzeichnete - und zwar, das ist das Besondere, als Zuhörer, der seine Gesprächspartner ihre Geschichte selbst erzählen ließ, und nicht als darüberstehender Wissenschaftler, der die einzelnen Aussagen neu ordnete und seinem wissenschaftlichen System einverleibte. So wurde "Goodbird" eine der ersten Autobiografien eines indigenen Amerikaners. Eine weitere Biografie, die Wilson aufzeichnete, war die Lebensgeschichte von Goodbirds Mutter Waheenee, das Buch erschien vor einigen Jahren ebenfalls neu im Traumfänger-Verlag.

 

Zwischen Hidatsa-Tradition und dem Weg des Weißen Mannes

 

Edward Goodbird hat die traditionelle Welt der Hidatsa als Kind noch selbst erlebt, doch ist er gleichzeitig bereits Vertreter einer neuen Generation, die sich in der Welt des "weißen Mannes" zurechtfinden musste. Bezeichnend ist das Foto, das zu Beginn dieses Lebensberichtes abgedruckt ist: Goodbird steht zwischen seinen Eltern und trägt einen klassischen schwarzen Anzug, während Vater und Mutter in traditionelle Gewänder der Hidatsa gekleidet sind.
Goodbird erzählt von seiner frühen Kindheit und kann mit einem dramatischen Auftakt aufwarten. Als Säugling wäre er beinahe ertrunken, als der Stamm mit runden Bullboats einen Fluss überquerte. Er schildert die Bräuche seines Volkes, etwa die Zeremonie der Namensgebung für ein Kind, aber auch die Landwirtschaft bei den Hidatsa, den Bau ihrer Häuser und die Spiele der Kinder. Man erfährt etwas über die Religion seines Stammes und die Bedeutung von Visionen und die Suche nach einem eigenen Schutzgeist.

 

Stammesgötter, Geister und der Christengott

 

Goodbird erzählt aber auch von den Missionaren, die den Hidatsa das Christentum näher bringen wollten. Für ihn und seine Stammesgenossen war es durchaus in Ordnung, den Christengott zu verehren und trotzdem den Göttern und Geistern der Hidatsa die Ehre zu erweisen. Warum die Missionare darauf so wütend reagierten, erschloss sich vielen nicht: "'Warum?', fragten wir. 'Hassen die Missionare unsere Götter? Wir lehnen auch nicht den Großen Geist der Weißen ab? Warum also lehnt ihr unsere ab?'", sagt Goodbird. Und er meint vermittelnd: "Wenn den Weißen unser Glaube fremd erscheint, müssen sie bedenken, dass der ihrige uns auch fremd ist."

 

Goodbird übersetzt Predigten und wird Missionarshelfer

 

Goodbird selbst besuchte bereits die Schule der Missionare. Von Zwangsbeschulung und davon, dass indianische Kinder ihren Familien oft gewaltsam entrissen und in Internaten gequält wurden, ist bei ihm nichts zu lesen. Er hatte das Glück, von dem Missionar Hall eine Menge zu lernen, ohne von seiner eigenen Familie getrennt und seiner traditionellen Kultur entfremdet zu werden. So kann er gleichzeitig von Büffeljagd und traditioneller Landwirtschaft und dem Weg des Weißen Mannes erzählen und beide Welten ohne Hass und Trauma erfahren. Er ist als Übersetzer für den Missionar tätig, übersetzt dessen Predigten ins Hidatsa und lernt interessiert, was in der Bibel steht. Die Taufe erscheint ihm als logischer Schritt auf dem Weg des Weißen Mannes, schließlich wird er Missionshelfer. Seine Bilanz seines Lebensweges schließlich fällt positiv aus. "Ich habe keine Angst", schreibt Goodbird.

 

Schlichte, unpathetische Erzählung

 

Goodbird erzählt einfach und schnörkellos. Es ist eine sehr schlichte, liebevolle, aber unpathetische Schilderung einer untergehenden beziehungsweise untergegangenen Welt und eines recht reibungsarmen Übergangs in eine neue Welt. Zorn und Wut sucht man in diesem Buch vergebens, auch keine Anklage gegen weiße Mörder und Landräuber. Die Hidatsa waren, trotz der verheerenden Pockenepidemie, von vielen schlechten Erfahrungen mit den Weißen verschont geblieben, eher hatten sie als kleineres Volk Probleme mit den Sioux, vor denen sie bei den Weißen Schutz suchten. So kann Goodbird recht entspannt von seinem "neuen Weg" sprechen.
Insgesamt ist es ein sehr interessantes und trotz seines geringen Umfangs auch sehr gehaltvolles, informationsreiches Buch. Goodbirds Autobiografie ist, zusammen mit dem kurz danach entstandenen Buch mit den Lebenserinnerungen seiner Mutter Waheenee, ein außerordentlich wertvolles Zeugnis und eine wichtige Quelle für alle, die sich mit den Hidatsa beschäftigen. Die Illustrationen, die Wilsons Bruder Frederick für den Bericht schuf, tragen dazu bei, das Buch anschaulich und zu einer kleinen Kostbarkeit zu machen.

 

Fazit: Unsentimentaler, schlichter Lebensbericht eines indigenen Amerikaners, der über die traditionelle Lebensweise seines Volkes und den neuen "Weg des Weißen Mannes" erzählt. Reich an Einzelheiten und eine unverzichtbare Quelle über das Leben der Hidatsa im frühen 20. Jahrhundert. Lesenswert.

 

Gilbert L. Wilson, nach Überlieferungen von Edward Goodbird: Goodbird. Die Welt der Hidatsa. Übersetzt von Tobias Enge. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2021. 105 S., Euro 12,50.

 

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Tanja Mikschi: Als der Mond zu sprechen begann

Geschrieben von Petra , in Indianer 27 Dezember 2022 · 484 Aufrufe
Indianer, Tanja Mikschi und 1 weitere...

"Als der Mond zu sprechen begann" ist der zweite Indianer-Roman von Tanja Mikschi. Er spielt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, hauptsächlich in einer Reservation der Ojibwe, und ist eine Fortsetzung des Romans "Auf den Pfaden des Luchses", den die Autorin im Jahr 2015 veröffentlicht hat.

 

Zur Vorgeschichte: Der Held des Romans ist der junge Ma'tscheschke, dessen Geburt und wundersame Rettung im Vorgänger-Band erzählt wurde. Er ist der Sohn von Bizhiu, dessen Eltern ein weißer Trapper und eine Ojibwe-Indianerin waren. Bizhiu war als "Halbblut" unter Weißen aufgewachsen, hatte sich in eine weiße Altersgenossin verliebt und war, da eine solche Beziehung im Dorf seines weißen Vaters undenkbar und lebensgefährlich gewesen wäre, mit seiner Geliebten durchgebrannt. Nach vielen Irrungen und Wirrungen waren sie bei den Cheyenne heimisch geworden. Doch am Ende überlebten nur Bizhiu und Ma'tscheschke, der sich mit seinem Vater auf der Jagd befand, als das furchtbare Sand-Creek-Massaker über die Cheyenne hereinbrach, eines der schlimmsten Verbrechen der US-Armee gegen die Indianer. Bizhiu vertraut schließlich seinen Sohn seinem Jugendfreund David an, der bis dahin Soldat war, nun aber wegen des Massakers desertierte. Bizhiu selbst schließt sich einer Gruppe von Kriegern an, um die Armee zu bekämpfen.

 

Rückkehr mit dem "Sohn einer wunderschönen Mexikanerin"

 

"Als der Mond zu sprechen begann" ist die Geschichte Ma'tscheschkes und zum Teil Davids. Beide kehren zunächst zurück in das Dorf, in dem Bizhiu und David aufgewachsen waren. David gibt den Jungen für seinen eigenen Sohn aus und erzählt, seine Mutter sei eine wunderschöne Mexikanerin gewesen. So erklärt er den etwas dunkleren Teint des Kindes. Aber David war nie ein großer Geschichtenerzähler, und so hat er nach seiner Heimkehr nicht viel über die fiktive Mexikanerin ausgedacht, seine Erzählungen bleiben dünn. Er selbst war ziemlich lange fort und erkennt das inzwischen zur Stadt angewachsene Dorf kaum noch. Mehr noch: Der ehemalige Kramladen seiner Eltern ist inzwischen ein Riesenbetrieb geworden, den seine Geschwister und sein Schwager führen. Und dank des Testaments seiner Mutter gehört David ein Drittel des Unternehmens, sehr zum Missfallen des Schwagers, der den zerlumpten Kerl aus dem Westen am liebsten abservieren will. Die beiden Neuankömmlinge werden erstmal gewaschen und in Anzüge gesteckt, und für den angeblichen Sohn Davids wird ein Hauslehrer eingestellt. Allerdings währt diese Episode nicht lange, bald wird der Deserteur David von seiner Vergangenheit eingeholt, er wird durch einen Hinweis seines Schwagers enttarnt und muss untertauchen.

 

Die Ojibwe-Reservation im nutzlosen Sumpfland

 

Zusammen mit Ma'tscheschke bricht er ins Land der Ojibwe auf, um Bizhius Sohn zu seinen indianischen Großeltern zu bringen. Doch es sind nicht mehr die starken, frei lebenden Ojibwe, die David an der Seite seines Freundes Bizhiu kennen gelernt hatte. Der Stamm ist aufgerieben, die Clans und Familien wurden in eine Reservation im für die Weißen nutzlosen Sumpfland verbracht, Hunger und Elend herrschen vor, und die den Ojibwe vertraglich zustehenden Lieferungen von Nahrungsmitteln sind meist von minderer Qualität, oft werden große Teile davon unterschlagen, und was ankommt, reicht kaum zum Leben. Und doch wird Ma'tscheschke glücklich in den Reihen seiner Familie, glücklicher als in Davids Dorf. Er lernt schnell die Lebensweise des Stammes kennen, wird zum erfolgreichen Jäger, hilft mit dabei, Traditionen aufrecht zu erhalten, erfährt viel über alte Sagen, Mythen und die Heilkraft der Natur, hat Visionen.

 

Aufgerieben von Hunger und Krankheiten - aber besser dran als die Cheyenne

 

An der Seite Ma'tscheschkes, der als Ojibwe zunächst Odayi - er hat ein Pferd - genannt wird und später den Namen Amik - Biber - erhält, erlebt der Leser den Niedergang eines einst mächtigen Volks. Hunger und Elend, der Niedergang des sozialen Lebens und der Verlust alten Wissens sind überall schmerzlich zu spüren. Zu Hunger und Krankheiten gesellt sich der Alkohol. Und der Druck, den die Weißen ausüben, wird immer schlimmer. Da ist es wenig tröstlich, wenn David, der sich frei bewegen kann und aus der Außenwelt berichtet, immer wieder schlimme Nachrichten über andere Indianerstämme, etwa die Cheyenne, mitbringt und erzählt, den Ojibwe gehe es noch verhältnismäßig gut.

 

Christentum und Zwangsbeschulung

 

Manchmal unfreiwillig komisch kommt ein Missionar daher, den die Ojibwe auf den Namen "Stöckchen" getauft haben, weil er ihnen immer zwei gekreuzte Stöckchen vorhält. Stöckchen setzt alles daran, die "Wilden" zu zivilisieren. Wer sich ihm anschließt und seine Kinder in die Schule und später in die Lehre schickt, hat den einen oder anderen kleinen Vorteil, etwa ein bisschen mehr zu esen. Ein weiterer Keil in der Gemeinschaft der Ojibwe. Dann werden Leute für eine indianische Polizeitruppe gesucht, und der Organisator weiß schon aus anderen Reservationen, dass man dazu am besten rangniedere Männchen auswählt und sie mit Macht ausstattet, die seien am loyalsten. Als auch noch Amiks Tochter entführt und in eine Internatsschule gesteckt wird, ist Amik dem Zusammenbruch nahe.

 

Vom Sand-Creek-Massaker zur neuen Familie

 

Der Roman hat nicht einen einzelnen durchgehenden Handlungsbogen, sondern setzt sich zusammen aus mehreren Etappen des Niedergangs der Ojibwe. Es ist eben die Lebensgeschichte eines Jungen, der das Sand-Creek-Massaker überlebte und nun bei den Ojibwe erwachsen wird, zum Mann reift und eine Familie gründet. Insofern könnte das Buch noch endlos so weiter gehen, findet aber dann doch in der Entführung und Zwangsbeschulung von Amiks Tochter einen dramatischen Höhepunkt und zeigt sehr eindringlich, wie grausam das damalige Schulsystem zur Umerziehung der Indianer war. Auch wenn David auch hier recht behält mit seiner Feststellung, dass es den Ojibwe noch relativ gut erging, viel besser jedenfalls als den Kindern der Cheyenne.

 

Gut recherchiert - authentisch erzählt

 

Wie bereits im ersten Teil zeigt Tanja Mikschi, dass sie sich sehr gut in der Welt ihrer Helden auskennt. Sie hat die Lebensweise der Ojibwe nicht nur gut recherchiert, sondern schafft es auch, dieses Wissen authentisch und unaufdringlich zu einer spannenden Geschichte werden zu lassen. So ist "Als der Mond zu sprechen begann" ein fesselndes Buch geworden, das den Leser in die Welt und Zeit der alten Ojibwe entführt und ihn nicht wieder loslässt, bis die letzte Seite erreicht ist. Und es bleibt zu hoffen, dass dies nicht der letzte Roman über Bizhius und Amiks Familie ist. Ein neues Zuckerlager im Sommer steht bevor, und vielleicht erfährt man etwas Neues über einen neuen Typ Indianerschule ...?

 

Fazit: Gut recherchierter und spannend erzählter historischer Roman aus der Welt der Ojibwe. Lesenswert und mit Potenzial für einen dritten Band.

 

Tanja Mikschi: Als der Mond zu sprechen begann. Rückkehr zu den Ojibwe. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2020. 511 S., Euro 16,90.

 

Weiteres Buch von Tanja Mikschi
Auf den Pfaden des Luchses

 

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Katja Etzkorn: Tlingit Moon

Geschrieben von Petra , in Indianer 26 Dezember 2022 · 551 Aufrufe
Indianer, Katja Etzkorn, Tlingit und 1 weitere...

"Tlingit Moon" von Katja Etzkorn ist ein moderner Indianer-Roman, ein Öko-Krimi und zugleich eine Liebesgeschichte über zwei Menschen, die aus unterschiedlichen Welten stammen. Sachkundig und packend erzählt die Autorin von einer jungen Naturwissenschaftlerin und einem Angehörigen des Tlingit-Volks in Alaska, das vor allem durch seine eindrucksvollen Totempfähle berühmt wurde.
Josephine - genannt Joe - und Gooch sind zwei Helden, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Sie: Tochter eines stinkreichen Anwalts und einer extrem statusbewussten Mutter, Absolventin eines Elite-Colleges und in ständigem Widerspruch zum High-Society-Gehabe ihrer Eltern, die nun zum Entsetzen ihrer Mutter bei einem "No-Name-Institut" in Alaska für ihre Doktorarbeit die Gletscher und ihre Veränderungen erforschen will. Er: Ein Pilot und durchtrainierter Sportler, der sich für unwiderstehlich hält und alles poppt, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Allerdings verläuft das erste Zusammentreffen der beiden nicht gerade typisch für einen Baggerversuch Goochs. Als er einen neuen Doktoranden namens Joe abholen und zum Institut fliegen soll, erwartet er aufgrund des Vornamens einen Mann und erscheint extrem leger, um nicht zu sagen: unvorteilhaft, gekleidet. Und an Joe, die als Tochter aus stinkreichem Hause schon ganz andere Bewerber abblitzen ließ, scheitern alle seine Anmachsprüche. Schlimmer noch: Die neue Doktorandin kontert alle seine Aufreiß-Versuche mit trockenem Humor und spitzer Zunge, sodass er vor dem Team ziemlich lächerlich dasteht.

 

Ungenießbar vor dem ersten Kaffee

 

Erst nach und nach stellen beide fest, dass sie sich in ihrem Gegenüber geirrt haben. Die zierliche Joe mit den stets zu großen Pullovern und der chronisch miesen Laune vor dem ersten Liter Kaffee am Morgen, ist keine zickige Schickimicki-Tusse, die das Handtuch wirft, sobald die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken. Sie arbeitet hart und unaufhaltbar auf dem Gletscher und geht bis an ihre körperlichen Grenzen und darüber hinaus, wenn es um die Probenentnahme geht. Und Gooch offenbart nach und nach seine andere Seite, die des traditionellen Tlingit, der Mitglied einer Bootsbesatzung bei den traditionellen Festen seines Stammes ist und an einem eigenen Totempfahl schnitzt, der die Geschichte seiner Familie und seines Clans, aber auch seinen eigenen Weg und seine große Liebe darstellen wird.

 

Unternehmen verklappt Gift in Alaska

 

Spätestens als Joe durch ihre Proben einem großen Umweltskandal auf die Spur kommt und die beiden sich aus "ermittlungstaktischen Gründen" als Liebespaar ausgeben, beginnt es zwischen dem Tlingit und der Anwaltstochter heftig zu funken. Aber die Firma, die in Joes Forschungsrevier ihre hochgiftigen Stoffe verklappt, ist nicht der richtige Mitspieler in einer rosaroten Liebesgeschichte. Was Joe und Gooch herausfinden, wird für die beiden lebensgefährlich.
Katja Etzkorn hat zwei sehr starke, facettenreiche Charaktere geschaffen, deren Auseinandersetzungen und Zusammenwachsen zu verfolgen ein besonderes Leseerlebnis bietet. Vor allem Joes Frotzeleien, ihre Morgenmuffeligkeit und ihre fast an Drogensucht herankommende Abhängigkeit von C8H10N4O2 machen einfach Spaß - und der Leser hat nebenbei auch noch die chemische Formel für Coffein gelernt.

 

Mit traditionellem Boot zum Stammesfest

 

Ebenfalls lehrreich und dabei zugleich lebendig und authentisch herübergebracht lässt die Autorin die Welt der alten Tlingit neben die Welt der Forscher treten. Traditionen und alte Mythen sind für Gooch wesentlich mehr als Folklore und Touristen-Bespaßung. Wenn er sich als Holzschnitzer betätigt, wenn er von den Mythen seines Volkes erzählt und im traditionellen Boot seines Clans zum Stammesfest paddelt, ist alles hohle Machogehabe verschwunden, und Gooch wird zu einem nachdenklichen, ernsthaften Mann und stolzen Erbe seiner Vorfahren.
Darüber hinaus versteht es Katja Etzkorn, spannend und mitreißend zu schreiben und schafft es, die innere Spannung der Charakterentwicklung und die äußere Spannung der Krimi-Handlung und des sich anbahnenden Umweltskandals geschickt ineinander zu verweben. So wurde "Tlingit Moon" zu einem echten Page-Turner, den man beim Lesen nicht so leicht wieder aus der Hand legen kann.

