Zum Inhalt wechseln


PetraHartmann



Foto

Donnervogel: "Der Hauch der 80er Jahre"

Geschrieben von Petra , in Donnervogel 18 Mai 2023 · 883 Aufrufe

Passend zum Himmelfahrtstag erschien heute die zweite Rezension zu meinem Roman über den indianischen Luftfahrt-Pionier Junger Adler. Tobias Asfahl vergibt fünf Sterne, stellt fest, dass auch eine Autorin Western schreiben kann (warum auch nicht?) und findet, dass über dem Roman ein Hauch der 80er Jahre schwebt.

 

Tobias gibt seiner Besprechung die Überschrift: "Der Duft eines Abenteuer begleitet den Leser in jedem Kapitel". Er schreibt:

 

"Der Schreibstil der Autorin (oh ja auch eine Autorin kann Western), ist sehr flüssig und man kommt als Leser ganz gut voran.
[...]
Die Charaktere sind leicht verständlich und wir als Leser können uns schnell sowohl in den Ich-Erzähler als auch in die anderen Personen hineinversetzen."

 

Ja, ich bin ein Kind der guten alten Zeit, das hat der Rezensent ziemlich schnell gemerkt. In der Rezension heißt es:
"Über dem ganzen Buch schwebt ein Hauch von den 80er Jahren was der Story aber nicht hinderlich ist , sondern ihr gerade deshalb einen ganz eigenen Reiz verschafft."

 

Sein Fazit:
"Wer also bereit ist den Sattel gegen einen Pilotensitz zu tauschen und sich den Wind um die Nase wehen zu lassen der sollte ruhig mal dieses Buch in die Hand nehmen und darin lesen.
Ich selbst hatte viel Spaß dabei und bin mir sicher ihr werdet ihn auch haben."

 

Die vollständige Rezension ist hier zu finden:
https://www.lovelybo...ion/9447991450/




Foto

Falkenblut: "Charmanter und unterhaltsamer Ausflug in die Welt der germanischen Mythen"

Geschrieben von Petra , in Falkin 10 Mai 2023 · 1.221 Aufrufe
Falkenblut und 1 weitere...

Ulrike Stegemann hat meinen Walkürenroman "Falkenblut" gelesen und ihn in ihrem Blog und auf Amazon besprochen. Sie gibt dem Buch fünf Sterne. Über meine Heldin Valkrys und den neuen Götterkönig Widar schreibt sie:

 

"Gemeinsam bestreiten die beiden ihren Weg, um die Welt wieder in Ordnung zu bringen. Wobei sich schnell herausstellt, dass Widar mindestens genauso eigensinnig ist wie Valkrys. So kommt es immer wieder zum Schlagabtausch mit Augenzwinkern. Es macht Spaß, die beiden auf ihrer Reise zu begleiten, auch wenn sie sich dabei vielen schrecklichen Gefahren stellen müssen."

 

Ihr Fazit:
"Ein charmanter und unterhaltsamer Ausflug in die Welt der germanischen Mythen."

 

Die vollständige Rezension findet ihr
auf Amazon unter:
https://www.amazon.d..../dp/3935928998
oder in Ulrikes Blog:
https://lesen-schrei.../09/falkenblut/




Foto

Donnervogel: Berührend, geschmeidig und mit Herz und Köpfchen geschrieben

Geschrieben von Petra , in Donnervogel 24 April 2023 · 1.223 Aufrufe
Donnervogel

"Die Autorin weiß, wie gute Geschichten geschrieben werden", schreibt Martin Hildebrandt in seiner Rezension zu "Das Herz des Donnervogels" Er nennt meinen Indianer-Roman einen "etwas anderen Western voller guter Ideen und Überraschungen" und gibt dem Buch fünf Sterne.

 

In seiner Besprechung heißt es: "Ich bin immer noch sehr berührt von dieser Geschichte, die Petra Hartmann da hingezaubert hat. Das sehr geschmeidig zu lesende Buch spielt in dem verschlafenen amerikanischen Küstenstädtchen Kitty Hawk zur Zeit des wilden Westens."

 

Obwohl er mit Karl May als Kind nicht so viel anfangen konnte, kam er in meinen "Karl-May-Roman" offenbar recht gut rein und hat sich schnell mit meinem Ich-Erzähler angefreundet:
"Gleich auf der ersten Seite wurde ich von dem Erzähler, dem wohl irischstämmigen Fischerjungen Fred O´Connor, nach Kitty Hawk in die Geschichte reingezogen und ich wollte unbedingt wissen, was es mit dem Fremden Neuankömmling auf sich hat. So wie die Autorin Fred denken und sprechen lässt, so tut das wahrscheinlich ein Jugendlicher aus einem wildwestlichen Kuhkaff. Ich konnte mir den trostlosen Ort gleich vorstellen und auch die Gestalten, denen ich nach und nach begegnete, waren sehr einprägsam und mit einem Mark Twainschen Wortwitz beschrieben. Ich habe tatsächlich einige Male laut gelacht."

 

Gut gefallen hat ihm, außer dem Freundschaftsthema auch die Schilderung der Situation des Jungen Adlers in der Welt der Weißen:
"Gleichzeitig ist die Geschichte durch die Figur Junger Adler eine Parabel auf unterdrückte Minderheiten (ohne, dass es an einer Stelle in irgendeiner Form belehrend wirkt, sondern es bleibt trotz Tiefgang leicht), die unter Aufwendungen großer Anstrengungen ans Ziel gelangen. Das Ganze wäre sicher auch mit reinen Westernthemen als sehr unterhaltsam gelungen, aber das Besondere an diesem Roman ist auch der wissenschaftliche Anteil um eine reale Erfindung, der mich echt überrascht hat. Dazu kommt die spirituelle Sichtweise von Junger Adler. Und wie geschickt alles miteinander verknüpft ist!"

 

Sein Fazit:
"Die Geschichte ist einfach richtig gut und mit Herz und Köpfchen geschrieben. Ganz klare Leseempfehlung."

 

Die vollständige Rezension findet ihr auf Amazon und auf Lovelybooks.




Foto

15 x "Das Herz des Donnervogels" zu gewinnen

Geschrieben von Petra , in Donnervogel 23 April 2023 · 1.020 Aufrufe
Donnervogel

Habt ihr Lust auf die Abenteuer eines indianischen Luftfahrt-Pioniers? Ich habe gerade eine Leserunde auf Lovelybooks zu meinem neuen Roman "Das Herz des Donnervogels" angelegt. Zu gewinnen gibt es 15 eBooks und (hoffentlich) ganz viel Lesespaß.
Das Buch erzählt die Geschichte eines jungen Helden aus der Welt Karl Mays und versucht, Technik-Historie, indianische und May'sche Vorstellungen und eine abenteuerliche Geschichte zu verbinden.

 

Der Klappentext:
Ein Indianer taucht in dem verschlafenen Küstenstädtchen Kitty Hawk auf. Die Witwe Murdoch ist überzeugt, dass der Fremde ein Kundschafter ist und bald seine roten Spießgesellen zum Morden und Plündern mitbringen wird. Doch Junger Adler hat andere Pläne. Er träumt vom Fliegen und wartet auf das Eintreffen zweier verrückter Fahrradhändler.
Karl-May-Fans kennen Junger Adler bereits aus dem Roman Winnetous Erben. Die Vorgeschichte zu diesem Buch wird nun von Petra Hartmann erzählt.

 

Zur Leserunde geht es hier lang:
https://www.lovelybo...900/9190105465/

 

Schaut doch mal rein! Ich freue mich auf euch.




Foto

Thorgal 40: Tupilak

Geschrieben von Petra , in Comics 16 April 2023 · 2.444 Aufrufe
Comics, Thorgal, Yann und 1 weitere...

"Tupilak" heißt das 40. Thorgal-Album. Das Wort stammt aus der Sprache der Inuit und bezeichnet einen aus Walrosszahn, manchmal aber auch aus Holz oder Rentiergeweih geschnitzten kleinen Dämon, es handelt sich um eine Art Kultgegenstand. Getextet wurde das Abenteuer erneut von Yann, als Zeichner fungiert Fred Vignaux.
Die Geschichte beginnt dort, wo der 39. Thorgal-Band "Neokora" endete: Thorgal ist in die Kommandozentrale des gestrandeten Alien-Raumschiffs eingedrungen und hat die Bord-Intelligenz zum Leben erweckt. Doch Neokora reagiert ausgesprochen unfreundlich auf das Eindringen des Sohns der Sterne. Anders als sämtliche Bordsysteme, die Thorgal und seinen Sohn Jolan als Abkömmlinge der höchsten Atlantiden-Kaste erkennen und ihren Anweisungen folgen, verlangt Neokora Thorgals Unterwerfung unter ihren Befehl.

 

Thorgal rastet völlig aus

 

Thorgals Reaktion ist für den besonnenen, von seinen Schöpfern Rosinski und van Hamme eher als Friedensengel denn als Krieger angelegten Sternensohn völlig untypisch: Die Aufforderung zur Unterwerfung lässt ihn völlig ausrasten, er randaliert in der Zentrale, schlägt mit dem Schwert auf die Projektion Neokoras ein, schießt dann mit einer Alienwaffe. Im Prinzip benimmt er sich, als sei er nicht Thorgal, sondern Conan, der Barbar. Was denn auch Neokora zu der völlig berechtigten Feststellung veranlasst: "Die Tatsache, dass du eine einfache virtuelle Projektion zu zerstören versuchst, verrät deine primitive Herkunft." Allerdings rechnet Neokora nicht damit, dass Thorgal dann den Tupilak, den er im Vorgängerband geschenkt bekommen hat, in einen Rechner rammt ...

 

Slive hat gelogen ...

 

Das Album bricht mit einigen Dingen, die bisher in der Serie als Tatsache gegolten haben. So stellt sich heraus, dass nicht alle Atlantiden damals bei der Raumschiffskatastrophe ums Leben gekommen sind. Thorgal und seine Kinder sind offenbar nicht die letzten des Sternenvolks, wie die in ihren Schlafkapseln langsam erwachenden Atlantiden eindrucksvoll demonstrieren. Und auch Slive lebt noch, obwohl alle überzeugt waren, dass sie tot ist. Die ehemalige Herrscherin der Insel des ewigen Frostes taucht unvermittelt ebenfalls an Bord des Alienschiffs auf und gesteht, dass sie Thorgal damals belogen hat. Und sie hat üble Nachrichten: Es gibt ein selbst vor den damaligen Kommandanten geheim gehaltenes Programm die Bordintelligenz: Es geht nicht einfach um die Suche nach einem neuen Planeten für die Atlantiden. Neokora ist darauf programmiert, nach einer Landung auf der Erde das Kommando zu übernehmen und die Urbevölkerung der Erde auszurotten.

 

Erinnerung an einen geklauten Hasenbraten

 

Ein besonderes Zusammentreffen ist die Wieder-Begegnung Thorgals mit dem Angehörigen des Slug-Volks, dem er vor Jahren - im Album "Die Insel des ewigen Frostes" - einen Hasenbraten entwendet hatte. Die damalige kleine Junge ist inzwischen Schamane seines Volkes und erinnert sich noch in Dankbarkeit daran, wie Thorgal den "Herrn der drei Adler" getötet und die Zwingherrschaft Slives über die Slugs gebrochen hat. Inzwischen stark gealtert hat der Mann eine gewaltige Zaubermacht erlangt. Das Ungeheuer, das im Band "Neokora" Arisøns Schiff überfallen hat, geht auf seine Magie zurück, und der alte Mann beschwört im Kampf gegen Aliens und die kannibalischen Skraelinge erneut das Ungeheuer. Und Zaubermacht ist in diesem Kampf eine wichtige Waffe, denn Neokora setzt einen extrem bösartigen Virus frei, um die Menschheit zu vernichten.
Die Geschichte ist durchgehend geprägt von Kampfszenen und Monströsitäten wie dem vom Slug-Schamanen beschworenen Untier. Thorgal, Slive und Jolan finden die Überreste der Begleiter von Kriss und Arisøns - die Männer wurden von den Skraelingern tatsächlich aufgefressen. Gezeigt wird auch, wie die Körper zweier gefangener Slugs an Bord des Raumschiffs dem tödlichen Virus ausgesetzt werden und sich in Sekunden in faulende Blutgeschwüre verwandeln. Vor diesem Hintergrund sollte man für den unangenehm verwaschenen Zeichenstil beinahe dankbar sein. Trotzdem: Optisch macht dieses Album nicht viel Spaß. Die kalte, klare Arktisluft hätte auch klarere Linien erfordert. Im Album "Schwertboot" hatte es doch noch geklappt. Dass die Geschichte die bisher bekannte Erzählung vom Sterben des Sternenvolks außer Kraft setzt und der Leser mal eben hören muss: "Ätsch, was du bisher geglaubt hast, war alles gar nicht wahr", ist auch ziemlich ärgerlich.

 

Fazit: Ziemlich viel Blut und Gewalt. Schon zum Auftakt prügelt Thorgal wie ein in Testosteron ersaufender Neandertaler auf eine Projektion der Bordintelligenz ein. Dazu der unklare Zeichenstil und ein Bruch mit der Kontinuität der Serie - alles in allem nur bedingt empfehlenswert. Schade.

 

Thorgal 40: Tupilak. Text: Yann. Zeichnungen: Fred Vignaux. Bielefeld: Splitter, 2023. 64 S., Euro 17.

 

Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
Thorgal 33: Schwertboot
Thorgal 34: Kah-Aniel
Thorgal 35: Scharlachrot
Thorgal 36: Aniel
Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar
Thorgal 38: Die Selkie
Thorgal 39: Neokora
Thorgal 40: Tupilak
Thorgal 41: Tausend Augen
Thorgal 42: Özurr, der Waräger

 

Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren
Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig
Kriss de Valnor 4: Bündnisse
Kriss de Valnor 5: Rot wie der Raheborg
Kriss de Valnor 6: Die Insel der verlorenen Kinder
Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit
Kriss de Valnor 8: Der Herr der Gerechtigkeit

 

Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
Lupine 4: Crow
Lupine 5: Skald
Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen
Lupine 7: Nidhöggr

 

Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern
Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins
Thorgals Jugend 3: Runa
Thorgals Jugend 4: Berserker
Thorgals Jugend 5: Slive
Thorgals Jugend 6: Der Drakkar aus dem Eis
Thorgals Jugend 7: Blauzahn
Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde
Thorgals Jugend 9: Die Tränen der Hel
Thorgals Jugend 10: Sydönia
Thorgals Jugend 11: Grym

 

Thorgal Saga: Adieu, Aaricia
Thorgal Saga: Wendigo
Thorgal Saga: Shaigan
Thorgal Saga: Frost und Feuer

 

© Petra Hartmann




Foto

Drachen, Katzen, Holler Morde und Alexas Playlist

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 15 April 2023 · 1.636 Aufrufe
Unterwegs, Holle, Sottrum, Krimi

Drei Autorinnen, ein Künstler und jede Menge lustige Tiere - das alles galt es am Samstagnachmittag in Sottrum zu entdecken. Der Autorenkreis "Wort für Wort", vertreten duch Sabine Hartmann, Sabine Baraniak und Diana Naumann, und Maler Volker Witteczek hatten zur Vernissage ins Sottrumer "Music-Voyage", die Schule für Musik, Gesang, Tanz und Schauspiel, eingeladen und boten drei Stunden lang Sehens- und Hörenswertes.
Volker Witteczek zeigte seine Gemälde, viele davon mit lokalen Motiven (sehr gut gefallen hat mir ein Bild aus Astenbeck), aber es waren auch zahlreiche Meeresbilder zu sehen. Wellen, Segler, Möwen und Schwertwale, eine Sammlung, die einfach Lust auf Urlaub macht.

 

Eingefügtes Bild

 

Die Autorinnen hatten dazu ein Lesungsprogramm zusammengestellt, das die Bandbreite des Autorenkreises gut zur Geltung brachte. Den Auftakt machte Sabine Baraniak, die die dramatische Flucht des kleinen Feuerdrachen Franklin schilderte, den böse Leute fangen und als nächtlichen Leuchtkörper missbrauchen wollten. Außerdem erzählte sie von der Hexe Grünwalda, die die Pflanzen in ihrem Garten durch einen besonderen Zauber vor ungebetenen Eindringlingen schützen wollte - und dabei in ihre eigene Falle tappte. Das Besondere - abgesehen von Sabines sehr gelungener Art, die einzelnen Charaktere mit eigenen Stimmen zum Leben zu erwecken - war die selbstgestrickte Plüschtierkollektion, die sie mitgebracht hatte. Denn sowohl den Drachen als auch die Hexe und ihre Freunde gab es in verschiedenen Größen zu erwerben.

 

Eingefügtes Bild

 

"Du schuldest mir noch was", lautet der Titel des neuen Holle-Krimis, den Sabine Hartmann daraufhin vorstellte. Es geht um eine Taschenuhr, die sich schon seit vier Generationen im Familienbesitz befindet, eine Künstlerin, die ihre Bilder mit Blattgold gestaltet und plötzlich in einem Mordfall ermitteln soll, und um ein Quartett aus halbstarken Früchtchen, das eine Bäckerei überfällt und auch sonst ziemlich schlechte Manieren an den Tag legt. Sabine lässt im Buch eine Menge fiktiver Maler und ihre nicht minder fiktiven Kunstwerke auftreten. Bilder, die während einer Ausstellung im Derneburger Glashaus zerstört werden. Wobei - wirklich fiktiver Bilder? Nein, nun nicht mehr. Denn der Künstler Volker Witteczek hat als Illustrationen zu dem Buch genau die von der Verfasserin beschriebenen Werke nachgeschaffen. Und in der Ausstellung konnte man sie sogar in Farbe bestaunen.

 

Eingefügtes Bild

 

Sabine las mit der Routine einer erfahrenen Autorin. Aber als Jung-Räuber Pascal nach dem gelungenen Raubzug in Partylaune kommandierte: "Alexa, Playlist" und im Lesungsraum plötzlich eine wirkliche Alexa reagierte und Musik abspielte, das brachte selbst die Krimi-Expertin einen Augenblick lang aus der Fassung. Zumal der Amazon-Lautsprecher sich nicht so ohne Weiteres stoppen ließ. Erst als eine Zuhörerin mit entschlossener und trotzdem höflicher Stimme sagte "Alexa, Stopp!", war der Spuk zu Ende. "Man muss höflich mit ihr sprechen", riet sie. "Sonst wird sie bockig." Wieder was gelernt. "Schnauze, Alexa" geht also nicht.

 

Eingefügtes Bild

 

Die Dritte im Bunde war Diana Naumann. Sie stellte ihr Bilderbuch "Komm, wir suchen deine Mama" vor. In einem aufklappbaren Bilderrahmen zeigte sie nach Art eines japanischen Kamishibai-Erzählers die vergrößerten Illustrationen zu ihrer Geschichte, und die Zuhörer konnten live mit dabei sein, wie Katze Mohr sich auf die Suche nach der verschwundenen Katzenmutter machte. Unterstützt wurde das Kätzchen dabei von vielen Tierkindern auf dem Bauernhof. Da waren das Hühnerküken Elli, ein kleines Kaninchen, ein Entenküken mit einem weißen Fleck, ein Ferkel, ein Lamm ... Fast alle Figuren hatte Diana auch als kleine gehäkelte Fingerpuppen mitgebracht, und einige Zuhörer konnten sie während der Lesung an entsprechender Stelle hochhalten und mitmachen. Nur die Lamm-Puppe fehlte leider. Bei der vorherigen Lesung hatte ein Zuschauer das kleine Schaf offenbar geklaut. Auch eine Art Kompliment. Jedenfalls bietet sich damit auch eine Fortsetzung der Suche nach der verschwundenen Katzen-Mama an. Teil zwei könnte von der Fahndung nach dem geklauten Mini-Schaf handeln, meinten die Zuschauer. Vielleicht legt die Autorin ja tatsächlich noch eine Story nach?

 

Eingefügtes Bild

 

Am Büchertisch des Hottenstein-Verlags musste ich dann unbedingt zugreifen und deckte mich mit Lektüre ein. Und ich durfte auch gleich selbst noch ein Buch signieren, denn mein Walkürenroman "Falkenblut" hatte auch eine Liebhaberin gefunden.
Gegen 19 Uhr machte ich mich dann auf den Heimweg nach Sillium. Schön, wenn man mal eine Lesung in der unmittelbaren Nachbarschaft hören kann. Der Nachmittag hat sich gelohnt.

 

© Petra Hartmann




Foto

Mit dem Donnervogel bei Radio Tonkuhle

Geschrieben von Petra , in Donnervogel 13 April 2023 · 1.358 Aufrufe
Donnervogel und 1 weitere...

Heute war ich mit "Das Herz des Donnervogels" bei Radio Tonkuhle. Wir haben die Mai-Folge von "High Noon", der Radio-Sendung der Hildesheimlichen Autoren, aufgezeichnet. Allerdings war es sowohl für mich als Gast als auch für Jens Volling, den Radio-Man unseres Vereins, diesmal etwas anders und alles andere als eine Routine-Aufzeichnung. Denn keiner von uns beiden hatte die neuen Räume des Senders bisher von innen gesehen.
Der Umzug aus der Andreas-Passage an den Angulême-Platz ist noch nicht ganz abgeschlossen. Wir trafen uns sicherheitshalber vor der Tür, wo zumindest die "Puls"-Schilder schon mal zeigten, dass es das richtige Gebäude war. Allerdings war schon die erste unangenehme Überraschung, dass Jens' Transponder aus der Andreas-Passage hier nicht funktionierte, die Tür blieb zu. Wir entdeckten dann zum Glück, dass wir hinternrum durchs Treppenhaus gehen konnten. Aber wohin? In der ersten Etage wusste man erstmal von nix. Ein Mann riet uns, in den zweiten Stock zu gehen. Wenn dort niemand sei, sollten wir nochmal wiederkommen.
In der zweiten Etage war alles dicht, nur ein einsamer Rollator stand vor der Tür, aber niemand öffnete auf unser Klopfen. Ich entdeckte auf halber Höhe zum dritten Stock ein "Tonkuhle"-Schild. Aber oben schauten uns auch nur unbeschriftete Türen und ein WC an. Alles dicht. Wir also wieder runter.
Unten trafen wir diesmal eine Frau. Sie arbeitet für das Kulturium, meinte aber, dass oben hinter einer der Türen doch der Sender sein müsse. Sie ging mit uns hinauf, klingelte an der ersten Tür, und, oh Wunder, uns wurde aufgetan.
Wir bekamen zunächst eine kurze Führung durch die neuen Räume. Sehr hell, sehr freundlich. Es kam mir sogar alles größer und geräumiger vor als am alten Standort. Es sei aber weniger als die Hälfte, erfuhr ich. Und als wir dann an unseren Produktionsplatz kamen, merkte ich es auch, dass alles viel kleiner und enger war.
Der Aufnahmeraum liegt hinter der Küche. Da das Rotlicht mit der Warnung "Bitte Ruhe, Aufnahme!" noch nicht funktioniert, riet uns die Kollegin, die Küchentür auch zu schließen. Damit nicht jemand während meiner Lesung die Kaffeemaschine lorsöcheln lässt.
Im alten Studio 1 hatten wir mehrfach Sendungen mit vier oder fünf Leuten aufgezeichnet. Dieser Raum war so eng, dass wir uns zu zweit schon sehr zusammenquetschen mussten. Erst hatten wir einen zweiten Bürostuhl hineingeschoben. Allerdings hatten wir dann keine Chance, die Tür zu schließen. Ich bekam endlich einen Klapp-Hochsitz. Wir schoben die Tür mit etwas Gewalt zu, denn der Teppich bremste sehr stark, dann klappte ich den Stuhl auseinander. Passt.

