Zum Inhalt wechseln


PetraHartmann



Foto

Tatjana Stöckler: Chagrans Thron, Band 1

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 03 April 2016 · 1.732 Aufrufe
Bücher - SF, Tatjana Stöckler
Der Science-Fiction-Roman "Chagrans Thron" ist ein Zweiteiler aus der Feder von Tatjana Stöckler. Ein Zweiteiler aber eher aus drucktechnischen Gründen, wie mir die Autorin verriet, eigentlich seien es nur die beiden Hälften eines dickeren Romans. Das vorweg zur Info, falls sich jemand in die Welt der Rikanier, Drakulonier und Tartanen wagen möchte.
Der erste Band von "Chagrans Thron" hat einen sehr ungewöhnlichen Auftakt: Das schier unbezwinglich wirkende Kriegsimperium der Rikanier kapituliert und unterwirft sich den Piraten von Cyrrion. Das mächtige Reich konnte schließlich die Verluste, die ihm die Piratenschiffe zugefügt haben, nicht mehr verkraften. Schockierend für die Unterlegenen: Die Siegerin ist dem Anschein nach ein kleines Mädchen. Noch schlimmer: Die mädchenhafte Sam weigert sich kategorisch, dem rikanischen Herrscher, wie es der Brauch befiehlt, mit dem uralten Zeremonieschwert den Kopf abzuschlagen und sein Blut zu trinken. Aber das Schwert gefällt ihr, sie nimmt es mit. Und eigentlich hat sie auch kein Interesse an Tributen und ähnlichen Dingen, sondern will nur ein Handelsabkommen schließen. Immerhin gelingt es den Unterworfenen, ihr den Sohn des Herrschers als Geisel aufzuschwatzen, obwohl sie mit Geiseln auf ihrem Planeten überhaupt nichts anfangen kann.
"Chagrans Thron" ist eine Geschichte, deren Schwerpunkt weniger auf Technik und Raumschlachten liegt, als vielmehr auf der Schilderung der unterschiedlichen Völker und Kulturen sowie auf der Charakterzeichnung und den zwischenmenschlichen bzw. zwischenkreatürlichen Beziehungen. Hier zieht die Autorin alle Register und macht die Leser mit außergewöhnlichen und bemerkenswerten Zivilisationen bekannt. Indessen ist diese Stärke des Romans zugleich auch seine größte Schwachstelle, denn die zahlreichen unterschiedlichen Völker, die dann doch wieder irgendwie mit einander verwandt sind, sind manchmal etwas verwirrend. Auf knapp 200 Seiten erfährt man von man Drakuloniern, Rikaniern, Lisorianern, Tartanen, Wraps. der Bevölkerung von Cyrrion, drakulonischen Degenerationen namens Parjas, Gigos. Menschen gibt es auch, am Rande. Vielleicht wäre hier weniger mehr gewesen.
Der Roman ist spannend und flüssig geschrieben und lässt sich zügig lesen. Kurze Kapitel ermöglichen das Lesen "zwischendurch". Was es nun genau mit dem titelgebenden Thron auf sich hat, wird erst gegen Ende des Buches langsam sichtbar, Näheres wird wohl der zweite Teil bringen.

Fazit: Science Fiction mit Schwerpunkt auf Völker- und Kultur-Schilderungen und einer frechen, mädchenhaften Heldin. Interessanter Anfang, der Lust auf mehr macht.

Tatjana Stöckler: Chagrans Thron. Band 1. Bremen: Eridanus Verlag, 2016. 205 S., Euro 12,90.


