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PetraHartmann



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Die Fälle von Emmeline & Miranda Finch: Der kopflose Reiter

Geschrieben von Petra , in Comics 24 September 2022 · 232 Aufrufe
Comics, Malcolm Max und 1 weitere...

Emmeline und Miranda Finch sind den Fans der Comic-Serie "Malcolm Max" bekannt, als zwei Mädchen mit losem Mundwerk und blitzgescheitem Verstand, die ihr detektivisches Handwerk bei ihrem berühmten Nachbarn in der Londoner Baker Street gelernt haben. Mit "Der kopflose Reiter und andere kuriose Geschichten" erhalten die beiden Sherlock-Holmes-Schülerinnen und Malcolm-Max-Sidekicks nun ihr erstes eigenes Album.
Der Band bietet insgesamt vier Geschichten. Getextet hat sie, wie gewohnt, Peter Mennigen. Optisch in Szene gesetzt wurden die Abenteuer von vier Künstlern mit sehr unterschiedlichem, aber immer gleichzeitig düsterem und skurrilem Federstrich. Außer Stammzeichner Ingo Römling sind Simone Grünewald, Regina Haselhorst und Roberta Ingranata mit dabei.
Ja, es sind düstere Geschichten. In den Straßen des alten London, besonders in den ärmeren Stadtvierteln, regieren Schmutz, Krankheit, Gewalt und eben auch das Verbrechen. Interessanterweise begegnen die beiden pfiffigen Mädchen zwar durchaus gruseligen Wesen, doch anders als ihr Mentor Malcolm Max haben sie es nie mit "echten" übersinnlichen Gestalten zu tun. Für jeden Spuk und jedes Verbrechen gibt es eine rationale, logische Erklärung, und manche Geistererscheinung entpuppt sich einfach nur als Betrug oder aber auch als Inszenierung, die dem Guten zum Sieg verhilft. Für Emmeline und Miranda ist es so selbstverständlich, dass es keine Geister gibt, dass man sich fragen muss, ob sie denn von Malcolm Max überhaupt etwas gelernt haben.
So geht es in der Titelgeschichte "Der kopflose Reiter" um eine Scharlatanin, die angeblich auf ihrer Schreibmaschine Botschaften aus der Geisterwelt empfangen kann und nun ihre Dienste der nur allzu gläubigen Polizei anbietet. Die beiden Mädchen kommen einem frauenmordenden Heiratsschwindler auf die Schliche, bestehen einen Kampf mit einem Vampir und werden sogar selbst Opfer einer Entführung. Dabei bleibt aber immer noch Zeit für kleine Nebenaufträge wie die Suche nach einem verschwundenen Meerschweinchen.
Während die beiden Mädchen in der Hauptserie ein bisschen den Eindruck des Zufälligen, nicht unbedingt dort hinein Gehörenden machten, zeigt dieses Album sie genau in der Welt, in die sie gehören. Und hier können sie auch endlich ihr volles Potenzial entfalten. Also: Gut angekommen in London, Emmeline und Miranda.
Die Sammlung ist optisch ein Genuss und macht viel Spaß durch witzige Einfälle wie das eigenwillige Gefährt, mit dem die Schwestern dem kopflosen Reiter zu entkommen suchen. Gewohnt schräg und herrlich verschroben ist die Ausdrucksweise der Heldinnen, die jeden Shakespeare-Monolog locker toppen können. Diese beiden brauchen wirklich keinen Malcolm Max an ihrer Seite, um Spukgestalten und Bösewichte zur Strecke zu bringen.

 

Fazit: Düster-skurrile Comicabenteuer in den finstereren Straßen Londons mit herrlich verschrobenen Dialogen und zwei rotznäsigen Ermittlerinnen. Diese beiden Sidekicks haben es glänzend verstanden, sich von ihrer "Hauptfigur" zu emanzipieren. Hut ab.

 

Die Fälle von Emmeline & Miranda Finch: Der kopflose Reiter und weitere kuriose Geschichten. Text: Peter Mennigen. Zeichnungen: Simone Grünewald, Regina Haselhorst, Roberta Ingranata und Ingo Römling. Splitter Verlag, 2019. 70 S., 17 Euro.

 

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© Petra Hartmann




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Walhalla: Die gesammelte Saga 5

Geschrieben von Petra , in Comics 24 July 2022 · 439 Aufrufe
Comics, Walhalla und 3 weitere...

So also sieht das Ende der germanischen Götter aus: Der fünfte und letzte Sammelband der dänischen Comicserie "Walhalla" erzählt die Geschichte von Ragnarök, dem Götterverhängnis, und dem Weg dorthin. Der erneut hervorragend ausgestattete Band enthält drei erstmals in deutscher Sprache veröffentlichte Abenteuer und reichlich Hintergrundmaterial zur Entstehungsgeschichte und den Mythen, die den Comic-Erzählungen zugrunde liegen.
Dem Thema entsprechend, handelt es sich diesmal um sehr düstere Geschichten, immerhin geht es um Mord und Tod und den Untergang der Götterwelt. Trotzdem - ein leichtes Augenzwinkern, Wortwitz und humorvolle zeichnerische Seitenhiebe zeichnen auch diese drei Abenteuer aus, und der Leser wird auch die letzte Geschichte, den Untergang der Götter, mit einem Lächeln auf den Lippen lesen.

 

Eine Ballade über Balder leitet Ragnarök ein

 

"Balders Ballade" heißt das erste der drei hier vereinigten Comicalben. Es geht um die Geschichte von Balders Tod, die in der Edda bereits auf das Götterverhängnis hindeutet. Dort als das unschuldige Hinscheiden des reinsten und lichtesten aller Asengötter beschrieben und zuvor in dunklen Träumen angekündigt, wird die alte Sage hier einer überraschenden Interpretation unterzogen, beziehungsweise vollkommen gegen den Strich gebürstet.
Es ist Loki, den in dieser Version düstere, verstörende Träume plagen. Immer wieder träumt er von Hel, der Göttin des Totenreichs, seiner Tochter. Sie ist einsam in ihrer lebensfernen Welt, immer drängender werden ihre Forderungen, Loki solle ihr Balder verschaffen, damit sie dort nicht so einsam ist. Loki bekommt es wahrhaft mit der Angst zu tun. Immerhin wäre er, wenn Balder etwas zustößt, der erste, weil "übliche" Verdächtige.
Aber dann kocht die lange gewachsene brüderliche Rivalität zwischen Balder und seinem blinden Bruder Höder hoch. Zu recht, wie der Leser einsehen wird. Denn der in der Edda ach so edle, reine Balder ist als Bruder doch ein ziemliches Ekel. Ständig um seinen blinden Bruder besorgt, neigt er nicht nur zur Überbetreuung und zur übermäßigen Selbstpräsentation als Guter und Retter, sondern er sorgt auch, teils unabsichtlich, dafür, dass Höder immer mal wieder strauchelt, gegen Balken läuft oder blöd dasteht. Vor allem, als Höder sich in die wunderschöne Walküre Nanna verliebt und Balder ständig als "Pfleger" in ihre Gespräche hineinplatzt.

 

Überraschung: "Gesta Danorum" als Vorlage

 

Die "Ballade von Balder" verblüfft aber vor allem dadurch, dass sie nicht der aus der "Edda" bekannten Geschichte folgt, sondern einer Erzählung aus den "Gesta Danorum", in der Gott Balder dem Prinzen Hother seine Geliebte, die Prinzessin Nanna, ausspannen möchte. Doch Hother erlangt ein Trollschwert, dessen Zauberklinge so scharf ist, dass sie im Kampf mit den Göttern sogar den Griff von Thors Hammer abtrennen kann, und schließlich erliegt auch Balder.
Peter Madsen schafft es, die eigentlich urtragische Erzählung vom Tod Balders zu einem leicht-fröhlichen Sommermärchen zu machen, das durch Lokis Panik und seine hilflosen Versuche, Höders Anschläge auf den Bruder zu vereiteln, beinahe slapstick-hafte Züge gewinnt. Hel zu einem naiven kleinen Mädchen zu machen und ihre Wutausbrüche Einfluss auf die Landschaft des Totenreichs nehmen zu lassen, ist ebenfalls ein sehr hübscher Einfall.
Eine halben Minuspunkt gibt es dafür, dass Autor und/oder Übersetzer die in Walhall ankommenden gefallenen Krieger durchgehend als "Berserker" bezeichnen. Gemeint sind natürlich "Einherier".

 

Eine Mauer rund um Asgard

 

Das zweite Abenteuer in diesem Band ist "Die Mauer", das etwas verwirrend daherkommt, da hier zwei Sagen verknüpft werden, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben: die Geschichte vom riesenhaften Baumeister, der vor Urzeiten die Mauer um Asgard baute, und die Geschichte von Skirnirs Brautwerbe-Fahrt zu Gerda, um sie für Freyer zu gewinnen.
Zunächst einmal ist es nicht Skirnir, der sich im Auftrag des Gottes Freyer nach Utgard aufmacht, sondern überraschenderweise Tjalfi. Thors menschliche Diener waren ja im vergangenen Abenteuer aus dem Blickfeld gerückt, nun soll der inzwischen zum Jugendlichen herangewachsene Tjalfi eine Art Mannbarkeitsritual durchstehen und dazu einen göttlichen Auftrag erfüllen. Freyer, der in Abwesenheit Odins auf dem Göttersitz Lidskialf thront und von dort aus die schöne, üppige Riesentochter Gerda erspäht, verbindet das Angenehme mit dem nützlichen: Er schickt Tjalfi unter dem Decknamen "Skirnir, der Schuhputzer" auf geheime Mission, nämlich auf Werbefahrt.

 

Odin, Thor und Loki als Coaches

 

Odin, Thor und Loki haben derweil ganz andere Sorgen: Ragnarök, das Götterverhängnis, droht, und die Riesen rücken näher an Asgard heran. Trotzdem - oder gerade deswegen - nehmen sich die drei Götter seltsamerweise die Zeit, Tjalfi inkognito bei seiner Mannbarkeitsprüfung zu begleiten und unerkannt zu coachen. So trifft Tjalfi kurz vor seinem Eindringen in den Riesenhof, in dem Gerdas Vater seinen Augenstern von einen hohen Mauer umhegt vor allen Übeln der Götterwelt beschützen will, auf den maskierten Odin. Als Lagerfeuererzählung berichtet der vermeintliche Hirte über jene andere Mauer, die einst der Riesen-Baumeister um Asgard bauen wollte, und über den schlechten Vertrag, den Loki damals ausgehandelt hatte.

 

Eine Mauer als verbindendes Element

 

Das verbindende Element zwischen beiden Geschichten ist das Motiv der Mauer. In beidem Fällen stellt sich heraus, dass sie die von ihr umgebenen Personen eben nicht nur schützt, sondern auch einsperrt und ihr Leben arm und unglücklich macht. Dass der Name "Gerda" verwandt mit "Gard" ist und "die Umhegte", oder "die Eingezäunte" bedeutet, passte sehr gut zu dieser Interpretation des Gerda-Mythos.

 

Swadilfari, Loki und Sleipnir

 

Sehr schön sind in diesem Abenteuer die Pferdemotive geraten. Vom urwüchsigen Hengst Swadilfari und seinem Herrn, der einen Pferdeschädel als Helm trägt, über Loki als lasziv-verführerische Stute und seinem Werben um Swadilfari bis hin zu dem achtbeinigen Hengst Sleipnir, der aus dieser skurrilen Verbindung erwuchs - einfach großartig. Wie Swadilfari unverzichtbar war für den Bau der Mauer um Asgard, so ist es nun Sleipnir, der mit seinem kraftvollen achtbeinigen Eppelein-Sprung seinen Reiter über die unüberwindliche Mauer katapultiert und Gerda, die Tochter des Baumeisters, aus ihrem Gefängnis befreit. Optisch einfach nur großartig, wenn man auch an der Zusammenstellung der beiden Geschichten etwas knabbern muss. Und dass die Lagerfeuer-Geschichte als Erzählsituation etwas unglücklich ist, hatten wir ja schon im Abenteuer "Die Gaben der Götter" angemerkt.
Immerhin, die Aufwertung dieses Liebesbotendienstes zu einem Schachzug, der Ragnarök ein letztes Mal verhindert, ist eine nette Idee. Wenn ich auch weiterhin für unrealistisch halte, dass sich die höchsten Götter Asgards damit befassen, ein Mannbarkeitsritual für einen menschlichen Dienstboten zu inszenieren und zu begleiten.

 

"Völvas Visionen", gesehen von Röskva

 

Der Abschlussband schließlich, betitelt "Völvas Visionen", widmet sich tatsächlich Ragnarök. Die Götterwelt sollte "wirklich" untergehen, hatten sich die Walhalla-Macher vorgenommen. Kein Fake, kein Aufwachen aus einem Traum, sondern es soll um den Tod der Götter gehen und um ein bombastisches zeichnerisches Finale, in dem noch einmal alle Register gezogen werden.
Hauptfigur ist diesmal Röskva, die, nachdem ihr Bruder im Vorgänger-Album noch sein "Mannbarkeitsritual" erlebt hatte, nun auf ganz eigene Weise in den Mittelpunkt gerückt wird.
Sie hat seltsame Visionen, die sie, analog zum Abenteuer Tjalfis, als ihr "Fraubarkeitsritual" interpretiert. Scheußlich sind diese Visionen. Sie erlebt, wie ihr alter Freund aus dem allerersten Walhalla-Abenteuer, der Fenriswolf, die Sonne verschlingt. Sie sieht, wie Thor von der Midgardschlange verschlungen wird. Und sie erlebt mit, was passiert, als der Wolf selbst Odin verschlingt.

 

Die riesigen Pfotenabdrücke des Fenriswolfs

 

In der realen Welt ist Fenrir - im Album wird er "Fenris" genannt - tatsächlich zu einer Gefahr für die Asen herangewachsen. Er ist von der Insel, auf der ihn die Götter angekettet hatten, verschwunden, und die Geschwister entdecken seine riesigen Pfotenabdrücke. Dass sich Röskva in Lokis Schneeeulenanzug mit hineinschmuggelt, um bei der Suche dabei zu sein, trägt dem Mädchen eine furchtbare Begegnung ein: Sie sieht ihren alten Freund Fenrir wieder - als Gefangenen der Riesen unter Führung Surturs. Der Feuerriese hat den ehemals noch tollpatschigen und trotz seiner Gefährlichkeit noch niedlichen Wolfswelpen durch Quälereien zur rasenden Bestie gemacht. Nun will Surtur mit seinem Heer und dem wilden Wolf auf dem widerlichen Nagelschiff Naglfar gen Asgard segeln und die Götter vernichten.

 

Die Götter müssen sterben

 

Ja, die Götter müssen fallen, so sieht es die Sage vor. Aber die Sage berichtet auch von Auferstehung und einer neuen Welt. So wird es ein neues Asgard geben. Und Röskva und Tjalfi kehren als Beinahe-Erwachsene, um einiges gewachsen und gereift, auf den elterlichen Hof zurück.
Der Band ist optisch auf jeden Fall gelungen, und die Art, wie die verschlungene Freya am Ende durch Odins Speer wieder neue Energie erhält und zu neuem Leben erwacht, steht in einer interessanten Symboltradition, die eine gewisse Logik besitzt.
Tjalfis eigene Fylgja, ein Kätzchen aus Folkwang, sorgt für den nötigen Niedlichkeitseffekt in der blutig-tragischen Geschichte vom Götterverhängnis, und die Leute, denen Röskva und Tjalfi nach dem Ende der Götter begegnen, setzen eine nette Schlusspointe, die die Saga ordentlich und folgerichtig abschließen.
Der letzte Band war nicht unbedingt der beste der Walhalla-Bände, aber ein ganz ordentlicher Abschluss und ein Album, in dem eine schwere Aufgabe erzählerisch gemeistert wurde.
Wie die Vorgängerbände ist auch der fünfte Teil der Walhalla-Gesamtausgabe mit zahlreichen Beigaben ausgestattet, die das Ganze zu einem rundum zufriedenstellenden Gesamtpaket machen. Es gibt ausführliche Darstellungen der Entstehungsgeschichte, Skizzen, Hintergrundinformationen und Äußerungen der Autoren zu ihren Plänen und Schwierigkeiten. Zu jedem Abenteuer sind erneut die Quellen zu den einzelnen Sagen mit abgedruckt, sodass die Geschichte nach dem letzten Panel noch lange nicht zu Ende ist.
Es ist sehr schade, dass die Saga mit diesem fünften Teil der Gesamtausgabe nun abgeschlossen ist. Man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist, heißt es. Und zumindest die wirklich großen Mythen sind alle erzählt. Aber wenn ich mir etwas wünschen dürfte: Es gab doch noch eine Comicserie über die Abenteuer des kleinen Riesen Quark ...

 

Fazit: Auch der letzte Walhalla-Band überzeugt und macht Freude. Man merkt, wie tief die Macher in die Mythenwelt eingetaucht sind und selbst weniger bekannte Versionen der Sagen befragt haben. Ein würdiger Abschlussband der Saga.

 

Walhalla. Die gesammelte Saga 5. Illustriert und erzählt von Peter Madsen. Nach Geschichten von Henning Kure. Meschede: Edition Roter Drache, 2022. 215 S., Euro 40.

 

Weitere Walhalla-Bände
Walhalla. Die gesammelte Saga 1
Walhalla. Die gesammelte Saga 2
Walhalla. Die gesammelte Saga 3
Walhalla: Die gesammelte Saga 4

 

© Petra Hartmann




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Malcolm Max: Blutrausch

Geschrieben von Petra , in Comics 19 February 2022 · 632 Aufrufe
Comics, Malcolm Max und 2 weitere...

"Blutrausch" heißt das vierte Comicalbum um den Dämonenbanner und Experten für paranormale Erscheinungen Malcolm Max. Das Autorenduo Peter Mennigen und Ingo Römling entführt seine Leser erneut in ein düsteres viktorianisches London mit Steampunk-Elementen und jeder Menge Blut und Leichen.
Das Abenteuer trägt den Titel "Blutrausch" nicht zu Unrecht. Es geht um Fälle von Wahnsinn, der in Mordlust und Kannibalismus ausartet. Betroffen ist auch die Nichte des Inspektors Blunt, der Malcolm eigentlich nicht leiden kann, nun aber verzweifelt um Hilfe bittet. Das Mädchen ist inzwischen in der Irrenanstalt untergebracht, wo es apathisch dasitzt und immer nur den einen Halbsatz vor sich hinmurmelt: "Per sanguinem et mortem ... durch Blut und Tod." Doch als sich die Gelegenheit zum Angriff bietet, schlägt die Irre los.

 

Ermittlungen an den düstersten Orten Londons

 

Malcolms Ermittlungen führen ihn an die düstersten Orte Londons und werden bald lebensgefährlich. Da ist es gut, dass die Halbvampirin Charisma an sich ein neues magisches Talent entdeckt und Malcolm in einer verzweifelten Situation beistehen kann.

 

Malcolm Max - verheiratet?

 

Allerdings: In diesem Band stehen die Zeichen zwischen den beiden Traumpartnern auf Sturm. Charismas Stimmung ist auf dem Nullpunkt angekommen, als eine junge schöne Frau vor der gemeinsamen Wohnung auftaucht und behauptet, Malcolms Ehefrau zu sein. Der streitet alles ab und behauptet, die Dame nicht zu kennen. Was Charisma nur noch mehr erzürnt. Doch die schöne Solace ist tatsächlich ganz anders, als sie zu sein scheint ...

 

Sherlock Holmes' Nachbarinnen als Junior-Ermittlerinnen

 

Auch die beiden Waisenmädchen Emmeline und Miranda haben ihr eigenes Süppchen am Kochen. Als erfahrene Detektivinnen und ehemalige Nachbarinnen von Sherlock Holmes stellen sie Ermittlungen an, die denen von Malcolm in nichts nachstehen. Der arme Inspektor, den die beiden in die Mangel nehmen, kann einem fast leid tun. Außerdem treten zwei neue Mitspieler im Kampf zwischen Gut und Böse in London auf: Eine Art Superheld, der sich als "geflügelter Rächer" bezeichnet, und eine kampfstarke Gruppe von schwarzgekleideten Ladys, mit denen man(n) sich besser nicht anlegt.

 

Besuch im Bedlam-Hospital und Newgate-Prison

 

Die Geschichte ist sehr düster, blutig und geprägt von Schauplätzen, über deren Eingangstür stehen könnte: "Die ihr hier eintretet, lasset alle Hoffnung fahren." Die Leser begleiten die Helden ins "Bedlam-Hospital", eine Irrenanstalt, die auch schon mal genutzt wird, um unbequeme Verwandte verschwinden zu lassen. Und die vermeintliche Frau Max gerät in Gefahr, im berüchtigten "Newgate-Prison" eingekerkert zu werden. Zusammen mit einer Gruppe Suffragetten, die bei einer Demonstration niedergeknüppelt und abgeführt wurden. Was es mit beiden Orten auf sich hat, erfährt man im Anhang des Buches, der über die historischen Hintergründe informiert. Bedrückend, beklemmend, düster und hoffnungslos.

