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PetraHartmann



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Jahresrückblick Teil III: Juli bis September 2020

Geschrieben von Petra , in Jahresrückblick 30 Dezember 2020 · 1.027 Aufrufe
Jahresrückblick

Lese-Rückblick auf das dritte Quartal 2020. In diesem Sommer habe ich recht wenig gelesen. Dafür ist mit drei rotmarkierten Titeln auf dieser Liste die Zahl der Bücher, von denen ich euch ausdrücklich abraten möchte, diesmal besonders hoch. Ebenfalls auffallend hoch ist der Anteil an Hörbüchern. Der Rest ist erneut eine Mischung aus Phantastik, Haskala-Literatur, Antike, etwas Lyrik, dazu ein Thriller, Kinderbücher und Goslarisches. Schaut einfach mal rein, ob etwas für euch dabei ist ...

 

 

Hinweis:
Etwaige blau markierte Texte sind herausragende Spitzenbücher, rot steht für absoluten Mist, ein (e) hinter dem Titel bedeutet, dass ich den betreffenden Text in der eBook-Version gelesen habe, und hinter den Links verbergen sich ausführlichere Besprechungen innerhalb dieses Blogs.

 

 

Juli

 

Philo of Alexandria: Flaccus
Eine englische Übersetzung des Textes. Die Schrift entstand zu der Zeit, als Philo Leiter einer Gesandtschaft aus Alexandria nach Rom war und sich bei Kaiser Caligula über judenfeindliche Ausschreitungen beschweren wollte bzw. um den Schutz des Kaisers für die jüdische Gemeinde ersuchte. Flaccus war Chef der Gegen-Delegation, und in dieser Schrift stellt Philo seinen Gegner näher vor.
Der Text ist eines der On-demand-Produkte, von denen ich einige hier schon übelst verrissen habe. Diese Textfassung aber ist absolut in Ordnung, die Buchstaben sauber umgewandelt, alles sehr lesbar. Das Büchlein ist sehr dünn, der Preis etwas höher als für ein vergleichbares "normales" Buch, aber ebenfalls in Ordnung. Etwas schade finde ich, dass absolut keine bibliografischen Angaben gemacht werden. Aus dem Buch geht weder hervor, welche Ausgabe die Quelle war, noch erfährt man den Namen des Übersetzers. Zitierfähig ist es also nicht. Aber besser als nichts.

 

Günter Abramowski: das leichte ist im schweren

 

Ina Frodermann: Die jüdische Aufklärung in Preußen. Im Spiegel der Berlinischen Monatsschrift 1783-1796
Ich gestehe, ich war etwas schockiert, als ich das Buch aus dem Briefkasten fischte. Ich hatte beim Bestellen nicht auf die Seitenzahl geachtet und sah nun, dass ich ein weniger als 100 Seiten umfassendes, on demand produziertes Taschenbuch zum Preis von 49 Euro erworben habe. Und nicht mal ein besonders innovatives, wegweisendes wissenschaftliches Werk, sondern offenbar eine studentische Abschlussarbeit.

Ich möchte die Verfasserin nicht diskreditieren. Sie hat sorgfältig ihr Thema abgearbeitet, ein bisschen schulmäßig zwar, aber ich bin sicher, dass sie dafür eine gute Note bekommen hat. Trotzdem: Die zweibändige, gebundene Ausgabe der Schrift über die "bürgerliche Verbesserung der Juden" von Christian von Dohm (siehe meinen Rückblick aufs zweite Quartal) mit insgesamt 640 Seiten und vorbildlichen Beigaben kostet nur 44,95 Euro. Das mal zum Vergleich.
Beim Googeln nach dem Verlag, dem VDM Verlag Dr. Müller, stieß ich auf den Artikel "Die akademische Müllhalde" in der Zeit. Der erklärt vieles.
Also, kurz zum Inhalt: Das Buch widmet sich der Haskala, der jüdischen Aufklärung, und zwar soll es besonders um die Haskala im Spiegel der Berlinischen Monatsschrift gehen. Die Autorin betrachtet dabei ausgewählte Artikel der Maskilim, der jüdischen Aufklärer. Mehr als eine Auswahl war sicher durch das zur Verfügung stehende Zeitfenster nicht möglich, eine Komplettanalyse erst recht nicht. Das ist in Ordnung. Weniger gefallen hat mir beim Lesen, dass ungefähr die Hälfte des Buches für Erklärungen der Vorgeschichte und der Grundlagen verwandt wird. Eher schulmäßig, das schrieb ich ja schon. Die Autorin referiert die Debatte über Dohms Schrift zur "bürgerlichen Verbesserung" und stellt andere Versuche zur Emanzipation der Juden vor, sie erläutert die Problematik der Judeneide und gibt kurz den Inhalt von Moses Mendelssohns Werk "Jerusalem" wieder. Sie stellt die Diskussion zwischen Mendelssohn und Michaelis dar und erklärt ausführlich, was Haskala eigentlich bedeuet. Außerdem referiert sie biografische Daten Mendelssohns, erzählt etwas über seine Bedeutung und über seine Positionen, über seine Freundschaft mit Lessing, sein Wirken, sein zweites großes Werk, den "Phädon".
So bleibt für das eigentliche Thema relativ wenig Platz. Im zweiten Teil widmet sie sich dann einigen wichtigen Texten jüdischer Aufklärer in der Berlinischen Monatsschrift. Dabei fokussiert sie sich auf Moses Mendelssohn, Salomon Maimon und Lazarus Bendavid sowie David Friedländer. Betrachtet werden Mendelssohns "Beantwortung der Frage: Was heißt aufklären?", David Friedländers "Rabbinische Parabel" und Texte zu Kant von Maimon und Bendavid. Weitere Themen sind die Debatte um die frühe Beerdigung bei Juden und ein Vorschlag, das Purimspiel abzuschaffen. Außerdem geht es um die Modernisierung des Schulwesens und die Gründung der jüdischen Freischule.
Sehr spannend fand ich den Vergleich zwischen jüdischem Außendiskurs und den innerjüdischen Debatten. Frodermann zieht in ihrer Schlussbetrachtung das Fazit, dass die Maskilim für die kontroverseren innerjüdischen Debatten nicht die Berlinische Monatsschrift als Podium wählten, sondern beispielsweise die hebräische Zeitschrift Hame'assef. Hier gab es durch die hebräische Sprache einen gewissen Schutzraum, und man konnte wirklich "unter sich" diskutieren. In der Monatsschrift dagegen diskutierten die Maskilim zum einen Themen der klassischen Spätaufklärung, mit denen sich auch christliche Aufklärer befassten, zum anderen versuchten die Maskilim dort, Verständnis für die jüdische Sondersituation zu finden und um Verbündete gegen antijüdische Angriffe zu werben.
Nochmal: Keine schlechte Arbeit, aber eben ein studentischer Text zu einem völlig überzogenen Preis.

 

Katharina Richmond: Die Entwicklung der jüdischen Erziehung während der Haskala
Und gleich noch ein zweites Mal reingefallen. Gleicher Bestellvorgang, anderer Verlag. Grin arbeitet nach demselben Prinzip wie der VDM Verlag Dr. Müller und veröffentlicht studentische Arbeiten zu horrenden Preisen. Dies Büchlein hat 10 Seiten, davon sieben Seiten Text. Kostenpunkt: 9,99 Euro. Der Studentin, die dieses Referat verfasst und auch ordentlich zitiert und viel Sekundärliteratur benutzt hat, gönne ich die Tantiemen von Herzen, aber geärgert habe ich mich doch. Und auf Grin werde ich nie wieder reinfallen.

 

Paul Wendland: Die philosophischen Quellen des Philo von Alexandria in seiner Schrift über die Vorsehung. Berlin, 1892. (Reprint Forgotten Books 2018.)
Rechtefreier Text aus der Public Domain, den Scan erhielt der Verlag für umme und warf ihn dann als Book on demand auf den Markt.
Dieser Nachdruck ist ein absoluter Reinfall. Offenbar wurde das Original falsch eingescannt oder die Druckvorlage schlecht formatiert. Jedenfalls fehlen auf jeder rechten Seite rund zwei Zentimeter vom Zeilenende, sodass nur die linken Seiten problemlos lesbar sind. Ich habe das Buch leider ziemlich lange auf meinem SUB liegen lassen, bevor ich es aufschlug, und da war es für einen Umtausch zu spät. Also: Finger weg davon. Ich hole mir mal irgendwann das Original in der Landesbibliothek, wenn Corona vorbei ist ...

 

Reimer Boy Eilers: Die Schiffbrüchigen von Tumbatu

 

 

August

 

Arno Herzig, Hans Otto Horch, Robert Hütte (Hrsg.): Judentum und Aufklärung
Eine sehr vielseitige und interessante Aufsatzsammlung, die ich mit viel Gewinn gelesen habe. Vor allem, da auch einige Themen enthalten sind, die ich bislang gar nicht auf dem Schirm hatte. Spannend fand ich den Aufsatz über den Dialog zwischen jüdischen Ärzten und Rabbinern über das Thema Beschneidung, in dem zwei Gruppen, die beide hohe Kompetenz und Autorität mitbrachten, miteinander ins Gespräch kamen. Ebenfalls interessant die Diskussion um verschiedene Architekturstile beim Bau von Synagogen, entweder stark an christlichen Bauten orientiert oder eben ganz bewusst als an den Orient erinnernder Gegenentwurf. Man erfährt etwas über die Rolle des Lehrers als Verfasser und Akteur der Ghetto-Literatur, über Hofjuden als Vorreiter und Wegbereiter, die durch ihre Kontakte und ihren Einfluss viel bewegen konnten. Außerdem etwas über die jüdische Freischule in Berlin und ihre Programmschriften, über eine Huldigungsrede an den Preußenkönig und über israelitische Kreisversammlungen in Bayern. War spannend und las sich sehr flüssig, viel gelernt.

 

Hans-Joachim Pülm: Ruß oder Hohlwanges Sicht der Dinge
Ein Krimi, verfasst von einem ehemaligen Goslarer. Es geht um einen Schornsteinfegerlehrling, der ein Verbrechen beobachtet. Eine Buchvorstellung von mir gibts in der Goslarschen Zeitung. Wer den Text lesen mag, findet ihn hier (hinter der Bezahlschranke):
https://www.goslarsc...id,1522115.html

 

Aufgeben ist keine Option! Die Storys zum Marburg-Award 2020
Woher wusste der Marburger Verein für Phantastik nur, dass wir in diesem Jahr wirklich jede positive Geschichte brauchen, die wir kriegen können? Die Ausschreibung zum Marburg-Award 2020 war ein Aufruf zum Schreiben von phantastischen Storys der mir noch völlig unbekannten Genres Solar Punk, Hope Punk oder Noble Bright. Gesucht waren optimistische Beiträge, die Mut machen und positiv in die Zukunft blicken. Herausgekommen ist eine sehr lesenswerte Anthologie mit spannenden Geschichten. Allerdings, das muss ich auch zugeben, Literatur scheint mir doch etwas eher auf das schlechte Ende, das großartige Scheitern ausgelegt zu sein. Irgendwie fehlte mir dann doch die Tragik. Trotzdem: ein guter Ansatz, sehr spannend.

 

Antonia Michaelis: Wind und der geheime Sommer
Ein zauberhaftes Buch, sowohl die Geschichte als auch die Illustrationen. Wind, die Titelheldin, ist ein seltsames Mädchen, das allein auf einem wilden Gelände hinter einem Bauzaun lebt und Geige spielt. Und: Wind kann zaubern. Oder jedenfalls so lebendig erzählen, dass all die abenteuerlichen Landschaften, die sie ihren Freunden beschreibt, wirklich und wahrhaftig spürbar werden. Afrikanische Savannen, Weltmeere, ein geheimnisvoller Cenote - eine überflutete Höhle im Urwald - oder ein Tempel südamerikanischer Indianer, die Kinder stürzen von einem Abenteuer in ein anderes, eines spannender und zauberhafter als das vorherige.
Aber: Winds Zauberzeit ist begrenzt. Wenn die Sommerferien zu Ende sind, ist alles aus, sagt sie. Ob sie sterben wird oder nur wegziehen? Ihre Freunde wissen es nicht, aber vor allem für John-Marlon ist die Vorstellung beängstigend. Wer verstreut die sonderbaren Blütenblätter in Winds Welt und dringt sogar in ihr Baumhaus vor? Die dunklen Gestalten, die manchmal auf dem Gelände auftauchen, sind jedenfalls keine Abenteuer-Figuren aus Winds Märchen.
Liebenswürdig, melancholisch, zauberhaft, ein echter Michaelis eben.

 

 

September

 

Linda Budinger: Der siebte Schrei (e)
Packender Thriller um einen Serienmörder, der kleine Jungen entführt und zu Tode quält. Sechsmal hat der Mann bereits zugeschlagen. Fünf Jungen starben. Der sechste konnte entkommen. Aber der sechste Junge ist stumm, er war es schon vor der Entführung, und nun ist er verstört und traumatisiert, sodass seine Aussagen bei der Suche nicht sehr hilfreich sind. Dann wird ein siebter Junge entführt. Für die Polizei beginnt ein Rennen gegen die Zeit. Ist der siebte Junge noch am Leben, und kann er gerettet werden? Ein FBI-Agent versucht noch einmal, mit dem entkommenen Jungen ins Gespräch zu kommen - in der Hoffnung, doch noch Informationen über den Täter zu erhalten.
Linda Budinger versteht viel von Psychologie und Charakterzeichnung. Die Begegnung und die Gespräche zwischen dem neunjährigen Steve Wells und dem Special Agent Deacon Hamilton sind unglaublich intensiv und berührend. Ja, es ist ein Thriller, Gewalt und Action gehören auf jeden Fall mit dazu bei diesem Fall und diesen Ermittlungen, und es sind ausgesprochen harte Szenen dabei. Linda Budinger kann das sehr gut. Aber das, was diesen Roman vor allem ausmacht, was die Geschichte wirklich unter die Haut gehen lässt, das ist die Spannung, die entsteht, wenn die unterschiedlichen Personen aufeinandertreffen. Wenn Hamilton versucht, in die stumme Welt Steves vorzudringen. Wenn ein tumber, karrieregeiler Kollege Steve "hart rannimmt", um die Ermittlungen zu beschleunigen, der daraufhin wieder vollkommen blockiert. Wenn Steve bei seiner Pferdetherapie langsam wieder zu sich zurückfindet, Rückfälle erlebt, neues Vertrauen fasst. Und wenn der gestörte Mörder sich seiner besonderen Liebe mit Hingabe widmet.
Langsam fügt sich ein Puzzleteil zum anderen. Und endlich erkennt Deacon etwas Ungeheuerliches: Steve entkam dem Mörder nicht trotz seiner Behinderung, sondern gerade weil er stumm ist ...
Beeindruckend.
Eine Kleinigkeit am Rande: Ein bisschen schmunzeln musste ich, als die Autorin einen klassischen Lapsus deutschsprachiger Schriftsteller machte, die ihre Geschichten im englischsprachigen Raum spielen lassen: Deacon und Steves Reitlehrerin Marina River kommen einander durch ihren gemeinsamen Kampf für den Jungen so nahe, dass sie irgendwann offiziell ins "vertrauliche Du" wechseln. Dann steht einer intensiveren Beziehung ja nichts mehr im Wege ...

 

Hans Baumann: Orpheus
Sehr schön illustriertes Kinderbuch, das inzwischen 30 Jahre alt ist. Ich habe es auf Amazon Marketplace gefunden, und da ich Baumanns Kinder- und Jugendbücher sehr schätze, habe ich natürlich zugegriffen. Da es sich um ein Bilderbuch handelt, wird keinen wundern, dass das dramatische Finale der Orpheus-Sage ausbleibt. Der Mann wird nicht am Ende von schwärmenden Mänaden zerrissen. Er sitzt am Ende traurig da, als er seine geliebte Eurydike ein zweites Mal verloren hat, doch dann kommt ein Hirte, der den wundersamen Sänger um Hilfe bittet: Ein furchtbarer Löwe bedrohe sein Dorf, erzählt er. Und Orpheus steht auf, nimmt seine Leier und folgt dem Hirten, um den Löwen zu zähmen.
Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mannes, der ein wenig anders als die anderen ist. Verstoßen von seinem Vater, weil er nicht Bogenschießen, sondern die Leier spielen will. Ein Mann, der die wilden Tiere mit seinem Leierspiel zähmt, von einer jungen Taube begleitet wird und einen Löwen als Freund gewinnt. Als Teilnehmer des Argonautenzugs tut sich Orpheus besonders hervor. Seine Musik gibt den ermatteten Ruderern neue Kraft, weckt den Wind, stillt Stürme, teilt einen Fluss.
Es ist seine Taube die den Flug zwischen den zusammenschlagenden Donnerfelsen hindurch wagt, dann bannt Orpheus die Felsen und lässt sie stillstehen, sodass die Argo sicher hindurchgleiten kann. Schließlich singt er sogar den Drachen in den Schlaf, der das Goldene Vlies bewacht. Ja, und dann die große Liebe, der Tod Eurydikes, der Weg durch die Unterwelt. Sehr schön. Solche Kinderbücher gibt es heute wohl nicht mehr ...

 

L. Frank Baum: OZ - The complete edition (e)
- Teil 1: The wonderful wizzard of Oz

Kostenloses eBook, das ich mir auf den Kindle geladen habe. Es enthält die komplette Oz-Serie, alle 14 Teile. Gebt zu, dass es so viele gibt, habt ihr nicht gewusst.
Teil 1 ist wahrscheinlich allerseits bekannt. Dorothy wird durch einen Tornado samt Farmhaus und Hund Toto ins wundersame Land Oz geweht, wird als Retterin betrachtet, da ihr Haus auf eine böse Hexe gefallen ist und diese erschlagen hat, und muss sich nun auf die Suche nach dem Zauberer von Oz machen, der sie vielleicht wieder nach Hause bringen kann. Unterwegs trifft sie eine Vogelscheuche, die sich selbst für strunzdumm hält und gern Verstand hätte, einen furchtsamen Löwen, der gern mutiger wäre, und einen Holzfäller aus Zinn, der sich ein Herz wünscht. Das große amerikanische Märchen. Und den Film kennt vermutlich auch jeder. Die Sprache fand ich sehr einfach, ich kam mit meinem Englisch gut durch und hatte keinerlei Probleme. Klar, ich wusste ja auch, worum es geht. Ab Folge drei gab es etwas mehr zu knabbern, aber das hört ihr dann im nächsten Quartal ...

 

 

Hörspiel/Hörbuch

 

Abenteuer & Wissen: Ludwig van Beethoven. Musik für eine bessere Welt
Das wird auch Zeit, dass ich im Beethovenjahr endlich mal dem Meister meine Reverenz erweise. Das Hörspiel stammt aus der Reihe "Abenteuer & Wissen", die ich in der Zeit, als die Hörspiele noch von Maja Nielsen stammten, sehr geliebt habe. Das hier ist, sagen wir, redlich. Es wird sehr redlich die Lebensgeschichte des Komponisten abgearbeitet, die Pflichtstationen werden besucht. Vom kleinen Jungen, der Eier stahl und nachts von seinem Vater mit Klavierunterricht gequält wurde, zum selbstbewussten Genie, das auch der kaiserlichen Kutsche in Teplitz nicht auswich: Goethe tritt zur Seite und verneigt sich, Beethoven bleibt stehen, und die Kaiserin muss ihm ausweichen ... Von der Formel "Mozarts Geist aus Haydns Händen" bis zum Heiligenstädter Testament, vom tauben Genie, das die neunte Sinfonie dirigiert und nach der Aufführung umgedreht werden muss, damit es den tosenden Beifall sehen kann. Alles da. Aber es fehlt einfach der Zauber. Und irgendwie kommen die Abgründe und die Dramatik nicht rüber. So bleibt es die Geschichte eines weitherzigen Menschenfreundes, die jemand in hölzerne Dialoge umgesetzt hat, damit Kinder sie auf eine vermeintlich kindgerechte Weise lernen sollen. Alles inhaltlich ganz okay, aber es hat einfach nicht das gewisse Etwas.

 

André Wiesler: Protektor - Monsterjäger mit Sockenschuss
Bingo - Volltreffer! Das war das absolut Genialste, was ich dieses Jahr gehört habe. Die Konstellation "Loser wird berufen, die Welt zu retten, und schafft es auch" ist zwar nicht neu, aber das, was André Wiesler daraus macht, ist einfach nur umwerfend.
Sein Held, Klaus Holger, Langzeitarbeitsloser, der schon lange die Kontrolle über sein Leben verloren hat, Zyniker und Pechvogel, ist vollkommen perplex, als die bildschöne Veronique ihn anspricht und abschleppen will. Und Veronique, altgediente Monsterjägerin schon aus Zeiten der Inquisition, ist genau so perplex, als sie kapiert, zu was für einem Volltrottel ihn ihre übersinnlichen Begleiter geführt haben. Dieser Idiot soll tatsächlich ihr Nachfolger sein und die Menschheit vor Dämonen und Teufeln retten?
Die Katastrophe nimmt ihren Lauf, als Klaus Holger das mächtige Protektorensiegel in die Handfläche eingebeizt bekommt. Und es wird auch nicht besser, als sich sein "Tierbegleiter" zu ihm gesellt. Jeder Protector hat ein seelenverwandtes Tier an seiner Seite, das ihn im Kampf gegen das Böse unterstützt. Veroniques animalischer Seelenfreund war ein stolzer Silberlöwe. Das Entsetzen ist groß, als vor Klaus Holgers Tür plötzlich eine Kuh auftaucht, die bei ihm einziehen will. Aber nützlich ist diese Kunigunde mit ihren großen treuen Augen und ihrem noch größeren Herzen allemal. Zum Beispiel, wenn man einen Rammbock braucht, um eine Tür zu aufzusprengen, hinter der der eigene Vater Messdiener bei einem satanischen Ritual ist und sich an einem Huhn vergeht.
Verdammt nochmal, warum habe ich dieses Hörbuch erst jetzt entdeckt. Kauft! Dieses! Hörbuch!

 

Abenteuer und Wissen: Alexander von Humboldt
(Nach dem Beethoven-Hörspiel stieß ich auf die "Kennenlernbox" der Reihe "Abenteuer und Wissen" und dachte mir, man kann es ja nochmal versuchen, auch ohne Maja Nielsen. Ich bekam also drei CDs: Alexander von Humboldt, Albert Einstein und Edmund Hilary. Das Angebot ist sehr günstig.)
Ich habe es ja eigentlich mehr mit Wilhelm von Humboldt, aber ab und zu bin ich doch auch mit seinem kleinen Bruder unterwegs. Das vorliegende Hörspiel beginnt mit einem abenteuerlichen beinahe-Schiffbruch auf dem Orinoco und blendet dann zurück und erzählt, wie der Wissenschaftler und Weltreisende dorthin kommen konnte. Los geht es mit der Kindheit in Tegel, wo die beiden Brüder von einem Hauslehrer erzogen werden, Wilhelm ist recht fleißig beim Lernen, Alexander träumt sich davon in die Welt. Doch bis er dahin kommt, fließt noch viel Wasser den Orinoco hinunter.
Gezeichnet wird das Bild eines Mannes, der sehr offen und wertschätzend auf seine Mitmenschen, auch auf Angehörige anderer Völker und Kulturen, zugeht, und ich denke, dass das der Zug ist, den das Hörspiel wirklich am besten eingefangen hat. Ein Europäer, der nicht als Eroberer in die neue Welt fährt, sondern ernsthaft am Gespräch interessiert ist, der von den dortigen Menschen lernen will und der auch an die Natur nicht mit dem Skalpell, sondern mit Bleistift und Skizzenbuch herangeht, Zusammenhänge begreift, Ökosysteme und Klimazonen erkennt und versteht.
Ein wenig gewurmt hat es mich, dass der Autor den großen Bruder Wilhelm so herablassend über den kleineren reden lässt. Naja, die beiden werden als Kinder schon so oder so ähnlich mit einander umgegangen sein. Letzten Endes sind beide aber ganz besondere Menschen geworden.
Übrigens, eine interessante Duplizität der Ereignisse: Im November habe ich ein Buch über Wilhelm von Humboldt gelesen, in dem erwähnt wird, dass er einmal beinahe ertrunken wäre, wenn ihn ein Freund nicht gerettet hätte. Hier im Hörspiel ist die Szene, als Alexander beinahe im Orinoco ertrunken wäre, wenn ihn sein Freund Bonpland nicht herausgefischt hätte, sehr eindrucksvoll dargestellt. So ist das wohl mit Geschwistern, vieles wiederholt sich ...

 

Abenteuer und Wissen: Albert Einstein
Ordentlich erzählte Lebensgeschichte eines genialen, etwas weltfremden Mannes, der Atome und die Lichtgeschwindigkeit verstand, aber es nicht auf die Reihe brachte, sein Haar ordentlich zu kämmen oder gleichfarbige Socken anzuziehen. Tragisch die Geschichte mit seiner ersten Ehefrau Milena, dem vorehelichen Kind und ihrer wohl deswegen verpatzten Prüfung. Sehr gut getroffen seine Ablehnung von Uniformen und Gleichdenkerei. Ein Mensch, der für Menschenwürde und humanistische Werte eintrat - und dann der große Sündenfall, als die Nazis immer stärker wurden und er dem amerikanischen Präsidenten zum Bau der Atombombe riet. Das Hörspiel ist lang und enthält viele Details. Aber es fehlt auch hier wieder das Berührende, der Haken, der hängen bleibt und unter die Haut geht. Es ist okay, nicht mehr und nicht weniger. Aber mir fehlt das Mehr.