 

Fazit: Faszinierende und liebenswerte Charaktere, freche Sprüche und eine Liebesbeziehung zwischen zwei Welten. Spannend und flüssig geschriebener Roman über ein nordamerikanisches Indianervolk, seine Kunst und seine Mythen - und den Kampf um die Erhaltung seiner Umwelt. Empfehlenswert.

 

Katja Etzkorn: Tlingit Moon. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2020. 512 S., Euro 16,90.

 

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Ida Spix: Die zerbrochenen Flöten

Geschrieben von Petra , in Indianer 25 Dezember 2022 · 531 Aufrufe
Indianer, Azteken, Ida Spix und 1 weitere...

Am Hof des Aztekenherrschers Montezuma spielt der Roman "Die zerbrochenen Flöten" von Ida Spix. Die Autorin schildert die Begegnung von Azteken und Spaniern und den Untergang des Aztekenreichs. Dabei ist ihr Leitfaden das Schicksal des jungen Kriegers Jadefisch, der als Gefangener den Göttern geopfert werden soll - und sich zu seiner Überraschung plötzlich selbst in der Rolle eines Gottes wiederfindet.
Jadefisch ist der Sohn des Herrschers Nachtjaguar aus Cholollan, einem Nachbarreich der Azteken. Als Krieger der "Blumenkriege", die die Völker in der Gegend untereinander führten, um Opfer für ihre Götter zu gewinnen, war er gefangen worden. Nun ist er einer der jungen Männer, die im Musikunterricht von Eins-Affe das Flötenspiel erlernen. Der beste Flötenspieler wird traditionell auserkoren als lebendes Abbild des Gottes Tezcatlipoca, "Rauchender Spiegel". Ein Jahr lang soll er als Ixiptla, "Abbild", den Gott verkörpern, bevor er feierlich geopfert wird und ein neues Abbild des Gottes gewählt wird.

 

Der beste und zugleich der schlechteste Flötenspieler

 

Jadefisch ist ein ganz besonderer Flötenspieler. Seine Lieder haben ebenjenen Zauber, der selbst den alten Musiklehrer fliegen und in höhere Sphären davongleiten lässt. Aber Jadefisch ist zugleich auch der schlechteste aller Flötenspieler, denn auf dem Höhepunkt seiner Lieder verirrt er sich immer wieder, falsche Töne zerreißen die Melodie, der Zauber zerbricht, der Hörer stürzt ab. Schlimmer noch: Er verspielt sich ausgerechnet an dem Tag auf besonders grausame Weise, als der Herrscher Montezuma - beziehungsweise Motecuzoma, denn die Autorin Ida Spix benutzt die aztekische Namensform - die Musikklasse besucht. Ja, es passiert sogar das denkbar Allerschlimmste: Während alle anderen den Blick demütig senken, schaut Jadefisch, selbst ja Spross eines Herrschergeschlechts, dem Herrn über Leben und Tod dreist ins Angesicht. Todsünde! Doch der schlimmste denkbare Frevel hat eine völlig unerwartete Folge. So dreist kann niemand dem Azteken-Herrscher begegnen, kommt es Motecuzoma in den Sinn, es sei denn, er ist selbst ein Gott. Allem Anschein nach hat der gewaltige "Rauchende Spiegel" sein Abbild für dieses Jahr bereits selbst gewählt und gezeichnet.
So wird Jadefisch zum neuen Ixiptla erklärt, wird in die Palasträume des Gottes geführt, gepflegt, gewaschen, gesalbt und mit den Kleidern und Insignien seiner Gotteswürde ausgestattet. Fortan kann er sich in der Stadt relativ frei bewegen, spielt Flöte, spricht mit Angehörigen aller Schichten, spendet Trost, gibt Weisheiten von sich und führt ein relativ angenehmes Leben. Wenn nicht das Damoklesschwert des bevorstehenden Opfertodes über ihm schweben würde.

 

Gottesabbild mit Narrenfreiheit

 

Ida Spix hat mit Jadefisch eine sehr interessante Figur geschaffen, durch dessen Augen der Leser das Aztekenreich und den Hof Motecuzomas sehr gut kennen lernen kann. Als Außenseiter und Fremder einerseits, als Jokerfigur und mit einer gewissen Narrenfreiheit ausgestattet andererseits, drittens schließlich als Vertrauter und Gesprächspartner des Herrschers hat der Ixiptla Zugang zu allen Bewohnern der Stadt und erhält die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu blicken und die politischen Entscheidungen zu erfahren und mitzugestalten.

 

Intrigen am Aztekenhof

 

Zugleich steht Jadefisch im Zentrum mehrerer Intrigen am Aztekenhof und zwischen den Staaten. Denn Motecuzoma würde gern Jadefischs Vater Nachtjaguar als Verbündeten gewinnen und bietet ihm dafür das Leben seines Sohnes an. Ein Deal, den die Priesterschaft natürlich nicht zugeben kann, denn wie könnte man den Gott Rauchender Spiegel um das ihm zustehende Opfer betrügen wollen? Und so soll Jadefisch der Fallstrick werden, der den Aztekenherrscher stürzen lässt. Dass nun auch noch seltsame Fremde, vielleicht Götter, auftauchen und schier unbesiegbare Waffen mitgebracht haben, beschleunigt den Weg in die Katastrophe noch. Und dass sich Jadefisch auch noch in Motecuzomas Tochter verliebt, die längst einem anderen Bündnispartner als Frau versprochen ist, macht die Position des Ixiptla vollends lebensgefährlich.
Ida Spix kennt sich nicht nur mit Kultur und Geschichte des Aztekenreichs aus, sie versteht es auch, spannend zu erzählen, und nimmt den Leser mit in eine untergegangene Welt. So wurde "Die zerbrochenen Flöten" zu einem lehrreichen und fesselnden Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen kann, bis die letzte Seite erreicht ist.
Dass am Ende Cortes über Motecuzoma triumphiert, weiß man aus der Geschichte. Doch wie das Schicksal des lebenden Abbildes von "Rauchender Spiegel" und seiner Geliebten Maisblüte ausging - - - bitte selber lesen.

 

Fazit: Spannender und lehrreicher Roman über das Ende des Aztekenreichs, geschrieben von einer Autorin, die sich auskennt. Empfehlenswert. Und bitte mehr davon.

 

Ida Spix: Die zerbrochenen Flöten. Jadefisch und Motecuzoma. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2021. 393 S., Euro 16,90.

 

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Sabrina Železný: Tod einer Andentaube

Geschrieben von Petra , in Indianer 23 Dezember 2022 · 601 Aufrufe
Indianer, Anden, Peru, Inka und 1 weitere...

Mord im alten Peru: In ihrem Roman "Tod einer Andentaube" erzählt Sabrina Železný von einem Kriminalfall aus dem 13. Jahrhundert. Eine junge, schöne Frau ist auserwählt als Gemahlin des Inka. Und nur wenig später ist sie tot.
Sumaq Urpi, die Taube mit den schwarzen Augen, ist Tochter des Dorfoberhauptes von Cabanaconde. Als der Gesandte des Inka Mayta Qhapac sie für seinen Herrscher auswählt, scheint es für den Ort in den Anden ein außerordentlicher Glücksfall zu sein. Denn das Inkareich ist stark, man kann sich über einen solchen Verbündeten nur freuen, zumal die benachbarten Collagua dem Dorf feindlich gesonnen sind. Da wäre der Inka als Schutzpatron eine gute Sicherheitsgarantie.

 

Geliebter und Gesandter unter Verdacht

 

Doch nun ist die Andentaube tot. Und es stellt sich heraus, dass einige Personen durchaus ein Motiv gehabt hätten, die Hochzeit zu hintertreiben. Da ist Amaru, der Priester des Dorfes, der die Andentaube eigentlich als Opfer für die Berggottheit Walqa Walqa ausersehen hat. Da ist der Geliebte der Toten, der sie eigentlich heiraten wollte und sie zuerst an den heimischen Gott und nun an den Inka verloren hat. Hat er sie aus Eifersucht getötet? Oder war es gar ein Anschlag der Collagua, die ihren Rivalen das Bündnis mit dem Inka verderben wollten? Auch der arrogante Gesandte des Inka zieht den Verdacht des Dorfhäuptlings auf sich und kann nun seines Lebens nicht mehr sicher sein. Schließlich legt eine Person ein Geständnis ab ...

 

Priester und Alpaka als Ermittler-Duo

 

Sabrina Železný lässt Amaru, den Priester des Dorfes, als Ermittler agieren. Begleitet von seinem dickköpfigen Alpaka befragt er die Bewohner, spürt Verdächtige auf, untersucht Motive und Alibis. An seiner Seite lernt der Leser die nur wenig bekannte Welt des Colca-Tals und seiner Bewohner kennen. Eine Welt, die Železný sachkundig und mit der nötigen Portion Erfindergeist schildert. Man erfährt viel über die altamerikanischen Kulturen des späten 13. Jahrhunderts, über Religion, Handelswege, aber auch über Süßkartoffeln, Malzbier und Coca. Wobei die Autorin flüssig und spannend ihre Kriminalgeschichte erzählt und sich nicht zu langatmigen ethnologischen Referaten und Info-Dumps verleiten lässt. So entstand ein kurzer (60 Seiten starker) und kurzweiliger Krimi über eine faszinierende, zum Großteil im Dunkel der Geschichte versunkenen Welt.

 

Fazit: Mordermittlungen im Inkareich mit einem ungewöhnlichen Detektiv und einem bezaubernden Lama. Sachkundig und flüssig geschrieben. Für Freunde besonderer Krininalfälle jenseits des klassischen Tatorts.

 

Sabrina Železný: Tod einer Andentaube. Bremen: Burgenwelt-Verlag, 2014. 40 S., Euro 4,95.

 

Weitere Bücher von Sabrina Železný
Kondorkinder - Der Fluch des Spiegelbuchs
Kondorkinder - Die Suche nach den verlorenen Geschichten
Straka

 

© Petra Hartmann




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Martin Krueger, Robert Götzenberger: Indigene Sprachen Nordamerikas

Geschrieben von Petra , in Indianer 21 September 2022 · 1.359 Aufrufe
Indianer

Das Buch "Indigene Sprachen Nordamerikas" hat vor allem eine Botschaft: Die Sprache "Indianisch" gibt es nicht. Martin Krueger und Robert Götzenberger stellen auf einem kleinen Streifzug durch Nordamerika, respektive durch die USA und Kanada, die unterschiedlichen Sprachfamilien der amerikanischen Ureinwohner vor und gehen auf einige Einzelsprachen mal mehr, mal weniger ausführlich ein.
Der Leser erfährt etwas zur Geschichte beziehungsweise zur konsequenten Vernichtung der Indianersprachen durch die weißen Eroberer und über die zwangsweise Beschulung der Kinder in Internaten, fernab von ihren Familien, wobei ihnen die Muttersprache konsequent ausgetrieben wurde. Die Bestandsaufnahme der Zahlen heute noch lebender Muttersprachler ist traurig. Die meisten Sprachen müssen bereits als ausgestorben gelten. Bei denen, die heute noch gesprochen werden, ist das Alter der noch lebenden Muttersprachler meist sehr hoch, auch hier ist das Aussterben der Sprachen oft nur noch eine Frage der Zeit. Nur für einige wenige indigene Sprachen kann eine günstige Prognose gestellt werden.
Auch der Gebärdensprache der Prärie-Indianer und den Code-Talkers im Ersten und Zweiten Weltkrieg wird jeweils ein Kapitel gewidmet, und die Autoren berichten auch über Linguisten, die sich mit indianischen Sprachen befasst haben. Im Anhang ist zu lesen, wie der Satz "Ich liebe dich" in verschiedenen indigenen Sprachen lautet. Anwendung Glückssache.
Jeweils mit eigenen Kapiteln dargestellt werden die Sprachfamilien der Algonkin-Sprachen, der Athabasken, der Irokesen, der Muskogee, der siouanischen Sprachen und der uto-aztekischen Sprachen. Einzeln abgehandelt werden die Sprachen der Blackfoot, Cheyenne, Cree, Delawaren, Menominee, Ojibwa, Apachen, Navaho, Mohawk, Cherokee, Muskogee, Seminolen, Lakota, Crow, Comanche, Shoshone und Kiowa. Jede Vorstellung einer bestimmten Sprache beginnt mit einem kurzen Dialog, in der zwei Sprecher sich einander vorstellen und meist etwas zu ihrer Herkunft sagen.
Die Botschaft "Indianisch gibt es nicht" kommt auf jeden Fall an. Die Verfasser können sehr deutlich zeigen, wie unterschiedlich die einzelnen Sprachen Nordamerikas sind und wie stark sie sich auch innerhalb der Sprachfamilien unterscheiden.
Negativ ist anzumerken, dass das Buch sehr unstrukturiert daherkommt, beziehungsweise dass die einzelnen Kapitel in ihrem Gehalt und ihrer Schwerpunktsetzung sehr stark voneinander abweichen. So wird bei einigen Sprachen eher der Schwerpunkt auf ihre grammatischen Besonderheiten gelegt, bei anderen mehr auf die Verbreitung und die Zahl der Native Speakers oder auf Versuche zur Wiederbelebung. Bei einigen Sprachen wird eher die Geschichte des betreffenden Volks erzählt, als dass die Verfasser konkret etwas zur Sprache sagen. Wie die jeweils drei bis fünf Seiten der einzelnen Kapitel gefüllt werden, scheint mehr oder weniger dem Zufall geschuldet zu sein, je nachdem, woher sich eher etwas Material zusammenklauben ließ. Der "Streifzug durch kleinere Indianersprachen", auch dies ein Hinweis auf die Unsortiertheit dieses Buches, befasst sich ausschließlich mit der Sprache der Kiowas.
Auch die Dialoge am Kapitelbeginn sind sehr unterschiedlich. Manche beginnen mit einer Begrüßung wie "Hallo", manche mit der Frage "Wie heißt du?", in manchen kann man lernen, wie man fragt: "Wie geht es dir?" Manchen Gesprächspartnern kann man nach diesem Kurz-Kursus erklären, dass man aus Deutschland kommt, manchen aber auch nicht. Sehr unschön ist auch, dass die Dialoge optisch nicht einheitlich gestaltet wurden. Mal steht der deutsche Satz oben und der "indianische" darunter, mal ist es anders herum. Mal sind die Sprecherwechsel wie im Drama durch einen vorangestellten Namen und Doppelpunkt gekennzeichnet, mal nicht. Mal findet sich in kursiver Schrift eine lautsprachliche Wiederholung des indigenen Satzes, mal fehlt sie. Und beim Crow-Dialog wurden bei den letzten beiden Sätzen - "Ich komme aus Deutschland" und "Woher kommst du?" - die Crow-Übersetzungen einfach vergessen. Ein penibles Lektorat und ein zweiter oder dritter Korrekturdurchgang wären diesem Buch zu wünschen gewesen.

 

Fazit: Eine interessante Überblicksdarstellung, die allerdings nicht mehr als den ersten Zipfel jeder einzelnen Sprache bieten kann. Nach der Lektüre wird sich kein Leser mit einem indigenen Amerikaner in dessen Sprache unterhalten können. Aber das können auch andere Bücher nicht leisten. Wer über eine gewisse Unsortiertheit hinwegsehen kann, findet hier eine ansprechende Einstiegslektüre in das Gebiet der "Indianersprachen".

 

Martin Krueger, Robert Götzenberger: Indigene Sprachen Nordamerikas. Ein kleiner Sprachführer durch die wichtigsten Indianersprachen in den USA und Kanada. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2022. 145 S., Euro 16,90.

 

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Antje Babendererde: Wie die Sonne in der Nacht

Geschrieben von Petra , in Indianer 15 Januar 2022 · 689 Aufrufe
Indianer, Antje Babendererde und 2 weitere...

In ihrem Roman "Wie die Sonne in der Nacht" beschäftigt sich Antje Babendererde mit der Kultur der Pueblo-Indianer und der Anasazi in Neu-Mexiko. Das Jugendbuch bietet eine spannende Handlung, eine große Liebe und viel Informationen über Geschichte und Religion dieser amerikanischen Ureinwohner - wobei Quemado Pueblo, einer der Hauptschauplätze, fiktiv ist.
"Wie die Sonner in der Nacht" ist erneut die Geschichter zweier jungen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Die Leser lernen die Pueblo-Kultur durch die Augen der Ich-Erzählerin Mara kennen, die aus Deutschland stammt und kurz vor dem Ende ihres Auslandsschuljahrs in den USA steht. Mara hat, dank eines Frankreich-Trips ihrer Gasteltern das Haus für sich allein, sie ist gerade von ihrem deutschen Freund versetzt worden, der sie eigentlich besuchen wollte, als sie plötzlich Zeuge eines Verkehrsunfalls wird. Ein Indianerjunge steht am Straßenrand, ein Riesentruck fährt viel zu schnell an ihm vorbei, der Junge kippt um, und Mara kümmert sich um den ohnmächtigen Verletzten. Allerdings stellt sich schnell heraus, dass der Junge überhaupt keine Wunden von dem Lastwagen davongetragen hat: Er ist ausgezehrt, dehydriert und hat eine Schussverletzung.

 

Junger Pueblo-Indianer ohne Gedächtnis

 

Kayemo - der Name bedeutet in der Tiwa-Sprache soviel wie "Fallende Blätter" - ist stumm und hat offenbar sein Gedächtnis verloren. Langsam kommen sich Mara und der junge Mann näher, und langsam kommen seine Erinnerungen samt Sprechvermögen wieder. Aber was genau in den Bergen vorgefallen ist, wer auf ihn geschossen hat und was aus seiner Mutter in der einsamen Hütte wurde, müssen die beiden vor Ort klären. An Kayemos Seite gelangt Mara in die raue, mystische Welt der Berge, lernt eine zahme Silberlöwin kennen und begegnet in einem verborgenen Pueblo dem urzeitlichen "Raining Man", einer mythologischen Gestalt, die für Kayemos Volk eine zentrale Bedeutung hat. Die Katchina des "Raining Man" - in diesem Fall aufgefasst als eine Tanzmaske für die Zeremonien der Pueblo-Kultur - war vor langer Zeit dort verborgen worden, und Kayemo war neun Jahre lang in den Bergen fernab seines Volkes allein erzogen worden, um "rein" zu bleiben und dazu fähig zu sein, die Maske zu finden und sie einst als Tänzer und Heiliger Mann zu tragen. Seltsam nur, dass in Kayemos Heimat-Pueblo niemand etwas von dem Jungen und seiner Mission weiß ...

 

Wechsel zwischen den Erzählperspektiven

 

Der Roman ist spannend erzählt und flüssig geschrieben. Etwas verwirrend ist, dass die Autorin nach dem Auftauchen von Kayemo zwischen zwei Erzählperspektiven hin und her wechselt: Maras Part ist weiterhin aus der Ich-Perspektive geschrieben, während Kayemos Gedanken durch einen personalen Erzähler geschildert werden. Doch daran gewöhnt sich der Leser schnell.