 

Kampf in der Londoner Kanalisation

 

Entsprechend düster sind die Zeichnungen von Ingo Römling gehalten, Der Künstler beschränkt sich zumeist auf Brauntöne und Schwarz und erliegt auch bei blutigen Szenen nicht der Versuchung, durch krasse Rottöne Akzente zu setzen. Sehr bedrückend, aber stimmig. Einzige Ausnahme ist der Auftritt Charismas als neongrün leuchtende Erscheinung, als sie ihren Körper zurücklässt und in ihrer Seelengestalt dem kilometerweit entfernten Malcolm bei seinem aussichtslosen Kampf gegen ein Ungeheuer in der Londoner Kanalisation beisteht.
Die kannibalischen Szenen sind vielleicht nicht jedermanns Geschmack, doch tragen hier die dunklen Farben sogar dazu bei, den Anblick "genießbarer" zu machen. Des weiteren sind die bissigen Kommentare Malcolms und die Frotzeleien zwischen ihm und Charisma auch hier wieder ein Element, das die Geschichte lesenswert macht und ihr ihren ganz eigenen Humor verleiht. Dass das Album spannend und lesenswert ist, dürfte bei Mennigen und Römling klar sein.

 

Fazit: Düstere Steampunk- und Horrorgeschichte aus dem viktorianischen London mit viel Humor und in gedeckten Farben. Keine schöne Geschichte, aber packend.

 

Malcolm Max: Kapitel 4 - Blutrausch. Text: Peter Mennigen, Zeichnungen und Farben: Ingo Römling. Splitter-Verlag, 2019. 71 S., Euro 15,80.

 

Mehr von Malcolm Max
Hörspiel: Venedig sehen und sterben
Hörspiel: Tod in Paris
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Spin off:
Die Fälle von Emmeline und Miranda Finch: Der kopflose Reiter und andere kuriose Geschichten

 

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Walhalla: Die gesammelte Saga 4

Geschrieben von Petra , in Comics 19 January 2022 · 620 Aufrufe
Comics, Walhalla und 1 weitere...

Der vierte Sammelband der dänischen Comicserie "Walhalla" bietet drei bisher in Deutschland nicht veröffentlichte Abenteuer der germanischen Götter. Peter Madsen und Henning Kure berichten, wie die Götter ihre Attribute bekamen, woher der Dichtermet stammt und was Odin und Thor am Hof Geirröds erlebten.
Erneut erzählen die Walhalla-Macher germanische Göttersagen aus der Edda und setzen sie mit gekonnt frechem Erzählstil und beeindruckenden, durch Humor und Detailreichtum geprägte Bilderwelten in Szene. Allerdings fällt den Autoren in diesem Band eine Entscheidung aus den Anfangsbänden auf die Füße: Röskva und Tjalfi, die beiden menschlichen Diener Thors, fallen in diesem Band als Perspektiv-Figuren aus, da es sich hauptsächlich um Sagen handelt, die längst vor der Ankunft der beiden in Asgard spielten. Als Start der Serie war ja Geschichte von Thors Böcken und darüber, wie die Kinder in den Dienst des Donnergottes kamen, gesetzt worden. Ablauf und die Chronologie der Ereignisse können demnach nicht mehr eingehalten werden.
Ein Problem, das bereits im Vorgänger-Album auftrat, als es um Thors Kampf mit der Midgardschlange ging. Damals hatten die Autoren sich durch den Kniff gerettet, die alte Anglergeschichte Thors durch eine erneute Begegnung des Gottes mit dem Ungeheuer zu spiegeln. Doch nun geht es um vergangene einmalige Geschichten, bei denen Röskva und Tjalfi nun wirklich nicht dabei sein konnten. So wird die Chronologie der Serie durchbrochen, und wir befinden uns plötzlich in einem Asgard der Vorzeit. Ein Problem, das der Erzähler mal mehr und mal weniger elegant löste.

 

Eddalieder am Lagerfeuer

 

Das erste Abenteuer, "Die Gaben der Götter" ist gestaltet als eine Lagerfeuer-Erzählung bei einem gemütlichen Grillabend der Familie Thors. Röskva begeistert sich für Sifs Haar und erfährt, dass es sich tatsächlich um reines Gold handelt. Loki, der ebenfalls in der Grillrunde mit dabei ist, erzählt, halb aus Prahlsucht, halb gezwungen die ganze Geschichte, wie er Sif die Haare abschor und dafür vom wütenden Thor dazu verdonnert wurde, Ersatz zu schaffen. Röskva und Tjalfi haben in diesem Abenteuer also die Funktion des Zuhörerrs, der Veranlassung zum Erzählen geworden ist. Dabei wird die Erzählsituation ständig wieder in Erinnerung gerufen durch Unterbrechungen seitens der Betroffenen Thor und Sif, die Loki ständig korrigieren und ihn zwingen, die Wahrheit zu sagen, wenn er für ihn peinliche oder unvorteilhafte Wendungen ausliässt. So wird die Geschichte dialogisch entwickelt und polyperspektivisch erzählt.
Das ist eine nette Abwechslung, wirft den Leser aber auch immer wieder aus dem Erzählfluss raus. Man merkt einfach, wie die Walhalla-Macher sich hier winden, um ihre Geschichte doch noch durch die Augen Röskvas und Tjalfis erzählen zu können. Aber es eckt und hakt ein wenig, es ist wie ein Roman voller Rückblenden, aus dem man immer wieder zurück in die Lagerfeuerszene geworfen wird, in der aber selbst nichts passiert.

 

Als die Götter noch jung waren

 

Sehr liebenswürdig ist der Gedanke, das Ganze als eine Liebesgeschichte des jungen Thor und seiner gerade erst nach Asgard gekommenen Angebeteten aufzufassen. Wobei Sif als eine Verwandte Freyers dargestellt wird, was mythologisch nicht belegt ist. Sehenswert ist die Darstellung Thors, Sifs und einiger ihrer Altersgenossen als Jugendliche, die Geschichte spielt ja in der Vergangenheit der Götter. Ein dickes Lob verdient die Idee, Skidbladnir, das Schiff Freyers, in der zusammengefalteten Form als Zeitungspapierschiffchen darzustellen. Sehr schön. Und dass die Walhalla-Macher in der Darstellung von Trollen und Zwergen punkten können, ist ja bereits bekannt.

 

Ein Krimi rund um das Dichtermet

 

Das zweite Abenteuer trägt den Titel "Das Mysterium des Dichtermets". Es geht um die Gewinnung des sagenhaften, inspirierenden Skaldentrunks, den Odin von den Riesen gewann, und um die Vorgeschichte und die Entstehung dieses Stoffes, aus dem die Dichterträume sind. In diesem Abenteuer tauchen Röskva und Tjalfi gar nicht mehr auf. Wir haben es mit einer zeitlosen Geschichte zu tun, die als Selbstgespräch Odins daherkommt, der sich an eines seiner Erlebnisse erinnert und dabei einen Krimi erzählt.

 

Odin als Privatschnüffler im Hardboiled-Stil

 

Interessant ist das Setting: Odin kommt daher als Ich-Erzähler eines Hardboiled-Krimis im Chandler-Stil, sein Herrschersitz in Walhall wird vorübergehend zum versifften Büro eines mehr oder weniger erfolgreichen Privatschnüfflers - inklusive Streifenlichtfall durch die halb heruntergelassenen Jalousien. Und natürlich gehört auch der tief ins Gesicht gezogene dunkle Schlapphut mit dazu, unter dem der verdeckte Ermittler einäugig hervorlugt. Die am Film noir orientierte Bildästhetik hat etwas, ganz klar. Auch wenn nicht ganz klar wird, wieso sich der sonst so erhabene und auf seine Würde bedachte Obergott von zwei rotzfrechen Zwergen so herumkommandieren lässt. Zahlende Klienten sind diese beiden windigen Typen, die ihn zur Wiederbeschaffung ihres Metfasses auffordern, ja nicht.

 

Kvasir entsteht aus Götterspeichel

 

Die Geschichte des aus Götterspeichel geborenen weisen Kvasir wurde sehr geschickt in der Erschaffung des Pseudo-Asen Höner gespiegelt - mythologisch sehr eigenwillig und sehr frei interpretiert, aber nicht ungeschickt. Sehr interessant auch der Gedanke, dass die Wanen eine matriarchale Gesellschaft sind und als Geisel gar keinen "weisesten Mann" stellen konnten, wie die Asen verlangten. So kam Kvasir als Götter-Attrappe zum Einsatz. Schön auch, dass Nerthus als oberste Herrscherin der Wanen fungierte.

 

Mythologische Neuschöpfung

 

Insgesamt eine sehr spannende Neu-Interpretation, ja geradezu Neuschöpfung des Mythos vom Wanenkrieg und vom Friedensschluss. Wer sich in der alten Sagenwelt auskennt, wird diese Version als sehr freie Neu-Dichtung sicher zu schätzen wissen. Als "Aufklärungsmaterial" für junge Leser und Einsteiger, die sich mit der germanischen Mythologie vertraut machen wollen, ist dieses Abenteuer aber eher ungeeignet.

 

Röskva und Tjalfi verschwinden

 

Auch das dritte Abenteuer kommt ohne Röskva und Tjalfi aus. Die beiden und Thors Sohn Magni nutzen die Chance, als Thor mit seinen Gedanken anderswo ist, und erhalten von ihm die Erlaubnis, einen Ausflug mit dem "Ziegenwagen" zu machen. Offenbar hat das Geschwisterpaar als Identifikationsfiguren-Doppel ausgedient, zumal die Leserschaft im Laufe der Zeit ja auch schon älter geworden sein dürfte.

 

Zwei Eddasagen um Geirröd

 

Das Abenteuer verknüpft sehr geschickt zwei Edda-Sagen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Einzige Verbindung ist, dass der Antagonist den Namen Geirröd trägt. Doch handelt es sich eigentlich um zwei verschiedene Figuren, denn der Geirröd der Odinssage ist ein schlechter Menschen-König, der Geirröd aus der Thorssage ist ein Riese. Daraus wurde nun in der Verbindung beider Geschichten ein böser König, der sich mit Riesen eingelassen und mit einer Riesin zwei Töchter gezeugt hat.

 

Odins Fahrt wird Ursache für Thors Abenteuer

 

Interessant wird die Kombination dadurch, dass nun Odins Fahrt an Geirröds Hof und seine Gefangennahme die Veranlassung für Thors Aufbruch zu Geirröd wird. Und tatsächlich wird so aus zwei kleineren Sagen ein albenfüllendes Abenteuer. Auch hier wird aber sehr frei mit dem Stoff umgegangen, besonders in der Odin-Handlung. Dass Odin Ziehvater und "Karriereberater" Geirröds war und dafür verantwortlich, dass dieser seinen eigentlich erbberechtigten älteren Bruder Agnar beseitigte, wird genauso unter den Tisch fallen gelassen wie Friggs Engagement für den Bruder. Dass der Nachfolger Geirröds im Comic dann nicht Geirröds, sondern Ragnars Sohn wird, ist gleichfalls eine Abweichung, aber vertretbar.
Auch hier wieder großartige Zeichnungen und ein humorvoller Blick auf das Riesenvolk. Die Unholde liegen der Walhalla-Crew einfach ganz besonders.

 

Großzügig mit Zusatzmaterial ausgestattet

 

Erneut ist der Sammelband sehr großzügig mit Zusatzmaterial ausgestattet, darunter Zeichnungen und Skizzen aus der Entstehungsgeschichte des Comics, aber auch Dokumente zur Wirkungsgeschichte und zum Eingang in die vor allem dänische Populär-Kultur. In den jeweiligen Einleitungen erfährt der Leser, worüber sich die Walhalla-Macher die Köpfe zerbrochen haben und welche Knackpunkte es beim Erzählen gab. Außerdem sind wieder die Originaltexte der verwendeten Eddalieder und Prosaerzählungen abgedruckt. So kann jeder nachlesen, wie es "wirklich" war.

 

Fazit: Eine reich ausgestattete, opulent bebilderte Sicht auf die germanische Mythologie, spannend, humorvoll, sehr eigenwillig und hochgradig inspirierend. Hier wird nickt sklavisch nacherzählt, sondern kongenial neugeschaffen. Die Macher müssen einen tüchtigen Zug Götterspucke getrunken haben.

 

Walhalla. Die gesammelte Saga 4. Illustriert und erzählt von Peter Madsen. Nach Geschichten von Henning Kure, Hans Rancke und Per Vadmand. Aus dem Dänischen von Inga Esseling. Meschede: Edition Roter Drache, 2021. 193 S., Euro 40.

 

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Walhalla. Die gesammelte Saga 1
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Thorgals Jugend 9: Die Tränen der Hel

Geschrieben von Petra , in Comics 22 December 2021 · 544 Aufrufe
Comics, Thorgal, Roman Surzhenko und 1 weitere...

Mit dem Album "Die Tränen der Hel" beenden Texter Yann und Zeichner Roman Surzhenko die Serie "Thorgals Jugend", den letzten der drei Spin-offs der Hauptserie "Thorgal". Der Band setzt die Abenteuer des Titelhelden und seines neuen Freundes Sven Gabelbart fort. Beide sind nach der Auseinandersetzung mit Harald Blauzahn im Band "Die zwei Bastarde" vor dem Wikingerkönig auf der Flucht. Ihr Ziel: Jomsburg.
In Jomsburg will Sven Gabelbart seinen Ziehvater Palnatoki wiedersehen. Doch das Schiff kommt nicht dort an. Da der Drakkar von dem ungleich schnelleren Schiff Haralds verfolgt wird, bleibt den Flüchtlingen nur ein letzter Ausweg: Sie fahren in eine Nebelbank hinein, von der es heißt, dort sei es nicht geheuer. Eine eindrucksvolle Begegnung mit dem Totenschiff Palnatokis stimmt die Gruppe ein auf eine Reise ins Reich der Totengöttin Hel. Doch die schaurige Insel, die sich in der Nebelbank verbirgt und auf der ein tödliches, von einer Pflanze vergiftetes Wasser durstige Schiffbrüchige tötet, ist etwas anderes als das erwartete Totenreich, auch wenn Thorgal sich mutig der Brückenwächterin Modgud an der Gjallarbru stellt, die wie in den alten Eddaliedern den Zugang zu Hels Reich bewacht.

 

Paradiesische Insel mit fragwürdiger Ethik

 

Der Band "Die Tränen der Hel" widmet sich erneut dem Thema einer auf den ersten Blick paradiesischen Insel, hinter deren Fassade schreckliche Dinge lauern. Waren es im Band "Alinoe" der Hauptserie und in "Die Insel der verlorenen Kinder" aus dem Kriss-de-Valnor-Spin-off kindliche Allmachtsphantasien, die am Ende tödlich für die Erwachsenen werden, so ist die neue Insel eine Art feministischer Traum - der Traum von einer Welt der Frauen, in der vollkommener Frieden herrscht. Doch der Friede der Insel Bohk Lihnn ist der Friede des Friedhofs. Die Frauen, die hier in selbstgerechtem, egoistischem Pazifismus fernab der brutalen Männerwelt leben, nehmen den Tod der Schiffbrüchigen durch "die Tränen der Hel" billigend in Kauf, mitleidslos und ohne Verantwortungsgefühl. Ja, sie alle haben ein schweres Schicksal hinter sich und erlitten Gewalt vonseiten der Männer. Aber ist das eine Rechtfertigung für ihre eigene grausame Gleichgültigkeit im Umgang mit Fremden? Die fragwürdige Ethik dieser Frauenkommune, die hart und selbstgerecht Außenstehenden die Hilfe verweigert, die eigenen Hände in Unschuld wäscht und Schiffbrüchigen zufrieden beim Sterben zusieht, um sicher und in Frieden der eigenen Friedlichkeit huldigen zu können, ruft bei Thorgals Geliebter Aaricia heftige Abneigung bis hin zum Widerwillen hervor.

 

Thorgals Werte: Frieden und Familie

 

Thorgal selbst bekennt sich einmal mehr zu Werten wie einem friedlichen Leben zusammen mit seiner - noch nicht existierenden - Familie. So mündet die letzte Folge dieser Serie in die Hauptserie ein, deren Vorgeschichte sie bietet. In Band eins, "Die Rache der Zauberin" ist dann zu erleben, wie Thorgal von Aaricias Vater an den Opferfelsen gekettet wird, weil er es wagte, als elternloser "Sternensohn" seine Augen zu einer Wikingerprinzessin zu erheben.

 

Düsteres Abenteuer auf der Toteninsel

 

"Die Tränen der Hel" ist ein recht düsteres Abenteuer, das sehr stimmungsvoll die Atmosphäre der Toteninsel herüberbringt und mit der Frage nach Verantwortung und gefühllosem Pazifismus eine kleine philosophische Nuss zu knacken gibt. Durch das Auftreten historischer Figuren wie Harald Blauzahn, Sven Gabelbart oder Palnatoki hat dieses Abenteuer obendrein seinen ganz eigenen Reiz.

 

Thorgal-Ableger redlich zu Ende gebracht

 

Yann und Roman Surzhenko haben die Serie auf recht redliche, wenn auch nicht überragende Weise mit der Hauptserie zusammengeführt. Anders als die beiden Nebenserien über Kriss de Valnor und Thorgals Tochter Lupine, deren Handlung parallel zu den regulären Thorgal-Alben verlief, wurde hier eine Vorgeschichte geliefert, was nicht ganz einfach ist, aber ohne größere Widersprüche gelang. Insgesamt waren die drei Serien lesenswert und hatten teilweise sogar mehr Charme als die Hauptserie, ein sehr spannendes und interessantes Konzept und durchaus eine Bereicherung der Thorgal-Abenteuer. So setzt nun "Die Tränen der Hel" einen stimmungsvollen Schlusspunkt unter ein weit aufgefächertes Welten-Netzwerk. Vielleicht gibt es ja einmal eine weitere Serie über einen anderen Wegbegleiter Thorgals? Aaaricia hätte einmal eine eigene Aristie verdient, Aniel wird ohnehin noch von sich reden machen, und Jolan hat längst das Zeug zum eigenständigen Charakter. Und was wurde eigentlich aus Arghun Holzbein im Lande Qâ?

 

Fazit: Stimmungsvoller, düsterer Abschlussband mit historischen Nebenfiguren und einer kleinen philosophischen Nuss zum Knacken. Ordentlich gemacht und redlich zu Ende erzählt. Lesenswert.

 

Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend 9 - Die Tränen der Hel. Text: Yann, Zeichnungen Roman Surzhenko. Bielefeld: Splitter, 2021. 48 S., Euro 15.

 

Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
Thorgal 33: Schwertboot
Thorgal 34: Kah-Aniel
Thorgal 35: Scharlachrot
Thorgal 36: Aniel
Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar
Thorgal 38: Die Selkie

 

Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren
Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig
Kriss de Valnor 4: Bündnisse
Kriss de Valnor 5: Rot wie der Raheborg
Kriss de Valnor 6: Die Insel der verlorenen Kinder
Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit
Kriss de Valnor 8: Der Herr der Gerechtigkeit

 

Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
Lupine 4: Crow
Lupine 5: Skald
Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen
Lupine 7: Nidhöggr

 

Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern
Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins
Thorgals Jugend 3: Runa
Thorgals Jugend 4: Berserker
Thorgals Jugend 5: Slive
Thorgals Jugend 6: Der Drakkar aus dem Eis
Thorgals Jugend 7: Blauzahn
Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde
Thorgals Jugend 9: Die Tränen der Hel

 

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Walhalla: Die gesammelte Saga 3

Geschrieben von Petra , in Comics 05 July 2021 · 853 Aufrufe
Comics, Germanische Mythologie und 2 weitere...

Die Abenteuer in Walhalla gehen weiter. Der dritte Sammelband der dänischen Comicsaga in der Edition Roter Drache enthält drei weitere Geschichten aus der germanischen Götterwelt. Diesmal ausschließlich Material, das bisher noch nicht auf Deutsch zu lesen war.
Autor Peter Madsen erzählt in diesem Band die Geschichte vom "Fischzug" Thors, der auf der Jagd nach der Midgardschlange ist, ferner geht es um das Brisingamen, den sagenhaften Halsschmuck Freyjas, und um die Ankunft Magnis in Asgard, eines Halbriesen, der behauptet, Thors Sohn zu sein.

