MarburgCon 2013 - so war's
Am Wochenende hat es mich wieder einmal nach Marburg verschlagen. Der MarburgCon gehört schon seit Jahren zu meinem "Pflichtterminen". Und so machte ich mich auch dieses Mal zu einer menschenunwürdigen Uhrzeit (der Wecker klingelte um 5.30) auf den Weg in den sonnigen Süden. Wobei "sonnig" ... nun ja ;-) Der strömende Regen mochte zum Teil Schuld daran haben, dass ich erst kurz nach 10 Uhr eintraf, und wohl auch daran, dass sich dieses Jahr ein bisschen weniger Leute in des Bürgerhaus in Niederweimar verirrten als im Rekordjahr 2012.
Der Con ist klein, aber fein. Inzwischen treffen sich die Phantasten schon das dritte Jahr im Bürgerhaus neben der Agip-Tankstelle. Autoren, Verlage und andere Phantastik-Schaffende, Fans, Leser ... was will man mehr? Etwas Pech hatte ich als notorischer Spätanmelder, dass ich keine Lesung mehr bekam. So hatte ich mehr Zeit für meinen Infotisch (neben Nova und gegenüber von Mark Staats, der seine Kunstwerke unter dem genialen Namenszug "Staats-Kunst" präsentierte). Ich hatte "Das Serum des Doctor Nikola", die drei Movenna-Bücher und das Hörbuch zum "Fels der schwarzen Götter" aufgebaut, dazu das Drachenbuch und ein paar Handzettel, die über "Falkenblut" und "Die Schlagzeile" informierten.
Apokalypse mit kleinem Team
Die Apokalyptischen Schreiber traten diesmal in kleiner Besetzung an. Der Krieg musste aus gesundheitlichen Gründen absagen, der Tod erschien in Zivil, da die Kutte kaputt war ... Trotzdem war es ganz eindrucksvoll, die Fotosession von Hunger (Thomas Backus) und Pest (Volker Ilse) schräg gegenüber am Stand des Verlags Torsten Low zu beobachten. Vor allem, als sich "Deutschlands jüngste Verlegerin", die zweieinhalbjährige Emily Low, empörte, als die beiden den verlagseigenen Totenschädel "Erwin" zweckentfremdeten.
Mahnungen und Einkäufe
Michael Buttler erinnerte mich daran, dass er immer noch auf ein Exposee von mir wartete (ja, wird bald geliefert, ich bin ehrlich zerknirscht). Notiz an mich: Hermann Schladt bekommt noch ein Märchen, nicht vergessen. Michael Schmidt ließ mich einen Blick auf "Zwielicht 3" werfen (sehr schön, ich muss mir langsam wirklich einen eBook-Reader anschaffen ...), und Erik Schreiber habe ich vermutlich an den Rand der Verzweiflung gebracht, als ich seine "Wolfsmärchen" versehentlich als "Rotkäppchenbuch" bezeichete und mich dann nach einer wortreichen Entschuldigung zu einem "Rotkehlchenbuch" verstieg. Die "Wolfsmärchen" nahm ich mit nach Hause und bin schon sehr gespannt darauf. Außerdem erstand ich die Anthologie "Tarot" aus dem Verlag Torsten Low, und beim Geisterspiegel die Anthologie "Dark Crime".
Preisregen für "Schock!"
Bei der anschließenden Verleihung des Vincent Preises waren die großen Abräumer Markus K. Korb mit "Schock!" (schönstes Buch, beste Kurzgeschichte, zweitbeste Sammlung und zweitbeste Grafik; "Schock!" steht jetzt auf meiner Wunschliste) und der Luzifer-Verlag (allein drei von fünf Nominierungen in der Kategorie "bester deutschsprachiger Roman und ein toller zweiter Platz für Rona Walter hinter Kai Meyer für "Kaltgeschminkt"). Die vollständige Siegerliste findet ihr hier: http://vincent-preis...eis-2012-1.html
44 "haarige Geschichten" beim Marburg-Award
Einen Rekord gab es beim anschließend verliehenen Marburg Award: 44 Teilnehmer hatten Beiträge zum Thema "Haarige Geschichten" eingeschickt. Schon die 23 Beiträge, die im vergangenen Jahr zum Thema "Mythenpunk" eingegangen waren, stellten ja einen kleinen Rekord dar ... Wegen der ungeheuren Masse gab es diesmal leider kein Buch zum Award, der Verein will sich noch Gedanken machen, in welcher Form er die eingereichten Geschichten präsentiert.
Angesichts der ungeheuren Zahl stellte ich mich auf eine extrem lange Verleihung ein. Aber diesmal gab es keine langen Inhaltsangaben aller oder der 20 besten Geschichten, die Verleihung fiel sehr kurz und kurzweilig aus. Die Gewinner sind:
1. Platz: "Gorgoneion" von Bastian Brinkmann
2. Platz: "Im Tode sind wir alle gleich" von Fritz Grebner
3. Platz: "Der Friseur" von Sönke Hansen
Die Siegergeschichte hätte ich sehr gern gehört. Leider las Bastian Brinkmann sie erst am Sonntagmorgen beim Brunch vor. Ich fuhr kurz nach der Preisverleihung nach Hause - wie jedes Jahr mit dem festen Vorsatz, das nächste Mal zwei Tage zu bleiben. Der Weg nach Marburg ist gepflastert mit guten Vorsätzen ...
© Petra Hartmann

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