
Mark Brandis: Triton-Passage

Ein verunglücktes Raumschiff, ein unberechenbares Schwarzes Loch und eine undisziplinierte Mannschaft: Mark Brandis muss im Abenteuer "Triton-Passage" zu einer umstrittenen Rettungsmission aufbrechen und erlebt eine Meuterei an Bord seines eigenen Schiffs.
Ein Raumschiff der VOR (Vereinigte Orientalische Republiken) ist jenseits der Neptun-Bahn verunglückt. Die Asiaten, die nicht gern das Gesicht verlieren, haben sich aufgrund der verzweifelten Situation dazu durchgerungen, bei der VEGA um Hilfe zu bitten. Viel zu spät, wie Fachleute sagen. Es wird schwer für VEGA-Chef John Harris, die kostspielige Rettungsmission zu rechtfertigen. Zumal die VEGA zwar noch regierungsunabhängig ist, doch in der EAAU (Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union) stehen die Zeichen auf Machtwechsel, und die Unabhängigkeit der Raumfahrt-Organisation ist in Gefahr.
Dennoch erhält Mark Brandis den Auftrag, die verschollenen Chinesen zu retten. Die Mannschaft, mit der er sich auf dieses Himmelfahrtskommando einlassen muss, ist, wie im zeitgleich erschienenen Band "Astropolis", eine fremde und darüber hinaus alles andere als vertrauenerweckend. Alkohol, Disziplinlosigkeit und ein gerütteltes Maß an Skepsis gegenüber dem neuen Commander gipfeln schließlich in einer Meuterei gegen Brandis. Und niemand an Bord will ihm glauben, dass dem Schiff Gefahr durch ein schwarzes Loch droht ...
Überzeugende Analyse einer Meuterei im Weltraum
Der Roman ist reich an Handlung und bietet ein spannendes Raumschiffabenteuer voller Gefahren und Action. Dennoch liegt der Schwerpunkt des Erzählers vor allem auf den Vorgängen an Bord und den Spannungen zwischen Mannschaft und Commander. Psychologisch sehr genau beobachtet der Autor, wie der Widerstand gegen Brandis wächst, wie aus anfänglichem Neid auf den erfolgreichen Harris-Zögling und Ärger darüber, plötzlich einen fremden Kommandanten vor die Nase gesetzt zu bekommen, langsam der Widerstand an Bord wächst. Nachlässigkeiten und Schlendrian an Bord kehren immer wieder zurück, sowie Brandis den Blick abwendet, eigenmächtige Übertretungen von Kommandos bringen Schiff und Crew in Gefahr, am Ende sieht sich Brandis mit einem Saufgelage konfrontiert, in dessen Verlauf er entmachtet und unter Arrest gestellt wird. Hinzu kommen die politischen Querelen auf der Erde, durch die John Harris die Absetzung als Direktor der VEGA droht. All dies ist sehr scharf beobachtet und realitätsnah geschildert und macht diese "Triton-Passage" zu einem echten Leckerbissen, der sich nach dem ersten "Anlesen" gar nicht wieder aus der Hand legen lässt.
Fazit: Ein faszinierendes Weltraumabenteuer mit überzeugenden Charakteren und sehr glaubwürdiger Konstruktion der Spannungen an Bord. Unbedingt empfehlenswert.
Mark Brandis: Triton-Passage. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2011. 166 S., Euro 12.
Weitere Besprechungen zu Mark-Brandis-Romanen:
Band 5: Vorstoß zum Uranus
Band 6: Die Vollstrecker
Band 11: Operation Sonnenfracht
Band 12: Alarm für die Erde
Band 13: Countdown für die Erde
Band 14: Kurier zum Mars
Band 15: Die lautlose Bombe
Band 16: Pilgrim 2000
Band 18: Sirius-Patrouille
Band 19: Astropolis
Band 20: Triton-Passage
Band 23: Vargo-Faktor
Band 24: Astronautensonne
Band 25: Planetaktion Z
© Petra Hartmann