 

Eingefügtes Bild

 

Als Jens den Rechner hochfuhr und das Hand-Mikrofon anschließen wollte, wäre er beinahe umgefallen vor Schreck, als das furchtbare Pfeifen uns das Trommelfell zerfetzte. Aber es war nicht genug Platz da zum Umfallen. Wir haben ziemlich lange experimentiert mit den Reglern und Kanälen, aber das Handmikro produzierte Rückkopplungen ohne Ende. Irgendwann ließen wir es einfach weg und teilten uns das andere Mikro mit dem Schwenkarm.
Wir plauderten ein wenig über das Buch, dann begann ich zu lesen. Ich hatte zu Hause die Passagen mehrfach probegelesen und die Zeit gestoppt. Anfangs waren es 42 Minuten Lesezeit. Heute morgen war ich auf 45 Minuten gekommen. Mit Interview und Musik würde das knapp werden. Ich hatte also immer im Hinterkopf die Uhr laufen und fragte nach jedem Abschnitt: "Wie viel Zeit haben wir?" Beim Lesen ließ ich dann sicherheitshalber einen Abschnitt aus. Mit der Folge, dass uns am Ende noch zwei Minuten fehlten. Künstlerpech. Also schob ich den gestrichenen Abschnitt später nach. Nun, Jens wird das hoffentlich später beim Schneiden nicht verwechsen.

 

Eingefügtes Bild

 

Ich las die beiden Kapitel "Der Stoff aus dem die Träume sind" und "Flügel" vor, im Buch sind das Kapitel drei und vier. Als Musik hatte ich mir "Über den Wolken" von Reinhard Mey mitgenommen, "Flieger" von Nino de Angelo und natürlich "Flieg junger Adler" von Tom Astor. Wenn man über die Flugversuche eines indianischen Luftfahrtpioniers namens Junger Adler schreibt, gehört das unbedingt dazu.
Wir haben etwa zwei Stunden gebraucht vom Treffen vor der Tür bis zum allerletzten Abspeichern. Gewöhnlich ist bei uns eine einstündige Sendung auch in einer Stunde im Kasten. Gerade das Abspeichern hat diesmal beängstigend lange gedauert. Aber schließlich ist alles gut gegangen. Jetzt müssen nur noch die drei oder vier Verhaspeler rausgeschnitten werden, die ich mir geleistet hatte, dann ist das Ding sendefertig.
Ich klappte also den Sitz wieder zusammen, reckte die verspannten Glieder, danach zogen wir mit vereinten Kräften die Tür auf, wobei der Teppich kräftig bremste und uns nicht freigeben wollte. Fazit: Kuschelig wars. Aber im Hochsommer möchte ich lieber nicht dort drin sitzen.

 

Wer die Sendung hören möchte, kann sich schon mal folgenden Termin vormerken:

 

Samstag, 20. Mai: Lesung aus "Das Herz des Donnervogels" und Interview in der Sendung "High Noon" auf Radio Tonkuhle. Im Bereich Hildesheim zu empfangen auf 105,3 MHz, sonst per Livestream auf www.tonkuhle.de. Beginn: 12 Uhr.

 

Wer es verpasst, hat später die Chance, die Lesung ohne Musik auf unserem Youtube-Kanal zu hören.

 

© Petra Hartmann




Foto

Thomas Ostwald: Aufbruch ins Ungewisse

Geschrieben von Petra , in Helgoland 12 April 2023 · 2.635 Aufrufe
Helgoland, Thomas Ostwald und 1 weitere...

Old Shatterhand auf Helgoland? Die Kombination wirkt zunächst etwas eigenwillig. Doch Autor Thomas Ostwald, der den Reiseschriftsteller Karl May in dem Roman "Aufbruch ins Ungewisse" nicht zu seinen roten Freunden, sondern auf den roten Felsen führt, schildert bei Licht besehen gar kein so unmögliches Zusammentreffen ...
Old Shatterhand ist an Bord eines Auswandererschiffs und auf dem Weg nach Amerika. Aber der marode Kahn, der schon im Hafen keinen vertrauenerweckenden Eindruck macht, erleidet bereits kurz nach der Abfahrt aus Hamburg Schiffbruch. Die Überlebenden retten sich nach Helgoland.
"Aufbruch ins Ungewisse" ist der Auftaktroman der Serie "Karl Mays Old Shatterhand" (später erweitert zu "Im wilden Westen Nordamerikas") im Blitz-Verlag, die neue Abenteuer der Helden Karl Mays erzählt. Das Buch ist zugleich der erste Teil einer Trilogie, die den Titel "Die schwarzen Teufel vom Missouri" trägt.

 

Karl May trifft Friedrich Gerstäcker

 

Ostwald als ausgewiesener Fachmann für den gleichfalls für seine Nordamerika-Schilderungen bekannten Schriftsteller Friedrich Gerstäcker hat es sich nicht nehmen lassen, seinen Autor in diesem Buch als Mays Reisegefährten auftreten zu lassen. Ein ganz eigenartiges Zusammentreffen, bei dem wir Old Shatterhand nicht in der Rolle des großartigen Westmanns und Anführers erleben, sondern als Junior-Partner des ungleich berühmteren und erfolgreicheren Kollegen.
May reist unter dem Namen Karl Winter, Gerstäcker ist als Fred Miller unterwegs, und doch erkennt der Ich Erzähler den Vorläufer, von dem er viel gelernt und übernommen hat, anhand eines Buchtitels. Beide Schriftsteller gehen ausgesprochen kollegial und freundschaftlich miteinander um, wobei Gerstäcker dem jungen Mitreisenden mehrfach aus der Patsche hilft. Auch das sozial-finanzielle Gefälle wird deutlich, da Old Shatterhand an Bord die billige Passage im Zwischendeck buchen muss, während der bereits erfolgreiche und vermögende Gerstäcker wesentlich komfortabler reist.
Beide fachsimpeln über den Westen und über ihre Schusswaffen und sind damit beschäftigt, das mitreisende und hinreißende Fräulein von Rauten zu beschützen, das in Old Shatterhand noch ein ganz anderes Feuer entfacht hat als jenes, das später für den Schiffbruch vor Helgoland verantwortlich ist.

 

Eigener Stil und eigene Schwerpunkte

 

Ostwald als Autor unterscheidet sich in Stil und Schwerpunktsetzung deutlich von Karl May. Wir haben es hier nicht mit einem Kopisten zu tun, der einfach nur einen weiteren May verfassen möchte. Der Verfasser bringt seine eigene Welt mit ein, in der sich sein Old Shatterhand nun zurechtfinden muss. Dinge, die May niemals als Teil der Old-Shatterhand-Figur zugelassen hätte, kommen hier zur Sprache, etwa seine kriminelle Karriere und die Gefängniszeit, die den Helden auf dieser Fahrt einholt. Auch die seitenlangen Personenbeschreibungen und Landschaftsschilderungen Mays hat Ostwald sich nicht zum Vorbild genommen. Das ist zwar für den Helgoland-Fan schmerzlich, trägt aber zur flüssigen Lektüre durchaus bei.

 

Schiffbruch, Diebstahl und Gewalt

 

Das Buch ist spannend geschrieben, lässt sich aufgrund seines geringen Umfangs (160 Seiten) zügig durchlesen und erzählt die Geschichte einer Überfahrt mit diversen Abenteuern wie Schiffbruch, Diebstahl und mehrere Akte körperlicher Gewalt.
Etwas unbefriedigend ist, dass es sich eher nicht um einen abgeschlossenen Roman handelt, wie der Untertitel "Teil 1 der Trilogie Die schwarzen Teufel von Missouri" suggeriert, vielmehr scheint es eine durchgehende Erzählung zu sein, die man aus druck- oder verkaufstechnischen Gründen in drei Lieferungen zerlegt hat. So steht man am Ende des Buchs ziemlich ratlos da und muss sich entscheiden, ob man nun Fräulein von Rauten und ihre Beschützer begleiten und dem nicht eben vertrauenswürdig herüberkommenden Typen mit Revolver ins Innere des Landes folgen möchte oder nicht. Die meisten Fragen, die in diesem ersten Teil aufgeworfen werden, bleiben nämlich offen.

 

Fazit: Spannender und sachkundig geschriebener Roman über eine Reise Old Shatterhands, verfasst nicht von einem Kopisten, sondern von einem Autor, der "was Eigenes" zu bieten hat. Lesenswert, aber auch mit vielen offenen Fragen.

 

Thomas Ostwald: Aufbruch ins Ungewisse. Teil 1 der Trilogie "Die schwarzen Teufel von Missouri". Blitz-Verlag, 2017. 159 S., Euro 12,95.

 

Weitere Karl-May-Fortsetzungen
Axel Halbach: Blutige Schluchten
Klaus-Peter Walter: Sherlock Holmes und Old Shatterhand
Thomas Ostwald: Auf der Spur
Thomas Ostwald: Der schwarze Josh
Wolfgang Berger: Weißer Vater
Lennardt M. Arndt: An den Ufern des Nebraska. Die Surehand-Story Band I
Bettina Schneider: Die Opfer des Apachen
Lennardt M. Arndt: Die Buschklepper
Jacqueline Montemurri: Der Herrscher der Tiefe

 

© Petra Hartmann




Foto

Anna Weser: Der Rausch von Helgoland

Geschrieben von Petra , in Helgoland 09 April 2023 · 1.242 Aufrufe
Helgoland, Krimi

Der Roman "Der Rausch von Helgoland" ist physisch recht dünn, inhaltlich aber ein rappelvolles Paket an krimineller Energie, berauschenden Szenen und Nordsee-Flair, vor allem aber ist er ein erfrischendes Sprachkunstwerk, rotzfrech im Ton, witzig in der Wortwahl und mit dem richtigen Gespür für schräge, komische oder absurde Formulierungen. Als Verfasserin fungiert auf dem Titel eine gewisse "Anna Weser", offenbar ein Pseudonym, das im Klappentext als Elmore Leonard aufgeschlüsselt wird.
Karl - Firmeninhaber, Verkäufer, Kontrolleur, Stewardess und Pilot in Personalunion - muss zwei Passagiere von Helgoland nach Hamburg fliegen. Die Maschine seiner Firma "Helgoland Express" ist allerdings ein echter Seelenverkäufer, den nur noch der Rost zusammenhält. Notwendige Wartungsarbeiten werden nicht oder nur spät durchgeführt, und der Pilot selbst wirft sicherheitshalber die eine oder andere Pille ein, wenn er das Gefühl hat, sonst nicht durchzuhalten. Als Karl und seine beiden Passagiere auf eine Wolkenfront zufliegen und stürmisches Wetter aufzieht, beschließt er, darauf zuzuhalten, und schaltet den Autopiloten ab. Seine letzte Entscheidung.
Das spurlose Verschwinden der Maschine fällt in die Zuständigkeit des Amtsrats Friedhelm Peter aus Braunschweig von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung beim Luftfahrtbundesamt, Beamter aus Leidenschaft und nicht gerade die hellste Kerze an der Tanne, um es einmal zurückhaltend auszudrücken. Peter ist ehrgeizig, aber intellektuell doch ziemlich herausgefordert und lässt sich durch entsprechende Internet-Verschwörer davon überzeugen, dass das gefürchtete Bermuda-Dreieck aufgrund gewisser meteorologisch-geographischer Störungen in die Nordsee gewandert ist und den fliegenden Schrotthaufen verschlungen hat. Dass er sich auch noch von einer angeblichen Journalistin becircen und flachlegen lässt und seine kühnen Thesen auch öffentlich äußert, wird dem Ruf des Mannes nicht gerade förderlich.
Ernster sind da die Ermittlungen der Kriminalpolizei zu nehmen, die einer ganz großen Drogengeschichte auf die Spur kommt. Der vermeintliche Selbstmord eines Junkies in einem baufälligen Haus, das nach Hasch, Eiter und Fäkalien müffelt, ist nur der Auftakt zu einer Mordserie aus nicht eben schönen Toden. Und dann ist da auch noch der Betriebsausflug einer hannöverschen Firma, deren Mitglieder an Bord der "Medusa" Zeugen werden, wie eine Leiche von der Schraube des Motors gehäckselt wird.
Das Buch punktet jedoch vor allem durch seinen trockenen Zynismus und die bissigen Bemerkungen über diverse Personengruppen und norddeutsche Besonderheiten. So heißt es über die Möglichkeiten, auf der Insel Wangerooge Autos zu bewegen, unsentimental und pragmatisch:

 

"Irgendein Ureinwohner hatte eines Tages beim Gemeinderat den Antrag gestellt, auf der autofreien Insel Wangerooge, zum Zweck der Überführung, den Strand und die Wege mit Autos benutzen zu dürfen. Zuerst dachte man, das sei ein im Suff ausgebrüteter Scherz, aber nein, der Kollege hatte sich durchaus Gedanken gemacht. Was wäre, wenn einer der vielen nach Bremerhaven gehenden Autotransporter stranden würde? Dann müsste man die Autos doch bergen und in Besitz nehmen. Dann würden vermutlich auf jeden Einwohner zwanzig Autos entfallen und das müsste ja wohl im Sinne einer vorausschauenden Kommunalpolitik geregelt werden, oder etwa nicht? Man müsse sich bloß mal überlegen, wie teuer das würde, wenn man für jede Fahrt ein Strafmandat bekäme.
Man einigte sich im Gemeinderat schließlich unter der Hand darauf, dass der Inselpolizist großzügig von jeglicher Ahndung absehen würde, falls dieser unverhoffte Glücksfall jemals eintritt. Wangerooger waren schließlich inselweit für ihren Pragmatismus bekannt."

 

Der Roman ist reich an harten Szenen und grausamen Handlungen. Das Drogenmilieu ist kein Ponyhof. Doch durch den rotzigen Hardboiled-Sprachstil wird das Ganze eher ein freches Sprachkunstwerk als eine erschütternde Drogenreportage. Dass man am Ende das Motiv des Mörders sehr gut verstehen kann, macht die strafbaren Handlungen natürlich in keinster Weise verzeihlich.

 

Fazit: Dreckiger Drogenkrimi mit zauberhaft-rotziger Sprache und herrlich absurden Handlungen und schrägen Figuren. Großartiger Stoff, ausgesprochen lesenswert.

 

Anna Weser: Der Rausch von Helgoland. Bremen: MusketierVerlag, 2020. 168 S., Euro 20,80.

 

© Petra Hartmann




Foto

Das elektronische Herz des Donnervogels

Geschrieben von Petra , in Donnervogel 04 April 2023 · 1.090 Aufrufe
Donnervogel

Ab jetzt könnt ihr meinen Indianer-Roman "Das Herz des Donnervogels" auch auf dem E-Reader lesen. Das E-Book ist zum Preis von Euro 3,99 erhältlich. Erwerben könnt ihr es unter anderem bei Amazon oder direkt beim Blitz-Verlag.

 

Hinweis:
Die Printausgabe des Buches umfasst 282 Seiten.
Die exklusive Sammler-Ausgabe als Taschenbuch ist nur auf der Verlagsseite des Blitz-Verlages erhältlich. Wer lieber ein gedrucktes Buch haben möchte, erhält es hier.




Foto

Rückgratbruch

Geschrieben von Petra , in Krimskrams 01 April 2023 · 934 Aufrufe
Krimskrams

Aus meinem Tagebuch: Rückgratbruch

 

Am Samstag parkt bei uns vor dem Supermarkt immer der Hähnchenwagen. Und wann immer ich das Wochenende zu Hause verbringe, hole ich mir ein halbes Maxi-Hähnchen. Heute auch wieder.
Nur ein Kunde steht vor mir. "Ein halbes Maxi-Hähnchen", bestellt er, und ich will schon sagen: "Ich nehme dann die andere Hälfte", da passiert es: Der Hähnchen-Brater teilt das Tier mit der Geflügelschere und beginnt zu schimpfen. Dann zieht er das halb zerlegte Hähnchen vom Spieß ab, lässt es auf die Arbeitsplatte fallen und schneidet ein neues durch. "Das passiert immer, wenn wir neue Leute haben", brummelt er. "Wenn man den Spieß nicht richtig durchsticht, dann zerbricht man dem Hähnchen das Rückgrat. Vorhin hatte ich schon eins. Man sollte sich beschweren."
Ich starre schockiert auf das zerbrochene Huhn, das etwas aus der Form geraten ist und mit verdrehten Knochen daliegt. "Schmeißen Sie das jetzt etwa weg?", frage ich.
"Ja, klar, verkaufen kann ich das nicht mehr. Da können Sie nur noch Hühnerfrikassee draus machen."
Ich hole tief Luft. "Geben Sie mir die Hälfte davon. Ich nehm's auch so."
Er zögert, nickt dann. "Dann berechne ich Ihnen nur den Preis für das normale Huhn", sagt er.
Ersparnis: 50 Cent gegenüber der Maxi-Version. Und er packt mir noch den zweiten Schenkel mit dazu.
Ich schaue auf die erbärmlichen Reste, die noch da liegen. "Das war mal ein Lebewesen", sage ich. "Wissen Sie was? Geben Sie mir den Rest auch noch."
Tja, und dann sitze ich da am Mittagstisch, muss plötzlich die doppelte Portion verdrücken und merke, wie groß zwei halbe Maxi-Hähnchen eigentlich sind. Trotzdem: Ihr beiden sollt nicht umsonst gestorben sein. Und vergessen sollt ihr auch nicht sein. Immerhin werde ich euch noch lange an den Hüften mit mir herumtragen.
Kennt ihr diesen Cartoon mit dem Mammut, das auf der Waage steht? Das Tier blickt traurig auf die Anzeige und murmelt: "Das liegt nur daran, dass ich so schwere Knochen habe." Bei mir liegt es nicht daran. Ich habe keine schweren Knochen. Nur ein weiches Herz.

 

© Petra Hartmann




Foto

Der Junge Adler ist gelandet

Geschrieben von Petra , in Donnervogel 29 März 2023 · 980 Aufrufe
Donnervogel

Er ist da! Heute habe ich ein Paket voller Donnervögel vom Blitz-Verlag bekommen. Die Bücher sehen sehr schön aus, liegen gut in der Hand, und das Format gefällt mir auch. Jetzt hoffe ich, dass es den Lesern auch gefältt. Auf jeden Fall hat es mir sehr viel Spaß gemacht, die Geschichte des Jungen Adlers und seiner Flugversuche aufzuschreiben.

 

Wer "Das Herz des Donnervogels" lesen möchte, wird hier fündig:
https://www.blitz-ve...on=buch&id=3955

 

E-Book und Hörbuch sollen folgen.

 

Und ich gönne mir jetzt erstmal eine eiskalte Cola und lehne mich entspannt zurück.

 

Eingefügtes Bild




Foto

Donnervogel im Anflug

Geschrieben von Petra , in Donnervogel 22 März 2023 · 892 Aufrufe
Donnervogel, Blitz-Verlag, Lakota und 1 weitere...

Donnerwetter, das nenne ich Tempo. Wie mir mein Verleger heute mitteilte, ist mein Roman "Das Herz des Donnervogels" schon in der Druckerei, und voraussichtlich nächste Woche könnten meine Belegexemplare bei mir eintrudeln. Wenn man bedenkt, dass als Veröffentlichungstermin Mai 2023 angepeilt war, ist das eine echte Überraschung. Welcher Flug hat in dieser Zeit schon Verfrühung? Kein Wunder, dass der Verlag Blitz-Verlag heißt.

 

Das Buch ist eine Hommage an Karl May und erzählt die Geschichte eines seiner Helden aus "Winnetous Erben". Der Junge Adler ist ein Mensch, der mich schon seit gut vier Jahrzehnten interessiert, jetzt also das Buch.

 

Der Klappentext lautet:
"Ein Indianer taucht in dem verschlafenen Küstenstädtchen Kitty Hawk auf. Die Witwe Murdoch ist überzeugt, dass der Fremde ein Kundschafter ist und bald seine roten Spießgesellen zum Morden und Plündern mitbringen wird.
Doch Junger Adler hat andere Pläne. Er träumt vom Fliegen und wartet auf das Eintreffen zweier verrückter Fahrradhändler."

 

Buch-Infos:
Petra Hartmann
DAS HERZ DES DONNERVOGELS
Band 18 der Reihe "Im wilden Westen Nordamerikas"
Abenteuer-Roman
Exklusive Sammler-Ausgabe
Seiten: 282 Taschenbuch
Künstler: MtP-Art (Mario Heyer)
Künstler (Innenteil): MtP-Art (Mario Heyer)
Preis: 12,95 Euro.
E-Book und Hörbuch folgen.
Bestell-Link:
https://www.blitz-ve...on=buch&id=3955

 

Wer mal unverbindlich reinhören möchte, ist herzlich zu den ersten drei Lesungen aus dem Buch eingeladen:

 

Samstag, 22. April: Lesung aus "Das Herz des Donnervogels" auf dem Conventus Leonis, Kinder- und Jugendzentrum Mühle, An der Neustadtmühle 3, 38100 Braunschweig. Beginn: 12.30 Uhr.

 

Samstag, 13. Mai: Lesung aus "Das Herz des Donnervogels" auf dem Marburg-Con. Bürgerhaus Weimar (Lahn) - Niederweimar, Herborner Straße 36, 35096 Niederweimar. Beginn: 12.30 Uhr.

 

Samstag, 20. Mai: Lesung aus "Das Herz des Donnervogels" und Interview in der Sendung "High Noon" auf Radio Tonkuhle. Im Bereich Hildesheim zu empfangen auf 105,3 MHz, sonst per Livestream auf www.tonkuhle.de. Beginn: 12 Uhr.

 

Schaut doch mal vorbei. Ich freue mich auf euch!




Foto

Kerstin Groeper: Im Eissturm der Amsel

Geschrieben von Petra , in Indianer 27 Februar 2023 · 2.046 Aufrufe
Indianer, Kerstin Groeper, Mandan und 2 weitere...

Kerstin Groeper erzählt in ihrem historischen Roman "Im Eissturm der Amsel" von einer jungen Mandan-Indianerin, einem französischen Trapper und einem Krieger vom Stamm der Lakota, deren Schicksale und Wege sich kreuzen. Der Roman spielt in den Jahren 1808 bis 1814.
Pierre DuMont ist Fallensteller und gehört einer größeren Pelzhandelsgesellschaft an, für die er und seine Kollegen jagen. Die Firma gründet mehrere Handelsstationen, treibt mit verschiedenen Indianerstämmen Handel und hat großes Interesse, in Frieden mit den Indianern zu leben. Das Verhältnis zu den meisten Stämmen ist freundschaftlich oder zumindest von gegenseitigem Respekt und gemeinsamem Nutzen geprägt, nur mit den Blackfeet haben die Jäger Probleme. Immer wieder werden sie von Schwarzfüßen angegriffen, die Indianer töten viele der weißen Trapper und Händler, brennen Handelsstationen nieder und rauben den Weißen die mühsam erbeuteten und erhandelten Felle. Gleich zu Beginn des Buchs wird Pierre gezeigt, wie er Späher der Blackfeet entdeckt und tötet und einen Angriff auf die Handelsstation erlebt.

 

Zupackende Mandan-Indianerin als Trapper-Braut

 

Mato-wea, eine junge Mandan-Indianerin, ist die weibliche Hauptfigur des Romans. Sie ist Waise, lebt bei ihrem Onkel und wird vorgestellt als tüchtige Jugendliche, die sich um ihre jüngere Cousine kümmert, sich auf weibliche Arbeiten bereits ausgezeichnet versteht und einem klassischen Leben als Ehefrau eines Kriegers und Mutter seiner Kinder entgegensieht. Aber bereits von Anfang an wird gezeigt, dass Mato-wea auch zupacken kann und sich und ihre Stammesgenossinnen entschlossen verteidigt. Bei einem Überfall der Lakota auf das Mandan-Dorf stellt sie sich einem Angreifer mutig entgegen und reißt ihn vom Pferd, um ihrem Freundinnen Zeit zur Flucht zu verschaffen. Eine Begegnung, die den Lakota-Krieger Wambli-Luta schwer beeindruckt. Die junge Frau, die ihm den unrühmlichen Sturz beschert hat, geht ihm fortan nicht mehr aus dem Kopf.
Als Pierre, einer Gewohnheit der Trapper folgend, bei den Mandan eine "Ehefrau" beziehungsweise eine Frau auf befristete Zeit für Haushalt und Geschlechtsverkehr kaufen will, erhält er Mato-wea, die ihm in die Welt der weißen Jäger folgt und das Leben in der Handelsstation kennen lernt. Und sie kann vieles von dem einbringen, was sie bei den Mandan gelernt hat. Beim Gerben der Pelze macht ihr keiner der Männer etwas vor. Und mit ihren Kochkünsten kann sie in dem Männerlager sogar ein wenig Kultur einführen ...