 

Abenteuer und Wissen: Edmund Hillary
Geschichte der Erstbesteigung des Mount Everest. Und was davor war. Man erfährt einiges über Hillarys Jugend, seine furchtbaren Verbrennungen bei einem Bootsunfall, seine Frau und die Faszination des Bergsteigens. Und auch das ist ein wichtiger Faktor: Geld. Denn ein guter Freund und mindestens ebenso guter Bergsteiger aus Hillarys Team kann dem Ruf an den Everest einfach nicht folgen, weil ihm die nötige Kohle fehlt. Dann ist es tatsächlich so weit: Edmund Hillary und Tenzing Norgay machen sich auf zum höchsten Gipfel der Welt.
Interessant ist auf jeden Fall, dass die Hörspiel-Macher als Gesprächspartner Reinhold Messner gewinnen konnten, der an einigen Stellen die Situation Hillarys kommentiert und eigene Erfahrungen als Everest-Besteiger beisteuert.
Es ist nicht schlecht. Aber gerade hier ist der direkte Vergleich zu Maja Nielsens Hörspielen möglich: Kennt ihr das packende, unter die Haut gehende Hörspiel, das sie über die Everest-Expedition von George Mallory und die Suche nach seiner Leiche gemacht hat? Die Gänsehaut davon habe ich noch immer.

 

© Petra Hartmann

 

Weitere Jahresrückblicke:
Teil I: Januar bis März 2020
Teil II: April bis Juni 2020
Teil IV: Oktober und November 2020
Teil V: Dezember 2020




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Jahresrückblick II: April bis Juni 2020

Geschrieben von Petra , in Jahresrückblick 29 Dezember 2020 · 867 Aufrufe
Jahresrückblick

Willkommen zum zweiten Teil meines Jahres-Leserückblicks. Im zweiten Quartal 2020 habe ich den Spagat zwischen Karl May, Turnvater Jahn, Gertrude Stein und Don Juan versucht. Außerdem habe ich mich intensiv mit Christian von Dohm befasst, zu dessen 200. Todestag ich unbedingt einen Artikel schreiben musste. Dazu ein wenig Goslar-Literatur, Zeitreisen und Alternativ-Historie, Antike, Comics, erneut Haskala. Ach ja, und ich habe sehr viel über Aale gelernt.

 

Viel Spaß beim Lesen. Vielleicht ist ja etwas für euch dabei.

 

Hinweis:
Etwaige blau markierte Texte sind herausragende Spitzenbücher, rot steht für absoluten Mist, ein (e) hinter dem Titel bedeutet, dass ich den betreffenden Text in der eBook-Version gelesen habe, und hinter den Links verbergen sich ausführlichere Besprechungen innerhalb dieses Blogs.

 

April

 

Arno Schmidt: Sitara und der Weg dorthin
Hm. Arno Schmidts ironisch-sarkastische Abrechnung mit Karl May und dessen Werken stand schon seit Jahrzehnten auf meiner To-do-Liste. Eigentlich habe ich das Buch schon vor einigen Jahren aus der Bibliothek ausgeliehen, als ich einen Artikel über das Thema "Gegenerde" schrieb und dabei auch auf den Stern Sitara als Mays Gegenerde eingehen wollte. Ich stellte jedoch ziemlich schnell fest, dass es in Schmidts Buch um etwas ganz anderes ging, und verschob dann die Lektüre. Jetzt habe ich es mir antiquarisch besorgt und endlich gelesen.
Worum geht es? Arno Schmidt will Karl May, einen der Lieblings-Trivialschriftsteller der braven Deutschen, als Homosexuellen bloßstellen und nimmt sich dafür schwerpunktmäßig den Wildwestteil des May'schen Kosmos vor. Dabei befasst er sich mit Personenbeschreibungen - etwa der sehr liebevollen Beziehung zwischen Winnetou und Old Shatterhand, aber auch mit Männern in Frauenkleidern wie der Tante Droll und ähnlichem - sowie mit Wortuntersuchungen und mit Mays Landschaftsschilderungen.
Okay, die Winnetou-Old Shatterhand-Sache leuchtet tatsächlich ein, deckt sich auch mit meinen eigenen Leseerfahrungen. So zärtlich, wie dieser Ich-Erzähler den Apachen beschreibt, redet tatsächlich nur ein verliebtes Turteltäubchen, und Schmidt stellt eine ganze Menge Szenen zusammen, bei denen man sich des Gedankens nicht erwehren kann: Oha, ja klar, die haben Sex miteinander.
Etwas fragwürdig scheint mir Schmidts Methode beim sprachlichen Teil. Da werden seitenlang Zitatstellen angeführt, in denen der Verfasser alles kursiv gesetzt oder mit einem Ausrufungszeichen versehen hat, was irgendwie auf Wörter wie Anus oder Po oder Hintern hinweisen könnte. Wenn Winnetou "indianische" Kleidung trägt, zieht Schmidt die Silben als "in-di-anisch" auseinander. Alles was imposant oder imponierend erscheint, alles was empor steigt, wird von Schmidt als Hinweis auf Analsex aufgelistet. Männer, die hinter einander gehen oder gar reiten dito. Überhaupt: Reiten - da kann ja nur Geschlechtsverkehr gemeint sein. Verdammt, was sollen sie denn machen, wenn sie die Kiowas auskundschaften wollen? Sollen sie die U-Bahn nehmen?
U-Bahn?, würde Schmidt sofort nachfragen. Ist das nicht dieses längliche harte Ding, das in den dunklen Tunnel rein und wieder raus fährt? Schon mal überlegt, was eine U-Bahn für Sie bedeutet, Frau(!) Hart(!) Mann(!)?
Jedenfalls ist die Po-Wort-Sammlung sehr akribisch zusammengetragen. Wenn Schmidt etwas macht, dann macht er es gründlich. Ich glaube nicht, dass ihm im Gesamtwerk Mays irgend ein Hintern entgangen ist. Wenn ich mal viel Zeit habe und nichts Besseres zu tun weiß, führe ich mal eine ähnliche Analyse (Anal-yse) anhand des Telefonbuchs von Hannover durch und weise nach, dass die Telekom für'n Arsch ist.
Zur Höchstform läuft Schmidt aber auf, wenn er May beim Malen homoerotischer, analfixierter Landschaften beschreibt beziehungsweise erwischt. Jeder Doppelberg ist ein Hintern, jeder Taleinschnitt die Pofalte, jedes stinkende Wasserloch oder dünne Rinnsal darin ... ach, das brauche ich nicht weiter auszuführen. Jeder Kaktus oder Solitärbaum ist natürlich ein Phallus, jeder Busch oder Wald steht für Schambehaarung. Ein Becken, eine Oase im Kaktusfeld, naja, mir fällt absolut kein in der Natur vorkommendes Phänomen ein, das Schmidt nicht sexuell interpretieren kann. Was hätte er wohl aus meinen movennischen Landschaften gemacht, aus dem Lilienmeer oder dem Schottergebirge?
Das Ganze erinnert an das lückenlose Wahnsystem eines Paranoikers. Wobei Schmidt seinem Autor zugute hält, dass dieser vermutlich diese Landschaftsbilder "unbewusst" entsprechend seiner Neigung gemalt hat. Nicht ganz klar war mir allerdings, was Schmidt - bewusst oder unbewusst - in dieses Wahnsystem hineingetrieben hat. Hat er es nicht gemerkt? Jedenfalls ist es eine enorme Fleißarbeit. Den Gesamt-May durchzukauen und alle Stellen zu unterstreichen, an denen die Silbe "po" vorkommt, das deutet schon auf eine gewisse Fixiertheit hin.
Fazit: Sehr interessant, aber auch ziemlich irre.

 

Peter Hacks: Ascher gegen Jahn. Ein Freiheitskrieg
Dieses Buch ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Zum einen natürlich wegen des Inhalts, zum anderen aber wegen der Ausstattung. Denn der Essay, in dem Hacks sich mit Ascher auseinandergesetzt hat, kommt nicht als einsames kleines Büchlein daher, sondern als Teil einer Dreierbox. Zusammen mit dem Buch von Hacks befinden sich in dem Schuber ein Buch mit vier Schriften von Ascher und ein Buch mit Jahns Schrift über das "Deutsche Volkstum" (beide siehe unten). Es handelt sich um drei Hardcover-Bände mit Schutzumschlägen in unterschiedlichen Farben. Aschers vier Schriften und Jahns "Volkstum" sind Hacks Essay sozusagen als Dokumente mit beigegeben, sodass man den Konflikt, den Hacks schildert, anschließend an den Originaltexten nachvollziehen kann.
Der Essay selbst kommt sehr leichtfüßig und elegant daher, lässt sich gut und flüssig lesen, stellt mit Ascher einen Mann vor, der relativ unbekannt und inzwischen fast völlig vergessen ist, und macht durch seine spannende Darstellung durchaus Lust, sich wieder mehr mit Ascher zu befassen.
Hacks geht aus von den beiden Dingen, die heute einem gebildeten Menschen noch über Ascher im Gedächtnis sein könnten. Das ist zum einen der Abschnitt in Heines "Harzreise", in der Ascher als Vernunft-Doktor überzeichnet dargestellt wird und dem Reisenden in einem Alptraum als Gespenst erscheint, das ihm gleichzeitig äußerst vernünftig und im Sinne der Aufklärung darlegt, dass es keine Gespenster gibt. Die andere Erinnerung, die heute noch mit Ascher verbunden ist, ist die Bücherverbrennung auf dem Wartburg-Fest, bei der Aschers Schriften verbrannt wurden. (Siehe auch meinen Eintrag im 4. Quartal 2019, als ich begann, Ascher wiederzuentdecken.)
Hacks analysiert, warum die Wartburg-Leute einen solchen Hass auf Ascher hatten, und legt die Konflikt-Linien offen. Vor allem war es die Auseinandersetzung mit Fichte, die Ascher auf die schwarze Liste der deutschtümelnden Burschenschafter brachte. Ascher hatte Fichte wegen dessen offen antisemitischer Haltung scharf angegriffen, vor allem in seiner Schrift "Eisenmenger der Zweite". Aber auch seine "Germanomanie", mit der Ascher gegen die immer einflussreicher werdenden Nationalisten und ihre Juden- und Franzosenfeindschaft zu Felde zog, erregte den Zorn der Burschenschafter, was zur Verbrennung der Schrift führte.
Allerdings legt Hacks auch dar, dass der tumbe Turnvater Jahn wohl eher ausführendes Organ war, als er Aschers Schrift ins Feuer warf. Die eigentlichen Drahtzieher im Hintergrund waren demnach Fichte und seine akademischen Verbündeten.
Ein sehr schöner, gediegener, sprachlich und inhaltlich gelungener und lehrreicher Essay. Einen halben Punkt Abzug gibt es für die fehlenden Fußnoten. Aber man kann sich zumindest bei den Ascher-Zitaten die betreffenden Stellen ja selbst raussuchen.

 

Saul Ascher: 4 Flugschriften
- Eisenmenger der Zweite
- Napoleon
- Die Germanomanie
- Das Wartburgfest

Ich hatte bei der Vorstellung der anderen Ascher-Ausgabe im vorigen Quartal ja schon mein Befremden darüber geäußert, dass darin die "Germanomanie" nicht enthalten war. Der Grund scheint zu sein, dass es auf dem Markt damals schon eine Ascher-Ausgabe gab, die diese Germanomanie enthielt, nämlich dieses Buch mit dem Titel "4 Flugschriften". Germanomanie und Wartburgfest hatte ich vor Urzeiten in der Uni schon gelesen. Ich hatte mich damals in meiner mündlichen Magisterprüfung in Politikwissenschaft über das Hambacher Fest prüfen lassen und mich bei der Vorbereitung auch mit dem "anderen" politischen Fest befasst. So war mir Aschers Schrift auf den Schreibtisch gekommen, und ich las die Germanomanie gleich mit, beide gab es als Kopiervorlagen in der alten Germanisten-Bibliothek. Lange her.
Von den vier Schriften in diesem Buch sind drei vor dem Wartburgfest entstanden. Die vierte ist Aschers Reaktion auf die Bücherverbrennung. Die ersten drei sind der Grund, dass Ascher ins Visir der Germanomanen geriet.
Eine positive Darstellung Napoleons, verbunden mit dem Untertitel "Über den Fortschritt der Regierung", konnte natürlich den Franzosenfeinden nicht gefallen. Ascher betrachtet Napoleon als den Vollender der Aufklärung, ein Gedanke, der sich ähnlich auch bei Heinrich Heine wiederfindet, wenn er in der "Romantischen Schule" die Aufklärung als den "Traum von der Französischen Revolution" bezeichnet. Vor allem aber mussten die anderen beiden Schriften provozierend auf die Wartburger und die Köpfe dahinter gewirkt haben. In "Eisenmenger der Zweite" greift Ascher Fichte an. Der Titel geht zurück auf Johann Andreas Eisenmenger (1654 bis 1705), den Begründer/Wegbereiter des neuzeitlichen Antisemitismus. Eisenmenger hatte in seiner Schrift "Entdecktes Judentum" übelste Stereotype und antijüdische Behauptungen zusammengetragen und gewissermaßen eine Bibel der Pogrom-Veranstalter erstellt. Die Geschichten über Brunnenvergiftungen und Ritualmorde hatten fatale Folgen für die Juden, das Buch war quasi so eine Art "Hexen-Hammer" der Antisemiten. Nun erinnert Ascher an diesen Menschen und stellt Fichte als dessen Nachfolger vor. Die "Germanomanie" schließlich greift die Nationalisten an, die mit dem Rassebegriff operieren und wert auf ihre deutsche - besonders: nicht jüdische - Abstammung legen. Gegner ist unter anderem die "Christlich-Deutsche Tischgesellschaft", deren Mitglied nur jemand werden konnte, der nicht von einem Juden abstammte. (Mitglieder waren unter anderem Achim von Arnim, Clemens Brentano, Clausewitz, Savigny und eben Fichte). Mitglieder der Gesellschaft hatten einige üble Schmähungen gegen Juden, erst in Tischreden und dann in Schriften, von sich gegeben. Und da es nicht nur ein paar spintisierende Sonderlinge waren, sondern Vordenker der Romantik und der Burschenschaften, waren diese Leute ziemlich gefährlich. Das gefährlichste von allem war, dass in dieser Zeit und in diesen Kreisen Judentum nicht mehr religiös, sondern rassisch definiert wurde. Bis zu dieser Zeit war, bei aller Verfolgung, der Notausgang der Taufe immer noch möglich. Wir kennen die Folgen der Ideologie, die hier ihren Anfang nahm. Ascher schreibt gegen die Germanomanen an, gegen Jahn, Rüh, Fichte, Arndt. Und er wünscht sich sogar, dass deren Schriften gegebenenfalls zensiert und aus dem Verkehr gezogen werden. Wobei Ascher als Kind der Aufklärung und Vernunftoptimist immer noch glaubt, dass sich die Vernunft gegen die dumpfen völkischen Kreise durchsetzen wird.
"Die Wartburgs-Feier" schließlich ist eine Schrift der Ernüchterung. Ascher ist sehr betroffen angesichts der Verbrennung seiner "Germanomanie". Ja, es habe wohl so kommen müssen, dass diese nationalistischen Kreise erstarken, meint er. Er meint auch, dass dies auf Napoleon und eine Art notwendigen Gegendruck zurückzuführen ist. Dass Hass gegen alle Ausländer nach Meinung der Wartburger die erste Tugend der Deutschen sein soll, missfällt dem Verfechter eines weltoffenen und vernunftgeleiteten Kosmopolitismus zutiefst. Ascher, ganz Soziologe, versucht, das Phänomen zu analysieren. Dass er selbst tief betroffen ist, verschweigt er nicht. Ein bisschen resigniert ist er. Ganz hat er die Hoffnung jedoch nicht aufgegeben. Seine Hoffnung ist auch in der Spaltung der Religionen begründet, er hofft auf einen neuen Geist der Duldung und einen Weltbürgersinn ...
Die Ausgabe ist handlich, die vier Texte passend zum Gesamt-Thema gut ausgewählt und Aschers Argumentation ist durchaus spannend und interessant. Etwas schade ist, dass der Leser wirklich nur den nackten Text erhält. Eine kurze Einführung zu den jeweiligen Texten wäre schön gewesen, ein Kommentarteil erst recht.

 

Friedrich Ludwig Jahn: Deutsches Volkstum
Ziemlich anstrengendes, schwerlötiges Buch, das dickste in der Dreierkassette und auch das, das mir am wenigsten Spaß beim Lesen gemacht hat. Turnvater Jahn legt dar, was ein Volk ist, wer alles dazu gehört und wer nicht, stellt ein Konzept für Schulbildung auf und für die Wehrertüchtigung. Das Ganze in einer bewusst "deutschen" Sprache, fremdwortvermeidend, urwortsuchend. Ein Vielvölkerstaat ist ihm beispielsweise ein "Völkermang".
In seiner Ablehnung der altdeutschen Ständegesellschaft und seiner Forderung allgemeiner Bürgerrechte mutet er durchaus modern an. Die deutsche Einheit haben in Zeiten, als Deutschland aus mehr als drei Dutzend Staaten bestand, auch Heinrich Heine und Hoffmann von Fallersleben erträumt. Auch seine Vorschläge, das Schulwesen zu reformieren, sind, obwohl sie weder mit Herder noch mit Humboldt mithalten können, durchaus interessant. Aufstiegschancen für Menschen auch aus weniger begüterten Familien sind eine sehr sympathische Forderung. Aber dieser Nationalismus und Hass auf alles "Fremde", auf "Blendlingsvölker", der Antisemitismus und das Hochjubeln des deutschen Volks liest sich ziemlich eklig.
Gefehlt haben mir, wie auch bei Ascher, ein Kommentarteil und/oder Fußnoten, auch eine Bibliografie wäre nett gewesen. Und was mir nach der Lektüre des Hacks-Essays immer wieder im Kopf herumgegangen ist: Wenn Jahn gar nicht der Haupt-Akteur war, sondern nur ein ausführendes Organ Fichtes, warum ist dann Jahns Buch in diesen Dreier-Schuber eingegangen und nicht die Fichte-Texte, von denen Ascher sich herausgefordert fühlte?

 

Gerhard Becker: Menschen wie du und ich!
Berufliche Lektüre. Der Verfasser stammt aus Hahndorf bei Goslar. Ich habe seinen Lyrikband gelesen und anschließend einen Artikel darüber verfasst. Wer mag, kann ihn hier lesen, allerdings hinter der Bezahlschranke:
https://www.goslarsc...id,1505988.html

 

Christian Wilhelm von Dohm: Über die bürgerliche Verbesserung der Juden, 2 Bde.
Grundlegende Schrift und unverzichtbar für jeden, der sich mit der Geschichte der Haskala und der Emanzipation der Juden beschäftigt.
Dohms Argumentation für die Verleihung der Bürgerrechte an Juden erschien im Jahr 1781. Ein zweiter Teil, in dem er sich mit den Einwänden gegen sein Buch auseinandersetzt, kam 1783 heraus, dazu erschien auch eine überarbeitete Zweitauflage. Dohm argumentiert in dieser Schrift zwar als Aufklärer, Humanist und Menschenfreund, obendrein als guter Freund Moses Mendelssohns, der ihn zu dieser Schrift angeregt hatte, aber das Interessante an seinem Plädoyer für eine rechtliche Gleichstellung der Juden ist, dass der Verfasser, als hochrangiger preußischer Beamter und Diplomat, sehr deutlich sagt, welchen konkreten Nutzen ein Staat, in diesem Fall Preußen, davon hätte, den Juden Bürgerrechte zu verleihen.
Dohm stellt klar, welch ein Wirtschaftsfaktor freie, gleichberechtigte Juden werden können, wenn sie nur erst zu allen Berufen zugelassen werden. Gerade im Handwerk sieht er ein großes Potential. Er könnte sich aber auch vorstellen, dass Juden in wüst gewordenen Gegenden Landwirtschaft betreiben. Bis dahin gab es nur wenige Tätigkeiten, die Juden überhaupt gestattet waren, hauptsächlich Handel und Geldverleih - und das nicht unbedingt zum Besten ihres Charakters, wie Dohm klarstellt: Wer gegen eine rechtliche Gleichstellung das Argument ins Feld führe, Juden seien krimineller als Christen, der möge sich doch bitte vor Augen führen, dass Juden nicht von Natur aus kriminell seien, sondern erst durch Berufe wie Geldverleih und Handel moralisch abgesunken seien. Ein interessanter Gedankengang, der ein bezeichnendes Licht auf Dohms Meinung über Kaufleute wirft. Er hielt offenbar auch christliche Kaufleute für nicht ganz koscher.
Exkurs: Interessant dazu dürfte auch der Vergleich mit den Schriften David Friedländers sein. Der jüdische Kaufmann war Schüler Moses Mendelssohns und gehörte zur etwas jüngeren Generation der Maskilim, der jüdischen Aufklärer. Friedländer hat in seinen Schriften sehr dezidiert nachgewiesen, dass Juden auf keinen Fall krimineller als Christen seien (hierzu hat er sehr viel statistisches Material ausgewertet), außerdem gibt es von ihm auch eine sehr überzeugende Schrift über die Ethik des Kaufmanns, in der er darlegt, dass Vertrauen und Zuverlässigkeit für (Groß-)Kaufleute unerlässlich sind.
Zurück zu Dohm. Er hat sich unter anderem sehr intensiv mit der Frage befasst, wie jüdische Handwerker ausgebildet werden können. Zum Beispiel schlug er vor, falls die Zünfte sich querstellen und zünftige Handwerksmeister keine jüdischen Schüler annehmen wollen, die Ausbildung zunftfreien "Freimeistern" zu übertragen. Eine Frage, die in der Diskussion um sein Buch aufkam, war auch der Umgang mit dem Sabbat: Christliche Handwerker arbeiten am Sonntag nicht, fromme Juden aber dürfen am Samstag nicht arbeiten. Ein Argument, mit dem Gegner der jüdischen Gleichberechtigung eine Handwerksausbildung für unmöglich erklären wollten. Dohm entwickelte im zweiten Teil aber eine ganze Menge Gegenvorschläge. Zum einen machte er klar, dass Religion Privatsache sei. Insofern, sei es zwar Sache des Staates, Handwerksausbildung zu erlauben. Aber es sei Angelegenheit der privaten Vertragspartner Meister und Lehrling, wie sie den Ausbildungsvertrag gestalten. Zum Beispiel könnte der Lehrling eine Fünf-Tage-Woche bekommen, aber dafür würde die Lehre ein Jahr länger dauern. Oder man könnte das Lehrgeld anpassen. Oder der jüdische Handwerker würde irgendwann so weit verweltlichen bzw. in der christlichen Mehrheitsgesellschaft assimiliert werden, dass er einfach aufhören würde, ein Jude zu sein. Eine Möglichkeit, die Dohm gar nicht schlecht gefunden hätte. Was ihm auch von späteren Generationen einige Kritik eingetragen hat. Aber man sollte festhalten, dass Dohm, wie auch andere Aufklärer vermutlich genau so erwartet haben, dass auch der Christ aufhörte, ein Christ zu sein, und dass sich alle Menschen irgendwann zu einer Vernunftreligion jenseits der klassischen Religionsgrenzen zusammengefunden hätten. David Friedländer ging ja etwas später sogar noch einen Schritt weiter und versuchte, den Propst Teller für eine Art Fusion zwischen Judentum und evangelischem Christentum zu gewinnen.
Die zweibändige Ausgabe ist opulent ausgestattet und eine geradezu mustergültige Edition, darüberhinaus für Umfang und Qualität mit nur 44,90 Euro auch mehr als günstig zu nennen. Enthalten ist die Schrift "Über die bürgerliche Verbesserung" aus dem Jahr 1781, der zweite Teil aus dem Jahr 1783 sowie Dohms Schrift über die Juden im Elsass im französischen Original und in deutscher Übersetzung. Verzeichnet sind die Veränderungen zwischen Erst- und Zweitauflage, es gibt weiteres Quellenmaterial dazu, darunter Briefe von und an Dohm, ausführliche Darstellungen zur Entstehung und Wirkung der Schrift, eine biografische Darstellung und einiges zur Argumentation und Analyse der Texte. Eine wirklich herausragende Ausgabe, die ich wirklich empfehlen kann.
Übrigens war der äußere Anlass meiner Beschäftigung mit Dohm, dass ich einen Artikel für meine Zeitung schreiben wollte. Der Mann hatte nämlich dieses Jahr seinen 200. Todestag, und da er auch mal rund zwei Jahre in Goslar gewirkt hatte, nahm ich das zum Anlass, mich mal so richtig auszutoben und eine Sonderseite über ihn zu bauen. Wer ihn lesen mag, findet meinen Artikel hier.
https://www.goslarsc...id,1510590.html

 

Plutarch: Moralphilosophische Schriften (Reclam)
- Über den Fortschritt in der Tugend
- Von der Vielzahl der Freunde
- Über den Aberglauben
- Über die Bruderliebe
- Ob seelische oder körperliche Leiden schlimmer sind
- Trostschrift an die Gattin
- Aus den Gastmahlsgesprächen
- Über die Seele
Nach dem Insel-Bändchen im vorigen Quartal die zweite Plutarch-Auswahl, die ich mir in diesem Jahr zu Gemüte geführt habe. Es handelt sich um eine solide Reclam-Ausgabe mit kurzen Einleitungen zu den jeweiligen Texten, mit Anmerkungen, Literaturverzeichnis und Nachwort. Die Überschneidungen zu Insel-Bändchen sind gering, nur die Trostschrift ist in beiden enthalten.
Plutarch beschäftigt sich mit ethischen Fragen und geht seine Themen als guter Stoiker an. So geht er der Frage nach, wie man Fortschritte in der Tugend machen kann (auch kleine Schritte zählen und werden schließlich zu einem großen Fortschritt). Er erklärt, warum man lieber nur wenige, aber dafür gute Freunde haben soll, nämlich unter anderem, weil man seinen Freunden wohltun soll, und dies nicht mehr möglich ist, wenn man seine Kraft, seine Emotionen und sein Vermögen auf Hunderte von Leuten verteilt. Die Frage, ob seelische oder körperliche Leiden schlimmer sind, beantwortet er ganz klar: Natürlich ist es viel schlimmer, wenn mit der Seele etwas nicht in Ordnung ist. Vermutlich hat der Mann niemals richtige Zahnschmerzen gehabt ...
Insgesamt eine freundliche, leicht machende Lektüre. Ein Autor, der sehr vernünftig ist und sich dabei sehr angenehm liest.