 

Kult und Zeremonien bleiben ein Geheimnis

 

Babendererde schafft es, die Bedeutung des Geheimnisses und des Verschweigens für die Zeremonien der Pueblo-Indianer deutlich zu machen: Was heilig war, wurde und wird weiterhin vor Weißen geheim gehalten, und wer interne Informationen, etwa an einen Ethnologen oder Touristen oder in Form einer Kurzgeschichte weitergibt, bricht mehr als ein Tabu und zerstört die Wurzeln dieser Kultur. Insofern ist auch diese Geschichte ganz bewusst in einem fiktiven Pueblo angesiedelt, und die Autorin betont, dass hier nur allgemein verfügbares öffentliches Wissen aus einschlägiger Fachliteratur verwandt wurde, auch wenn sie vor Ort recherchiert hat.

 

Die Anasazi als "Erste Alte"

 

Auch zur Bezeichnung und Selbstbezeichnung der amerikanischen Völker erfährt man einiges. Etwa, dass der Name "Anasazi" inzwischen bei den Pueblo-Völkern verpönt ist. Das Wort stammt aus der Sprache der Navajo und bedeutet soviel wie "Vorfahren der Feinde". Kayemo nennt sie daher lieber die "Ersten Alten". Und auch zur Verwendung des Wortes "Indianer" hat sich die Autorin Gedanken gemacht und sich bei unterschiedlchen Völkern umgehört. Demnach "wurde der Autorin von Seiten der Zugehörigen versichert, dass sie selbst sich so bezeichnen und es bei der Bedeutung des Wortes auf den Kontext und die Art ankommt, wie es benutzt wird."

 

Fazit: Ein spannendes und sachkundig geschriebenes Jugendbuch, das Abenteuer, Kultur, Liebe und eine faszinierende Landschaft zu einer abenteuerlichen und lesenswerten Geschichte verbindet. Macht Lust auf mehr Erzählungen über die Pueblo-Völker.

 

Antje Babendererde: Wie die Sonne in der Nacht. Würzburg: Arena, 2021. 475 S., Euro 12.

 

Weitere Bücher von Antje Babendererde
Findet mich die Liebe?
Rain Song
Isegrim
Julischatten
Schneetänzer

 

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Antje Babendererde: Schneetänzer

Geschrieben von Petra , in Indianer 30 April 2021 · 923 Aufrufe
Indianer, Antje Babendererde und 1 weitere...
"Schneetänzer" von Antje Babendererde ist ein Jugend-Indianerroman, der bei den Cree in Kanada spielt. Erzählt wird die Geschichte eines deutschen Jungen, der auf der Suche nach seinem unbekannten indianischen Vater ist.
Kurz nach seinem 18. Geburtstag erfährt Jacob, dass sein Vater nicht ein unbekannter Mann aus Südostasien und er selbst nicht das Ergebnis eines One-Night-Stands im Marihuana-Rausch war. Nein, sein Vater sei ein Cree-Indianer, verrät ihm der Stiefvater. Die ersten vier Lebensjahre hatte der Junge tatsächlich mit Mutter und Vater gemeinsam in Kanada verbracht, aber ein schwerer Verkehrsunfall hat seine Erinnerungen an diese Zeit komplett ausgelöscht. Nach einer heftigen Auseinandersetzung mit seinem Stiefvater, einem tierquälerischen Schweinebaron, den Jacob bei der Organisation PETA mit einem Video aus dessen Schweineställen ziemlich tief in die Scheiße reitet, fliegt das Familiengeheimnis auf. Emotional aufgewühlt verlässt Jacob kurz vor den Abiturprüfungen seine Familie und fliegt nach Kanada, um seinen Vater zu suchen.
Doch der Ausflug mit dem straffen Zeitplan verläuft vollkommen anders als geplant. Nicht nur, weil ein Mann mit Motorschlitten Jacob nicht wie versprochen zu seinem Vater bringt, sondern ihn mitten im tief verschneiten Wald sitzen lässt. Hunger, Orientierungslosigkeit, Schneesturm und eine Begegnung mit einem Bären sind nur der Auftakt. In der abgelegenen Hütte eines alten Cree-Indianers und seiner "Adoptiv-Enkelin" Kimi findet Jacob nicht nur die Liebe seines Lebens und erfährt mehr über Leben und Tradition der Cree, sondern er kommt auch seinem Familiengeheimnis auf die Spur.
Der Roman ist ausgesprochen spannend und flüssig geschrieben. Zum größten Teil ist die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, und der Leser erlebt die Handlung aus Sicht Jacobs. Weitere Passagen, für die die Autorin die dritte Person wählte, schildern Gedanken und Gefühlsleben Kimis, die als einzige Überlebende einer Brandkatastrophe nicht nur am Körper Narben davon getragen hat.
Abenteuerliche und eher sensible zwischenmenschliche Situationen wechseln einander ab, Informationen über Kultur und Sagenwelt der Cree treffen auf das klassische Gefühlschaos eines jungen Menschen zwischen Abiturstress und erster großer Liebe.
Mit Jacob und Kimi schuf Antje Babendererde zwei starke, eigenwillige Charaktere, die trotz der sehr ungewöhnlichen, sehr konstruiert wirkenden Ausgangslage - deutschindianischer Pubertierender, Massentierhalterskandal, Survivalsetting, Familientragödie, Brandkatastrophe, Gedächtnisverlust, Träume und Sagenwelt - sehr authentisch und berührend herüberkommen. Dass Jacobs Mutter mehr als einmal gelogen hat, ist am Ende nur konsequent. Man hatte es ja geahnt, als sich die Anzeichen häuften, und es sich als Leser auch gewünscht.

Fazit: Spannendes und atmosphärisches Jugendbuch mit Ethno- und Survival-Hintergrund und Liebesgeschichte. Abenteuerlich, informationsreich und mit einem Schuss Romantik. Lesenswert.

Antje Babendererde: Schneetänzer. Würzburg: Arena, 2019. 389 S., Euro 17.


Weitere Bücher von Antje Babendererde
Findet mich die Liebe?
Rain Song
Isegrim
Julischatten
Wie die Sonne in der Nacht

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Brita Rose-Billert: Sheloquins Vermächtnis

Geschrieben von Petra , in Indianer 09 Januar 2021 · 855 Aufrufe
Brita Rose-Billert, Skwahla und 2 weitere...
"Sheloquins Vermächtnis" von Brita Rose-Billert ist ein moderner Indianer-Roman, der an der Nordwestküste Kanadas im Gebiet der Skwahla und Squamish spielt. Geschildert wird ein Kriminalfall, der, wie die Autorin im Vorwort betont, frei erfunden ist, aber gleichzeitig Geschehnisse verarbeitet, die so und ähnlich mehrfach geschehen sind und weiterhin geschehen: "Der Landraub ist den Ureinwohnern immer gegenwärtig, auch heute noch", schreibt sie. Auch eine wirkliche Vorlage für den titelgebenden Sheloquin habe es gegeben.
Sheloquin ist ein alter Indianer, der einen unglaublich schönen Flecken Land besitzt. Ein weißer Unternehmer namens Barn will das Land haben, macht zunächst finanzielle Angebote, dann folgen Drohungen, schließlich wird der alte Mann, der nicht verraten will, wo er die Besitzurkunde versteckt hat, zu Tode gefoltert.
Die Besitzverhältnisse sind zunächst unklar, der Stammesrat tagt. Wäre der alte Mann ohne Erben gestorben, wäre das Land an den Stamm zurückgefallen. Doch es gibt einen Erben: Cody White Crow, dem Sheloquin vorausschauend längst die nötigen Papiere übergeben hatte. Und Cody ist wild entschlossen, das Land nicht an den weißen Immobilienhai zu verkaufen, sondern es für sein Volk unberührt zu bewahren. Allerdings bekommt Cody sehr starken Gegenwind aus den eigenen Reihen: Sein Stiefbruder David, ein Totempfahlschnitzer, würde das Land gern verkaufen, vor allem, da er damit rechnet, dass es sonst noch weitere Tote geben wird. Eine Befürchtung, die nicht von der Hand zu weisen ist. Inzwischen ist längst ein Auftragskiller engagiert und versucht herauszufinden, wer Sheloquins Erbe ist.
Der Roman vereinigt eine spannende Abenteuer-Handlung mit Informationen über die Lebensweise der Skwahla. Cody ist ein Mensch, der die alten Traditionen achtet und sehr eng mit der Natur und den Bergen verbunden ist. Er glaubt auch fest an die "kleinen Leute", die am Stolo-Fluss leben, und ist überzeugt, dass sie es sind, die ihn beschützen, als er vor dem Auftragskiller Share und seinen Kumpanen flüchten muss. Unterstützung erhält er außerdem von der jungen Montaya Sun Road, einer Sqamish-Indianerin und Anthropologie-Studentin, die im Museum in Vancouver arbeitet und Besucher über die Geschichte und Kultur der Küstenstämme aufklärt.
"Sheloquins Vermächtnis" ist gut geschrieben, die Handlung ist spannend, die Geschichte liest sich zügig und entwickelt beim Lesen einen gewissen Sog, sodass man das Buch erst wieder aus der Hand legen kann, wenn die letzte Seite erreicht ist.
Der Krimi-Teil allerdings weist einige Macken auf. So erscheint vollkommen unverständlich, warum Share so hartnäckig und gewalttätig gegen Montaya vorgeht. Der Mann will eigentlich nur von ihr wissen, wer der Erbe Sheloquins ist. Als die junge Studentin ihm wahrheitsgemäß erklärt, sie wisse es nicht, versucht er zunächst, sie zum Mitfahren in seinem Auto zu überreden. Dann folgt er dem Bus, mit dem sie fährt. Später überfällt er sie an einem Imbissstand und will sie in sein Auto zerren. Am Ende greift er sie an, als sie mit ihrem Freund Pat in dessen Auto unterwegs ist. Dieses Verhalten ist weder professionell noch logisch. Wieso sollte eine Sqamish-Indianerin, die in Vancouver arbeitet, etwas über Interna des Skwahla-Stammes, über die gerade erst die Ratsmitglieder informiert, aber eben nicht ganz informiert, worden sind, wissen? Von einem Profikiller sollte man erwarten, dass er unauffällig vorgeht und nur sein Opfer ausschaltet ...
Von einem Profikiller sollte man ebenfalls erwarten, dass er halbwegs zielsicher ist, Aber er schafft es das ganze Buch über nicht, auch nur einen einzigen Menschen zu erschießen. nicht einmal einen alten Angler, der bei unbewegtem Wasser wie auf dem Präsentierteller vor ihm liegt, während der Profikiller in aller Seelenruhe seine Waffe ausrichten und den Mann mit dem Zielfernrohr einmessen kann.
Auch die Art, wie der letzte Beweis gegen den Immobilienhai Barn auftaucht, erscheint absolut an den Haaren herbeigezogen.
Spoiler
Hier wäre ein bisschen mehr kriminologisches Geschick wünschenswert gewesen. Abgesehen davon aber ein sehr spannender und lesenswerter Roman, der vor allem in den Kämpfen Codys gegen die Verbrecher in den Bergen ausgesprochen mitreißend ist.

Fazit: Krimi aus der Welt der amerikanischen Ureinwohner. Ein Plädoyer für die Rechte der Indianer und den Erhalt der Natur. Leichte Macken in der Krimi-Handlung, aber sehr spannend und lesenswert.

Brita Rose-Billert: Sheloquins Vermächtnis. Kanada-Roman. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2019. 196 S., Euro 9,90.



Weiterer Roman von Brita Rose-Billert
Maggie Yellow Cloud


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Kathi Wallace: Assiniboin Girl

Geschrieben von Petra , in Indianer 28 Januar 2017 · 1.682 Aufrufe
Indianer, Assiniboin und 2 weitere...

"Assiniboin Girl" ist ein moderner Indianer-Roman für Jugendliche. Erzählt wird die Geschichte der jungen Mary Two Dog, einer Assiniboin-Indianerin, die fern von Stammesriten und Traditionen in New York aufwuchs. Doch nun muss sie zu ihrer Großmutter in ein Indianerreservat ziehen, in einen einsamen Wohnwagen am Ende der Welt.
Mary ist vollkommen amerikanisch erzogen worden, einzig die Welt der Großstadt ist ihr vertraut. Als ihre Eltern in einem Verkehrsunfall sterben, kommt sie zunächst bei einer Tante unter, auch diese hat die traditionellen und spirituellen Pfade der Assiniboin verlassen und arbeitet als FBI-Agentin. Mary zieht mit ihr in eine fremde Kleinstadt, wo die Tante undercover einen rassistischen Polizeichef beobachten soll. In der Schule hat sie einen schweren Stand, Mitschülerinnen hänseln sie. Gerade hat sie den Nachbarsjungen Steve als Freund gewonnen, als die Ermittlungen ihrer Tante eine brandgefährliche Wendung nehmen. Die Entscheidung der Tante ist knallhart: Mary muss sofort weg, in Sicherheit. Und Sicherheit bedeutet: die Assinoboin-Reservation, in der ihre unbekannte Großmutter lebt ...

 

Krimi-Plot und Geschichte der Assiniboin

 

Der Roman verbindet einen Krimi-Plot mit einer Reise in die Spiritualität und Geschichte eines indianischen Volks. Der Leser erfährt etwas über traditionelle und noch heute durchgeführte Zeremonien wie Schwitzhütten und die Suche nach einer Vision. Mary, deren Großmutter nicht nur eine weise, sondern in ihrem Volk auch eine Heilige Frau ist, lernt die Traditionen der Assiniboin kennen und hat immer wieder Visionen von einem etwa gleichaltrigen Mädchen namens Mahpiya, das in der alten Zeit gelebt hat, als die Assiniboin noch frei waren und mit den Weißen Handel trieben.

 

Zu viele Themen auf zu engem Raum

 

Der Roman ist flüssig geschrieben und lässt sich zügig lesen. Für jugendliche Leser ist er gut geeignet und bietet einen Einstieg in die Welt der Assiniboin. Etwas unschön ist allerdings, dass der Roman einfach zu "voll" ist. Es sind zu viele Themen und Handlungsfäden auf zu engem Raum angerissen und nicht vollkommen ausgesponnen. Auf nur 200 Seiten erzählt Kathi Wallace vom Unfalltod der Eltern, von den Ermittlungen der Tante, von gewalttätigen, indianerhassenden Mitschülerinnen und der aufkeimenden Freundschaft zwischen Mary und Steve, aus der vielleicht eine Liebe werden könnte, sie schildert das aktuelle Leben im Reservat, Marys "Selbstfindung" in den alten Riten, breitet eine weitere Handlungsebene mit dem Blick in Machpiyas Welt der alten Assiniboin des 19. Jahrhunderts aus, schildert deren Begegnung mit Weißen und die Pockenepidemie, die viele Stammesmitglieder ihr Leben kostete, lässt dann Marys Tante, nachdem sie zusammengeschlagen wurde, im Krankenhaus zwischen Leben und Tod schweben und nur durch eine Heilzeremonie der Großmutter wieder gesund werden, schließlich Achtung, Spoiler, folgen die Ermordung Steves und die Gerichtsverhandlung gegen den rassistischen Polizeichef - all das hätte locker zwei oder drei umfangreichere Romane füllen können.
So bleibt vieles notgedrungen an der Oberfläche, vieles wird einfach zu kurz abgehandelt, die vielen Themen neutralisieren sich gegenseitig in ihrer Wirkung. Schon dass die Erzählerin ihre Heldin mitten aus den Ermittlungen in einem spannenden und gefährlichen Kriminalfall einfach aus der Handlung herausreißt und in die Abgeschiedenheit und Zeitlosigkeit eines Reservats versetzt, während die Tante, die sich in Lebensgefahr begibt, vollkommen von der Bildfläche verschwindet, ist für den Leser ziemlich unbefriedigend.

 

Vielversprechendes Debüt von Kathi Wallace

 

"Assiniboin Girl" ist der Debütroman der Autorin. Kathi Wallace hat mit diesem Buch bewiesen, dass sie schreiben und gut und spannend erzählen kann. Für die nächsten Werke wünsche ich mir ein wenig mehr Ausführlichkeit und dickere Bücher.

 

Fazit: Spannendes und informatives Jugendbuch, gut erzählt, etwas zu viele Themen auf zu wenig Raum. Vielversprechend.

 

Kathi Wallace: Assiniboin Girl. Übersetzung: Elena Müller. Machandel Verlag, 2014. 206 S., Euro 8,90.

 

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Kerstin Groeper: Im fahlen Licht des Mondes

Geschrieben von Petra , in Indianer 25 November 2016 · 2.200 Aufrufe
Indianer, Cheyenne; und 1 weitere...

Um die Geschichte der Cheyenne geht es in Kerstin Groepers Roman "Im fahlen Licht des Mondes". Die Autorin zeichnet Widerstand, Kämpfe und Flucht des indianischen Volkes nach, im Mittelpunkt steht der letzte große Ausbruch aus der Reservation unter Häuptling Dull Knife. Hauptfigur des Romans ist die Cheyenne-Frau Moekaé, die, verwittwet und hochschwanger, mit ihren Stammesangehörigen aufbricht, um in die alte Heimat zurückzukehren.
Moekaé ist noch jung, als sie und ihr Mann zusammen mit ihren Stammesgenossen von weißen Soldaten in die Reservation transportiert werden. Kurz zuvor hatten die Cheyenne zusammen mit ihren Verbündeten, den Lakota, ihren letzten großen Sieg über die US-Armee errungen. Die Leser lernen die Frau und ihr Volk auf dem Höhepunkt ihres Wohlstandes kennen. Die Jagd war gut, die Vorräte sind reichlich, und der Winter sorgt dafür, dass sich der Stamm vor den Soldaten sicher fühlt. Doch die Idylle trügt. Nur wenig später wird das Lager überfallen, Uniformierte töten wahllos Männer, Frauen und Kinder, zerstören die Zelte, erschießen die Ponys und vernichten allen Besitz der Stammesgruppe. Moekaé, die zusammen mit zwei Kindern ihrer Verwandten flüchtet, erlebt beispiellose Grausamkeiten, doch dies ist nur der Auftakt eines Vernichtungsfeldzuges der Weißen gegen die letzten noch frei lebenden Indianer. Schon bald muss auch Moekaés Gruppe kapitulieren und in die Reservation im Süden ziehen.