 

Heldenhafter, aber auch nachdenklicher Krieger

 

Wambli-luta, der Rote Adler schließlich, ist die dritte Person, aus deren Perspektive der Leser die Ereignisse miterlebt. Ein junger, heldenhafter Krieger, zwar erst am Beginn seiner Laufbahn, aber bereits von allen anerkannt. Er wird als neues Mitglied in eine der angesehensten Kriegergesellschaften aufgenommen. Dabei wird dieser Wambli-luta aber dennoch als ein stiller, nachdenklicher Mann gezeichnet, der immer wieder fragt, ob seine Medizin noch stark genug ist, der auf Visionssuche geht, sich den Qualen des Sonnentanzes aussetzt, um das Große Geheimnis und die Geister sich und seinem Volk gewogen zu stimmen.
Als Krieger wetteifert er immer wieder mit einem gegnerischen Crow-Krieger, sie stehlen sich gegenseitig die Pferde, überfallen die Dörfer des jeweils anderen, kämpfen gegeneinander. Alles hart, aber fair und mit gegenseitigem Respekt. Sogar die Namen der beiden korrespondieren auffallend miteinander: Dachbitche-hisshi, Roter Bär, hat nicht nur das gleiche Farbadjektiv im Namen wie sein Lakota-Widerpart, die beiden treffen auch erstmals aufeinander, als Wambli-luta nach einem Kampf mit einem Grizzly-Bären schwer verletzt und kampfunfähig am Boden liegt, wobei der Crow ihn verschont.
Nur eines unterscheidet Wambli-luta von seinem ständigen Gegenspieler: Aufgrund einer Vision kämpft er niemals gegen Frauen oder Kinder oder tötet sie gar. Während der Crow, um dem ständigen Rivalen eins auszuwischen, dessen Schwester entführt.

 

Glaubhafte Charaktere vor gut recherchierter Kulisse

 

Kerstin Groeper gelingt es, drei außerordentlich glaubhafte Helden mit eigenen, unverwechselbaren Charakteren und Stimmen zu schaffen. Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen zwischen Amerikanern und Engländern, den französischen Trappern und den unterschiedlichen indianischen Stämmen, schildert sie authentische Einzelschicksale und zugleich historische Ereignisse, aber auch Naturgewalten wie die furchtbaren "Amselstürme", die Jagdlager unter Schnee- und Eismassen begraben und zahlreiche Menschenleben fordern.
Gerade Mato-wea als Wanderin zwischen den Welten und Kulturen kommt in dem Buch eine besondere Rolle zu. Durch ihre Augen sieht der Leser nicht nur in die Welt der Mandan hinein, sondern erfährt auch vom Leben in einem Trapperlager und schließlich davon, wie sich eine Mandanin und Trapperfrau bei den Lakota einleben muss.
Gegen Ende des Buches blinkt auch die Hoffnung auf, die in die große Vereinigung aller indianischen Völker, die Tecumseh stiften wollte, gesetzt wird.
Wieder einmal zeigt die Autorin, dass sie intensiv recherchiert hat und sich in der Zeit und Welt, die sie schildert, gut auskennt.

 

Einige sprachliche Macken

 

Kerstin Groeper hat eine große Stärke: die Recherche. Sie hat leider auch eine große Schwäche: die deutsche Sprache. Deklinations-Sünden wie "des Bärens" und "dem Bär" können einem Leser schon manchmal die Freude am Lesen verderben. Unangenehm sind auch einige Bezugsfehler beziehungsweise ungelenk gebaute Sätze wie: "Anpao-win hatte Neuigkeiten von ihren Freundinnen, die sie mit ihrer Mutter austauschte." Natürlich tauschte Anpao-win nicht die Freundinnen mit ihrer Mutter aus, sondern die Neuigkeiten. Man wünscht dieser Autorin einfach mal eine grimmige Korrekturleserin mit scharf gespitztem Rotstift.
Abgesehen davon aber: Ein spannender, gut geschriebener Roman, randvoll mit Leben und Wissen, der sehr viel Spaß macht und an keiner Stelle langweilig ist. Sehr schön.

 

Fazit: Spannender und sachkundig geschriebener Roman über Begegnungen zwischen Indianern und Weißen im frühen 19. Jahrhundert und das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen. Gut recherchiert und unbedingt empfehlenswert.

 

 

Kerstin Groeper: Im Eissturm der Amsel. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2020. 562 S., Euro 16,90.

 

Weitere Bücher von Kerstin Groeper:
Träume von Salbei und Süßgras
Adlerkralle
Grauer Wolf
Indigene Märchen
Mohawk Love
Im fahlen Licht des Mondes
Der scharlachrote Pfad
Wie ein Funke im Feuer
Die Feder folgt dem Wind
Kranichfrau
Geflecktes-Pferdemädchen

 

© Petra Hartmann




Foto

Gilbert L. Wilson: Goodbird. Die Welt der Hidatsa

Geschrieben von Petra , in Indianer 30 Januar 2023 · 1.560 Aufrufe
Indianer, Hidatsa und 1 weitere...

Die Autobiografie des Edward Goodbird, eines amerikanischen Ureinwohners vom Stamm der Hidatsa, wurde aufgezeichnet durch den Anthropologen Gilbert L. Wilson. Das Buch erschien erstmals im Jahr 1914 unter dem Titel "Goodbird the Indian. His Story" und sollte christlichen Kindern die Kultur indianischer Völker nahebringen. Nun legte der Traumfänger-Verlag das Buch in neuer Übersetzung und als ansprechende Hardcover-Ausgabe erneut auf.
"Goodbird" ist eine von insgesamt drei Biografien, die der Anthropologe aufzeichnete - und zwar, das ist das Besondere, als Zuhörer, der seine Gesprächspartner ihre Geschichte selbst erzählen ließ, und nicht als darüberstehender Wissenschaftler, der die einzelnen Aussagen neu ordnete und seinem wissenschaftlichen System einverleibte. So wurde "Goodbird" eine der ersten Autobiografien eines indigenen Amerikaners. Eine weitere Biografie, die Wilson aufzeichnete, war die Lebensgeschichte von Goodbirds Mutter Waheenee, das Buch erschien vor einigen Jahren ebenfalls neu im Traumfänger-Verlag.

 

Zwischen Hidatsa-Tradition und dem Weg des Weißen Mannes

 

Edward Goodbird hat die traditionelle Welt der Hidatsa als Kind noch selbst erlebt, doch ist er gleichzeitig bereits Vertreter einer neuen Generation, die sich in der Welt des "weißen Mannes" zurechtfinden musste. Bezeichnend ist das Foto, das zu Beginn dieses Lebensberichtes abgedruckt ist: Goodbird steht zwischen seinen Eltern und trägt einen klassischen schwarzen Anzug, während Vater und Mutter in traditionelle Gewänder der Hidatsa gekleidet sind.
Goodbird erzählt von seiner frühen Kindheit und kann mit einem dramatischen Auftakt aufwarten. Als Säugling wäre er beinahe ertrunken, als der Stamm mit runden Bullboats einen Fluss überquerte. Er schildert die Bräuche seines Volkes, etwa die Zeremonie der Namensgebung für ein Kind, aber auch die Landwirtschaft bei den Hidatsa, den Bau ihrer Häuser und die Spiele der Kinder. Man erfährt etwas über die Religion seines Stammes und die Bedeutung von Visionen und die Suche nach einem eigenen Schutzgeist.

 

Stammesgötter, Geister und der Christengott

 

Goodbird erzählt aber auch von den Missionaren, die den Hidatsa das Christentum näher bringen wollten. Für ihn und seine Stammesgenossen war es durchaus in Ordnung, den Christengott zu verehren und trotzdem den Göttern und Geistern der Hidatsa die Ehre zu erweisen. Warum die Missionare darauf so wütend reagierten, erschloss sich vielen nicht: "'Warum?', fragten wir. 'Hassen die Missionare unsere Götter? Wir lehnen auch nicht den Großen Geist der Weißen ab? Warum also lehnt ihr unsere ab?'", sagt Goodbird. Und er meint vermittelnd: "Wenn den Weißen unser Glaube fremd erscheint, müssen sie bedenken, dass der ihrige uns auch fremd ist."

 

Goodbird übersetzt Predigten und wird Missionarshelfer

 

Goodbird selbst besuchte bereits die Schule der Missionare. Von Zwangsbeschulung und davon, dass indianische Kinder ihren Familien oft gewaltsam entrissen und in Internaten gequält wurden, ist bei ihm nichts zu lesen. Er hatte das Glück, von dem Missionar Hall eine Menge zu lernen, ohne von seiner eigenen Familie getrennt und seiner traditionellen Kultur entfremdet zu werden. So kann er gleichzeitig von Büffeljagd und traditioneller Landwirtschaft und dem Weg des Weißen Mannes erzählen und beide Welten ohne Hass und Trauma erfahren. Er ist als Übersetzer für den Missionar tätig, übersetzt dessen Predigten ins Hidatsa und lernt interessiert, was in der Bibel steht. Die Taufe erscheint ihm als logischer Schritt auf dem Weg des Weißen Mannes, schließlich wird er Missionshelfer. Seine Bilanz seines Lebensweges schließlich fällt positiv aus. "Ich habe keine Angst", schreibt Goodbird.

 

Schlichte, unpathetische Erzählung

 

Goodbird erzählt einfach und schnörkellos. Es ist eine sehr schlichte, liebevolle, aber unpathetische Schilderung einer untergehenden beziehungsweise untergegangenen Welt und eines recht reibungsarmen Übergangs in eine neue Welt. Zorn und Wut sucht man in diesem Buch vergebens, auch keine Anklage gegen weiße Mörder und Landräuber. Die Hidatsa waren, trotz der verheerenden Pockenepidemie, von vielen schlechten Erfahrungen mit den Weißen verschont geblieben, eher hatten sie als kleineres Volk Probleme mit den Sioux, vor denen sie bei den Weißen Schutz suchten. So kann Goodbird recht entspannt von seinem "neuen Weg" sprechen.
Insgesamt ist es ein sehr interessantes und trotz seines geringen Umfangs auch sehr gehaltvolles, informationsreiches Buch. Goodbirds Autobiografie ist, zusammen mit dem kurz danach entstandenen Buch mit den Lebenserinnerungen seiner Mutter Waheenee, ein außerordentlich wertvolles Zeugnis und eine wichtige Quelle für alle, die sich mit den Hidatsa beschäftigen. Die Illustrationen, die Wilsons Bruder Frederick für den Bericht schuf, tragen dazu bei, das Buch anschaulich und zu einer kleinen Kostbarkeit zu machen.

 

Fazit: Unsentimentaler, schlichter Lebensbericht eines indigenen Amerikaners, der über die traditionelle Lebensweise seines Volkes und den neuen "Weg des Weißen Mannes" erzählt. Reich an Einzelheiten und eine unverzichtbare Quelle über das Leben der Hidatsa im frühen 20. Jahrhundert. Lesenswert.

 

Gilbert L. Wilson, nach Überlieferungen von Edward Goodbird: Goodbird. Die Welt der Hidatsa. Übersetzt von Tobias Enge. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2021. 105 S., Euro 12,50.

 

© Petra Hartmann




Foto

Levke Paulsen: Vom Dorf ins Meer. Herzheimat Helgoland

Geschrieben von Petra , in Helgoland 26 Januar 2023 · 1.680 Aufrufe
Helgoland, Levke Paulsen

Wie ist das, einen Helgoländer zu heiraten und auf eine Insel zu ziehen, die gerade mal einen Quadratkilometer groß ist? Levke Paulsen hat in ihrer Kolumne "Inselgeflüster" regelmäßig für das Magazin "Krabauter" über ihr Ankommen und ihr Leben auf Helgoland berichtet. Nun hat sie ihre Briefe von Helgoland zu einem Buch zusammengefasst.
Die junge Mutter brachte eine Tochter im Grundschulalter und eine neu geborene Tochter mit auf die Insel. Wie sich das anfühlt, mit dem Kinderwagen bei Sturm draußen unterwegs zu sein, wie man sein ganzes Leben in einen Container packt und übersiedelt und was für neue Bekanntschaften und Entdeckungen man auf diesem roten Felsen machen kann, das alles erzählte sie alle zwei Monate im inzwischen eingestellten Krabauter-Magazin. Für das Buch hat die Autorin ihre Kolumnen gesammelt, die Texte wurden jedoch durch umfangreichere Einleitungen und weitere Berichte ergänzt, sodass auch die Leser der Originale hier noch viel neuen Lesestoff finden. Ergänzt werden die Texte durch zahlreiche farbige Fotos.

 

Helgoländisches Brauchtum zur Kindstaufe

 

Die Autorin erzählt über die unvermeidliche Seekrankheit und das kleine Naherholungsgebiet direkt vor der Haustür, die Helgoländer Düne, genauso wie über den liebenswerten Brauch, dass die Inselkinder zur Taufe der kleinen Beeke zusammen das Taufwasser mit ihren kleinen Silberbechern in die Kirche trugen. Klar, dass es für die fleißigen Regenwasserträger in ihren durchnässten Trachten als Dankeschön dann Butterkuchen und Kinderpunsch gab. Der Leser ist auch mit dabei, wenn die Autorin den Leuchtturm besteigen darf, was einem Touristen versagt bleibt, und lernt die Insel im Börteboot von allen Seiten kennen.

 

Nachdenken über die typische Inselfrisur

 

Vor allem aber sind es die kleinen Beobachtungen aus dem Alltag und die Notizen über die Unkompliziertheit des Miteinanders, die das Buch und das Inselleben so sympathisch machen. Wo hat man je davon gelesen, dass jemand in Gummistiefeln zu einem Vorstellungsgespräch gegangen sei? Wer hat schon einmal über die klassische "Inselfrisur" nachgedacht, die Wind und Wetter aushält, auch wenn Pariser Nobelcoiffeure sie nicht unbedingt als Frisur bezeichnen würden? Eine kleine Reisephilosophie verbirgt sich hinter den mit Kreide auf die Koffer der Inselgäste geschriebenen Hausnummern, an denen sich die Gepäckträger orientieren. Und wenn Volkstanz auch gemeinhin als eher uncooles Hobby gilt - der Leser wird doch angesteckt von der Freude und dem Stolz, den Paulsen empfindet, als sie das erste Mal in echter Helgoländer Tracht ihren Auftritt meistert. Auch wenn sie bescheiden einräumt, das Großartige an der Tracht sei der lange Rock, der es dem Zuschauer verbirgt, wenn die Tänzerin die Schrittfolge nicht ganz perfekt beherrscht.

 

Ausblick auf die Coronazeit auf der Insel

 

Mit einen Ausblick auf die Coronazeit, die sich an die Krabauterzeit anschloss, und mit einer innigen Zueignung an die "Mädels" und alle Freundinnen schließt Paulsen ihren Helgolandbericht. Und macht Lust auf einen neuen Inselausflug. Wie denn auch fast jede Krabauter-Kolumne mit der freundlichen Einladung endet: "Besuchen Sie uns. Wir wohnen im Oberland."

 

Fazit: Liebenswürdige Alltagsbeobachtungen aus dem Leben einer Neu-Insulanerin. Man spürt den Wind, der einem die Frisur zerzaust, und möchte selbst gern mit Gummistiefeln zum Vorstellungsgespräch für einen Job auf Helgoland gehen.

 

Levke Paulsen: Vom Dorf ins Meer. Herzheimat Helgoland. Norderstedt: Books on Demand, 2022. 128 S., Euro 19.

 

© Petra Hartmann




Foto

Thorgal 39: Neokora

Geschrieben von Petra , in Comics 10 Januar 2023 · 2.637 Aufrufe
Comics, Thorgal

Im Band "Neokora" der Thorgal-Serie wird der Sohn der Sterne erneut mit seiner außerirdischen Vergangenheit konfrontiert. Zusammen mit seinem Sohn Jolan und der machtgierigen Kriegerin Kriss de Valnor bricht er auf ins Reich der Zauberin Slive, um das gestrandete Sternenschiff zu finden, das einst seine Ahnen zur Erde brachte.
Thorgal, Jolan und Lupine sind nach dem Selkie-Abenteuer auf dem Rückweg von den Färöer-Inseln. Ihr Schiff ist dem Sinken nahe, als sie ein steuerlos durchs Meer treibendes größeres Schiff entdecken. Die Mannschaft ist tot, umgebracht von einem Ungeheuer, das sich nun auf Thorgal und seine Getreuen stürzt, aber von den Helden besiegt werden kann. An Bord entdecken sie auch den einzigen Überlebenden, der sich vor dem Monster verstecken konnte: Arisøn gehörte zu den Menschen, die Thorgal einst aus der Gefangenschaft bei Slive befreit hatte. Nun ist er auf dem Weg zu Aniel, um ihm eine geheimnisvolle Götterwaffe aus dem Arsenal des Sternenvolks anzubieten. Notgedrungen schließen sich Thorgal und Jolan einer Expedition unter Leitung Kriss de Valnors an, um das Sternenschiff zu finden. Denn der skrupellose Aniel hält die Bewohner von Thorgals Heimatdorf - einschließlich Aaricias - gefangen. Sie erreichen die Insel des ewigen Frostes, begegnen Wikingern, Skrälingern und Eisbären, erreichen schließlich das Sternenschiff. Aber nur Thorgal und Jolan lässt die Bordintelligenz eintreten ...

 

Zwischen Wikingern und Skrälingern

 

Das Abenteuer lebt von dem eigenwilligen Kontrast zwischen dem an Inuit-Legenden erinnernden Monster zu Beginn und den von den Wikingern gejagten und getöteten Skrälingern auf der einen Seite und dem High-Tech-Setting des Sternenvolks auf der anderen. Thorgal bewegt sich in beiden Welten mit großer Sicherheit und muss am Ende eine folgenschwere Enscheidung treffen. Wobei sich das, was sich hinter dem Titel "Neokora" verbirgt, erst auf der allerletzten Seite offenbart.
Insgesamt hat das Abenteuer an Handlung allerdings nicht viel zu bieten. Thorgal kommt nach Hause, findet die Dorfbewohner versklavt, will sie befreien und muss sich dafür zu einer neuen Reise von A nach B aufmachen. Dabei ist der Weg zur Insel Slives nicht einmal detailliert ausgestaltet.
Interessant könnte die Geschichte des bislang noch namenlosen Atlantiden-Mädchens werden, das Jolan aus einer Schlafbox befreit. Und vermutlich bringt das kleine Zaubergeschenk, das die Selkietochter Ava Thorgal überreicht, in den nächsten Bänden den Helden noch Hilfe.
Der etwas unscharfe Zeichenstil von Fred Vignaux wirkt ziemlich unentschlossen und unschön, mehr Klarheit wäre wünschenswert. Alles in allem kein Hingucker. Da helfen auch die im Anhang beigegebenen Skizzen nicht viel, um das Album aufzuwerten.

 

Fazit: Nett, aber nicht wirklich begeisternd. Wenig Geschichte, verwaschener Zeichenstil. Einer der schwächeren Bände der Serie.

 

 

Thorgal 39: Neokora. Text: Yann, Zeichnungen: Fred Vignaux. Bielefeld: Splitter, 2022. 50 S., Euro 16.

 

Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
Thorgal 33: Schwertboot
Thorgal 34: Kah-Aniel
Thorgal 35: Scharlachrot
Thorgal 36: Aniel
Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar
Thorgal 38: Die Selkie
Thorgal 39: Neokora
Thorgal 40: Tupilak
Thorgal 41: Tausend Augen
Thorgal 42: Özurr, der Waräger

 

Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren
Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig
Kriss de Valnor 4: Bündnisse
Kriss de Valnor 5: Rot wie der Raheborg
Kriss de Valnor 6: Die Insel der verlorenen Kinder
Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit
Kriss de Valnor 8: Der Herr der Gerechtigkeit

 

Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
Lupine 4: Crow
Lupine 5: Skald
Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen
Lupine 7: Nidhöggr

 

Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern
Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins
Thorgals Jugend 3: Runa
Thorgals Jugend 4: Berserker
Thorgals Jugend 5: Slive
Thorgals Jugend 6: Der Drakkar aus dem Eis
Thorgals Jugend 7: Blauzahn
Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde
Thorgals Jugend 9: Die Tränen der Hel
Thorgals Jugend 10: Sydönia
Thorgals Jugend 11: Grym

 

Thorgal Saga: Adieu, Aaricia
Thorgal Saga: Wendigo
Thorgal Saga: Shaigan
Thorgal Saga: Frost und Feuer

 

© Petra Hartmann




Foto

Korrekturdatei zu "Das Herz des Donnervogels" ist da

Geschrieben von Petra , in Donnervogel 03 Januar 2023 · 1.014 Aufrufe
Donnervogel

Das neue Jahr fängt mit Arbeit an. Heute habe ich die Korrekturdatei meines neuen Romans "Das Herz des Donnervogels" bekommen. Ich werde das Buch jetzt nochmal gründlich durchkauen und dabei hoffentlich auch die allerletzten Tippfehler finden. Beim Durchscrollen habe ich jedenfalls noch keine schockierenden Sachen entdeckt.

 

Der Mitarbeiter des Blitz-Verlags schrieb nach der Lektüre: "Ein interessanter Roman, den man erst richtig zu schätzen weiß, wenn man Karl Mays "Winnetous Erben" gelesen hat."

 

Ob das gut oder schlecht ist, muss sich zeigen. Meine Testleserin kennt Mays Roman nicht und kam ganz gut damit zurecht. Für die Karl-May-Fans wird es natürlich noch schöner, den Jungen Adler wiederzusehen. Hoffe ich.

 

Das Manuskript hatte 234 Normseiten, im Druck wird das Buch rund 200 Seiten haben. Geplanter Erscheinungstermin ist Mai 2023. Ich freue mich drauf.

 

Buch-Infos:
Petra Hartmann DAS HERZ DES DONNERVOGELS
Band 18, Abenteuer-Roman
Exklusive Sammler-Ausgabe
Seiten: 200 Taschenbuch
VÖ: Mai 2023
Künstler: MtP-Art (Mario Heyer)
Künstler (Innenteil): MtP-Art (Mario Heyer)
Preis: 12,95 Euro

 

Vorbestellen beim Blitz-Verlag




Foto

Jahresrückblick V: Dezember 2022

Geschrieben von Petra , in Jahresrückblick 01 Januar 2023 · 1.213 Aufrufe
Jahresrückblick

Und hier der Abschluss meines Lese-Rückblicks auf das Jahr 2022. Da der November wie üblich total aus dem Ruder gelaufen ist, folgt hier separat der Dezember-Nachklapp. Was haben wir hier? Antike, ein Märchen-Erzähler mit sehr berechtigten Trigger-Warnungen, ein Indianer-Roman, ein Aufklärer, ein Flugpionier und ein dreifacher stiller irischer Held aus der Antarktis.
Viel Spaß beim Durchstöbern! Und alles Gute für ein spannendes und glückliches (Lese-)Jahr 2023!

 

Dezember

 

Älian: Bunte Geschichten (Reclam Leipzig)
Der zweite Vertreter der antiken "Buntschriftstellerei". Älians Sammlung "Bunte Geschichten" wurde sogar Namensgeber für das Genre. Im Prinzip ist die Sammlung ähnlich wie das Gelehrtenmahl von Athenaios, das ich Ende November las, nur dass es hier keine Rahmenhandlung und keine unterschiedlichen Sprecher gibt. Die Geschichten und "Nutzloses Wissen"-Texte werden einfach unkommentiert hinter einander wegerzählt. Auch dieses vorliegende Buch, das ich wie die Athenaios-Sammlung antiquarisch erwarb, ist eine Auswahl. Es erschien im Jahr 1990 und bietet auf 278 Seiten bunte Geschichten aus den 14 Büchern, die Älian unter dem Titel herausgab, sowie ein Nachwort und ein Register. Und: Wer Athenaios und Älian nacheinander liest, wird feststellen, dass ihm einiges bekannt vorkommt. Die Jungs in der römischen Kaiserzeit haben nämlich geklaut wie die Raben.