 

Karl G. Bruchmann: Christian Wilhelm von Dohm und sein Wirken in Goslar
Ein Aufsatz aus dem Jahr 1951 (wohl anlässlich des 200. Geburtstags Dohms entstanden), ein Jahr später als separater Druck als kleines Büchlein erschienen. Recherchematerial für meinen Artikel zum 200. Todestag von Christian von Dohm. Wenn man, wie ich, den Mann bisher nur als Aufklärer und Verfasser der Schrift "Über die bürgerliche Verbesserung der Juden" kennt, erlebt man hier eine große Überraschung. Keine Spur von Philosophie, Aufklärung und theoretischen Gedanken aus dem geisteswissenschaftlichen Elfenbeinturm. Hier kann man einem preußischen Beamten bei der Arbeit zuschauen: Effektiv und ohne langes Herumeiern nimmt Dohm seine Arbeit auf. Sein Job: Die Stadt Goslar, die eben noch alte Kaiserstadt und reichsunmittelbar war und nun Teil Preußens geworden ist, umzustrukturieren und sie in den modernsten und effektivsten Verwaltungsapparat seiner Zeit einzugliedern. Dohm war nur knapp zwei Jahre da, aber er hat auf allen Ebenen gearbeitet und die Stadt wohl ziemlich umgekrempelt. Spannend, ihm dabei über die Schulter zu schauen und ihn auf eine ganz andere Weise kennen zu lernen.

 

Hörspiel
Zeitschiff Unicorn: Krieg der Zeiten

 

 

Mai

 

Angelika Kroker: Wendezeit. Die Reichsstadt Goslar an der Schwelle vom Ancien Régime zur Moderne
Ein Buch über die Stadt Goslar in der Zeit, als Christian von Dohm dort die Verwaltung reorganisierte. Die Verfasserin bietet ein umfangreiches Gesamtbild, stellt den Ist-Zustand bei der Übernahme durch Preußen dar und analysiert die politische und finanzielle Situation der alten Kaiserstadt. Deutlich widerspricht sie der oft berichteten Annahme, dass Goslar zu der Zeit nahezu pleite gewesen ist und sich aus eigener Kraft nicht mehr retten konnte. Es gab damals offenbar schon einige Anstrengungen und Erfolge des Goslarer Bürgermeisters. Sie stellt die einzelnen Interessengruppen und ihre Ziele vor, erklärt, was Dohm bewirkt hat und was nicht, und zeichnet ein etwas nüchterneres Bild seiner Arbeit als Karl Bruchmann. Sehr gut als Hintergrund für die Recherche über das historische Goslar.

 

Thorgal 37: Der Eremit von Skellinger

 

Valerian und Veronique: Souvenirs der Zukunft II
Zauberhaft wie alles von den beiden. Phantastisch, liebenswert und mit hintergründigem Humor. Valerian und Veronique sind als Botschafter und Friedensstifter unterwegs, müssen sich aber auch pädagogisch betätigen, und wir erleben sie schließlich auch als gestrandete Kinder auf der Erde bei Onkel Albert. Ich habe mich besonders über das Wiedersehen mit dem Schnarf gefreut. Und die Shinguz sind sowieso die coolsten.

 

Gertrude Stein: Die Welt ist rund
Das Buch habe ich mir angeschafft, weil es in dem Hörbuch "Gertrude grenzenlos" (siehe etwas weiter unten) eine wichtige Rolle spielte. Es ist ... hm ... naja, ist es ein Kinderbuch? Ein Erwachsenenbuch? Es ist die Geschichte eines jungen Mädchens namens Rose. Rose steigt eines Tages auf einen Berg, und unterwegs schreibt sie ihren Namen auf einen Baum: Rose. Und dann schreibt sie weiter: Rose ist eine Rose. Und da der Baum rund ist, wird daraus dann: Rose ist eine Rose ist eine Rose. Ein berühmtes Zitat, das ich bisher nur in der Version: "Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose" kannte. Außerdem spielen noch der Junge Willie und ein Löwe namens Löwe und ein Hund namens Love eine Rolle, vor allem aber geht es darum, dass die Welt rund ist, wie der Titel schon sagt. Tiefsinnig und gleichzeitig mit Lust am Quatschreden geschrieben. Ganz interessant, aber das Hörbuch hatte mir mehr versprochen ...

 

Faye Hell: Keine Menschenseele
Brrr. Ich weiß gar nicht, ob ich euch dieses Buch empfehlen soll oder lieber nicht. Es geht um die Geschichten mehrerer Menschen, die in einem Hotel unterkommen und dort von ihrer Vergangenheit eingeholt werden. Die einzelnen Geschichten berühren einander nicht, sie werden nacheinander erzählt, fast alle enden tödlich, und der jeweilige Hotelbewohner muss lange leiden und erlebt übelsten Horror. Der erste ist ein Mann, der als Kind eine Katze zu Tode gequält hat und von dieser Katze immer wieder heimgesucht wird. Das klingt harmlos, ist aber ziemlich heavy. Und doch ist diese Geschichte noch die harmloseste von allen. Es geht um Mord und Vergewaltigung, um eine psychisch gestörte Frau, die ein Kind entführte, es in ihrem Keller ankettete und sich, als es verhungert war, an der Leiche sexuell verging ...
Die Autorin beherrscht ihr Fach, sie kann echt was. Sprache, Aufbau der Geschichte, alles tadellos. Aber es ist kein Buch, das angenehme Leseerinnerungen hinterlässt. Nein, ich mochte es nicht.

 

Bergengrueniana IV
Vierte Ausgabe des Periodikums der Werner-Bergengruen-Gesellschaft. Enthält einen weiteren Teil des "Compendium Bergengruenianum" (Skizzen, Aphorismen, Beobachtungen und Kommentare des Autors), ferner den Bergengruen-Text "Kuckucksgedanken", den der Verfasser während der Nazizeit zu Hitlers Geburtstag veröffentlichen konnte und damit dem Führer gewissermaßen ein Kuckucksei ins Nest legte. Innere Emigration und literarischer Widerstand, das heißt: zwischen den Zeilen schreiben und lesen ... Außerdem geht der Band der Frage nach, was der "Völkische Beobachter" wirklich in seiner Rezension des Romans "Der Großtyrann und das Gericht" geschrieben hat (Stichwort: "Führerroman der Renaissance"). Es gibt Informationen über die Kinderbuchreihe "Zwieselchen", etwas aus Bergengruens Briefen an Charlotte Hensel und die Reden anlässlich der Verleihung des Werner-Bergengruen-Preises 2017 an Zsuzanna Gahse (Begrüßung, Laudatio, Dankesrede). Erneut ein sehr vielschichtiger Band, interessant und lesenswert.

 

Hilda und der Steinwald
Ein Comic, der mich gelinde gesagt, etwas ratlos zurücklässt. Die Figuren sind sehr einfach gezeichnet, die Geschichte kommt über weite Strecken, manchmal über mehrere Seiten ohne Text aus. Zu Beginn der Geschichte beobachtet man Hilda dabei, wie sie einem Stück Land hinterherläuft, das aus ihrem Garten abhaut. Später gerät Hilda zusammen mit ihrer Mutter in die andere Welt und verläuft sich in einem steinernen Wald beziehungsweise in einer Art Unterwelt mit hohen steinernen Säulen. Das Mädchen mit den blauen Haaren ist recht pfiffig, aber ganz warm geworden bin ich mit ihr nicht.

 

Michael Moorcock: Zeitnomaden I - Der Herr der Lüfte
Auf die Zeitnomaden-Bände wurde ich aufmerksam durch eine Buchvorstellung in Thomas Hofmans Blog nebenan. Aufmerksam heißt: Ich stutzte, als ich den Namen Oswald Bastable las. Denn Oswald Bastable ist "eigentlich" der Held einer Kinderbuchserie meiner Lieblings-Autorin Edith Nesbit, der edle und hochanständige Chef der Bastable-Geschwister auf der Suche nach Schätzen und einer Möglichkeit, den gesunkenen Stern des Hauses Bastable wieder steigen zu lassen. Und da musste ich doch nachschauen und hab mir die drei Zeitnomaden-Bände antiquarisch besorgt.
Worum geht es? Bastable ist englischer Offizier und ist in Indien stationiert. Hier leitet er eine Expedition zu einem Kloster, in dem sich einheimische Widerstandskämpfer gegen die britischen Besatzer versammelt haben. Allerdings geht es im Kloster nicht mit rechten Dingen zu, sondern mit seltsamen Mächten. Bastable wird erst unter Drogen gesetzt und dann durch ein Erdbeben aus dem Jahr 1902 ins Jahr 1973 geschleudert (das Buch erschein 1971). Bastable ist jedoch nicht in "unserem" Jahr 1973 gelandet, sondern in einer alternativen Zukunft, in der es beispielsweise keine Weltkriege gegeben hat. Eine perfekte Welt? Nicht ganz, auch hier gibt es Unzufriedene, einige Menschen wollen den Umsturz.
Bastable wird Flieger, Zeppelin-Steuermann. Überhaupt ist der Zeppelin das Hauptverkehrsmittel in dieser Zeit. Er trifft auf einen arschigen, großfressigen Ronald Reagan, auf eine Alternativ-Version von Rudi Dutschke, auf Lenin. Schließlich schließt er sich dem titelgebenden "Herrn der Lüfte" an, einem chinesischen Piratenchef, der die Weltherrschaft anstrebt und gegen die Kolonialmächte kämpft.
Einen direkten Bezug zu Edith Nesbits Werken habe ich nicht gefunden. Wohl aber noch einen kleinen Gruß über den literarischen Tellerrand: Bastables Ausbilder und erster Kapitän trägt den Namen Harding, wie der Zeitreisende Dickie Harding bzw. Richard von Arden aus den beiden Büchern über die Arden-Kinder und das weiße Muddeltier.

 

Wilhelm Gronau: Christian Wilhelm von Dohm nach seinem Wollen und Handeln. Ein biographischer Versuch (Ulan-Press und Forgotten Books)
Um das gleich vorweg zu sagen: Die rote Farbe bezieht sich nicht auf den Text von Wilhelm Gronau. Es handelt sich um eine Biografie aus dem 19. Jahrhundert, verfasst in dem damals üblichen Stil, etwas umständlich und schwülstig vielleicht, auch etwas unkritisch Dohm gegenüber (der Autor ist sein Schwiegersohn), aber man kann damit arbeiten, und die Arbeit ist penibel und detailreich ausgeführt. Wer sich mit Christian von Dohm befasst, kommt an der Gronau-Biografie nicht vorbei.
Ganz übel ist aber der Zustand des Textes in den vorliegenden Ausgaben. Ich habe zunächst die Ausgabe von Ulan Press gelesen. Dann habe ich mir in meiner Verzweiflung die Ausgabe von Forgotten Books geholt. Beides sind Verlage, die die Public Domain abgrasen und rechtefreie Texte, die digitalisiert vorliegen, automatisch in ihr System lutschen und ohne weitere Überprüfung der optischen Qualität im On-demand-Verfahren auf den Markt werfen. Die Qualität des Buches hängt dabei also von der Qualität des Scans ab. Meine Erfahrung aus diesem Doppelkauf: Beide Verlage greifen auf die gleiche Vorlage zurück. Und die ist absoluter Mist.

Viele Seiten fehlen, manche sind doppelt, immer wieder sind Seiten in der falschen Reihenfolge angeordnet, einige sind verdruckt, viele sehr dunkel. Stellenweise ist das Buch kein "Flickenteppich" mehr, sondern eher ein brüchiges "Netz" aus Seiten. Und die Lücken treten bevorzugt an den wichtigen und spannenden Stellen auf.
Ich weiß, dass diese eingescannten und dann im On-demand-Verfahren auf den Markt geworfenen "Originale" immer eine Wundertüte sind, und bin schon ein paarmal an minderwertige Ausgaben geraten. Meist nimmt man ein paar Ecken und Kanten ja gern in Kauf, die Alternative wäre ja, das Buch überhaupt nicht zu erhalten. Aber dieses Buch war wirklich ein ganz tiefer Griff ins Klo.
Tipp: Wenn ihr es irgendwie einrichten könnt: Geht in eine Bibliothek und lest das dort hoffentlich vorliegende Original.

 

Mordché Wolf Rapaport: Chr. W. Dohm - ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie
Eine wirtschaftswissenschaftliche Arbeit aus dem Jahr 1907, die nun rechtefrei geworden ist und im On-Demand-Verfahren gedruckt wurde. Diesmal ein absolut ordentlicher Druck, ich habe nichts zu meckern.
Inhaltlich geht es um Dohms Haltung zu wirtschaftlichen Theorien, der Schwerpunkt liegt auf dem physiokratischen System. Mich hat etwas gewundert, dass Dohm den physiokratischen Theorien anscheinend recht kritisch gegenüberstand. (Jedenfalls hätte ich ihn, da er nicht unbedingt ein Freund des Kaufmannsstands zu sein schien, eher den Physiokraten als den Merkantilisten zugeordnet ...) Rapaport weist unter anderem nach, dass Dohm, als "erster Gegner der physiokratischen Lehre in Deutschland" und Verfasser eines Aufsatzes über das physiokratische System, nur über sehr lückenhafte Kenntnisse ebendieses Systems verfügte und die grundlegenden Schriften des Physiokratie-Erfinders François Quesnay nicht bzw. nur durch Vermittlung anderer kannte. Interessant, aber eher etwas für Spezialisten, die sich tiefer in die Materie einarbeiten möchten.

 

Christian Wilhelm von Dohm: Die Lütticher Revolution im Jahr 1789 und das Benehmen Sr. königl. Majestät von Preussen bey derselben
Die Lütticher Revolution im Jahr 1789 war ein Volksaufstand in Lüttich gegen den amtierenden Fürstbischof Caesar Konstantin Franz von Hoensbroech. Das Volk litt unter angestiegenen Lebensmittelpreisen, und die Nachricht von der Französischen Revolution begeisterte die Lütticher zu einem eigenen Sturm auf die Bastille bzw. auf die Zitadelle der Stadt. Einen instabilen Staat in den deutschen Landen konnten allerdings die Herrscher der umliegenden Staaten nicht dulden, und so geriet Lüttich auf die Agenda mehrere mächtiger Fürsten, und auch der preußische König Friedrich Wilhelm II. hatte als Herrscher des Herzogtums Kleve Interesse daran, dass in Lüttich wieder Ruhe und Ordnung einkehrte. Er schickte daher einen seiner profiliertesten Diplomaten, Christian von Dohm, nach Lüttich, um zwischen dem Fürstbischof und seinem Volk zu verhandeln.
Dohm hatte sich gerade in Aachen durch den Entwurf einer neuen Verfassung hervorgetan und schien daher geradezu prädestiniert dafür, den Lüttichern eine moderne Verfassung zu geben, die sowohl dem Volk als auch dem Herrscher gerecht würde. Dohm als geübter Diplomat schaffte es, mit beiden Parteien ins Gespräch zu kommen. Und als liberaler Humanist hat er sogar viel freiheitlichere Ideen als die Aufständischen, denen eher eine ständische Verfassung nach mittelalterlichem Vorbild vorschwebt.
Allerdings scheitert Dohm dann doch. Zum einen, weil der Fürstbischof irgendwann türmt, zum anderen aber weil die Lütticher Revolutionäre mächtigen Staaten ein Dorn im Auge sind. Schließlich, als die Gefahr besteht, dass sich die Lütticher mit den gleichfalls aufständischen Brabantern zusammentun, und gewissermaßen ein revolutionärer Flächenbrand droht, bestehen die Pfalz und Kurköln auf einer militärischen Niederschlagung des Spuks. Schließlich marschieren die Preußen ein, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Dohm und seine Diplomatie sind gescheitert. Vor Ort mochte er sich Vertrauen erworben haben, aber die politische Großwetterlage war dann doch stärker. Spätestens mit der Reichenbacher Konvention (1790) und dem Zusammenrücken Preußens und Österreichs, verlor Dohm seine letzten Unterstützer in Berlin, die bis dahin die Lütticher Revolution schätzten als ein Mittel zur Schwächung Österreichs. Trotzdem ging der Diplomat mit recht gutem Ruf aus der Sache hervor.
Was wie und warum geschehen ist, darüber gibt Dohms Rechenschaftsbericht Aufschluss. Ein sehr interessantes Buch, allerdings nicht ganz unparteiisch und in etwas umständlichem Stil verfasst. Trotzdem lesenswert.

 

Hörbuch

 

Judith Burger: Getrude grenzenlos
Ein Hörbuch, das mich mehr als begeistert hat. Die Geschichte spielt in der DDR, zwölf Jahre vor dem Mauerfall. Ina ist eigentlich ein schüchternes Mädchen, das gar nicht aus der Reihe tanzen will, trotzdem eckt sie immer mal wieder an bei der Lehrerin, der Oberpionierin ihrer Klasse, der Kassenfrau, die heimlich IM ist und sie dauernd zurecht weisen will. Und nun kommt plötzlich Gertrude in ihre Klasse und wird neben ihr platziert. Gertrude ist anders, aufregend anders, und die Freundschaft mit ihr gibt Inas Leben einen Kick in eine völlig andere Richtung. Denn Gertrude stammt aus einer kirchlich orientierten Familie. Ihre Eltern haben einen Ausreiseantrag gestellt. Eine Freundschaft mit ihr ist mehr als gefährlich.
Zunächst versucht Ina noch, das System mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Sie will, dass niemand ihre neue Freundin schikanieren kann, und darum muss, so der Plan, Gertrude als vorbildliches Mitglied des Kollektivs dastehen. Ina macht sich mit ihrer neuen Freundin auf zum Altpapiersammeln, und die beiden Mädchen knacken mit ihrer riesigen Bollerwagen-Ladung den Schulrekord. Ina und Gertrude praktizieren "Timurhilfe", wollen alten Frauen die Einkaufstüten tragen und landen tatsächlich mit Bild in einem Artikel der örtlichen Zeitung, die die Leistung der beiden Mädchen positiv herausstellt. Aber, da nicht sein kann, was nicht sein darf, bleibt Gertrude eine Geächtete, von der Lehrerin gemobbt, und Ina landet auch auf der schwarzen Liste. Trotzdem, die Freundschaft der beiden Mädchen bleibt bestehen gegen alle Widerstände.
Immer wieder zieht es Ina hinüber zur Wohnung der Dissidenten-Familie. Hier lernt sie Literatur und Poesie kennen, Musik, Kreativität, Philosophie. Vor allem das Buch "Die Welt ist rund" von Getrudes Namenspatronin Gertrude Stein, deren Kernzitat "Rose ist eine Rose ist eine Rose" sich leitmotivisch durch die Geschichte hindurch zieht, hat es Ina angetan. Und dann kommt der Tag, an dem Gertrudes Familie tatsächlich ausreisen darf und muss ...
Eine wunderschöne Erzählung, die durch die etwas gnatzige Stimme von Natalia Belitzki den genau richtigen Tonfall hat. Kindlich und gleichzeitig empört und verbittert wie ein Mädchen ganz kurz vor dem Beginn der Pubertät klingt das, ein naives Reibeisen, das hassen und staunen kann, einzigartig.

 

Juni

 

Michael Moorcock: Zeitnomaden II: Der Landleviathan
Zweiter Teil der Zeitnomaden. Oswald Bastable, der nach seinen Abenteuern im Jahr 1973 zurück ins Jahr 1902 versetzt wurde, ist nicht ganz in seiner Wirklichkeit angekommen. Erneut sucht er das Kloster auf, von dem aus er durch die Zeiten geschleudert wurde. Diesmal landet er in einer Zukunft, in der Europa durch Kriege völlig zerstört wurde. Es gibt in Südafrika einen friedlichen Idealstaat, in dem die Völker in Harmonie zusammen leben. Staatschef ist Mahatma Gandhi. Und dann gibt es noch den General Cicero Hood, der den Rest von Afrika beherrscht. Hood wird zunächst als grausamer Bösewicht aufgebaut, hat aber als Kämpfer gegen Sklaverei durchaus ein mehr als verständliches Anliegen. Er will den letzten Sklavenhalter-Staat, die USA, zerstören und die Sklaven befreien. Mit einer riesigen Armee und furchtbaren Kampfmaschinen überrollt er Amerika. Die furchtbarste dieser Waffen ist der titelgebende "Landleviathan", der vielleicht als eine Art rollender Fleischwolf vorgestellt werden kann. Die Geschichte ist spannend und flüssig erzählt. Bezüge zu Edith Nesbit, die ich ja eigentlich suchte, habe ich hier aber nicht gefunden. Allenfalls allgemein in ihrem sozialen, politischen Anliegen.

 

Michael Moorcock: Zeitnomaden III: Der Stahlzar
Dritter Teil der Zeitnomaden und der Abenteuer von Oswald Bastable. Diesmal landet Bastable in einer Zeit, die den Zweiten Weltkrieg kennt, und der Held der Serie erlebt mehr davon, als ihm lieb ist. Er erlebt die Zerstörung Singapurs, wird Schiffbrüchiger, gerät in japanische Kriegsgefangenschaft und tritt schließlich in russische Dienste. Der russische Herrscher Dschugaschwili wird wegen seiner eisernen Maske auch der Stahlzar genannt. Unschwer lässt sich darin Stalin wiedererkennen. Und dieser Stahlzar ist drauf und dran, die Atombombe zu erhalten.
Ich bin auf meiner Suche nach Reminiszenzen an Edith Nesbit tatsächlich fündig geworden, als ich es beinahe schon aufgegeben hatte. Da taucht doch glatt ein Brigadekommandeur L.G.A. Nesbit auf, der offizielle Regierungsvertreter auf Rowe Island, wo Bastable strandet. Der letzte Beweis, dass der Autor seinen Helden Oswald Bastable auch tatsächlich genau so gemeint hat. Und wie genau? Ich denke, dass ihn schon die politische Edith Nesbit inspiriert hat. Die Mitbegründerin der sozialistischen Fabian-Society, ihr soziales und pazifistisches Engagement und ihre Sympathie für Bewegungen, die die armen und unterdrückten Menschen befreien und menschenwürdig behandeln wollten. So lässt Moorcock seinen Bastable in einem Gedankenexperiment die verschiedenen sozialen und politischen Systeme und Befreiungsbewegungen miterleben, bis zu ihrem Scheitern oder ihrer Pervertierung. Moorcock zeigt in seinen Alternativwelten ziemlich viel, das nicht funktioniert hat, ein Gemisch aus guten Motiven und Machtgier, und lässt es scheitern. Warum? Weil die Menschen so sind, wie sie sind? Eine funktionierende Utopie zur Menschheitsbeglückung hat er jedenfalls nicht anzubieten. Das ist auch eine Botschaft. Aber wohl keine, die Edith Nesbit gemocht hätte.