 

Thors Kampf mit der Midgardschlange

 

Die Episode "Die Schlange in der Tiefe" hat den Verfassern einiges Kopfzerbrechen gemacht, wie ja bereits im Einleitungstext des zweiten Sammelbands zu lesen war. Denn Thor hatte ja schon in den Abenteuern eins bis sechs immer mal wieder in klassischer Anglermanier damit angegeben, wie er damals die Midgardschlange am Haken gehabt hatte. Es war typisches Männergeprahle und Anglerlatein, Erzählen der eigenen Heldentaten am Stammtisch. Aber wie packt man das Abenteuer nun in ein eigenes Album, wenn Thor es schon mehrfach als eine längst historisch gewordene Begebenheit erwähnt hat, ohne die erzählerische Kontinuität der Serie zu durchbrechen? Als Heldengesang Bragis an der Tafel der Götter? Als bierseliger Traum Thors nach einer durchzechten Nacht in Walhall?

 

Wettstreit zwischen Thor und Tyr

 

Die Erzähler lösen dies Problem schließlich recht geschickt und kommen ohne Rückblende aus: Thors Fischzug war ein Jugenderlebnis, als die Midgardschlange noch jung und noch nicht voll ausgewachsen war. Nach einem Streit mit Tyr, wer von beiden der größere Held sei, macht sich Thor auf, um die Heldentat von damals nun erneut zu vollbringen, beziehungsweise sie zu übertreffen: Nun will er als Mutprobe den vollkommen ausgewachsenen Wurm aus der Tiefe heraufholen und ihm endgültig den Garaus machen.

 

Undercover in Walhall

 

Anlass des Streites zwischen Thor und Tyr ist ein Undercover-Besuch Thors in Walhalla. Unerkannt mischt sich der Donnergott unter die neu angekommenen Rekruten, um zu hören, was man denn so über ihn redet, und muss zu seinem Verdruss hören, dass alle offenbar den Kriegsgott Tyr für den größten Helden Asgards halten. Es kommt zu einer handfesten Kneipenschlägerei, schließlich zu einer Auseinandersetzung der beiden Götter, bei der Thor die Sache ein für allemal klären will: Die Böcke werden angeschirrt, Thor und Tyr werden von Thors Diener Tjalfi zum Meer kutschiert, wo der neue Fischzug beginnen soll. Als Zeuge und unabhängiger Beobachter wird Heimdall verpflichtet, der sich vor lauter Angst beinahe in die Hose macht. Startpunkt zur Angeltour ist, wie die Edda berichtet, das Gehöft des Riesen Hymir ...

 

Eddasagen werden zu Comicabenteuern

 

Das Abenteuer integriert sehr schön die in der Edda überlieferten Informationen und Informationsschnipsel und bringt sie in einen faszinierenden, stimmigen Zusammenhang. So ist die Episode über den Krug, den niemand zerstören kann und den Thor schließlich knackt, indem er ihn Hymir über den Schädel zieht, nun mit einer völlig neuen Bedeutung aufgeladen - ein wirklicher Gewinn für Handlung und für die symbolische Ebene der Auseinandersetzung im Haus des Riesen. Besonders gefallen hat mir die psychologische Entwicklung Tyrs. Eine feinsinnige und einfühlsame Weise, einmal in den alten einarmigen Soldaten hineinzublicken.

 

Asen zeigen Größe

 

Letzten Endes zeigen sich beide Kontrahenten als Helden der jeweils eigenen Art und beweisen asengöttliche Größe. Auch wenn die Prüfung für Tyr um eine Zehnerpotenz härter ist als für den ruppigen Hammergott Thor, der in jeder Situation und Auseinandersetzung einfach immer nur er selbst ist - nicht mehr und nicht weniger.

 

Freyja - ein Blumenkind in Asgard

 

"Freyjas Halsschmuck", das zweite Abenteuer dieses Sammelbandes, kommt daher als das komplette Gegenbild zu diesem von eher "männlichen" Themen geprägten Heldenlied. Statt Kampf und Jagd, Mut- und Kraftproben geht es hier um Liebe, Frühling, Fruchtbarkeit, Schmuck und alles, was das Leben angenehm macht. Freyja, die Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit, streift wie ein warmer Frühlingswind durch Asgard und verteilt aus vollen Händen ihre Gaben: Liebe, Lebensfreude und Frühlingsgefühle. Ein nordisches Blumenkind, das von allen geliebt wird. Leider von dem einen oder anderen etwas zu sehr, wie sich herausstellen soll, denn auch Götterkönig Odin hat sein eines Auge auf die schöne Vanengöttin geworfen. Und das schlüpfrige, von Loki eifrig kolportierte Gerücht, Freyja habe seinerzeit den Zwergen, die ihr den wundersamen Halsschmuck Brisingamen schmiedeten, ihre Dienste durch Beischlaf vergolten, lässt einen Plan entstehen, der des listigen und zwielichtigen Gottes nicht unwürdig ist: Wenn Odin sich in den Besitz des Brisingamens setzen könnte, dann würde er auch die schöne Freyja ins Bett bekommen.

 

Heimdall als naiver Helfer

 

Die Geschichte ist reich an Verwicklungen und komischen Situationen, vor allem da Loki den unschuldigen und extrem naiven Heimdall als Helfershelfer für die Diebestour anwirbt. Optisch sehr reizvoll sind auch Lokis zahlreiche Maskeraden - vom Floh bis zum in der Sage verbürgten Seehund, was den zusätzlichen Niedlichkeitseffekt mit sich bringt. Dass am Ende nicht nur die Asen, sondern auch die Vanin und zuständige Göttin eine ganze Menge über die Liebe lernen, verleiht der Geschichte trotz ihrer teilweise sehr expliziten Sexualdarstellungen auch eine liebenswerte Moral.

 

Thors Sohn Magni

 

"Die Herausforderung des Riesen" schließlich beleuchtet ein Kapitel aus Thors Familiengeschichte: Plötzlich tauch ein junger Riese, beziehungsweise Halbriese in Asgard auf und behauptet, Thors Sohn zu sein. Magni ist rothaarig, spitzohrig und durch sehr selbstbewusstes Auftreten gekennzeichnet. Ein klassischer Pubertierender, der hinter seiner großen Klappe allerdings auch die Sehnsucht verbirgt, von seinem Vater anerkannt zu werde. Optisch ist er sehr ansprechend, beinahe elfenhaft dargestellt und erinnert ein wenig an die Riesin Skadi, die ja kurz zuvor ihren Einstand in Asgard gegeben hatte. Im Gegensatz zu den gewöhnlich extrem hässlich gezeichneten Riesen, sind die beiden einfach zum Verlieben. Vor allem zwischen Magni und Tjalfi gibt es haufenweise Spannungen und Eifersüchteleien, immerhin hatte der junge menschliche Diener Thors inzwischen Hoffnung gehegt, vom Donnergott einmal auf Trolljagd mitgenommen und als Quasi-Sohn anerkannt zu werden. Auch Sif ist begreiflicherweise nicht begeistert von dem riesenhaften Seitensprung ihres Göttergatten.

 

Magni in der Edda

 

Über Magni gibt es, abgesehen von seiner Abstammung, in der Edda eigentlich nur zwei Informationen: Zum einen soll er - im Alter von nur drei Tagen - den erschlagenen Riesen Hrungnir, der nach einem Zweikampf unglücklich auf Thor gefallen war, von seinem Vater heruntergezogen haben, was alle anderen Asen nicht vermochten. Zum anderen heißt es, dass er und sein Bruder Modi nach dem Weltuntergang und Thors Tod den Hammer Mjöllnir erben sollen. (Übrigens ist in der Comicversion Modi ein Sohn Sifs, während der klassischen Sagenüberlieferung sowohl Magni als auch Modi Söhne der Riesin Jarnsaxa sind).

 

Thors Kampf gegen Hrungnir

 

Erzählt wird die Geschichte von Thors Kampf gegen den Riesen Hrungnir. Ausgelöst durch ein Wettrennen, bei dem Odin und Hrungnir auf ihren Pferden Sleipnir und Gullfaxi antreten, kommt es erst zum Besäufnis in Asgard, dann zum Streit zwischen Thor und Hrungnir. Ein Zweikampf soll die Sache klären. Wobei die Riesen, als Hrungnir von der bevorstehenden Begegnung erzählt, kalte Füße bekommen und auf magische Unterstützung sinnen: Sie erschaffen aus Erde den gewaltigen Mökkurkalfi, eine Art Golem, der Hrungnir unterstützen soll.

 

Naturgewalten treffen aufeinander

 

Die Begegnung ist ein Aufeinandertreffen zweier Naturgewalten. Sehr schön wird im Nachwort die Spiegelbildlichkeit der Gegner herausgearbeitet: Thor, der Donner, trifft auf Hrungnir, dessen Name so viel wie "Lärmer" bedeutet, zwei Urgewalten, der eine mit dem Donnerhammer bewaffnet, der andere schleudert einen Schleifstein, der ähnliche Eigenschaften wie Mjöllnir hat. Beide Kontrahenten sind kräftig, trinkfest und - mit Verlaub gesagt - von eher schlichtem Verstand, sodass schließlich Tjalfis List Hrungnir zu Fall bringt. Aber eine Parallelität gibt es auch auf der anderen Seite: Ist es wirklich Zufall, dass sich der Name Mökkurkalfi auf Tjalfi reimt? "Nebelwade", so lautet die Übersetzung. Der passende Gegner für den Jungen, der bereits bei Utgardloki als flinker Läufer hervorgetan hat. Und so hat Madsen auch eine Lösung parat, wie der schmächtige Tjalfi das Riesen-Lehm-Monster besiegt. Die Sage weiß nur zu erzählen, dass Tjalfi gewann, Madsen zeigt uns wie: durch Schnelligkeit.

 

Optisch überwältigend

 

Wie Thors Fischzug lebt auch die Auseinandersetzung mit dem Riesen optisch von den überwältigenden Kampfschilderungen und den düster-grotesken Bildern aus der Welt Utgard. Etwas befremdlich wirkt freilich das sehr präsente Hakenkreuz-Symbol. In den 90ern musste ein Superhelden-Comic-Heft eingestampft werden, weil an einer Stelle ein weniger als fünf Millimeter großes halbes Hakenkreuz beim Retuschieren übersehen worden war ... Das scheint heutzutage kein Problem mehr zu sein.

 

Skizzen und viele Hintergrund-Informationen

 

Sehr schön und ein absoluter Gewinn sind erneut die umfangreichen Beigaben an Skizzen und zusätzlichen Comics aus dem Walhalla-Universum. Geradezu vorbildlich auch die Art, wie die Macher der Serie ihre Quellen offenlegen und die alten Edda-Texte und weitere Sagen vorstellen. Eine wahre Fundgrube für den Mythologie-Fan - und für den Fan guter Comics ohnehin. Sehr schön.

 

Fazit: Eigenwillige, kreative und gleichzeitig sehr schlüssige Bearbeitung der alten germanischen Sagen, die überraschende Entdeckungen bietet. Unverständlich, warum diese geniale Serie damals nach Teil sechs in Deutschland abgebrochen wurde. Schön, dass die Folgebände jetzt erscheinen. Und die Saga hat seit den 90ern keinen Tropfen ihres Charmes verloren.

 

Walhalla. Die gesammelte Saga 3. Illustriert und erzählt von Peter Madsen. Nach Geschichten von Henning Kure. Aus dem Dänischen von Inga Esseling. Meschede: Edition Roter Drache, 2021. 195 S., Euro 40.

 

Weitere Walhalla-Bände
Walhalla. Die gesammelte Saga 1
Walhalla. Die gesammelte Saga 2
Walhalla. Die gesammelte Saga 4
Walhalla. Die gesammelte Saga 5

 

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Thorgal 38: Die Selkie

Geschrieben von Petra , in Comics 15 May 2021 · 700 Aufrufe
Comics, Thorgal, Selkie

Die Sage um die Selkie Kopakonan steht im Mittelpunkt des neuen 38. Thorgal-Albums. Thorgal und sein Sohn Jolan müssen zu den Färöer-Inseln aufbrechen, um die entführte Lupine zu befreien. Dabei begegnen sie einer sagenhaften Selkie, einer Robbenfrau, die vor Urzeiten einen Fluch über die Inselbewohner verhängte.
Wie das vorhergegangene Album Der Eremit von Skellingar bietet auch dieser neue Band ein in sich abgeschlossenes Abenteuer. Nach der langen verschlungenen und sich über mehrere Alben und zwei der Nebenserien erstreckende Geschichte um Aniels Entführung und die Kämpfe um die Herrschaft im Nordland ist dies eine wohltuende Abwechslung, die dem Leser einfach mal wieder Zeit zum Genießen des Augenblicks gibt und nicht durch überbordende Rückblenden und den Zwang zum Zurückblättern in mehrere Jahre alten Vorgängerbänden geprägt ist. Weniger eine Saga also, mehr ein Heldenlied.

 

Rückblick auf die Sage von der Selkie Kopakonan

 

Dieses Abenteuer kann man auch als Neueinsteiger sofort genießen. Blutig allerdings ist die Geschichte, und auch hier gibt es zwei Rückblenden, die eine jedoch nur verursacht durch den Sprung mitten in die Situation der entführten Lupine hinein, die andere, als Inselbewohner die Geschichte der Selkie Kopakonan erzählen, den Sagenkern des Abenteuers.

 

Thorgals Tochter wird auf die Färöer-Inseln entführt

 

Lupine, die kindliche und tierliebende Tochter Thorgals ist offenbar jetzt doch kein Kind mehr. Sie zeigt erste frauliche Züge - genug, um sie für einen Kaufmann von den Inseln als brauchbare Frau für seinen heranwachsenden Sohn erscheinen zu lassen. Er entführt sie, und Thorgal und Jolan nehmen die Verfolgung auf. Es sind eindrucksvolle Bilder, die ihre Fahrt begleiten. Die monumentale Statue der Selkie Kopakonan etwa, die in einer Meerenge steht und an der ihr Boot beinahe zerschellt wäre. Der Kampf unter Wasser mit den schwarzen Meeressäugern. Vor allem aber die in blutigem Rot gehaltenen Szenen, als Robbenschlächter Schaaren von Robben in einer Bucht erschlagen, um auf ihre gewalttätige Weise den Fluch von Kopakonan - mangels Robben - aufzuheben. Nein, es ist keine schöne, sondern eine sehr harte Geschichte, der alten Sage von der Robbenfrau angemessen, der ein Fischer einst ihr Robbenfell stahl, um sie zu seiner Frau zu machen, und der er später den Robben-Ehemann und beide Kinder erschlug. Mehr als Grund genug, um die Insel zu verfluchen.

 

Spannendes Abenteuer mit Thorgal-Moral

 

Das Selkie-Abenteuer ist schnell und spannend erzählt, in sich abgeschlossen und auch ohne Vorkenntnisse gut lesbar. Es bietet beeindruckende, teilweise düstere und sehr blutige Bilderwelten, aber wie immer eine positive Thorgal-Moral und dazu einen Einblick in die Sagenlandschaft der Färöer-Inseln.

 

Rätsel um die verschwundenen Kräfte

 

Etwas irritierend wirkt, dass beide Kinder Thorgals in diesem Band nicht über ihre besonderen Kräfte verfügen. Jolan hatte sie zwar im Band Der Herr der Gerechtigkeit unter den Bedingungen des Kampfes in einer besonderen Arena nicht zur Verfügung, erlangte sie aber nach der Beendigung des Kampfes und der Zerstörung des hemmenden Apparates wieder zurück. Und im Band Der Eremit von Skellingar spricht er noch mit einer absoluten Selbstverständlichkeit von seinen Heilerfähigkeiten: "Es ist zu ernst! Mit meiner Gabe als Heiler kann ich nichts mehr für sie tun." (S. 8) Warum vesagen seine Kräfte nun, als der Aufprall an der Selkie-Statue droht? Warum zögert er, als er den schwer verletzten Thorgal heilen muss? Jolan spricht darüber, als sei diese Unfähigkeit etwas Altbekanntes, aber trotz Zurückblättern (ja, jetzt doch) habe ich weder in der Hauptserie noch in dem Kriss-de-Valnor-Spin-off etwas dazu gefunden.
Und wieso kann Lupine, als sie im Käfig sitzt, nicht mit dem Riesenhummer wie mit allen anderen Tieren reden und ihn um Hilfe bitten? Wieso empfindet Lupine, die Freundin der Tiere, plötzlich sogar Ekel vor dem Scherenträger, der die Stricke, die die Gitterstäbe verbinden, ohne weiteres durchtrennen könnte? Ein Rätsel.
Aber abgesehen davon, ein schönes Album, düster und dramatisch, sagenhaft und mystisch.

 

Fazit: Spannender, sagenhafter Einteiler, gut erzählt und düsteren, stimmungsvollen Zeichnungen. Blutige, aber faszinierende Geschichte. Lesenswert.

 

Thorgal 38: Die Selkie. Text: Yann. Zeichnungen: Fred Vignaux. Bielefeld: Splitter, 2021.48 S., Euro 15.

 

Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
Thorgal 33: Schwertboot
Thorgal 34: Kah-Aniel
Thorgal 35: Scharlachrot
Thorgal 36: Aniel
Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar
Thorgal 38: Die Selkie

 

Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren
Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig
Kriss de Valnor 4: Bündnisse
Kriss de Valnor 5: Rot wie der Raheborg
Kriss de Valnor 6: Die Insel der verlorenen Kinder
Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit
Kriss de Valnor 8: Der Herr der Gerechtigkeit

 

Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
Lupine 4: Crow
Lupine 5: Skald
Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen
Lupine 7: Nidhöggr

 

Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern
Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins
Thorgals Jugend 3: Runa
Thorgals Jugend 4: Berserker
Thorgals Jugend 5: Slive
Thorgals Jugend 6: Der Drakkar aus dem Eis
Thorgals Jugend 7: Blauzahn
Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde
Thorgals Jugend 9: Die Tränen der Hel

 

 

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Walhalla: Die gesammelte Saga 2

Geschrieben von Petra , in Comics 31 January 2021 · 1470 Aufrufe
Comics, Walhalla, Wikinger und 1 weitere...

Der zweite Band der Walhalla-Gesamtausgabe kommt ähnlich opulent und werthaltig daher wie der Vorgänger. Erneut werden dem Leser drei Alben der dänischen Comic-Serie in einem großformatigen Hardcover-Band präsentiert, und es gibt erneut reichhaltige Beigaben, die etwa ein Drittel des Umfangs ausmachen.
Enthalten sind die Abenteuer "Quark trumpft auf", "Im Land der Riesen" und "Die goldenen Äpfel". Wobei die Geschichte um den kleinen Riesen Quark frei erfunden ist, aber sehr geschickt zum Aufhänger und Dreh- und Angelpunkt der Fahrt Thors und Lokis ins Land der Riesen ausgestaltet wurde. Der kleine Unruhestifter wurde so passgenau in die mythologische Welt integriert, dass man sich beinahe fragen muss, wie die alten Germanen eigentlich ohne ihn ihre Geschichten erzählen konnten.

 

Quark: Ein nerviger Riese mit brillanter Knotentechnik

 

Quark hatte bereits im Abenteuer "Thors Brautfahrt" in Band zwei der Saga seinen ersten Auftritt. Damals war er nur ein kleiner Nervtöter, der in der Küche von Thrym für noch mehr Unordnung als sonst sorgte. Nun gerät der Unhold nach einem Saufgelage am Hof Utgardlokis unter die Vormundschaft Lokis. Loki war, bei einem Besuch im Riesenland, im Suff eine folgenschwere Wette eingegangen: Ihm rutschte die Behauptung heraus, er könne dem ungezogenen und respektlosen Bengel Manieren beibringen. Als er am nächsten Morgen mit einem gewaltigen Kater und einem eberzahnigen Riesenbengel in Richtung Asgard aufbricht, nimmt das Unheil seinen Lauf. Quark ist laut, verfressen, anarchisch, macht Musik und hat eine unschlagbare Technik, alle Schnüre und Tücher, die er bekommen kann, zu unlösbaren Knoten zu verschlingen - einschließlich der Schnürsenkel der Götter. Keine Diskussion nötig: Der Riese muss weg. Auch wenn Röskva, die ja schon den Fenriswolf ins Herz geschlossen hat, noch so sehr für ihn bittet und seine gute Seite sieht: Der wütende Thor spannt seine Böcke an, und gemeinsam mit Loki, Tjalfi und Röskva muss sich Quark auf die Heimreise machen.

 

Wettessen und Wettlauf an Utgardlokis Hof

 

Teil zwei, "Im Land der Riesen", erzählt die bekannte Sage von Thors Abenteuer am Hof von Utgardloki. Interessanterweise erhält die Reise durch Quark, der ja heimgebracht werden soll, nicht nur eine neue Motivation, sondern auch eine sehr interessante gegenläufige zweite Handlungsschiene. Während sich auf der Götter-Ebene das große, tragische Scheitern Thors abspielt, das ja in Wirklichkeit eine beeindruckende Demonstration der Stärke dieses Gottes ist, schafft es das Schlitzohr Loki durch einen Trick, den Quälgeist Quark im Riesenland zu lassen, obwohl er ihn ja eigentlich dank seiner verlorenen Wette hätte behalten müssen.