 

Antonia Michaelis: Im Schatten des Märchenerzählers
Das Buch ist eine Fortsetzung des Romans "Der Märchenerzähler", eines Wahnsinnsbuchs, das mich im Jahr 2011 einfach nur umgehauen hat. Eine harte und doch poetische Geschichte über Kindesmissbrauch, Prostitution, Drogenhandel, Vergewaltigung und doch auch über Liebe und den Zauber der Märchen.
Auch die nun erschienene Fortsetzung ist ein extrem hartes Buch. Die Autorin gibt der Geschichte sicherheitshalber eine Inhaltswarnung bei. Und das zurecht. Wer in dieser Hinsicht in irgend einer Weise gefährdet ist, sollte das besser aus der Hand legen, denn es sind schlimme Stellen darin. Und doch ... Es hat einen Zauber. Antonia Michaelis kann den Zauber der Märchen beschwören und trotzdem die Härten und Grausamkeiten des Lebens ihrer Helden schildern, genau so hart, wie es tatsächlich vorkommt in der Welt, auch in unserer Umgebung.
Abel Tanatek, der Märchenerzähler, hatte sich damals erschossen. Doch er hat einen Sohn, Elias, gezeugt, als er seine Freundin Anna vergewaltigte. Nun ist Elias 18 Jahre alt und fühlt sich beobachtet. Ist ein Wolf in seiner Nähe, der ihn beschützt? Ist Abel damals doch nicht gestorben, sondern hat seinen Tod nur vorgetäuscht? Wem, wenn nicht ihm, schreibt Anna heimlich Briefe? Und wer, wenn nicht Abel, antwortet ihr? Die Schatten der Vergangenheit nehmen langsam Gestalt an. Kinderpornos tauchen auf, in denen Abel missbraucht und misshandelt wurde. Schlimmer noch, falls es überhaupt Schlimmeres gibt: Auch ein sehr kleines Mädchen ist in den Videos zu sehen. Und die Verbrecher, die damals für die Vergewaltigung der Kinder verantwortlich waren, sind noch aktiv ...
Es ist ein verdammt gutes Buch. Aber es ist auch eine verdammt widerliche Geschichte. Ich wünschte, sie wäre reine Phantasie.

 

Tanja Mikschi: Als der Mond zu sprechen begann

 

Christian Wilhelm von Dohm: Denkwürdigkeiten meiner Zeit II
Zweiter Teil der "Denkwürdigkeiten", Teil eins hatte ich im vergangenen Jahr gelesen. Zunächst muss ich festhalten, dass dieses Buch aus der Reprint-Fabrik von "Forgotten Books" absolut sauber eingescannt und durchgängig gut lesbar ist. Bei Teil eins waren ja viele Seiten unlesbar oder nur halb erfasst. Also: Für den Verlag an dieser Stelle mal ein Daumen nach oben.
Dohm setzt seine Geschichtsschreibung fort und legt in diesem Band einen Schwerpunkt auf Katharina die Große und den Kampf ums Schwarze Meer, man erfährt viel über die Krim und die russische Eroberung und Einverleibung dieses Landstrichs. Das Kapitel hätte ich vor einiger Zeit noch ganz unbeteiligt gelesen, aber nach der Krim-Annexion und jetzt während des Ukraine-Krieges merkt man, dass das alles eben doch nicht so weit weg ist.
Ferner geht es um Auseinandersetzungen Preußens und Friedrichs II. mit der Stadt Danzig und um Kämpfe zwischen Holland und den Niederlanden. Ein weiteres Kapitel widmet sich dem "System der bewaffneten See-Neutralität", das Katharina durch Verhandlungen mit vielen weiteren Staaten schuf. Es geht darum, dass bei Kriegen zwischen zwei Staaten neutrale Handelsschiffe nicht behelligt werde dürfen.
Was mir bisher überhaupt nicht klar war: Die amerikanische Erhebung gegen England und die Unabhängigkeitserklärung waren, wie Dohm hervorhebt, mit Folgen des Siebenjährigen Krieges. Die Briten wollten mehr Steuergelder von ihren Kolonien haben, weil der Krieg so teuer war. Aber die Amerikaner sagten: Keine Steuern ohne unsere Zustimmung, wir wollen dann wenigstens in eurem Parlament vertreten sein. So kam es zum Bruch, zumindest in der vereinfachten Form, wenn ein Preuße die amerikanische Unabhängigkeit erklärt, für den der Siebenjährige Krieg ja eine besondere Bedeutung hat ... Wieder was gelernt.

 

Otto Lilienthal: Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst
Ein Buch, das ich im Rahmen meiner Recherchen für meinen Roman "Das Herz des Donnervogels" las. Sehr schöner, großformatiger Band, ein Faksimile der Ausgabe von 1889, herausgebracht von www.reprintpublishing.com. Reich illustriert mit Vogel- und Flügelzeichnungen und Abbildungen von Lilienthals selbst konstruierten Messgeräten und Versuchsaufbauten. Viele Messungen und physikalische Berechnungen, reichlich Formeln und Zahlen. Also durchaus etwas knifflig und kein Abenteuerbuch.
Wir wissen ja aus der Geschichte der Wright-Brüder, dass Lilienthal sich in vielen seiner Berechnungen geirrt hat, und wir wissen auch von seinem tragischen Ende. Darum bitte nichts von dem nachmachen, was hier beschrieben wird. Aber es war schon spannend, dem Flugpionier mal bei seiner Arbeit über die Schulter schaun zu können.

 

Michael Smith: Der stille Held Tom Crean
Geschichte eines irischen Seemanns, der an drei Polarexpeditionen teilnahm. Er war unter den letzten sechs, die Scott bis zur vorletzten Etappe zum Südpol mitnahm. Und er war zusammen mit Shackleton auf der Endurance-Expedition, gehörte zur sechsköpfigen Bootsbesatzung Shackletons, als dieser von Elephant Island nach Südgeorgien aufbrach, um seine Mannschaft zu retten, und war der dritte Man neben Shackleton und Worsley auf der lebensgefährlichen letzten Etappe über die Berge von Südgeorgien. Ein schlichter, bescheidener Mann, der von sich selbst nie großes Aufhebens machte, aber offenbar immer gut gelaunt war und seinen Teamkameraden mehrfach das Leben gerettet hat. Ich habe ja als Kind und Jugendliche immer den Berufswunsch "Polarforscher" gehabt und gerade über die Endurance-Expedition viel gelesen, aber Crean war mir bisher noch nie aufgefallen. Schön, dass diese Biographie ihn jetzt würdigt. Absolut lesenswert. Die Leute bei mare machen ja ohnehin schöne Bücher.

 

Hans-Martin Gutmann: Wendegier
Der Autor ist gebürtiger Goslarer und hat zudem kürzlich in der Stadt aus seinen Werken vorgelesen. Ich habe seinen Krimi daher in der Goslarschen Zeitung rezensiert.

 

Weitere Jahresrückblicke
Teil I: Januar bis März 2022

Teil II: April bis Juni 2022
Teil III: Juli bis Oktober 2022
Teil IV November 2022

 

 

© Petra Hartmann




Foto

Jahresrückblick Teil IV: November 2022

Geschrieben von Petra , in Jahresrückblick 31 Dezember 2022 · 1.457 Aufrufe
Jahresrückblick

Teil vier meines Lese-Jahresrückblicks. Mein Lese-Urlaub auf Helgoland brachte mir viele phantastische Bücher, einiges aus der Zeit der Aufklärung (britisch, deutsch und Haskala), eine Menge Indianerbücher und etwas über antike "Buntschriftstellerei". Außerdem habe ich drei Astronominnen kennen gelernt, endlich Salman Rushdies "Satanische Verse" gelesen, mich mit alten Epen befasst und stelle euch mein Buch des Jahres vor - und die beiden größten Reinfälle des Jahres. Schaut halt mal rein, vielleicht findet ihr ja ein paar interessante Bücher zum Selbstlesen.

 

Hinweis:
Etwaige blau markierte Texte sind herausragende Spitzenbücher, rot steht für absoluten Mist, ein (e) hinter dem Titel bedeutet, dass ich den betreffenden Text in der eBook-Version gelesen habe, und hinter den Links verbergen sich ausführlichere Besprechungen innerhalb dieses Blogs.

 

November

 

Vico Siebensiegel: Farbentanz der Magie in den Träumen eines Nachtkerzenschwärmers
Ein kleines Büchlein, etwa im Reclamformat, das ein geheimnisvoll-bezauberndes Cover hat. Da musste ich auf dem BuCon einfach zugreifen. Erzählt wird die Geschichte zweier sehr ungleicher Wesen, die mit ihrem Zauber einen wunderbaren Garten schützen. Ein sehr schönes, geheimnisvolles Märchen, lesenswert.

 

André Boße: Die drei ??? - 100 Seiten (Reclam)
Cassettenkinder waren wir doch alle, oder? Das Reclamheft aus der Reihe "100 Seiten" geht dem Mythos der drei ??? nach, und man merkt sehr deutlich, dass der Verfasser ebenfalls ein Fan ist. André Boße erzählt von den ersten Bänden und der Idee, Alfred Hitchcock als "Paten" zu gewinnen, vom Marketing-Konzept und den Spannungen zwischen Buchreihe und Hörspiel, schwärmt von den Coverbildern von Aiga Rasch und stellt die Helden und wiederkehrende Verbündete und Gegner vor. Natürlich wird auch der Rechtsstreit aufgedröselt, der damals Buchverlag Franckh-Kosmos und Hörspiel-Label Europa getrennte Wege gehen ließ und die kurzlebige Hörspielreihe "Die Dr3i" entstehen ließ. Es gibt eine Statistik der meistgebrauchten Schlagwörter in den Titeln und Infos zu Ablegern wie "Die drei !!!" und "die drei ??? Kids". Außerdem geht der Autor der philosophischen Frage nach, warum die drei Junior-Detektive nicht altern dürfen und warum jede neue Folge wieder bei Null beginnt. Zugegeben, ich habe jetzt nichts hundertprozentig Neues erfahren. Aber es war einfach schön, mal wieder auf die alten Abenteuer zu blicken.

 

Werner Hermann: Das Anubis-Projekt
Kleines, schmales Taschenbüchlein aus dem Verlag Saphir im Stahl. Ich mag das Format. Der Text selbst ist etwas eklig. Es geht um wieder auferstehende Pharaonen, um Mumien, die wieder zum Leben erwachen und in Ägypten die Herrschaft übernehmen. Dass zwei Weltenretter - Ronin Erik und Artefakte-Pete aber zufällig sechs Jahre zuvor bereits die richtige Waffe gegen die Untoten gebunkert haben und dass Pete dann auch zufällig genau der Typ ist, den der Ich-Erzähler zur Hilfe ruft, das sind mir ein paar Zufälle zuviel. Aber ich vergebe einen Sonderpunkt für den überraschenden Schluss.

 

Sabrina Železný: Tod einer Andentaube

 

Frederik Hetmann: "Old Shatterhand, das bin ich ich"
Mal wieder ein typisches "Hetmann was here"-Erlebnis. Auf vielen meiner Interessengebiete hat der Autor ja seine Spuren hinterlassen, so auch mit dieser Biografie für junge Leser, die ich antiquarisch bei Amazon-Marketplace entdeckte.
Gut, wenn man bereits die Rowohlt-Monographie und ein paar andere Sachen über May gelesen hat, kennt man Mays Biographie natürlich. Aber es gibt doch zwei Sachen, die mich überrascht haben. Zum einen gibt Hetmann eine von Karl May erzählte Geschichte wieder, in der berichtet wird, wie Winnetou zu seinem Namen - "Brennendes Wasser" - gekommen ist. Das hatte ich bisher noch nie gelesen. Zum anderen macht Hetmann in May so etwas wie einen "absoluten Erzähler" aus und schildert dessen Fähigkeiten, aus Alltagssituationen oder dahingeworfenen Namen sofort eine Geschichte zu erfinden. Ein Automatismus, ein Reflex, der auch bei seiner Hochstapelei zum Tragen kam.
Was mich gewundert hat, ist, dass Hetmann "Ardistan und Dschinnistan" nicht liebte. Ich mag Mays Fantasy-Abenteuer sehr.

 

Juri Rytchëu: Die Frau vom See
Sehr schön gestaltetes Buch im Hosentaschenformat. Inhaltlich ein bisschen Tschuktschen-Legende, ein bisschen Pornografie. Aber irgendwie nett. Zwei junge Männer werden als Strafe, weil sie die Frauen des Dorfes überfallen und beschlafen, vom Schamanen in Zwerge verwandelt. Dann entdecken sie am See eine Frau, die sie in extreme sexuelle Erregung versetzt. Die beiden sind geil bis zum Anschlag, aber so winzig, dass die Frau sie nicht einmal wahrnimmt. Einer von beiden stirbt. Der andere erkennt langsam, was wahre Liebe ist ...

 

Eva von Kalm: Buchstabenblut
Ein kleines Taschenbuch, ebenfalls im Hosentaschenformat, das neun Kurzgeschichten beziehungsweise kürzere Erzählungen beinhaltet. Die Titelgeschichte handelt von einer Autorin, die allein in ihrer Kammer sitzt, buchstäblich mit ihrem Herzblut schreibt und dabei ein Monster erschafft. Eine Weiterentwicklung des Golem-Stoffs, nur dass das Monster, das sie geschaffen hat, unter der Lehmoberfläche von heißen Flammen beseelt ist. Und es zieht durch die Stadt und gefährdet ihre Freunde. Eva von Kalm erzählt von ungleichen Freundschaften, dunklen Bedrohungen, Menschen und Monstern und immer wieder vom Schreibprozess und der Fähigkeit, Wörter aufs Papier zu bannen. Sie versteht durchaus etwas vom Schreiben, die Geschichten sind gut gelungen, die Stimmung gekonnt aufgebaut und durchgehalten. Was ich nicht so sehr mag, ist, wenn ein Autor ständig seinen eigenen Schreibprozess zum Thema macht. Aber das ist natürlich eine reine Geschmackssache.

 

Monster wider Willen: Die Storys zum Marburg Award 2021
Eine Sammlung mit 20 phantastischen Kurzgeschichten der unterschiedlichsten Genres, es sind Beiträge zum Marburg-Award. Da der Marburg-Com 2021 nur virtuell stattfand, hatte ich doch glatt verpasst, mir das Exemplar zu besorgen, aber beim BuCon habe ich es den Marburgern dann doch noch abkaufen können. Es geht um Monster unterschiedlichster Art, die eines gemeinsam haben: Sie haben sich ihren derzeitigen Zustand nicht selbst ausgesucht. Der Leser trifft auf mythologische Figuren und Sagengestalten, aber auch auf Geschöpfe, deren Existenz die moderne Wissenschaft zu verantworten hat. Sehr schön gestaltete Sammlung, die sich gut lesen lässt, mit größtenteils guten Geschichten.

 

Charlotte Kerner (Hrsg.): Sternenflug und Sonnenfeuer
Das Buch enthält die Lebensgeschichten dreier berühmter Astronominnen. Ich habe es mir angeschafft wegen des Beitrags über Caroline Herschel (1750 - 1848) mit deren Bruder ich mich ja im April näher befasst hatte. Die Geschichte der "Kometenjägerin" ist sehr spannend, vor allem auch die Zeit nach dem Tod ihres Bruders, als sie nach Hannover zurückkehrte, ihre Veröffentlichungen, ihre Musik. Ihre Memoiren möchte ich unbedingt mal lesen.
Völlig neu war mir die Astronomin Maria Kunitz (1604 bis 1664). Sternenkunde in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, also unter erschwerten Bedingungen. 1650 veröffentlichte die Astronomin ihr Buch "Urania proposita", was soviel heißt wie "die zugängliche oder entgegenkommende Muse der Himmelsbeobachtung". Das zweisprachig verfasste Buch (Latein und Deutsch) wandte sich nicht nur an Fachwissenschaftler, sondern auch an Laien. Das Buch fand große Verbreitung in ganz Europa, wurde eine Art Standardwerk und gilt als erste wissenschaftliche Veröffentlichung einer Frau. Sie vereinfachte Keplers teilweise recht komplizierte Berechnungen und beseitigte Fehler in den Rudolfinischen Tafeln, arbeitete auch an der Verbesserung der damaligen Teleskope.
Die dritte im Bunde der Astronominnen ist Maria Mitchel (1818 - 1889), eine moderne Wissenschaftlerin, die einen Lehrstuhl für Astronomie erwarb - in einer Zeit, in der Frauen auf Universitäten eigentlich gar nicht erwünscht waren und erst rechte keine Chancen auf eine Universitätskarriere hatten. Legendär war ihr Aufbruch in den damals noch richtig wilden Westen, um in der Nähe von Denver/Colorado eine Sonnenfinsternis zu beobachten. Die Quäkerin aus Nantucket, die schon als Kind zusammen mit ihrem Vater die Chronometer der Walfangschiffe geeicht hat, ist schon mit 17 Jahren selbstbewusst genug, um eine eigene Schule zu gründen, Und als sie einen neuen Kometen als erste sichtet, meldet sie ihren Anspruch an und kämpft um ihr Recht als Entdeckerin: Die Goldmedaille, die sie zwei Jahre später nach langem Briefwechsel vom dänischen König erhält, geht erstmals nach Amerika und erstmals an eine Frau - und wird auch letztmals verliehen.
Alles drei sind faszinierende Biographien, die die Geschichten ungewöhnlicher Frauen und großer Forscherinnen schildern. Alle drei wurden schließlich von ihren männlichen Kollegen als gleichberechtigte und hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen anerkannt. Und auch das verbindet sie: Alle drei hatten ein familiäres Umfeld, in dem sie Unterstützung von vernünftigen Männern fanden, hatten astronomisch interessierte Väter, Männer, Brüder, Förderer in der Familie, die ihnen eine Ausbildung und Unterstützung verschafften. Es hat immer auch vernünftige Männer gegeben.

 

Anna Müller-Tannewitz: Tochter der Prärie
Jugendbuch aus dem Jahr 1970 von einer der Klassikerinnen der Indianerliteratur. Erzählt wird de Geschichte eines Pani-Mädchens namens Ikata, das von den Sioux entführt wird und schließlich nach vielen Abenteuern zu ihrer Familie zurückkehrt. Sehr nett und spannend geschrieben. Das erste Buch, das ich gelesen habe, das über einen Protagonisten vom Volk der Pani berichtet. Sonst waren diese Leute ja immer die Bösen ...

 

John Locke: Brief über die Toleranz (Reclam)
Lesenswerte Streitschrift zum Thema Toleranz, die die Grenzen zwischen Staat und Kirche absteckt. Es geht laut Locke gar nicht an, dass das Staat beziehungsweise der Herrscher dem Bürger vorschreibt, welcher Religion er anzugehören hat, vielmehr soll gewährleistet sein, dass die Religionsfreiheit der Bürger geschützt wird, sofern sie keinen Schaden anrichten und die Religionen anderer tolerieren. Ähnlich wie Aristoteles definiert Locke als Ziel des Staates, das Wohl der Bürger zu erhalten und zu fördern. Da aber kein Mensch wissen könne, welcher Glaube der richtige sei, könne der Staat keine Religion vorschreiben, sondern nur Gesetze zur Bewahrung der körperlichen Unversehrtheit und des Besitzes etc. erlassen. Stellenweise hat es gewisse Parallelen zur Ring-Parabel aus Lessings "Nathan". "Die Entscheidung in dieser Frage liegt einzig und allein beim oberen Richter aller Menschen, dem es auch obliegt, den Irrenden zu bestrafen. Bis dahin sollen die Menschen überlegen, um wie viel schwerer diejenigen dadurch sündigen, dass sie, wenn auch nicht ihrem Irrtum, so wenigstens ihrem Hochmut Ungerechtigkeit hinzufügen, wenn sie die Diener eines fremden Herrn, die ihnen nicht untertan sind, so ohne jeden Grund unverschämt quälen." Das hört sich bekannt an, nicht?
Interessant ist es auch, wenn man diesen "Brief über die Toleranz" mit Mendelssohns "Jerusalem" im Hinterkopf liest. Denn anders als der deutsch-jüdische Aufklärer, der den religiösen Gemeinschaften das Bann- und Ausschlussrecht strikt untersagt, sagt Locke ganz klar, dass das Recht der Exkommunikation den Kirchen erhalten werden muss. Mendelssohns Argument: Keinem Menschen darf der Trost und die Hilfe für die Seele verwehrt werden, die die Kirche/Synagoge allein zu bieten vermag. Locke: Wer pöbelt, fliegt raus. Denn Locke macht klar, dass eine Exkommunikation den Betreffenden nicht an Leib und Leben schädigt - deren Sicherheit ja staatliche Rechte garantieren müssen.
Ansonsten gibt es Anmerkungen, ein Literaturverzeichnis und ein Nachwort zur Einordnung des Textes. Man hat also eine recht gute Rundum-Versorgung mit dieser Ausgabe.

 

Markus K. Korb: Die Saat des Hasses
Der erste Roman von Markus K. Korb, der als Autor von Horror-Kurzgeschichten ja schon als Klassiker gelten kann. Wobei dieser Roman sich durchaus in einzelne Handlungsepisoden zerlegen lässt und so trotzdem noch als der kurzen Form zugehörig gelten kann. Erzählt wird in mehrere Stationen die Geschichte eines schier unbesiegbaren Monsters beziehungsweise zunächst einmal: eines superstarken Wesens, das sich zu einer unaufhaltbaren, zerstörerischen Macht entwickelt und eine Bedrohung für die gesamte Menschheit werden kann.
Der Held des Romans bzw. der Protagonist der Rahmenhandlung ist ein gewisser Akoni, dem sein Vater auf dem Sterbebett den Schlüssel zu einem Schweizer Bankschließfach übergibt. Akoni findet darin eine Tasche mit alten Dokumenten, Berichten, Tagebuchaufzeichnungen. Zunächst glaubt er, dass es sich um schriftstellerische Versuche seines Vaters handelt. Doch die beiliegenden offiziellen Dokumente überzeugen ihn, dass die einzelnen Geschichten offenbar tatsächlich echte Erlebnisberichte sind.
Schauplätze sind unter anderem ein Opernhaus mitten im Urwald, das ein gewisser Fitzcarraldo erbauen ließ und in dem eine verrückte Operndiva und einige Schrumpfkopfjäger den Ich-Erzähler und seine Expeditionskollegen beschäftigen, außerdem eine Pazifik-Insel im Zweiten Weltkrieg, auf der amerikanische Soldaten ein abgestürztes Flugzeug der Nazis finden, das KZ Dachau, aber auch die Schweiz der Gegenwart, die Stadt Genf, wo AKoni nicht nur die Bank, sondern auch "Kultstätten" wie die Villa Deodati besucht. Nach und nach wird die Saat des Bösen erkennbarer. Und Akoni beschließt, den Kampf dagegen aufzunehmen.
Eine sehr detailreich und spannend geschriebene Geschichte, die durch die optische Gestaltung und die unterschiedlichen Fotos und Protokolle einen besonderen Reiz hat. Hat mir gefallen. Eine gewisse Brutalität und einen hohen Ekelfaktor muss der Leser allerdings aushalten. Und das Ende ist mir persönlich etwas zu pathetisch geraten. Wie will Akoni denn nun den Kampf gegen die Bestien gewinnen, die selbst von schwer bewaffneten US- und NS-Truppen nicht gestoppt werden konnten?

