Thorgal 31: Der Schild des Thor
Das Götterreich Asgard ist der Schauplatz des 31. Thorgal-Albums, "Der Schild des Thor". Die von Grzegorz Rosinski gezeichnete Fantasy-Saga aus der Wikingerzeit hat seit dem Vorgängerband einen neuen Texter, Yves Sente, der mit dem Ausbau der Figur des Jolan deutlich eigene Akzente zu setzen versucht.
Thorgals Sohn soll den Schild des Thor stehlen
Jolan, der Sohn des Titelhelden Thorgal Ägirsson, ist inzwischen zu einem jungen Mann herangewachsen. Im vorigen Abenteuer, "Ich, Jolan" hatten Rosinski und Sente geschildert, wie Jolan und vier weitere junge Abenteurer sich auf den Weg zur Festung des geheimnisvollen Zauberers Manthor machen, um dort als Novizen Aufnahme zu finden. Nun stellt Manthor sie vor eine besondere Aufgabe: Sie sollen ins Götterreich Asgard vordringen und dort den Schild des Thor stehlen. Nur einer kann das Ziel erreichen, heißt es, doch bis dahin werden die unterschiedlichen Kräfte aller fünf Bewerber benötigt.
Ein zweiter Handlungsstrang schildert die weitere Entwicklung bei Thorgal und seiner restlichen Familie. Jolans Halbbruder Aniel, von dessen gefährlicher Ahnenreihe Thorgals Frau im vorigen Album erfuhr, wird entführt, und Thorgal macht sich auf die Suche nach seinem verlorenen Sohn.
Ein Hochgenuss für's Auge - mit einer schwachen Story
Das Album ist, wie alle Bände der Reihe, optisch ein Hochgenuss. Die Geschichte dagegen ist eher durchschnittlich und ist so oder ähnlich innerhalb der Thorgal-Reihe bereits mehrfach erzählt worden: Ein junger Held bricht zusammen mit einigen anderen auf, um in einer todgefährlichen Gegend eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, wird von seinen Genossen zunächst hinterhältigerweise ausgeschaltet, bleibt dann aber dank seiner Intelligenz und Tapferkeit Sieger und erweist sich durch seine moralische Integrität als würdiger Anführer.
Die Vorstellung der fünf jugendlichen Helden und ihrer unterschiedlichen Kräfte erinnern zudem an typische Superhelden-Teams à la Teen Titans oder Legion. Etwas redundant erscheint auch die nochmalige, leicht variierte Erzählung von Manthors und damit auch Aniels Vorgeschichte.
Es bleibt zu hoffen, dass sich hier noch etwas tut und dass Jolan sich irgendwann zu mehr entwickelt als einer jüngeren und blonden Kopie seines Vaters. Bis jetzt hat der Junge sich an keiner Stelle anders verhalten, als es Thorgal in der gleichen Situation auch getan hätte.
Fazit: Ein meisterhaft gezeichneter Band mit schwacher, vorhersehbarer Handlung. Hoffentlich wird der Autor bald mutiger.
Thorgal. Band 31: Der Schild des Thor. Text: Yves Sente. Zeichnungen: Grzegorz Rosinski. Album. Carlsen Comics, 2010. 48 Seiten, Euro 12.
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© Petra Hartmann

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