 

Uwe Pook: Heimat an der "Zonengrenze". Romanbiographie
Ein semi-autobiografischer Roman eines Autors, der in Vienenburg bei Goslar aufwuchs. Für mich also berufliche Lektüre, ich habe einen Artikel für die Goslarsche Zeitung darüber geschrieben. Zu finden hier, hinter der Bezahlschranke:
https://www.goslarsc...id,1513354.html

 

Carolin Christine Rosendahl: Don Juan-Variationen und die Frage nach dem Ðœythos von Don Juan
Masterarbeit, über die ich zufällig beim Ego-Googeln gestolpert bin. Die Autorin befasst sich mit einem ähnlichen Thema wie ich in meiner Magisterarbeit "Faust und Don Juan. Ein Verschmelzungsprozess", und da musste ich natürlich gleich reinschaun.
Schwerpunktmäßig analysiert Rosendahl die "Don Juan"-Fassungen von Tirso de Molina, Christian Dietrich Grabbe, Nikolaus Lenau und Max Frisch. Dabei geht sie, nach einer allgemeinen Analyse der Texte, jeweils der Frage nach, was den "Mythos" des Don Juan ausmacht und ob der betreffende Held in den einzelnen Dichtungen nun als Mythos begriffen werden kann, ob übernatürliche Elemente auftreten, ob und welche Bestandteile der Stofftradition vorkommen und wie sich der betreffende Text überhaupt in diese Tradition fügt.
Für mich waren vor allem die Kapitel über Tirso und Frisch interessant, da ich selbst beide Texte nur sehr kurz abgehandelt hatte, während mein Schwerpunkt auf Grabbe und Lenau (nebst Goethe, Mozart, Theodor Mundt und Gustav Kühne) lag.
Die Arbeit ist sehr klar strukturiert und bietet einen guten Überblick. Durch ihre Knappheit und Konzentration auf vier Texte ist sie auch gut als Einstieg ins Thema geeignet.
Wer sie nachlesen möchte, findet die Arbeit hier:
http://www.mythos-ma.../cr_donjuan.pdf

 

Maren R. Niehoff: Philon von Alexandria. Eine intellektuelle Biographie
Beeindruckend. Ich war erst skeptisch beim Blick auf den Titel. Zunächst hat mich das Wort "intellektuell" abgestoßen, und dann war da die Frage, wie man denn eine Biografie Philons schreiben könne. Immerhin gibt es nur ein einziges Datum zu seinem Leben, nämlich dass er im Jahr 39/40 nach Christus Leiter einer Gesandtschaft der Juden aus Alexandria war, die nach Rom reisten, um sich beim Kaiser Caligula über ein Pogrom zu beschweren, das die Heiden gegen die jüdische Bevölkerung in Alexandria veranstaltet hatten. Dass man daraus eine umfangreiche Biografie herausdestillieren kann, kam mir zumindest sehr überraschend vor.
Aber Maren R. Niehoff schreibt auch gar nicht über Lebensdaten. Sondern sie zeichnet eine Art Entwicklung Philons anhand seiner Werke nach. Daher auch "intellektuelle" Biografie, es geht um die Entwicklung von Philos Gedanken und Philosophie. Das Spannende daran ist, dass die Autorin sehr genau zeigen kann, wie sich Philos Schriften in seiner römischen Zeit verändern. Hatte er zuvor zu Lesern gesprochen, die wie er im Judentum zu Hause waren und damit die gleiche Basis hatten wie er, so redet er nun zu römischen Philosophen und Philosophie-Interessierten. Wenn er tatsächlich jüdische Themen behandelt, so muss er viel mehr erklären, quasi bei Adam und Eva anfangen, und kann nicht voraussetzen, dass irgendeiner seiner Leser Anspielungen auf die Tora versteht.
Aber mit der Anwesenheit in Rom verändert sich auch Philos Fokus. Es treten immer mehr klassische Themen der Stoa in den Vordergrund, und Philo schreibt sehr gezielt über Fragen, die in der römischen Öffentlichkeit gerade en vogue sind. Fast will es scheinen, als ob Philo geradezu nach Auflage und Publicity strebt und dies sehr planvoll angeht. Nun entstehen Werke, die in seiner Gemeinde daheim vermutlich viele nicht verstanden hätten, vielleicht sogar überhaupt niemanden interessiert hätten.
Interessanterweise setzt sich die Verfasserin dieser intellektuellen Biografie zuerst mit den späteren, römischen Schriften Philos auseinander, dann erst schlägt sie den Bogen zurück in der jüdisch-alexandrinische Welt, in der Philos frühe Schriften entstanden. Ein Ansatz, der die Entwicklung des Philosophen und die Wandlung seines intellektuellen Programms besonders deutlich macht. Dabei sehr gut und nachvollziehbar geschrieben. Ein Buch, das ich jedem, der sich mit Philo beschäftigt, sehr nachdrücklich ans Herz legen möchte.

 

Patrik Svensson: Das Evangelium der Aale
Dieses Buch war ein Zufallsfund in der Ameis-Buchhandlung in Hildesheim. Eine der wenigen Buchhandlungen, die für mich immer noch Überraschungen parat haben und nicht nur uninteressante Mainstream-Stapelware. Ich bin auf dieses Aale-Buch zugelaufen und musste einfach zugreifen.
Der Verfasser, der als Kind gemeinsam mit seinem Vater oft am Fluss auf unterschiedliche Art Aale gefangen hat, schildert hier einen besonderen, rätselhaften Fisch, über den die Wissenschaft immer noch erschütternd wenig weiß. Allein das Fortpflanzungsverhalten wirft seit zweieinhalbtausend Jahren Rätsel auf. Aristoteles glaubte noch, dass Aale einfach aus Schlamm geboren werden, und der junge Biologe Sigmund Freud wurde fast verrückt bei seiner ergebnislosen Suche nach einem Aal, der männliche Geschlechtsorgane aufwies. Mag sein, dass ihn das nachhaltig geprägt hat.
Svenson zeichnet die Entwicklung vom "Weidenblatt" zum Glasaal, zum Gelbaal bis hin zum Blankaal nach, erzählt von den weiten Wanderungen der Tiere, vom Weg flussaufwärts und von der Rückkehr ins Sargassomeer. Und immer noch gibt der Aal sein Geheimnis nicht preis, denn gerade im Sargassomeer, wo die jungen Weidenblätter am dichtesten vorkommen und am kleinsten sind, hat offenbar noch nie jemand einen geschlechtsreifen Aal gefunden ...
Svensson erzählt vom legendären Brantevik-Aal, der rund 150 Jahre lang in einem Brunnen lebte, und natürlich hat auch die nicht minder legendäre Aalfang-Szene aus Günter Grass' "Blechtrommel" ihren Platz im Buch.
Ein absolut lesenswertes und erkenntniserweiterndes Buch dieses "Evangelium der Aale".

 

© Petra Hartmann

 

Weiterer Jahresrückblick
Teil I: Januar bis März 2020
Teil III: Juli bis September 2020
Teil IV: Oktober und November 2020
Teil V: Dezember 2020




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Jahresrückblick I: Januar bis März 2020

Geschrieben von Petra , in Jahresrückblick 28 Dezember 2020 · 995 Aufrufe
Jahresrückblick
Ein seltsames Jahr geht zu Ende. Fast nichts ist so gelaufen wie sonst in diesem Jahr 2020, und beinahe will mir scheinen, als habe derjenige, der den chinesischen Fluch "Mögest du in interessanten Zeiten leben" erfand, dabei an die Corona-Pandemie gedacht. Aber wenn die Zeiten etwas turbulenter sind, dann ist es gerade geraten, die alten Rituale einzuhalten, die sind wichtig und geben uns die Stabilität, die wir brauchen. Willkommen also zu meinem traditionellen Jahresrückblick.
Zunächst einmal: Ich bin verschont worden und ausgesprochen dankbar dafür. Das Virus hat mich nicht erwischt, ich bin nicht erkrankt, ich habe im Familien- und Freundeskreis keine Krankheits- oder gar Todesfälle erlebt, und ich hatte auch beruflich keine Einschränkungen. Seit anderthalb Jahren bin ich nun bei der Goslarschen Zeitung unter Vertrag. Ich kann wieder fliegen, ich kann wieder zaubern, ich habe meine Unsterblichkeit zurück erhalten. Ein bisschen beschwipst bin ich vielleicht immer noch, aber daran stirbt man nicht. Ja, auch mir sind in diesem Jahr fast alle Lesungen und Buchpräsentationen weggebrochen, das war schade, aber ich war nicht finanziell darauf angewiesen. Ja, ich vermisse die Buchmessen und Cons und die Live-Treffen mit euch allen. Aber wenn das dazu beiträgt, uns alle gesund zu halten, ist es ein kleiner Preis.
Mein neues Buch "Falkenblut" ist erschienen, dann gab es noch zwei Anthologien mit Beiträgen von mir und haufenweise Zeitungsartikel, das ist eine gute Quote für dieses Jahr. Den Rest holen wir nach, wenn Corona weg ist, okay?

Mein Lektüre-Jahr war vielseitig. Hier folgt der Blick auf das erste Quartal. Ich habe mich natürlich wieder mit phantastischer Literatur befasst, dazu gab es etwas Indianisches, Flugpioniere haben mich beschäftigt, Kinderbuch-Klassiker und erneut viel Aufklärung und Haskala. Ein bisschen Goslar-Literatur war auch dabei und etwas Helgoländisches. Schaut einfach mal rein, vielleicht ist etwas für euch dabei. Viel Spaß beim Lesen!


Hinweis:
Etwaige blau markierte Texte sind herausragende Spitzenbücher, rot steht für absoluten Mist, ein (e) hinter dem Titel bedeutet, dass ich den betreffenden Text in der eBook-Version gelesen habe, und hinter den Links verbergen sich ausführlichere Besprechungen innerhalb dieses Blogs.


Januar

Alfred Hildebrandt: Die Brüder Wright
Nachdruck eines Buchs aus dem Jahr 1909, geschrieben von einem Journalisten, der sich mit der geheimnisvollen Flugmaschine der Brüder Wright befasst und Informationen einholt, unter anderem auch bei dem Vater der beiden. Sehr interessantes historisches Dokument. Mit Original-Briefwechsel im Anhang und mit einer Beschreibung der Flugmaschine. Sehr gut lesbar. Für mich auch wertvolles Material, das ich für meinen historischen Roman brauche.

Ulrike Stegemann: Alonsos Reise und andere Katzengeschichten
Liebenswürdiges Buch mit fünf Kurzgeschichten über die flauschigen Kleinraubtiere mit dem eigenwilligen Kopf und dem geheimnisvollen Wesen. Die Titelgeschichte erzählt von einem Hamburger Hafenkater, der sich auf ein Kreuzfahrtschiff schleicht und sich auf große Fahrt begibt. Eine andere spielt in Paris, wo ein Kater eine besondere Liebe für Schmuckstücke offenbart. Wir erleben die Verwandlung einer Katze in einen Menschen, außerdem gibt es in dem Buch eine sehr interessante Variation des Märchens vom gestiefelten Kater und die Geschichte einer Katze, die als Tänzerin ihr Publikum bezaubert. Ein kurzweiliges und abwechslungsreiches Lesevergnügen, einfach zum Schnurren.

Otmar Hesse: Goslar und die salischen Kaiser
Berufliche Lektüre zur Geschichte meiner neuen journalistischen Heimat. Eine kurze, übersichtliche Darstellung der salischen Kaiser Konrad II., Heinrich III., Heinrich IV. und Heinrich V. und ihrer besonderen Beziehung zu Goslar. Die Stadt war für die damaligen Kaiser, die im Mittelalter ja ihr Reich zu Pferde durchreisten, von Pfalz zu Pfalz zogen und überall vor Ort regelten, was geregelt werden musste, einer der festen Bezugspunkte, und vor allem für Heinrich III. so etwas wie eine Heimatstadt oder Lieblingsaufenthalt. Er hing so sehr an Goslar, dass er verfügte, dass nach seinem Tod sein Herz dort begraben werden sollte. Ein Mythos, von dem die Stadt heute noch zehrt. Und die eindrucksvolle Kaiserpfalz, in der die salischen Kaiser während ihrer Goslar-Aufenthalte gewohnt haben, ist schon ein ganz besonderes Bauwerk. Mein besonderer Liebling war aber immer Heinrich IV., schon im Geschichtsunterricht hatte mich die Sache mit dem Investiturstreit wahnsinnig fasziniert. Die Schlagzeilen "Papst bannt Kaiser" und "Kaiser setzt Papst ab" in meinem Geschichtsbuch habe ich nie vergessen. Dass von Kaiser Heinrich am Ende nur noch der sprichwörtliche Gang nach Canossa im Gedächtnis der Bevölkerung geblieben sein soll, finde ich schade. Immerhin: Canossa war nur der Halbzeitstand, Heinrichs erstes Ungarnspiel sozusagen. Kluge Leute sollten also keine Probleme damit haben, mal nach Canossa zu gehen.
Das Buch ist kurz und knapp, sehr übersichtlich, reich bebildert und mit einem Preis von nur 5 Euro außerordentlich wohlfeil. Eine gute Einstiegslektüre vor allem für den Goslar-Neuling.

Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend VII - Blauzahn

Sibylle Luig: Magie hoch 2 - Band III: Diebe in Berlin


Hörbuch:

Gerald Hüther, Christoph Quarch: Rettet das Spiel!
Interessantes und hörenswertes Plädoyer für das Spiel. Die Autoren gehen aus von philosophischen, hinrphysiologischen und sozialen Theorien über das Spiel und machen deutlich, dass es nur die Fähigkeit zu spielen ist, die die menschliche Entwicklung voranbrachte. Manchmal sehen die Verfasser allerdings zu viel Spiel in der Welt: Einen Zufall wie etwa das Crossing over von Chromosomen oder bestimmte Vorgänge im Universum als "Spiel" zu bezeichnen, geht mir persönlich etwas zu weit. Aber generell kann ich der Argumentation schon folgen, wenn die Verfasser darauf hinweisen, dass große Erfindungen und Entdeckungen aus dem freien Spiel heraus geboren werden. Marketing und große technische Abteilungen können immer nur "lineare Entwicklungen" voran treiben. Das heißt: Wenn sie wissen, wie es geht, können sie die Ideen und Erfindungen dann mit immer mehr Geld und Material immer größer und immer aufwändiger weiter entwickeln, aber der zündende Gedanke, der wirklich etwas Neues hervorbringt, wird immer vom einzelnen, unaustauschbaren Individuum in einer entspannten, absichtslosen Atmosphäre, im Traum, immer abseits mechanischer Vervielfältigung und Vergrößerung gefasst. Nennen wir es: Spiel. Auch dies eine klare Argumentation gegen Bulimie-Lernen und das Einpauken von Stoff, um am Ende kleine, brave, funktionierende Zahnrädchen zu gewinnen, die reibungslos und ohne Aufwand in die industriellen Arbeitsplätze eingepasst werden können. Wir brauchen Menschen. Und der Mensch ist nur da Mensch, wo er spielt ...


Februar

Miriam Rademacher: Talisman und das tote Dorf

Dallas Chief Eagle: Wintercount
Ein historischer Indianer-Roman, verfasst von einem Lakota-Indianer. Erzählt wird die Geschichte eines frisch vermählten Paars: Der junge Krieger Keyaschante (Schildkrötenherz) und Tscheyasa-win, die "Frau, die immer weint", sind ein glückliches Liebespaar und feiern den Tag ihrer Hochzeit. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer. Das Dorf wird von Banditen überfallen, die eigentlich nur Pferde stehlen wollen, aber dann das Paar mitnehmen - als Wegweiser und Geiseln. Wenig später kommt es zu einem Kampf, bei dem Schildkrötenherz schwer verletzt wird. Die Männer halten ihn für tot und lassen ihn liegen, während sie seine Frau mitnehmen in ein Fort der Weißen. Denn die hellhäutige Tscheyasa-win ist eigentlich eine Weiße, sie wurde lediglich als kleines Kind von den Lakota nach einem Überfall eines anderen Indianerstamms gefunden und aufgenommen. Während sie ihren Mann für tot hält und von den Weißen nach Osten gebracht wird, wo sie wieder in ein "zivilisiertes" Leben integriert werden soll, erholt sich Keyaschante langsam von seinen Verletzungen. Er kehrt zu seinem Volk zurück, um Kraft zu sammeln, dann will er losziehen und sich auf die Suche nach seiner entführten Frau machen. So weit, so gut. Es kommt dann allerdings immer wieder etwas dazwischen, die bekannten historischen Ereignisse nehmen ihren Lauf, Keyaschante wird einer der Häuptlinge seines Volkes, führt Krieg an der Seite Sitting Bulls und Crazy Horses gegen die Eindringlinge, sieht seine Verwandten und Freunde sterben. Erst spät, als Tscheyasa-win mehr zufällig erfährt, dass ihr Mann noch lebt, und sich auf den Weg in den Westen macht, finden die beiden wieder zusammen.
Das Buch ist als Buch eines Angehörigen des Lakota-Volkes natürlich ein wertvolles Dokument und eine kleine Besonderheit. Literarisch lässt es allerdings einiges zu wünschen übrig. So wird nach der Trennung zwar ein paarmal darüber gesprochen, dass Keyaschante sich auf die Suche nach seiner Frau machen will, aber es unterbleibt, und am Ende scheint es auch gar nicht so wichtig, diese Frau wieder zu finden.
Ähnlich wenig Fleisch auf den Rippen hat der Teil der Geschichte, der von Tscheyasa-wins Aufenthalt bei den Weißen erzählt. Man merkt keine Eingewöhnungs- und Umgewöhnungs-Probleme, obwohl sie doch als kleines Kind zu den Lakota kam und vollständig indianisch sozialisiert wurde. Von Erinnerungen an ihre "weiße" Vergangenheit findet sich nichts, und trotzdem ist sie sofort voll integriert, wird ohne weiteres in eine weiße Familie aufgenommen, erlebt nicht die Spur irgendwelcher Garstigkeiten und Gehässigkeiten, eckt nirgends an, hat nirgends das Gefühl, dass es in der Lakota-Gesellschaft aber menschlicher, ehrlicher, gerechter o.ä. zuginge, und hat sogar die Gelegenheit, eine "gute Partie" zu machen, als ein angesehener, leidlich wohlhabender und auch nicht unbedingt unsympathischer junger Mann um sie wirbt. Ja, wenn das so einfach wäre, von weiß zu rot und dann wieder zurück zu wechseln, warum haben sich die Völker dort drüben eigentlich bekriegt?
Die titelgebende "Wintererzählung" erweist sich gleichfalls als ein blindes Motiv. Zwar wird Schildkrötenherz im Buch von seiner Großmutter seine eigene, persönliche Wintererzählung, eine auf Leder aufgemalte Geschichte seines Lebens, übergeben, aber abgesehen von einigen Stellen, an denen er stolz darauf ist, einen persönlichen Wintercount zu haben, wird auf die Sache nie näher eingegangen. Man erfährt nie, was drin steht in der Geschichte und was sein Großvater eigentlich aufgezeichnet hat.
Auch die Wiederbegegnung der beiden Liebenden geht, wie bereits gesagt, auf einen reinen Zufall zurück. Es ist keine Leistung Keyaschantes, seine Frau wieder zu finden. Insofern bleibt alles zufällig, beliebig, nichts hängt zusammen, keine Handlung geht aus der vorherigen hervor.

Plutarch: Die Kunst zu leben (Insel)
- Über die Seelenruhe
- Über die Schwatzhaftigkeit
- Gesundheitsregeln
- Ratschläge für die Ehe
- Trostbrief an die Gattin
- Über Kindererziehung
- Das Gastmahl der Sieben Weisen
Von Plutarch hatte ich bisher nur die Parallelbiographien gelesen. Dieses Insel-Taschenbuch mit ausgewählten Schriften fiel mir mehr oder weniger zufällig in die Hände, ein Fundstück aus dem Prämienshop bei ebook.de. Es ist eine Auswahl, getroffen und übersetzt von Marion Giebel, die ich sehr schätze. Enthalten sind außer den oben genannten Texten auch ein Vorwort und zu jedem Text eine kurze Einführung, ferner gibt es im Anschluss ein paar hilfreiche Anmerkungen. Insgesamt ein sehr lesbares Buch in der geschmeidigen und eleganten Handschrift Plutarchs mit sehr vernünftigen, eben stoischen Ansichten. Ein guter Begleiter für unterwegs. Wenn auch der gefeierte Trostbrief an die Gattin ein wenig oberlehrerhaft daherkommt, und nicht tröstend.

Reinhard K. Sprenger: Total Digital
Sprenger hat wie immer einen guten Schreibstil und kluge Gedanken aufzubieten. Ich schätze seine Bücher sehr, auch darum, weil es mir danach immer ziemlich gut geht ... Als kleine Warnung möchte ich hier allerdings zweierlei vorwegschicken: Zum einen geht es hier nicht darum, wie man Digitalisierung im Unternehmen technisch hinbekommt und was alles möglich ist. Wer also hier nach Informationen sucht, welche Software man einkaufen sollte, um ein Unternehmen umstrukturieren, ist hier fehl am Platz. Das zweite ist, dass das Buch in extrem kurze Kapitel eingeteilt ist, meist nicht mehr als eine Seite. Das hat den Vorteil, dass man es häppchenweise lesen kann, in der Werbepause beim Fernsehen, in der U-Bahn, auf dem Klo oder wo auch immer, aber es hat keinen "Fluss" und ist keine groß angelegte Analyse mit anschließendem Programm, sondern es ist angelegt als Rezeptsammlung, die auch nicht in einer vorbestimmten Reihenfolge gelesen werden muss. Das wird auch geradezu als Leseempfehlung vorangestellt.
Inhaltlich bietet Sprenger einen sehr erfrischenden, humanen Ansatz zum Umgang mit der Digitalisierung. Eben, indem er den "Faktor Mensch" wieder in den Mittelpunkt stellt und klarmacht, dass gerade der Mensch den Unterschied macht und nicht irgendwelche Algorhythmen und Technologien.
Er setzt drei Schwerpunkte: Zum einen rät er, das Unternehmen wieder "vom Kunden aus" zu denken, also nicht immer wieder neue Möglichkeiten auf den Markt zu werfen und dann zu versuchen, das Zeug irgendwie an den Mann zu bringen, sondern ganz konkret bei jeder neuen Entscheidung zu fragen: Was will der Kunde? Welche Probleme will er gelöst haben? Was können wir ihm anbieten, um genau das zu tun?
Der zweite Schwerpunkt ist der Bereich der Kooperation und zwar sowohl der besseren Zusammenarbeit von Mitarbeitern im Unternehmen als auch gemeinsamer Initiativen mehrerer Unternehmen, die an bestimmten Projekten zusammenwirken.
Drittens legt Sprenger den Fokus auf das, was den Menschen schon seit jeher über die Maschine erhob: die Kreativität.
Ein interessanter Ansatz. Und einer, der Mut macht. Es geht gar nicht darum, den Wettbewerb mit der Maschine zu gewinnen. Sondern darum, uns genau auf das zu konzentrieren, was uns als Menschen ausmacht. Und das ist nicht, immer größere Datenmengen sammeln und zusammenzustöpseln ...

Eleanor H. Potter: Pollyanna
Kinderbuch-Klassiker, den ich schon lange mal lesen wollte. Jetzt kam er mir in der Buchhandlung im Goslarer Bahnhof in einer 5-Euro-Hardcover-Ausgabe in die Finger, und das muss man doch mitnehmen. Pollyanna mit ihrem unerschütterlichen Optimismus und ihrem "Freude-Spiel" ist im anglophonen Sprachraum geradezu sprichwörtlich geworden. Der Ausspruch "I am such a Pollyanna!" bedeutet so viel wie: Ich bin so ein fröhlicher optimistischer Mensch, meine naive Lebensfreude lässt sich einfach nicht auslöschen ...
Die Geschichte ist eine typische Waisenkind-kommt-zu-griesgrämiger-Pflegeperson-und-verwandelt-sie-durch-seine-naive-liebevolle-Art-in-einen-Riesenphilanthropen-Story. Denkt an Anne auf Green Gables oder den kleinen Lord oder sowas. Pollyanna hat ihre beiden Eltern verloren. Aber sie hat von ihrem Vater ein unfehlbares Gegengift gegen alle Verzweiflung mit auf den Lebensweg bekommen, eben das Freude-Spiel. Wann immer ihr irgend etwas Trauriges und Niederschmetterndes begegnet, dann will es die Spielregel, dass Pollyanna dieses Erlebnis so lange dreht und wendet, bis sie am Ende doch irgend etwas Gutes daran gefunden hat, über das sie sich freuen kann. Zu einer wahren Meisterschaft hat sie es einst gebracht, als sie zum Geburtstag statt der heißersehnten Puppe von einer Gruppe von Wohltätigkeitsdamen nur ein paar Krücken erhielt. Absolut aussichtslos, an diesen hässlichen Dingern noch etwas Erfreuliches zu finden? Doch. Pollyanna braucht zwar einige Zeit, bis sie die Lösung entdeckt, aber dann geht ihr ein Licht auf: Sie freut sich riesig darüber, dass sie diese Krücken nicht benötigt.
Auf diese Art gefeit gegen alle Verzweiflung kommt Pollyanna ins Haus ihrer Tante, einer griesgrämigen alten Dame, die es Pollyannas Mutter nie verziehen hat, dass diese eine "gute Partie" ausgeschlagen und stattdessen einen armen Geistlichen geheiratet hat. Aber Pollyanna lässt sich nicht unterkriegen, freut sich über alle Garstigkeiten und Gedankenlosigkeiten, mit denen die Tante ihr den Aufenthalt eigentlich zur Qual machen müsste, und nach und nach lehrt sie alle frustrierten Bewohner der Kleinstadt ihr Freude-Spiel. Bis eines Tages etwas passiert, über das sich selbst Pollyanna nicht mehr freuen kann ...
Das Freude-Spiel wird oft in der Ratgeber-Literatur zitiert, es ist so eine Art umgekehrte "Anleitung zum Unglücklichsein". Insofern war es interessant, hier einmal die Quelle kennen zu lernen. Literaturwissenschaftlich betrachtet ist das Buch allerdings nicht die ganz große Literatur, es kann nicht mit Waisenkind-Klassikern wie "Anne auf Green Gables", "Oliver Twist", "David Copperfield" oder "Eine kleine Prinzessin" mithalten, dazu ist Pollyanna zu eindimensional und nur auf dieses eine Spiel fixiert. Aber, wie gesagt, es war interessant.


März

Alessandra Reß: Die Sommerlande

Hartmut Bomhoff: Israel Jacobson - Wegbereiter jüdischer Emanzipation
Handliche, sehr kompakte Überblicksdarstellung aus der Reihe "Jüdische Miniaturen". Israel Jacobsohn war so eine Art Martin Luther des Judentums, also derjenige, der das Reformjudentum erfunden hat. Interessanterweise nahm das Ganze in Seesen seinen Anfang, also fast direkt bei mir vor der Haustür, wo Jacobsohn im Jahr 1810 die erste Reformsynagoge gründete. 1815 führte er in Berlin liberale Gottesdienste ein. Eine sehr spannende Geschichte. Ich mag die Reihe ohnehin, sie bietet jeweils einen guten Einstieg in die entsprechenden Persönlichkeiten.