 

Michael Ende: Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch
Ein Buch, das ich schon seit rund 30 Jahren auf der To-do-Liste habe, jetzt hat es mir meine Schwester geliehen. Es geht um einen bösen Zauberer, Beelzebub Irrwitzer, der sein Soll an Bosheit und Zerstörung noch nicht erfüllt hat. Der höllische Vollstreckungsbeamte steht schon vor der Tür, denn in der Silvesternacht, beim letzten Glockenschlag läuft die Frist aus, und dann will er den Zauberer abholen und zur Rechenschaft ziehen. Die letzte Chance des Schwarzmagiers: Er will einen Zaubertrank brauen, eben den santarchäolügienialkohöllischen Wunschpunsch, der alle bösen Wünsche erfüllen kann. Die Zeit drängt, Mitternacht ist nicht mehr weit, doch gibt es Komplikationen: Irrwitzers Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl will den Trunk ebenfalls brauen und ist auf die Zutaten scharf. Als die beiden Bösewichte sich schließlich zusammentun und das Teufelsgebräu gemeinsam zur Vernichtung der Menschheit, der Umwelt und alles Guten einsetzen wollen, stehen nur ein Kater und ein Rabe zwischen dem Trunk und der Katastrophe. Eine verzweifelte Rettungsaktion beginnt ...

 

Joachim Wohlleben: Die Sonne Homers
Eine Aufsatzsammlung, die die Homerbegeisterung verschiedener Klassiker und ihre Auseinandersetzung mit dem Verfasser der Ilias und Odyssee schildert und unter anderem nachzeichnet, wie sie mit der "Homerischen Frage" umgegangen waren. Damals, als Friedrich August Wolf die These aufstellte "Homer gab es nicht" und darlegte, Ilias und Odyssee seien aus einzeln im Volk lebenden, mündlich überlieferten Liedern ("Volksliedern") irgendwann zusammengestellt worden, lautete die Gretchenfrage bei jeder Diskussion um den Griechen: "Wie hältst du es mit Wolf?"
Ich hatte mir das Buch Anfang der 90er angeschafft wegen eines darin enthaltenen Kapitels über Wilhelm von Humboldt, hatte auch ein paar der anderen Aufsätze gelesen, aber längst nicht alle. Nun nutzte ich den Urlaub zu einer Komplett-Lesung. Der Humboldt-Aufsatz arbeitet heraus, dass Humboldt schon irgendwie einsah, dass unsere Heroisierung der Griechen und des Altertums natürlich etwas überzogen war und dass die Leute damals nicht so edel, hilfreich und gut waren und nur ständig kulturell Hochwertiges abgesondert haben, dass vieles, was wir aus den uns überlieferten Fragmenten herauslesen, eben eine Täuschung sei, aber, wie Humboldt es sehr klug formulierte: "Eine notwendige Täuschung".
Sehr spannend fand ich auch bei der Zweitlektüre den Aufsatz über Goethe. Der Mann hat offenbar sehr gezielt an die Wolfsche These geglaubt, solange er selbst an seinem großen Epos "Hermann und Dorothea" schrieb. Anders hätte ihn das große Vorbild Homer gelähmt. Aber mit einem nicht-existenten Homer kann man ja als Ependichter getrost in die Schranken treten. Als "Hermann und Dorothea" fertig war, nahm Goethe seinen Homer wieder vor, guckte rein und stellte fest: Alles Quatsch, kein Kompilator von anonymen Volksliedern hätte so ein großes, stimmiges Werk der Weltliteratur schaffen können. Als Goethe seinen Zweifel an Homer nicht mehr brauchte, um etwaige Minderwertigkeitskomplexe loszuwerden, hat er getrost Wolf zu den Akten gelegt und wieder an den Gottvater der Dichter geglaubt.
Spannend fand ich auch, dass Karl Marx sich durchaus von Homer inspirieren lassen hat. Und auch die Kapitel über Winckelmann und Schliemann waren hochinteressant. Insgesamt eine spannende Sammlung. Nur seltsam, dass ausgerechnet Schiller, der ja den Titel lieferte, keine Kapitels gewürdigt wird.

 

Nadine Muriel und Rainer Wüst (Hrsg.): Das geheime Sanatorium
Eine Anthologie mit Geschichten über allerlei Fabelwesen, Märchenfiguren und mythische Gestalten, die in einem geheimen Sanatorium Heilung von psychischen Problemen und Krankeiten suchen. Untote, die mit dem Untotsein nicht klar kommen, Werwölfe mit Blutphobie, Feen mit Burnout, ja sogar der Tod, der sich überarbeitet hat, ist als Patient im Sanatorium zugegen.
Die Geschichten kommen daher als Episoden einer Reality-Soap über eben diese Heilanstalt. Drei Hexen in einer WG haben sich verabredet zur gemütlichen "Sanatoriumsnacht" vor dem Fernseher und machen eine Mädels-Party daraus. Teilweise kommentieren sie die Episoden, nehmen am einem den Abend begleitenden Buchstabenrätsel teil und sind allesamt verliebt in einen der Darsteller. Die Geschichten sind dadurch und durch das konstante Sanatoriums-Personal sehr eng miteinander verzahnt und verwoben. Einzig die Patienten, die jeweils im Mittelpunkt stehen, wechseln.
Enthalten sind 13 Geschichten von zehn Autoren, zum Teil spannend, zum Teil lustig, wobei aber, wie das Nachwort der Herausgeberin Nadine Muriel betont, großer Wert darauf gelegt wurde, die psychischen Probleme ernsthaft zu beschreiben und nicht lächerlich zu machen. In ihrem Schlusswort geht sie den soziologischen und psychologischen Aspekten des Andersseins nach und betont, dass abweichendes Verhalten eine Frage der Definition ist - wer wofür stigmatisiert wird, entscheidet die Gesellschaft. Insofern war es den Machern dieser Sammlung wichtig, diverse Schrullen, Macken, Störungen oder was auch immer mit Respekt zu behandeln. Ein sehr ernsthaftes Schlusswort für seine Sammlung aus dem recht freien Bereich der Phantastik.
Insgesamt ist es eine sehr dichte Anthologie ohne Brüche und Qualitätssprünge geworden, erzählerische Ausfälle und schlechte Geschichten gab es nicht. Bleibt zu hoffen, dass das Hexen-Trio nun seine Helden wirklich trifft und nicht enttäuscht wird.

 

Nanata Mawatani: Wo der Adler fliegt
Ein antiquarisches Fundstück, 1980 erschienen. Nadja, die Heldin dieses Buchs, ist eine Nachfahrin von Weißer Vogel, die in Nanata Mawatanis Büchern "Schwarzes Pferd und Weißer Vogel" und "Weißer Vogel und Kleiner Bär" die Hauptrolle spielte. Nadja hat eigentlich keine Beziehung zu ihren Cheyenne-Vorfahren. Sie wurde in Dänemark geboren, ihr Vater war Deutscher. Doch irgendwie erreichte sie dort eine Art Ruf des Medizinmanns. Sie weiß selbst nicht so recht, was sie in die Gegend des Cheyenne-Reservats trieb, doch als sie unterwegs einen Gewehrschuss abbekommt, ist sie bereits mittendrin in einer gefährlichen Auseinandersetzung um das Land, das den Cheyenne noch verblieb. Nun soll sie als Nachkommin von Weißer Vogel die Hoffnung der Cheyenne verkörpern.
Die Zeit der Indianerkriege und des wilden Westens ist längst vorbei. Aber die Bandagen, mit denen die Coal-Company um den Besitz des Indianerlandes kämpft, sind genau so hart wie damals, das Vorgehen nicht weniger brutal. Und die staatliche Gewalt steht natürlich auf den Seiten der Weißen. Doch auch Nadja und ihre Mitstreiter kämpfen mit modernen Methoden: Sie dringen ins Studio eines Fernsehsenders ein und verbreiten ihre Botschaft über die Massenmedien. Sie schmieden ein Bündnis mit anderen Indianerstämmen über das gesamte US-Gebiet hinweg. Und sie engagieren einen tüchtigen Rechtsanwalt.
Außerdem werden zahlreiche Probleme der Reservationsindianer angesprochen: Alkohol, Perspektivlosigkeit, Rechtlosigkeit, Armut, eine hohe Selbstmordrate. Es wäre Stoff für ein doppelt so dickes Buch gewesen.

 

Verlockung des Bösen: Die Storys zum Marburg Award 2022
Anthologie mit 28 Beträgen zu dem Schreibwettbewerb. Es sind sehr schöne Geschichten aus allen Spielarten der Phantastik dabei. Außer Prosatexten sind auch ungewöhnliche Formen wie Dramolette enthalten. Und die Ausgabe wurde vom Marburger Verein für Phantastik erneut sehr schön gestaltet und mit Illustrationen versehen.

 

Virginia Woolf: Orlando
Geschichte eines Mannes, später einer Frau, der/die beinahe vier Jahrhunderte lang lebte und die Veränderungen der britischen Gesellschaft erlebte. Der junge Orlando gewinnt die Zuneigung von Elizabeth I., die ältere und weibliche Version dieses Menschen "stirbt beim zwölfte[n] Schlag der Mitternacht am Donnerstag, dem elften Oktober des Jahres neunzehnhundertachtundzwanzig." Verwirrt? Aber so steht es geschrieben.
Die Geschichte hat etwas von einem Bildungsroman aus dem 19. Jahrhundert. Orlando ist zunächst ein junger Mann von außergewöhnlicher Anmut, der bei Hofe auch schnell Karriere macht. Allerdings ist dann auch eine ziemlich nervige Frau hinter ihm her. Mein absoluter Lieblingssatz in dem Buch: "Er tat, was jeder junge Mann in seiner Situation tun würde: Er bat den König, ihn als Außerordentlichen Gesandten nach Konstantinopel zu schicken."
Orlando macht seine diplomatische Sache wohl gar nicht schlecht. Allerdings wacht er nach dem ersten Drittel des Buchs plötzlich auf und ist eine Frau. Erklärt wird das nicht weiter. Ebensowenig wie die Langlebigkeit des Protagonisten bzw. der Protagonistin. Es scheint sich absolut keiner darüber zu wundern. Nur dass Orlando mit diesem Geschlecht kein Gesandter mehr sein kann, ist allen offenbar klar. Orlando entdeckt ihre Weiblichkeit, genießt sie geradezu. Sie hat allerdings einige Probleme, ihren Besitz behalten zu dürfen. Der rechtliche Status von Frauen in dieser Zeit war absolut unterirdisch.
Das Ganze ist, wenn man sich erstmal eingelesen und den unbegründeten Geschlechtswechsel akzeptiert hat, sehr angenehm zu lesen, es ist ein äußerst humorvolles Buch, das die Geschlechterrollen mit einer gewissen Leichtigkeit und feiner Ironie ausbalanciert und mit Klischees jongliert. Meine zweitliebste Stelle ist die Situation, als Orlando einem zudringlichen Liebhaber einen Frosch in den Nacken setzt. Und auch ihre Auseinandersetzungen mit Literatur und Schriftstellern sind sehr liebenswert. Alles in allem ein lesenswerter Roman, ich habe mich nicht gelangweilt.

 

Das Wunschbüro der Lilith Faramay

 

Fabienne Siegmund: Der Wolkenphönix
Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte und eine phantastische Reise. Adrian hat seine Geliebte verloren, eine Frau, die nicht von dieser Welt war, einen Wolkenphönix, verloren durch den Tod. Aber er hat die Hoffnung, die Verlorene wiederzufinden. Er folgt der Spur aus Murmeln und findet Unterstützung im sonderbaren Geschäft der Madame Mireia Mabel.
Eine traurigschöne Erzählung im unverwechselbaren Stil von Fabienne Siegmund. Eine Reise mit phantastischen Stationen und ungewöhnlichen Begegnungen, Gedanken über Liebe und Tod, den Fleiß von Bienen und eine Melodie, die noch lange nachklingt. Und Fabienne Siegmund wäre nicht Fabienne Siegmund, wenn sie die Zauberreise einfach mit einem platten Happy End entwerten würde ...

 

Judith und Christian Vogt: Schildmaid
Wow! Als mir ein Autorenkollege das Buch, über das er eine Rezension geschrieben hatte, schenkte, dachte ich noch: Naja, Großverlag, das wird irgendwelche Massenware und Fantasy von der Stange sein. Ich musste mich eines Besseren belehren lassen. Und ich habe mich gern belehren lassen.
"Schildmaid" ist ein Roman, der es wagt, literarisch anspruchsvoll zu sein und Ansprüche an den Leser zu stellen, auch und gerade im Fantasy-Genre. Sprachlich widerständig, mit rauem, an alte Sagas erinnerndem Satzbau, herb und doch manchmal lyrisch und mit betont skandinavischer Wortwahl bis hin zur Verwendung von Buchstaben wie Æ oder Ø wehrt sich das Buch gegen allzu flüchtige Überflieger und gibt dem Leser durchaus einige Arbeit auf, die aber reich belohnt wird.
Judith und Christian Vogt erzählen die Geschicke des Drachenboots Skjaldmær, eines Schiffs mit besonderer Geschichte und ungewöhnlicher "Mann"schaft. Denn diese Schildmaid ist ein Boot der Frauen: von seiner Erschafferin und ihren Helferinnen über ihre Besatzung bis hin zu ihren Göttinnen.
Eyvor, die Witwe eines Bootsbauers, hat eine Vision: Sieben Jahre lang arbeitet sie daran, ein eigenes Drachenboot zu bauen. Die Einzelgängerin wird verlacht und verspottet, bald gibt man ihr den Spottnamen Eyvor Untraum. Doch die Frau träumt ihren unmöglichen Traum weiter, den ihr wohl die Göttin Ran eingegeben hat und von dem sie selbst nicht so recht weiß, worauf seine Erfüllung eigentlich hinauslaufen soll. Und die Kunde von der seltsam anderen Frau zieht weitere Außenseiterinnen an. Skade etwa, die den Speer zu führen weiß wie ein Mann und die ihrem Gatten zusammen mit ihren beiden Kindern entflohen ist, weil der gewalttätige Berserker ihnen Gewalt antun wollte. Oder Tinna, die Skaldin, die die alten Sagas und Götterlieder vortragen kann und die Taten der Frauencrew besingen will, obwohl Frauen doch gar nicht Skalde werden können. Oder Herdis Kraka, die Frau mit der Krähe, eine Schamanin, die aufgrund ihres Potentials genau so gut Berserkerin werden könnte wie ihr Bruder, aber eben als Frau dazu nicht taugt. Jägerinnen, Knotenknüpferinnen, eine Schnitzmeisterin, die einen Drachenkopf anfertigen kann, sie alle stoßen nach und nach zu Eyvor. Die ist sich in ihrer Rolle als Kapitänin gar nicht so sicher. Doch als Skades Mann auftaucht und seine Frau zurückfordert, überstürzen sich die Ereignisse, die Schildmaid legt ab und ist plötzlich auf großer Fahrt.
Die Frauen beweisen sich zunächst als große Plünderer, die genau so gut wie männliche Wikinger irische Klöster überfallen können. Doch bald zeigt sich, dass die Göttin Ran einen besonderen Plan hatte, als sie Eyvor ihren "Untraum" sandte. Sollten die Frauen wirklich dazu ausersehen sein, den Weltuntergang, Ragnarök, aufzuhalten oder abzuwehren? Es ist eine sehr weibliche Utopie, die die Crew der Schildmaid antreibt. Während ihre männlichen Konkurrenten sich kein schöneres und ehrenvolleres Schicksal ausmalen können als den Heldentod auf dem Schlachtfeld und das Eingehen ins Kriegerparadies Walhall, haben diese Frauen den Auftrag, die Welt und das Leben zu erhalten ...
Sonderbar. Erst jetzt fällt mir auf, dass in der germanischen Mythologie von den vier Gottheiten, die für Tod und Jenseits zuständig sind, nur ein einziger männlich ist. Die Ertrunkenen landen bei Ran, der Gattin des Meeresgottes Ägir. Die auf dem Strohbett Gestorbenen fahren zur Hel in die Unterwelt. Und von den auf dem Schlachtfeld Gefallenen gehört nur die Hälfte Odin, die andere Hälfte der Gefallenen zieht in Freyas Saal ein ...
Die beiden Autoren haben es geschafft, zahlreiche sehr unterschiedliche Frauenschicksale und Charaktere auf diesem Schiff zu vereinigen. Sehr gelungen ist die Schilderung der verschiedenen Temperamente und ihr Aufeinandertreffen. Und die Darstellung, wie gerade Skade als Stärkste und Kampfbegierigste immer wieder im entscheidenden Moment schwächelt, ist einfach ganz große Kunst, berührend und tragisch.
Fazit: Ein großartiges Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte, der etwas mehr von Büchern erwartet als verzehrfertiges Conveniance-Food. Mein Buch des Jahres 2022.

 

Dagmar von Gersdorff: Dich zu lieben kann ich nicht verlernen
Biographie der Sophie Mereau, einer Autorin der Romantik, die heutzutage fast völlig vergessen ist. Bekannt ist sie den meisten, wenn überhaupt, noch als Geliebte und spätere Frau von Clemens Brentano. Sophie Mereau wurde zu Lebzeiten besonders gefeiert für ihre Landschaftslyrik, sie war aber auch Roman-Autorin und Übersetzerin. Die abgedruckten Gedichte sind nicht so ganz mein Fall. Ihren Roman "Amanda und Eduard" würde ich gern mal lesen, vielleicht nächstes Jahr. Sehr gut befreundet war sie mit Schiller, und auch mit Achim von Arnim und Bettina Brentano/von Arnim hat sie sich gut verstanden. Die Ehe mit Clemens muss aber die Hölle gewesen sein wegen seiner geradezu krankhaften besitzergreifenden Eifersucht. Sie starb schließlich aufgrund einer Fehlgeburt.
Die Biographie ist sehr interessant, allerdings wird die Verfasserin manchmal etwas schwülstig und pathetisch. Schön ist, dass sehr viele Originaltexte darin zu lesen sind wie Briefe oder Tagebuchaufzeichnungen. Wobei die Tagebucheinträge oft so verkürzt sind, dass die Biographin sehr viel zum Hintergrund erläutern muss, damit der Leser die knappen Stichwortlisten überhaupt verstehen kann.

 

Ida Spix: Die zerbrochenen Flöten. Jadefisch und Motecuzoma

 

Elke Morlock: Kabbala und Haskala
Ein Buch über eine der schillerndsten Gestalten der jüdischen Aufklärung. Isaak Satanow war ein Gelehrter, der aus dem Ort Satanow in Podolien in der heutigen Ukraine stammte, dort die klassische jüdische Bildung erwarb, Tora und Talmud, aber auch die Kabbala lernte, dann aber nach Berlin kam und zum Kreis der jüdischen Aufklärer in der Nachfolge Moses Mendelssohns stieß. Satanow war Schriftsteller und Philosoph und hatte für die Haskala die besondere Bedeutung, dass er der erste Direktor der Orientalischen Buchdruckerei war, eines Meilensteins in der jüdischen Aufklärung. Denn die Möglichkeit, eigene Bücher drucken und verbreiten zu lassen, konnte für die sich emanzipierenden Juden in Preußen gar nicht hoch genug geschätzt werden.
Satanow war allerdings nicht nur Geisteswissenschaftler, sondern verstand auch viel von Physik, vor allem von der Optik, und konnte meisterhaft altes jüdisches Wissen mit moderner Forschung verbinden, etwa indem er über die Theorie des Diamantenschleifens schrieb und sich zwischen Newton und dem Sefirotbaum der Kabbala geschickt hin und her bewegte.
Der Bezug zur Kabbala, die Herkunft aus dem Osten, vor allem aber die Art, wie er eigene Texte manchmal als vermeintliche neu aufgefundene und von ihm nur übersetzte Manuskripte großer Wissenschaftler der Vergangenheit ausgab, waren dafür verantwortlich, dass Satanow von vielen als ein eher zwielichtiger Charakter betrachtet wurde. Hochgebildet und ein kluger und geschickter Schriftsteller war er aber auf jeden Fall.

 

Nikolai von Michalewsky: Keine Spuren im Sand
Eine Zeitung will eine Supergeschichte haben und engagiert eine Truppe ehemaliger Fremdenlegionäre, um eine im Tschad von Rebellen verschleppte Französin zu befreien. Die Befreiung gelingt zunächst, doch auf der Flucht läuft einiges schief. Befreier und Terroristen liefern sich eine tödliche Verfolgungsjagd, auf beiden Seiten ist der Blutzoll hoch, auch Bewohner eines kleinen Dorfes in der Wüste werden mit in die Auseinandersetzung hineingezogen. Am Ende sind sowohl der begleitende Journalist als auch der Fotograf tot, die komplette Befreiertruppe ist niedergemetzelt bis auf den jüngsten im Team und die Französin. War die Freiheit der Geisel, für die man auch ein Lösegeld hätte zahlen können, wirklich diese Menge an Leichen wert? Die Zeitung jedenfalls zahlt ein hohes Schweigegeld. Sie wird nicht über ihre eigene Aktion berichten.
Der Autor Nikolai von Michalewsky ist wirklich ein Phänomen. Immer wieder schreibt er Bücher, die tragisch enden. Die Helden sind am Ende tot oder schwer in ihrer Seele und ihrem Selbstwertgefühl beschädigt. Haben alles gegeben für ein Ziel, das sich am Ende als sinnlos erwies. Oder eben alles verloren. Und der Autor konnte trotzdem davon leben, er konnte seine Bücher trotzdem verkaufen. Der Zwang zum Happy End scheint ein Mythos ...

 

Jostein Gaarder: 2084. Noras Welt
Nora, ein Kind unserer Zeit, steht kurz vor ihrem 16. Geburtstag und macht sich darüber Gedanken, wie die Welt im Jahr 2084 aussehen wird. In mehreren Träumen begegnet sie ihrer Urenkelin Nova. Nora ist klar, dass sie jetzt und heute handeln muss, wenn sie Nova ein Leben in einer halbwegs bewohnbaren Welt ermöglichen will. Doch was soll sie tun? Zusammen mit ihrem Freund Jonas entwickelt sie eine Idee, wie man die Menschen dazu bringen kann, sich mehr für die Umwelt zu engagieren. Es soll an den Spieltrieb der Menschen appellieren. Wer Tiger liebt, soll in der Tiger-Lotterie spielen und mit seinem Geldeinsatz Schutzgebiete für den Tiger finanzieren. Wer Blattläuse liebt, dem steht die Blattlaus-Lotterie zur Verfügung. Da aber alles miteinander verbunden ist, wird durch einen Schutz der Tiger-Lebensräume automatisch auch der Lebensraum anderer Tierarten mit geschützt, und am Ende profitiert auch die Blattlaus.
Eine interessante Idee, vielleicht noch nicht ganz ausgereift, aber ein Ansatz, über den man nachdenken kann. Auch wenn Nora noch ein ganz anderes vielversprechendes Eisen im Feuer hat, um die Welt zu fretten: ein magisches Familiengeheimnis ...

 

Benjamin Myers: Offene See
England, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Der junge Robert, der aus einer Bergarbeiterfamilie stammt, soll nach der Schule ebenfalls einen Job im Bergbau annehmen. Doch zuvor will er noch das Meer sehen. Er begibt sich auf die Wanderschaft, nimmt ab und zu Arbeiten als Tagelöhner an, um sich zu ernähren, und findet schließlich ein einsames Haus, in dem eine exzentrische ältere Dame lebt. Die beiden freunden sich an, er übernimmt Arbeiten im Garten und repariert das baufällige Gartenhaus, sie öffnet ihm dafür die Welt der Kunst, Kultur und Literatur. Als er im Gartenhaus das Manuskript eines Lyrikbandes findet, ist er tief berührt, doch sie weigert sich lange Zeit, es zu lesen. Es sind die Verse ihrer besten Freundin, deren Tod sie nie verwinden konnte. Dann, endlich, entdecken sie die Gedichte der Verstorbenen gemeinsam ...
Klingt so in der Beschreibung ganz nett, ist aber insgesamt ein eher nichtssagendes Buch. Gewollt tiefsinnig, aber es hat keine Tiefe. Vollkommen verzichtbar. Das zweit-unbefriedigendste Buch des Jahres.