 

Hunger und Alkoholismus in der Cheyenne-Reservation

 

Hatte man den Indianern versprochen, sie dort zu ernähren, so sehen sie sich nun mit Hunger und Elend konfrontiert. Alkoholismus, Vergewaltigungen und vor allem der Hunger sind Alltag in den Reservationen. Die Rationen sind karg bemessen, das Essen ist von minderster Qualität, wird viel zu oft von weißen Geschäftemachern unterschlagen, Lieferungen verschwinden und kommen nie bei den Bewohnern an, obendrein werden bei jeder Unbotmäßigkeit der Reservationsbewohner die Nahrungsmittel gekürzt. Die Cheyenne sehen sich dem Tod durch gnadenlose Aushungerung gegenüber und greifen in ihrer Verzweiflung zum letzten Mittel: Mitten im Winter flüchten sie aus der Reservation - entkräftet und weder mit ausreichend Nahrungsmitteln noch mit wintertauglicher Kleidung versehen.

 

Cheyenne-Frau trifft auf Farmersfamilie

 

Vor diesem historischen Hintergrund erzählt Kerstin Groeper vom Schicksal ihrer Protagonistin. Moekaé ist keine Heldin und Kämpferin oder besonders hervorgehobene Frau innerhalb ihres Stammes. Sie wird geschildert als junge, gerade erst verheiratete Frau, die zunächst im Schatten ihres Mannes steht und innerhalb der flüchtenden Gruppe einfach nur eine von vielen ist. Doch alles ändert sich, als sie in Schnee und Eis und von ihrer Gruppe getrennt dem Tode nahe ist, dann auch noch von einem jungen Farmer angeschossen wird und ohnmächtig zu Boden sinkt. Eine resolute Farmerin staucht ihren Mann und ihre Söhne tüchtig dafür zusammen, dass sie eine Frau beinahe erschossen haben, und bemüht sich, die dem Tode nahe Indianerin wieder gesund zu pflegen. Langsam und erst nach vielen Missverständnissen kommen sich die Cheyenne-Frau und die Weißen näher ...

 

Kerstin Groeper erzählt sachkundig und authentisch

 

Kerstin Groeper hat einen sehr authentischen und sachkundigen Roman geschrieben. Zu den Stärken des Buches, vor allem in der zweiten Hälfte, gehört vor allem die Zeichnung der unterschiedlichen Charaktere und das Miteinander im Haus der Farmersfamilie. Hatte die Autorin in früheren Büchern oft durch die Vielzahl der handelnden Personen eine Menge an Identifikationspotential verschenkt, so gewinnt sie hier gerade durch die Konzentration auf einen einzelnen Haushalt eine ungeheure Dichte und Intensität. Die sich anbahnende Beziehung zwischen der Cheyenne-Frau und einem der Farmerssöhne, aber vor allem die Darstellung des grantigen, misstrauischen, aber doch herzensguten Schwiegervaters sind außerordentlich gut gelungen. Dass die Geschichte und Kultur der Cheyenne sorgfältig recherchiert und spannend dargeboten wurden, versteht sich bei dieser Autorin beinahe von selbst, sollte aber dennoch erwähnt werden.

 

Kleine Schwächen

 

Lediglich ein paar Mängel im sprachlichen Ausdruck und schwülstige Formulierungen fallen auf. Unangemessen pathetisch erscheint mir beispielweise, dass als Synonym für die Cheyenne ständig das Wort "Menschen" gebraucht wird. Das kommt manchmal etwas ungelenk, manchmal auch etwas moralistenhaft herüber, etwa wenn die Soldaten auf "Menschen" schießen oder die "Menschen" im Reservat hungern und frieren. Auch Sätze wie: "Über ihre Wangen liefen lautlose Tränen der unendlichen Verlassenheit und Trauer" (S. 32) wären besser im Lektorat gestrichen worden. Doch sind solche kleinen Ecken und Kanten selten und stören kaum.

 

Fazit: Spannender und sachkundiger Indianerroman mit gelungener Charakterzeichnung und dichtem Beziehungsgeflecht. Einer der besten Romane von Kerstin Groeper. Empfehlenswert.

 

Kerstin Groeper: Im fahlen Licht des Mondes. Der lange Weg der Cheyenne. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2015. 582 S., Euro 16,90.

 

Weitere Bücher von Kerstin Groeper:
Im Eissturm der Amsel
Der scharlachrote Pfad
Wie ein Funke im Feuer
Die Feder folgt dem Wind
Kranichfrau
Geflecktes-Pferdemädchen

 

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Ulrich Wißmann: Tanz mit Schlangen

Geschrieben von Petra , in Indianer 27 Dezember 2015 · 1.237 Aufrufe
Indianer, Hopi, Navaho und 1 weitere...

Frank Begay, der Navaho-Cop mit dem sicheren Blick für Fährten und großem Respekt vor indianischen Traditionen, muss seinen vierten Fall lösen. Autor Ulrich Wißmann führt ihn diesmal - nach Ermittlungen bei den Lakota, Apachen und im Navaho-Land - ins benachbarte Gebiet der Hopi.
"Tanz mit Schlangen" lautet der programmatische Titel. Beim berühmten Ritual des Schlangentanzes ist der älteste und erfahrenste Tänzer umgekommen. Alles sieht nach einem Unfall aus - bis die Schlange, die ihn beim Tanz gebissen hat, näher untersucht wird.
Begay ermittelt an der Seite seines Freundes, des weißen FBI-Agenten Jackson Caldwalder, mit dessen Hilfe er bereits seinen dritten Fall gelöst hat, sowie seines Kollegen Charlie von der Hopi-Stammespolizei. Charlie hattte geistesgegenwärtig die Schlange "sichergestellt", die als Mordwaffe "präpariert" worden war. Bei dem Ritual werden gewöhnlich sattgefütterte Schlangen verwandt, die träge sind und ihren Giftvorrat verbraucht haben. Doch Albert Tasajeswa war eine hungrige, giftgfüllte und zum Überfluss auch noch mit zwei Messerschnitten verletzte Schlange gereicht worden. Kein Wunder, dass das Reptil zubiss.
Begay, Caldwalder und Charlie befragen alle Mitglieder der Schlangen-Kiva, die für das Ritual zuständig waren, doch viel erfahren sie nicht. Viele der alten Hopi-Riten sind geheim, vieles wird selbst Stammesgenossen nicht verraten. Ja, der Verstorbene hatte Streit mit den Weißen, die eine Kohlemine in der Nähe betrieben haben und nun die Förderung wieder aufnehmen wollen. Auch innerhalb der Schlangen-Kiva hatte der Traditionalist einige Gegner, die die Riten gern etwas "zeitgemäßer" durchführen und für Touristen öffnen wollten, um etwas Geld in die klamme Stammeskasse zu bringen. Aber ein Mord? Und gar durch die Hand eines Hopi? Eines Angehörigen des Volkes, das als eines der friedliebendsten Indianervölker überhaupt gilt? Für alle Befragten so gut wie undenkbar. Dann stellt sich heraus, dass es schon zuvor einen Mord gegeben hat ...
Ulrich Wißmann erweist sich erneut als Kenner indianischer Bräuche und Denkweisen. Man erfährt sehr viel über Kultur und Geschichte der Hopi in diesem Buch. Sehr nachdenkenswert ist auch das Gespräch, das Begay mit dem Weißen Randy führt, der in den Stamm aufgenommen wurde und jetzt bei den Hopi lebt.
Etwas weniger gelungen erscheinen erneut der Spannungsbogen und die Handlungsführung. Die Geschichte kommt nur sehr langsam in Fahrt. Begay und Caldwalder führen in der ersten Hälfte ziemlich viele ergebnislose Gespräche, die fast immer den gleichen Wortlaut und das gleiche Ergebnis hatten. Hier hätte man raffen oder variieren müssen. In der zweiten Hälfte nimmt die Sache dann deutlich Fahrt auf, das Tempo erhöht sich, die Spannung steigt bis hin zum dritten Mord und zur finalen Konfrontation. Sehr schön, auch wenn ich das dritte Mordopfer nicht so gern unter den Toten gesehen hätte. Etwas an den Haaren herbeigezogen ist auch die Art, wie Begay das Computer-Passwort des Mörders knackt. Das hatte das Niveau einer unterdurchschnittlichen Drei-Fragezeichen-Folge.

 

Fazit: Detailreicher und sachkundig geschrieberner Roman, in dem man sehr viel über das Leben der Hopis erfährt. An der Krimi-Handlung könnte noch einiges verbessert werden, ansonsten wieder ein interessanter und lesenswerter Fall eines besonderen Cops. Ich freue mich auf Teil fünf.

 

Ulrich Wißmann: Tanz mit Schlangen.Tödliche Zeremonie bei den Hopi. Ethno-Krimi. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2015. 183 S., Euro 9,90.

 

Weitere Frank-Begay-Krimis von Ulrich-Wißmann
Skalpjagd
Wer die Geister stört
Böser Zauber

 

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Tanja Mikschi: Auf den Pfaden des Luchses

Geschrieben von Petra , in Indianer 01 November 2015 · 1.814 Aufrufe
Indianer, Tanja Mikschi, Ojibwe und 1 weitere...

Mit "Auf den Pfaden des Luchses" legt die Autorin Tanja Mikschi ihren Debütroman vor. Es handelt sich um die Geschichte eines "Halbbluts", dessen Eltern ein weißer Trapper und eine Ojibwe-Indianerin sind. Der Junge Mino-nokomis wächst in einem Dorf bei Weißen auf, lebt dort aber ziemlich isoliert. Doch endlich lernt er auch den indianischen Teil seiner Familie kennen. Und später auch das Volk der Cheyenne.
Mino-nokomis lebt in einer Blockhüte, abseits gelegen am Wald, nahe dem Dorf St. Peter. Sein Vater, der nur selten zu Hause auftaucht, pflegt ein gutes Verhältnis zum Stamm der Ojibwe, bei denen er regelmäßig zu Gast ist, Tauschgeschäfte macht und gemeinsame Jagden unternimmt. Es war wohl eher die Bequemlichkeit als die große Liebe, als er seinen indianischen Freund um dessen Tochter als Ehefrau bat, irgendjemand sollte sich halt um das Haus kümmern und kochen, so kam es zur Heirat mit Winonah. Dass die junge Indianerin sich einsam fühlen oder gar unglücklich sein könnte, weitab von ihrem Stamm und von den Weißen gemieden und verachtet, kommt ihm nie in den Sinn. Als schließlich der Junge geboren wird, den der Vater auf den Namen Silas taufen lässt, die Mutter aber in Gedenken an die Legenden ihres Volkes Mino-nokomis (Gute Mondfrau) ruft, wird er von Winonah konsequent indianisch erzogen und weiß mehr von den Legenden und Gebräuchen der Ojibwe als von denen der Weißen. Nur die Literatur der Weißen liebt er, liest fasziniert immer wieder den "Oliver Twist", auch wenn dessen letzte Seiten in seinem Buch fehlen, ansonsten hat er im Dorf keine Freunde. Erst als der Kaufmannssohn David neugierig wird und den Kontakt sucht, beginnt eine wunderbare, abenteuerliche Jugendfreundschaft, die später auf sehr harte Proben gestellt werden soll.

 

Von den Ojibwe zu den Cheyenne

 

Auf seinem ersten und einzigen Besuch bei den Ojibwe erweist er sich als wahrer Sohn des Stammes, geht auf Visionssuche, bekommt in Visionen und Träumen Kontakt zum Totem seiner Familie, dem Luchs, dessen Namen er später tragen wird: Bizhiu. Dies ist das letzte Stück heile Indianerwelt, das er erleben darf. Ab da stürzen die Ereignisse über ihn herein: Bizhiu verliebt sich in Charlotte, eine weiße Altersgenossin aus St. Peter, diese wird schwanger, beide flüchten zusammen, sicherheitshalber aber nicht zu den Ojibwe, wo man sie vermutlich zuerst suchen würde ...
Doch bei den freundlichen Cheyenne, die Bizhiu und seine Frau aufnehmen, wartet nicht nur das große Glück auf die beiden. Von den Weißen eingeschleppte Krankheiten, Hungersnöte und die weißen Soldaten bedrohen den Stamm, Überfälle und Massaker durch das US-Militär trotz mehrfach neu ausgehandelter Friedensverträge fordern einen hohen Blutzoll auch von Bizhius Familie.

 

Tanja Mikschi schreibt einen sachkundigen und spannenden Indianerroman

 

Tanja Mikschi hat einen beeindruckenden, zugleich spannenden und sachkundigen Roman geschrieben. Sie schafft es, glaubwürdige Charakterzeichnungen und indianische Legenden mit einer Handlung zu verbinden, die mitreißend ist, ohne actionlastig zu werden. Vor allem im Beziehungsgeflecht zwischen Bizhiu, David und der von beiden geliebten Charlotte oder in der Darstellung der Eltern Bizhius gelingen ihr glaubwürdige und authentische Schilderungen.
Eine Stärke des Buches ist die Art wie Tanja Mikschi unterschiedliche Bräuche und Traditionen aufeinander treffen lässt. Berührend etwa die ungeduldige Frage Winonahs an ihren Ehemann, welchen Namen ihr Sohn denn nun erhalten hat. Der Trapper ist vollkommen verwirrt, immerhin ist der Junge schon ziemlich lange wieder zu Hause und hat mit seiner Mutter gesprochen. Nein, natürlich hat er ihr seinen neuen Namen nicht mitgeteilt, das konnte er gar nicht: Ein Ojibwe würde niemals protzig seinen eigenen Namen hinausposaunen, ein absolutes Tabu.

 

Unterschiedliche Bräuche bei Ojibwe und Cheyenne

 

Herrlich und tragisch zugleich auch Bizhius unterschiedliche Erfahrungen im Umgang mit Hunden bei Ojibwe und Cheyenne. Bei den Ojibwe gibt es die herzerwärmende Sage vom ersten Menschen, dem der Hund seine Liebe schenkte, woraufhin beide für immer zusammen blieben. Bei den Cheyenne schließt Bizhiu den Hund ins Herz, der ihm als erstes entgegenläuft und ihn begrüßt - und muss, als er sich ausgerechnet diesen Hund als Geschenk aussucht, erfahren, dass er ihn gewissermaßen schon erhalten hat - denn traditionell wird dort der erste Hund, der einem Fremdling entgegenläuft und ihn begrüßt, geschlachtet und dem Gast als Mahlzeit vorgesetzt.

 

Historische Fakten und fiktive Biographien

 

Tankja Mikschi hält sich beim Ablauf der Ereignisse eng an die historischen Tatsachen und das tatsächliche Schicksal der indianischen Stämme, vor allem der Cheyenne, die in der zweiten Hälfte des Romans die zentrale Rolle spielen. Friedensverträge und immer wieder von den Weißen gebrochene Versprechungen, das Sand-Creek-Massaker, das alles sind historische Stationen auf einem Weg, in den sich die Geschichte Bizhius und seiner Familie einfügt, als hätte es sie tatsächlich gegeben. Ein Buch, an dem fast nichts erfunden ist, bis auf die Hauptfiguren. Dennoch schafft es die Autorin, eine sehr individuelle Geschichte zu erzählen und ein Ende zu finden, das von traditionellen Indianer-Roman-Abschlüssen etwas abweicht. Aber lest es selbst.

 

Fazit: Hervorragendes Debüt einer Autorin, von der hoffentlich noch viel mehr Bücher erscheinen werden. Handwerk und Zauber perfekt gelungen, unbedingt empfehlenswert.

 

Tanja Mikschi: Auf den Pfaden des Luchses. Von den Ojibwe zu den Cheyenne. Historischer Roman. Hohenthann: TraumFänger-Verlag, 2015.

 

Weiteres Buch von Tanja Mikschi
Als der Mond zu sprechen begann

 

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Kerstin Groeper: Der scharlachrote Pfad

Geschrieben von Petra , in Indianer 27 August 2015 · 2.136 Aufrufe
Indianer, Kerstin Groeper, Sioux und 4 weitere...

Eigentlich ist "Der scharlachrote Pfad" ihr Erstlings-Roman, wie die Autorin Kerstin Groeper im Nachwort verrät. Doch da das dicke Werk Verlage abschreckte, die eine solch umfangreiche "Sioux-Saga" für unverkäuflich hielten, erschien das Buch erst jetzt, nachdem Groeper sich längst als Verfasserin umfang- und kenntnisreicher Indianer-Romane einen Namen gemacht hat. Gut so, es wäre sehr schade um das Manuskript gewesen, wenn es auf ewig in der Schublade verschwunden wäre.
"Der scharlachrote Pfad" erzählt die Geschichte einer kleinen Gruppe von Lakota-Indianern bzw. Sioux, die sich mit ihren Nachbarvölkern - vornehmlich den Crow und Pawnee, bald aber auch mit den Soldaten der Weißen - auseinandersetzen müssen. Aus anfänglich kleinen, eher "sportlichen", Scharmützeln, mit denen die jungen Männer ihren Mut beweisen wollen, wird langsam aber sicher ein Kampf auf Leben und Tod, und die kleine Sippe wird von den US-Soldaten mehr und mehr aufgerieben.

 

Lakota und Crow auf einem neuen Weg

 

Die Geschichte beginnt, als eine Gruppe Lakota-Krieger ein Dorf der Crow überfallen will. Doch die "Krähenindianer" haben den Angreifern kaum etwas entgegen zu setzen. Zu geschwächt ist der Stamm, da zahllose Mitglieder einer geheimnisvollen Krankheit der Weißen zum Opfer gefallen sind. Wah-bo-sehns, eine Crow-Frau, die um ihren verstorbenen Mann trauert, wird von einem Lakota-Krieger zunächst angegriffen, dann jedoch mitgenommen und geheiratet. Tschetan, der Falke, den seine Freunde von da ab nur noch Tschetan-withko, "Verrückter Falke", nennen, wird allerdings nicht der einzige bleiben, der bald fremde beziehungsweise "Feind-Frauen" in seinem Zelt aufnimmt. Die Zeichen stehen auf Veränderung im Lager der kleinen Lakota-Gruppe, und die nach und nach aufgenommenen Fremdlinge spielen bald eine wichtige Rolle im Leben des Stammes und auf dem Weg, der nun beschritten werden soll.

 

Kanada als letzte Zuflucht der Sioux

 

Das Buch ist spannend geschrieben und zeugt von großer Kenntnis der nordamerikanischen Indianerstämme, vor allem der Lakota. Zwar sind die Handlung und die im Zentrum stehende Lakotagruppe fiktiv, doch die historischen Ereignisse, an denen die Protagonisten beteiligt sind, etwa die Schlacht am Little Bighorn oder die Flucht nach Kanada, haben sich tatsächlich so zugetragen, und viele Lakota suchten im "Land der Großmutter" Schutz vor den Gemetzeln, die die US-Kavallerie veranstaltete, und vor dem Leben in den Reservationen, in die die amerikanische Regierung sie zwingen wollte. Auch einige der handelnden Personen, wie Sitting Bull und Crazy Horse, sind historisch, und das Schicksal von Tschetan-withko und seinen Mitstreitern fügt sich gut in den historischen Gesamtzusammenhang ein.