Reimer Boy Eilers: Das Helgoland, der Höllensturz: Oder Wie ein Esquimeaux das Glück auf der Roten Klippe findet, obwohl die Dreizehenmöwen hier mit Rosinen gegessen werden (e)

Saul Ascher:Ausgewählte Werke:
- Soll der Jude Soldat werden?
- Leviathan oder Ueber Religion in Rücksicht des Judenthums
- Ideen zur natürlichen Geschichte der politischen Revolutionen
- Ansicht vom künftigen Schicksal des Christenthums
Sehr gediegene, ausgesprochen werthaltige Hardcover-Ausgabe mit einer allgemeinen Einleitung zu Saul Aschers Leben und Werk und vier Einzel-Einführungen zu den aufgenommenen Schriften, sie enthält auch eine Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur und einen Index. Etwas vermisst habe ich Aschers "Germanomanie". Die hätte in einen Band innerhalb einer Reihe mit dem Titel "Schriften zu Staat, Nation, Gesellschaft" unbedingt mit dazu gehört. Aber ich vermute mal, dass sie weggelassen wurde, da es noch eine weitere Ascher-Sammlung auf dem Markt gab, die die Germanomanie enthielt (dazu mehr im nächsten Quartal).
Ascher widmet sich in den Schriften politisch-gesellschaftlichen Themen und liefert geschichtsphilosophische Betrachtungen mit ungewöhnlicher Perspektive und ungewöhnlichen Ergebnissen. Sehr interessant fand ich seine Betrachtungen zur Frage "Soll der Jude Soldat werden?" Dies war zu der Zeit ein heiß diskutiertes Thema. Seit Christian von Dohms Schrift "Über die bürgerliche Verbesserung der Juden" (1781) war immer wieder darüber diskutiert worden, dass Juden, wenn sie denn die Staatsbürgerschaft. z.B. die preußische, bekommen, nicht nur die Rechte, sondern eben auch alle Pflichten eines Staatsbürgers haben, und gerade in Preußen war damit dann nicht nur auch, sondern vor allem die Wehrpflicht gemeint. Die Argumente dafür, dass Juden womöglich als Soldaten nicht geeignet waren, waren vor allem: 1) das Sabbatgebot, verbunden mit der Frage, ob Juden am Samstag überhaupt kämpfen und für den Krieg üben durften, 2) die Speisevorschriften, was die Frage aufwarf, ob jüdische Soldaten im Krieg überhaupt ernährt werden können, 3) damit verbunden die Feststellung, dass Juden aufgrund ihrer Ernährung - ob koscher oder aufgrund armutsbedingter Mangelernährung - doch meist sehr dünne und schwächliche Personen seien und dem Einsatz im Krieg physisch gar nicht gewachsen, und 4) die Loyalitätsfrage: Wären Juden bereit, sich für ihre jeweiligen Heimatländer totschießen zu lassen, oder fühlen sie sich diesen Staaten weniger verbunden, da sie dort ja bislang jahrhundertelang Fremde mit eingeschränkten Rechten waren? Viele Juden haben, wie die Teilnahme am Ersten Weltkrieg zeigte, mit Begeisterung für ihr Vaterland in die Schlacht ziehen wollen ...
Ascher bezieht sehr klar eine Gegenposition. Er geht aus von einer zeitgenössischen Schrift, die unter der Überschrift "Soll der Jude Soldat werden?" angetreten ist, aber dann nur die Frage beantwortet: "Kann der Jude Soldat werden?" Ascher rügt diesen Etikettenschwindel. Und dann geht er selbst diesem "soll" nach, das bislang in der Diskussion vernachlässigt wurde. Sein hartes, provokantes Urteil lautet: "Nein."
Aschers Argumentation: Wer Soldat werden soll, um sein Vaterland zu verteidigen, der ist dazu verpflichtet, wenn er denn ein Vaterland hat und von diesem von Kindesbeinen an Wohltaten empfangen hat. Ein christlicher Bewohner eines bestimmten Landes ist von Geburt an in den Genuss der staatlichen Fürsorge gekommen, ist aufgewachsen in Sicherheit, hat Schulunterricht erhalten, die Polizei schützte sein Eigentum und seine Sicherheit usw. Damit ist der christliche Staatsbürger auch verpflichtet, sich für diesen Staat einzusetzen. Ein Jude, der jetzt plötzlich die Staatsbürgerschaft erhält, aber vorher sein Leben lang unterdrückt wurde, hat diesem Staat gegenüber noch keine Verpflichtungen, hier ist der Staat erst noch in der Bringschuld. Erst die Angehörigen der nächsten Generation, die als vollwertige Staatsbürger aufgewachsen sind und alle Segnungen des Bürgerrechts frei genießen konnten, seien dann auch in der Pflicht, Soldat zu werden. Ascher fehlte es nicht an Selbstbewusstsein und an Mut, auch mal gegen den Mainstream zu argumentieren.
Ebenso selbstbewusst tritt er im "Leviathan" gleichzeitig mit Moses Mendelssohn und Thomas Hobbes in die Schranken. Dabei sind vor allem deutliche Differenzen zu Mendelssohns "Jerusalem" festzustellen. Beide treten zwar für eine "bürgerliche Verbesserung der Juden" ein. Doch während Mendelssohn auf jeden Fall an der jüdischen Tradition festhalten will und eher auf Bürgerrechte als auf religiöse Formen und Zeremonialgesetze verzichten will, tritt Ascher dafür ein, das Judentum als ein Glaubenssystem zu denken, das als solches auch reformierbar und modernisierbar ist. Hierdurch erklärt sich auch der Titel: Bei Hobbes war der Leviathan, benannt nach dem gewaltigen biblischen Ungeheuer, noch der absolute Staat, der die Bürger (zu ihrem eigenen Schutz) knechtet und in vollkommener Unfreiheit hält. Für Ascher bezeichnet das Wort den zum Moloch angewachsenen jüdischen "Staat im Staate", der die Emanzipation der Juden verhindert.
In seiner Revolutionsgeschichte fasst er Geschichte geradezu als eine Abfolge von Revolutionen auf, die jeweils einen Fortschritt beziehungsweise eine Veränderung zum Besseren hin mit sich bringen. Ascher zufolge liegen in der Menschheitsentwicklung zwei Bestrebungen miteinander im Widerstreit, nämlich Sinnlichkeit und Vernunft. Leuten, die sich gegen Revolutionen aussprechen, wirft er vor, dass sie Ursache und Wirkung verwechseln: Revolutionen entstehen, wenn ein Missstand vorliegt, und ihr Ziel ist es, diesen Missstand zu beseitigen.
Dass sich Ascher als Jude in einem Aufsatz mit dem "künftigen Schicksal des Christentums" auseinandersetzte, wäre für einen jüdischen Autor der vorherigen Generation wohl undenkbar gewesen. Auch bei dem Spätaufklärer Ascher werden es noch sehr viele Leute ziemlich keck gefunden oder für einen Anfall von Hybris erklärt haben. Ascher ficht das nicht an. Er geht davon aus, dass die "Offenbarungsreligionen" inzwischen mehr oder weniger abgewirtschaftet haben. Offenbarung ist laut Ascher nicht aus der Vernunft zu begründen, lässt sich nicht denkend entwickeln, Offenbarungsreligionen seien dem Volk immer von außen aufgedrückt worden, hätten "nie einen unmittelbaren Zusammenhang mit den Völkern selbst gehabt", schreibt er. Sie seien zu ihrer Zeit möglicherweise notwendig gewesen. Ascher geht aber davon aus, dass mit zunehmender Entwicklung der Menschheit die geoffenbarte Religion nach und nach einer Weltreligion das Feld räumen dürfte. Einer Religion, die sich, gut aufklärerisch gedacht, mit dem menschlichen Verstand weiterentwickeln wird. Besonders im Protestantismus sieht er eine fortschreitende Entwicklung. Am Schluss könnte für eine Art Religion der Freiheit und Vernunft stehen, in der die Menschen im Bewusstsein ihrer Selbstständigkeit leben.


Fabienne Siegmund: Das Nebelmädchen von Mirrors End


© Petra Hartmann


Weiterer Jahresrückblick:
Teil II: April bis Juni 2020
Teil III: Juli bis September 2020
Teil IV: Oktober und November 2020
Teil V: Dezember 2020


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Fabienne Siegmund: Herbstfeuer

Geschrieben von Petra , in Bücher - phantastisch 26 Dezember 2020 · 1.964 Aufrufe
Bücher- phantastisch und 2 weitere...

Die Herbstlande-Welt ist ein Projekt, das seit vier Jahren bereits mehrere zauberhafte Bücher hervorgebracht hat. Fabienne Siegmund ist - neben Stephanie Kempin, Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser - Mit-Weltgründerin und Autorin des Drei-Landes aus September, Oktober und November. Neben zwei dicken, reich illustrierten Romanen und einem Kurzgeschichtenband hat das Projekt inzwischen auch einige Novellen hervorgebracht. Nun erschien mit "Herbstfeuer" ein neues Büchlein aus diesem Universum. Es ist erneut eine Novelle und gehört, nun ja, irgendwie mit dazu und doch wieder nicht dazu.
"Herbstfeuer" ist eine Novelle, die entstand, bevor es das Herbstlande-Projekt gab. Fabienne Siegmund veröffentlicht hier gewissermaßen eine "Ur-Erzählung", eine Geschichte, aus der später einmal die Idee zu den komplexen Herbstlanden wurde, die sie mit ihren drei Kollegen zusammen entwickelte. Insofern ist die vorliegende Geschichte kein Teil der Herbstlande-Kontinuität, sondern eine Vorform, ein Dokument aus der Entstehungsgeschichte, ein Blick ins Skizzenbuch der Autorin, das dem Leser zeigt, wie es einmal ausgesehen hat in dieser Welt, ein Märchen, das zur Kernzelle des Universums wurde.

 

Wunschzettel verbrennt im Kürbiskopf

 

Einige Grundbestandteile, die auch im ersten Herbstlande-Roman vorkommen, finden sich bereits in der Herbstfeuer-Novelle. So geht es um einen schwerkranken Menschen, den nur noch ein Wunder retten kann. Und es geht darum, dass eine Person dieses Wunder durch einen besonderen Wunsch herbeiführen will: Ein Wunsch in der aufgeschrieben und dann in einem Kürbiskopf verbrannt wird. Damit beginnt für den Wünschenden eine abenteuerliche und gefährliche Odyssee durch ein Zauberland, es gibt gute und schlechte Begegnungen, freundliche und feindliche Wesen, und es ist gar nicht so einfach, wieder zurück in die wirkliche Welt zu kommen. Der Preis für einen Wunsch ist sehr hoch ...

 

Kürbiskönig und Novemberhexe

 

In "Herbstfeuer" ist die Gebieterin der Wünsche noch nicht die Kürbiskönigin. Es ist der Kürbiskönig, an den die junge Hazel sich wendet, als ihr Bruder schwer krank in der Klinik liegt. Und dann ist da noch die Novemberhexe, vor der Hazel sich vorsehen muss. Der größte Kürbiskopf der Stadt muss es sein, in dem sie ihren Wunsch verbrennt. Aber damit ist nur der allererste Schritt getan. Und das Opfer, das Hazel bringen muss, ist groß.
Es ist ein dünnes, erneut zauberhaft illustriertes Bändchen, das hier den Herbstlanden eine neue Facette hinzufügt. Für die Fans der Serie hat es einen ganz eigenen Charme, dieses noch etwas ungelenke, unfertige Herbstlande-Stück zu lesen. Denn dass sich die Welt inzwischen weiter entwickelt hat und wesentlich komplexer geworden ist als das kleine Märchen, das am Anfang stand, sollte niemanden verwundern. Auch die Autorin hat sich inzwischen entwickelt und ist besser und vielschichtiger geworden. Aber gerade darum ist dieses Märchen eine kleine Kostbarkeit und ein hochinteressanter Blick in die Werkstatt einer besonderen Erzählerin.

 

Fazit: Ein Einblick in die Ur-Herbstlande. Für Fans ein Muss, für Neueinsteiger ein interessantes Probehäppchen, das ein wenig über die Welt der Monate September, Oktober und November ahnen lässt, ohne allzu viel zu verraten. Lesenswert.

 

Fabienne Siegmund: Herbstfeuer. Eine Herbstlande-Novelle. Meitlingen/Erlingen: Verlag Torsten Low, 2020. 37 S., Euro 7,50.

 

 

Weitere Bücher über die Herbstlande
Herbstlande
Herbstlande - Verklingende Farben
Geschichten aus den Herbstlanden
Anja Bagus: Das Nebelreich
Alessandra Reß: Die Sommerlande
Markus Heitkamp: Die Reisen des jungen Haselhorn
Diana Menschig: Jaspers Reise zur Erkenntnis
Bernhard Stäber: Wenn Menschen Märchen sind
Stefanie Bender: Der Pfad des Kolibris
Stephanie Kempin: Fieberträume
Fabienne Siegmund: Hinter den fallenden Blättern
Tino Falke: Ein Lied für die Sommerlande
Agga Kastell: Mission Merlacorna

 

Mehr von Fabienne Siegmund:
Namiria
Das Mädchen und der Leuchtturm
Der Karussellkönig
Goldstaub
Sternenasche
Herbstlande - Verklingende Farben
Moon Bird
Das Nebelmädchen von Mirrors End
Die Blätter des Herbstbringers
Das Mühlenreich I
Die Papierprinzessin

 

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Reimer Boy Eilers: Die Schiffbrüchigen von Tumbatu

Geschrieben von Petra , in Lyrik 26 Dezember 2020 · 1.681 Aufrufe
Lyrik, Reimer Boy Eilers

Ein "Langgedicht" nennt Reimer Boy Eilers sein neues Werk "Die Schiffbrüchigen von Tumbatu". Das ist eine redliche Bezeichnung für eine rund 200 Seiten starke in Verse gegossene Dichtung, wenn man nicht gerade mit so wuchtigen Titeln wie "Epos" hantieren möchte. Eilers erzählt vom Schiffbruch eines Sklavenschiffs, der sich vor der Küste der Insel Tumbatu nahe Sansibar zugetragen hat, und vom Schicksal der Sklaven, die an Bord gefangen waren.
In 31 Kapiteln - Eilers bezeichnet sie als "Stremel", ein Wort, das ich bislang nur in Verbindung mit Lachs kannte - erzählt der Autor von einer offenbar zum Teil autobiografischen Erfahrung, einer Reise nach Sansibar, und verbindet dies mit einer Art Vision oder mystischen Zeitreise.
Der Ich-Erzähler ist zur Zeit des Ramadan auf der Insel Sansibar unterwegs. Hier lernt er den Heiler Salumba kennen. Als er von der nahegelegen Insel Tumbatu hört, an deren Küste einst ein Sklavenschiff verunglückte, wird er neugierig und macht sich auf, den Ort zu besuchen. Im Einbaum, begleitet von einigen Einheimischen, setzt er über. Im Ramadan keine ganz einfache Fahrt, da die moslemischen Begleiter wegen des Fastenmonats tagsüber weder Speisen noch Getränke zu sich nehmen dürfen, und auch der Ich-Erzähler wird an Bord von Durst und Hitze in einen seltsamen, überwirklich-halluzinatorischen Zustand versetzt. Es sind nicht nur die Stimme und das Bild Salumbas, die ihn auf dieser Fahrt als mystische Helfer begleiten, an der Unglücksstelle angelangt wird der dehydrierte deutsche Tourist einer Vision teilhaftig und erlebt das Schicksal der Sklaven hautnah mit.

 

Sklavenschiff verunglückt vor Tumbatu

 

Es ist keine schöne Geschichte. Ein Schiff voller Sklaven, dem Untergang geweiht. Die Menschen unter erbärmlichsten Bedingungen unter Deck zusammengepfercht und angekettet. Kenyatta, der Held der Geschichte, wird von seiner Frau und seiner Tochter getrennt, muss sogar mit ansehen, wie seine Tochter Sabahate, Morgenröte, die auf der Fahrt erkrankt, über Bord geworfen und von einem Tigerhai davongerissen wird.
Als das Schiff vom Sturm vor der Küste Tumbatus zerschlagen wird, kann Kenyatta sich retten. Doch der Traum von der Freiheit ist kurz und trügerisch. Er währt nur wenige Tage, dann werden die letzten Überlebenden von Sklavenjägern erneut gefangen und nach Sansibar auf den Sklavenmarkt gebracht.

 

Reimer Boy Eilers schreibt keine "schöne" Lyrik

 

Es ist keine schöne Geschichte, und es ist kein "schönes" Gedicht. Blümchenlyrik wäre angesichts des Themas auch unangemessen gewesen. Eilers verwendet einfache Verse mit schlichten Reimen, oft Knittelverse, oft auch Takte und Reime, die irgendwie "haken". Geschmeidig und elegant geht anders, dieses hier hakt und öst und eckt und kantet, und das soll wohl auch so sein. Interessant ist die Sprache gleichwohl. Da werden immer wieder arabische Ausdrücke und Swahili-Wörter eingeflochten, aber gleichzeitig scheut der Helgoländer Autor nicht davor zurück, norddeutsche Ausdrücke einzustreuen, vor allem Seemannssprachliches, was an Bord eines sansibarischen Einbaums einen ganz eigenen Effekt macht. Wenn der Freund mit "Rafiki" ("Freund") oder "Muzungu" (rote Banane = Weißer mit Sonnenbrand) angeredet wird, dann ist die Antwort des Norddeutschen darauf, dass er die Fahrt einer südlichen Sklaven-Dhau mit seinem eigenen Vokabular schildert. Das Schiff trifft auf "Rasmus' Wasserhose", da schreit der Rudergänger: "Wahrschau!", die Dhau treibt "blank vor Top und Takel", und schon ist die gefährliche Küste nur noch eine halbe Kabellänge voraus. "All hands on deck!", schallt es. Der Erzähler selbst "wie der Klabautermann vorn im Bug", fordert: "Butter bei die Fische" und bekommt von seinem Kapitän den Rat: "Schau zur Kimm".
Und was hat der Reisende nun mitgenommen von seiner Expedition? Das lapidare "Na, is auch wurscht./ Mann, hab ich nen Durscht." ist nicht ganz das letzte Wort des Langgedichts. Der Schamane Salumba hatte seinem Freund ja angekündigt, er werde nicht so zurückkommen, wie er aufgebrochen war. Ein neugieriger, naseweiser Tourist ist er wohl doch geblieben, wie der Heiler diagnostiziert. Nichts, was nicht auch irgendwie in Ordnung wäre. Aber ein wenig nachdenklich geworden ist er schon, als er von dannen geht.

 

Fazit: Ein spannendes sprachliches und erzählerisches Experiment zwischen Sansibar und Helgoland. Eine Zeitreise zurück in die düstere Zeit, versehen mit einem kleinen Fragezeichen an die Gegenwart. Keine schöne Geschichte, aber eine notwendige. Lesenswert.

 

Reimer Boy Eilers: Die Schiffbrüchigen von Tumbatu. Langgedicht. Hamburg: Kulturmaschinen Verlag, 2020. 203 S., Euro 18.

 

Mehr von Reimer Boy Eilers
Das Helgoland, der Höllensturz
Mit Magellan I: Die Ausfahrt
Mit Magellan II: Das Paradies

 

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Günter Abramowski: das leichte ist im schweren

Geschrieben von Petra , in Lyrik 25 Dezember 2020 · 940 Aufrufe
Lyrik, Günter Abramowski

Mit schöner Regelmäßigkeit legt der Lyriker Günter Abramowski im Abstand von einem bis zwei Jahren einen neuen Gedichtband vor. Sein neuestes Werk trägt den Titel "das leichte ist im schweren" und reiht sich nahtlos in diese Folge ein. Knapp 100 Gedichte enthält das im Hamburger Elbaol-Verlag erschienene Taschenbuch, und der Verfasser rät dem Leser zum Einstieg: "Es ist von Vorteil, die Gedichte in ihrer Reihenfolge zu lesen." Was natürlich gerade zum Widerstand und Querlesen herausfordert ... So ergeben die ersten Zeilen des Inhaltsverzeichnisses am Schluss des Buchs Folgendes:

 

wink
in die welt hinein
nackt sind wir schön
so weit ich weiß

 

Aber beginnen wir nun ernsthaft mit dem Anfang. Eröffnet wird der Band mit dem Gedicht "wink", in dem sich das Thema des Leichten und Schweren, das sich ja im Buchtitel ankündigte, widerspiegelt. Ein Augenblickseindruck, geronnen zur Allzeit:

 

dieser augenblick
wundersame knospe
an einem zaunpfahl

 

weiß nicht
woher er kommt
liebfürchte das licht der blüte.

 

Das Aufeinandertreffen von Schwere und Leichtigkeit findet sich in vielen Gedichten dieses Bandes wieder. So in dem mit rund zweieinhalb Seiten auffallend langen Stück "die reise in den ort des abschieds", das im Anfang die Schwere und Gewichtigkeit mit dem Bild von "bleiernen Wolken" über einem sandsteinernen Turm, grauweißem Geröll und dem Gipfel eines Hügels beschwört, deren "Schwere" sich über die Landschaft ergießt. Dann entwickelt sich leicht ein Wind auf der stehenden Luft heraus, Windvogel und Ölpapierdrache an feiner Silberschnur lehren das lyrische Ich fliegen. Es geht um Abschied, Schmerz und Tod, aber auch um die Leichtigkeit in allem:

 

dein offen herz es ist das das goldne tor
in deine schöpferwelt
durch die der freie vogel fliegt

 

Ähnlich klingt es am Schluss des Gedichts "heiligabend 1972", in dem der Ich-Erzähler festhält:

 

ich ergab mich

 

in meinen
ausgebreiteten armen
der eisenharten erde gewicht

 

mich trug
aus der schwere
die leichtigkeit
unserer melodie
wir sangen einander
heimwege durch den wald

 

Abramowski beschreibt Oberflächlichkeit und Sinnarmut der modernen Zeit, wendet sich gegen Massengeschmack, Konsumgesellschaft und versäumtes Selbst-Denken. So heißt es im Gedicht "wer ist wir":

 

polit-eure verblenden die sicht
influencer geben ihrem leben
fake sinn

 

den unbrauchbaren bleibt nichts
sie sterben dahin
sich balgend um must haves

 

Und in "zwischen welten" spricht sehr viel Verärgerung über einen gewissen Typus Mitmensch: "wer zu doof zum leben / verspielt die welt", gnatzt der Autor und fordert auf: "versuch zu heilen / dich deine führer die welt"
Dazwischen: ein Ich auf der Suche nach sich selbst, manchmal verloren, einsam, traurig, "muttervaterseelenalleintraurig", ein Autor, der orpheusartig klagt: "ach ich habe mich verloren" und sich aufrafft "aus meines gottes armen" "das eigne leben in die hände" zu nehmen":

 

will in der erinnerung
zeitenlos mein jetzt erleben

 

möchte sein
was ich einst hatte

 

möchte werden
was ich bin

 

Fazit: Ein leicht-schwerer Lyrikband, für den man sich ein wenig Zeit nehmen sollte. Sehr schön ausbalanciert zwischen Gewichtigkeit und Schweben.

 

Günter Abramowski. das leichte ist im schweren. Gedichte. Hamburg: Elbaol Verlag, 2019. 124 S., Euro 6,99.

 

Mehr von Günter Abramowski
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vor den toren von tag & nacht
vom turm

 

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Weihnachtsmärchen: Die Tannenbaumspitze

Geschrieben von Petra , in Weihnachten 24 Dezember 2020 · 860 Aufrufe
Weihnachten, Weihnachtsmärchen
Weihnachten kommt immer so plötzlich, heißt es ja. Nun, dieses Jahr war alles ein bisschen anders, die letzten Geschenke-Einkäufe habe ich rechtzeitig vor dem Lockdown gemacht, und nun hoffe ich auf ein paar stille und irgendwie frohe Tage. Bleibt nur noch, euch ein Weihnachtsmärchen zu erzählen. Meine Schwester hat sich für dieses Jahr etwas gewünscht. Sie hat sich gewünscht, dass im Märchen das Wort Corona nicht vorkommt. Und es sollten Kinder eine Rolle spielen. Klar, dass ich ihr diesen Wunsch erfüllt habe. Und wenn ich mir nun auch etwas wünschen darf: Ich wünsche mir, dass alle, die das hier lesen, glücklich und vor allem gesund durch das neue Jahr kommen. Passt auf euch auf, ja? Und nun: Viel Spaß beim Lesen.


Die Tannenbaumspitze


Wie lange war ich nicht mehr hier oben auf dem Dachboden? Jahre? Jahrzehnte? Ein Leben lang? Es ist unfassbar, was sich in all der Zeit angesammelt hat. Aufräumen war nie meine starke Seite, aber wer es in diesem Jahr nicht schafft, seinen Dachboden zu entrümpeln, der wird es nie schaffen, dachte ich mir. So kam ich herauf.
Bald habe ich die ersten kaputten Stühle nach unten geschafft, alte Umzugskisten geöffnet, und da ist ja auch die Comic-Sammlung aus den 80ern mit den Yps-Heften und Superhelden-Abenteuern. Als ich den Karton mit der Weihnachts-Deko öffne, werde ich langsamer. Die Krippe mit dem dreibeinigen Schaf und ohne Jesus. Die Tannenzapfen-Wichtel und Goldpapier-Sterne und die rotleuchtenden Kugeln aus hauchdünnem, zerbrechlichem Glas.
Wie ein absurder Fremdkörper liegt die dicke orangefarbene Knetkugel mit dem Loch in der Mitte daneben. Eine plumpe, von grobmotorischen Kinderfingern zusammengerollte Knetkugel, auf der drei ungeschickt daraufgedrückte blaue Sterne kleben. Ziemlich hässlich, aber wir haben es nie übers Herz gebracht, sie wegzuwerfen.
Und jetzt weiß ich auch wieder, wo ich damals die wunderschöne, hauchzarte Tannenbaumspitze aus Glitzerglas versteckt habe. Ganz vorsichtig balanciere ich nach hinten in den dunkelsten Bereich des Speichers und passe auf, dass ich die ekligen Spinnennetze nicht berühre. Dort im Geheimversteck hinter dem alten Eichenbalken finde ich die graue Pappschachtel, die ich vor über 40 Jahren dort verborgen hatte. Vorsichtig hebe ich den Deckel.
Es ist kaum zu glauben, aber sie liegt noch vollkommen unversehrt vor mir. Und als ich jetzt an die kleine Dachluke trete und ein dünner Wintersonnenstrahl sich in dem Glitzerglas fängt, wahrhaftig, da leuchtet das wunderschöne Zauberding auf und funkelt wie ein Eiskristall im Schneekönigin-Märchen. So wunderschön, denke ich.
Nie habe ich eine schönere Tannenbaumspitze gesehen. Aber gezeigt habe ich sie niemals jemandem. Vorsichtig lasse ich mich auf einem der alten, zerbrechlichen Stühle nieder und drehe das glänzende Meisterwerk hin und her. Die schönste Tannenbaumspitze der Welt.