 

Katja Etzkorn: Tlingit Moon

 

Ju Honisch: Schwingen aus Stein
In der Geheimgesellschaft Aroria sind drei wertvolle magische Bücher verschwunden. Ein Bruder und ein Schüler werden ausgesandt, um die Schriften wieder zu finden. Allerdings gibt es so gut wie keine Anhaltspunkte.
Gleichzeitig ist eine junge Gouvernante mit ihrer Schülerin auf der Flucht. Das Mädchen ist Waise und hat manchmal seltsame Anfälle. Eine kirchliche Organisation, die Bruderschaft des Lichts, will das Mädchen in ihre Gewalt bringen, denn sie wittern in dem Kind etwas "Böses". Was sie mit der Kleinen vorhaben, ist jedenfalls nichts Gutes. Die Frau und das Mädchen geraten in höchste Gefahr. Doch ein geheimnisvoller Vogelmann hilft ihnen. Zu einem Preis, den die Gouvernante zunächst noch gar nicht einschätzen kann. Und dann ist da auch noch ein sympathischer junger Mann, der die beiden beschützen will. Nur, dass der Mann nicht ganz harmlos ist, er hat etwas Wolfsartiges an sich.
Die Geschichte ist superspannend, sprachlich sehr schön, lässt sich gut lesen, hat Tiefgang und Humor gleichermaßen und hat mir sehr gut gefallen.
Einen halben Punkt Abzug gebe ich für den preußischen Bösewicht. Dessen Schurkerei ist mir ein wenig zu dünn motiviert. Nur wegen seiner Geilheit einen solchen Aufriss zu machen und sich mit Kräften anzulegen, die denen eines gewöhnlichen Sterblichen weit überlegen sind, scheint mir doch ein wenig zu hirnlos, um ein erfolgreicher Schurke zu sein.

 

Friedrich Nikolai: Das Leben und die Meinungen des Herrn Magister Sebaldus Nothanker (Reclam)
Satirischer Roman aus der Zeit der Spätaufklärung, verfasst von einem der wichtigsten Berliner Aufklärer und Verleger, einem guten Freund von Lessing und Mendelssohn zudem. Der Untertitel spielt natürlich auf Tristram Shandy an, und dem guten Sebaldus Nothanker wird ähnlich übel mitgespielt wie dem Helden Sternes, nur dass Nikolai nicht zum Abschweifen neigt und eher nüchtern, knapp und unsentimental erzählt.
Der Roman setzt betont lange nach dem Punkt an, an dem andere Romane enden. Es geht nicht um die Hochzeit des Helden als Schlusspunkt. Sebaldus Nothanker ist Dorfgeistlicher, schon lange verheiratet und inzwischen dreifacher Vater. Er ist ein liebevoller und fürsorglicher Hirte seiner Gemeinde, hat allerdings zwei theologische Schwächen: Zum einen liebt er die Apokalypse, über die er eine wissenschaftliche Abhandlung verfasst, zum anderen ist er der Überzeugung, dass aufgrund der grenzenlosen Güte Gottes die ewige Verdammnis nicht ewig sein kann, sondern dass Gott irgendwann auch den schlimmsten Sünder begnadigen wird. Vor allem letzteres bringt ihn im Verlauf des Romans immer wieder in Konflikt mit seinen Vorgesetzten.
Nothanker ist gut etabliert in seiner Gemeinde und alles scheint sicher und in Ordnung, als seine Frau in einem Buch etwas über die Großartigkeit des Heldentods für das Vaterland liest. Sie liegt ihm so lange in den Ohren, er möge doch eine Predigt über dieses Thema halten, bis er sich irgendwann dazu durchringt und in der Kirche ein Loblied auf den Tod fürs Vaterland singt. Mit der Folge, dass sich zehn Landeskinder sofort zu einem Werber begeben und in die Armee eintreten. Zehn Landeskinder, die Nothankers Provinzfürst als Untertanen und Arbeitskräfte verloren hat. Sebaldus wird von seinen Kirchenoberen zur Rechenschaft gezogen, kommt in seiner Rechtfertigung fatalerweise auf die unendliche Güte Gottes zu sprechen und offenbart dadurch eine eklatant von der Protestantischen Lehrmeinung abweichende Ansicht. Widerrufen will er nicht, also verliert er seine Pfarrstelle. Sein Nachfolger wirft ihn und seine Familie erbarmungslos aus dem Pfarrhaus raus. Woraufhin Sebaldus' Frau und das neugeborene Kind schwer erkranken und schnell sterben.
Sedbaldus' Sohn geht unter falschem Namen zu den Soldaten, seine Tochter soll als Französischlehrerin und Kinderbetreuerin zu einer reichen Familie geschickt werden. Ein Freund der Familie - der Buchhändler und Verleger, der Sebaldus' Frau mit der fatalen Schrift über den Heldentod verkauft hat - vermittelt ihr die Stelle und rät ihr, sich als Französin auszugeben und ebenfalls einen neuen Namen anzunehmen. Nothanker bekommt zunächst einen Job in einer Druckerei als Korrektor.
Die nun folgende Geschichte lässt Nothanker immer wieder über seine Vorstellungen über Gottes Güte stolpern. Jedesmal, wenn er eine halbwegs ordentliche Stelle bekommen hat, gerät er mit der Geistlichkeit aneinander, die nach einer Prüfung seiner Ansichten für seine Entlassung sorgt. Doch er findet auch Unterstützer. Neben dem Buchhändler setzt sich vor allem ein Major für Sebaldus ein, der ihm sehr dankbar ist, da er durch ihn zehn Soldaten gewonnen hat. EIn treuer und redlicher Mensch, einfachen Gemüts und voller geradliniger Soldatentugend, der sich schließlich sogar für Nothanker duelliert - mit tödlichem Ausgang ...
Auch für Sebaldus' Tochter geht es auf und ab. Sie ist sehr schön, weckt Begehrlichkeiten bei Männern, die mit dem Titel Arschloch noch zu gut bedient sind, wird entführt, gerät mit ihren Arbeitgebern wegen deren Selbstsucht und Arroganz aneinander, verliebt sich, wird jedoch von ihrem Geliebten getrennt, und das nicht nur durch Standesunterschiede. Erst nach langen Irrungen und Wirrungen findet die Familie wieder zusammen. Und Nikolai kann es sich nicht verkneifen, seinen Helden auch noch in der Lotterie gewinnen zu lassen ...
Das Buch ist trotz seines Alters - es erschien in den Jahren 1773 bis 1776 - ausgesprochen flüssig lesen und ist ein echter Pageturner. Hat mir sehr viel Spaß gemacht. Auch wenn man praktisch auf jeder Seite rufen möchte: "Tu's nicht, Sebaldus!" Sehr schön.

 

Salomon Maimons Lebensgeschichte. Von ihm selbst erzählt
Eine der ersten jüdischen Autobiographien in deutscher Sprache, wie der Klappentext hervorhebt. Damals wurde das Buch von Karl Philipp Moritz herausgegeben.
Salomon Maimon war neben Isaak Satanow die zweite große schillernde Persönlichkeit im Kreise der Haskala-Gelehrten. Mit Satanow hat er auch durch seine Herkunft aus dem Osten und durch seine Kenntnisse der Kabbala einige Gemeinsamkeiten. Salomon Maimon war klassischer Talmudgelehrter. Seinen Nachnamen wählte er nach dem berühmten Moses Ben Maimon / Maimonides, Verfasser des "Führers der Unschlüssigen".
Die Lebensgeschichte dieses Gelehrten liest sich wie ein Roman der Aufklärung oder Klassik. Sie ist reich an Standardsituationen des Romans aus dem 18. Jahrhundert, und wer nicht weiß, dass es eine Autobiographie ist, könnte es glatt für ein literarisches Werk halten. Wer zeitgleich den "Sebaldus Nothanker" liest, wie ich es getan habe, kommt aus dem Wiedererkennen und Staunen kaum heraus. Da ist die Geschichte vom jungen Mann, der sich Bücher verschaffen will. Der autodidaktisch Deutsch lernt, der von Wissensdurst angetrieben wird. Da ist seine Entführung, als eine Frau ihn unbedingt mit ihrer Tochter verheiraten will. Da sind der Hunger und die Armut, und vor allem auch die Begegnung mit Heuchlern und herrschsüchtigen Obrigkeiten in der eigenen Religionsgemeinschaft, die Abweichler streng bestrafen. Nur dass Maimon, anders als Nothanker, nicht das stille Opfer ist, er fetzt manchmal bissig und sarkastisch zurück.
Legendär ist seine Diskussion mit dem Hamburger Oberrabbiner, bei der letzterer immer unwilliger wurde und schließlich auf einen "Schoffer" (Schofar) deutet, der auf dem Tisch liegt. Das Horn, "worin als Ermahnung zur Buße am Neujahrsfest in der Synagoge geblasen wird und vor dem sich der Teufel ganz abscheulich fürchten soll". Der Oberrabbiner fragt drohend, ob er wisse, was das sei. Darauf Maimon lakonisch: "O ja! Es ist das Horn von einem Bock."
Dass Maimon ein scharfer und präziser Denker war, musste sogar Kant anerkennen. Dessen "Kritik der reinen Vernunft" hatte Maimon nämlich analysiert und darin einige Schwachstellen aufgedeckt. Von Kant gibt es einen längeren Brief dazu an Maimon. Er war einer der wenigen, dessen Kritik der Königsberger Philosoph anerkannte ...
Eine unheimlich spannende Biografie, die ich jedem ans Herz legen möchte, der sich mit der jüdischen Aufklärung befasst.

 

Samuel Pepys: Tagebuch (Reclam)
Samuel Pepys war britischer Beamter, Sekretär im Schatzamt, dann im Flottenamt. Sein Tagebuch führte er in den Jahren 1660 bis 1669, in einer sehr bewegten Zeit. Es ist die Zeit des Krieges mit Holland, der Pest, des großen Brandes von London. Sein Tagebuch ist eines der frühesten Beispiele für private, persönliche Aufzeichnungen und nicht für die durchaus üblichen dienstlichen Notizen über für die entsprechenden Fachbereiche wichtigen Ereignisse. Pepys kommentiert die großen zeitgeschichtlichen Begebenheiten, aber auch Theateraufführungen, seine Gesundheit und seine sexuellen Eskapaden.
Witzig, boshaft und zynisch sind seine Bemerkungen etwa zu einer Romeo-und-Julia-Aufführung: "Das schlechteste Stück, das ich je gesehen habe, dazu schauderhaft gespielt. Habe beschlossen, nie wieder in eine Premiere zu gehen, weil die Schauspieler dauernd ihren Text vergessen." Über seine Teilnahme an Hinrichtungen ist unter anderem zu lesen: "Nach Charing Cross, um zuzuschauen, wie Major Harrison gehängt, ausgedärmt und gevierteilt wurde. Er sah sehr vergnügt dabei aus."
Pepys führt peinlich genau Buch über seine Fürze, seinen Stuhlgang und seinen Kontostand. Und jedes Jahr feiert er gleich einem zweiten Geburtstag den Jahrestag seiner gelungenen Gallenstein-Operation.
Man erfährt viel über den Zustand der Flotte und über die Gesellschaft in London. Darüber, welcher Adlige ihm gewogen ist und wer ihm zulächelt. Darüber, wann er wo welche Frauen angefasst hat und wie er sich mit ihnen vergnügte. Und darüber, wie er kochend vor Eifersucht seine Frau beobachtet und beispielsweise ihren Tanzlehrer entlässt aus Argwohn, sie hätte etwas mit dem Mann am Laufen. Als er vorübergehend seine Schwester bei sich aufnimmt, muss sie am Gesindetisch essen - damit sie gar nicht erst anfängt, sich irgendetwas von ihm zu erhoffen.
Alles in allem ein ziemliches Arschloch. Aber sein Tagebuch ist eine wichtige Quelle für alles, was sich damals in London ereignete. Und es ist einfach verdammt amüsant zu lesen.

 

Thomas Heidemann: Feuersturm. Das McGreegga-Armageddon
Die Feuersturm-Crew ist wieder da und hat ihren ersten eigenen Roman. Das Raumschiff "Feuersturm", das nach einem Meteoritensturm oder Ähnlichem ein U und ein M aus dem Namenszug am Bug verloren hat, heißt eigentlich laut Schiffspapieren "Fe erstur". Denn es war billiger, den Namen zu ändern, als ein neues Schild malen zu lassen, klar.
Bekannt sind das Raumschiff und seine Mannschaft, eine liebenswürdige und absolut irrsinnige Chaotentruppe, einigen Lesern bereits aus mehreren Kurzgeschichten in den Anthologien des Leseratten-Verlags. Jetzt also die erste eigenständige Veröffentlichung, Und der Autor Thomas Heidemann zieht wahrhaftig alle Register des gehobenen Weltraum-Irrsinns. Die Inspiration durch Douglas Adams kann und will er dabei nicht verleugnen, es wäre aber auch ohne die ausdrückliche Erwähnung im Vorwort kaum übersehen worden. Nur, dass diese Crew noch ein bisschen durchgeschepperter ist als der durchschnittliche Anhalter.
Vizekapitän Armistead Bad Axe McGregga, den nur extrem böswillige Zeitgenossen mit seinem alten uncoolen Namen Shlomo Sorgsam anreden, begreift gar nicht so recht, wie ihm geschieht, als ihm Angehörige einer fremden Zivilisation vom Planeten Mi einen besonderen Ring überreichen. Das seltsame Schmuckstück ist ein mächtiges Artefakt, mit dem man sich in der Zeit zurückbewegen und Ereignisse verändern kann. Ein Hilfsmittel, das McGregga bald bitter nötig hat. Denn nur wenig später jagt er versehentlich seinen Heimatplaneten, die Erde, in die Luft. Was folgt, ist eine schräge Abfolge von Verfolgungsjagden, Stunts, Zeitsprüngen, Schießereien, Sprüchen und Metal-Musik. Und wenn dann noch eine die Kapitänin Sazqua mit ihrer alles erschlagenden Oberweite, ein schwer bewaffnetes Mini-Küken mit lockerem Schnabel und eine fleischfressende Pflanze namens Audrey III mitmischen, ist das Chaos nicht mehr aufzuhalten ...
Ein Heidenspaß für die Fans abgedrehter Science-Fiction-Parodien. Etwas schade ist jedoch, dass die bisher erschienenen Kurzgeschichten aus den Leseratten-Anthologien nicht mit abgedruckt wurden. Für Neueinsteiger sind gewisse "Ostereier", die Heidemann versteckte, nicht zu finden, und das ist traurig. Die Vorgeschichte(n) wären sicher auch für neue Fans interessant, etwa die Motivation der Kapitänin der "Axetöter", deren Ziel im Namens ihres Raumschiffs bereits deutlich ausgedrückt ist. Wobei natürlich auch die Anthologien kaufenswert sind.

 

Brita Rose-Billert: Der Tanz des Falken
Ich habe vor ein paar Jahren das Buch "Das Geheimnis des Falken" gelesen. "Der Tanz des Falken" ist der erste Teil der Serie, zu der es inzwischen noch mehr Bände gibt.
Erzählt wird die Geschichte eines Lakota-Indianers, der zur US-Armee geht, um dort Geld für die Farm seiner Familie zu verdienen. Ryan Spirit Hawk muss sich gegen einige weiße Mitrekruten durchsetzen, freundet sich mit einem bärenhaften Mechaniker an und wird, da er ein Super-Fahrer ist, bald zum Chauffeur eines Generals. Mit diesem kommt er sehr gut klar. Doch als dessen Dienstzeit endet, gerät er an einen ziemlich miesen Uniformträger, wird obendrein in eine Falle gelockt, bei der der Geheimdienst einen Zeugen verschwinden lassen will, steht plötzlich zu unrecht als Schuldiger da und wird unehrenhaft aus der Armee entlassen. Es folgen eine Karriere als Kopfgeldjäger, schließlich ein Neustart als Rennfahrer.
Ein sehr spannender Roman, mir hat ja bereits der andere Band gefallen. Negativ lässt sich allenfalls anmerken, dass die einzelnen Lebensstationen sehr abgehackt aufeinander folgen. Es sind eigentlich vier Kurzromane statt eines langen, insofern hat man auch nicht einen durchgehenden Spannungsbogen, sondern drei bis vier Kurzbögen. Aber das schadet nicht wirklich, mir hat's trotzdem Spaß gemacht. Und ich werde mir demnächst mal die weiteren Romane über Ryan Spirit Hawk anschaun.

 

Salman Rushdie: Die satanischen Verse
Ein Buch, das ich schon ziemlich lange auf meiner To-do-Liste habe. Jetzt habe ich, auch wegen des Attentats auf den Autor, es endlich wahr gemacht. Das musste jetzt mal sein.
Zunächst: Es ist keine ganz leichte Kost. Es ist ein ziemlich dicker Wälzer, und man braucht als Leser schon einige Zeit, um in die Geschichte hinein zu kommen. Die Handlung ist ziemlich verwickelt, spielt auf mehreren Zeit- und Realitätsebenen und hat für den europäischen Durchschnittsleser mit ihren indischen und arabischen Bezügen schon einige Arbeitsaufgaben parat. Hilfreich ist das Glossar im Anhang.
Ausgesprochen ärgerlich finde ich die vielen Deutschfehler und sprachlichen Grenzwertigkeiten in dem Buch. Bei einem Großverlag eines internationalen Autors kann man schon erwarten, dass die Übersetzer, Lektoren und Korrekturleser eine Ahnung von der deutschen Sprache haben. Wenn ich lese, dass eine Frau "gebärte", dann kriege ich fast selbst Wehen. Gnarf.
Worum geht es? Rushdie erzählt die Geschichte zweier indischer Schauspieler, die zu Beginn des Buchs mit einem Flugzeug abstürzen. Auf wundersame Weise überleben sie jedoch, wobei der eine nach und nach die Züge und den Charakter eines Erzengels annimmt, während der andere sich gegen seinen Willen in einen bocksfüßigen Teufel verwandelt. Der Engel ist es denn auch, der Mohammed die legendären "satanischen Verse" eingibt, die später aus dem Koran getilgt werden.
Rushdie ist vorsichtig. Er lässt die Episode mit den Versen in doppelter, ja dreifacher Brechung spiegeln, verleiht ihr eine durch mehrfache Realitätsebenen gebrochene Unwirklichkeit. Das Ganze spielt in der halbirrealen Welt nach dem Flugzeugabsturz. Es kommt zunächst daher wie ein historischer Roman. Mohammed wird vom Oberhaupt der Mekkaner angegangen, ob er nicht bei seinem radikalen Monotheismus eine Ausnahme machen könne und die drei für Mekka so unendlich wichtigen Kulte der Göttinnen Al-Lat, Uzza und Manat erhalten. Dafür wird ihm Macht und Einfluss und eine problemlose Übernahme der Stadt versprochen. Vielleicht lässt Mohammed sich auf den Deal ein und verkündet aus staatsmännischer Berechnung, Al-Lat, Uzza und Manat seien "edle Vögel", und ihre Fürbitten seien nicht vergebens. Vielleicht hat er tatsächlich eine Vision, die ihm diese Worte in den Mund legt. Klar ist nur, dass seine Anhänger, allesamt überzeugte Monotheisten, maulen und den Aufstand proben. Daraufhin geht Mohammed erneut auf den Berg und kommt mit der Botschaft zurück: Dies seien Verse gewesen, die ihm nicht der Erzengel Gibril eingegeben hat, sondern sie seien vom Satan gekommen. Und er verkündet die Neufassung der Sure.
Diese Geschichte, die zunächst nur in Prosa erzählt wird, wird gleichzeitig von dem Schauspieler Gibril, einem der beiden Abgestürzten, wie in einer eigenen Vision mitempfunden. Wobei er selbst sich in einer Art Doppelrolle wiederfindet, gleichzeitig als Erzengel und als Mohammed, der mit dem Erzengel, also er selbst mit sich selbst, verschmilzt. Zu allem Überfluss wird später auch noch gesagt, es handele sich um ein Drehbuch für einen religiösen Film.
Trotzdem reichte bereits die Erwähnung, die literarische Bearbeitung, aus, um einen islamischen Geistlichen dazu zu bringen, die Fatwa gegen Rushdie auszusprechen.
Ich muss gestehen, als ich vor einigen Jahren den Koran las, war die satanische Stelle für mich zwar interessant, eine spannende Anekdote und ein Blick in den historisch-kritischen Apparat des Koran. Die Sprengkraft dieser Stelle war mir damals noch überhaupt nicht klar, und ich begann erst jetzt bei der Rushdie-Lektüre, sie zu ahnen.
Diese kleine Ecke ist die große Achillesferse des Koran. Wenn man bei diesen Versen zugeben musste, dass da etwas mit der Offenbarung nicht ganz astrein war, dann darf man an jeder anderen Sure auch mal ganz vorsichtig anklopfen und fragen: Na, war das hier wirklich der Erzengel, der dir das eingegeben hat? Oder war's vielleicht doch der Teufel, und du hast es nur diesmal nicht gemerkt? Letzten Endes kann aber auch tatsächlich der ganz große Sündenfall des Mohammed dahinterstecken. Nach menschlichem Ermessen sogar bestimmt. Denn das hieße, dass Mohammed aus macht- und bündnispolitischem Kalkül selbst die Botschaft gefälscht hat ...
Ich will nicht sagen, dass ich die Fatwa für gerechtfertigt halte. Aber dass der eine oder andere Geistliche da austickt und Schaum vor dem Mund hat, erscheint mir logisch. Das war ja im Christentum auch so, als die Reformatoren ihre kritischen Thesen nicht mehr auf Latein in einem kanalisierten Wissenschaftsbetrieb veröffentlichten, sondern auf Deutsch, wo es jeder lesen konnte. Ähnlich ist das hier, wenn Rushdie sich in der Sprache der Belletristik mit Millionenauflage einem Thema widmet, das fromme Muslime lieber unter der Decke gehalten hätten.

 

Erik Fosnes Hansen: Ein Hummerleben
Nichtssagend, verzichtbar, verschwendete Lebenszeit. Die Geschichte plätschert eben so dahin. Der Ansatz ist ja nicht schlecht. Es geht um den Niedergang eines Nobelhotels und um die Suche des Hoteliers-Enkels nach Spuren seiner verschwundenen Mutter. Aber es bleibt alles seicht, trotz einiger Szenen, die dramatisch hätten sein können. Es gibt exakt eine wirklich aufregende Stelle in dem Buch, und zwar auf der viertletzten Seite. Aber der extrem grelle Schockeffekt wird bereits im nächsten Absatz widerrufen. Nee, es ist absolut nichts los mit diesem Buch, Finger weg davon.

 

Athenaios von Naukratis: Das Gelehrtenmahl
Athenaios gehört zu den Vertretern der so genannten "Buntschriftstellerei". Eine Literaturgattung, deren Werke gekennzeichnet sind durch die Aneinanderreihung von kürzeren Erzählungen, Anekdoten und "Wusstest du schon?"-Texten. Titelgebend war eine Sammlung von Älian, die "Bunte Geschichten hieß" und die ich im Dezember las. Die Buntschriftstellerei begann in der römischen Kaiserzeit. Sie war aber auch im Mittelalter sehr beliebt. Also, salopp formuliert: Es ist eine Sammlung von Kurztexten, die mal mehr, mal weniger zusammenhängen und die den Leser amüsieren sollen. Einen Gesamtspannungsbogen gibt es nicht, aber Athenaios hat für seine Sammlung eine Rahmenhandlung und gliedert sie nach Büchern. Es geht darum, dass sich eine Reihe Gelehrter zu einem Gastmahl treffen und sich über alles mögliche unterhalten. Über bestimmte Gerichte, über Tischsitten, über Luxus, freigebige Herrscher, Verschwender, schöne Frauen, bedeutende Kunstwerke, fremde Völker und so weiter.
Der vorliegende Band, den ich antiquarisch erhielt, stammt aus der Sammlung Dieterich und erschien im Jahr 1985. Es handelt sich um eine Auswahl und - wie es die Übersetzer im Nachwort für sich in Anspruch nehmen - um die erste Athenaios-Übersetzung in deutscher Sprache.
Der ganze Athenaios ist so umfangreich, dass er einen Leser durchaus erschlagen kann. Ich hatte im Studium mal ein Erinna-Zitat aus dem Gelehrtenmal gesucht und erinnere mich noch mit einigem Respekt an die griechisch-englische Ausgabe in der Anglisten-Bibliothek der Uni Hannover. Irgendwie spukt mir im Kopf herum, dass es 40 Bände im Regal waren. Jetzt, bei der Nachsuche im Bibliothekskatalog, fand ich nur eine siebenbändige Ausgabe. Jedenfalls war es ein langes Regal voll. Angeschafft hatte ich mir die Dieterichs-Ausgabe übrigens auch wegen des Erinna-Zitats. Aber gerade die Stelle war nicht drin.
Insgesamt ein sehr amüsant zu lesendes Buch. Vielleicht für zwischendurch im Bus oder Zug oder auch auf dem Klo geeignet. In der Gesamtheit etwas, das eher ein buntes Rauschen im Gehirn erzeugt aber keinen bleibenden Eindruck. Insgesamt aber eine reiche sprudelnde Quelle, denn fast jeder, der in der Antike mal etwas gesagt oder getan hat, ist hier erwähnt. Insofern auch ein Buch, das ein Register braucht und das man immer wieder zum Nachschlagen benutzen kann, nur nicht unbedingt zum Lesen im Zusammenhang geeignet.