 

Lakota, Crow, Pawnee, Nez-Percé und Iren in einem Lager

 

Dass Angehöriger anderer Stämme bei den Lakota und anderen Indianern aufgenommen wurden, ist eine Tatsache und durch viele Beispiele historisch verbürgt. Für die Autorin ist dies ein gelungener erzählerischer Kniff, um den Lesern, sozusagen durch die Augen und Ohren der lernenden Fremden, die Kultur und Lebensweise der Lakota nahe zu bringen. Allerdings ist etwas unschön, dass Groeper in der ersten Hälfte des Buches das Motiv "Aufnahme von Fremden" etwas überstrapaziert. Denn es geschieht kein Raubzug, kein Jagdritt, kein Kundschaftergang, von dem die Beteiligten nicht irgend einen Fremden mit ins Dorf bringen. Auf Wah-bo-sehns und ihre Tochter folgen bald eine Pawneefrau, der Sohn eines Crow-Medizinmanns, ein weißes Mädchen, das bei einem Pawneeüberfall davongelaufen war, noch eine Pawneefrau, ein Pawnee-Mädchen, eine Dakota-Frau, ein Crow-Krieger, zuletzt eine Nez-Percé-Indianerin und ihre Tochter, deren Stamm von US-Soldaten kurz vor der rettenden kanadischen Grenze aufgerieben worden war. Das ist manchmal ermüdend und neigt zum Stereotyp. Ähnliches war auch im Buch "Wie ein Funke im Feuer" zu bemängeln gewesen: Manche der Frauen sind schwer auseinander zu halten und unterscheiden sich nur durch die Charakterisierung ihres jeweiligen Mannes.

 

Frauenschicksale

 

Immerhin wird weniger vergewaltigt als im genannten Buch, und gerade in der Sippe Tschetan-withkos scheinen die Frauen großes Glück mit ihren Männern zu haben, sieht man mal von dem etwas dumpfen Krieger "Fisch" ab, der sich mit einer gewissen naiven Selbstverständlichkeit sein "Recht als Ehemann" nimmt, seine flüchtende Pawnee-Frau sehr brutal zurückholt, aber am Ende doch ziemlich unter dem Mokassin steht, als sie ihm ein Kind gebiert und im Zelt das Kommando übernimmt. Bei den meisten Frauen überwiegt Dankbarkeit, meist wird daraus Liebe. Vergewaltiger scheint es allein bei den Crow zu geben, die sich an einer gefangenen Lakota-Fau vergehen. Ob der später in den Stamm aufgenommene Crow "Sohn des Windes", der ihr Ehemann wird, sie in der Realität wirklich mit seinem erotischen Fesselspiel hätte von ihrer Traumatisierung heilen können, scheint fraglich.

 

Eine rothaarige Irin unter Indianern

 

Sehr schön und humorvoll dagegen die Geschichte der rothaarigen Irin Jenny, die als Kind bei einem Pawneeüberfall flüchtete und von den Lakota gefunden und aufgezogen wird. Das kleine Temperamentsbündel mischt den Stamm ordentlich auf, verprügelt Jungs, die sich heimlich an die Badestelle der Mädchen schleichen, und schockiert die Indianer, als sie später Mutter wird und Zwillinge zur Welt bringt, durch die lauten, kräftigen irischen Flüche, die aus dem Geburtszelt dringen.

 

"Mounties" schicken "Blauröcke" einfach weg

 

Außerordentlich beeindruckend auch die Darstellung der kanadischen Mounties, die, ganz wohlerzogene, distanzierte Soldaten Ihrer Majestät, mit einer gewissen britischen Contenance auf die erbarmungswürdige Schar schwer verletzter und halb verhungerter Indianer reagieren, die da ins Land kommt. Es werden Nahrungsmittel verteilt, ein Arzt kommt, und der Leiter der Mounties, erklärt den verblüfften Lakota schlicht, er werde die Blauröcke "wegschicken". So einfach kann das gehen. Da sind die Familien wochenlang auf der Flucht, werden zusammengeschossen, getrieben, krepieren, erbarmungslos verfolgt von der US-Kavallerie, und plötzlich tritt ein Mann in rotem Gewand vor diese riesengroße Übermacht und sagt ihnen einfach nur, sie sollen wegggehen, sie befinden sich auf kanadischem Hoheitsgebiet. Nicht nur für die Indianer ein kleines Wunder.

 

Fazit: Alles in allem ein spannender, gut geschriebener Roman, sehr sachkundig und vielseitig. Trotz der zahlreichen Wiederholungen des "Neu-Aufnahme"-Themas im ersten Teil auf jeden Fall lesenswert und empfehlenswert.

 

 

Kerstin Groeper: Der scharlachrote Pfad. Eine Sioux-Saga. Historischer Roman. Hohenthann: Traumfänger-Verlag, 2014. 795 S., Euro 16,90.

 

 

Weitere Bücher von Kerstin Groeper:
Im Eissturm der Amsel
Im fahlen Licht des Mondes
Wie ein Funke im Feuer
Die Feder folgt dem Wind
Kranichfrau
Geflecktes-Pferdemädchen

 

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Brita Rose-Billert: Maggie Yellow Cloud

Geschrieben von Petra , in Indianer 26 Mrz 2012 · 1.336 Aufrufe
Traumfänger, Brita Rose-Billert und 2 weitere...

Ein Mord auf Pine Ridge: "Maggie Yellow Cloud" heißt Brita Rose-Billerts Thriller um die gleichnamige indianische Ärztin, die in einer Lakota-Reservation arbeitet. Doch es handelt sich nicht nur um eine Krimi-Story, sondern der Leser erfährt auch sehr viel über die medizinischen und sozialen Zustände im Reservat und über die Arbeit in einem Hospital für die Ureinwohner.
Maggies Schwager wird erschossen aufgefunden. Doch bald wird der Verdacht zur Gewissheit, dass der Anschlag nicht ihm galt, sondern der Ärztin, deren Wagen er sich ausgeliehen hat. In der Folge ereignen sich mehrere Überfälle und Angriffe auf Maggie. Gesichtlose Profikiller stellen der Medizinerin nach, und nur mit sehr viel Glück und Kampfkraft kann sie sich immer wieder retten. Dabei ist ihr selbst völlig schleierhaft, warum jemand sie töten sollte. Als ob sie in ihrer Klinik nicht genug Probleme hätte. Allein schon die Mengen an Medikamenten, die immer wieder wie nichts verschwinden, sind für sie äußerst schwer neu zu beschaffen.

 

Maggie Yellow Cloud kämpft gegen Fehlernährung und dümmliche Beamte

 

Der Roman zeigt sehr deutlich, mit welchen Problemen sich eine Ärztin, und nun auch noch eine Ureinwohnerin, in einem Indianer-Reservat herumschlagen muss. Uninteressierte weiße Assistenzärzte, die mal eben ihr Pflichtjahr im Reservat abdienen, bevor sie sich an "richtige" Menschen herantrauen dürfen. Krankheiten, wie sie durch falsche Ernährung mit den minderwertigen, von der US-Regierung zur Verfügung gestellten Nahrungsmitteln entstehen. Alkoholismus, hohe Kindersterblichkeit und dümmliche Beamte. Einfach göttlich: Der Besuch einer zickigen Dame vom Gesundheitsamt, die den Lakota erzählen will, sie sollten sich gesünder ernähren.

 

Leere Medizinschränke auf Pine Ridge

 

Maggie kämpft an allen Fronten und muss sich zusätzlich auch mit leeren Medizinschränken und mürrischen Lieferanten auseinandersetzen. Zum Glück entscheidet sich ihr Mann Robert, der eigentlich als Hubschrauberpilot fast ständig unterwegs ist, bei ihr zu bleiben. Und auch der junge weiße Assistenzart Simon McPherson wandelt sich langsam vom ignoranten "Wasicu" zu einem Menschen, der wirklich versucht, die Lakota zu verstehen.

 

Drahtzieher lässt Chance verstreichen

 

Etwas unschön ist allerdings die Auflösung. Die alte Thriller-Krankheit hat mal wieder zugeschlagen. Warum erledigt der Drahtzieher im Hintergrund Maggie nicht sofort, als er sie bewusstlos in seiner Gewalt hat? Nein, er lässt sie erst noch wieder wach werden, wechselt dann ein paar Sätze mit ihr und versucht sich erst dann als Mörder. Wie blöd kann ein Mensch denn sein?
Etwas skurril wirkt Maggies Vorstoß, ihrem Kollegen Simon das "Du" anzubieten, und ihr Hinweis, im Lakota gebe es die "Sie"-Form nicht. Im Englischen, das US-Ärzte untereinander gewöhnlich benutzen, allerdings auch nicht ...
Abgesehen davon: rundum gelungen und lesenswert, sprachlich und inhaltlich ein Gewinn.

 

Fazit: Ein spannendes Buch, das profunde Kenntnisse des Gesundheitswesens und der medizinischen Versorgung verrät. Empfehlenswert.

 

Brita Rose-Billert: Maggie Yellow Cloud. Mord auf Pine Ridge. Eine Lakota-Ärztin in Gefahr. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2011. 198 S., Euro 16,50.

 

Weiterer Roman von Brita Rose-Billert
Sheloquins Vermächtnis

 

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Ulrich Wißmann: Wer die Geister stört

Geschrieben von Petra , in Indianer 25 Mrz 2012 · 1.099 Aufrufe
Thriller, Krimi, Navaho und 4 weitere...

Frank Begay ist wieder da: Der Navaho-Cop ermittelt in Ulrich Wißmanns Thriller "Wer die Geister stört" im Apachen-Reservat am Mount Graham. Nach "Skalpjagd" ist es bereits der zweite Mordfall, den der Angehörige der Navaho-Stammespolizei aufzuklären hat.
Ein Geologe wird am heiligen Berg der Apachen tot aufgefunden. Der Mann stand in Diensten eines internationalen Konsortiums, das auf dem Mount Graham eine Teleskopanlage zur Erforschung des Weltraums betreibt. Sehr zum Ärger der traditionellen Apachen, für die der Berg ein Zentrum ihrer Religion ist. Zumal die Anlage ausgerechnet vom Vatikan mitfinanziert wird, der sich davon offenbar die endgültige Zerstörung der Apachenreligion verspricht.

 

Wer hat Interesse am Tod des Geologen?

 

Unklar ist allerdings, wer ein Interesse am Tod des Geologen hatte. Die Gegner der Anlage, auf deren Lohnliste er stand? Oder doch die Betreiber selbst, weil der Mann unbequem wurde? Die Ermittlungen Frank Begays und des weißen Sheriffs Lawson ergeben, dass der Tote anscheinend etwas über den Mount Graham wusste, was Teleskop-Befürwortern oder -Gegnern im Kampf um den heiligen Berg nützlich sein könnte.

 

Frank Begay ist ein überzeugender Charakter

 

Der spirituell und traditionell geprägte indianische Ermittler Begay ist ein überzeugender, authentisch wirkender Charakter. Sein Ermittlungsstil, der von Respekt gegenüber seinen Gesprächspartnern und von seinem großen ethnologischen Fachwissen geprägt ist, hebt sich wohltuend vom Auftreten mancher anderer Krimi-Cops ab. Wie bereits im ersten Fall erweist sich der Navaho als glaubwürdiger und sympathischer Handlungsträger, an desen Seite man gern mitermittelt.

 

Ulrich Wißmann schildert einprägsam die Welt der Apachen

 

Auch ist positiv hervorzuheben, dass der Autor Ulrich Wissmann sich seit dem ersten Begay-Krimi sehr stark weiterentwickelt hat. Die Dialoge wirken weniger steif, sind insgesamt lebendiger ausgefallen und klingen nicht mehr nach Ethnologie-Referaten. Sehr einprägsam wird das Apachen-Milieu vor dem Auge des Lesers lebendig, und man kann zusammen mit Begay eintauchen in eine fremde, anschauliche Welt. Dabei scheinen sich Begay und sein Autor in der Welt der Apachen deutlich mehr zu Hause zu fühlen als zuvor in der Lakota-Reservation. Das hier ausgebreitete Fachwissen wirkt deutlich weniger angelesen als in "Skalpjagd".

 

Spurensuche und Kulturverständnis

 

Als "Thriller" sollte man den Roman eher nicht bezeichnen. Trotz des Showdowns mit Schießerei und Kampf auf Leben und Tod ist die Handlung doch zuvor über weite Strecken eher ruhig und gemächlich (nicht langweilig!). Es geht um Spurensuche, um das Verstehen einer Kultur und das Nachvollziehen der Geschichte des Apachenvolkes; das ist nicht unbedigt thrillerhaft. Auch als Krimi sollte man das Buch nicht lesen, dazu ist die spirituelle, sich detektivischer Logik entziehende Ebene zu stark und zu wichtig für die schließliche Rettung des Helden. Aber ein spannender und kluger Roman ist es allemal.

 

Fazit: Gelungener Roman über das Zusammentreffen von Navaho- und Apache-Kultur mit einigen Seitenhieben auf die katholische Kirche und ihren Umgang mit Naturreligionen. Sachkundig und spannend geschrieben. Lesenswert.

 

Ulrich Wißmann: Wer die Geister stört. Mord am heiligen Berg der Apachen. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2012. 200 S., Euro 16,50.

 

Weitere Romane von Ulrich Wißmann:
Skalpjagd
Tanz mit Schlangen

 

 

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Kerstin Groeper: Wie ein Funke im Feuer

Geschrieben von Petra , in Indianer 18 Mrz 2012 · 1.740 Aufrufe
Kerstin Groeper, Cheyenne und 3 weitere...

Mit "Wie ein Funke im Feuer" legt Kerstin Groeper erneut einen kenntnisreich und spannend geschriebenen Indianerroman vor. Die "Lakota und Cheyenne Odyssee" handelt von den ersten Begegnungen zwischen Cheyenne und Lakota, ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Thema "Frauenraub" beziehungsweise auf dem Schicksal gefangener Frauen aus anderen Stämmen.
Die Lakota, aus dem fruchtbaren Waldland vertrieben von den stärkeren und mit Feuerwaffen ausgerüsteten Chippewa und Cree, sind noch relativ neu in der Prärie. Als der Lakota-Krieger Tanzt-im-Feuer und sein jüngerer Bruder Taschunka-ayuchtata auf einem Kundschaftergang versehentlich das Cheyenne-Mädchen Taischeé aufstöbern und verletzen, beschließt Tanzt-im-Feuer, das Mädchen nicht zu töten. Die Bewusstlose wird versorgt und so gelagert, dass ihre Stammesangehörigen sie finden müssen. Allerdings geht dem Lakota die junge Frau den ganzen Winter über nicht aus dem Kopf. Schließlich unternimmt sein junger Bruder eigenmächtig einen Zug gegen die benachbarten Cheyenne, stiehlt ihnen eine Handvoll Pferde und entführt Taisheé, um sie Tanzt-im-Feuer zu schenken. Der ist davon überhaupt nicht begeistert, zum einen, weil Taischeé dabei schwer verletzt wurde, zum anderen, weil er das Mädchen liebt. So beschließt er, sie zurück zu ihrem Stamm zu geleiten. Eine lange Geschichte von Kämpfen, Missverständnissen und Freundschaft zwischen den Lakota und Cheyenne beginnt.

 

Frauengestalten weisen kaum individuelle Züge auf

 

Der Roman fällt in der Zeichnung der Charaktere ein wenig ab gegenüber Kerstin Groepers großartigen Romanen "Kranichfrau" und "Die Feder folgt dem Wind". Die zahlreichen Frauengestalten, die hier, meist durch Raub oder Krieg "an den Mann gebracht werden", weisen kaum individuelle Züge auf und sind eher durch ihr Schicksal als durch ihre Persönlichkeiten auseinander zu halten. Da ist Taischeé, die mit Tanzt-im-Feuer durch eine tiefe und wahre Liebe verbunden ist. Da ist Kornblume, Tanzt-im-Feuers Schwester, die von feindlichen Indianern geraubt, dann an einen Weißen verkauft und brutal misshandelt wurde und schließlich an den freundlichen französischen Händler Paul geriet. Da ist Taschina-luta, ihre Schwester, die, als Kornblume schwanger ist, von Paul als Zweitfrau erworben wird und gemeinsam mit Kornblume nach dem Mord an Paul verwittwet ist. Da sind zwei Kiowa-Frauen, die in den Besitz zweier Lakota-Männer geraten, nachdem ihre Männer getötet worden sind. Da ist eine junge Frau, die einem Krieger als Ehesklavin dienen muss, um die Schuld ihrer Schwester zu sühnen. Abgesehen von der Frau des Taschunka-ayuchtata, der um seine Ehefrau ganz normal bei den benachbarten Brulé-Lakota wirbt, sind fast alle Frauen durch Krieg oder Raub zu den Freunden und Verwandten von Tanzt-im-Feuer gelangt.

 

Blass gezeichnete "Opfer-Frauchen"

 

Dabei handelt es sich fast ausnahmslos um ziemlich blass gezeichnete "Opfer-Frauchen", die im Bett Gewalt zu erdulden haben oder zumindest ihrem jeweiligen Mann mit einer gewissen unterwürfigen Verehrung anhängen. Fast alle verhalten sich ziemlich passiv, werden nur dann aktiv, wenn sie ihren Mann im Bett oder anderswo durch bestimmte Einfälle verwöhnen wollen. Die wenigen Frauen, die aufmucken, bleiben Randfiguren und erleiden ein schlimmes Schicksal. Die entlaufene Frau des Cheyenne Falke-am-Boden muss wenig später gedemütigt zu ihrem Mann zurückkehren. Der gefangenen Kiowafrau Winu wird, wie bereits der vor Taschunka-ayuchtata flüchtenden Taischeé, gezeigt, wer der Stärkere ist, und die eifersüchtige und zänkische Wirbelwindfrau wird grausam zu Tode geschleift. Letzteres hat sie, zugegebenermaßen, verdient.

 

Weibliche Welt wird wenig anschaulich dargestellt

 

Leider erfährt der Leser trotz dieses Frauen-Themas sehr wenig über die weibliche Welt bei den einzelnen Stämmen. Es wird erwähnt, dass sie Speisen zubereiten. Aber wie? Welche Handgriffe werden ausgeführt? Welche Zutaten werden genutzt? Es heißt, die Frauen bauen die Zelte auf. Wie geht das? Welche Schritte sind nötig? Wie wird ein Zelt hergestellt? Es wird gesagt, dass Frauen Leder gerben und Kleidung herstellen. Aber wie? Was genau tun sie? Einmal wird gesagt, dass sie sich während ihrer Monats-Blutung zusammen in einem dafür vorgesehenen Zelt aufhalten müssen. Welche Szenen hätte man da schildern können, welche Gespräche! Verschenkt. Taischeé wird eingeführt als Enkelin und Schülerin einer Heilerin und als Kräuterkundige. Warum wird sie nie gezeigt, wenn sie Kräuter bestimmt, sammelt, einsetzt, ihr Wissen weitergibt, heilt? Ich möchte diese Frauen bei der Arbeit erleben, möchte ihre Lieder hören, über ihre Späße und Sticheleien lachen, ich möchte Bilder sehen. Nichts.