*


Nie werde ich das Gesicht unserer Mutter vergessen an dem Tag, als sie die Scherben der zerbrochenen Tannenbaumspitze aufsammelte. Das Geräusch des zersplitternden Glases ist verschwunden aus meinem Gedächtnis. Das Wanken und Schwanken des Weihnachtsbaums, der Sturz - nichts. Nur ihr bleiches, trauriges Gesicht und die dunklen Augen, die auf die Scherben starrten, als sei alles Glück und alle Herrlichkeit der Welt für alle Zeit zerbrochen.
Meine Schwester und ich fühlten uns hundeelend an dem Tag. War sie schuld, war ich es? Ich wusste es nicht mehr. Ich wusste nur, dass Weihnachten nie wieder dasselbe sein würde und dass ein Baum ohne Tannenbaumspitze das Furchtbarste war, was es auf der ganzen Welt geben konnte. Wir hatten sie doch nur einmal genau ansehen wollen. Und nun lag Weihnachten in Scherben.
Die Kleine konnte es noch nicht wissen, die kam gerade mal in den Kindergarten und verstand nicht viel. Aber ich, ich war schon groß und kam bald in die zweite Klasse. Ich wusste genau, was wir getan hatten. Wir hatten Weihnachten getötet. Und wenn Mama auch versuchte, sich nichts anmerken zu lassen, es hatte sie getroffen. Und was sollte nun werden?
Natürlich geht das Leben immer irgendwie weiter. Anfang Januar verschwand der Baum aus unserem Wohnzimmer, und die Kugeln und Zwerge und Sterne kamen in die große Weihnachtskiste, die Papa auf den Dachboden trug.
Das Frühjahr kam, der Sommer, der Herbst. Ich hatte das Unglück schon fast wieder vergessen, als unsere Lehrerin anfing, uns Weihnachtssterne basteln zu lassen, Sterne aus rotem Tonpapier und Goldfolie, damit wir zu Hause unseren Baum auch ordentlich schmücken konnten.
Ach, da fiel es mir alles wieder ein. Welchen Sinn konnte es schon haben, einen Tannenbaum zu schmücken, wenn die Spitze zerbrochen war? Nein, das würde kein frohes Fest werden. Mama würde weinen beim Anblick des Baumes, das wusste ich doch.
In der Woche darauf hatten wir eine Deutschstunde bei unserem Schulleiter. Wir sollten einen Wunschzettel schreiben, entweder an den Weihnachtsmann oder an das Christkind, das durften wir uns aussuchen. Da musste ich gar nicht lange überlegen.
„Lieber Weihnachtsmann“, schrieb ich in Beinahe-Schönschrift, „ich wünsche mir ganz doll eine Wasserpistole und eine Tannenbaumspitze.“
Der Schulleiter fand das seltsam. Aber ich war doch froh, dass er auf die Idee mit dem Wunschzettel gekommen war. Denn nun musste doch alles gut werden.
Nach der Schule lief ich sofort hinüber zum Briefkasten und warf meinen Wunschzettel ein. Doch dann hörte ich den dicken Peter hinter mir dreckig lachen. Er hatte alles mitgekriegt, und nun lachte er mich aus, weil ich einen Wunschzettel abgeschickt hatte und weil ich noch an den Weihnachtsmann glaubte. „Du bist ja noch ein richtiges Baby“, lachte er. „Den Weihnachtsmann gibt es doch gar nicht, und die Geschenke, die kaufen ja die Eltern.“
Ich habe nicht geweint, als er es sagte. Ich habe die Nase ganz hochgenommen und bin aufrecht an ihm vorbeigegangen. Aber bestimmt habe ich ein Gesicht gemacht wie meine Mutter, als sie die Scherben der Tannenbaumspitze zusammenkehrte. Doch, ein bisschen habe ich doch geweint. Aber erst, als Peter mich nicht mehr sehen konnte. Und dann ist mir etwas eingefallen. Mir ist eingefallen: Wenn Eltern Geschenke kaufen können, dann können Kinder das auch.
An das Geräusch des Sparschweins, das ich zerschlug, erinnere ich mich noch genau. Auch an sein verdutztes Gesicht. An die drei Fünfmarkstücke zwischen den dicken gelben Steingutscherben und daran, wie gut ich aufpasste, dass ich mir nicht Finger zerschnitt, als ich sie herausfischte.
Damals gab es noch den kleinen Dorfladen von Renate Huber im Eichenweg. Ich war Stammkunde in der Bonbon-Abteilung, natürlich, und manchmal hatte mich Mama auch schon mit einer Einkaufsliste losgeschickt, um Konservendosen oder Waschpulver zu kaufen. Aber als ich meine drei Fünfmarkstücke auf den Tresen legte und eine Tannenbaumspitze verlangte, schaute mich Tante Renate ungefähr so verblüfft an wie das Sparschwein kurz zuvor.
Zuerst hatte ich das Gefühl, dass sie gar nicht wusste, was eine Tannenbaumspitze überhaupt war. Sie zeigte mir einen Strohstern mit einer grünen Drahtspirale unten dran. Den könne man sehr gut auf eine Fichte setzen, meinte sie, das sei auch supergünstig und obendrein jetzt modern. Oder einen kleinen Engel, der oben auf dem Weihnachtsbaum sitzen konnte. Aber eine glitzernde Glasspitze, die aussah wie ein verzauberter Eiskristall, nein, so etwas hatte sie nicht im Regal. Ob ich nicht lieber einen Schokostern haben wolle?
Da begann ich zu weinen. Mitten im Tante-Emma-Laden von Tante Renate, und es war gut, dass ich in diesem Augenblick der einzige Kunde war.
„Kind, Kind, wein doch nicht“, rief sie erschrocken aus. „Warte, ich habe da vielleicht noch etwas auf dem Speicher. Geh nicht weg.“
Ich schniefte. Aber da war sie schon aus dem Laden verschwunden, und ich hörte sie mit schweren Schritten die Treppe hinauf zum Dachboden stiefeln. Da oben rumpelte etwas. Möbel wurden verschoben. Ich hörte eine quietschende Schranktür. Noch ein Möbelrücken. Der Dachboden von Renate Huber musste wohl ähnlich vollgestellt sein wie unserer. Aber am Ende kam sie dann doch wieder die knarrenden Treppenstufen herunter.
In der Hand hielt sie eine graue Schachtel, und als sie jetzt den Deckel anhob, da blieb mir fast die Luft weg vor lauter Glück: Eine gläserne Funkel-Tannenbaumspitze, die in tausend Farben sprühte, lag darin. Und da wusste ich, dass es dieses Jahr doch ein Weihnachtsfest geben würde.
„Nimm sie ruhig“, meinte Tante Renate. „Das ist noch ein Erbstück von meiner Schwiegermutter. Ich würde das altmodische Ding ohnehin nicht mehr auf meinen Christbaum setzten.“
Sie wollte nicht einmal mein Geld haben, und ich glaube, sie hielt mich für etwas verrückt, dass ich so ein altmodisches Ding überhaupt haben wollte. Aber als ich den Karton vorsichtig nach Hause trug, da war es mir, als hätte ich den kostbarsten Schatz der ganzen Welt geschenkt bekommen.
Die Tage bis Heiligabend waren kaum auszuhalten. Zu gern hätte ich wenigstens meiner kleinen Schwester das Zauberding gezeigt und mich dafür bewundern lassen, dass ich Weihnachten gerettet hatte. Aber sie hätte es womöglich noch zerbrochen oder, schlimmer noch, mein Geheimnis verraten. Sie war ja erst ein Kindergartenkind und verstand es nicht besser.
Hach, und dann war es endlich so weit. Das Wohnzimmer lag im Halbdunkel, der Baum war festlich geschmückt, rote Wachskerzen brannten auf den Zweigen, und er sah wunderschön aus. Nur der Platz an der Spitze war leer und erinnerte an die Katastrophe vom letzten Jahr. Wir sangen. „Oh du fröhliche“ und „Oh Tannenbaum“.
Und dann kam der feierliche Moment, in dem ich vortrat, mein kleines Päckchen hochhielt und ...
„Da, Mama, für dich“, sagte in diesem Augenblick meine kleine Schwester. Sie hielt eine dicke orangefarbene Knetkugel in der Hand. „Das habe ich im Kindergarten gemacht. Weil ich doch letztes Jahr die Tannenbaumspitze kaputtgemacht habe.“
Meine Mutter hätte fast geheult vor Rührung. Sie umarmte die Kleine. Und dann hat Papa die dicke orangefarbene Knetkugel mit den drei blauen Sternen ganz oben auf den Baum gesetzt. Die nadelige Spitze der Fichte passte genau in das Loch der Kugel, und Papa musste die Knetmasse nur ein ganz kleines Bisschen zusammendrücken.
Schön sah es nicht aus, das mussten auch meine Eltern gemerkt haben. Aber als ich das Strahlen im Gesicht meiner Mutter sah und wie stolz die Kleine vor dem Baum stand, da wusste ich, dass das nicht der richtige Moment war, meine Pappschachtel zu öffnen. Aber ich verstand auch, dass Weihnachten gerettet war und dass unser Baum ganz genau die richtige Spitze bekommen hatte.
Ganz leise schlich ich mich davon und ließ den Karton mit dem Glitzerkristall verschwinden, und später versteckte ich ihn auf dem Dachboden.

*


Das ist jetzt über 40 Jahre her. Und die Tannenbaumspitze glitzert und funkelt noch immer so zauberhaft wie damals im Tante-Emma-Laden von Tante Renate. Ja, denke ich, Weihnachten ist gerettet, wenn man die richtige Tannenbaumspitze hat. Und dann mache ich den Deckel wieder zu und verstecke die Schachtel wieder hinter dem alten Dachbalken. Wenn meine kleine Schwester mich nächste Woche zum Fest besucht, dann wird auf meinem Baum eine dicke orangefarbene Knetkugel mit drei blauen Sternen thronen. Ob sie sich noch daran erinnert?

© Petra Hartmann


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Corona-Anthologie erschienen

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 12 Dezember 2020 · 736 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt, Corona

Unsere Corona-Anthologie "Wenn die Welt klein wird und bedrohlich" ist da. Die Sammlung enthält 30 Beiträge von 30 Autoren, die sich schreibend durch den ersten Monat unter Pandemie-Bedingungen hindurchgelebt haben. Ich bin mit meinen "Notizen aus der Lokalredaktion" darin vertreten.

 

Der Klappentext:

 

„Ich möchte glauben, dass auch diese Pandemie etwas Gutes besitzt; dass sie nicht umsonst ausbrach. Gut möglich, dass sie der außer Kontrolle geratene Blutdruck unseres Planeten war, der nun die Möglichkeit nutzte, für mehrere Wochen oder Monate in Kur zu dürfen.
Ich möchte glauben, dass wir aus diesem Ereignis etwas lernen werden. Nicht alle, aber genug von uns.
Ich möchte glauben, dass kommende Generationen von ihren Eltern gewarnt werden, es nicht so weit kommen zu lassen.
Ich möchte ...“
(Torsten Scheib)

 

30 Phantastik-Autorinnen und -Autoren begleiten den ersten Monat der Corona-Isolation.
30 Perspektiven auf eine Welt im Krisenzustand.
Ein literarisch-phantastisches Tagebuch zwischen realer Dystopie und erschreckender Wirklichkeit.
Mit Beiträgen von Vincent Voss, Michael Schmidt, Jörg Kleudgen, Arthur Gordon Wolf, Nele Sickel, Silke Brandt, Petra Hartmann, Marianne Labisch, Markus K. Korb, Sascha Dinse, Gerd Scherm, Tatjana Stöckler, Sebastian von Arndt, Christian Veit Eschenfelder, Nicole Rensmann, Tobias Bachmann, Günter Wirtz, Tobias Reckermann, Martina Sprenger, Julia Annina Jorges, Thorsten Küper, Torsten Scheib, Jana Oltersdorff, Nadine Muriel, Matthias Attig, Alessandra Reß, Isabella Benz, Frank Hebben, Carolin Zwergfeld und Michael Marrak.

 

Buch-Infos:

 

Felix Woitkowski (Hrsg.)
WENN DIE WELT KLEIN WIRD UND BEDROHLICH
Band 11, Anthologie
Seiten: 306 Taschenbuch
Künstler: Jens Weber
Preis: 12,95 Euro

 

Das Buch könnt ihr euch als Taschenbuch beim Blitz-Verlag bestellen: https://www.blitz-ve...on=buch&id=2548
Oder als eBook bei allen üblichen Online-Buchhändlern.

 

Wer mag, kann auch gern auf der Facebook-Seite zum Buch hereinschauen:
https://www.facebook...100370131892429




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Reporterslam in Hildesheim: Die Kunst, kleine Buchstaben zu schreiben

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 30 Oktober 2020 · 5.397 Aufrufe
Unterwegs
Ich war beim ersten Hildesheimer Reporterslam mit dabei. Mein erster Slam überhaupt. War eine spannende Sache. Vor allem, weil es ziemlich überraschend kam. Ich habe erst 48 Stunden vor der Veranstaltung erfahren, dass ich da auftreten sollte, ein Teilnehmer ist wegen Corona ausgefallen. Mein Text "Die Kunst, kleine Buchstaben zu schreiben" war dann am Morgen um 3.36 Uhr fertig. Es gibt kein Problem, das nicht mit Kaffee gelöst werden kann.

Direkt zu meinem Auftritt geht es hier lang:
https://youtu.be/xnJsYm1TVnQ?t=5544

Naja, das war halt mein erster Slam. ;-)


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Falkenblut: Schlagkräftig und schlagfertig

Geschrieben von Petra , in Falkin 27 Oktober 2020 · 881 Aufrufe
Falkin, Falkenblut, Walküren
"Valkrys eine schlagkräftige und schlagfertige Walküre" - so nennt Birgit51 ihre Rezension meines Walküren-Romans "Falkenblut". Sie vergibt fünf Sterne und schreibt:

"Mit Falkenblut entführte mich Petra Hartmann sehr unterhaltsam und klasse beschrieben in eine schaurige, düstere Welt der germanischen Mythen, so dass ich mir Valkrys, die taffe, eigensinnige, nicht auf den Kopf gefallende und schlagfertige Walküre und deren Welt gut vorstellen konnte."

Was ihr besonders gefallen hat, waren die fantasievollen Beschreibungen, die sie in den Bann gezigen haben. Außerdem:

"Klasse auch, dass sich die kleine Walküre und auch Widar - den einzigen Gott, den sie vom Schlachtfeld lebend retten konnte - sich immer wieder einen humorigen Schlagabtausch liefern. Auch viele andere Protagonisten in diesem Buch sind nicht auf den Mund gefallen, so dass die vielen Wortgefechte mich immer wieder zum Schmunzeln brachten. Diese Abwechslung zwischen den düsteren, geheimnisvollen sowie den humorigen Szenen machen das Buch so unterhaltsam."

Die vollständige Rezension findet ihr hier:
https://www.amazon.d...SIN=3935928998


Weitere Rezensionen zu Falkenblut:
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Jojos Bücherwelten
Christel Scheja im Fantasyguide
Frank W. Berneburg im Eisenacher Rezi-Center
Suntje
Diana Naumann
Erik Schreiber im Phantastischen Bücherbrief
Angelsammy


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Falkenblut: "Eine starke Frau ohne Wagner (Gott sei dank!)"

Geschrieben von Petra , in Falkin 17 Oktober 2020 · 1.381 Aufrufe
Falkin, Falkenblut, Walküren
Angelsammy hat meinen Walküren-Roman "Falkenblut" gelesen. In ihrer Rezension auf Lovelybooks schreibt sie unter der Überschrift "Eine starke Frau ohne Wagner (Gott sei dank!)":

"Viele werden bei dem Wort "Walküre" oder Plural die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und gleich an Richard Wagner, Hornhelme und Stimmen denken, die klischeehaft Glas zerspringen lassen (was nicht stimmt! Ist physikalisch gar nicht möglich!)! Keine Sorge! Dieses Buch könnte davon nicht entfernter sein - im besten Sinne."

Als Kurzmeinung hält sie fest: "Die Welt wird rebooted. Und Valkrys ist an vorderster Front. Spannend und mit knisternd - trockenem Humor, tolles Abenteuer!"

Zur Heldin des Romans notiert sie:
"Valkrys ist ein starker, lebendiger, intelligenter Charakter mit Tiefe und liefert sich mit Widar einen ordentlichen Schlagabtausch, was Humor und vitalen Antrieb in das Buch bringt. Sie muß sich tapfer, todesverachtend und geschickt mit und / oder gegen alle möglichen (Un) Wesen auseinandersetzen. Das Schöne ist, daß sie keinen Kerl braucht um selbst ist die Walküre zu sein."

Das Fazit lautet:
"Das Thema ist sehr gut lesbar und einnehmend umgesetzt worden. So muß ein wahres Abenteuer sein! Spannend und aufregend, superbe, kristallklare Lektüre! Ich freue mich schon schon auf die Fortsetzung!"

Die vollständige Rezension findet ihr hier:
https://www.lovelybo...t-2637379426-w/



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Frank W. Berneburg im Eisenacher Rezi-Center
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Falkenblut: "Arbeitslos am Ende aller Dinge"

Geschrieben von Petra , in Falkin 10 Oktober 2020 · 664 Aufrufe
Falkin, Falkenblut, Walküre
Unter der Überschrift "Arbeitslos am Ende aller Dinge" berichtet heute die Wochenzeitung "Kehrwieder" über meinen Walküren-Roman "Falkenblut".

"Ihre Abenteuer beginnen dort, wo alle Sagen enden", heißt es in dem Artikel. "Valkrys hat ihren ersten Arbeitstag aber ausgerechnet am Tag des Weltuntergangs. Die Walküre ist arbeitslos."

Das Blatt berichtet: "Die promovierte Literaturwissenschaftlerin hat sich intensiv mit alten isländischen Götter- und Heldenliedern auseinandergesetzt - und sie dann mit Humor in ein freches Spiel mit Märchen- und Mythen-Klischees verwandelt."

Den vollständigen Artikel könnt ihr im ePaper des Kehrwieder auf der Kulturseite (S. 8) lesen:
http://www.e-pages.dk/kehrwieder/260/


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Kreuzfahrt-Schiff sticht in See

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 01 Oktober 2020 · 1.011 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt, Krimi und 3 weitere...
Ab heute erhältlich: "Kreuzfahrt, Mord und Mittelmeer" - eine Krimi-Anthologie, die euch mörderische Freude und ein diebisches Vergnügen bereiten soll. Ich bin mit der Geschichte "Der Hafen der Astarte" mit an Bord und erzähle euch von einem Archäologie-Studenten, der in Port-Vendres eine heiße Spur verfolgt. Oder wird er nur eiskalt abgezockt?

Der Klappentext:

Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön! Sie kann aber auch schön dramatisch, ganz schön kriminell oder sogar mörderisch sein. Je nachdem, wer sich mit Ihnen an Bord befindet. Und bei Tausenden von Passagieren kann der mit Problemen beladene Rucksack des Lebens schon mal zu perfiden Plänen führen. Rache, Eifersucht und Gier machen vor einer Mittelmeerkreuzfahrt nicht halt. Lassen Sie sich vom exklusiven Flair einer Kreuzfahrt, den vielfältigen Eindrücken der Landausflüge und von spannenden Kurzkrimis gefangen nehmen!
Ein Kreuzfahrtschiff bildet einen Mikrokosmos auf hoher See. Verliebte und frisch Vermählte, aber auch Familien und rüstige Rentner lassen sich verwöhnen und genießen das Meer und die Landgänge. Doch mit dem Leben auf engstem Raum sind Eifersüchteleien, Streit und dicke Luft vorprogrammiert. Ein Heiratsschwindler trifft auf die perfekten Frauen, es kommt zu Diebstahl an Land, Morden und Ermittlungen. 17 AutorInnen präsentieren 19 Kurzkrimis auf einer Kreuzfahrtreise durch das Mittelmeer zwischen Barcelona, Marseille, Cannes, Palma de Mallorca und Rom.

Buch-Infos:
edition caput 4 "Kreuzfahrt, Mord und Mittelmeer" (Hrsg. Brigitte Lamberts & Ursula Schmid-Spreer), Kurzkrimis, 270 Seiten, ISBN 978-3-941935-75-4, Klappenbroschur, 12,00 EUR

Die Autoren:
Julia Raabe, Petra Hartmann, Greta R. Kuhn, Heike Winter, Kerstin Lange, Carolin Roth, Bruno Woda, Joachim Speidel, Stefan Schreiber, Sabine Giesen, Fenna Williams, Laura Gambrinus, Martin Meyer, Jan Teuner, Brigitte Lamberts, Ursula Schmid-Spreer, Edith Anna Polkehn

Bestellmöglichkeit:
Shop des Adakia-Verlags


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Falkenblut: Unterhaltsam, humorvoll und lesenswert

Geschrieben von Petra , in Falkin 01 Oktober 2020 · 1.449 Aufrufe
Falkin, Falkenblut, Walküren
Erik Schreiber hat meinen Walküren-Roman "Falkenblut" in der neuen Ausgabe seines "Phantastischen Bücherbriefs" besprochen. Er nennt die Geschichte unterhaltsam und lesenswert, mag besonders den Humor darin und vergibt drei Smileys. In seiner Rezension schreibt er:

"Petra Hartmann fiel mir bereits früh auf mit ihren magisch angehauchten Geschichten wie etwa Darthula und Timur. Ihre neue Geschichte entführt den Leser in den hohen Norden und seine Mythologie. Im Mittelpunkt steht das Mädchen Valkrys. Als unbedeutende Bauerntochter ist ihr Lebensweg vorgegeben. Doch sie möchte lieber eine richtige Walkyre werden. Das bedeutet für sie, sie muss sich vor den Augen des Göttervaters Odin. Doch was sie auch macht, zuerst scheint es nicht Erfolgsträchtig. Manche ihrer Aktivitäten erscheinen töricht, dann wieder mutig. Je nachdem, wie es Valkrys oder der Leser sieht. Sie gibt sich alle Mühe und schliesslich schafft sie es. Doch zu welchem Preis.
Hier kann man den Klappentext zitieren, der schon sehr viel verrät. Die Zeit der Götter ist vorbei, die letzte Schlacht, Ragnarök, ist geschlagen.
Doch sie ist in einer gewissen Weise eine Heldin. Sie kann den Asenspross Widar retten. Widar hat jedoch eine schwere Aufgabe übernommen, er muss Odin ersetzen und dessen Aufgaben übernehmen. Eine Aufgabe, die mit seinen eigenen Vorstellungen ziemlich konträr laufen. Im Lauf der Zeit und der Abenteuer lernen sie fremde Wesen kennen, die ihnen aber nicht immer wohlgesonnen sind.
Petra Hartmann lässt viel von der nordischen Mythologie in ihre Geschichte einfliessen. Jedoch anders als bereits geschriebene Geschichten von ihren Autorenkollegen, spielt ihre Geschichte nach dem Endzeitkampf. Als Erwachsener oder sagenbegeisteter Leser, findet man die vielen Hinweise sicher als interessant. Nichts desto Trotz finden sich auch neue Wesen, die nicht in der Edda vorkommen. Besonders gut gefällt mir die Art Humor, die Valkrys an den Tag legt. Das macht Falkenblut zu einer unterhaltsamen und lesenswerten Geschichte."

Quelle:
Der phantastische Bücherbrief für Phantastik / Krimi / Thriller / Jugendbücher. September 2020. Ausgabe 685.

Den kompletten Bücherbrief könnt ihr euch unter anderem hier herunterladen:
https://sftreffda.we...ember_2020.pdf


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Falkenblut: Fesselnde Walküren-Abenteuer

Geschrieben von Petra , in Falkin 29 September 2020 · 1.227 Aufrufe
Falkin, Falkenblut, Walküren
Diana Naumann hat meinen Walküren-Roman "Falkenblut" gelesen und ihn besprochen. Ihre Leseeindrücke beschreibt sie folgendermaßen:

"Bisher habe ich mich noch nicht mit der skandinavischen Mythologie beschäftigt, hatte aber keine Probleme mich in die für mich fremde Götterwelt hineinzufinden. Es ist der Autorin super gelungen mein Interesse dafür zu wecken und mich mit den Abenteuern der Walküre zu fesseln."

Auch Diana wünscht sich einen Einblick in die Walkürenschule. (Memo an mich: Schreib das auf, Petra.)

Ihr Fazit:
"Das offene Ende spricht für eine Fortsetzung, auf die ich mich jetzt schon freue."