 

Torquato Tasso: Befreites Jerusalem (Reclam)
Eine uralte zerfledederte und geklebte Reclam-Ausgabe. Keine Jahresangabe, aber es ist aus der Zeit, als die Reclamhefte ein blassbraunes Design und eine Säule auf dem Titel hatten. Also aus der ersten Zeit ab 1887. Frakturgedruckt und etwas schwülstig in der Übersetzung (J. D. Gries), aber in Versen und gereimt. Im hinteren Bereich waren ein paar Seiten noch nicht aufgeschnitten.
Tja, wie ist es? Man merkt schon, dass Tasso nicht Homer ist. Wo jener mit urwüchsiger, mythischer Power einfach aus sich selbst heraus spricht, ist das hier ein zierliches Kulturpflänzchen, das schöne Verse macht und christlich-höflisch daherkommt. Man braucht einige Zeit, um hineinzukommen. Es geht um Gottfried von Bouillon und seine Kreuzfahrer, die vor Jerusalem lagern und die Stadt von den Heiden befreien wollen. Nach und nach gewinnen die Helden und Heldinnen an Kontur. Und es stimmt nicht, dass Christen nicht tragisch sein können.
Was auffallend ist: Beim Lesen habe ich verstanden, warum Goethe in seinem Tasso den Dichter als einen Liebling der Frauen dargestellt hat. Ich habe noch nie ein Schlachtengemälde gelesen, in dem so viele unterschiedliche und sorgfältig ausgestaltete weibliche Figuren vorkommen. Und das nicht nur als Nebenhandlung.
Getragen wird das Ganze vor allem von Clorinde, der jungfräulichen Amazonenriegerin, und Armida, einer sarazenischen Zauberin, die dem christlichen Heer schwer zu schaffen machen. Aber auch die fromme Christin Sofronia, die in Jerusalem beinahe den Märtyrertod erlitten hätte, und Erminia, die aus Liebe zum Christenritter Tancred in Clorindes Rüstung aus Jerusalem flieht, sind hier zu nennen. Fast alle sind in Tankred verliebt (ich auch ein wenig), nur zwischen Armida und Rinaldo knistert es auch.
Ein bisschen anstrengend, aber nicht schlecht. Und lesbarer als der "Rasende Roland" ist es auf jeden Fall.

 

Weitere Jahresrückblicke
Teil I: Januar bis März 2022

Teil II: April bis Juni 2022
Teil III: Juli bis Oktober 2022
Teil V: Dezember 2022

 

© Petra Hartmann








Das intergalaktische Bestiarium, 2025

ME10FCZY_t.jpeg

 

 

Was verbirgt sich hinter dem Tor des Krkt-jinn und warum verliert der Planet Light Lady seine Schwerkraft? Kann die Heimat der Regenbogenkatzen noch gerettet werden? Gibt es das sagenhafte Tier der Unordnung wirklich? Sind die irrsinnigen Prophezeiungen über das Wiedererwachen des unheiligen Urgottes Chthonio möglicherweise doch ernst zu nehmen? Und ist wirklich jeder dem Tod geweiht, der der Wurzel allen Übels begegnet?

Das Universum hat viele Wunder hervorgebracht, aber keines ist größer als das Leben. Ein paar der ungewöhnlichsten Lebewesen aller Welten sind in diesem intergalaktischen Bestiarium zu finden. Thomas Hofmann und Petra Hartmann haben sie aufgespürt.

 

Buch-Infos:

Das intergalaktische Bestiarium. Text: Petra Hartmann / Zeichnungen: Thomas Hofmann. Neustadt in Sachsen: Edition Dunkelgestirn, Mai 2025. 180 Seiten.
Reichhaltig mit Illustrationen von Thomas Hofmann versehen, zu denen die Texte von Petra Hartmann verfasst wurden. Gebunden in blaues Leinen, mit Leseband, silberner Prägung auf dem Buchrücken und Schutzumschlag. Versehen mit den Signumklischees der Autoren, nummeriert und auf 100 Exemplare limitiert. 32,90 Euro.

 

 

 

Das Herz des Donnervogels, 2023

MEHILUM_t.jpg

 

Ein Indianer taucht in dem verschlafenen Küstenstädtchen Kitty Hawk auf. Die Witwe Murdoch ist überzeugt, dass der Fremde ein Kundschafter ist und bald seine roten Spießgesellen zum Morden und Plündern mitbringen wird. Doch Junger Adler hat andere Pläne. Er träumt vom Fliegen und wartet auf das Eintreffen zweier verrückter Fahrradhändler.
Karl-May-Fans kennen Junger Adler bereits aus dem Roman Winnetous Erben. Die Vorgeschichte zu diesem Buch wird nun von Petra Hartmann erzählt.

 

Buch-Infos:
Petra Hartmann: Das Herz des Donnervogels

Band 18, Abenteuer-Roman
Exklusive Sammler-Ausgabe
Seiten: 282

Taschenbuch
VÖ: April 2023

2. Auflage: April 2024.
Künstler: MtP-Art (Mario Heyer)
Künstler (Innenteil): MtP-Art (Mario Heyer)
Preis: 12,95 Euro

 

Bestellen beim Blitz-Verlag

 

Das E-Book ist zum Preis von Euro 3,99 erhältlich.

Unter anderem bei Amazon

oder direkt beim Blitz-Verlag.

 

 

 

Falkenblut, 2020

c86b871350047896.jpg

 

Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Widar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus ...

Es ist eine schaurige Welt, in der sich die junge Walküre behaupten muss. Doch Valkrys wäre keine echte Falkin, wenn sie einem Kampf aus dem Weg gehen würde. Todesmutig und mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor stürzt sie sich in die Begegnungen mit Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfen, Berserkern, Hexen, Meerungeheuern und dem furchtbaren Totenschiff Naglfari.

 

 

Petra Hartmann: Falkenblut.

Sibbesse: Hottenstein, 2020.

Broschiert, 247 S., Euro 11.

ISBN 978-3935928991

 

Bestellen im Hottenstein-Verlags-Shop

 

Bestellbar unter anderem bei Amazon

Hörbuch: Drachen! Drachen! 2020

1c4bd51348435737.jpg

 

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren. Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist - und gelegentlich fies!

Die Autoren: Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.

 

Herausgeber: Petra Hartmann, Frank G. Gerigk

Sprecher: Tim Schmidt

Blitz-Verlag

Ungekürzte Lesung

mp3-Download

611 Minuten, 495.91 MB

9783991093435

 

Zu bestellen unter anderem bei Thalia oder bei Amazon.

Nestis und die verbotene Welle, 2017

3f80dd532215286.jpg

 

Meerprinzessin Nestis und ihre Freunde sind sauer: Lehrer Seestern meint, dass laute Haifischmusik nichts für Kinder ist. Und der Kronrat stimmt ihm zu. Deshalb bekommt die Band »Ølpæst« Auftrittsverbot in der gesamten Nordsee. Doch plötzlich ist deren Musik überall zu hören: Ein Piratensender strahlt die Hits der Knorpelfischgang lautstark aus.

Als eine hochexplosive Kugelmine über dem blauen Glaspalast im Meer dümpelt und ein führungsloser Öltanker in die Nordsee einfährt, droht eine wirkliche Ölpest. Gelingt es den Meerkindern, ein Unglück zu verhindern?

 

Petra Hartmann: Nestis und die verbotene Welle. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Voraussichtlich ab Juni 2017 erhältlich.

Buch-Infos: ca. 152 Seiten, 14,2 x 20,6 cm, Hardcover, zahlreiche s/w-Illustrationen, mit Fadenheftung, Euro 14,90, ISBN 978-3-977066-00-1

 

Leseprobe

 

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs.

Bestellen bei Amazon.

Demantin, 2016

514f43516064341.jpg

 


Demantin, der junge König von Antrium, liebt die griechische Königstochter Sirgamot. Doch ihr Vater ist strikt gegen die Hochzeit. Immerhin ist Sirgamot erst zwölf Jahre alt. So zieht Demantin in die Welt, um Ruhm zu erwerben, den Namen seiner Geliebten durch seine Taten zu verherrlichen und sich dem griechischen König als Schwiegersohn zu empfehlen. Er besteht heldenhafte Kämpfe, erwirbt sich die Freundschaft der Königin und des Königs von England und besiegt ein schauriges Meerweib. Letzteres allerdings erweist sich als verhängnisvoll. Denn die sterbende Unholdin verflucht Demantin und prophezeit, dass seine Geliebte mit dem üblen König Contriok verlobt werden soll. Kann Demantin noch rechtzeitig zurückkehren, um die Hochzeit zu verhindern?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Demantin. Ein Ritter-Epos
128 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 9-78-3-940078-34-6
8,95 EUR

 

Bestellen bei Amazon

Leseprobe

 

Crane, 2016

09ac37516063082.jpg

 

Gayol, der Sohn des ungarischen Königs, hat in jugendlichem Übermut den alten Hofmarschall seines Vaters zum Wettkampf herausgefordert und eine peinliche Niederlage erlitten. Aus Scham flüchtet er und gerät ins Reich des deutschen Kaisers, wo er unerkannt unter dem Namen Crane (Kranich) eine Stellung als Kämmerer annimmt und bald sehr beliebt ist. Doch als der Fremde und die Kaiserstochter einander näher kommen und Hofbeamten Unzucht und eine unstandesgemäße Liebschaft wittern, beginnt eine schwere Zeit für Königssohn und Kaiserstochter. Kann Gayol sich auf die Treue Acheloydes verlassen? Und kann die lebensbedrohliche Krankheit der Prinzessin noch geheilt werden?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Crane. Ein Ritter-Epos
84 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 978-3-940078-48-3
6,95 EUR

 

Bestellen bei Amazon

Leseprobe

Hut ab, Hödeken! 2015

7451c5416255075.jpg

 

Ein rasender Bischof auf dem Rennstieg.
Wegweiser, die sich wie von Geisterhand drehen.
Jäger in Todesangst.
Bierkutscher mit unheimlicher Fracht.
Ein stammelnder Mönch,
der plötzlich zum brillanten Redner wird.
Sollte da Hödeken seine Hand im Spiel haben?
Sagen um einen eigenwilligen Geist
aus dem Hildesheimer Land,
frisch und frech nacherzählt
von Petra Hartmann.

 

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken!

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

101 S., Euro 7,95.

ISBN 978-3-940078-37-7

 

Bestellen bei Amazon

 

Leseprobe

Freiheitsschwingen, 2015

bbcbde412262119.jpg

 

 

Deutschland in den 1830er-Jahren: Für Handarbeit, arrangierte Ehe und Kinderkriegen hat die junge Bürgermeistertochter wenig übrig. Stattdessen interessiert sie sich für Politik und Literatur und greift sehr zum Leidwesen ihres Vaters selbst zur Feder, um flammende Texte für die Gleichberechtigung der Frau und die Abschaffung der Monarchie zu verfassen. Angestachelt von der revolutionären Stimmung des Hambacher Festes versucht sie, aus ihrem kleinbürgerlichen Dasein auszubrechen und sich als Journalistin zu behaupten. Gemeinsam mit ihrer großen Liebe verschreibt sie sich dem Kampf für ein freies, geeintes Deutschland und schlägt den Zensurbehörden ein Schnippchen. Die Geheimpolizei ist ihnen jedoch dicht auf den Fersen, und die junge Journalistin begeht den verhängnisvollen Fehler, ihre Gegner zu unterschätzen

 

Petra Hartmann: Freiheitsschwingen

Personalisierter Roman

München: Verlag Personalnovel, 2015

ca. 198 Seiten. Ab Euro 24,95.

(Einband, Schriftart und -größe, Covergestaltung etc. nach Wahl.)

 

Bestellen unter:

www.tinyurl.com/Freiheitsschwingen

 

Timur, 2015

3d97d1421549841.jpg

 

 

Wer ist der bleiche Jüngling im Verlies unter der Klippenfestung? Prinzessin Thia will ihn retten. Doch wer Timurs Ketten bricht, ruft Tod und Verderben aus der Tiefe hervor. Als der Blutmond sich über den Horizont erhebt, fällt die Entscheidung ...

 

Beigaben:

Nachwort zur Entstehung

Original-Erzählung von Karoline von Günderrode

Autorinnenbiografien

Bibliografie

 

Petra Hartmann: Timur

Coverillustration: Miguel Worms

Bickenbach: Saphir im Stahl, 2015.

ISBN: 978-3-943948-54-7

Taschenbuch, 136 S.

Euro 9,95

 

 

Ulf, 2015

943511404579110.jpg

 

 

Ein Roman-Experiment mit ungewissem Ausgang: Ulf (Magisterstudent unbekannter Fachrichtung), stammt aus einem Dorf, das mehrmals jährlich überschwemmt wird. Zusammen mit Pastor Dörmann (Geistlicher unbekannter Konfession) und Petra (Biografin ohne Auftrag) überlegt er, was man dagegen tun kann. Als ein vegetarisches Klavier die Tulpen des Gemeindedirektors frisst und das Jugendamt ein dunkeläugiges Flusskind abholen will, spitzt sich die Situation zu. Nein, Blutrache an Gartenzwergen und wütende Mistgabelattacken sind vermutlich nicht die richtigen Mittel im Kampf für einen Deich ...
Mal tiefgründig, mal sinnlos, etwas absurd, manchmal komisch, teilweise autobiografisch und oft völlig an den Haaren herbeigezogen. Ein Bildungs- und Schelmenroman aus einer Zeit, als der Euro noch DM und die Bahn noch Bundesbahn hieß und hannöversche Magister-Studenten mit dem Wort "Bologna" nur eine Spaghettisauce verbanden.

 

Petra Hartmann:

Ulf. Ein Roman-Experiment in zwölf Kapiteln.

eBook

Neobooks 2015

Euro 2,99

Erhältlich unter anderem bei Amazon

Vom Feuervogel, 2015

e23b35438858636.jpg

 

Ein Tempel in der Wüste. Heilige Männer, die sich dem Dienst des Feuervogels geweiht haben. Ein Hirtenjunge, der seinem Traum folgt. Aber wird der alte und kranke Phönix wirklich zu neuem Leben wiederauferstehen, wenn der Holzstoß niedergebrannt ist? Eine Novelle von Idealen und einer Enttäuschung, die so tief ist, dass kein Sonnenstrahl je wieder Hoffnung bringen kann.

 

Petra Hartmann:

Vom Feuervogel. Novelle.

Erfurt: TES, 2015.

BunTES Abenteuer, Heft 30.

40 Seiten, Euro 2,50 (plus Porto).

Bestellen unter:

www.tes-erfurt.jimdo.com

 

eBook:

Neobooks, 2015.

Euro 1,99.

Unter anderem bei Amazon

Nestis und die Hafenpiraten, 2014

57c6811076139894.jpg



Endlich Sommerferien! Nestis und ihre Freunde freuen sich auf sechs Wochen Freiheit und Abenteuer. Doch ausgerechnet jetzt verhängt der Kronrat ein striktes Ausgehverbot für alle Meerkinder. Denn in der Nordsee treibt plötzlich ein furchtbares “Phantom† sein Unwesen. Möwen, Lummen und Tordalke werden von einem unheimlichen Schatten unter Wasser gezerrt und verschwinden spurlos.

Nestis beschließt, den Entführer auf eigene Faust zu jagen. Als ein Dackel am Strand von Achterndiek verschwindet, scheint der Fall klar: Die gefürchteten “Hafenpiraten" müssen dahinter stecken. Zusammen mit ihrem Menschenfreund Tom wollen die Meerkinder der Bande das Handwerk legen ...

Petra Hartmann: Nestis und die Hafenpiraten
Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014
ISBN 978-3-940078-84-1
14,90 EUR

 

 

Leseprobe unter

 

www.tinyurl.com/nestis2

Blitzeis und Gänsebraten, 2014

ffec70381999188.jpg

 

Weihnachten im Potte †¦

†¦ ist so vielfältig wie die Menschen, die dort leben. Und deshalb findet sich auf diesem Bunten Teller mit 24 Hildesheimer Weihnachtsgeschichten für jeden etwas: romantische Erzählungen und freche Gedichte, Erinnerungen an die Nachkriegszeit, Geschichten von neugierigen Engeln, eifrigen Wichteln und geplagten Weihnachtsmännern. Der Huckup und die »Hildesheimer Weisen« fehlen auch nicht. Was es aber mit dem Weihnachtswunder an der B6 auf sich hat, erfahren Sie auf Seite 117. - Greifen Sie zu!

 

 

Petra Hartmann & Monika Fuchs (Hrsg.): Blitzeis und Gänsebraten. Hildesheimer Weihnachtsgeschichten.

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

144 Seiten | 12 x 17 cm | Paperback |

ISBN 978-3-9400787-57-5
8,90 EUR

 

Leseprobe

Beim Vorderhuf meines Pferdes, 2014

Eingefügtes Bild

Das Messer zuckte vor. Fauchend wich die riesige Katze zurück. Doch nur, um sofort wieder anzugreifen. Das Mädchen, das auf dem Leichnam seiner Stute kauerte, schien verloren.
Acht Jahre ist Steppenprinzessin Ziris alt, als sie bei einem Sandkatzenangriff ihr Lieblingspferd verliert. Ist es wirklich wahr, was ihr Vater sagt? "Alle Pferde kommen in den Himmel ..."
Drei Erzählungen aus der Welt der Nearith über edle Steppenrenner, struppige Waldponys und die alte graue Stute aus Kindertagen.

Petra Hartmann: Beim Vorderhuf meines Pferdes. Neue Geschichten aus Movenna. eBook, ca. 30 Seiten. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014. Euro 0,99.

Erhältlich unter anderem bei Amazon.

Darthula, 2014

Eingefügtes Bild

Darthula ist die Tochter eines irischen Kleinkönigs, der über das nebelreiche Land Selama herrscht. Als schönste Prinzessin Irlands lebt sie allerdings nicht ungefährlich. Als sie den mächtigen König Cairbar abweist und ihm nicht als seine Braut folgen will, nimmt das Unheil seinen Lauf. Cairbar überzieht das kleine Selama mit Krieg und Vernichtung und rottet Darthulas Familie aus. Mit ihrem Geliebten Nathos wagt die junge Frau die Flucht über die stürmische See. Aber Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...

Beigaben zur Neuausgabe:
Vorwort der Autorin mit Infos zur Entstehungsgeschichte
Übersetzung des "ossianischen Originals"
Autorinnenbiographie und Veröffentlichungsliste

Buch-Informationen:
Petra Hartmann: Darthula, Tochter der Nebel.
Bickenbach: Verlag Saphir im Stahl, 2014.
Taschenbuch. 126 S., Euro 9,95.
ISBN 978-3-943948-25-7

Bestellen bei Saphir im Stahl

Pressearbeit für Autoren, 2014

Eingefügtes Bild

Petra Hartmann, Autorin und langjährige Lokalredakteurin, gibt Tipps für die Pressearbeit vor Ort. Sie erklärt die Wichtigkeit der „Ortsmarke“ für eine Zeitung, gibt Tipps zum Schreiben von Artikeln, zum guten Pressefoto und zum Umgang mit Journalisten. Anschaulich, verständlich, praxisorientiert und für Autoren jedes Genres anwendbar.

Petra Hartmann: Pressearbeit für Autoren. So kommt euer Buch in die Lokalzeitung.
eBook. Neobooks, 2014. Ca. 30 Seiten.
Euro 1,99
Diverse Formate, für alle gängigen eBook-Reader.
Erhältlich z.B. bei Amazon, eBook.de, Thalia, Hugendubel, Weltbild u.a.

Nestis und der Weihnachtssand, 2013

Eingefügtes Bild

Als kleine Weihnachtsüberraschung gibt es für Fans des "großen" Nestis-Buchs "Nestis und die verschwundene Seepocke" jetzt ein kleines bisschen Weihnachtssand: Der Verlag Monika Fuchs hat aus der "Ur-Nestis", einem Helgoland-Märchen aus dem Jahr 2007, jetzt ein eBook gemacht. Mit einem wunderschönen Cover von Olena Otto-Fradina und mit ein paar exklusiven Einblicken in Nestis' Nordseewelt.

Klappentext:
"November 2007: Orkantief Tilo tobt über die Nordsee und reißt große Teile der Helgoländer Düne ins Meer. Wer soll nun die Robbenküste reparieren? Meerjungfrau Nestis wünscht sich einfach mal vom Weihnachtsmann 500.000 Kubikmeter Sand ..."

Bonus-Material:
Die Autorin im Interview mit Wella Wellhorn von der Meereszeitung "Die Gezeiten"
XXL-Leseprobe aus "Nestis und de verschwundene Seepocke"

Petra Hartmann: Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013. 99 Cent.

Erhältlich für den Amazon-Kindle

Nestis und die verschwundene Seepocke, 2013

Eingefügtes Bild


Eine ausführliche Leseprobe findet ihr hier:
www.tinyurl.com/nestis


Wütend stampft Meerjungfrau Nestis mit der Schwanzflosse auf. Ihre Schwester Undine ist von den Menschen gefangen worden – und weder Meerkönig noch Kronrat wagen, die Kleine zu retten. Aber Nestis fürchtet sich nicht einmal vor den furchtbarsten Monstern des Meeres. Zusammen mit ihren Freunden bricht sie auf zur Rettungsaktion, und es zeigt sich, dass tollpatschige Riesenkraken und bruchrechnende Zitteraale großartige Verbündete sind.
Petra Hartmann entführt ihre Leser in eine etwas andere Unterwasserwelt mit viel Humor und Liebe zum Detail. Trotz des phantastischen Meermädchen-Themas findet der Leser auch sehr viel naturnahe Beobachtungen aus Nord- und Ostsee, lernt die Meerbewohner und ihre Probleme kennen. Dabei werden unter anderem auch die Meeresverschmutzung, Fischerei und die wenig artgerechte Haltung von Haien in Aquarien behandelt.
Zauberhaft dazu die Zeichnungen von Olena Otto-Fradina.

Text: Petra Hartmann
Bilder: Olena Otto-Fradina
| Hardcover | 14,8 x 21 cm
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2013
151 S., Euro 14,90
ISBN 978-3-940078-64-3


eBook:
Amazon-Kindle, 2154 KB
Euro 6,99
http://amzn.to/JJqB0b

Autorenträume, 2013

Eingefügtes Bild


Autorinnen und Autoren schicken ihre Leser in vergangene Zeiten, ferne Länder, phantastische Welten, spannende Abenteuer und bringen sie zum Träumen.
Wovon aber träumen Autoren? Vom Nobelpreis? Vom Bestseller? Vom Reich-und-berühmt-werden? Oder einfach nur davon, eines Tages vom Schreiben leben zu können? Vom Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes, wenn das neue Märchen vorgelesen wird? Oder sind es schreckliche Albträume, die der angebliche Traumberuf mit sich bringt? Werden Schriftsteller nachts im Schlaf gar von Verlegern, Lektoren, Rezensenten oder Finanzbeamten bedroht?
Monika Fuchs und Petra Hartmann starteten eine »literarische Umfrage«, wählten aus den über 300 Antworten 57 phantasievolle Beiträge aus und stellten sie zu diesem Lesebuch zusammen. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen des Autorenalltags und träumen Sie mit!
Von jedem verkauften Buch wird 1 Euro an das Hilfswerk Brot & Bücher e.V. der Autorin Tanja Kinkel gespendet, die auch das Geleitwort zum Buch schrieb.