 

Im Kampf mit der Midgardschlange

 

In der Haupthandlung folgt die Erzählung sehr genau der in der Edda erzählten Geschichte von Thors Fahrt ins Riesenland. Thor und seine Begleiter Loki und Tjalfi werden von den Riesen mit magischen Tricks verblendet. Sie sollen in Wettbewerben ihre Fähigkeiten zeigen und versagen dem Anschein nach dabei völlig. So wird Loki beim Wettessen gegen Lohe geschlagen, als er sich zwar tapfer durch einen Trog bis zur Mittellinie hindurchfrisst und alle darin liegenden Speisen vertilgt. Doch sein Gegner Lohe hat in der gleichen Zeit nicht nur das Fleisch gefressen, sondern auch alle Knochen und seine Hälfte des Troges gleich mit. Tjalfi verliert hoffnungslos beim Wettrennen gegen Hugi. Und Thor blamiert sich gleich bei drei Wettbewerben. Zunächst schafft er es nicht, das riesige Trinkhorn in drei Schlucken auszuleeren. Dann scheitert er beim Versuch, Utgardlokis Katze hochzuheben, das Tier bleibt mit drei Pfoten am Boden. Schließlich ist er beim Ringkampf mit Utgardlokis alter Mutter so schwach, dass er zu Boden geht.

 

Comic vs. Edda

 

Am Ende unterscheiden sich Edda-Text und Comic ein wenig. Thor zieht im Original geschlagen von dannen. Erst als er die Burg verlassen hat, offenbart ihm Utgardloki, dass die Riesen jetzt alle schwer beeindruckt von ihm sind und tierische Angst vor ihm haben. Denn das angebliche Trinkhorn war nicht mit Bier gefüllt, sondern endete im Meer, und Thor hat eine gewaltige Ebbe verursacht. Die Katze war in Wirklichkeit die Midgardschlange, und er hat es tatsächlich geschafft, einen Teil des weltumspannenden Wurms vom Boden hochzuheben. Die alte Frau schließlich war das Alter. Eigentlich zwingt sie jeden zu Boden, doch Thor knickte lediglich mit einem Knie ein.
Im Comic entfällt Utgardlokis Aufklärung über diese Mystifikationen. Hier ist es Tjalfi, dessen Rolle deutlich aufgewertet wurde. Schon im vorigen Teil ist der Menschenjunge von Odins Raben dazu berufen worden, genau hinzuschauen und zu erkennen. Tjalfi begreift, dass Lokis Gegner beim Wettessen das Feuer war und dass er selbst nicht gegen einen Läufer aus Fleisch und Blut angetreten ist, sondern gegen Utgardlokis Gedanken. Tjalfi erkennt auch, dass das Trinkhorn im Meer endet und sieht im Zauberspiegel, dass Thor versucht, die Midgardschlange anzuheben. Besonders drastisch fällt die dritte Prüfung Thors aus: Im Comic ringt ihn die Alte / das Alter nicht nur zu Boden, er stirbt sogar. Erst durch Tjalfis dramatisches Bekenntnis zu seinem Gott: "Ich glaube an dich" wird Thor wieder zum Leben erweckt.
So gestaltet sich der Abschied im Comic auch völlig anders: Utgardloki will von der Zinne gerade zu seiner großen Aufklärung ansetzten, aber Loki kann lässig abwinken: "Wissen wir doch alles. Aber wir haben euch auch reingelegt." Nervensäge Quark ist nämlich wieder bei den Riesen. Pech gehabt, Utgardloki.

 

Die goldenen Äpfel der ewigen Jugend

 

Das dritte Abenteuer ist weniger bombastisch, kommt eher verspielt und lieblich daher, wenn es auch mit dem Besuch beim Riesen Tjasse durchaus Platz für Riesen-Architektur und drastische Darstellungen gibt. Vor allem bietet der Band eine sehr schöne charakterliche Ausgestaltung der Riesentochter Skadi, die auf jeden Fall auch optisch ein absoluter Höhepunkt ist. Nicht ganz so hübsch, aber liebevoll und detailreich dargestellt ist Njörd, der in seiner Küstenfestung Noatum lebt, den Fischen und Winden den Weg weist und mit den Möwen spricht. Ein schnuckeliger mittelalter Junge von der Waterkant eben. Lokis Ausrede, er habe sich in Skadi verliebt und deshalb die Entführung Iduns unterstützt, ist eine schöne Erfindung der Comic-Macher, die das Ganze geschickt abrundet. Schön auch, dass die idyllische Zweisamkeit Bragis und Iduns ein paar Kratzer erhält.
Der Band ist erneut reich an Beigaben, von denen die Skizzen zu den einzelnen Figuren und ihrer Entwicklung sicher die kostbarsten sind. Außerdem erfährt der Leser viel über den Walhalla-Zeichentrickfilm, dem die beiden Quark-Abenteuer zugrunde liegen, und darüber, wie die Arbeit am Film die Entwicklung des Comics beeinflusst hat. Im Anschluss an die Abenteuer vier und fünf sind jeweils wieder die eddischen Originalversionen der Geschichten abgedruckt, sodass der Leser rundum gut versorgt mit mythologischem Grundwissen aus der Lektüre hervorgeht. Einfach ein außerordentlich gelungenes, vorbildliches Editionsprojekt.

 

Fazit: So muss eine Gesamtausgabe aussehen. Eine ohnehin schon großartige Serie wurde durch diese liebevoll gestaltete Edition noch veredelt. Ausgesprochen werthaltig.

 

Walhalla. Die gesammelte Saga 2. Illustriert und erzählt von Peter Madsen. Meschede: Edition Roter Drache, 2020. 196 S., Euro 40.

 

Weitere Walhalla-Bände
Walhalla. Die gesammelte Saga 1
Walhalla. Die gesammelte Saga 3
Walhalla. Die gesammelte Saga 4
Walhalla. Die gesammelte Saga 5

 

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Walhalla: Die gesammelte Saga 1

Geschrieben von Petra , in Comics 24 January 2021 · 1555 Aufrufe
Comics, Walhalla, Wikinger und 1 weitere...

Donnerwetter. Das ist ein Schmuckstück. Schon die alten Walhalla-Bände, die in den 80er Jahren als Softcover-Alben bei Carlsen erschienen waren, hatten ja ein besonderes Flair. Aber dieser erste Band der Gesamtausgabe, die jetzt in der Edition Roter Drache herausgekommen ist, lässt einen Fan nur noch begeistert nach Luft schnappen.
Der erste Band, ein edles Hardcover-Album mit reichlich Zusatzmaterial, vereinigt die ersten drei Abenteuer der dänischen Comic-Serie in sich: "Der Wolf ist los", "Thors Brautfahrt" und "Odins Wette" sind inspiriert von alten germanischen Göttersagen, vor allem aus der Edda, erzählen aber ihre Geschichten frisch und modern, haben ein wenig Asterix-Flair und sind doch zugleich eigenständige dänische Comic-Pionierarbeit.

 

Als Thors Diener in Asgard

 

Helden und gewissermaßen Identifikationsfiguren für jüngere Leser sind die beiden Kinder Röskva und Tjelfe, die als Diener Thors im Götterreich Asgard leben. Im ersten Teil wird erzählt, wie es dazu kam, dass beide in den Besitz des Donnergottes gelangten. Und schon kann die furchtlose Röskva zeigen, was sie auf dem Kasten hat. Als der gefürchtete Wolf Fenrir sich von der Kette losreißt, ist sie diejenige, die ganz Asgard vor der "wilden Bestie" rettet. Sie streichelt das süße Hundchen einfach und lädt es dann zu einem Spaziergang ein, natürlich mit der herumliegenden extrasuperreißfesten Hundeleine.

 

Donnergott in Freyas Brautkleid

 

Teil zwei erzählt die Sage von Thors Brautfahrt. Dem hammerschwingenden Gott wurde der Hammer geklaut, und der Dieb, der Riese Thrym, verlangt als Lösegeld die Liebesgöttin Freya als Braut. Die ist natürlich stinksauer und lehnt ab. Woraufhin Thor in Frauenkleidern als "heiratswillige Freya" selbst zu Thrym reist, um seinen Mjölnir zurückzuerobern. Schon im eddischen Original eine herrlich schräge Geschichte und die Urmutter aller Transenkomödien à la "Charlies Tante" und "Fidelio". Im Comic wunderlustig umgesetzt und durch die - eigentlich ziemlich ernste - Thematisierung von Männer- und Frauenrollen in Asgard und der Gegenwart leider immer noch aktuell.

 

Odins Wette mit den Walküren

 

Sehr schön auch das dritte Abenteuer, in dem Odin mit den Walküren eine Wette eingeht: Er sei in der Lage, wesentlich bessere Einherier zu finden, als das üble Kämpfer-Kroppzeug, das sie aktuell von den Schlachtfeldern auflesen. Während Odin verkleidet in der Welt herumstreift, übernehmen seine Brüder Vili und Ve die Herrschaft in Asgard - nicht unbedingt zum Besten des Götterreichs, auch wenn die beiden irren Greise Odins Frau Frigg nicht gerade unangenehm zu sein scheinen.

 

Liebevoll und detailreich erzählte germanische Göttersagen

 

Die Abenteuer waren aufgrund ihres Humors und des liebevollen und detailreichen Bildwitzes schon in den 80ern ein tolles Erlebnis. Der eddische Hintergrund wurde kenntnisreich, aber auch auf sehr eigene Art kreativ umgesetzt und weiterentwickelt, und durch die informativen Eingangsseiten wurde auch der Nicht-Fachmann problemlos in die mythologische Welt mitgenommen.
Die nun erschienene Gesamtausgabe übertrumpft das Ausgangsprodukt jedoch noch um vieles. Dem Leser werden in umfangreichen Einleitungen zu den einzelnen Werken nicht nur Hintergrundinformationen zur Entstehung der Serie, sondern auch reichlich sehenswertes Skizzenmaterial zur Entwicklung der unterschiedlichen Charaktere präsentiert, und im Anhang zu den Abenteuern gibt es ausführliche Darstellungen zu den Quellen inklusive Übersetzungen der verwandten Edda-Lieder und weiterer Texte. Der Handcover-Band wurde auf diese Weise etwa anderthalbmal so umfangreich wie die drei Original-Alben zusammen. Einfach ein editorischer Traum! So hat auch derjenige, der die alten Bände aus der Carlsen-Zeit noch im Regal stehen hat, einen guten Grund, sich diese Ausgabe anzuschaffen.

 

Fazit: Germanische Göttersagen, frech, kenntnisreich und eigenständig in Comicform erzählt. Für Mythologie-Kenner und Neu-Einsteiger gleichermaßen faszinierend. Mit viel Hintergrundmaterial in einer neuen vorbildlichen Edition. Wer sich das Buch entgehen lässt, ist selber schuld.

 

Walhalla. Die gesammelte Saga 1. Illustriert und erzählt von Peter Madsen. Rudolstadt: Edition Roter Drache, 2020. 214 S., Euro 40.

 

© Petra Hartmann

 

Weitere Walhalla-Bände
Walhalla. Die gesammelte Saga 2
Walhalla. Die gesammelte Saga 3
Walhalla. Die gesammelte Saga 4
Walhalla. Die gesammelte Saga 5




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Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde

Geschrieben von Petra , in Comics 20 January 2021 · 1064 Aufrufe
Comics, Thorgal, Yann und 1 weitere...

Thorgals Abenteuer am Hof von Harald Blauzahn gehen weiter. Der achte Band der Serie "Thorgals Jugend" trägt den Titel "Die zwei Bastarde" und schließt nahtlos an den vorhergehenden Band "Blauzahn" an.
Thorgal und seine Freunde Sven Gabelbart und Mehdi sind Gefangene des Königs Harald Blauzahn und schmoren in Haithabu in dessen Kerker. Dort sollen sie aufbewahrt werden bis zu einem großen Fest, bei dem sie dann in einer Art Gladiatorenkampf die Hauptattraktion sein sollen. Thorgals Geliebte Aaricia, zu deren Rettung Thorgal an den Hof kam, ist ebenfalls Gefangene und muss als Küchenmagd Dienste tun.

 

Bewährungsprobe für Heldinnen

 

Das Abenteuer fällt auf durch seine beinahe feministische Akzentsetzung. Zwar haben Thorgal, Sven und der muskelbepackte Araber Mehdi durch mehrere spektakuläre Ausbruchsversuche und Kampfszenen Gelegenheit, männliches Heldentum mit viel Body-Action zu zeigen, doch immer wieder müssen sie sich geschlagen geben und landen erneut im Kerker.
Sehr effektiv befreit sich die rothaarige Enyd, die mithilfe eines spitzen Knochens ihrem Wächter bei einem Vergewaltigungsversuch die Kehle aufschlitzt und ihm mit einem Totenkopf den Schädel einschlägt. So hat sich ihr Vorgänger in der Zelle, "Hugøn der Entbeinte", auch nach seinem Tode noch einmal nützlich machen können. "Wir Frauen sollten unbedingt lernen, besser allein klarzukommen", meint sie spitzzüngig, als sie anschließend mit dem Schlüsselbund im Ausschnitt zu Thorgal und Mehdi vordringt. Enyd ist auch selbstbewusst genug, am Ende ihren besten Freund Mehdi zu heiraten, obwohl der ihr peinlich berührt gesteht, dass er Eunuch ist. "Aber das kommt mir sehr zupass", meint sie pragmatisch. "Ich liebe dich ... aber in der Liebe hasse ich alles ... was zu konkret ist". Da steht einem großen Glück mit dem impotenten Mann fürs Leben ja nichts mehr entgegen.

 

Altes Märchen ist Schlüssel zu Thorgals Rettung

 

Vor allem aber ist es Aaricia und ihrer Mutter zu verdanken, dass das Abenteuer am Ende glücklich ausgeht. Ein altes Märchen aus frühen Kindheitstagen, das die kranke Mutter damals nicht zu Ende erzählen konnte, begleitet Aaricia leitmotivisch durch ihre Küchenfron. Überraschend trifft sie auf die jüngste, ein wenig naseweise und herrschsüchtige, aber im Grunde gutmütige Tochter des Blauzahns, die ihr das Märchen zu Ende erzählt. Wenig später erweist sich ausgerechnet diese Geschichte als Schlüssel zur Rettung aus der tödlichen Arena. So kann Aaricia, die in der Hauptserie immer mehr zum Blondchen im Hintergrund verkam oder zur Matrone, die ihre Kinder von Abenteuern abhalten will, auch endlich mal wieder zeigen, was in ihr steckt, und schnell und entschlossen handeln, wie es einer echten Wikingerprinzessin gut zu Gesicht steht.
Die Geschichte findet den rechten Mittelweg zwischen Kinderzeit-Märchen und drastischen Kampfszenen, hat einen sehr ansprechenden Zeichenstil und knüpft gut an die frühen Thorgal-Abenteuer der Hauptserie an. Eigentlich fehlt nur noch die Narbe auf der Wange, und wir haben den "guten alten" Thorgal der 80er und 90er Jahre wieder. Sehr schön erneut die arabischen Bezüge durch die Händler in Haithabu. Und mit Sven Gabelbart als neuem Freund Thorgals wird in den nächsten Bänden wohl noch zu rechnen sein.

 

Fazit: Märchen, Action und Humor, verbunden mit dem guten alten Thorgal-Charme, dazu tapfere Recken und nicht minder heldenhafte Heroinen. Sehr schön.

 

Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend 8 - Die zwei Bastarde. Text: Yann, Zeichnungen: Roman Surzhenko. Bielefeld: Splitter, 2020, 48 S., Euro 15.

 

 

Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
Thorgal 33: Schwertboot
Thorgal 34: Kah-Aniel
Thorgal 35: Scharlachrot
Thorgal 36: Aniel
Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar
Thorgal 38: Die Selkie

 

Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren
Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig
Kriss de Valnor 4: Bündnisse
Kriss de Valnor 5: Rot wie der Raheborg
Kriss de Valnor 6: Die Insel der verlorenen Kinder
Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit
Kriss de Valnor 8: Der Herr der Gerechtigkeit

 

Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
Lupine 4: Crow
Lupine 5: Skald
Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen
Lupine 7: Nidhöggr

 

Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern
Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins
Thorgals Jugend 3: Runa
Thorgals Jugend 4: Berserker
Thorgals Jugend 5: Slive
Thorgals Jugend 6: Der Drakkar aus dem Eis
Thorgals Jugend 7: Blauzahn
Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde
Thorgals Jugend 9: Die Tränen der Hel

 

 

© Petra Hartmann




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Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar

Geschrieben von Petra , in Comics 10 May 2020 · 1386 Aufrufe
Comics, Thorgal

Sternensohn Thorgal muss sich in seinem neuen Abenteuer mit einer geheimnisvollen Sekte, einem Herrscher und dessen unterdrücktem Volk, aber vor allem mit seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. "Der Eremit von Skellingar" lautet der Titel des 37. Albums der Comicserie, und der Band hat so ziemlich alles, was ein Thorgal-Abenteuer braucht.
Thorgal ist im Vorgänger-Band "Aniel" von seiner Orientreise zur Befreiung seines jüngsten Sohnes zurückgekehrt. Nun könnte er sich zusammen mit seiner Frau Aaricia und den gemeinsamen Kindern Jolan und Lupine in dem kleinen Wikingerdorf endlich ein gemütliches Leben einrichten. Aber es kommt anders. Eine junge Frau, deren Familie Thorgal auf dem Gewissen hat, taucht im Dorf auf und fordert Wiedergutmachung für die Taten des Räubers Shaigan. Shaigan war, für alle, die noch nicht so lange dabei sind, der Name, unter dem Thorgal an der Seite Kriss de Valnors geraubt und gemordet hat. Zwar hatte Thorgal zu dieser Zeit sein Gedächtnis und seine Identität verloren und war den Einflüsterungen der gewissenlosen Kriss erlegen, doch erkennt der Sternensohn dennoch die Verantwortung für seine Taten in dieser Zeit an. Er gelobt der sterbenden jungen Frau (auch für ihren Tod ist er verantwortlich), den Rest ihrer Familie zu befreien. Diese hängen einem seltenen Vogel-Kult an, dessen Symbol ein Albatros ist, und werden in einem nordischen Reich wegen ihrer Religion unterdrückt und wie Sklaven gehalten. Thorgal macht sich also auf die Reise zum Felsen von Skellingar, wo ein geheimnisvoller Vogelmann die Gläubigen zum großen Ritual der Sekte erwartet ...

 

Gute Gründe für Unterdrückung der Sekte

 

Allerdings: Als Thorgal dem dortigen Herrscher, dem Jarl Ivarr, begegnet, stellt sich heraus, dass dieser durchaus gute Gründe hat, die Sekte wo nicht zu verbieten, so doch kleinhalten zu wollen. Schließlich ist das Hauptritual dieser Religion ein selbstmörderischer Akt: Die Gläubigen erklimmen den Felsen im Meer, auf dem der Einsiedler haust, stellen sich dort einer Prüfung und stürzen sich anschließend vom Felsen, um sich in Seevögel, vornehmlich Albatrosse, zu verwandeln. Wenn der Jarl die Sektenangehörigen in seine Kerker wirft, rettet er ihnen sozusagen das Leben, wenn auch nicht aus uneigennützigen Motiven: Kein Herrscher hat Interesse daran, wenn sich seine Arbeitssklaven wie Lemminge von der Klippe stürzen.

 

Thorgal tritt für Freiheit und Toleranz ein

 

Die Diskussion mit Ivarr gibt Thorgal Gelegenheit, viele seiner bekannten pathetischen Lebensmaximen zum Thema Freiheit, Toleranz und Unverletzlichkeit des Lebens von sich zu geben. Dabei gelingt es ihm nicht unbedingt, den Jarl von seinen humanistischen Grundsätzen zu überzeugen, aber schließlich kommt es zu einem Pakt: Thorgal schaltet den Eremiten aus (ihn zu töten weigert er sich), und dafür erhalten die Albatros-Jünger ihre Freiheit.

 

Kampf um Werte und mit den eigenen inneren Dämonen

 

Der Band ist abenteuerlich und spannend, zugleich aber auch eine sehr interessante Auseinandersetzung mit Thorgals Werten und seiner Vergangenheit. Der Sternensohn muss sich nämlich nicht nur seinem physischen Gegner, dem Eremiten, und der herausfordernden Kletterpartie an der Steilwand stellen, sondern auch seinen eigenen inneren Dämonen. Es gilt nicht nur, jene verhängnisvolle Fehlentscheidung in der "Unsichtbaren Festung" (Band 19) wieder aus der Welt zu schaffen, mit der Thorgal seinen Namen aus dem Gedächtnis der Götter tilgte, sondern auch seiner früheren Existenz ins Auge zu blicken. Thorgal begegnet Shaigan und damit einem anderen, oft verdrängten Teil seiner Persönlichkeit - ähnlich wie Kriss in den Alben "Der Berg der Zeit" und "Der Herr der Gerechtigkeit" mit sich selbst und ihren möglichen anderen Entwicklungen ins Gericht ging oder wie Thorgals Tochter Lupine, die in eine wilde und eine zahme Lupine gespalten wurde. So erscheint es stimmig, dass Thorgal nach überstandener Prüfung seine Tochter, die ihm optisch immer ähnlicher wird, bittet, ihm nun doch etwas mehr über ihre beiden Persönlichkeiten zu erzählen.