 

Sexszenen mit schrägen Formulierungen

 

Ein wenig plastischer versucht die Autorin zu werden, wenn sie die einzelnen Sexszenen ausmalt. Leider bleibt sie auch hier oft an der Oberfläche und bedient sich gängiger Metaphern, da werden Beine auseinandergedrückt, da fühlt die Frau seine Stärke in sich. Manches ist auch einfach schräg formuliert, so spürt zum Beispiel Falke-am-Boden, als Tanzt-im-Feuer ihm als Freundschaftsdienst seine Taischeé ausleiht, an ihr noch die "feuchte Nässe" ihres Mannes.

 

Kein Vergleich zu "Kranichfrau" und "Die Feder folgt dem Wind"

 

Dies alles hatte die Autorin in "Kranichfrau" oder "Die Feder folgt dem Wind" tausendmal besser gelöst und anschaulicher geschildert. Vermutlich, weil sie sich dort auf eine weibliche Protagonistin konzentrieren konnte. Hier will sie einfach zu viel erzählen, verzettelt sich zwischen den zahlreichen unterschiedlichen Frauenschicksalen, sodass am Ende nur passive Kleiderständer für erlittene Schicksale die Tipis bevölkern, aber keine lebendigen Persönlichkeiten.

 

Gelungene Schilderung eines Heyoka

 

Dabei hat das Buch durchaus seine Schönheiten. Einer der gelungensten Charaktere ist der Heyoka Mni-Luzahe, der aufgrund seiner Vision alles "andersherum" machen muss. Sehr plastisch schildert Kerstin Groeper das Leben eines Heyoka, seine besondere Stellung als Außenseiter, verehrt, gefürchtet und von den wenigsten verstanden, das Bild eines einsamen Menschen, der von seinen Göttern zum Leben als Clown und wandelnde Absurdität berufen wurde.
Auch der Hintergrund, die ersten Begegnungen zwischen Cheyenne und Lakota, ist ein sehr gut gewähltes, starkes Thema, das sich von gängigen Indianerromanen wohltuend abhebt. Hier geht es nicht um die Auseinandersetzungen zwischen Indianern und Weißen, sondern um eine Zeit, in der die Stämme noch weitgehend unter sich waren. Zwar ist am Anfang von den Gewehren der Chippewa und Cree die Rede, die der Auslöser für die Flucht der Lakota waren, und der freundliche und lustige Händler Paul ist zu Gast in den Zelten, doch abgesehen davon ist das Buch von Begegnungen mit den Weißen frei.

 

Flüssig und spannend geschrieben

 

Geschrieben ist das Buch sehr flüssig und spannend. Es lässt sich gut lesen und zeugt von großer Sachkenntnis, was das Leben der Lakota und Cheyenne angeht. Abgesehen von einigen Ausfällen ins Soziologendeutsch (so wird gesagt, dass beide Stämme das "Konzept" eines Heyoka oder einer Adoption kennen) oder Wirtschaftsenglisch (Oglala und Brulé trennen sich, um die "Ressourcen" des Landes besser zu nutzen) ist die Sprache sehr klangvoll und eingängig.

 

Fazit: Kenntnisreicher Indianerroman mit spannender Handlung und Schwächen in der Charakterzeichnung. Nicht schlecht, aber Kerstin Groeper kann mehr.

 

Kerstin Groeper: Wie ein Funke im Feuer. Eine Lakota und Cheyenne Odyssee. Hohenthann: Traumfänger Verlag, 2012. 539 S., Euro 24,50.

 

Weitere Bücher von Kerstin Groeper:
Im Eissturm der Amsel
Im fahlen Licht des Mondes
Der scharlachrote Pfad
Die Feder folgt dem Wind
Kranichfrau
Geflecktes-Pferdemädchen

 

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Ulrich Wißmann: Skalpjagd

Geschrieben von Petra , in Indianer 10 Mrz 2012 · 1.225 Aufrufe
Ulrich Wißmann, Lakota, Indianer und 2 weitere...

In "Skalpjagd" erzählt Ulrich Wißmann von einer Mordserie in einem Lakota-Reservat. Ausgerechnet ein Navaho-Indianer soll als Ermittler bei den Lakota-Sioux arbeiten. Eine interessante Begegnung zweier Kulturen ...
Frank Begay ist eigentlich Officer der Navaho-Stammespolizei, wo er als Ermittler, Fährtenleser und oft auch als Mediator arbeitet. Doch nun fordert ihn das FBI an: Es geht um eine ungewöhnliche Mordserie im Land der Lakota. Bisher wurden drei Skalpierte aufgefunden. Angeblich möchte man statt eines Lakota-Fährtenlesers einen Ermittler "von außen", um zu verhindern, dass verwandtschaftliche und freundschaftliche Bande die Jagd nach dem Täter verhindern ...

 

Ein Navaho ermittelt in der Lakota-Reservation

 

Die Idee ist nicht schlecht. Statt eines weißen Fremdlings im Reservat, der die Kultur der Lakota nicht kennt und nicht versteht, ist hier der Held ein Navaho, der zwar auch fremd ist, aber eine eigene Spiritualität und Stammestradition mitbringt. Der Leser lernt somit zwei sehr unterschiedliche indianische Kulturen und Denkweisen kennen und erfährt durch den fremdvertrauten Blick des Polizisten sehr viel über beide Welten. Die Figur, der Charakter Frank Begays ist sehr glaubwürdig, er ist eine lebendige, authentische Persönlichkeit, die dem Autor sehr gut gelungen ist.
Leider kann man dies nicht von den anderen handelnden Personen sagen. Die meisten wirken wie leere Sockenpuppen, deren einzige Aufgabe es ist, Frank mit viel geschichtlichem und gesellschaftlichem Hintergrundwissen zu versehen. Dabei reden sie kaum wie lebendige Menschen, sondern eher wie Soziologiestudenten im ersten Semester, die ein Referat ablesen. Hier ein Beispiel aus einem Gespräch Franks mit dem Gelegenheitsarbeiter Harry Blue Sky:

 

"Als wir unsere Kinder bekamen, wohnten wir noch im Nordwesten von Pine Ridge, nahe dem Cheyenne River. Sie wissen vielleicht, dass in den südlichen Black Hills, bei Edgemont, seit 1951 Uran abgebaut wird. Millionen von Tonnen radioaktiver Abraum liegen dort am Cheyenne River offen herum und der Wind und der Fluss tragen die Radioaktivität zu uns. Wir wussten das damals nicht. Erst als unser Sohn und unsere Tochter krank zur Welt kamen, sind wir fortgezogen.
[...]
Ja, die Frauenorganisation Warn, Women of all red Nations, der meine Frau dann später auch beigetraten ist [...] hat 1979 auf Pine Ridge eine Gesundheitsstudie durchgeführt, nach der im fraglichen Gebiet achtunddreißig Prozent aller Schwangerschaften mit einer Tod- [sic!] oder Fehlgeburt endeten! Und sechzig Prozent der lebend geborenen Kinder waren behindert oder litten an Krankheiten! Sogar die staatliche Umweltschutzbehörde gibt zu, dass die Radioaktivitätswerte im Oberflächen- und Grundwasser weit über den erlaubten Grenzwerten liegen!" (S. 104)

 

So reden weder indianische Gelegenheitsarbeiter noch deutsche Germanistikprofessoren, wenn ihnen ein fremder Polizist Fragen in Bezug auf einen Mordfall stellt. Kaum glaubhaft, dass alle Gesprächspartner Franks auf kurze Verhörfragen eines Polizisten mit solchen gestelzten Sätzen antworten. Ganz zu schweigen von den Prozent- und Jahreszahlen, die jederzeit auf Abruf hervorgesprudelt werden.

 

Unglaubwürdige Häufung von Ritualen

 

Auch dass Frank in der sehr kurzen Zeit sofort von zwei Lakota mit einer Zeremonie zum "Verwandten" gemacht wird und dass auf den nur 180 Seiten der Geschichte außerdem noch eine Visionssuche und - mal wieder - das Ritual des Sonnentanzes geschildert wird, klingt eher nach Klischee und Pflicht-Topos. Die Dichte von Ritualen (die sogar für die Gliederung des Romans benutzt werden) ist ungefähr so wahrscheinlich wie eine historische Erzählung, in der der Held nach Nürnberg kommt, gleich am ersten Tage zufällig Albrecht Dürer begegnet und sich danach noch schnell bei Hans Sachs seine Schuhe besohlen lässt.
Dass der Mörder auf der Flucht mal eben zwischendurch seinen Sonnentanz absolviert und anschließend mit noch blutender Brust weiterfährt, dass er sogar zwei weitere Personen umbringt und skalpiert und danach noch in einem Kampf auf Leben und Tod mit den bösen Drahtziehern im Hintergrund ohne nennenswerte Schwächung durch die Wunden mitmischen kann, erscheint gleichfalls mehr als unglaubwürdig. Er dürfte nach einem solchen Ritual für einige Zeit außer Gefecht gesetzt sein.

 

Gute Idee - Mängel in der Ausführung

 

Einige orthografische und sprachliche Schnitzer sind gleichfalls ärgerlich. So hat die Pfeife einen "Stil" (Nein, Stil ist nicht das andere Ende vom Besen), und beim Spurenlesen wird der Leser belehrt, dass Weiße im Gegensatz zu Indianern mit den "Versen" auftreten (was mehr als ungereimt klingt).
Schade eigentlich. Aus der guten Idee und dem Fachwissen des Autors hätte sich wesentlich mehr machen lassen. Zwei bis drei Lektoratsdurchgänge und eine Überarbeitung hätten die Schwächen des Romans sicher beseitigen und die Stärken des Autors besser herausstellen können. Denn die Stärken sind durchaus vorhanden. Die Szene, in der Begay am Wounded Knee der Opfer des Massakers gedenkt und ein Tabakopfer darbringt gehört zu den stärksten nicht nur des Buches, sondern der modernen Indianerliteratur überhaupt. Hiervon hätte ich mir mehr gewünscht.

 

Fazit: Viel Hintergrundwissen, ungewöhnliche Begegnungen und ein faszinierender Protagonist, leider große Schwächen im Dialog und einige Logikmängel.

 

Ulrich Wißmann: Skalpjagd. Ein Navaho-Cop bei den Sioux. Thriller. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2010. 184 S. Euro 16,50.

 

Weitere Romane von Ulrich Wißmann
Wer die Geister stört
Tanz mit Schlangen

 

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Antje Babendererde: Julischatten

Geschrieben von Petra , in Indianer 08 Februar 2012 · 2.097 Aufrufe
Indianer, Antje Babendererde und 1 weitere...

"Julischatten" heißt Antje Babendererdes neuer Indianer-Roman. Es geht um Alkohol und Drogen im Reservat, das Gefühlschaos einer Sechzehnjährigen, Punkfrisuren, schräge Klamotten und eine ungewöhnliche Dreiecksbeziehung zwischen Sommersonne und Schatten.
Sim, eigentlich Simona, die Heldin des Romans, ist so ziemlich das Gegenteil von allem, was die Lakota bisher an Touristen in ihrem Reservat kennen gelernt haben. Jimi und sein blinder Hunka-Bruder Lukas werden nicht schlau aus dem Mädchen mit der leuchtend roten Stachelfrisur und den provozierend kurzen Röcken. Jimi, der Champ, der alle Mädchen "flachlegt", ist erst mäßig, dann immer mehr an Sim interessiert. Aber auch der angehende Medizinmann Lukas entwickelt Gefühle für die junge Frau mit den Storchenbeinen. Dabei hatten sich beide doch geschworen, dass sie sich niemals wegen einer Frau streiten wollten.
Allerdings ist etwas an Sim ungewöhnlich, etwas, das selbst der blinde Lukas mit seinem überfeinen Gehör nicht zwischen ihren Worten herauslauschen kann. Nur langsam öffnet sich Sim so weit, ihm von jener Nacht zu erzählen, als sie zusammen mit Freunden ins Schwimmbad einbrach, sich hemmungslos betrank und Sex mit einem Jungen hatte.

 

Alkohol und Drogen im Lakota-Reservat

 

Sim ist zwangsweise aus Deutschland nach Amerika verschickt worden. Nach ihren Alkoholabstürzen wurde die Jugendliche vor ein Ultimatum gestellt: entweder Einlieferung und Entgiftung oder sechs Wochen Zwangsaufenthalt im Indianerland bei Tante Flo. Denn die Eltern hatten gehört, dass im Reservat striktes Alkoholverbot herrscht. Pech nur, dass das Bild von der heilen alkoholfreien Indianerwelt nicht stimmt. Sim bleibt nicht lange "trocken", und die Tatsache, dass es dort einen schwunghaften Handel mit härteren Drogen gibt, macht den Aufenthalt alles andere als ungefährlich. Kokain ist kein Spielzeug. Und Jimi ist alles andere als ein Unschuldslamm.

 

"Julischatten" erzählt von Gewalt und Bandenkriminalität

 

"Julischatten" ist ein Roman, der die dunklen Seiten des Reservatslebens zeigt. Antje Babendererde erzählt vom Sozialbetrug einer Pflegemutter, die scharenweise Kinder sammelt, von Drogenexzessen, Bandenkriminalität und Gewalt, von Besäufnissen, Vergewaltigung und irrsinnigen Mutproben. Sie zeichnet kein Bild der schönen, verklärten Idianerwelt, gleichzeitig hält sie Abstand zum anklagenden Bild des "Opfers Indianer". Opfer wie Täter sind Indianer, das System von Drogendealern und ihren Hintermännern bzw. -frauen ist rot, und die Freundschaft, die gebrochen wird, ist ein Verrat unter Stammesbrüdern. Auch die Beziehung, die sich zwischen Sim und den ungleichen Brüdern entspinnt, ist alles andere als eine rosafarbene Romanze.

 

Sehr viele Rückblenden

 

Etwas ungelenk wirken die außerordentlich langen Rückblenden, mit der die Autorin die Vorgeschichten der jeweiligen Personen erzählt. So wird dem Leser bereits nach dem ersten Absatz ein elfseitiges Referat über die Vergangenheit Sims serviert, sowie man das im Flugzeug sitzende Mädchen kennen gelernt hat. Dies hätte man handwerklich sicher etwas geschickter lösen können.
Trotzdem ist der Roman sehr spannend und zieht den Leser schnell in die Geschichte hinein. Die Sachkunde und der herbe, von künstlicher Stimmungsmache freie Tonfall der Autorin machen "Julischatten" zu einem Buch, das man gern zur Hand nimmt und nicht wieder weglegt, bevor die letzte letzte Seite erreicht ist.

 

Fazit: Ein gelungener Roman - einer von Babendererdes besten. Unbedingt empfehlenswert.

 

Antje Babendererde: Julischatten. Würzburg: Arena, 2012. 476 S., Euro 17,99.

 

Weitere Bücher von Antje Babendererde
Findet mich die Liebe?
Rain Song
Isegrim
Schneetänzer
Wie die Sonne in der Nacht

 

© Petra Hartmann








Das Herz des Donnervogels, 2023

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Der Klappentext:
Ein Indianer taucht in dem verschlafenen Küstenstädtchen Kitty Hawk auf. Die Witwe Murdoch ist überzeugt, dass der Fremde ein Kundschafter ist und bald seine roten Spießgesellen zum Morden und Plündern mitbringen wird. Doch Junger Adler hat andere Pläne. Er träumt vom Fliegen und wartet auf das Eintreffen zweier verrückter Fahrradhändler.
Karl-May-Fans kennen Junger Adler bereits aus dem Roman Winnetous Erben. Die Vorgeschichte zu diesem Buch wird nun von Petra Hartmann erzählt.

 

Buch-Infos:
Petra Hartmann DAS HERZ DES DONNERVOGELS
Band 18, Abenteuer-Roman
Exklusive Sammler-Ausgabe
Seiten: 282

Taschenbuch
VÖ: April 2023
Künstler: MtP-Art (Mario Heyer)
Künstler (Innenteil): MtP-Art (Mario Heyer)
Preis: 12,95 Euro

 

Bestellen beim Blitz-Verlag

 

Das E-Book ist zum Preis von Euro 3,99 erhältlich.

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Falkenblut, 2020

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Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Widar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus ...

Es ist eine schaurige Welt, in der sich die junge Walküre behaupten muss. Doch Valkrys wäre keine echte Falkin, wenn sie einem Kampf aus dem Weg gehen würde. Todesmutig und mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor stürzt sie sich in die Begegnungen mit Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfen, Berserkern, Hexen, Meerungeheuern und dem furchtbaren Totenschiff Naglfari.

 

 

Petra Hartmann: Falkenblut.

Sibbesse: Hottenstein, 2020.

Broschiert, 247 S., Euro 11.

ISBN 978-3935928991

 

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Bestellbar unter anderem bei Amazon

Hörbuch: Drachen! Drachen! 2020

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Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren. Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist - und gelegentlich fies!

Die Autoren: Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.

 

Herausgeber: Petra Hartmann, Frank G. Gerigk

Sprecher: Tim Schmidt

Blitz-Verlag

Ungekürzte Lesung

mp3-Download

611 Minuten, 495.91 MB

9783991093435

 

Zu bestellen unter anderem bei Thalia oder bei Amazon.

Nestis und die verbotene Welle, 2017

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Meerprinzessin Nestis und ihre Freunde sind sauer: Lehrer Seestern meint, dass laute Haifischmusik nichts für Kinder ist. Und der Kronrat stimmt ihm zu. Deshalb bekommt die Band »Ã˜lpæst« Auftrittsverbot in der gesamten Nordsee. Doch plötzlich ist deren Musik überall zu hören: Ein Piratensender strahlt die Hits der Knorpelfischgang lautstark aus.

Als eine hochexplosive Kugelmine über dem blauen Glaspalast im Meer dümpelt und ein führungsloser Öltanker in die Nordsee einfährt, droht eine wirkliche Ölpest. Gelingt es den Meerkindern, ein Unglück zu verhindern?

 

Petra Hartmann: Nestis und die verbotene Welle. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Voraussichtlich ab Juni 2017 erhältlich.