Petra Hartmann und Monika Fuchs (Hrsg.):
Autorenträume. Ein Lesebuch.
ISBN 978-3-940078-53-7
333 S., Euro 16,90

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs

Mit Klinge und Feder, 2013

Eingefügtes Bild


Phantasie statt Völkerschlachten - das war das Motto, unter dem die Phantastik Girls zur Schreibfeder griffen. Mit Humor, Gewitztheit und ungewöhnlichen Einfällen erzählen sieben Autorinnen ihre Geschichten jenseits des Mainstreams der Fantasy. Kriegerinnen und gut bewaffnete Zwerge gehören dabei genau so zum Personal wie sprechende Straßenlaternen, Betonfresser oder skurrile alte Damen, die im Bus Anspruch auf einen Behindertensitzplatz erheben. Dass es dennoch nicht ohne Blutvergießen abgeht, ist garantiert: Immerhin stecken in jeder der Storys sechs Liter Herzblut. Mindestens.

Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns.
Mit Geschichten von Linda Budinger, Charlotte Engmann, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl.
Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. 978-3943378078
247 S., Euro 9.
Bestellen bei Amazon

eBook:
396 KB, Euro 5,49.
Format: Kindle
Bestellen bei Amazon

Das Serum des Doctor Nikola, 2013

Eingefügtes Bild

Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...

Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola
Historischer Abenteuerroman.
ISBN 978-3-938065-92-1
190 S., 12,95 Euro.
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Leseprobe

Termine

Samstag, 1. August: Lesung auf dem Kinderfest im Rhüdener FreibadWilhelm-Busch-Straße 1, 38723 Seesen – OT Rhüden. Beginn: 15 Uhr. Ich lese voraussichtlich aus "Nestis und die verschwundene Seepocke" vor.

 

Samstag, 10. Oktober: BuchmesseConBürgerhaus Sprendlingen, Fichtestraße 50, Dreieich. Ein Tisch und eine Lesung sind angefragt.

Newsletter

Mein Newsletter "Flaschenpost von Petra" wird ca. zehnmal im Jahr verschickt.

Ihr könnt ihn hier abonnieren.

Links

Meine Heimseite:

www.petrahartmann.de

 

Mastodon:

literatur.social/@PetraHartmann

 

Mein Profil

auf Xing

 

Biografie

Petra Hartmann, Jahrgang 1970, wurde in Hildesheim geboren und wohnt in Sillium. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Hannover. Auf den Magisterabschluss folgten die Promotion mit einer Doktorarbeit über den jungdeutschen Schriftsteller Theodor Mundt und ein zweijähriges Volontariat bei der Neuen Deister-Zeitung in Springe. Anschließend war sie dort fünf Jahre Lokalredakteurin. Ferner arbeitete sie für die Leine-Zeitung in Neustadt am Rübenberge, die Nordsee-Zeitung in Bremerhaven, die Neue Presse in Hannover und die Volksstimme in Gardelegen. Derzeit ist sie bei der Goslarschen Zeitung beschäftigt.
Als Schriftstellerin liebt sie vor allem das fantastische Genre. Sie verfasst hauptsächlich Fantasy und Märchen. Bekannt wurde sie mit ihren Fantasy-Romanen aus der Welt Movenna. Mit den Abenteuern der Nordsee-Nixe Nestis legte sie ihre erste Kinderserie vor. Sie errang mit ihren Geschichten dreimal den dritten Platz bei der Storyolympiade und wurde 2008 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.

Juli 2026

M D M D F S S
  12345
6789101112
1314 15 16171819
20212223242526
2728293031  

Leserunden zum Nachlesen

Leserunde zu "Darthula, Tochter der Nebel" auf Lovelybooks. Mit Autorin Petra Hartmann und Cover-Künstler Miguel Worms: http://www.lovelyboo...nde/1201913120/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Nestis und die verschwundene Seepocke": Mit Autorin Petra Hartmann und Verlegerin Monika Fuchs:

http://www.lovelyboo...nde/1166725813/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Mit Klinge und Feder": Mit den Autorinnen Linda Budinger, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl: http://www.lovelyboo...nde/1156671163/

 

Leserunde zu "Falkenblut" auf Lovelybooks: https://www.lovelybo...263/2687604262/

Geschichten über Nestis

Bücher
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

"Nestis und die verbotene Welle. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

 

Mini-Buch

"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

eBooks
"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.

"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

Hörbuch
"Eine Hand voll Weihnachtssand." In: Petra Hartmann: "Weihnachten im Schneeland". Gelesen von Karin Sünder. Mit Musik von Simon Daum. Essen: Action-Verlag, 2010. (mp3-Download und CD-ROM)

Beiträge zu Anthologien
"Weihnachtssand für Helgoland." In: "Wenn die Biiken brennen. Phantastische Geschichten aus Schleswig-Holstein." Hrsg. v. Bartholomäus Figatowski. Plön: Verlag 71, 2009. S. 163-174.

Hödeken-Lesestoff

Buch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. 101 S., Euro 7,95. ISBN 978-3-940078-37-7. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

 

Hörbuch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. 2 CD. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Euro 14,95. ISBN: 978-3940078414. Unter anderen erhältlich bei Amazon.

 

eBook

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

 

Geschichten

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg. In: Hildesheimliche Autoren e.V.: Hildesheimer Geschichte(n). Ein Beitrag zum 1200-jährigen Stadtjubiläum. Norderstedt: Book on Demand. 196 S., Euro 9,99. ISBN 978-3734752698. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

Die glücklose Hasenjagd. In: MVP-M. Magazin des Marburger Vereins für Phantastik. Marburg-Con-Ausgabe. Nr. 19b. S. 36-40.

 

Lesung

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg, Radio Tonkuhle, Sendung vom April 2015.

 

Movenna-Kompass

Übersicht über die Romane und Erzählungen aus Movenna


Bücher

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2004. 164 S.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2007. 188 S.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2010. 240 S.

 

eBooks

 

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Beim Vorderhuf meines Pferdes. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Hörbuch

Der Fels der schwarzen Götter. Action-Verlag, 2012.


Movennische Geschichten in Anthologien und Zeitschriften

Die Krone Eirikirs. In: Traumpfade (Anthologie zur Story-Olympiade 2000). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2001. S. 18-25.
Flarics Hexen. In: Geschöpfe der Dunkelheit (Anthologie zur Story-Olympiade 2001). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2002. S. 22-28.
Raubwürger. In: Kurzgeschichten, September 2004, S. 20f.
Furunkula Warzenkraish. Elfenschrift, dritter Jahrgang, Heft 2, Juni 2006. S. 10-14.
Der Leuchtturm am Rande der Welt. In: Elfenschrift, vierter Jahrgang, Heft März 2007, S. 18-21.
Gewitternacht. In: Im Bann des Nachtwaldes. Hrsg. v. Felix Woitkowski. Lerato-Verlag, 2007. S. 57-60.
Pfefferkuchen. In: Das ist unser Ernst! Hrsg. v. Martin Witzgall. München: WortKuss Verlag, 2010. S. 77-79.
Winter-Sonnenwende. In: Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns. Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. S. 51-59.
Der Reiter auf dem schwarzen Pferd. Ebd. S. 60-68.

Die Blaubeerbrücke. In: Met-Magie. Hrsg. v. Amandara M. Schulzke und Nadine Muriel. Hamburg: Acabus Verlag, 2022. S. 163-174.

 

 

Movennische Geschichten in Fanzines

Föj lächelt. In: Alraunenwurz. Legendensänger-Edition Band 118. November 2004. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 23.
Raubwürger. In: Drachenelfen. Legendensänger-Edition Band 130. Januar 2006. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 3-5.
Goldauge. In Phantastische Geschichten mit den Phantastik Girls. (Broschüre der Phantastik Girls zum MarburgCon 2007)


Aufsätze

Wie kann man nur Varelian heißen? Über das Unbehagen an der Namensgebung in der Fantasy. In: Elfenschrift, 5. Jahrgang, März 2008. S. 16f.


Movennische Texte online

Aus "Geschichten aus Movenna":
König Surbolds Grab
Das letzte Glied der Kette
Brief des Dichters Gulltong
Der Kranich
Die Rückkehr des Kranichs

Aus "Ein Prinz für Movenna":
Der Leuchtturm am Rand der Welt
Furunkula Warzenkraish
Gewitternacht

Aus "Der Fels der schwarzen Götter":
Der Waldalte
Hölzerne Pranken
Im Bann der Eisdämonen

Die Bibliothek der Falkin

Übersicht über die Romane und Novellen über die Walküre Valkrys, genannt "die Falkin"

Bücher

Die letzte Falkin. Heftroman. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2010.
Falkenblut. Sibbesse: Hottenstein-Verlag, Sommer 2020.

eBooks

Falkenblut. Vier Fantasy-Romane. eBook-Ausgabe. Chichili und Satzweiss.com, 2012. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. eBook. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2011. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. In: Best of electronic publishing. Anthologie zum 1. Deutschen eBook-Preis 2011. eBook. Chichili und Satzweiss.com, 2011. (unter anderem erhältlich bei Thalia und Amazon)


Aufsatz

Aegirs Flotte - ein Nachruf. In: Fandom Observer, Dezember 2011. S. 16-18. Online-Magazin und Blogversion

Hörbuch: Der Fels der schwarzen Götter, 2012

Eingefügtes Bild

Bei einer Mutprobe begeht der junge Ask einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat.
Bald wissen die Völker des Berglandes nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...

Der Fels der schwarzen Götter.
Hörbuch. 8 Stunden, 57 Minuten.
Sprecherin: Resi Heitwerth.
Musik: Florian Schober.
Action-Verlag, 2012.
CD/DVD: 16,95 Euro
mp3-Download: 11,95 Euro

Hörbuchfassung des 2010 im Wurdackverlag erschienenen Buchs "Der Fels der schwarzen Götter".

Drachen! Drachen! 2012

1c4bd5198119607.jpg


Frank G. Gerigk & Petra Hartmann (Hrsg.)
DRACHEN! DRACHEN!
Band 01, Drachen-Anthologie
ISBN: 978-3-89840-339-9
Seiten: 384 Taschenbuch
Grafiker: Mark Freier
Innengrafiker: Mark Freier
Preis: 14,95 €
Bestellen beim Blitz-Verlag

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren.
Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist - und gelegentlich fies!

Die Autoren:
Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.
Originalveröffentlichung!

Die Schlagzeile, 2011/2012

0e8ead243950143.jpg


Petra Hartmann: Die Schlagzeile.
Personalisierbarer Roman.
PersonalNovel Verlag, 2011.
eBook: PersonalNovel, 2012.
Personalisieren und bestellen

Verschlafen und idyllisch liegen sie da, die Orte Barkhenburg, Kleinweltwinkel und Reubenhausen. Doch dann stört der Diebstahl einer Heiligenfigur die Ruhe: Ein jahrhundertealter Hass bricht wieder aus und ein hitziger Streit entflammt, der aus Freunden Feinde und aus friedlichen Nachbarn sich prügelnde Gegner macht. Mittendrin: Eine Journalistin, die bereit ist, für eine Schlagzeile im Sommerloch alles zu geben. Mit viel Einsatz und einer Prise Humor versucht sie, das Geheimnis um die verschwundene Hubertus-Statue aufzuklären, und muss sich dabei mit erregten Politikern, aufgebrachten Dorfbewohnern und einem nervösen Chefredakteur herumschlagen. Aber die Journalistin lässt sich nicht unterkriegen - bis ihr ein Anruf fünf Minuten vor Redaktionsschluss die Schlagzeile zunichtemacht...

Falkenblut, 2012

d1b5a3206395602.jpg


Petra Hartmann: Falkenblut.
Vier Romane in einem Band.
E-Book
Satzweiss.com - chichili agency, 2012.
3,99 Euro

 

Nicht mehr lieferbar!

Neuausgabe in Vorbereitung.


Die Abenteuer der jungen Walküre Valkrys beginnen an ihrem ersten Arbeitstag und ausgerechnet dort, wo die germanischen Götter- und Heldensagen enden: Ragnarök, die Endzeitschlacht, ist geschlagen, Götter und Riesen haben sich gegenseitig aufgerieben, die wenigen Überlebenden irren ziellos durch die Trümmer des zerbrochenen Midgard. An der Seite des neuen Götterkönigs Widar muss sich Valkrys nun behaupten. Dabei trifft sie auf Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfe, Berserker, Hexen, riesenhafte Meerungeheuer und das furchtbare Totenschiff Naglfari. Leseempfehlung ab 12 Jahren.

Meine Bücher 1998 - 2011

Angehängtes Bild: Cover_falkenfruehling.jpg

Petra Hartmann
Falkenfrühling
eBook
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN: 978-3-939139-59-1

Wegen Verkauf des Arcanum-Verlags ist die Ausgabe nicht mehr erhältlich, aber die Zweitveröffentlichung in der eBook-Anthologie "Best of electronic publishing" gibt es noch als epub oder Kindle-Ausgabe.

Valkrys träumt davon, eine echte Walküre zu sein. Sie springt, noch Kind, vom Dach des Langhauses.
Alle Ermahnungen ihrer Eltern sind vergeblich, sie macht sich an den Aufstieg zum Gipfel der nahen Klippe, besessen vom "Traum vom Fliegen" ...

Fünfter Platz beim Deutschen eBook-Preis 2011.

Angehängtes Bild: dieletztefalkin2.jpg

Petra Hartmann
Die letzte Falkin
Roman.
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-62-1
Bestellen beim Arcanum-Verlag

Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Vidar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus †¦


Angehängtes Bild: felsBig.jpg

Petra Hartmann
Der Fels der schwarzen Götter
Roman
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-64-8
Bestellen beim Wurdack-Verlag


Hochaufragende Felswände, darin eingemeißelt weit über tausend furchteinflößende Fratzen, die drohend nach Norden blicken: Einer Legende zufolge sind die schwarzen Klippen das letzte Bollwerk Movennas gegen die Eisdämonen aus dem Gletscherreich.
Doch dann begeht der junge Ask bei einer Mutprobe einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat. Und die Völker des Berglandes wissen bald nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...


Angehängtes Bild: Darthula_klein.jpg

Petra Hartmann
Darthula
Heftroman
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-32-4
Bestellen beim Arcanum-Verlag


Darthula, die schönste Prinzessin der Nebellande, beschwört Krieg, Tod und Vernichtung über ihr heimatliches Selama herauf, als sie den Heiratsantrag des mächtigen Königs Cairbar ausschlägt. Zusammen mit ihrem Geliebten flüchtet sie in einem kleinen Segelboot übers Meer. Doch Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...


Angehängtes Bild: weihnachten_im_Schneeland.jpg

Petra Hartmann
Weihnachten im Schneeland
Hörbuch
Action-Verlag
Download bei Audible
CD bestellen beim Action-Verlag

WEIHNACHTEN IM SCHNEELAND von Petra Hartmann vereint vier wundervolle Kurzgeschichten für Kinder ab 6 Jahren. Schon die Titel regen die Phantasie der Kleinen an und verleiten zum Schmunzeln und Staunen:
- "Der Reserve-Weihnachtsmann"
- "Die Weihnachts-Eisenbahn"
- "Eine Handvoll Weihnachtssand"
- "Paulchen mit den blauen Augen"



Angehängtes Bild: movennaprinz.jpg

Petra Hartmann
Ein Prinz für Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-24-9
Bestellen

Mit dem Schild oder auf dem Schild
- als Sieger sollst du heimkehren oder tot.
So verlangt es der Ehrenkodex des heldenhaften Orh Jonoth. Doch der letzte Befehl seines sterbenden Königs bricht mit aller Kriegerehre und Tradition: "Flieh vor den Fremden, rette den Prinzen und bring ihn auf die Kiesinsel." Während das Land Movenna hinter Orh Jonoth in Schlachtenlärm und Chaos versinkt, muss er den Gefahren des Westmeers ins Auge blicken: Seestürmen, Riesenkraken, Piraten, stinkenden Babywindeln und der mörderischen Seekrankheit ....


Angehängtes Bild: movenna.jpg

Petra Hartmann
Geschichten aus Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-00-1
Bestellen


Verwünschte Hexen!
Warum zum Henker muß König Jurtak auch ausgerechnet seinen Sinn für Traditionen entdecken?
Seit Jahrhunderten wird der Kronprinz des Landes Movenna zu einem der alten Kräuterweiber in die Lehre gegeben, und der Eroberer Jurtak legt zum Leidwesen seines Sohnes großen Wert auf die alten Sitten und Gebräuche. Für den jungen Ardua beginnt eine harte Lehrzeit, denn die eigenwillige Lournu ist in ihren Lektionen alles andere als zimperlich ...


Angehängtes Bild: mond.jpg

Wovon träumt der Mond?
Hrsg. v. Petra Hartmann & Judith Ott
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-37-2
Bestellen

Der Mond - König der Nacht und gleichsam Verbündeter von Gut und Böse ... Seit jeher ranken sich Legenden voller Glauben und Aberglauben um sein Licht, das von den einen als romantisch verehrt und von den anderen als unheimlich gefürchtet wird. Seine Phasen stehen für das Werden und Vergehen allen Lebens, er wacht über die Liebenden, empfängt die Botschaften der Suchenden, Einsamen und Verzweifelten und erhellt so einiges, was lieber im Dunkeln geblieben wäre. 39 Autorinnen und Autoren im Alter von 12 bis 87 Jahren sind unserem nächtlichen Begleiter auf der Spur gewesen. In 42 erfrischend komischen, zutiefst nachdenklichen und manchmal zu Tränen rührenden Geschichten erzählen sie die Abenteuer von Göttin Luna und Onkel Mond, von erfüllten und verlorenen Träumen, lassen Perlmuttschmetterlinge fliegen und Mondkälber aufmarschieren. Und wer denkt, dass nur der Mann im Mond zuweilen die Erde besucht, irrt sich! Auch umgekehrt erhält er gelegentlich unverhofften Besuch dort oben.


Angehängtes Bild: feenzauber.jpg

Drachenstarker Feenzauber
Herausgegeben von Petra Hartmann
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-28-0
Bestellen

Öko-Feen, Büro-Feen, Todes-Feen und Bahn-Feen, geschäftstüchtige Drachen, goldzahnige Trolle, Sockenmonster, verzauberte Kühlschränke, Bierhexen, Zwirrrrrle, Familienschutzengel, Lügenschmiede, ehrliche Anwälte, verarmte Zahnärzte und andere Märchenwesen geben sich in diesem Buch ein Stelldichein.
51 Märchenerzähler im Alter von zwölf bis 76 Jahren haben die Federn gespitzt und schufen klassische und moderne Märchen, lustige, melancholische, weise und bitterböse Erzählungen, so bunt wie das Leben und so unvergesslich wie das Passwort eines verhexten Buchhalters.


Angehängtes Bild: barrikade.jpg

Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension.
Die jungdeutschen Autoren nach 1835.
ibidem-Verlag
ISBN 978-3-89821-958-7
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Das Junge Deutschland“ - dieser Begriff ist untrennbar verbunden mit dem Bundestagsbeschluss vom 10. Dezember 1835, durch den die Werke der fünf Schriftsteller Heinrich Heine, Theodor Mundt, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg und Heinrich Laube verboten wurden. Das Verbot markierte Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt einer literarischen Bewegung, die erst wenige Jahre davor begonnen hatte. Die Wege der Autoren trennten sich. Und doch gab es auch danach immer wieder Begegnungen und Berührungspunkte.
Petra Hartmann zeichnet die Wege der Verbotenen und ihrer Verbündeten nach und arbeitet Schnittstellen in den Werken der alt gewordenen Jungdeutschen heraus. Sie schildert insbesondere die Erfahrungen der Autoren auf der Insel Helgoland, ihre Rolle in der Revolution von 1848, aber auch die Versuche der ehemaligen Prosa-Schriftsteller, sich als Dramatiker zu etablieren. Irgendwo zwischen Anpassung und fortwährender Rebellion mussten die Autoren ihr neues Auskommen suchen, endeten als gescheiterte Existenzen im Irrenhaus oder als etablierte Literaten, die doch körperlich und seelisch den Schock von 1835 nie ganz verwunden hatten, sie leiteten angesehene Theater oder passten sich an und gerieten nach Jahren unter strenger Sonderzensur beim Publikum in Vergessenheit. Die vorliegende Untersuchung zeigt, was aus den Idealen von 1835 wurde, wie vollkommen neue Ideen - etwa die Debatte um Armut und Bildung - in den Werken der Jungdeutschen auftauchten und wie die Autoren bis zum Ende versuchten, ihr „Markenzeichen“ - ihren Stil - zu bewahren.


Angehängtes Bild: mundt.jpg

Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll
Theodor Mundts literarische Entwicklung vom Buch der Bewegung zum historischen Roman
Aisthesis-Verlag
ISBN: 3-89528-390-8
Bestellen beim Aisthesis-Verlag

Theodor Mundt - Schriftsteller, Zeitschriftenherausgeber, Literaturwissenschaftler und Historiker - verdankt seinen Platz in der Literaturgeschichte vor allem dem Umstand, daß seine Veröffentlichungen am 10. Dezember 1835 verboten wurden. Das vom deutschen Bundestag ausgesprochene Verbot, das sich gegen die vermeintlichen Wortführer des "Jungen Deutschland", Heine, Gutzkow, Laube, Wienbarg und eben Theodor Mundt richtete, war vermutlich die entscheidende Zäsur in den literarischen Karrieren aller Betroffenen. Daß sie mit dem schon berühmten Heinrich Heine in einem Atemzug genannt und verboten wurden, machte die noch jungen Autoren Gutzkow, Laube, Mundt und Wienbarg für ein größeres Publikum interessant. Doch während Gutzkow und auch Laube im literarischen Bewußtsein präsent blieben, brach das Interesse an Mundt und seinen Werken schon bald nach dem Verbot fast gänzlich ab. Seine weitere Entwicklung bis zu seinem Tod im Jahr 1861 wurde von der Literaturwissenschaft bislang so gut wie vollständig ignoriert. Diese Lücke wird durch die vorliegende Studie geschlossen. Nachgezeichnet wird der Weg von den frühen Zeitromanen des jungen Mundt bis hin zu den historischen Romanen seines Spätwerks.


Angehängtes Bild: buchfaust.gif

Faust und Don Juan. Ein Verschmelzungsprozeß,
dargestellt anhand der Autoren Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt
ibidem-Verlag
ISBN 3-932602-29-3
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Faust und Don Juan sind die Gipfel der modernen christlich-poetischen Mythologie", schrieb Franz Horn bereits 1805 und stellte erstmalig beide Figuren, speziell den Faust Goethes und den Don Giovanni Mozarts, einander gegenüber. In den Jahren darauf immer wieder als polar entgegengesetzte Gestalten aufgefaßt, treten Faust und Don Juan in den unterschiedlichsten Werken der Literaturgeschichte auf.

Bei Lenau sind sie Helden zweier parallel aufgebauter Versepen, bei Grabbe begegnen sie sich auf der Bühne und gehen gemeinsam zugrunde. Theodor Mundt stellt als Lebensmaxime auf, man solle beides, Faust und Don Juan, in einer Person sein und beide in sich versöhnen.

Anhand der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt zeichnet Petra Hartmann die Biographien Fausts und Don Juans in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach, einer Zeit, die beide Helden stark prägte und auch für heutige Bearbeitungen beider Stoffe grundlegend ist."

Impressum

Verantwortlich für den Inhalt:

Petra Hartmann

 

Postanschrift:

Hopfenkamp 12

31188 Holle

 

Mail:

hartmann (Punkt) holle (at) web (Punkt) de

 

Telefon:

Null-Fünf-Null-Sechs-Zwei / Acht-Eins-Neun-Eins