 

Stoff für eine Trilogie

 

Das Abenteuer ist gut und stimmig erzählt, und auch die optische Darstellung gefällt. Ein wenig hätte man sich gewünscht, dass Yann und Fred Vignaux sich etwas mehr Raum und Zeit genommen hätten. Die Geschichte des Eremiten von Skellingar hätte ausreichend Stoff für eine Trilogie gehabt und hätte sich in mehreren Alben sicher auch besser entfalten können. Mag sein, dass Thorgals Freiheits- und Toleranzpathos an einigen Stellen etwas hohl schallt, aber ... so ist er nun einmal. Es ist auf jeden Fall ein Album, das sich gelohnt hat und das um einiges besser ist, als die groß angelegten Orient-Verwickelungen und weit ausgebreiteten Erzählungen über Aniels Herkunft, Vorgeschichte, Entwicklung und Rettung.

 

Fazit: Ein gutes bis sehr gutes Thorgal-Album, das nach den orientalischen Verwirrungen wieder mit der Serie versöhnt. Vielleicht wäre eine Trilogie für dieses Abenteuer besser gewesen, aber als Einzelband ist es auch durchaus gelungen. Sehr erfreulich.

 

 

Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar. Text: Yann, Zeichnungen: Fred Vignaux. Bielefeld: Splitter. 2020. 48 S., Euro 15.

 

Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
Thorgal 33: Schwertboot
Thorgal 34: Kah-Aniel
Thorgal 35: Scharlachrot
Thorgal 36: Aniel
Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar
Thorgal 38: Die Selkie

 

Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren
Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig
Kriss de Valnor 4: Bündnisse
Kriss de Valnor 5: Rot wie der Raheborg
Kriss de Valnor 6: Die Insel der verlorenen Kinder
Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit
Kriss de Valnor 8: Der Herr der Gerechtigkeit

 

Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
Lupine 4: Crow
Lupine 5: Skald
Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen
Lupine 7: Nidhöggr

 

Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern
Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins
Thorgals Jugend 3: Runa
Thorgals Jugend 4: Berserker
Thorgals Jugend 5: Slive
Thorgals Jugend 6: Der Drakkar aus dem Eis
Thorgals Jugend 7: Blauzahn
Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde
Thorgals Jugend 9: Die Tränen der Hel

 

 

 

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Thorgals Jugend 7: Blauzahn

Geschrieben von Petra , in Comics 25 January 2020 · 1985 Aufrufe
Comics, Thorgal, Yann und 1 weitere...

"Blauzahn" lautet der Titel des siebten Bandes der Albenreihe "Thorgals Jugend". Wie der Name bereits verrät, begegnet Thorgal in diesem Abenteuer dem legendären Dänenkönig Harald Blauzahn. Aber durch eine arabische Delegation an den dänischen Hof kommt auch das orientalische Flair, das in den Aniel-Abenteuern die Hauptserie prägte, auch hier zum Tragen.
Thorgals Geliebte Aaarica war auf ihrer Flucht im vorherigen Album, "Der Drakkar aus dem Eis" von einem arabischen Schiff aus Seenot gerettet worden. Die Felukke ist auf dem Weg nach Dänemark und nimmt Aaricia und ihre Begleiterin Isoline mit. Thorgal macht sich zusammen mit seinem orientalischen Freund Mehdi und Aaricias Bruder Björn auf, um sie zu retten und nach Hause zu holen. Beide Gruppen landen schließlich am Hof des Blauzahns, Thorgal und seine Mannschaft als Gefangene, die beiden Frauen an Bord der Felukke, einem ungewissen Schicksal entgegen sehend.
Die Geschichte ist ist reich an Seeabenteuern und nautischen Details. So sehen Aaricia und Isoline einem arabischen Karthographen bei der Positionsbestimmung mit einem Astrolabium zu, und Thorgal bekommt Gelegenheit, seinen Edelmut zu zeigen, als es darum geht, einer Meuterei zu begegnen, die schöne Enyd gegen Björns Übergriffe zu verteidigen oder für eine verdurstende Mannschaft eines wracken Schiffs einzutreten, das die Wikinger entern.
Die Schiffszeichnungen erfreuen das Herz des Betrachters, vor allem das eindrucksvolle Bild von Harald Blauzahns Drachenschiff mit Begleitfahrzeugen bei der Heimkehr entschädigt für vieles, was der etwas verwaschene Zeichenstil der Hauptserie an Enttäuschungen produziert hat. Sehr interessant auch der Blauton, mit dem Haralds Zähne gefärbt sind.
Die Geschichte von der Ausfahrt und Suche nach Aaaricia ist zwar nicht neu, etwas Ähnliches gab es auch schon im Abenteuer "Berserker", und in der Hauptserie ist Thorgal ja ebenfalls auf der Suche nach einem Familienangehörigen. Aber das Album ist handlungsreich, gut gezeichnet, erfreut durch Details und stimmungsvolle Beleuchtung. Es gibt ein paar ausdrucksstarke Kampfszenen, bei denen Thorgal Mut und Entschlossenheit zeigen kann, aber dennoch scheitert und nicht als unbesiegbarer Superman dasteht. Alles in allem ein Abenteuer, das Spaß macht und einem die Freude am guten alten Thorgal Ägirsson zurückgibt.

 

Fazit: Klassisches Thorgal-Abenteuer, das an die Tradition der frühen Bände anknüpft. Seefahrt und Kampfszenen und ein bisschen Tausendundeine Nacht. Sehr schön.

 

Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend 7 - Blauzahn. Text: Yann, Zeichungendn. Roman Surzhenko. Bielefeld: Splitter, 2020. 48 S., Euro 15,80.

 

Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
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Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
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Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit
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Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
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Lupine 5: Skald
Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen
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Thorgals Jugend 4: Berserker
Thorgals Jugend 5: Slive
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Thorgals Jugend 7: Blauzahn
Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde
Thorgals Jugend 9: Die Tränen der Hel

 

 

© Petra Hartmann




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Die Welten von Thorgal: Kriss de Valnor 8 - Der Herr der Gerechtigkeit

Geschrieben von Petra , in Comics 26 December 2019 · 3334 Aufrufe
Xavier Dorison, Mathieu Mariole und 3 weitere...

Mit dem achten Band, "Der Herr der Gerechtigkeit", endet die Spin-off-Serie um Kriss de Valnor aus den "Welten von Thorgal". Man möchte sagen: Gott sei Dank. Denn diese "Welten"-Bände um die ruchlose Diebin und gleichwohl heldenhafte Idealsucherin sind, nach einem furiosen Auftakt, zum Ende hin immer schwächer geworden. Dass jetzt alles einfach so in sich zusammenfällt und Kriss und Jolan einfach nur nach Hause gehen, ist nur konsequent.
Wie bereits in den vorhergehenden Bänden teilt sich die Titelheldin die Hauptrolle mit Thorgals Sohn Jolan, diesmal sogar ziemlich genau zu gleichen Teilen. Bis zur Mitte des Bandes wird die Jolan-Handlung zu Ende erzählt, ab da bis zur letzten Seite die Kriss-Handlung. Beide Stränge berühren einander nicht. Beide enden damit, dass die jeweilige Hauptfigur in Thorgals Dorf zurückkehrt. Es ist also gewissermaßen die Vorgeschichte der großen Familien-Wiedervereinigung im Band "Aniel" der Hauptserie, die ja ähnlich endete: eben mit der Heimkehr Thorgals. Jolans und Kriss' Geschichte, die sich im vorletzten Band, "Die Insel der verlorenen Kinder", getrennt hatten, enden also nun separat, aber beide an der gleichen Stelle.

 

Kampf auf Leben und Tod

 

Jolan hatten wir im vorigen Band mit einem - wortwörtlich zu verstehenden - Kliffhanger verlassen. Vom "Herrn der Gerechtigkeit" gemeinsam mit seinem größten Gegner Magnus in eine Arena nach Art der "Hungerspiele" versetzt, sollen die beiden Herrscher nun in einem Kampf auf Leben und Tod klären, wer von beiden die Herrschaft über das Nordland erhalten soll. Jolan und Magnus kämpfen, wobei Jolan als wahrer Sohn Thorgals auch dessen Humanitätsideal vertritt. Mehrfach hat er die Chance, Magnus zu töten, scheut aber immer wieder davor zurück. Magnus kennt diese Schwäche nicht und greift immer wieder an, wenn Jolan ihm Friedensangebote macht. Schließlich raufen sich die beiden aber doch zusammen und vereinigen ihre Kräfte im Kampf gegen den selbsternannten "Herrn der Gerechtigkeit".

 

Thorgals Ideale siegen

 

Dass in dem Kampf am Ende Jolans und Thorgals Ideale siegen werden, war klar, das gehört zur inneren Logik dieser Serie genau wie zum Hollywoodkino. Aber was um alles in der Welt hat die Autoren bloß geritten, als sie den Herrn der Gerechtigkeit zu einem schwächlichen Idioten machten, der zufällig Technologie des Volkes der Sterne gefunden hat und sich jetzt als Supermensch mit dem protzigen Titel aufspielt? Und was genau ist eigentlich seine Motivation? Welchen Sinn und Zweck soll das Arenaspiel überhaupt haben? Ein derart schlichter, dümmlicher Typ passt nicht zu dem Psycho, der so etwas eigentlich ausgedacht haben müsste. Eher hätte man von diesem Menschen erwartet, dass er die Macht des Sternvolkes nutzt, um sich selbst auf den Thron zu schwingen und den Rest seines Lebens mit Saufen, Fressen und anderen Annehmlichkeiten verbringt. Sei's drum. Jolan tut das, was Kriss schon zwei Alben vorher getan hat: Er entsagt, verzichtet auf die Herrschaft und geht zu seiner Familie.

 

Auf der Suche nach dem entführten Sohn

 

Die Kriss-Handlung schließt sich nahtlos an die in "Der Berg der Zeit" begonnene Geschichte an: Kriss de Valnor bewegt sich weiter durch parallele Realitäten und muss andere Versionen ihrer selbst töten, um irgendwann zu ihrem entführten Sohn Aniel zu gelangen. Hier begegnet dem Leser dann auch die einzige wirkliche Überraschung in dem Buch und ein echter Höhepunkt: Kriss erkennt, dass die letzte alternative Kriss-Version ein wesentlich besserer Mensch ist als sie selbst und obendrein auch noch bereit ist, für Aniels Wohl zu sterben. Kriss bricht die Spielregeln. Diese Frau, die ihr gegenüber kniet und sich für Aniel opfern will, ist in ihren Augen die eindeutig bessere Mutter für ihren Sohn, eine Mutter, die die Original-Kriss nie war. Feige war sie nie, die Kriegerin. Hatte nie Angst vor dem Tod. Und so sticht sie sich selbst das Messer in die Brust, um "Kriss B" ihre Stelle zu überlassen. So kann sich die Alternativ-Kriss der letzten großen Herausforderung stellen - die die Original-Kriss vermutlich nicht hätte meistern können. Und dann ... geht es eben nach Hause.

 

Was hat Kriss de Valnor bewegt?

 

Tja, schade. Die Serie war mit den ersten beiden Bänden "Ich vergesse nichts" und "Das Urteil der Walküren" kraftvoll und granatenmäßig gestartet, hatte in der Mitte noch ein paar schöne Überraschungen, vor allem durch die eiskalten, berechnenden, kühnen und unvorhersehbaren Schachzüge der Heldin im Spiel um die Macht. Aber in den letzten drei Alben war dann doch irgendwann die Luft raus. Was hat es denn nun gebracht?, möchte man fragen. Die Strapazen am Berg der Zeit - wozu waren sie gut, was hat Kriss beschickt? Hätte sie nicht wenigstens im Thorgal-Band "Aniel" nach bestandener letzter Prüfung vor Thorgal in der Myrmenschlacht vom Himmel fallen können und dem Sternensohn den Hintern retten? Verpasst. So enden existentialistische Romane und französische Intellektuellenfilme aus den 70ern. Aber doch keine Wikinger-Comics.

 

Fazit: Lieblos, lustlos, kraftlos. Schade

 

Die Welten von Thorgal: Kriss de Valnor 8 - Der Herr der Gerechtigkeit. Text: Xavier Dorison, Mathieu Mariole. Zeichnungen: Gaétan Vignaux. Bielefeld: Splitter, 2019. 48 S., Euro 15.

 

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Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde
Thorgals Jugend 9: Die Tränen der Hel

 

 

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Thorgal 36: Aniel

Geschrieben von Petra , in Comics 21 December 2019 · 1543 Aufrufe
Comics, Thorgal und 2 weitere...

Tja, das ist sie also, die große Familienzusammenführung im Hause Thorgal. "Aniel" heißt der 36. Band der Serie Thorgal, und er erzählt davon, wie der Held seinen Sohn Aniel nun endlich aus dem Orient zurück ins Land der Wikinger holt.
Zuvor ist allerdings noch eine Seereise zu überstehen. Thorgal und seine Begleiter überqueren das Meer in einem abenteuerlichen Segelschiff mit Ballonsegeln aus dem Land Qâ. Der gerettete Aniel ist bei ihnen, aber schwer angeschlagen. Wenn sich kein Heiler für ihn auftreiben lässt, wird er voraussichtlich die Heimreise nicht überstehen. Zum Glück geraten die Seefahrer ins Reich der Myrmen und treffen alte Bekannte Thorgals (aus dem Abenteuer "Der blaue Tod"). Und nach einigen Kämpfen zwischen den Myrmen und einem feindlichen Amazonenstamm findet sich auch ein Heiler, der Aniel heilen kann: Armenos stellt fest, dass Aniel von zwei "Parasiten" befallen ist - ein sehr schöner wissenschaftlicher Ausdruck für "Dämonen". Doch schon der Trank gegen den ersten von beiden lässt den Jungen zwar den Parasiten ausspucken, lässt aber auch gleichzeitig seinen Körper auf Jungengröße zusammenschrumpfen. Ob Aniel tatsächlich das zweite Heimittel gegen den zweiten Dämon einnehmen soll, darüber sind Vater und Sohn geteilter Ansicht.
Das Album ist in mehrfacher Hinsicht enttäuschend. Der neue, etwas verwaschene Zeichenstil wirkt in der Dschungelatmosphäre noch unbefriedigender als im Wüsten-Setting der Vorgängerbände. Man vermisst die scharfen, klaren Linien.
Inhaltlich wirkt die Geschichte unentschlossen und unmotiviert. Es scheint nur darum zu gehen, noch ein paar weitere "alte Bekannte" wieder auftauchen zu lassen und die Helden endlich wieder nach Hause zu bringen. Das kommt alles sehr lustlos herüber, ganz so, als sei jetzt einfach die Luft raus aus der Story.
Der Myrmenkampf wird entschieden, als eine Art Deus ex Machina auftaucht und die Helden in letzter Sekunde aus auswegloser Situation rettet. Und dann geht alles einfach klapp, klapp, klapp. Nach all den Mühen sind die Leute dann doch relativ plötzlich wieder zu Hause. Kein Problem, aus dem Myrmen-Urwald sofort ins Nordland rüberzuzappen. Abschied von den Dschungelkriegern und Ankunft im Heimatdorf Thorgals erfolgen unmittelbar hintereinander. Und auch die Wiederzusammenführung mit den Titelheldinnen der beiden parallel laufenden Spin-off-Serien, Lupine und Kriss de Valnor, verläuft eher beiläufig und ist lieblos zusamengeklatscht. Thorgal ist wieder da. Und schon begrüßt ihn Lupine im Hafen. Kurz danach kommt auch schon Kriss zur Tür herein. Und schließlich kommen auch noch Jolan und Lehla zum Kaffeeklatsch vorbei. Das war - alles? Dafür die groß angelegte Suche und Odyssee mit zwei Nebenserien? Das war schwach.

 

Fazit: Lieblos, lustlos, enttäuschend. Schade ums Papier.

 

Thorgal 36: Aniel. Text: Yann, Zeichnungen: Grzegorz Rosinski. Bielefeld: Splitter Verlag, 2019. 48 S., Euro 15.

 

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Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend 6 - Der Drakkar aus dem Eis

Geschrieben von Petra , in Comics 04 August 2019 · 10931 Aufrufe
Comics, Thorgal, Roman Surzhenko und 1 weitere...

Slive auf der Flucht, eine Feuerwaffe des Sternenvolks in der Hand, eine Rettungsbarke und einen alten Signalgeber als Hilfsmittel: Das Album "Der Drakkar aus dem Eis", sechster Band der Reihe "Thorgals Jugend", wartet mit reichlich außerirdischer Technologie auf, die zusammen mit der Wikingerwelt des Titelhelden einen eigenwilligen Kontrast ergibt. Außerdem tauchen in diesem Album erstmals (wieder) die kleinen Menschen von Slives Eisinsel, vermutlich Grönland, auf, und arabische Händler fischen Aaaricia und ihre schiffbrüchigen Freundinnen aus dem Meer - ein reicher Mix an Kulturen also, der sich in Thorgals Wikingerdorf ein Stelldichein gibt.
Die Geschichte setzt dort ein, wo das Album "Slive" endete: Die Sternenfrau ist Gandalf entkommen und will nun ein Schiff herbeirufen, das sie zurück in ihre Heimat bringen soll. Allerdings ist hier eine kleine Rückblende vorgeschaltet: Durch einen Traum Slives erfährt der Leser, wie es überhaupt geschehen konnte, dass sie in Gandalfs Gewalt geriet. Neun Jahre ist das inzwischen her, und auch in ihrem Reich ist einiges geschehen. Vor allem ihre Tochter, die nun in der Rüstung des "Herrn der drei Adler" auftritt, ist vom kleinen Kind zu einer jungen Frau herangewachsen. Und seit Slive erfahren hat, dass ein weiterer Nachkomme des Sternenvolks überlebt hat, strebt sie danach, den jungen Thorgal zu finden.
Der Serienheld hat inzwischen ganz andere Probleme. Seine Geliebte Aaricia ist zusammen mit ihren Freundinnen Isoline und Enyd geflüchtet. Bereits im vorigen Band hatte sich Aaricias Bruder Björn erneut an Isoline heranmachen und sie schänden wollen, ein Versuch, den Enyd handgreiflich unterband. Nun sind die drei Frauen auf der Flucht vor dem Wikingerspross, aber ihr wenig seetüchtiger Kahn gerät in ein schweres Unwetter.
Sowohl Slive als auch Thorgal haben erneut eine unliebsame Begegnung mit der alten Völva und ihrer Familie. Die Hexe erweist sich auch noch im Tode als Ausbund von Garstigkeit, als sie Thorgal erzählt, Aaricia sei tot.
Das Abenteuer ist recht gut und spannend erzählt, auch die Zeichnungen gefallen. Wie im vorigen Album erscheint das Hin und Her zwischen den einzelnen Handlungssträngen ein wenig gewöhnungsbedürftig, geht aber in Ordnung. Etwas seltsam mutet der Plan Gandalfs an, Slive zu heiraten. Spontan geboren und dann neun Jahre weiterverfolgt? Das will nicht so recht zu dem simplen, prahlerischen Gewaltmenschen passen. Auch wenn sein Heiratsplan für Aaricia im Album "Runa" ja ebenfalls schon erstaunlich komplex war. Schön auf jeden Fall, dass der alte Hierulf Gandalf wegen seiner gotteslästerlichen Äußerungen zurechtweist. Der Gesandte des Allthing mag zwar sein Gedächtnis verloren haben, nicht aber seine Überzeugungen. Langsam aber sicher steuert die Serie dem Auftakt der Hauptserie zu, in dessen erstem Album Thorgal am Opferstein von Slive befreit wird.

 

Fazit: Spannendes Wikinger- und Alien-Abenteuer, gut erzählt und gezeichnet. Nicht unbedingt ein Höhepunkt der Serie, aber ganz ordentlich. Lesenswert.

 

Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend 6 - Der Drakkar aus dem Eis. Text: Yann, Zeichnungen: Roman Surzhenko. Bielefeld: Splitter, 2019. 48 S., Euro 14,80.