Die vollständige Rezension findet ihr hier (etwas nach unten scrollen):

https://www.lovelybo...9468252#thread


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Erik Schreiber im Phantastischen Bücherbrief
Angelsammy
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Falkenblut: Lara Croft mit Walküren-Action

Geschrieben von Petra , in Falkin 28 September 2020 · 943 Aufrufe
Falkin, Falkenblut, Walküren
Auf Lovelybooks gibt es eine neue Rezension zu meinem Walküren-Roman "Falkenblut". Leserin Suntje vergibt fünf Sterne und schreibt unter der Überschrift "Action in neuen Welten" Folgendes:

"Solch eine Geschichte mit dem Hintergrund der nordischen Mythologie habe ich noch nicht gelesen. Es ist total spannend, zu verfolgen wie Valkrys die verschiedenen Herausforderungen bewältigt, welche interessanten Helfer sich auftun."

Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihr das unheimliche Totenschiff Naglfari und das stinkende Leichenwasser, das an Bord getrunken wird. "Irgendwie hatte ich Lara Croft für die junge Frau im Kopf während der Lektüre", notiert Suntje. Sie mag die Spannung und den Humor des Buchs. Und sie wünscht sich, mehr über Valkrys' Ausbildung zur Walküre zu erfahren. Ein Wunsch, den inzwischen mehrere Rezensenten äußerten. Da muss ich wohl nochmal nachlegen.

Das Fazit lautet:

"Ich kann es den jugendlichen Lesern und auch Erwachsenen, die in die Mythologie eintauchen wollen, echt empfehlen. Das Glossar ist sehr hilfreich. Es macht Lust auf viel mehr Walküren-Action."

Die vollständige Rezension findet ihr hier:
https://www.lovelybo...on/2704566690/


Weitere Rezensionen zu Falkenblut:
JohnnyZombie
Jojos Bücherwelten
Christel Scheja im Fantasyguide
Frank W. Berneburg im Eisenacher Rezi-Center
Diana Naumann auf Lovelybooks
Erik Schreiber im Phantastischen Bücherbrief
Angelsammy
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Falkenblut: Eine Falkin ohne Hemd

Geschrieben von Petra , in Falkin 27 September 2020 · 898 Aufrufe
Falkin, Falkenblut, Walküren
Frank W. Berneburg hat meinen Walküren-Roman "Falkenblut" im Eisenacher Rezi-Center besprochen. Er nennt seine Rezension "Eine Falkin ohne Hemd" und vergibt vier Sterne für das Buch. Er schreibt:

"Petra Hartmanns Fantasy-Abenteuer lehnt sich deutlich an die nordische Mythologie an. So ist es auch nicht verwunder­lich, dass die Handlung in der Wikinger­zeit angesiedelt ist. (...) Ein paar Grundlagen der nordischen Mythologie dürften natürlich vielen bekannt sein. Einige der Bewohner Asgards sind mir auch schon in anderen Fantasy-Adap­tionen dieser Sagenwelt begegnet. Von anderen wie zum Beispiel Widar oder Njörd hatte ich jedoch nie zuvor gehört. Um so interes­santer ist es, in diese Walküren-Geschichte einzutauchen, wobei die Prota­gonistin natürlich relativ wenig mit den Walküren der tradi­tionellen Götter­geschichten zu tun haben dürfte."

Abzüge gab es für den Zeitsprung zwischen der Auftakt-Geschichte, ein Jugendabenteuer der Heldin, und den drei folgenden Erzählungen über die voll ausgebildete Walküre und ihre Auseinandersetzungen nach der letzten Schlacht und der Zerstörung der Welt. Außerdem fehlte ihm eine Altersangabe der Protagonistin.

Seine Lesearfahrung:
"Obwohl Abenteuer- und teilweise auch Horror-Elemente dominieren, finden sich durchaus auch humor­volle Szenen."

Das Fazit lautet:
"So eine Walküre hat es auch nicht leicht - besonders wenn sie zusammen mit einem Götter­sohn die Welt nach Rakna­rök †šreparieren†˜ muss."

Die vollständige Rezension findet ihr hier:
https://rezicenter.b...27/falkenblut/



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Falkenblut-Lesung zum Nachhören

Geschrieben von Petra , in Falkin 26 September 2020 · 633 Aufrufe
Falkin, Falkenblut, Walküren
Die Radiosendung über meinen Walküren-Roman "Falkenblut" ist jetzt online. Falls ihr es verpasst habt, könnt ihr Interview und Lesung jetzt auf Youtube nachhören.
Die Sendung lief am Samstag, 19. September, in "High Noon" auf Radio Tonkuhle. Die Musik aus der Originalsendung wurde aus rechtlichen Gründen herausgeschnitten.

Hier gehts zum Mitschnitt auf Youtube:



Viel Vergnügen damit!


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Falkenblut: "Freches, liebenswertes Spiel mit Klischees"

Geschrieben von Petra , in Falkin 21 September 2020 · 1.112 Aufrufe
Falkin, Falkenblut, Walküren
Christel Scheja hat meinen Walküren-Roman "Falkenblut" gelesen und rezensiert. Im Fantasyguide schreibt sie über ihre Leseeindrücke und stellt fest:

"Petra Hartmann erzählt hier nicht irgendwelche Sagenstoffe nach, sondern entwickelt mit den mythischen Versatzstücken eine ganz eigene Geschichte und in sich stimmige Welt."

Über die Geschichte schreibt sie:
"Das ganze wird mit einem frechen Augenzwinkern erzählt, welches die düstere Atmosphäre der von Ragnarök zerstörten Welt ein wenig aufhellt und den Leser ab und an zum Schmunzeln bringt. Dazu entwickeln auch die meisten Nebenfiguren genug Profil, um ebenso lebendig wie die Helden zu wirken.
Selbst die Götter sind keine übermenschlichen Gestalten ohne Fehl und Tadel, ihre Schwächen und Fehler sorgen gelegentlich auch für die ein oder andere nette Überraschung, die die Abenteuer in eine ganz andere Richtung bringen.
Dazu kommt der liebenswerte aber auch freche Umgang mit den gängigen Märchen- und Sagen-Klischees, was für zusätzliche Spannung sorgt, da Erwartungen immer wieder auf den Kopf gestellt werden."

Das Fazit der Rezension lautet:

"All das macht »Falkenblut« so zu einer unterhaltsamen Geschichte für Jung und Alt. Fantasy, die trotz der unvermeidbaren Schlachten und Kämpfe jugendgerecht erzählt wird, aber auch Erwachsenen noch einiges an Überraschungen und zudem ein liebenswertes Spiel mit Klischees aus Märchen und Mythen bietet."

Die komplette Rezension könnt ihr hier nachlesen:
https://fantasyguide...a-hartmann.html


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Kreuzfahrt-Anthologie in der Druckerei

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 15 September 2020 · 791 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt, Krimi und 2 weitere...
Die Krimi-Anthologie "Kreuzfahrt, Mord und Mittelmeer" steht kurz vor dem Stapellauf. Das Buch, zu dem ich die Kurzgeschichte "Der Hafen der Astarte" beigetragen habe, befindet sich derzeit in der Druckerei und soll im Oktober erscheinen. Unten könnt ihr schon das Cover bewundern.

Die Anthologie enthält 19 Kurzkrimis von Julia Raabe, Petra Hartmann, Katrin Müller, Heike Winter, Kerstin Lange, Carolin Roth, Bruno Woda, Joachim Speidel, Stefan Schreiber, Sabine Giesen, Fenna Williams, Laura Gambrinus, Martin Meyer, Jan Teuner, Brigitte Lamberts, Ursula Schmid-Spreer und Edith Anna Polkehn. Herausgeberinnen sind Brigitte Lamberts und Ursula Schmid-Spreer.
Die Sammlung erscheint im Oktober 2020 in der Edition Caput des Adakia-Verlags. Das Buch hat 286 Seiten und kostet 12 Euro. ISBN 978-3-941935-75-4. Klappenbroschur.


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Vorschau: Das intergalaktische Bestiarium, 2025

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Was verbirgt sich hinter dem Tor des Krkt-jinn und warum verliert der Planet Light Lady seine Schwerkraft? Kann die Heimat der Regenbogenkatzen noch gerettet werden? Gibt es das sagenhafte Tier der Unordnung wirklich? Sind die irrsinnigen Prophezeiungen über das Wiedererwachen des unheiligen Urgottes Chthonio möglicherweise doch ernst zu nehmen? Und ist wirklich jeder dem Tod geweiht, der der Wurzel allen Übels begegnet?

Das Universum hat viele Wunder hervorgebracht, aber keines ist größer als das Leben. Ein paar der ungewöhnlichsten Lebewesen aller Welten sind in diesem intergalaktischen Bestiarium zu finden. Thomas Hofmann und Petra Hartmann haben sie aufgespürt.

 

Buch-Infos:

Das intergalaktische Bestiarium. Text: Petra Hartmann / Zeichnungen: Thomas Hofmann. Neustadt in Sachsen: Edition Dunkelgestirn, Mai 2025. 180 Seiten.
Reichhaltig mit Illustrationen von Thomas Hofmann versehen, zu denen die Texte von Petra Hartmann verfasst wurden. Gebunden in blaues Leinen, mit Leseband, silberner Prägung auf dem Buchrücken und Schutzumschlag. Versehen mit den Signumklischees der Autoren, nummeriert und auf 100 Exemplare limitiert. 32,90 Euro.

 

 

 

Das Herz des Donnervogels, 2023

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Ein Indianer taucht in dem verschlafenen Küstenstädtchen Kitty Hawk auf. Die Witwe Murdoch ist überzeugt, dass der Fremde ein Kundschafter ist und bald seine roten Spießgesellen zum Morden und Plündern mitbringen wird. Doch Junger Adler hat andere Pläne. Er träumt vom Fliegen und wartet auf das Eintreffen zweier verrückter Fahrradhändler.
Karl-May-Fans kennen Junger Adler bereits aus dem Roman Winnetous Erben. Die Vorgeschichte zu diesem Buch wird nun von Petra Hartmann erzählt.

 

Buch-Infos:
Petra Hartmann: Das Herz des Donnervogels

Band 18, Abenteuer-Roman
Exklusive Sammler-Ausgabe
Seiten: 282

Taschenbuch
VÖ: April 2023

2. Auflage: April 2024.
Künstler: MtP-Art (Mario Heyer)
Künstler (Innenteil): MtP-Art (Mario Heyer)
Preis: 12,95 Euro

 

Bestellen beim Blitz-Verlag

 

Das E-Book ist zum Preis von Euro 3,99 erhältlich.

Unter anderem bei Amazon

oder direkt beim Blitz-Verlag.

 

 

 

Falkenblut, 2020

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Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Widar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus ...

Es ist eine schaurige Welt, in der sich die junge Walküre behaupten muss. Doch Valkrys wäre keine echte Falkin, wenn sie einem Kampf aus dem Weg gehen würde. Todesmutig und mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor stürzt sie sich in die Begegnungen mit Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfen, Berserkern, Hexen, Meerungeheuern und dem furchtbaren Totenschiff Naglfari.

 

 

Petra Hartmann: Falkenblut.

Sibbesse: Hottenstein, 2020.

Broschiert, 247 S., Euro 11.

ISBN 978-3935928991

 

Bestellen im Hottenstein-Verlags-Shop

 

Bestellbar unter anderem bei Amazon

Hörbuch: Drachen! Drachen! 2020

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Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren. Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist - und gelegentlich fies!

Die Autoren: Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.

 

Herausgeber: Petra Hartmann, Frank G. Gerigk

Sprecher: Tim Schmidt

Blitz-Verlag

Ungekürzte Lesung

mp3-Download

611 Minuten, 495.91 MB

9783991093435

 

Zu bestellen unter anderem bei Thalia oder bei Amazon.

Nestis und die verbotene Welle, 2017

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Meerprinzessin Nestis und ihre Freunde sind sauer: Lehrer Seestern meint, dass laute Haifischmusik nichts für Kinder ist. Und der Kronrat stimmt ihm zu. Deshalb bekommt die Band »Ølpæst« Auftrittsverbot in der gesamten Nordsee. Doch plötzlich ist deren Musik überall zu hören: Ein Piratensender strahlt die Hits der Knorpelfischgang lautstark aus.

Als eine hochexplosive Kugelmine über dem blauen Glaspalast im Meer dümpelt und ein führungsloser Öltanker in die Nordsee einfährt, droht eine wirkliche Ölpest. Gelingt es den Meerkindern, ein Unglück zu verhindern?

 

Petra Hartmann: Nestis und die verbotene Welle. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Voraussichtlich ab Juni 2017 erhältlich.

Buch-Infos: ca. 152 Seiten, 14,2 x 20,6 cm, Hardcover, zahlreiche s/w-Illustrationen, mit Fadenheftung, Euro 14,90, ISBN 978-3-977066-00-1

 

Leseprobe

 

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Demantin, 2016

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Demantin, der junge König von Antrium, liebt die griechische Königstochter Sirgamot. Doch ihr Vater ist strikt gegen die Hochzeit. Immerhin ist Sirgamot erst zwölf Jahre alt. So zieht Demantin in die Welt, um Ruhm zu erwerben, den Namen seiner Geliebten durch seine Taten zu verherrlichen und sich dem griechischen König als Schwiegersohn zu empfehlen. Er besteht heldenhafte Kämpfe, erwirbt sich die Freundschaft der Königin und des Königs von England und besiegt ein schauriges Meerweib. Letzteres allerdings erweist sich als verhängnisvoll. Denn die sterbende Unholdin verflucht Demantin und prophezeit, dass seine Geliebte mit dem üblen König Contriok verlobt werden soll. Kann Demantin noch rechtzeitig zurückkehren, um die Hochzeit zu verhindern?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Demantin. Ein Ritter-Epos
128 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 9-78-3-940078-34-6
8,95 EUR

 

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Leseprobe

 

Crane, 2016

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Gayol, der Sohn des ungarischen Königs, hat in jugendlichem Übermut den alten Hofmarschall seines Vaters zum Wettkampf herausgefordert und eine peinliche Niederlage erlitten. Aus Scham flüchtet er und gerät ins Reich des deutschen Kaisers, wo er unerkannt unter dem Namen Crane (Kranich) eine Stellung als Kämmerer annimmt und bald sehr beliebt ist. Doch als der Fremde und die Kaiserstochter einander näher kommen und Hofbeamten Unzucht und eine unstandesgemäße Liebschaft wittern, beginnt eine schwere Zeit für Königssohn und Kaiserstochter. Kann Gayol sich auf die Treue Acheloydes verlassen? Und kann die lebensbedrohliche Krankheit der Prinzessin noch geheilt werden?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Crane. Ein Ritter-Epos
84 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 978-3-940078-48-3
6,95 EUR

 

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Leseprobe

Hut ab, Hödeken! 2015

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Ein rasender Bischof auf dem Rennstieg.
Wegweiser, die sich wie von Geisterhand drehen.
Jäger in Todesangst.
Bierkutscher mit unheimlicher Fracht.
Ein stammelnder Mönch,
der plötzlich zum brillanten Redner wird.
Sollte da Hödeken seine Hand im Spiel haben?
Sagen um einen eigenwilligen Geist
aus dem Hildesheimer Land,
frisch und frech nacherzählt
von Petra Hartmann.

 

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken!

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

101 S., Euro 7,95.

ISBN 978-3-940078-37-7

 

Bestellen bei Amazon

 

Leseprobe

Freiheitsschwingen, 2015

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Deutschland in den 1830er-Jahren: Für Handarbeit, arrangierte Ehe und Kinderkriegen hat die junge Bürgermeistertochter wenig übrig. Stattdessen interessiert sie sich für Politik und Literatur und greift sehr zum Leidwesen ihres Vaters selbst zur Feder, um flammende Texte für die Gleichberechtigung der Frau und die Abschaffung der Monarchie zu verfassen. Angestachelt von der revolutionären Stimmung des Hambacher Festes versucht sie, aus ihrem kleinbürgerlichen Dasein auszubrechen und sich als Journalistin zu behaupten. Gemeinsam mit ihrer großen Liebe verschreibt sie sich dem Kampf für ein freies, geeintes Deutschland und schlägt den Zensurbehörden ein Schnippchen. Die Geheimpolizei ist ihnen jedoch dicht auf den Fersen, und die junge Journalistin begeht den verhängnisvollen Fehler, ihre Gegner zu unterschätzen

 

Petra Hartmann: Freiheitsschwingen

Personalisierter Roman

München: Verlag Personalnovel, 2015

ca. 198 Seiten. Ab Euro 24,95.

(Einband, Schriftart und -größe, Covergestaltung etc. nach Wahl.)

 

Bestellen unter:

www.tinyurl.com/Freiheitsschwingen

 

Timur, 2015

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Wer ist der bleiche Jüngling im Verlies unter der Klippenfestung? Prinzessin Thia will ihn retten. Doch wer Timurs Ketten bricht, ruft Tod und Verderben aus der Tiefe hervor. Als der Blutmond sich über den Horizont erhebt, fällt die Entscheidung ...

 

Beigaben:

Nachwort zur Entstehung

Original-Erzählung von Karoline von Günderrode

Autorinnenbiografien

Bibliografie

 

Petra Hartmann: Timur

Coverillustration: Miguel Worms

Bickenbach: Saphir im Stahl, 2015.

ISBN: 978-3-943948-54-7

Taschenbuch, 136 S.

Euro 9,95

 

 

Ulf, 2015

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Ein Roman-Experiment mit ungewissem Ausgang: Ulf (Magisterstudent unbekannter Fachrichtung), stammt aus einem Dorf, das mehrmals jährlich überschwemmt wird. Zusammen mit Pastor Dörmann (Geistlicher unbekannter Konfession) und Petra (Biografin ohne Auftrag) überlegt er, was man dagegen tun kann. Als ein vegetarisches Klavier die Tulpen des Gemeindedirektors frisst und das Jugendamt ein dunkeläugiges Flusskind abholen will, spitzt sich die Situation zu. Nein, Blutrache an Gartenzwergen und wütende Mistgabelattacken sind vermutlich nicht die richtigen Mittel im Kampf für einen Deich ...
Mal tiefgründig, mal sinnlos, etwas absurd, manchmal komisch, teilweise autobiografisch und oft völlig an den Haaren herbeigezogen. Ein Bildungs- und Schelmenroman aus einer Zeit, als der Euro noch DM und die Bahn noch Bundesbahn hieß und hannöversche Magister-Studenten mit dem Wort "Bologna" nur eine Spaghettisauce verbanden.

 

Petra Hartmann:

Ulf. Ein Roman-Experiment in zwölf Kapiteln.

eBook

Neobooks 2015

Euro 2,99

Erhältlich unter anderem bei Amazon

Vom Feuervogel, 2015

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Ein Tempel in der Wüste. Heilige Männer, die sich dem Dienst des Feuervogels geweiht haben. Ein Hirtenjunge, der seinem Traum folgt. Aber wird der alte und kranke Phönix wirklich zu neuem Leben wiederauferstehen, wenn der Holzstoß niedergebrannt ist? Eine Novelle von Idealen und einer Enttäuschung, die so tief ist, dass kein Sonnenstrahl je wieder Hoffnung bringen kann.

 

Petra Hartmann:

Vom Feuervogel. Novelle.

Erfurt: TES, 2015.

BunTES Abenteuer, Heft 30.

40 Seiten, Euro 2,50 (plus Porto).

Bestellen unter:

www.tes-erfurt.jimdo.com

 

eBook:

Neobooks, 2015.

Euro 1,99.

Unter anderem bei Amazon

Nestis und die Hafenpiraten, 2014

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Endlich Sommerferien! Nestis und ihre Freunde freuen sich auf sechs Wochen Freiheit und Abenteuer. Doch ausgerechnet jetzt verhängt der Kronrat ein striktes Ausgehverbot für alle Meerkinder. Denn in der Nordsee treibt plötzlich ein furchtbares “Phantom† sein Unwesen. Möwen, Lummen und Tordalke werden von einem unheimlichen Schatten unter Wasser gezerrt und verschwinden spurlos.

Nestis beschließt, den Entführer auf eigene Faust zu jagen. Als ein Dackel am Strand von Achterndiek verschwindet, scheint der Fall klar: Die gefürchteten “Hafenpiraten" müssen dahinter stecken. Zusammen mit ihrem Menschenfreund Tom wollen die Meerkinder der Bande das Handwerk legen ...

Petra Hartmann: Nestis und die Hafenpiraten
Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014
ISBN 978-3-940078-84-1
14,90 EUR

 

 

Leseprobe unter

 

www.tinyurl.com/nestis2

Blitzeis und Gänsebraten, 2014

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Weihnachten im Potte †¦

†¦ ist so vielfältig wie die Menschen, die dort leben. Und deshalb findet sich auf diesem Bunten Teller mit 24 Hildesheimer Weihnachtsgeschichten für jeden etwas: romantische Erzählungen und freche Gedichte, Erinnerungen an die Nachkriegszeit, Geschichten von neugierigen Engeln, eifrigen Wichteln und geplagten Weihnachtsmännern. Der Huckup und die »Hildesheimer Weisen« fehlen auch nicht. Was es aber mit dem Weihnachtswunder an der B6 auf sich hat, erfahren Sie auf Seite 117. - Greifen Sie zu!

 

 

Petra Hartmann & Monika Fuchs (Hrsg.): Blitzeis und Gänsebraten. Hildesheimer Weihnachtsgeschichten.

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

144 Seiten | 12 x 17 cm | Paperback |

ISBN 978-3-9400787-57-5
8,90 EUR

 

Leseprobe

Beim Vorderhuf meines Pferdes, 2014

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Das Messer zuckte vor. Fauchend wich die riesige Katze zurück. Doch nur, um sofort wieder anzugreifen. Das Mädchen, das auf dem Leichnam seiner Stute kauerte, schien verloren.
Acht Jahre ist Steppenprinzessin Ziris alt, als sie bei einem Sandkatzenangriff ihr Lieblingspferd verliert. Ist es wirklich wahr, was ihr Vater sagt? "Alle Pferde kommen in den Himmel ..."
Drei Erzählungen aus der Welt der Nearith über edle Steppenrenner, struppige Waldponys und die alte graue Stute aus Kindertagen.

Petra Hartmann: Beim Vorderhuf meines Pferdes. Neue Geschichten aus Movenna. eBook, ca. 30 Seiten. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014. Euro 0,99.

Erhältlich unter anderem bei Amazon.

Darthula, 2014

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Darthula ist die Tochter eines irischen Kleinkönigs, der über das nebelreiche Land Selama herrscht. Als schönste Prinzessin Irlands lebt sie allerdings nicht ungefährlich. Als sie den mächtigen König Cairbar abweist und ihm nicht als seine Braut folgen will, nimmt das Unheil seinen Lauf. Cairbar überzieht das kleine Selama mit Krieg und Vernichtung und rottet Darthulas Familie aus. Mit ihrem Geliebten Nathos wagt die junge Frau die Flucht über die stürmische See. Aber Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...

Beigaben zur Neuausgabe:
Vorwort der Autorin mit Infos zur Entstehungsgeschichte
Übersetzung des "ossianischen Originals"
Autorinnenbiographie und Veröffentlichungsliste

Buch-Informationen:
Petra Hartmann: Darthula, Tochter der Nebel.
Bickenbach: Verlag Saphir im Stahl, 2014.
Taschenbuch. 126 S., Euro 9,95.
ISBN 978-3-943948-25-7

Bestellen bei Saphir im Stahl

Pressearbeit für Autoren, 2014

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Petra Hartmann, Autorin und langjährige Lokalredakteurin, gibt Tipps für die Pressearbeit vor Ort. Sie erklärt die Wichtigkeit der „Ortsmarke“ für eine Zeitung, gibt Tipps zum Schreiben von Artikeln, zum guten Pressefoto und zum Umgang mit Journalisten. Anschaulich, verständlich, praxisorientiert und für Autoren jedes Genres anwendbar.

Petra Hartmann: Pressearbeit für Autoren. So kommt euer Buch in die Lokalzeitung.
eBook. Neobooks, 2014. Ca. 30 Seiten.
Euro 1,99
Diverse Formate, für alle gängigen eBook-Reader.
Erhältlich z.B. bei Amazon, eBook.de, Thalia, Hugendubel, Weltbild u.a.

Nestis und der Weihnachtssand, 2013

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Als kleine Weihnachtsüberraschung gibt es für Fans des "großen" Nestis-Buchs "Nestis und die verschwundene Seepocke" jetzt ein kleines bisschen Weihnachtssand: Der Verlag Monika Fuchs hat aus der "Ur-Nestis", einem Helgoland-Märchen aus dem Jahr 2007, jetzt ein eBook gemacht. Mit einem wunderschönen Cover von Olena Otto-Fradina und mit ein paar exklusiven Einblicken in Nestis' Nordseewelt.

Klappentext:
"November 2007: Orkantief Tilo tobt über die Nordsee und reißt große Teile der Helgoländer Düne ins Meer. Wer soll nun die Robbenküste reparieren? Meerjungfrau Nestis wünscht sich einfach mal vom Weihnachtsmann 500.000 Kubikmeter Sand ..."

Bonus-Material:
Die Autorin im Interview mit Wella Wellhorn von der Meereszeitung "Die Gezeiten"
XXL-Leseprobe aus "Nestis und de verschwundene Seepocke"

Petra Hartmann: Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013. 99 Cent.