Buch-Infos: ca. 152 Seiten, 14,2 x 20,6 cm, Hardcover, zahlreiche s/w-Illustrationen, mit Fadenheftung, Euro 14,90, ISBN 978-3-977066-00-1

 

Leseprobe

 

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Demantin, 2016

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Demantin, der junge König von Antrium, liebt die griechische Königstochter Sirgamot. Doch ihr Vater ist strikt gegen die Hochzeit. Immerhin ist Sirgamot erst zwölf Jahre alt. So zieht Demantin in die Welt, um Ruhm zu erwerben, den Namen seiner Geliebten durch seine Taten zu verherrlichen und sich dem griechischen König als Schwiegersohn zu empfehlen. Er besteht heldenhafte Kämpfe, erwirbt sich die Freundschaft der Königin und des Königs von England und besiegt ein schauriges Meerweib. Letzteres allerdings erweist sich als verhängnisvoll. Denn die sterbende Unholdin verflucht Demantin und prophezeit, dass seine Geliebte mit dem üblen König Contriok verlobt werden soll. Kann Demantin noch rechtzeitig zurückkehren, um die Hochzeit zu verhindern?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Demantin. Ein Ritter-Epos
128 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 9-78-3-940078-34-6
8,95 EUR

 

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Leseprobe

 

Crane, 2016

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Gayol, der Sohn des ungarischen Königs, hat in jugendlichem Übermut den alten Hofmarschall seines Vaters zum Wettkampf herausgefordert und eine peinliche Niederlage erlitten. Aus Scham flüchtet er und gerät ins Reich des deutschen Kaisers, wo er unerkannt unter dem Namen Crane (Kranich) eine Stellung als Kämmerer annimmt und bald sehr beliebt ist. Doch als der Fremde und die Kaiserstochter einander näher kommen und Hofbeamten Unzucht und eine unstandesgemäße Liebschaft wittern, beginnt eine schwere Zeit für Königssohn und Kaiserstochter. Kann Gayol sich auf die Treue Acheloydes verlassen? Und kann die lebensbedrohliche Krankheit der Prinzessin noch geheilt werden?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Crane. Ein Ritter-Epos
84 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 978-3-940078-48-3
6,95 EUR

 

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Leseprobe

Hut ab, Hödeken! 2015

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Ein rasender Bischof auf dem Rennstieg.
Wegweiser, die sich wie von Geisterhand drehen.
Jäger in Todesangst.
Bierkutscher mit unheimlicher Fracht.
Ein stammelnder Mönch,
der plötzlich zum brillanten Redner wird.
Sollte da Hödeken seine Hand im Spiel haben?
Sagen um einen eigenwilligen Geist
aus dem Hildesheimer Land,
frisch und frech nacherzählt
von Petra Hartmann.

 

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken!

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

101 S., Euro 7,95.

ISBN 978-3-940078-37-7

 

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Leseprobe

Freiheitsschwingen, 2015

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Deutschland in den 1830er-Jahren: Für Handarbeit, arrangierte Ehe und Kinderkriegen hat die junge Bürgermeistertochter wenig übrig. Stattdessen interessiert sie sich für Politik und Literatur und greift sehr zum Leidwesen ihres Vaters selbst zur Feder, um flammende Texte für die Gleichberechtigung der Frau und die Abschaffung der Monarchie zu verfassen. Angestachelt von der revolutionären Stimmung des Hambacher Festes versucht sie, aus ihrem kleinbürgerlichen Dasein auszubrechen und sich als Journalistin zu behaupten. Gemeinsam mit ihrer großen Liebe verschreibt sie sich dem Kampf für ein freies, geeintes Deutschland und schlägt den Zensurbehörden ein Schnippchen. Die Geheimpolizei ist ihnen jedoch dicht auf den Fersen, und die junge Journalistin begeht den verhängnisvollen Fehler, ihre Gegner zu unterschätzen

 

Petra Hartmann: Freiheitsschwingen

Personalisierter Roman

München: Verlag Personalnovel, 2015

ca. 198 Seiten. Ab Euro 24,95.

(Einband, Schriftart und -größe, Covergestaltung etc. nach Wahl.)

 

Bestellen unter:

www.tinyurl.com/Freiheitsschwingen

 

Timur, 2015

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Wer ist der bleiche Jüngling im Verlies unter der Klippenfestung? Prinzessin Thia will ihn retten. Doch wer Timurs Ketten bricht, ruft Tod und Verderben aus der Tiefe hervor. Als der Blutmond sich über den Horizont erhebt, fällt die Entscheidung ...

 

Beigaben:

Nachwort zur Entstehung

Original-Erzählung von Karoline von Günderrode

Autorinnenbiografien

Bibliografie

 

Petra Hartmann: Timur

Coverillustration: Miguel Worms

Bickenbach: Saphir im Stahl, 2015.

ISBN: 978-3-943948-54-7

Taschenbuch, 136 S.

Euro 9,95

 

 

Ulf, 2015

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Ein Roman-Experiment mit ungewissem Ausgang: Ulf (Magisterstudent unbekannter Fachrichtung), stammt aus einem Dorf, das mehrmals jährlich überschwemmt wird. Zusammen mit Pastor Dörmann (Geistlicher unbekannter Konfession) und Petra (Biografin ohne Auftrag) überlegt er, was man dagegen tun kann. Als ein vegetarisches Klavier die Tulpen des Gemeindedirektors frisst und das Jugendamt ein dunkeläugiges Flusskind abholen will, spitzt sich die Situation zu. Nein, Blutrache an Gartenzwergen und wütende Mistgabelattacken sind vermutlich nicht die richtigen Mittel im Kampf für einen Deich ...
Mal tiefgründig, mal sinnlos, etwas absurd, manchmal komisch, teilweise autobiografisch und oft völlig an den Haaren herbeigezogen. Ein Bildungs- und Schelmenroman aus einer Zeit, als der Euro noch DM und die Bahn noch Bundesbahn hieß und hannöversche Magister-Studenten mit dem Wort "Bologna" nur eine Spaghettisauce verbanden.

 

Petra Hartmann:

Ulf. Ein Roman-Experiment in zwölf Kapiteln.

eBook

Neobooks 2015

Euro 2,99

Erhältlich unter anderem bei Amazon

Vom Feuervogel, 2015

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Ein Tempel in der Wüste. Heilige Männer, die sich dem Dienst des Feuervogels geweiht haben. Ein Hirtenjunge, der seinem Traum folgt. Aber wird der alte und kranke Phönix wirklich zu neuem Leben wiederauferstehen, wenn der Holzstoß niedergebrannt ist? Eine Novelle von Idealen und einer Enttäuschung, die so tief ist, dass kein Sonnenstrahl je wieder Hoffnung bringen kann.

 

Petra Hartmann:

Vom Feuervogel. Novelle.

Erfurt: TES, 2015.

BunTES Abenteuer, Heft 30.

40 Seiten, Euro 2,50 (plus Porto).

Bestellen unter:

www.tes-erfurt.jimdo.com

 

eBook:

Neobooks, 2015.

Euro 1,99.

Unter anderem bei Amazon

Nestis und die Hafenpiraten, 2014

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Endlich Sommerferien! Nestis und ihre Freunde freuen sich auf sechs Wochen Freiheit und Abenteuer. Doch ausgerechnet jetzt verhängt der Kronrat ein striktes Ausgehverbot für alle Meerkinder. Denn in der Nordsee treibt plötzlich ein furchtbares “Phantom† sein Unwesen. Möwen, Lummen und Tordalke werden von einem unheimlichen Schatten unter Wasser gezerrt und verschwinden spurlos.

Nestis beschließt, den Entführer auf eigene Faust zu jagen. Als ein Dackel am Strand von Achterndiek verschwindet, scheint der Fall klar: Die gefürchteten “Hafenpiraten" müssen dahinter stecken. Zusammen mit ihrem Menschenfreund Tom wollen die Meerkinder der Bande das Handwerk legen ...

Petra Hartmann: Nestis und die Hafenpiraten
Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014
ISBN 978-3-940078-84-1
14,90 EUR

 

 

Leseprobe unter

 

www.tinyurl.com/nestis2

Blitzeis und Gänsebraten, 2014

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Weihnachten im Potte †¦

†¦ ist so vielfältig wie die Menschen, die dort leben. Und deshalb findet sich auf diesem Bunten Teller mit 24 Hildesheimer Weihnachtsgeschichten für jeden etwas: romantische Erzählungen und freche Gedichte, Erinnerungen an die Nachkriegszeit, Geschichten von neugierigen Engeln, eifrigen Wichteln und geplagten Weihnachtsmännern. Der Huckup und die »Hildesheimer Weisen« fehlen auch nicht. Was es aber mit dem Weihnachtswunder an der B6 auf sich hat, erfahren Sie auf Seite 117. - Greifen Sie zu!

 

 

Petra Hartmann & Monika Fuchs (Hrsg.): Blitzeis und Gänsebraten. Hildesheimer Weihnachtsgeschichten.

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

144 Seiten | 12 x 17 cm | Paperback |

ISBN 978-3-9400787-57-5
8,90 EUR

 

Leseprobe

Beim Vorderhuf meines Pferdes, 2014

Eingefügtes Bild

Das Messer zuckte vor. Fauchend wich die riesige Katze zurück. Doch nur, um sofort wieder anzugreifen. Das Mädchen, das auf dem Leichnam seiner Stute kauerte, schien verloren.
Acht Jahre ist Steppenprinzessin Ziris alt, als sie bei einem Sandkatzenangriff ihr Lieblingspferd verliert. Ist es wirklich wahr, was ihr Vater sagt? "Alle Pferde kommen in den Himmel ..."
Drei Erzählungen aus der Welt der Nearith über edle Steppenrenner, struppige Waldponys und die alte graue Stute aus Kindertagen.

Petra Hartmann: Beim Vorderhuf meines Pferdes. Neue Geschichten aus Movenna. eBook, ca. 30 Seiten. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014. Euro 0,99.

Erhältlich unter anderem bei Amazon.

Darthula, 2014

Eingefügtes Bild

Darthula ist die Tochter eines irischen Kleinkönigs, der über das nebelreiche Land Selama herrscht. Als schönste Prinzessin Irlands lebt sie allerdings nicht ungefährlich. Als sie den mächtigen König Cairbar abweist und ihm nicht als seine Braut folgen will, nimmt das Unheil seinen Lauf. Cairbar überzieht das kleine Selama mit Krieg und Vernichtung und rottet Darthulas Familie aus. Mit ihrem Geliebten Nathos wagt die junge Frau die Flucht über die stürmische See. Aber Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...

Beigaben zur Neuausgabe:
Vorwort der Autorin mit Infos zur Entstehungsgeschichte
Übersetzung des "ossianischen Originals"
Autorinnenbiographie und Veröffentlichungsliste

Buch-Informationen:
Petra Hartmann: Darthula, Tochter der Nebel.
Bickenbach: Verlag Saphir im Stahl, 2014.
Taschenbuch. 126 S., Euro 9,95.
ISBN 978-3-943948-25-7

Bestellen bei Saphir im Stahl

Pressearbeit für Autoren, 2014

Eingefügtes Bild

Petra Hartmann, Autorin und langjährige Lokalredakteurin, gibt Tipps für die Pressearbeit vor Ort. Sie erklärt die Wichtigkeit der „Ortsmarke“ für eine Zeitung, gibt Tipps zum Schreiben von Artikeln, zum guten Pressefoto und zum Umgang mit Journalisten. Anschaulich, verständlich, praxisorientiert und für Autoren jedes Genres anwendbar.

Petra Hartmann: Pressearbeit für Autoren. So kommt euer Buch in die Lokalzeitung.
eBook. Neobooks, 2014. Ca. 30 Seiten.
Euro 1,99
Diverse Formate, für alle gängigen eBook-Reader.
Erhältlich z.B. bei Amazon, eBook.de, Thalia, Hugendubel, Weltbild u.a.

Nestis und der Weihnachtssand, 2013

Eingefügtes Bild

Als kleine Weihnachtsüberraschung gibt es für Fans des "großen" Nestis-Buchs "Nestis und die verschwundene Seepocke" jetzt ein kleines bisschen Weihnachtssand: Der Verlag Monika Fuchs hat aus der "Ur-Nestis", einem Helgoland-Märchen aus dem Jahr 2007, jetzt ein eBook gemacht. Mit einem wunderschönen Cover von Olena Otto-Fradina und mit ein paar exklusiven Einblicken in Nestis' Nordseewelt.

Klappentext:
"November 2007: Orkantief Tilo tobt über die Nordsee und reißt große Teile der Helgoländer Düne ins Meer. Wer soll nun die Robbenküste reparieren? Meerjungfrau Nestis wünscht sich einfach mal vom Weihnachtsmann 500.000 Kubikmeter Sand ..."

Bonus-Material:
Die Autorin im Interview mit Wella Wellhorn von der Meereszeitung "Die Gezeiten"
XXL-Leseprobe aus "Nestis und de verschwundene Seepocke"

Petra Hartmann: Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013. 99 Cent.

Erhältlich für den Amazon-Kindle

Nestis und die verschwundene Seepocke, 2013

Eingefügtes Bild


Eine ausführliche Leseprobe findet ihr hier:
www.tinyurl.com/nestis


Wütend stampft Meerjungfrau Nestis mit der Schwanzflosse auf. Ihre Schwester Undine ist von den Menschen gefangen worden – und weder Meerkönig noch Kronrat wagen, die Kleine zu retten. Aber Nestis fürchtet sich nicht einmal vor den furchtbarsten Monstern des Meeres. Zusammen mit ihren Freunden bricht sie auf zur Rettungsaktion, und es zeigt sich, dass tollpatschige Riesenkraken und bruchrechnende Zitteraale großartige Verbündete sind.
Petra Hartmann entführt ihre Leser in eine etwas andere Unterwasserwelt mit viel Humor und Liebe zum Detail. Trotz des phantastischen Meermädchen-Themas findet der Leser auch sehr viel naturnahe Beobachtungen aus Nord- und Ostsee, lernt die Meerbewohner und ihre Probleme kennen. Dabei werden unter anderem auch die Meeresverschmutzung, Fischerei und die wenig artgerechte Haltung von Haien in Aquarien behandelt.
Zauberhaft dazu die Zeichnungen von Olena Otto-Fradina.

Text: Petra Hartmann
Bilder: Olena Otto-Fradina
| Hardcover | 14,8 x 21 cm
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2013
151 S., Euro 14,90
ISBN 978-3-940078-64-3


eBook:
Amazon-Kindle, 2154 KB
Euro 6,99
http://amzn.to/JJqB0b

Autorenträume, 2013

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Autorinnen und Autoren schicken ihre Leser in vergangene Zeiten, ferne Länder, phantastische Welten, spannende Abenteuer und bringen sie zum Träumen.
Wovon aber träumen Autoren? Vom Nobelpreis? Vom Bestseller? Vom Reich-und-berühmt-werden? Oder einfach nur davon, eines Tages vom Schreiben leben zu können? Vom Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes, wenn das neue Märchen vorgelesen wird? Oder sind es schreckliche Albträume, die der angebliche Traumberuf mit sich bringt? Werden Schriftsteller nachts im Schlaf gar von Verlegern, Lektoren, Rezensenten oder Finanzbeamten bedroht?
Monika Fuchs und Petra Hartmann starteten eine »literarische Umfrage«, wählten aus den über 300 Antworten 57 phantasievolle Beiträge aus und stellten sie zu diesem Lesebuch zusammen. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen des Autorenalltags und träumen Sie mit!
Von jedem verkauften Buch wird 1 Euro an das Hilfswerk Brot & Bücher e.V. der Autorin Tanja Kinkel gespendet, die auch das Geleitwort zum Buch schrieb.

Petra Hartmann und Monika Fuchs (Hrsg.):
Autorenträume. Ein Lesebuch.
ISBN 978-3-940078-53-7
333 S., Euro 16,90

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs

Mit Klinge und Feder, 2013

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Phantasie statt Völkerschlachten - das war das Motto, unter dem die Phantastik Girls zur Schreibfeder griffen. Mit Humor, Gewitztheit und ungewöhnlichen Einfällen erzählen sieben Autorinnen ihre Geschichten jenseits des Mainstreams der Fantasy. Kriegerinnen und gut bewaffnete Zwerge gehören dabei genau so zum Personal wie sprechende Straßenlaternen, Betonfresser oder skurrile alte Damen, die im Bus Anspruch auf einen Behindertensitzplatz erheben. Dass es dennoch nicht ohne Blutvergießen abgeht, ist garantiert: Immerhin stecken in jeder der Storys sechs Liter Herzblut. Mindestens.

Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns.
Mit Geschichten von Linda Budinger, Charlotte Engmann, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl.
Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. 978-3943378078
247 S., Euro 9.
Bestellen bei Amazon

eBook:
396 KB, Euro 5,49.
Format: Kindle
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Das Serum des Doctor Nikola, 2013

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Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...

Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola
Historischer Abenteuerroman.
ISBN 978-3-938065-92-1
190 S., 12,95 Euro.
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Leseprobe

Hörbuch: Der Fels der schwarzen Götter, 2012

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Bei einer Mutprobe begeht der junge Ask einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat.
Bald wissen die Völker des Berglandes nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...

Der Fels der schwarzen Götter.
Hörbuch. 8 Stunden, 57 Minuten.
Sprecherin: Resi Heitwerth.
Musik: Florian Schober.
Action-Verlag, 2012.
CD/DVD: 16,95 Euro
mp3-Download: 11,95 Euro

Hörbuchfassung des 2010 im Wurdackverlag erschienenen Buchs "Der Fels der schwarzen Götter".

Termine

Lesungen

 

Sonntag, 7. April 2024: Lesung aus "Das Herz des Donnervogels" beim Kunstkreis Laatzen. Hildesheimer Straße 368, 30880 Laatzen Ortsteil Rethen. Beginn: 16.30 Uhr.

 

 

 

Links

Meine Heimseite:

www.petrahartmann.de

 

Facebook-Autorenseite:

www.facebook.com/AutorinPetraHartmann/

 

Seite der Nestis-Serie:

www.nestis.net

 

Nestis auf Facebook:

www.facebook.com/nestis.net/

 

Nestis auf Twitter:

https://twitter.com/NestisLogbuch

 

Die Falkin auf Facebook:

https://www.facebook.com/FalkinValkrys

 

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Biografie

Petra Hartmann, Jahrgang 1970, wurde in Hildesheim geboren und wohnt in Sillium. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Hannover. Auf den Magisterabschluss folgten die Promotion mit einer Doktorarbeit über den jungdeutschen Schriftsteller Theodor Mundt und ein zweijähriges Volontariat bei der Neuen Deister-Zeitung in Springe. Anschließend war sie dort fünf Jahre Lokalredakteurin. Ferner arbeitete sie für die Leine-Zeitung in Neustadt am Rübenberge, die Nordsee-Zeitung in Bremerhaven, die Neue Presse in Hannover und die Volksstimme in Gardelegen. Derzeit ist sie bei der Goslarschen Zeitung beschäftigt.
Als Schriftstellerin liebt sie vor allem das fantastische Genre. Sie verfasst hauptsächlich Fantasy und Märchen. Bekannt wurde sie mit ihren Fantasy-Romanen aus der Welt Movenna. Mit den Abenteuern der Nordsee-Nixe Nestis legte sie ihre erste Kinderserie vor. Sie errang mit ihren Geschichten dreimal den dritten Platz bei der Storyolympiade und wurde 2008 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.