 

 

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Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren
Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig
Kriss de Valnor 4: Bündnisse
Kriss de Valnor 5: Rot wie der Raheborg
Kriss de Valnor 6: Die Insel der verlorenen Kinder
Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit
Kriss de Valnor 8: Der Herr der Gerechtigkeit

 

Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
Lupine 4: Crow
Lupine 5: Skald
Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen
Lupine 7: Nidhöggr

 

Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern
Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins
Thorgals Jugend 3: Runa
Thorgals Jugend 4: Berserker
Thorgals Jugend 5: Slive
Thorgals Jugend 6: Der Drakkar aus dem Eis
Thorgals Jugend 7: Blauzahn
Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde
Thorgals Jugend 9: Die Tränen der Hel

 

 

© Petra Hartmann




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Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend 5 - Slive

Geschrieben von Petra , in Comics 31 July 2019 · 40887 Aufrufe
Comics, Thorgal, Yann und 1 weitere...

"Slive" lautet der Titel des fünften Albums der Reihe "Thorgals Jugend". Altfans werden sich an die Titelheldin aus dem ersten Album der Hauptreihe (in der Carlsen Zeit: zweites Album), "Die Rache der Zauberin" erinnern. Slive ist dort eine Angehörige des Volks der Sterne, die den gefangenen Thorgal vor Gandalf rettet und ihn mit ihrer Tochter vermählen will. Hier also erfährt man die Vorgeschichte ihres Hasses auf Gandalf.
Das Album hat, vereinfacht gesagt, zwei Handlungsstränge, beide lassen sich zusammenfassen unter dem Oberbegriff "Gandalfs Machenschaften". Da ist zunächst einmal die Suche nach beziehungsweise die Jagd auf Hierulf, den Gesandten des Allthing, der eigentlich gekommen war, um Gandalf zum König der Wikinger zu krönen. Doch Hierulf hatte im vorhergehenden Band, "Berserker", erfahren, was für ein schlechter Mensch Gandalf ist, und sich daraufhin geweigert, ihn zum neuen König auszurufen. Hierulfs Flucht und darauffolgend ein Schiffsunglück, sind nun Ursachen für die Suche nach dem verschwundenen Gesandten. Thorgal macht sich auf die Suche, um ihn zu retten. Gandalf sucht den Gesandten ebenfalls, aber um ihn zu töten.
Der zweite Handlungsstrang zeigt einen weiteren dieser schlechten Züge Gandalfs: Er hält eine rothaarige Frau in einem einsamen Verlies im Wald gefangen und will sie zwingen, ihn zu heiraten. Es ist Slive, und natürlich weigert sie sich trotz Hunger und Gefangenschaft, in die Heirat einzuwilligen. Die ehemalige Tochter der Sterne hat noch einen Funken Hoffnung: Ganz in der Nähe liegt eine Waffe des Sternenvolks versteckt. Wenn Slive nur aus dem Turmverlies ausbrechen könnte ...
Thorgal selbst ist auf der Suche nach Hierulf. Er begegnet Slive nicht, was auch aus Kontinuitätsgründen so bleiben sollte, schließlich war sie ihm in "Die Rache der Zauberin", dem Auftakt der Hauptserie, fremd.
Aber es gibt noch eine zweite Klammer, die die beiden Handlungsstränge zusammenhält. Außer in der Person Gandalfs laufen sie in der Hütte einer alten Hexe oder Schamanin zusammen, die mit ihrer Tochter allein im Wald lebt. Und während ihre Tochter zufällig Slives Verlies entdeckt, findet die Mutter den schwer verletzten Hierulf auf.
Das Album ist ordentlich erzählt und gut gezeichnet. Das Hin und Her zwischen den einzelnen Handlungssträngen muss man mögen, um es zu genießen. Das Erzähltempo ist angemessen. Vor allem bietet das Abenteuer eine interessante Wendung, die erklärt, wieso Gandalf, der ja in der Hauptserie Wikingerkönig ist, nun doch noch an die Krone kommt und trotz der Erkenntnis Hierulfs dessen Zustimmung und den Segen des Allthing erhält. Ein interessanter geschickter Winkelzug, der noch weitere interessante Wendungen verspricht.

 

Fazit: Ordentlich gemacht und keine Enttäuschung. Zwar nicht unbedingt ganz großes Thorgal-Kino und keine Sternstunde, aber gute Wikinger-Hausmannskost.

 

Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend 5 - Slive. Text: Yann, Zeichnungen: Roman Surzhenko. Bielefeld: Splitter, 2018. 48 S., Euro 14,80.

 

© Petra Hartmann

 

Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
Thorgal 33: Schwertboot
Thorgal 34: Kah-Aniel
Thorgal 35: Scharlachrot
Thorgal 36: Aniel
Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar
Thorgal 38: Die Selkie

 

Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren
Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig
Kriss de Valnor 4: Bündnisse
Kriss de Valnor 5: Rot wie der Raheborg
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Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit
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Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
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Lupine 5: Skald
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Thorgals Jugend 9: Die Tränen der Hel




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Die Welten von Thorgal: Kriss de Valnor 7 - Der Berg der Zeit

Geschrieben von Petra , in Comics 21 December 2018 · 3808 Aufrufe
Comics, Thorgal, Xavier Dorison und 2 weitere...

Kriss de Valnor hat die Königsherrschaft weggeworfen und macht sich auf, ihren Sohn Aniel zu retten. Das Album "Der Berg der Zeit" aus der Spin-off-Serie "Die Welten von Thorgal" erzählt von ihrer Reise, beziehungsweise von ihrem Versuch, die verlorene Zeit wieder aufzuholen.
Zwischen den vorherigen Album, "Die Insel der verlorenen Kinder", und dem neuen, siebten, Band gibt es eine kleine Lücke. Der Leser findet Kriss de Valnor auf einer Klettertour im eisigen Gebirge wieder, wo sie und zwei zwielichtige Gestalten versuchen, ein magisches Artefakt zu finden. Kriss und die beiden Männer, die sie als Reiseführer angeheuert hat, sind auf dem Weg zum "Berg der Zeit", und das magische Messer, mit dem Kris gewissermaßen Realitäten durchschneiden kann, um in andere Zeitabschnitte zu gelangen, ist das wichtigste Hilfsmittel auf dieser Reise. Sinn und Zweck der Aktion ist es, Kriss die möglichst zügige Reise in den Orient zu ermöglichen. Denn sie hat als Herrscherin der Nordlande viel zu viel Zeit vertrödelt. Zeit, die sie zu Rettung ihres Sohnes Aniel gebraucht hätte und die ihr nun fehlt. Dreimal zerschneidet die Kriegerin Zeit und Realität, steigt in andere Dimensionen ein und trifft dabei jedesmal auf andere Versionen ihrer selbst. Alter Egos, die zwar den Namen Kriss de Valnor tragen, sie auch als andere Kriss wieder- und anerkennen, die sich jedoch an jeweils einer entscheidenden Station anders verhalten haben und nun ein völlig anderes Leben führen. Und immer wieder muss Kriss "sich selbst" bekämpfen und töten.
Die Geschichte ist ein typisches "Zwischen-Abenteuer". Im Vorgänger-Band hatte sich Kriss entschieden, die Königinnen-Position aufzugeben, das Ende einer Haupt- und Staatsaktion. Und nun passiert erstmal nicht viel, was die Handlung weiterbringt. Ein Zeitabenteuer, das in seiner Beziehungslosigkeit zum Rest ein wenig an den "Ring des Phaios" (in der Splitter-Ausgabe: "Der Herr der Berge") erinnert. Kriss "zappt" sich mit - zugegeben: dramatischen - Schnitten durch die Realität von einem Zeitfenster zum anderen. Und dabei trifft sie "Krisse", die ausgesprochen unglaubwürdig herüberkommen. Eine Kriss de Valnor, die ihr Kind einfach so aufgibt und leichthin sagt: "Aniel? Zum Teufel mit ihm!" oder eine Kriss de Valnor, die sich in der Rolle einer unterwürfigen Sklavin gefällt? Eigentlich undenkbar.
Etwas gelungener erscheint da die gegen Ende des Albums wieder aufgenommene Jolan-Handlung. Jolan, der seinem Rivalen Magnus in einem besonderen Zweikampf begegnen muss, zeigt sich als würdiger Sohn Thorgals, der von seinem Vater viel über Jagd und Fallenstellerei gelernt hat. Aber Magnus hat trotz seines Alters einen großen Vorteil: seine Skrupellosigkeit. Beide Handlungen enden - Spoiler? Nein, nicht wirklich - mit einem fiesen Cliffhanger. Schade eigentlich, dass Jolan keine eigene Serie hat, interessant wäre es.

 

Fazit: Ein eher lustloses, in sich selbst kreisendes Zwischenstück und Zeitreiseabenteuer, das erst am Ende etwas Fahrt aufnimmt. Eines der schwächeren Alben der Reihe.

 

Die Welten von Thorgal: Kriss de Valnor 7 - Der Berg der Zeit. Text: Xavier Dorison, Mathieu Mariole. Zeichnungen: Fred Vognaux. Bielefeld: Splitter, 2018. 50 S., Euro 14,80.

 

 

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Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
Thorgal 33: Schwertboot
Thorgal 34: Kah-Aniel
Thorgal 35: Scharlachrot
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Thorgal 38: Die Selkie

 

Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
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Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig
Kriss de Valnor 4: Bündnisse
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Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit
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Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
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Lupine 5: Skald
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Lupine 7: Nidhöggr

 

Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern
Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins
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Die Welten von Thorgal: Lupine 7 - Nidhöggr

Geschrieben von Petra , in Comics 03 February 2018 · 4340 Aufrufe
Comics, Thorgal, Yann und 1 weitere...

Nidhöggr, der furchtbare Drache, der in den Wurzeln der Weltesche Yggdrassil haust, ist Titelheld des neuen Abenteuers von Lupine in der Reihe "Die Welten von Thorgal". Thorgals Tochter macht sich in diesem siebten Album auf, um den Fall des Weltenbaums zu verhindern.
Lupine war im vorherigen Album, "Die Königin der Schwarzelfen" von zu Hause weggelaufen. Zusammen mit Yasmina, einer in einen Affen verwandelten orientalischen Prinzessin, wollte sie sich auf die Suche nach Thorgal begeben. Sie kam jedoch nicht weit. Als Nachkommin des Sohnes der Sterne wurde sie hineingezogen in die Auseinandersetzungen der Zwerge und Schwarzelfen. Eine böse Schwarzelfen-Königin hat die Herrschaft über die Zwerge an sich gerissen und will nun den Weltenbaum zu Fall bringen. Allerdings braucht sie, um die Wurzeln Yggdrassils zu kappen, eine Axt aus dem "Metall, das es nicht gibt" - Metall aus Thorgals Rettungskapsel, in der der außerirdische Junge einst gefunden wurde.
Inzwischen ist das Material gefunden und in der Händen der Zwerge. Gezwungen schmieden sie die Axt, die den Weltenbaum zu Fall bringen soll. Lupine und ihr Zwergenfreund Tjahzi versuchen nun. mit Hilfe der neuen Wächterin der Schlüssel, einen Beschützer für die Weltesche zu finden. Ausgerechnet der furchtbare Drache Nidhöggr soll dieser Beschützer sein. Allerdings haben die Götter den Drachen vor einiger Zeit in eine andere Dimension verbannt, und die Echse ist alles andere als gut auf die Herrschaften aus Asgard zu sprechen.
Die Geschichte ist spannend erzählt und erneut optisch beeindruckend. Sehr gut gefallen hat mir die Geschichte des gefallenen Gottes Vigrid, der in seiner neuen Gestalt als Schwarzelfe eine ausgesprochen tragische Figur ist, dann aber über sich hinauswächst. Die Rolle der Göttin Frigg und Vigrids Liebe zu Aaricia sorgen für einige unerwartete, aber überzeugend motivierte Wendungen in der Geschichte. Auch dass Thorgals Frau Aaricia endlich mal wieder aus der Rolle der blonden Matrone am Herd herauskommt, ist erfreulich.
Ausgerechnet Nidhöggr umzudeuten als einen Beschützer des Weltenbaums, ist eine etwas irritierende Interpretation, aber zumindest eine neue Idee, ein Problem, das am Ende nicht schlecht gelöst wird. Etwas fragwürdig scheint mir, Volsung zum krötenhaften Sidekick Nidhöggrs zu machen. Der Mann hatte bei seinem ersten Auftreten in "Die Greise von Aran" so gar nichts Übernatürliches und Dämonisches. Und der wieder auf der Bildfläche erschienene Azzalepstön wirkt doch recht blass und kraftlos, verglichen mit seinen bisherigen Eingriffen in Lupines Leben.
Alles in allem aber ein schönes Abenteuer und in seinen Wendungen der noch recht jungen Heldin angemessen.

 

Fazit: Optisch und erzählerisch ansprechendes Album, spannend und mit einigen alten Freunden und Feinden aus dem Thorgal-Kosmos. Niedlich, tragisch, versöhnlich. Lesenswert.

 

Die Welten von Thorgal: Lupine 7 - Nidhöggr. Text: Yann. Zeichnungen: Roman Surzhenko. Bielefeld: Splitter, 2018. 48 S., Euro 14,80.

 

© Petra Hartmann

 

 

Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
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Lupine 7: Nidhöggr

 

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Thorgals Jugend 9: Die Tränen der Hel




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Die Welten von Thorgal: Lupine 6 - Die Königin der Schwarzelfen

Geschrieben von Petra , in Comics 22 October 2017 · 4837 Aufrufe
Comics, Thorgal, Yann und 1 weitere...

"Die Königin der Schwarzelfen" heißt das sechste Abenteuer der Reihe "Lupine" innerhalb der "Welten von Thorgal". Thorgals Tochter Lupine wandelt in diesem Band auf den Spuren ihres Vaters Thorgal, sowohl des jungen als auch des erwachsenen.
Lupine hat beschlossen, sich auf die Suche nach ihrem verschwundenen Vater zu machen. Sie will nach Bagdad, trifft damit also eine ähnliche Entscheidung wie Kriss de Valnor, die im Abenteuer "Die Insel der verlorenen Kinder" den Thron der Nordlandreiche aufgibt, um Thorgal zu folgen und den gemeinsamen Sohn Aniel zu retten. Insofern laufen hier einige Fäden mit der Hauptserie zusammen, und ein Familientreffen in Arabien bahnt sich an.
Lupine, die ja mit Tieren sprechen kann, hat in der in einen Affen verwandelten Prinzessin Yasmina die optimale Begleiterin gefunden. Doch beide kommen nicht weit. Schon kurz nach dem Aufbruch treffen sie auf sehr alte Bekannte Thorgals und Aaricias. Der Zwerg Tjahzi, der im ersten (beziehungsweise achten) Thorgal-Abenteuer - "Der Sohn der Sterne" - auf der Suche nach dem "Metall, das es nicht gibt" Thorgals Freund wurde, taucht wieder auf. Erneut ist er auf der Suche nach dem geheimnisvollen außerirdischen Metall. Allerdings ist ihm diesmal die kleine Mutter, die Thorgal als Amulett um den Hals trug, nicht mehr genug. Ausgesandt von der kriegslüsternen neuen Königin der Schwarzelfen, die den alten König Ivaldir gefangennahm, muss er gezwungenermaßen Metall suchen, mit dessen Hilfe man die Wurzeln des Weltenbaums Yggdrasil abschlagen kann. Genug Metall würde die kleine Rettungskapsel hergeben, in der Thorgals Eltern ihren Sohn damals ausgesetzt hatten ...
Lupine, Yasmin und Tjahzi versuchen, die Pläne der Königin zu durchkreuzen. Aber da ist noch der in einen unansehnlichen Schwarzalfen verwandelte ehemalige Gott Vigrid, ursprünglich der Beschützer Aaricias und somit der Familie Thorgals, der nun zwischen den Fronten eine seltsam zwielichtige Rolle spielt. Und auch die neue Wächterin der Schlüssel entpuppt sich als wenig zugängliches, unfreundliches Wesen, als Lupine sie um Hilfe bittet. Zum Glück hat die entmachtete alte Wächterin, inzwischen zur Sterblichen degradiert, noch einen unscheinbaren bleiernen Schlüssel bei sich behalten können. Thorgals Zugang zum Tor des Feuers. Kein Spaziergang für Lupine.
Sehr schön sind die vielen kleinen Einzelheiten, mit denen diese "Welt von Thorgal" gestaltet ist. Die Ausgestaltung des Zwergenreichs mit den zeichnerischen Details - herrlich diese Reitmaulwürfe oder Tjahzis Igel - geht weit über das hinaus, was damals das erste Thorgal-Album zu bieten hatte. Auch das Wiedersehen mit vielen lieb gewonnenen Charakteren gefällt.
Ein wenig verwirrend ist, dass Lupine trotz der damaligen "Wiedervereinigung" ihres "zahmen" mit ihrem "wilden" Teil irgendwie noch immer keine Einheit geworden ist. Es ist zu 95 Prozent die "zahme" Lupine, die der Leser handeln sieht. Dabei trägt sie sehr bewusst das Wolfskostüm ihres Alter Egos, als sie auf die Suche nach Thorgal auszieht. Ihr wilder Teil taucht gelegentlich, sehr selten, als Gedankenstimme auf, die sich im Bedarfsfall zu Wort meldet und dann ihre Kampfkraft zeigt. Sehr seltsam. Die ganze Serie hindurch wird offenbar davon ausgegangen, dass die zahme Lupine auch die wahre Lupine ist. Das klingt ein wenig schizophren, nach einem abgespaltenen, weniger wichtigen Seelenteil, der nur dann an die Oberfläche kommt, wenn er eine eng bemessene Funktion erfüllen muss. Es sei ihr gegönnt, dass sie irgendwann wieder ein ungespaltenes "Individuum " werden darf.

 

Fazit: Detailreiches, liebenswertes Album mit viel Wiedersehensfreude für Altfans. Macht Spaß beim Lesen und Anschaun.

 

Die Welten von Thorgal: Lupine 6 - Die Königin der Schwarzelfen. Text: Yann, Zeichnungen: Roman Surzhenko. Bielefeld: Splitter, 2017. 48 S, Euro 14,80.

 

 

© Petra Hartmann

 

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Thorgal 31: Der Schild des Thor
Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
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Thorgal 34: Kah-Aniel
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Thorgal 36: Aniel
Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar
Thorgal 38: Die Selkie

 

Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren
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Kriss de Valnor 4: Bündnisse
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Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
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Lupine 5: Skald
Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen
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Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern
Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins
Thorgals Jugend 3: Runa
Thorgals Jugend 4: Berserker
Thorgals Jugend 5: Slive
Thorgals Jugend 6: Der Drakkar aus dem Eis
Thorgals Jugend 7: Blauzahn
Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde
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Thorgal 35: Scharlachrot

Geschrieben von Petra , in Comics 21 September 2017 · 2788 Aufrufe
Comics, Thorgal und 2 weitere...

"Scharlachrot" lautet der Titel des 35. Thorgal-Albums. Vielleicht eine Anspielung auf den ebenfalls sehr blutigen Kriss-de-Valnor-Band "Rot wie der Raheborg", in dem es ja auch sehr kriegerisch zuging. Das Album schließt beinahe nahtlos an den Vorgänger "Kah-Aniel" an, zeichnet sich ebenfalls durch den neuartigen, etwas verwaschenen "orientalisierenden" Zeichenstil Grzegorz Rosinskis aus und hat mit Xavier Dorison einen neuen Texter.
Die Geschichte spielt in Bagdad, wo die Roten Magier inzwischen ihr unseliges Ritual vollendet haben, das Aniel, Thorgals Sohn, zum Gefäß für den wiedergeborenen Kahaniel machen sollte. Thorgal ist Gefangener der Roten und wird gefoltert, da er sich immer noch erdreistet, Aniel als seinen Sohn zu bezeichnen. Doch Thorgal kann fliehen. Mehrfach kommt es zu Begegnungen mit Aniel, der allerdings nicht viel mit ihm zu tun haben will. Aniel wirft seinem Vater vor, sich niemals um ihn gekümmert zu haben, nie ein echter Vater gewesen zu sein. Bei den Roten Magiern fand er zum ersten Mal einen väterlichen Freund, Beachtung, Wertschätzung. Allerdings ist Aniels Metamorphose zum mächtigen Feuermagier offenbar noch nicht ganz vollzogen. Und so schmieden die Magier den ultimativen Plan, um Aniel in den nötigen Zorn zu versetzen: Thorgal soll als Mörder von Aniels Mentor Magon dastehen. Und schließlich kommt es sogar so weit, dass Thorgal einen Pfeil auf seinen eigenen Sohn anlegen muss ...
Die Geschichte ist spannend und optisch ansprechend erzählt. Der neue Stil Rosinskis kommt in den feurigen Rottönen, mit denen das Album aufwartet, in den Feuerbeschwörungen, Zornausbrüchen und Brandszenen sehr gut zur Geltung und bietet durchaus eine Steigerung gegenüber dem Vorgänger. Schön auch, dass endlich mak wieder ein Abenteuer ohne ewig lange Rückblenden und Vorgeschichten flüssig durcherzählt wurde. Mit dem Hinweis auf Kriss de Valnor und ihre Karriere als mächtige Nordlandherrscherin wird auch langsam ein Fenster hinüber in die Parallelserie geöffnet, durch das die Mutter Aniels wohl bald wieder in die Hauptserie zurückkehren wird. Darauf werden sich sicher viele Fans freuen. Außerdem schön: Es gibt ein Wiedersehen mit den fliegenden Schiffen des Landes Qâ.
Ein kleines Fragezeichen möchte ich erneut hinter die mentale Entwicklung Aniels setzen. Wie kann es sein, dass der Junge, der deutlich jünger ist als seine Schwester Lupine um so vieles reifer und älter, oder sagen wir: altklüger, dargestellt wird als Thorgals Tochter Lupine in der Parallel-Serie? Und was sollen die eigenartigen Vorwürfe, Thorgal sei ihm nie ein richtiger Vater gewesen? Wenn Thorgals ältester Sohn Jolan Derartiges behauptet hätte, wäre es glaubwürdig gewesen. Aber Aniel, der erst seit Band 28 - "Alte Feindin" - mit dabei ist und von Thorgal und Aarica als Kleinkind in die Familie aufgenommen worden ist, kann sich nun wirklich nicht über einen abwesenden Vater beschweren ... Seit seinem Eintritt in Thorgals Familie hat er ununterbrochen Vater und Adoptivmutter zur Verfügung gehabt, bis eben die Roten Magier kamen und ihn entführten. Mag sein, dass hier die Magier ihn manipulierten und eine falsche Erinnerung einpflanzten. Aber warum widerspricht Thorgal dann nicht?
Das Album hält vielleicht nicht ganz die Höhe der besten Thorgal-Alben, ist jedoch eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorgängerband. Alles in allem aber ein schönes, spannendes Abenteuer, eher blutig als märchenhaft, aber es geht voran.