Erhältlich für den Amazon-Kindle

Nestis und die verschwundene Seepocke, 2013

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Eine ausführliche Leseprobe findet ihr hier:
www.tinyurl.com/nestis


Wütend stampft Meerjungfrau Nestis mit der Schwanzflosse auf. Ihre Schwester Undine ist von den Menschen gefangen worden – und weder Meerkönig noch Kronrat wagen, die Kleine zu retten. Aber Nestis fürchtet sich nicht einmal vor den furchtbarsten Monstern des Meeres. Zusammen mit ihren Freunden bricht sie auf zur Rettungsaktion, und es zeigt sich, dass tollpatschige Riesenkraken und bruchrechnende Zitteraale großartige Verbündete sind.
Petra Hartmann entführt ihre Leser in eine etwas andere Unterwasserwelt mit viel Humor und Liebe zum Detail. Trotz des phantastischen Meermädchen-Themas findet der Leser auch sehr viel naturnahe Beobachtungen aus Nord- und Ostsee, lernt die Meerbewohner und ihre Probleme kennen. Dabei werden unter anderem auch die Meeresverschmutzung, Fischerei und die wenig artgerechte Haltung von Haien in Aquarien behandelt.
Zauberhaft dazu die Zeichnungen von Olena Otto-Fradina.

Text: Petra Hartmann
Bilder: Olena Otto-Fradina
| Hardcover | 14,8 x 21 cm
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2013
151 S., Euro 14,90
ISBN 978-3-940078-64-3


eBook:
Amazon-Kindle, 2154 KB
Euro 6,99
http://amzn.to/JJqB0b

Autorenträume, 2013

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Autorinnen und Autoren schicken ihre Leser in vergangene Zeiten, ferne Länder, phantastische Welten, spannende Abenteuer und bringen sie zum Träumen.
Wovon aber träumen Autoren? Vom Nobelpreis? Vom Bestseller? Vom Reich-und-berühmt-werden? Oder einfach nur davon, eines Tages vom Schreiben leben zu können? Vom Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes, wenn das neue Märchen vorgelesen wird? Oder sind es schreckliche Albträume, die der angebliche Traumberuf mit sich bringt? Werden Schriftsteller nachts im Schlaf gar von Verlegern, Lektoren, Rezensenten oder Finanzbeamten bedroht?
Monika Fuchs und Petra Hartmann starteten eine »literarische Umfrage«, wählten aus den über 300 Antworten 57 phantasievolle Beiträge aus und stellten sie zu diesem Lesebuch zusammen. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen des Autorenalltags und träumen Sie mit!
Von jedem verkauften Buch wird 1 Euro an das Hilfswerk Brot & Bücher e.V. der Autorin Tanja Kinkel gespendet, die auch das Geleitwort zum Buch schrieb.

Petra Hartmann und Monika Fuchs (Hrsg.):
Autorenträume. Ein Lesebuch.
ISBN 978-3-940078-53-7
333 S., Euro 16,90

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs

Mit Klinge und Feder, 2013

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Phantasie statt Völkerschlachten - das war das Motto, unter dem die Phantastik Girls zur Schreibfeder griffen. Mit Humor, Gewitztheit und ungewöhnlichen Einfällen erzählen sieben Autorinnen ihre Geschichten jenseits des Mainstreams der Fantasy. Kriegerinnen und gut bewaffnete Zwerge gehören dabei genau so zum Personal wie sprechende Straßenlaternen, Betonfresser oder skurrile alte Damen, die im Bus Anspruch auf einen Behindertensitzplatz erheben. Dass es dennoch nicht ohne Blutvergießen abgeht, ist garantiert: Immerhin stecken in jeder der Storys sechs Liter Herzblut. Mindestens.

Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns.
Mit Geschichten von Linda Budinger, Charlotte Engmann, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl.
Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. 978-3943378078
247 S., Euro 9.
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eBook:
396 KB, Euro 5,49.
Format: Kindle
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Das Serum des Doctor Nikola, 2013

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Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...

Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola
Historischer Abenteuerroman.
ISBN 978-3-938065-92-1
190 S., 12,95 Euro.
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Leseprobe

Hörbuch: Der Fels der schwarzen Götter, 2012

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Bei einer Mutprobe begeht der junge Ask einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat.
Bald wissen die Völker des Berglandes nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...

Der Fels der schwarzen Götter.
Hörbuch. 8 Stunden, 57 Minuten.
Sprecherin: Resi Heitwerth.
Musik: Florian Schober.
Action-Verlag, 2012.
CD/DVD: 16,95 Euro
mp3-Download: 11,95 Euro

Hörbuchfassung des 2010 im Wurdackverlag erschienenen Buchs "Der Fels der schwarzen Götter".

Termine

Lesungen

 

Freitag, 4. April: "Das Herz des Donnervogels". Lesung im Wäschegeschäft Holzberg Dessous und mehr, Hokenstraße 13, Goslar. Beginn: 18.30 Uhr.

 

Samstag, 26. April: Kurzgeschichten und Vorgucker auf das "intergalaktische Bestiarium". Lesung auf dem Conventus Leonis, Kinder- und Jugendzentrum Mühle, An der Neustadtmühle 3, 38100 Braunschweig. Beginn: 12.30 Uhr.

 

Samstag, 10. Mai: Lesung aus "Das intergalaktische Bestiarium" auf dem Marburg-Con. Zusammen mit Künstler Thomas Hofmann und Verleger Eric Hantsch. Bürgerhaus Weimar (Lahn) - Niederweimar, Herborner Straße 36, 35096 Niederweimar. Uhrzeit folgt.

 

Donnerstag, 26. Juni: Lesung aus "Das intergalaktische Bestiarium". Haus des Buches / Literaturhaus, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig. Zusammen mit Thomas Hofmann. Beginn: 19.30 Uhr. Eintritt: 2 Euro.

 

 

Buchmessen, Cons, Büchertische

 

Samstag, 10. Mai: Marburg-Con. Bürgerhaus Weimar (Lahn) - Niederweimar, Herborner Straße 36, 35096 Niederweimar. Beginn: 10 Uhr. Ich bin mit einem Büchertisch und einer Lesung vertreten. Infos folgen.

 

Donnerstag, 29. Mai: Ich bin beim Nürnberger Autorentreffen mit dabei und werde auch auf dem Büchertisch vertreten sein.

 

 

Links

Meine Heimseite:

www.petrahartmann.de

 

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Biografie

Petra Hartmann, Jahrgang 1970, wurde in Hildesheim geboren und wohnt in Sillium. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Hannover. Auf den Magisterabschluss folgten die Promotion mit einer Doktorarbeit über den jungdeutschen Schriftsteller Theodor Mundt und ein zweijähriges Volontariat bei der Neuen Deister-Zeitung in Springe. Anschließend war sie dort fünf Jahre Lokalredakteurin. Ferner arbeitete sie für die Leine-Zeitung in Neustadt am Rübenberge, die Nordsee-Zeitung in Bremerhaven, die Neue Presse in Hannover und die Volksstimme in Gardelegen. Derzeit ist sie bei der Goslarschen Zeitung beschäftigt.
Als Schriftstellerin liebt sie vor allem das fantastische Genre. Sie verfasst hauptsächlich Fantasy und Märchen. Bekannt wurde sie mit ihren Fantasy-Romanen aus der Welt Movenna. Mit den Abenteuern der Nordsee-Nixe Nestis legte sie ihre erste Kinderserie vor. Sie errang mit ihren Geschichten dreimal den dritten Platz bei der Storyolympiade und wurde 2008 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.

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Leserunden zum Nachlesen

Leserunde zu "Darthula, Tochter der Nebel" auf Lovelybooks. Mit Autorin Petra Hartmann und Cover-Künstler Miguel Worms: http://www.lovelyboo...nde/1201913120/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Nestis und die verschwundene Seepocke": Mit Autorin Petra Hartmann und Verlegerin Monika Fuchs:

http://www.lovelyboo...nde/1166725813/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Mit Klinge und Feder": Mit den Autorinnen Linda Budinger, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl: http://www.lovelyboo...nde/1156671163/

 

Leserunde zu "Falkenblut" auf Lovelybooks: https://www.lovelybo...263/2687604262/

Geschichten über Nestis

Bücher
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

"Nestis und die verbotene Welle. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

 

Mini-Buch

"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

eBooks
"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.

"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

Hörbuch
"Eine Hand voll Weihnachtssand." In: Petra Hartmann: "Weihnachten im Schneeland". Gelesen von Karin Sünder. Mit Musik von Simon Daum. Essen: Action-Verlag, 2010. (mp3-Download und CD-ROM)

Beiträge zu Anthologien
"Weihnachtssand für Helgoland." In: "Wenn die Biiken brennen. Phantastische Geschichten aus Schleswig-Holstein." Hrsg. v. Bartholomäus Figatowski. Plön: Verlag 71, 2009. S. 163-174.

Hödeken-Lesestoff

Buch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. 101 S., Euro 7,95. ISBN 978-3-940078-37-7. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

 

Hörbuch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. 2 CD. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Euro 14,95. ISBN: 978-3940078414. Unter anderen erhältlich bei Amazon.

 

eBook

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

 

Geschichten

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg. In: Hildesheimliche Autoren e.V.: Hildesheimer Geschichte(n). Ein Beitrag zum 1200-jährigen Stadtjubiläum. Norderstedt: Book on Demand. 196 S., Euro 9,99. ISBN 978-3734752698. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

Die glücklose Hasenjagd. In: MVP-M. Magazin des Marburger Vereins für Phantastik. Marburg-Con-Ausgabe. Nr. 19b. S. 36-40.

 

Lesung

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg, Radio Tonkuhle, Sendung vom April 2015.

 

Movenna-Kompass

Übersicht über die Romane und Erzählungen aus Movenna


Bücher

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2004. 164 S.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2007. 188 S.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2010. 240 S.

 

eBooks

 

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Beim Vorderhuf meines Pferdes. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Hörbuch

Der Fels der schwarzen Götter. Action-Verlag, 2012.


Movennische Geschichten in Anthologien und Zeitschriften

Die Krone Eirikirs. In: Traumpfade (Anthologie zur Story-Olympiade 2000). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2001. S. 18-25.
Flarics Hexen. In: Geschöpfe der Dunkelheit (Anthologie zur Story-Olympiade 2001). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2002. S. 22-28.
Raubwürger. In: Kurzgeschichten, September 2004, S. 20f.
Furunkula Warzenkraish. Elfenschrift, dritter Jahrgang, Heft 2, Juni 2006. S. 10-14.
Der Leuchtturm am Rande der Welt. In: Elfenschrift, vierter Jahrgang, Heft März 2007, S. 18-21.
Gewitternacht. In: Im Bann des Nachtwaldes. Hrsg. v. Felix Woitkowski. Lerato-Verlag, 2007. S. 57-60.
Pfefferkuchen. In: Das ist unser Ernst! Hrsg. v. Martin Witzgall. München: WortKuss Verlag, 2010. S. 77-79.
Winter-Sonnenwende. In: Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns. Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. S. 51-59.
Der Reiter auf dem schwarzen Pferd. Ebd. S. 60-68.

Die Blaubeerbrücke. In: Met-Magie. Hrsg. v. Amandara M. Schulzke und Nadine Muriel. Hamburg: Acabus Verlag, 2022. S. 163-174.

 

 

Movennische Geschichten in Fanzines

Föj lächelt. In: Alraunenwurz. Legendensänger-Edition Band 118. November 2004. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 23.
Raubwürger. In: Drachenelfen. Legendensänger-Edition Band 130. Januar 2006. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 3-5.
Goldauge. In Phantastische Geschichten mit den Phantastik Girls. (Broschüre der Phantastik Girls zum MarburgCon 2007)


Aufsätze

Wie kann man nur Varelian heißen? Über das Unbehagen an der Namensgebung in der Fantasy. In: Elfenschrift, 5. Jahrgang, März 2008. S. 16f.


Movennische Texte online

Aus "Geschichten aus Movenna":
König Surbolds Grab
Das letzte Glied der Kette
Brief des Dichters Gulltong
Der Kranich
Die Rückkehr des Kranichs

Aus "Ein Prinz für Movenna":
Der Leuchtturm am Rand der Welt
Furunkula Warzenkraish
Gewitternacht

Aus "Der Fels der schwarzen Götter":
Der Waldalte
Hölzerne Pranken
Im Bann der Eisdämonen

Die Bibliothek der Falkin

Übersicht über die Romane und Novellen über die Walküre Valkrys, genannt "die Falkin"

Bücher

Die letzte Falkin. Heftroman. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2010.
Falkenblut. Sibbesse: Hottenstein-Verlag, Sommer 2020.

eBooks

Falkenblut. Vier Fantasy-Romane. eBook-Ausgabe. Chichili und Satzweiss.com, 2012. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. eBook. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2011. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. In: Best of electronic publishing. Anthologie zum 1. Deutschen eBook-Preis 2011. eBook. Chichili und Satzweiss.com, 2011. (unter anderem erhältlich bei Thalia und Amazon)


Aufsatz

Aegirs Flotte - ein Nachruf. In: Fandom Observer, Dezember 2011. S. 16-18. Online-Magazin und Blogversion

Drachen! Drachen! 2012

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Frank G. Gerigk & Petra Hartmann (Hrsg.)
DRACHEN! DRACHEN!
Band 01, Drachen-Anthologie
ISBN: 978-3-89840-339-9
Seiten: 384 Taschenbuch
Grafiker: Mark Freier
Innengrafiker: Mark Freier
Preis: 14,95 €
Bestellen beim Blitz-Verlag

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren.
Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist - und gelegentlich fies!

Die Autoren:
Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.
Originalveröffentlichung!

Die Schlagzeile, 2011/2012

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Petra Hartmann: Die Schlagzeile.
Personalisierbarer Roman.
PersonalNovel Verlag, 2011.
eBook: PersonalNovel, 2012.
Personalisieren und bestellen

Verschlafen und idyllisch liegen sie da, die Orte Barkhenburg, Kleinweltwinkel und Reubenhausen. Doch dann stört der Diebstahl einer Heiligenfigur die Ruhe: Ein jahrhundertealter Hass bricht wieder aus und ein hitziger Streit entflammt, der aus Freunden Feinde und aus friedlichen Nachbarn sich prügelnde Gegner macht. Mittendrin: Eine Journalistin, die bereit ist, für eine Schlagzeile im Sommerloch alles zu geben. Mit viel Einsatz und einer Prise Humor versucht sie, das Geheimnis um die verschwundene Hubertus-Statue aufzuklären, und muss sich dabei mit erregten Politikern, aufgebrachten Dorfbewohnern und einem nervösen Chefredakteur herumschlagen. Aber die Journalistin lässt sich nicht unterkriegen - bis ihr ein Anruf fünf Minuten vor Redaktionsschluss die Schlagzeile zunichtemacht...

Falkenblut, 2012

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Petra Hartmann: Falkenblut.
Vier Romane in einem Band.
E-Book
Satzweiss.com - chichili agency, 2012.
3,99 Euro

 

Nicht mehr lieferbar!

Neuausgabe in Vorbereitung.


Die Abenteuer der jungen Walküre Valkrys beginnen an ihrem ersten Arbeitstag und ausgerechnet dort, wo die germanischen Götter- und Heldensagen enden: Ragnarök, die Endzeitschlacht, ist geschlagen, Götter und Riesen haben sich gegenseitig aufgerieben, die wenigen Überlebenden irren ziellos durch die Trümmer des zerbrochenen Midgard. An der Seite des neuen Götterkönigs Widar muss sich Valkrys nun behaupten. Dabei trifft sie auf Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfe, Berserker, Hexen, riesenhafte Meerungeheuer und das furchtbare Totenschiff Naglfari. Leseempfehlung ab 12 Jahren.

Meine Bücher 1998 - 2011

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Petra Hartmann
Falkenfrühling
eBook
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN: 978-3-939139-59-1

Wegen Verkauf des Arcanum-Verlags ist die Ausgabe nicht mehr erhältlich, aber die Zweitveröffentlichung in der eBook-Anthologie "Best of electronic publishing" gibt es noch als epub oder Kindle-Ausgabe.

Valkrys träumt davon, eine echte Walküre zu sein. Sie springt, noch Kind, vom Dach des Langhauses.
Alle Ermahnungen ihrer Eltern sind vergeblich, sie macht sich an den Aufstieg zum Gipfel der nahen Klippe, besessen vom "Traum vom Fliegen" ...

Fünfter Platz beim Deutschen eBook-Preis 2011.

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Petra Hartmann
Die letzte Falkin
Roman.
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-62-1
Bestellen beim Arcanum-Verlag

Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Vidar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus †¦


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Petra Hartmann
Der Fels der schwarzen Götter
Roman
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-64-8
Bestellen beim Wurdack-Verlag


Hochaufragende Felswände, darin eingemeißelt weit über tausend furchteinflößende Fratzen, die drohend nach Norden blicken: Einer Legende zufolge sind die schwarzen Klippen das letzte Bollwerk Movennas gegen die Eisdämonen aus dem Gletscherreich.
Doch dann begeht der junge Ask bei einer Mutprobe einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat. Und die Völker des Berglandes wissen bald nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...


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Petra Hartmann
Darthula
Heftroman
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-32-4
Bestellen beim Arcanum-Verlag


Darthula, die schönste Prinzessin der Nebellande, beschwört Krieg, Tod und Vernichtung über ihr heimatliches Selama herauf, als sie den Heiratsantrag des mächtigen Königs Cairbar ausschlägt. Zusammen mit ihrem Geliebten flüchtet sie in einem kleinen Segelboot übers Meer. Doch Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...


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Petra Hartmann
Weihnachten im Schneeland
Hörbuch
Action-Verlag
Download bei Audible
CD bestellen beim Action-Verlag

WEIHNACHTEN IM SCHNEELAND von Petra Hartmann vereint vier wundervolle Kurzgeschichten für Kinder ab 6 Jahren. Schon die Titel regen die Phantasie der Kleinen an und verleiten zum Schmunzeln und Staunen:
- "Der Reserve-Weihnachtsmann"
- "Die Weihnachts-Eisenbahn"
- "Eine Handvoll Weihnachtssand"
- "Paulchen mit den blauen Augen"



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Petra Hartmann
Ein Prinz für Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-24-9
Bestellen

Mit dem Schild oder auf dem Schild
- als Sieger sollst du heimkehren oder tot.
So verlangt es der Ehrenkodex des heldenhaften Orh Jonoth. Doch der letzte Befehl seines sterbenden Königs bricht mit aller Kriegerehre und Tradition: "Flieh vor den Fremden, rette den Prinzen und bring ihn auf die Kiesinsel." Während das Land Movenna hinter Orh Jonoth in Schlachtenlärm und Chaos versinkt, muss er den Gefahren des Westmeers ins Auge blicken: Seestürmen, Riesenkraken, Piraten, stinkenden Babywindeln und der mörderischen Seekrankheit ....


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Petra Hartmann
Geschichten aus Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-00-1
Bestellen


Verwünschte Hexen!
Warum zum Henker muß König Jurtak auch ausgerechnet seinen Sinn für Traditionen entdecken?
Seit Jahrhunderten wird der Kronprinz des Landes Movenna zu einem der alten Kräuterweiber in die Lehre gegeben, und der Eroberer Jurtak legt zum Leidwesen seines Sohnes großen Wert auf die alten Sitten und Gebräuche. Für den jungen Ardua beginnt eine harte Lehrzeit, denn die eigenwillige Lournu ist in ihren Lektionen alles andere als zimperlich ...


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Wovon träumt der Mond?
Hrsg. v. Petra Hartmann & Judith Ott
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-37-2
Bestellen

Der Mond - König der Nacht und gleichsam Verbündeter von Gut und Böse ... Seit jeher ranken sich Legenden voller Glauben und Aberglauben um sein Licht, das von den einen als romantisch verehrt und von den anderen als unheimlich gefürchtet wird. Seine Phasen stehen für das Werden und Vergehen allen Lebens, er wacht über die Liebenden, empfängt die Botschaften der Suchenden, Einsamen und Verzweifelten und erhellt so einiges, was lieber im Dunkeln geblieben wäre. 39 Autorinnen und Autoren im Alter von 12 bis 87 Jahren sind unserem nächtlichen Begleiter auf der Spur gewesen. In 42 erfrischend komischen, zutiefst nachdenklichen und manchmal zu Tränen rührenden Geschichten erzählen sie die Abenteuer von Göttin Luna und Onkel Mond, von erfüllten und verlorenen Träumen, lassen Perlmuttschmetterlinge fliegen und Mondkälber aufmarschieren. Und wer denkt, dass nur der Mann im Mond zuweilen die Erde besucht, irrt sich! Auch umgekehrt erhält er gelegentlich unverhofften Besuch dort oben.


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Drachenstarker Feenzauber
Herausgegeben von Petra Hartmann
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-28-0
Bestellen

Öko-Feen, Büro-Feen, Todes-Feen und Bahn-Feen, geschäftstüchtige Drachen, goldzahnige Trolle, Sockenmonster, verzauberte Kühlschränke, Bierhexen, Zwirrrrrle, Familienschutzengel, Lügenschmiede, ehrliche Anwälte, verarmte Zahnärzte und andere Märchenwesen geben sich in diesem Buch ein Stelldichein.
51 Märchenerzähler im Alter von zwölf bis 76 Jahren haben die Federn gespitzt und schufen klassische und moderne Märchen, lustige, melancholische, weise und bitterböse Erzählungen, so bunt wie das Leben und so unvergesslich wie das Passwort eines verhexten Buchhalters.


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Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension.
Die jungdeutschen Autoren nach 1835.
ibidem-Verlag
ISBN 978-3-89821-958-7
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Das Junge Deutschland“ - dieser Begriff ist untrennbar verbunden mit dem Bundestagsbeschluss vom 10. Dezember 1835, durch den die Werke der fünf Schriftsteller Heinrich Heine, Theodor Mundt, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg und Heinrich Laube verboten wurden. Das Verbot markierte Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt einer literarischen Bewegung, die erst wenige Jahre davor begonnen hatte. Die Wege der Autoren trennten sich. Und doch gab es auch danach immer wieder Begegnungen und Berührungspunkte.
Petra Hartmann zeichnet die Wege der Verbotenen und ihrer Verbündeten nach und arbeitet Schnittstellen in den Werken der alt gewordenen Jungdeutschen heraus. Sie schildert insbesondere die Erfahrungen der Autoren auf der Insel Helgoland, ihre Rolle in der Revolution von 1848, aber auch die Versuche der ehemaligen Prosa-Schriftsteller, sich als Dramatiker zu etablieren. Irgendwo zwischen Anpassung und fortwährender Rebellion mussten die Autoren ihr neues Auskommen suchen, endeten als gescheiterte Existenzen im Irrenhaus oder als etablierte Literaten, die doch körperlich und seelisch den Schock von 1835 nie ganz verwunden hatten, sie leiteten angesehene Theater oder passten sich an und gerieten nach Jahren unter strenger Sonderzensur beim Publikum in Vergessenheit. Die vorliegende Untersuchung zeigt, was aus den Idealen von 1835 wurde, wie vollkommen neue Ideen - etwa die Debatte um Armut und Bildung - in den Werken der Jungdeutschen auftauchten und wie die Autoren bis zum Ende versuchten, ihr „Markenzeichen“ - ihren Stil - zu bewahren.


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Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll
Theodor Mundts literarische Entwicklung vom Buch der Bewegung zum historischen Roman
Aisthesis-Verlag
ISBN: 3-89528-390-8
Bestellen beim Aisthesis-Verlag

Theodor Mundt - Schriftsteller, Zeitschriftenherausgeber, Literaturwissenschaftler und Historiker - verdankt seinen Platz in der Literaturgeschichte vor allem dem Umstand, daß seine Veröffentlichungen am 10. Dezember 1835 verboten wurden. Das vom deutschen Bundestag ausgesprochene Verbot, das sich gegen die vermeintlichen Wortführer des "Jungen Deutschland", Heine, Gutzkow, Laube, Wienbarg und eben Theodor Mundt richtete, war vermutlich die entscheidende Zäsur in den literarischen Karrieren aller Betroffenen. Daß sie mit dem schon berühmten Heinrich Heine in einem Atemzug genannt und verboten wurden, machte die noch jungen Autoren Gutzkow, Laube, Mundt und Wienbarg für ein größeres Publikum interessant. Doch während Gutzkow und auch Laube im literarischen Bewußtsein präsent blieben, brach das Interesse an Mundt und seinen Werken schon bald nach dem Verbot fast gänzlich ab. Seine weitere Entwicklung bis zu seinem Tod im Jahr 1861 wurde von der Literaturwissenschaft bislang so gut wie vollständig ignoriert. Diese Lücke wird durch die vorliegende Studie geschlossen. Nachgezeichnet wird der Weg von den frühen Zeitromanen des jungen Mundt bis hin zu den historischen Romanen seines Spätwerks.


Angehängtes Bild: buchfaust.gif

Faust und Don Juan. Ein Verschmelzungsprozeß,
dargestellt anhand der Autoren Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt
ibidem-Verlag
ISBN 3-932602-29-3
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Faust und Don Juan sind die Gipfel der modernen christlich-poetischen Mythologie", schrieb Franz Horn bereits 1805 und stellte erstmalig beide Figuren, speziell den Faust Goethes und den Don Giovanni Mozarts, einander gegenüber. In den Jahren darauf immer wieder als polar entgegengesetzte Gestalten aufgefaßt, treten Faust und Don Juan in den unterschiedlichsten Werken der Literaturgeschichte auf.

Bei Lenau sind sie Helden zweier parallel aufgebauter Versepen, bei Grabbe begegnen sie sich auf der Bühne und gehen gemeinsam zugrunde. Theodor Mundt stellt als Lebensmaxime auf, man solle beides, Faust und Don Juan, in einer Person sein und beide in sich versöhnen.

Anhand der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt zeichnet Petra Hartmann die Biographien Fausts und Don Juans in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach, einer Zeit, die beide Helden stark prägte und auch für heutige Bearbeitungen beider Stoffe grundlegend ist."

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