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Leserunden zum Nachlesen

Leserunde zu "Darthula, Tochter der Nebel" auf Lovelybooks. Mit Autorin Petra Hartmann und Cover-Künstler Miguel Worms: http://www.lovelyboo...nde/1201913120/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Nestis und die verschwundene Seepocke": Mit Autorin Petra Hartmann und Verlegerin Monika Fuchs:

http://www.lovelyboo...nde/1166725813/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Mit Klinge und Feder": Mit den Autorinnen Linda Budinger, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl: http://www.lovelyboo...nde/1156671163/

 

Leserunde zu "Falkenblut" auf Lovelybooks: https://www.lovelybo...263/2687604262/

Geschichten über Nestis

Bücher
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

"Nestis und die verbotene Welle. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

 

Mini-Buch

"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

eBooks
"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.

"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

Hörbuch
"Eine Hand voll Weihnachtssand." In: Petra Hartmann: "Weihnachten im Schneeland". Gelesen von Karin Sünder. Mit Musik von Simon Daum. Essen: Action-Verlag, 2010. (mp3-Download und CD-ROM)

Beiträge zu Anthologien
"Weihnachtssand für Helgoland." In: "Wenn die Biiken brennen. Phantastische Geschichten aus Schleswig-Holstein." Hrsg. v. Bartholomäus Figatowski. Plön: Verlag 71, 2009. S. 163-174.

Hödeken-Lesestoff

Buch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. 101 S., Euro 7,95. ISBN 978-3-940078-37-7. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

 

Hörbuch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. 2 CD. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Euro 14,95. ISBN: 978-3940078414. Unter anderen erhältlich bei Amazon.

 

eBook

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

 

Geschichten

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg. In: Hildesheimliche Autoren e.V.: Hildesheimer Geschichte(n). Ein Beitrag zum 1200-jährigen Stadtjubiläum. Norderstedt: Book on Demand. 196 S., Euro 9,99. ISBN 978-3734752698. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

Die glücklose Hasenjagd. In: MVP-M. Magazin des Marburger Vereins für Phantastik. Marburg-Con-Ausgabe. Nr. 19b. S. 36-40.

 

Lesung

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg, Radio Tonkuhle, Sendung vom April 2015.

 

Movenna-Kompass

Übersicht über die Romane und Erzählungen aus Movenna


Bücher

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2004. 164 S.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2007. 188 S.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2010. 240 S.

 

eBooks

 

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Beim Vorderhuf meines Pferdes. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Hörbuch

Der Fels der schwarzen Götter. Action-Verlag, 2012.


Movennische Geschichten in Anthologien und Zeitschriften

Die Krone Eirikirs. In: Traumpfade (Anthologie zur Story-Olympiade 2000). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2001. S. 18-25.
Flarics Hexen. In: Geschöpfe der Dunkelheit (Anthologie zur Story-Olympiade 2001). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2002. S. 22-28.
Raubwürger. In: Kurzgeschichten, September 2004, S. 20f.
Furunkula Warzenkraish. Elfenschrift, dritter Jahrgang, Heft 2, Juni 2006. S. 10-14.
Der Leuchtturm am Rande der Welt. In: Elfenschrift, vierter Jahrgang, Heft März 2007, S. 18-21.
Gewitternacht. In: Im Bann des Nachtwaldes. Hrsg. v. Felix Woitkowski. Lerato-Verlag, 2007. S. 57-60.
Pfefferkuchen. In: Das ist unser Ernst! Hrsg. v. Martin Witzgall. München: WortKuss Verlag, 2010. S. 77-79.
Winter-Sonnenwende. In: Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns. Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. S. 51-59.
Der Reiter auf dem schwarzen Pferd. Ebd. S. 60-68.

Die Blaubeerbrücke. In: Met-Magie. Hrsg. v. Amandara M. Schulzke und Nadine Muriel. Hamburg: Acabus Verlag, 2022. S. 163-174.

 

 

Movennische Geschichten in Fanzines

Föj lächelt. In: Alraunenwurz. Legendensänger-Edition Band 118. November 2004. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 23.
Raubwürger. In: Drachenelfen. Legendensänger-Edition Band 130. Januar 2006. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 3-5.
Goldauge. In Phantastische Geschichten mit den Phantastik Girls. (Broschüre der Phantastik Girls zum MarburgCon 2007)


Aufsätze

Wie kann man nur Varelian heißen? Über das Unbehagen an der Namensgebung in der Fantasy. In: Elfenschrift, 5. Jahrgang, März 2008. S. 16f.


Movennische Texte online

Aus "Geschichten aus Movenna":
König Surbolds Grab
Das letzte Glied der Kette
Brief des Dichters Gulltong
Der Kranich
Die Rückkehr des Kranichs

Aus "Ein Prinz für Movenna":
Der Leuchtturm am Rand der Welt
Furunkula Warzenkraish
Gewitternacht

Aus "Der Fels der schwarzen Götter":
Der Waldalte
Hölzerne Pranken
Im Bann der Eisdämonen

Die Bibliothek der Falkin

Übersicht über die Romane und Novellen über die Walküre Valkrys, genannt "die Falkin"

Bücher

Die letzte Falkin. Heftroman. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2010.
Falkenblut. Sibbesse: Hottenstein-Verlag, Sommer 2020.

eBooks

Falkenblut. Vier Fantasy-Romane. eBook-Ausgabe. Chichili und Satzweiss.com, 2012. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. eBook. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2011. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. In: Best of electronic publishing. Anthologie zum 1. Deutschen eBook-Preis 2011. eBook. Chichili und Satzweiss.com, 2011. (unter anderem erhältlich bei Thalia und Amazon)


Aufsatz

Aegirs Flotte - ein Nachruf. In: Fandom Observer, Dezember 2011. S. 16-18. Online-Magazin und Blogversion

Drachen! Drachen! 2012

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Frank G. Gerigk & Petra Hartmann (Hrsg.)
DRACHEN! DRACHEN!
Band 01, Drachen-Anthologie
ISBN: 978-3-89840-339-9
Seiten: 384 Taschenbuch
Grafiker: Mark Freier
Innengrafiker: Mark Freier
Preis: 14,95 €
Bestellen beim Blitz-Verlag

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren.
Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist - und gelegentlich fies!

Die Autoren:
Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.
Originalveröffentlichung!

Die Schlagzeile, 2011/2012

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Petra Hartmann: Die Schlagzeile.
Personalisierbarer Roman.
PersonalNovel Verlag, 2011.
eBook: PersonalNovel, 2012.
Personalisieren und bestellen

Verschlafen und idyllisch liegen sie da, die Orte Barkhenburg, Kleinweltwinkel und Reubenhausen. Doch dann stört der Diebstahl einer Heiligenfigur die Ruhe: Ein jahrhundertealter Hass bricht wieder aus und ein hitziger Streit entflammt, der aus Freunden Feinde und aus friedlichen Nachbarn sich prügelnde Gegner macht. Mittendrin: Eine Journalistin, die bereit ist, für eine Schlagzeile im Sommerloch alles zu geben. Mit viel Einsatz und einer Prise Humor versucht sie, das Geheimnis um die verschwundene Hubertus-Statue aufzuklären, und muss sich dabei mit erregten Politikern, aufgebrachten Dorfbewohnern und einem nervösen Chefredakteur herumschlagen. Aber die Journalistin lässt sich nicht unterkriegen - bis ihr ein Anruf fünf Minuten vor Redaktionsschluss die Schlagzeile zunichtemacht...

Falkenblut, 2012

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Petra Hartmann: Falkenblut.
Vier Romane in einem Band.
E-Book
Satzweiss.com - chichili agency, 2012.
3,99 Euro

 

Nicht mehr lieferbar!

Neuausgabe in Vorbereitung.


Die Abenteuer der jungen Walküre Valkrys beginnen an ihrem ersten Arbeitstag und ausgerechnet dort, wo die germanischen Götter- und Heldensagen enden: Ragnarök, die Endzeitschlacht, ist geschlagen, Götter und Riesen haben sich gegenseitig aufgerieben, die wenigen Überlebenden irren ziellos durch die Trümmer des zerbrochenen Midgard. An der Seite des neuen Götterkönigs Widar muss sich Valkrys nun behaupten. Dabei trifft sie auf Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfe, Berserker, Hexen, riesenhafte Meerungeheuer und das furchtbare Totenschiff Naglfari. Leseempfehlung ab 12 Jahren.

Meine Bücher 1998 - 2011

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Petra Hartmann
Falkenfrühling
eBook
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN: 978-3-939139-59-1

Wegen Verkauf des Arcanum-Verlags ist die Ausgabe nicht mehr erhältlich, aber die Zweitveröffentlichung in der eBook-Anthologie "Best of electronic publishing" gibt es noch als epub oder Kindle-Ausgabe.

Valkrys träumt davon, eine echte Walküre zu sein. Sie springt, noch Kind, vom Dach des Langhauses.
Alle Ermahnungen ihrer Eltern sind vergeblich, sie macht sich an den Aufstieg zum Gipfel der nahen Klippe, besessen vom "Traum vom Fliegen" ...

Fünfter Platz beim Deutschen eBook-Preis 2011.

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Petra Hartmann
Die letzte Falkin
Roman.
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-62-1
Bestellen beim Arcanum-Verlag

Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Vidar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus †¦


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Petra Hartmann
Der Fels der schwarzen Götter
Roman
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-64-8
Bestellen beim Wurdack-Verlag


Hochaufragende Felswände, darin eingemeißelt weit über tausend furchteinflößende Fratzen, die drohend nach Norden blicken: Einer Legende zufolge sind die schwarzen Klippen das letzte Bollwerk Movennas gegen die Eisdämonen aus dem Gletscherreich.
Doch dann begeht der junge Ask bei einer Mutprobe einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat. Und die Völker des Berglandes wissen bald nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...


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Petra Hartmann
Darthula
Heftroman
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-32-4
Bestellen beim Arcanum-Verlag


Darthula, die schönste Prinzessin der Nebellande, beschwört Krieg, Tod und Vernichtung über ihr heimatliches Selama herauf, als sie den Heiratsantrag des mächtigen Königs Cairbar ausschlägt. Zusammen mit ihrem Geliebten flüchtet sie in einem kleinen Segelboot übers Meer. Doch Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...


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Petra Hartmann
Weihnachten im Schneeland
Hörbuch
Action-Verlag
Download bei Audible
CD bestellen beim Action-Verlag

WEIHNACHTEN IM SCHNEELAND von Petra Hartmann vereint vier wundervolle Kurzgeschichten für Kinder ab 6 Jahren. Schon die Titel regen die Phantasie der Kleinen an und verleiten zum Schmunzeln und Staunen:
- "Der Reserve-Weihnachtsmann"
- "Die Weihnachts-Eisenbahn"
- "Eine Handvoll Weihnachtssand"
- "Paulchen mit den blauen Augen"



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Petra Hartmann
Ein Prinz für Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-24-9
Bestellen

Mit dem Schild oder auf dem Schild
- als Sieger sollst du heimkehren oder tot.
So verlangt es der Ehrenkodex des heldenhaften Orh Jonoth. Doch der letzte Befehl seines sterbenden Königs bricht mit aller Kriegerehre und Tradition: "Flieh vor den Fremden, rette den Prinzen und bring ihn auf die Kiesinsel." Während das Land Movenna hinter Orh Jonoth in Schlachtenlärm und Chaos versinkt, muss er den Gefahren des Westmeers ins Auge blicken: Seestürmen, Riesenkraken, Piraten, stinkenden Babywindeln und der mörderischen Seekrankheit ....


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Petra Hartmann
Geschichten aus Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-00-1
Bestellen


Verwünschte Hexen!
Warum zum Henker muß König Jurtak auch ausgerechnet seinen Sinn für Traditionen entdecken?
Seit Jahrhunderten wird der Kronprinz des Landes Movenna zu einem der alten Kräuterweiber in die Lehre gegeben, und der Eroberer Jurtak legt zum Leidwesen seines Sohnes großen Wert auf die alten Sitten und Gebräuche. Für den jungen Ardua beginnt eine harte Lehrzeit, denn die eigenwillige Lournu ist in ihren Lektionen alles andere als zimperlich ...


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Wovon träumt der Mond?
Hrsg. v. Petra Hartmann & Judith Ott
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-37-2
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Der Mond - König der Nacht und gleichsam Verbündeter von Gut und Böse ... Seit jeher ranken sich Legenden voller Glauben und Aberglauben um sein Licht, das von den einen als romantisch verehrt und von den anderen als unheimlich gefürchtet wird. Seine Phasen stehen für das Werden und Vergehen allen Lebens, er wacht über die Liebenden, empfängt die Botschaften der Suchenden, Einsamen und Verzweifelten und erhellt so einiges, was lieber im Dunkeln geblieben wäre. 39 Autorinnen und Autoren im Alter von 12 bis 87 Jahren sind unserem nächtlichen Begleiter auf der Spur gewesen. In 42 erfrischend komischen, zutiefst nachdenklichen und manchmal zu Tränen rührenden Geschichten erzählen sie die Abenteuer von Göttin Luna und Onkel Mond, von erfüllten und verlorenen Träumen, lassen Perlmuttschmetterlinge fliegen und Mondkälber aufmarschieren. Und wer denkt, dass nur der Mann im Mond zuweilen die Erde besucht, irrt sich! Auch umgekehrt erhält er gelegentlich unverhofften Besuch dort oben.


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Drachenstarker Feenzauber
Herausgegeben von Petra Hartmann
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-28-0
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Öko-Feen, Büro-Feen, Todes-Feen und Bahn-Feen, geschäftstüchtige Drachen, goldzahnige Trolle, Sockenmonster, verzauberte Kühlschränke, Bierhexen, Zwirrrrrle, Familienschutzengel, Lügenschmiede, ehrliche Anwälte, verarmte Zahnärzte und andere Märchenwesen geben sich in diesem Buch ein Stelldichein.
51 Märchenerzähler im Alter von zwölf bis 76 Jahren haben die Federn gespitzt und schufen klassische und moderne Märchen, lustige, melancholische, weise und bitterböse Erzählungen, so bunt wie das Leben und so unvergesslich wie das Passwort eines verhexten Buchhalters.


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Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension.
Die jungdeutschen Autoren nach 1835.
ibidem-Verlag
ISBN 978-3-89821-958-7
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Das Junge Deutschland“ - dieser Begriff ist untrennbar verbunden mit dem Bundestagsbeschluss vom 10. Dezember 1835, durch den die Werke der fünf Schriftsteller Heinrich Heine, Theodor Mundt, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg und Heinrich Laube verboten wurden. Das Verbot markierte Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt einer literarischen Bewegung, die erst wenige Jahre davor begonnen hatte. Die Wege der Autoren trennten sich. Und doch gab es auch danach immer wieder Begegnungen und Berührungspunkte.
Petra Hartmann zeichnet die Wege der Verbotenen und ihrer Verbündeten nach und arbeitet Schnittstellen in den Werken der alt gewordenen Jungdeutschen heraus. Sie schildert insbesondere die Erfahrungen der Autoren auf der Insel Helgoland, ihre Rolle in der Revolution von 1848, aber auch die Versuche der ehemaligen Prosa-Schriftsteller, sich als Dramatiker zu etablieren. Irgendwo zwischen Anpassung und fortwährender Rebellion mussten die Autoren ihr neues Auskommen suchen, endeten als gescheiterte Existenzen im Irrenhaus oder als etablierte Literaten, die doch körperlich und seelisch den Schock von 1835 nie ganz verwunden hatten, sie leiteten angesehene Theater oder passten sich an und gerieten nach Jahren unter strenger Sonderzensur beim Publikum in Vergessenheit. Die vorliegende Untersuchung zeigt, was aus den Idealen von 1835 wurde, wie vollkommen neue Ideen - etwa die Debatte um Armut und Bildung - in den Werken der Jungdeutschen auftauchten und wie die Autoren bis zum Ende versuchten, ihr „Markenzeichen“ - ihren Stil - zu bewahren.


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Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll
Theodor Mundts literarische Entwicklung vom Buch der Bewegung zum historischen Roman
Aisthesis-Verlag
ISBN: 3-89528-390-8
Bestellen beim Aisthesis-Verlag

Theodor Mundt - Schriftsteller, Zeitschriftenherausgeber, Literaturwissenschaftler und Historiker - verdankt seinen Platz in der Literaturgeschichte vor allem dem Umstand, daß seine Veröffentlichungen am 10. Dezember 1835 verboten wurden. Das vom deutschen Bundestag ausgesprochene Verbot, das sich gegen die vermeintlichen Wortführer des "Jungen Deutschland", Heine, Gutzkow, Laube, Wienbarg und eben Theodor Mundt richtete, war vermutlich die entscheidende Zäsur in den literarischen Karrieren aller Betroffenen. Daß sie mit dem schon berühmten Heinrich Heine in einem Atemzug genannt und verboten wurden, machte die noch jungen Autoren Gutzkow, Laube, Mundt und Wienbarg für ein größeres Publikum interessant. Doch während Gutzkow und auch Laube im literarischen Bewußtsein präsent blieben, brach das Interesse an Mundt und seinen Werken schon bald nach dem Verbot fast gänzlich ab. Seine weitere Entwicklung bis zu seinem Tod im Jahr 1861 wurde von der Literaturwissenschaft bislang so gut wie vollständig ignoriert. Diese Lücke wird durch die vorliegende Studie geschlossen. Nachgezeichnet wird der Weg von den frühen Zeitromanen des jungen Mundt bis hin zu den historischen Romanen seines Spätwerks.


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Faust und Don Juan. Ein Verschmelzungsprozeß,
dargestellt anhand der Autoren Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt
ibidem-Verlag
ISBN 3-932602-29-3
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Faust und Don Juan sind die Gipfel der modernen christlich-poetischen Mythologie", schrieb Franz Horn bereits 1805 und stellte erstmalig beide Figuren, speziell den Faust Goethes und den Don Giovanni Mozarts, einander gegenüber. In den Jahren darauf immer wieder als polar entgegengesetzte Gestalten aufgefaßt, treten Faust und Don Juan in den unterschiedlichsten Werken der Literaturgeschichte auf.

Bei Lenau sind sie Helden zweier parallel aufgebauter Versepen, bei Grabbe begegnen sie sich auf der Bühne und gehen gemeinsam zugrunde. Theodor Mundt stellt als Lebensmaxime auf, man solle beides, Faust und Don Juan, in einer Person sein und beide in sich versöhnen.

Anhand der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt zeichnet Petra Hartmann die Biographien Fausts und Don Juans in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach, einer Zeit, die beide Helden stark prägte und auch für heutige Bearbeitungen beider Stoffe grundlegend ist."

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