 

Fazit: Spannungsreiches, blutiges, kampfbetontes Abenteuer mit beeindruckenden Rottönen. Dramatische Vater-Sohn-Geschichte und ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Zielstrebig und zügig erzählt, lesenswert.

 

Thorgal 35: Scharlachrot. Text: Xavier Dorison, Zeichnungen: Grzegorz Rosinski. Bielefeld: Splitter-Verlag, 2017. 56 S., Euro 14,80.

 

© Petra Hartmann

 

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Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
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Thorgals Jugend 5: Slive
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Thorgals Jugend 7: Blauzahn
Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde
Thorgals Jugend 9: Die Tränen der Hel








Falkenblut, 2020

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Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Widar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus ...

Es ist eine schaurige Welt, in der sich die junge Walküre behaupten muss. Doch Valkrys wäre keine echte Falkin, wenn sie einem Kampf aus dem Weg gehen würde. Todesmutig und mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor stürzt sie sich in die Begegnungen mit Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfen, Berserkern, Hexen, Meerungeheuern und dem furchtbaren Totenschiff Naglfari.

 

 

Petra Hartmann: Falkenblut.

Sibbesse: Hottenstein, 2020.

Broschiert, 247 S., Euro 11.

ISBN 978-3935928991

 

Bestellen im Hottenstein-Verlags-Shop

 

Bestellbar unter anderem bei Amazon

Hörbuch: Drachen! Drachen! 2020

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Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren. Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist - und gelegentlich fies!

Die Autoren: Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.

 

Herausgeber: Petra Hartmann, Frank G. Gerigk

Sprecher: Tim Schmidt

Blitz-Verlag

Ungekürzte Lesung

mp3-Download

611 Minuten, 495.91 MB

9783991093435

 

Zu bestellen unter anderem bei Thalia oder bei Amazon.

Nestis und die verbotene Welle, 2017

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Meerprinzessin Nestis und ihre Freunde sind sauer: Lehrer Seestern meint, dass laute Haifischmusik nichts für Kinder ist. Und der Kronrat stimmt ihm zu. Deshalb bekommt die Band »Ã˜lpæst« Auftrittsverbot in der gesamten Nordsee. Doch plötzlich ist deren Musik überall zu hören: Ein Piratensender strahlt die Hits der Knorpelfischgang lautstark aus.

Als eine hochexplosive Kugelmine über dem blauen Glaspalast im Meer dümpelt und ein führungsloser Öltanker in die Nordsee einfährt, droht eine wirkliche Ölpest. Gelingt es den Meerkindern, ein Unglück zu verhindern?

 

Petra Hartmann: Nestis und die verbotene Welle. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Voraussichtlich ab Juni 2017 erhältlich.

Buch-Infos: ca. 152 Seiten, 14,2 x 20,6 cm, Hardcover, zahlreiche s/w-Illustrationen, mit Fadenheftung, Euro 14,90, ISBN 978-3-977066-00-1

 

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Demantin, 2016

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Demantin, der junge König von Antrium, liebt die griechische Königstochter Sirgamot. Doch ihr Vater ist strikt gegen die Hochzeit. Immerhin ist Sirgamot erst zwölf Jahre alt. So zieht Demantin in die Welt, um Ruhm zu erwerben, den Namen seiner Geliebten durch seine Taten zu verherrlichen und sich dem griechischen König als Schwiegersohn zu empfehlen. Er besteht heldenhafte Kämpfe, erwirbt sich die Freundschaft der Königin und des Königs von England und besiegt ein schauriges Meerweib. Letzteres allerdings erweist sich als verhängnisvoll. Denn die sterbende Unholdin verflucht Demantin und prophezeit, dass seine Geliebte mit dem üblen König Contriok verlobt werden soll. Kann Demantin noch rechtzeitig zurückkehren, um die Hochzeit zu verhindern?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Demantin. Ein Ritter-Epos
128 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 9-78-3-940078-34-6
8,95 EUR

 

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Leseprobe

 

Crane, 2016

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Gayol, der Sohn des ungarischen Königs, hat in jugendlichem Übermut den alten Hofmarschall seines Vaters zum Wettkampf herausgefordert und eine peinliche Niederlage erlitten. Aus Scham flüchtet er und gerät ins Reich des deutschen Kaisers, wo er unerkannt unter dem Namen Crane (Kranich) eine Stellung als Kämmerer annimmt und bald sehr beliebt ist. Doch als der Fremde und die Kaiserstochter einander näher kommen und Hofbeamten Unzucht und eine unstandesgemäße Liebschaft wittern, beginnt eine schwere Zeit für Königssohn und Kaiserstochter. Kann Gayol sich auf die Treue Acheloydes verlassen? Und kann die lebensbedrohliche Krankheit der Prinzessin noch geheilt werden?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Crane. Ein Ritter-Epos
84 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 978-3-940078-48-3
6,95 EUR

 

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Leseprobe

Hut ab, Hödeken! 2015

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Ein rasender Bischof auf dem Rennstieg.
Wegweiser, die sich wie von Geisterhand drehen.
Jäger in Todesangst.
Bierkutscher mit unheimlicher Fracht.
Ein stammelnder Mönch,
der plötzlich zum brillanten Redner wird.
Sollte da Hödeken seine Hand im Spiel haben?
Sagen um einen eigenwilligen Geist
aus dem Hildesheimer Land,
frisch und frech nacherzählt
von Petra Hartmann.

 

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken!

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

101 S., Euro 7,95.

ISBN 978-3-940078-37-7

 

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Leseprobe

Freiheitsschwingen, 2015

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Deutschland in den 1830er-Jahren: Für Handarbeit, arrangierte Ehe und Kinderkriegen hat die junge Bürgermeistertochter wenig übrig. Stattdessen interessiert sie sich für Politik und Literatur und greift sehr zum Leidwesen ihres Vaters selbst zur Feder, um flammende Texte für die Gleichberechtigung der Frau und die Abschaffung der Monarchie zu verfassen. Angestachelt von der revolutionären Stimmung des Hambacher Festes versucht sie, aus ihrem kleinbürgerlichen Dasein auszubrechen und sich als Journalistin zu behaupten. Gemeinsam mit ihrer großen Liebe verschreibt sie sich dem Kampf für ein freies, geeintes Deutschland und schlägt den Zensurbehörden ein Schnippchen. Die Geheimpolizei ist ihnen jedoch dicht auf den Fersen, und die junge Journalistin begeht den verhängnisvollen Fehler, ihre Gegner zu unterschätzen

 

Petra Hartmann: Freiheitsschwingen

Personalisierter Roman

München: Verlag Personalnovel, 2015

ca. 198 Seiten. Ab Euro 24,95.

(Einband, Schriftart und -größe, Covergestaltung etc. nach Wahl.)

 

Bestellen unter:

www.tinyurl.com/Freiheitsschwingen

 

Timur, 2015

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Wer ist der bleiche Jüngling im Verlies unter der Klippenfestung? Prinzessin Thia will ihn retten. Doch wer Timurs Ketten bricht, ruft Tod und Verderben aus der Tiefe hervor. Als der Blutmond sich über den Horizont erhebt, fällt die Entscheidung ...

 

Beigaben:

Nachwort zur Entstehung

Original-Erzählung von Karoline von Günderrode

Autorinnenbiografien

Bibliografie

 

Petra Hartmann: Timur

Coverillustration: Miguel Worms

Bickenbach: Saphir im Stahl, 2015.

ISBN: 978-3-943948-54-7

Taschenbuch, 136 S.

Euro 9,95

 

 

Ulf, 2015

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Ein Roman-Experiment mit ungewissem Ausgang: Ulf (Magisterstudent unbekannter Fachrichtung), stammt aus einem Dorf, das mehrmals jährlich überschwemmt wird. Zusammen mit Pastor Dörmann (Geistlicher unbekannter Konfession) und Petra (Biografin ohne Auftrag) überlegt er, was man dagegen tun kann. Als ein vegetarisches Klavier die Tulpen des Gemeindedirektors frisst und das Jugendamt ein dunkeläugiges Flusskind abholen will, spitzt sich die Situation zu. Nein, Blutrache an Gartenzwergen und wütende Mistgabelattacken sind vermutlich nicht die richtigen Mittel im Kampf für einen Deich ...
Mal tiefgründig, mal sinnlos, etwas absurd, manchmal komisch, teilweise autobiografisch und oft völlig an den Haaren herbeigezogen. Ein Bildungs- und Schelmenroman aus einer Zeit, als der Euro noch DM und die Bahn noch Bundesbahn hieß und hannöversche Magister-Studenten mit dem Wort "Bologna" nur eine Spaghettisauce verbanden.

 

Petra Hartmann:

Ulf. Ein Roman-Experiment in zwölf Kapiteln.

eBook

Neobooks 2015

Euro 2,99

Erhältlich unter anderem bei Amazon

Vom Feuervogel, 2015

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Ein Tempel in der Wüste. Heilige Männer, die sich dem Dienst des Feuervogels geweiht haben. Ein Hirtenjunge, der seinem Traum folgt. Aber wird der alte und kranke Phönix wirklich zu neuem Leben wiederauferstehen, wenn der Holzstoß niedergebrannt ist? Eine Novelle von Idealen und einer Enttäuschung, die so tief ist, dass kein Sonnenstrahl je wieder Hoffnung bringen kann.

 

Petra Hartmann:

Vom Feuervogel. Novelle.

Erfurt: TES, 2015.

BunTES Abenteuer, Heft 30.

40 Seiten, Euro 2,50 (plus Porto).

Bestellen unter:

www.tes-erfurt.jimdo.com

 

eBook:

Neobooks, 2015.

Euro 1,99.

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Nestis und die Hafenpiraten, 2014

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Endlich Sommerferien! Nestis und ihre Freunde freuen sich auf sechs Wochen Freiheit und Abenteuer. Doch ausgerechnet jetzt verhängt der Kronrat ein striktes Ausgehverbot für alle Meerkinder. Denn in der Nordsee treibt plötzlich ein furchtbares “Phantom† sein Unwesen. Möwen, Lummen und Tordalke werden von einem unheimlichen Schatten unter Wasser gezerrt und verschwinden spurlos.

Nestis beschließt, den Entführer auf eigene Faust zu jagen. Als ein Dackel am Strand von Achterndiek verschwindet, scheint der Fall klar: Die gefürchteten “Hafenpiraten† müssen dahinter stecken. Zusammen mit ihrem Menschenfreund Tom wollen die Meerkinder der Bande das Handwerk legen †¦

Petra Hartmann: Nestis und die Hafenpiraten
Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014
ISBN 978-3-940078-84-1
14,90 EUR

 

 

Leseprobe unter

 

www.tinyurl.com/nestis2

Blitzeis und Gänsebraten, 2014

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Weihnachten im Potte †¦

†¦ ist so vielfältig wie die Menschen, die dort leben. Und deshalb findet sich auf diesem Bunten Teller mit 24 Hildesheimer Weihnachtsgeschichten für jeden etwas: romantische Erzählungen und freche Gedichte, Erinnerungen an die Nachkriegszeit, Geschichten von neugierigen Engeln, eifrigen Wichteln und geplagten Weihnachtsmännern. Der Huckup und die »Hildesheimer Weisen« fehlen auch nicht. Was es aber mit dem Weihnachtswunder an der B6 auf sich hat, erfahren Sie auf Seite 117. - Greifen Sie zu!

 

 

Petra Hartmann & Monika Fuchs (Hrsg.): Blitzeis und Gänsebraten. Hildesheimer Weihnachtsgeschichten.

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

144 Seiten | 12 x 17 cm | Paperback |

ISBN 978-3-9400787-57-5
8,90 EUR

 

Leseprobe

Beim Vorderhuf meines Pferdes, 2014

Eingefügtes Bild

Das Messer zuckte vor. Fauchend wich die riesige Katze zurück. Doch nur, um sofort wieder anzugreifen. Das Mädchen, das auf dem Leichnam seiner Stute kauerte, schien verloren.
Acht Jahre ist Steppenprinzessin Ziris alt, als sie bei einem Sandkatzenangriff ihr Lieblingspferd verliert. Ist es wirklich wahr, was ihr Vater sagt? "Alle Pferde kommen in den Himmel ..."
Drei Erzählungen aus der Welt der Nearith über edle Steppenrenner, struppige Waldponys und die alte graue Stute aus Kindertagen.

Petra Hartmann: Beim Vorderhuf meines Pferdes. Neue Geschichten aus Movenna. eBook, ca. 30 Seiten. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014. Euro 0,99.

Erhältlich unter anderem bei Amazon.

Darthula, 2014

Eingefügtes Bild

Darthula ist die Tochter eines irischen Kleinkönigs, der über das nebelreiche Land Selama herrscht. Als schönste Prinzessin Irlands lebt sie allerdings nicht ungefährlich. Als sie den mächtigen König Cairbar abweist und ihm nicht als seine Braut folgen will, nimmt das Unheil seinen Lauf. Cairbar überzieht das kleine Selama mit Krieg und Vernichtung und rottet Darthulas Familie aus. Mit ihrem Geliebten Nathos wagt die junge Frau die Flucht über die stürmische See. Aber Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...

Beigaben zur Neuausgabe:
Vorwort der Autorin mit Infos zur Entstehungsgeschichte
Übersetzung des "ossianischen Originals"
Autorinnenbiographie und Veröffentlichungsliste

Buch-Informationen:
Petra Hartmann: Darthula, Tochter der Nebel.
Bickenbach: Verlag Saphir im Stahl, 2014.
Taschenbuch. 126 S., Euro 9,95.
ISBN 978-3-943948-25-7

Bestellen bei Saphir im Stahl

Pressearbeit für Autoren, 2014

Eingefügtes Bild

Petra Hartmann, Autorin und langjährige Lokalredakteurin, gibt Tipps für die Pressearbeit vor Ort. Sie erklärt die Wichtigkeit der „Ortsmarke“ für eine Zeitung, gibt Tipps zum Schreiben von Artikeln, zum guten Pressefoto und zum Umgang mit Journalisten. Anschaulich, verständlich, praxisorientiert und für Autoren jedes Genres anwendbar.

Petra Hartmann: Pressearbeit für Autoren. So kommt euer Buch in die Lokalzeitung.
eBook. Neobooks, 2014. Ca. 30 Seiten.
Euro 1,99
Diverse Formate, für alle gängigen eBook-Reader.
Erhältlich z.B. bei Amazon, eBook.de, Thalia, Hugendubel, Weltbild u.a.

Nestis und der Weihnachtssand, 2013

Eingefügtes Bild

Als kleine Weihnachtsüberraschung gibt es für Fans des "großen" Nestis-Buchs "Nestis und die verschwundene Seepocke" jetzt ein kleines bisschen Weihnachtssand: Der Verlag Monika Fuchs hat aus der "Ur-Nestis", einem Helgoland-Märchen aus dem Jahr 2007, jetzt ein eBook gemacht. Mit einem wunderschönen Cover von Olena Otto-Fradina und mit ein paar exklusiven Einblicken in Nestis' Nordseewelt.

Klappentext:
"November 2007: Orkantief Tilo tobt über die Nordsee und reißt große Teile der Helgoländer Düne ins Meer. Wer soll nun die Robbenküste reparieren? Meerjungfrau Nestis wünscht sich einfach mal vom Weihnachtsmann 500.000 Kubikmeter Sand ..."

Bonus-Material:
Die Autorin im Interview mit Wella Wellhorn von der Meereszeitung "Die Gezeiten"
XXL-Leseprobe aus "Nestis und de verschwundene Seepocke"

Petra Hartmann: Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013. 99 Cent.

Erhältlich für den Amazon-Kindle

Nestis und die verschwundene Seepocke, 2013

Eingefügtes Bild


Eine ausführliche Leseprobe findet ihr hier:
www.tinyurl.com/nestis


Wütend stampft Meerjungfrau Nestis mit der Schwanzflosse auf. Ihre Schwester Undine ist von den Menschen gefangen worden – und weder Meerkönig noch Kronrat wagen, die Kleine zu retten. Aber Nestis fürchtet sich nicht einmal vor den furchtbarsten Monstern des Meeres. Zusammen mit ihren Freunden bricht sie auf zur Rettungsaktion, und es zeigt sich, dass tollpatschige Riesenkraken und bruchrechnende Zitteraale großartige Verbündete sind.
Petra Hartmann entführt ihre Leser in eine etwas andere Unterwasserwelt mit viel Humor und Liebe zum Detail. Trotz des phantastischen Meermädchen-Themas findet der Leser auch sehr viel naturnahe Beobachtungen aus Nord- und Ostsee, lernt die Meerbewohner und ihre Probleme kennen. Dabei werden unter anderem auch die Meeresverschmutzung, Fischerei und die wenig artgerechte Haltung von Haien in Aquarien behandelt.
Zauberhaft dazu die Zeichnungen von Olena Otto-Fradina.

Text: Petra Hartmann
Bilder: Olena Otto-Fradina
| Hardcover | 14,8 x 21 cm
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2013
151 S., Euro 14,90
ISBN 978-3-940078-64-3


eBook:
Amazon-Kindle, 2154 KB
Euro 6,99
http://amzn.to/JJqB0b

Autorenträume, 2013

Eingefügtes Bild


Autorinnen und Autoren schicken ihre Leser in vergangene Zeiten, ferne Länder, phantastische Welten, spannende Abenteuer und bringen sie zum Träumen.
Wovon aber träumen Autoren? Vom Nobelpreis? Vom Bestseller? Vom Reich-und-berühmt-werden? Oder einfach nur davon, eines Tages vom Schreiben leben zu können? Vom Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes, wenn das neue Märchen vorgelesen wird? Oder sind es schreckliche Albträume, die der angebliche Traumberuf mit sich bringt? Werden Schriftsteller nachts im Schlaf gar von Verlegern, Lektoren, Rezensenten oder Finanzbeamten bedroht?
Monika Fuchs und Petra Hartmann starteten eine »literarische Umfrage«, wählten aus den über 300 Antworten 57 phantasievolle Beiträge aus und stellten sie zu diesem Lesebuch zusammen. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen des Autorenalltags und träumen Sie mit!
Von jedem verkauften Buch wird 1 Euro an das Hilfswerk Brot & Bücher e.V. der Autorin Tanja Kinkel gespendet, die auch das Geleitwort zum Buch schrieb.

Petra Hartmann und Monika Fuchs (Hrsg.):
Autorenträume. Ein Lesebuch.
ISBN 978-3-940078-53-7
333 S., Euro 16,90

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs

Mit Klinge und Feder, 2013

Eingefügtes Bild


Phantasie statt Völkerschlachten - das war das Motto, unter dem die Phantastik Girls zur Schreibfeder griffen. Mit Humor, Gewitztheit und ungewöhnlichen Einfällen erzählen sieben Autorinnen ihre Geschichten jenseits des Mainstreams der Fantasy. Kriegerinnen und gut bewaffnete Zwerge gehören dabei genau so zum Personal wie sprechende Straßenlaternen, Betonfresser oder skurrile alte Damen, die im Bus Anspruch auf einen Behindertensitzplatz erheben. Dass es dennoch nicht ohne Blutvergießen abgeht, ist garantiert: Immerhin stecken in jeder der Storys sechs Liter Herzblut. Mindestens.

Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns.
Mit Geschichten von Linda Budinger, Charlotte Engmann, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl.
Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. 978-3943378078
247 S., Euro 9.
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eBook:
396 KB, Euro 5,49.
Format: Kindle
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Das Serum des Doctor Nikola, 2013

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Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...

Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola
Historischer Abenteuerroman.
ISBN 978-3-938065-92-1
190 S., 12,95 Euro.
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Leseprobe

Hörbuch: Der Fels der schwarzen Götter, 2012

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Bei einer Mutprobe begeht der junge Ask einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat.
Bald wissen die Völker des Berglandes nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...

Der Fels der schwarzen Götter.
Hörbuch. 8 Stunden, 57 Minuten.
Sprecherin: Resi Heitwerth.
Musik: Florian Schober.
Action-Verlag, 2012.
CD/DVD: 16,95 Euro
mp3-Download: 11,95 Euro

Hörbuchfassung des 2010 im Wurdackverlag erschienenen Buchs "Der Fels der schwarzen Götter".

Drachen! Drachen! 2012

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Frank G. Gerigk & Petra Hartmann (Hrsg.)
DRACHEN! DRACHEN!
Band 01, Drachen-Anthologie
ISBN: 978-3-89840-339-9
Seiten: 384 Taschenbuch
Grafiker: Mark Freier
Innengrafiker: Mark Freier
Preis: 14,95 €
Bestellen beim Blitz-Verlag

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren.
Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist - und gelegentlich fies!

Die Autoren:
Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.
Originalveröffentlichung!

Links

Meine Heimseite:

www.petrahartmann.de

 

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Seite der Nestis-Serie:

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Nestis auf Facebook:

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Nestis auf Twitter:

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Die Falkin auf Facebook:

https://www.facebook.com/FalkinValkrys

 

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Biografie

Petra Hartmann, Jahrgang 1970, wurde in Hildesheim geboren und wohnt in Sillium. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Hannover. Auf den Magisterabschluss folgten die Promotion mit einer Doktorarbeit über den jungdeutschen Schriftsteller Theodor Mundt und ein zweijähriges Volontariat bei der Neuen Deister-Zeitung in Springe. Anschließend war sie dort fünf Jahre Lokalredakteurin. Ferner arbeitete sie für die Leine-Zeitung in Neustadt am Rübenberge, die Nordsee-Zeitung in Bremerhaven, die Neue Presse in Hannover und die Volksstimme in Gardelegen. Derzeit ist sie bei der Goslarschen Zeitung beschäftigt.
Als Schriftstellerin liebt sie vor allem das fantastische Genre. Sie verfasst hauptsächlich Fantasy und Märchen. Bekannt wurde sie mit ihren Fantasy-Romanen aus der Welt Movenna. Mit den Abenteuern der Nordsee-Nixe Nestis legte sie ihre erste Kinderserie vor. Sie errang mit ihren Geschichten dreimal den dritten Platz bei der Storyolympiade und wurde 2008 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.

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Leserunden zum Nachlesen

Leserunde zu "Darthula, Tochter der Nebel" auf Lovelybooks. Mit Autorin Petra Hartmann und Cover-Künstler Miguel Worms: http://www.lovelyboo...nde/1201913120/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Nestis und die verschwundene Seepocke": Mit Autorin Petra Hartmann und Verlegerin Monika Fuchs:

http://www.lovelyboo...nde/1166725813/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Mit Klinge und Feder": Mit den Autorinnen Linda Budinger, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl: http://www.lovelyboo...nde/1156671163/

 

Leserunde zu "Falkenblut" auf Lovelybooks: https://www.lovelybo...263/2687604262/

Geschichten über Nestis

Bücher
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

"Nestis und die verbotene Welle. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

 

Mini-Buch

"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

eBooks
"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.

"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

Hörbuch
"Eine Hand voll Weihnachtssand." In: Petra Hartmann: "Weihnachten im Schneeland". Gelesen von Karin Sünder. Mit Musik von Simon Daum. Essen: Action-Verlag, 2010. (mp3-Download und CD-ROM)

Beiträge zu Anthologien
"Weihnachtssand für Helgoland." In: "Wenn die Biiken brennen. Phantastische Geschichten aus Schleswig-Holstein." Hrsg. v. Bartholomäus Figatowski. Plön: Verlag 71, 2009. S. 163-174.

Hödeken-Lesestoff

Buch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. 101 S., Euro 7,95. ISBN 978-3-940078-37-7. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

 

Hörbuch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. 2 CD. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Euro 14,95. ISBN: 978-3940078414. Unter anderen erhältlich bei Amazon.

 

eBook

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

 

Geschichten

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg. In: Hildesheimliche Autoren e.V.: Hildesheimer Geschichte(n). Ein Beitrag zum 1200-jährigen Stadtjubiläum. Norderstedt: Book on Demand. 196 S., Euro 9,99. ISBN 978-3734752698. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

Die glücklose Hasenjagd. In: MVP-M. Magazin des Marburger Vereins für Phantastik. Marburg-Con-Ausgabe. Nr. 19b. S. 36-40.

 

Lesung

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg, Radio Tonkuhle, Sendung vom April 2015.

 

Movenna-Kompass

Übersicht über die Romane und Erzählungen aus Movenna


Bücher

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2004. 164 S.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2007. 188 S.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2010. 240 S.

 

eBooks

 

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Beim Vorderhuf meines Pferdes. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Hörbuch

Der Fels der schwarzen Götter. Action-Verlag, 2012.


Movennische Geschichten in Anthologien und Zeitschriften

Die Krone Eirikirs. In: Traumpfade (Anthologie zur Story-Olympiade 2000). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2001. S. 18-25.
Flarics Hexen. In: Geschöpfe der Dunkelheit (Anthologie zur Story-Olympiade 2001). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2002. S. 22-28.
Raubwürger. In: Kurzgeschichten, September 2004, S. 20f.
Furunkula Warzenkraish. Elfenschrift, dritter Jahrgang, Heft 2, Juni 2006. S. 10-14.
Der Leuchtturm am Rande der Welt. In: Elfenschrift, vierter Jahrgang, Heft März 2007, S. 18-21.
Gewitternacht. In: Im Bann des Nachtwaldes. Hrsg. v. Felix Woitkowski. Lerato-Verlag, 2007. S. 57-60.
Pfefferkuchen. In: Das ist unser Ernst! Hrsg. v. Martin Witzgall. München: WortKuss Verlag, 2010. S. 77-79.
Winter-Sonnenwende. In: Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns. Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. S. 51-59.
Der Reiter auf dem schwarzen Pferd. Ebd. S. 60-68.

Die Blaubeerbrücke. In: Met-Magie. Hrsg. v. Amandara M. Schulzke und Nadine Muriel. Hamburg: Acabus Verlag, 2022. S. 163-174.

 

 

Movennische Geschichten in Fanzines

Föj lächelt. In: Alraunenwurz. Legendensänger-Edition Band 118. November 2004. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 23.
Raubwürger. In: Drachenelfen. Legendensänger-Edition Band 130. Januar 2006. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 3-5.
Goldauge. In Phantastische Geschichten mit den Phantastik Girls. (Broschüre der Phantastik Girls zum MarburgCon 2007)


Aufsätze

Wie kann man nur Varelian heißen? Über das Unbehagen an der Namensgebung in der Fantasy. In: Elfenschrift, 5. Jahrgang, März 2008. S. 16f.


Movennische Texte online

Aus "Geschichten aus Movenna":
König Surbolds Grab
Das letzte Glied der Kette
Brief des Dichters Gulltong
Der Kranich
Die Rückkehr des Kranichs

Aus "Ein Prinz für Movenna":
Der Leuchtturm am Rand der Welt
Furunkula Warzenkraish
Gewitternacht

Aus "Der Fels der schwarzen Götter":
Der Waldalte
Hölzerne Pranken
Im Bann der Eisdämonen

Die Bibliothek der Falkin

Übersicht über die Romane und Novellen über die Walküre Valkrys, genannt "die Falkin"

Bücher

Die letzte Falkin. Heftroman. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2010.
Falkenblut. Sibbesse: Hottenstein-Verlag, Sommer 2020.

eBooks

Falkenblut. Vier Fantasy-Romane. eBook-Ausgabe. Chichili und Satzweiss.com, 2012. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. eBook. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2011. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. In: Best of electronic publishing. Anthologie zum 1. Deutschen eBook-Preis 2011. eBook. Chichili und Satzweiss.com, 2011. (unter anderem erhältlich bei Thalia und Amazon)


Aufsatz

Aegirs Flotte - ein Nachruf. In: Fandom Observer, Dezember 2011. S. 16-18. Online-Magazin und Blogversion

Die Schlagzeile, 2011/2012

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Petra Hartmann: Die Schlagzeile.
Personalisierbarer Roman.
PersonalNovel Verlag, 2011.
eBook: PersonalNovel, 2012.
Personalisieren und bestellen

Verschlafen und idyllisch liegen sie da, die Orte Barkhenburg, Kleinweltwinkel und Reubenhausen. Doch dann stört der Diebstahl einer Heiligenfigur die Ruhe: Ein jahrhundertealter Hass bricht wieder aus und ein hitziger Streit entflammt, der aus Freunden Feinde und aus friedlichen Nachbarn sich prügelnde Gegner macht. Mittendrin: Eine Journalistin, die bereit ist, für eine Schlagzeile im Sommerloch alles zu geben. Mit viel Einsatz und einer Prise Humor versucht sie, das Geheimnis um die verschwundene Hubertus-Statue aufzuklären, und muss sich dabei mit erregten Politikern, aufgebrachten Dorfbewohnern und einem nervösen Chefredakteur herumschlagen. Aber die Journalistin lässt sich nicht unterkriegen - bis ihr ein Anruf fünf Minuten vor Redaktionsschluss die Schlagzeile zunichtemacht...

Falkenblut, 2012

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Petra Hartmann: Falkenblut.
Vier Romane in einem Band.
E-Book
Satzweiss.com - chichili agency, 2012.
3,99 Euro

 

Nicht mehr lieferbar!

Neuausgabe in Vorbereitung.


Die Abenteuer der jungen Walküre Valkrys beginnen an ihrem ersten Arbeitstag und ausgerechnet dort, wo die germanischen Götter- und Heldensagen enden: Ragnarök, die Endzeitschlacht, ist geschlagen, Götter und Riesen haben sich gegenseitig aufgerieben, die wenigen Überlebenden irren ziellos durch die Trümmer des zerbrochenen Midgard. An der Seite des neuen Götterkönigs Widar muss sich Valkrys nun behaupten. Dabei trifft sie auf Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfe, Berserker, Hexen, riesenhafte Meerungeheuer und das furchtbare Totenschiff Naglfari. Leseempfehlung ab 12 Jahren.

Meine Bücher 1998 - 2011

Angehängtes Bild: Cover_falkenfruehling.jpg

Petra Hartmann
Falkenfrühling
eBook
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN: 978-3-939139-59-1

Wegen Verkauf des Arcanum-Verlags ist die Ausgabe nicht mehr erhältlich, aber die Zweitveröffentlichung in der eBook-Anthologie "Best of electronic publishing" gibt es noch als epub oder Kindle-Ausgabe.

Valkrys träumt davon, eine echte Walküre zu sein. Sie springt, noch Kind, vom Dach des Langhauses.
Alle Ermahnungen ihrer Eltern sind vergeblich, sie macht sich an den Aufstieg zum Gipfel der nahen Klippe, besessen vom "Traum vom Fliegen" ...

Fünfter Platz beim Deutschen eBook-Preis 2011.

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Petra Hartmann
Die letzte Falkin
Roman.
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-62-1
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Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Vidar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus †¦


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Petra Hartmann
Der Fels der schwarzen Götter
Roman
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-64-8
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Hochaufragende Felswände, darin eingemeißelt weit über tausend furchteinflößende Fratzen, die drohend nach Norden blicken: Einer Legende zufolge sind die schwarzen Klippen das letzte Bollwerk Movennas gegen die Eisdämonen aus dem Gletscherreich.
Doch dann begeht der junge Ask bei einer Mutprobe einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat. Und die Völker des Berglandes wissen bald nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...


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Petra Hartmann
Darthula
Heftroman
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-32-4
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Darthula, die schönste Prinzessin der Nebellande, beschwört Krieg, Tod und Vernichtung über ihr heimatliches Selama herauf, als sie den Heiratsantrag des mächtigen Königs Cairbar ausschlägt. Zusammen mit ihrem Geliebten flüchtet sie in einem kleinen Segelboot übers Meer. Doch Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...


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Petra Hartmann
Weihnachten im Schneeland
Hörbuch
Action-Verlag
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WEIHNACHTEN IM SCHNEELAND von Petra Hartmann vereint vier wundervolle Kurzgeschichten für Kinder ab 6 Jahren. Schon die Titel regen die Phantasie der Kleinen an und verleiten zum Schmunzeln und Staunen:
- "Der Reserve-Weihnachtsmann"
- "Die Weihnachts-Eisenbahn"
- "Eine Handvoll Weihnachtssand"
- "Paulchen mit den blauen Augen"



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Petra Hartmann
Ein Prinz für Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-24-9
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Mit dem Schild oder auf dem Schild
- als Sieger sollst du heimkehren oder tot.
So verlangt es der Ehrenkodex des heldenhaften Orh Jonoth. Doch der letzte Befehl seines sterbenden Königs bricht mit aller Kriegerehre und Tradition: "Flieh vor den Fremden, rette den Prinzen und bring ihn auf die Kiesinsel." Während das Land Movenna hinter Orh Jonoth in Schlachtenlärm und Chaos versinkt, muss er den Gefahren des Westmeers ins Auge blicken: Seestürmen, Riesenkraken, Piraten, stinkenden Babywindeln und der mörderischen Seekrankheit ....


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Petra Hartmann
Geschichten aus Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-00-1
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Verwünschte Hexen!
Warum zum Henker muß König Jurtak auch ausgerechnet seinen Sinn für Traditionen entdecken?
Seit Jahrhunderten wird der Kronprinz des Landes Movenna zu einem der alten Kräuterweiber in die Lehre gegeben, und der Eroberer Jurtak legt zum Leidwesen seines Sohnes großen Wert auf die alten Sitten und Gebräuche. Für den jungen Ardua beginnt eine harte Lehrzeit, denn die eigenwillige Lournu ist in ihren Lektionen alles andere als zimperlich ...


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Wovon träumt der Mond?
Hrsg. v. Petra Hartmann & Judith Ott
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-37-2
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Der Mond - König der Nacht und gleichsam Verbündeter von Gut und Böse ... Seit jeher ranken sich Legenden voller Glauben und Aberglauben um sein Licht, das von den einen als romantisch verehrt und von den anderen als unheimlich gefürchtet wird. Seine Phasen stehen für das Werden und Vergehen allen Lebens, er wacht über die Liebenden, empfängt die Botschaften der Suchenden, Einsamen und Verzweifelten und erhellt so einiges, was lieber im Dunkeln geblieben wäre. 39 Autorinnen und Autoren im Alter von 12 bis 87 Jahren sind unserem nächtlichen Begleiter auf der Spur gewesen. In 42 erfrischend komischen, zutiefst nachdenklichen und manchmal zu Tränen rührenden Geschichten erzählen sie die Abenteuer von Göttin Luna und Onkel Mond, von erfüllten und verlorenen Träumen, lassen Perlmuttschmetterlinge fliegen und Mondkälber aufmarschieren. Und wer denkt, dass nur der Mann im Mond zuweilen die Erde besucht, irrt sich! Auch umgekehrt erhält er gelegentlich unverhofften Besuch dort oben.


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Drachenstarker Feenzauber
Herausgegeben von Petra Hartmann
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-28-0
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Öko-Feen, Büro-Feen, Todes-Feen und Bahn-Feen, geschäftstüchtige Drachen, goldzahnige Trolle, Sockenmonster, verzauberte Kühlschränke, Bierhexen, Zwirrrrrle, Familienschutzengel, Lügenschmiede, ehrliche Anwälte, verarmte Zahnärzte und andere Märchenwesen geben sich in diesem Buch ein Stelldichein.
51 Märchenerzähler im Alter von zwölf bis 76 Jahren haben die Federn gespitzt und schufen klassische und moderne Märchen, lustige, melancholische, weise und bitterböse Erzählungen, so bunt wie das Leben und so unvergesslich wie das Passwort eines verhexten Buchhalters.


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Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension.
Die jungdeutschen Autoren nach 1835.
ibidem-Verlag
ISBN 978-3-89821-958-7
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"Das Junge Deutschland“ - dieser Begriff ist untrennbar verbunden mit dem Bundestagsbeschluss vom 10. Dezember 1835, durch den die Werke der fünf Schriftsteller Heinrich Heine, Theodor Mundt, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg und Heinrich Laube verboten wurden. Das Verbot markierte Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt einer literarischen Bewegung, die erst wenige Jahre davor begonnen hatte. Die Wege der Autoren trennten sich. Und doch gab es auch danach immer wieder Begegnungen und Berührungspunkte.
Petra Hartmann zeichnet die Wege der Verbotenen und ihrer Verbündeten nach und arbeitet Schnittstellen in den Werken der alt gewordenen Jungdeutschen heraus. Sie schildert insbesondere die Erfahrungen der Autoren auf der Insel Helgoland, ihre Rolle in der Revolution von 1848, aber auch die Versuche der ehemaligen Prosa-Schriftsteller, sich als Dramatiker zu etablieren. Irgendwo zwischen Anpassung und fortwährender Rebellion mussten die Autoren ihr neues Auskommen suchen, endeten als gescheiterte Existenzen im Irrenhaus oder als etablierte Literaten, die doch körperlich und seelisch den Schock von 1835 nie ganz verwunden hatten, sie leiteten angesehene Theater oder passten sich an und gerieten nach Jahren unter strenger Sonderzensur beim Publikum in Vergessenheit. Die vorliegende Untersuchung zeigt, was aus den Idealen von 1835 wurde, wie vollkommen neue Ideen - etwa die Debatte um Armut und Bildung - in den Werken der Jungdeutschen auftauchten und wie die Autoren bis zum Ende versuchten, ihr „Markenzeichen“ - ihren Stil - zu bewahren.


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Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll
Theodor Mundts literarische Entwicklung vom Buch der Bewegung zum historischen Roman
Aisthesis-Verlag
ISBN: 3-89528-390-8
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Theodor Mundt - Schriftsteller, Zeitschriftenherausgeber, Literaturwissenschaftler und Historiker - verdankt seinen Platz in der Literaturgeschichte vor allem dem Umstand, daß seine Veröffentlichungen am 10. Dezember 1835 verboten wurden. Das vom deutschen Bundestag ausgesprochene Verbot, das sich gegen die vermeintlichen Wortführer des "Jungen Deutschland", Heine, Gutzkow, Laube, Wienbarg und eben Theodor Mundt richtete, war vermutlich die entscheidende Zäsur in den literarischen Karrieren aller Betroffenen. Daß sie mit dem schon berühmten Heinrich Heine in einem Atemzug genannt und verboten wurden, machte die noch jungen Autoren Gutzkow, Laube, Mundt und Wienbarg für ein größeres Publikum interessant. Doch während Gutzkow und auch Laube im literarischen Bewußtsein präsent blieben, brach das Interesse an Mundt und seinen Werken schon bald nach dem Verbot fast gänzlich ab. Seine weitere Entwicklung bis zu seinem Tod im Jahr 1861 wurde von der Literaturwissenschaft bislang so gut wie vollständig ignoriert. Diese Lücke wird durch die vorliegende Studie geschlossen. Nachgezeichnet wird der Weg von den frühen Zeitromanen des jungen Mundt bis hin zu den historischen Romanen seines Spätwerks.


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Faust und Don Juan. Ein Verschmelzungsprozeß,
dargestellt anhand der Autoren Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt
ibidem-Verlag
ISBN 3-932602-29-3
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"Faust und Don Juan sind die Gipfel der modernen christlich-poetischen Mythologie", schrieb Franz Horn bereits 1805 und stellte erstmalig beide Figuren, speziell den Faust Goethes und den Don Giovanni Mozarts, einander gegenüber. In den Jahren darauf immer wieder als polar entgegengesetzte Gestalten aufgefaßt, treten Faust und Don Juan in den unterschiedlichsten Werken der Literaturgeschichte auf.

Bei Lenau sind sie Helden zweier parallel aufgebauter Versepen, bei Grabbe begegnen sie sich auf der Bühne und gehen gemeinsam zugrunde. Theodor Mundt stellt als Lebensmaxime auf, man solle beides, Faust und Don Juan, in einer Person sein und beide in sich versöhnen.

Anhand der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt zeichnet Petra Hartmann die Biographien Fausts und Don Juans in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach, einer Zeit, die beide Helden stark prägte und auch für heutige Bearbeitungen beider Stoffe grundlegend ist."

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