© Petra Hartmann


Foto

Dorothee Kremer: Der Marmeladenkönig und andere fruchtige Märchen

Geschrieben von Petra , in Bücher - phantastisch 30 März 2016 · 1.652 Aufrufe
Bücher - phantastisch und 4 weitere...
Ein Märchenbuch der besonderen Art legt Dorothee Kremer mit ihrer Sammlung "Der Marmeladenkönig" vor. Es handelt sich um zwölf zauberhafte Geschichten rund ums Obst, über Pfirsichelfen und Quittengnome, Zauberfrüchte und geheime Marmeladenrezepte und viele fruchtige und abenteuerliche Gestalten.
Dorothee Kremer erzählt unter anderem von einem König, der seine Obstbäume so sehr liebt, dass er fast seine gesamte Zeit mit der Gärtnerei verbringt, aber im Herbst immer wieder vor der drängenden Frage steht: Wohin nur mit all dem Obst? Der Leser erfährt von einer Prinzessin, die ihre Hand nur einem Prinzen geben will, der ihre Lieblingsfrucht errät. Da ist die hochsensible Pfirsichelfe, die ein so feines Gehör hat, dass der Lärm der anderen Elfen ihr furchtbare Schmerzen bereitet, und es taucht ein übellauniger Baumgnom auf, der seinem Nachbarn, dem Maulwurf, durch sein morgendliches Gegurgel furchtbar auf die Nerven fällt. All das ist zauberhaft und liebevoll ausgedacht, und man spürt beim Lesen förmlich, wie in einem die Lust wächst, geradewegs in den Garten hinauszumarschieren und sich einen Apfel vom Baum zu pflücken. (Leider lese ich dieses Buch im März.)
"Der Marmeladenkönig" ist ein eher stilles, freundliches Buch. Anarchisch oder überschäumend lustig geht es darin nicht zu, und es fehlt auch weitgehend das Böse beziehungsweise der Bösewicht, der den Helden das Leben schwer macht. Auch Grausamkeiten, wie man sie oft an den Grimmschen Märchen tadelte, wird man in diesem Buch vergeblich suchen. Es gilt, Probleme zu lösen, etwa das verschwundene Geheimrezept wiederzufinden oder die Lieblingsfrucht der Prinzessin zu erraten, aber Kämpfe und Kriege oder schwarze Magie fehlen in diesem lieblichen Obstgarten. Lediglich einmal werden ein paar Tannenhexen vertrieben - durch Glühwürmchen - und eine kleine Weinbergschnecke hilft dabei, einen betrügerischen Weinbauern zu entlarven: "Mit Witz und Verstand", wie das Tier betont.
Das Besondere an diesem bunten Obstkorb voller Märchen ist zweifellos die wunderschöne Gestaltung. Es handelt sich um ein edles Hardcover-Buch mit zauberhaften, teilweise an Jugendstil oder Tiffany-Glaskunst erinnernde Illustrationen, geschaffen von der Künstlerin Elisa Buberl. Einfach zauberhaft und eine Einladung zum Immer-wieder-Aufschlagen-und-Anschaun.

Fazit: Freundliche und liebenswerte Märchen, nicht nur für Kinder, zauberhaft illustriert. Ein fruchtiges Buch zum Reinbeißen. Lest mehr Obst!


Dorothee Kremer: Der Marmeladenkönig und andere fruchtige Märchen. Mit Bildern von Elisa Buberl. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2016. 118 S., Euro 19,90.


© Petra Hartmann


Foto

Leipziger Buchmesse 2016 - so war's

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 24 März 2016 · 1.398 Aufrufe
Unterwegs
Qualmende Füße, teure Hotdogs, gefühlt 40.000 Kilometer lange Schlangen vor der Toilette und dazu Bücher, Bücher, Bücher: Das Wochenende auf der Leipziger Buchmesse war anstrengend, aber schön, und jetzt, nachdem ich langsam wieder aus demn Koma aufgewacht bin, denke ich: Gelohnt hat es sich auf alle Fälle. Wer nicht da war, hat etwas verpasst.
Zusammen mit Tabea, der Praktikantin des Verlags Monika Fuchs, legte ich die Strecke Braunschweig-Leipzig auf halbwegs gemütlichen Treppenstufen des Intercitys zurück. Das erste Mal seit 20 Jahren hatte ich die Sitzplatzreservierung vergessen, aber es hätte mir vermutlich auch nichts genützt, da die elektronische Reservierungsanzeige ausgefallen war und den Sitzplatz meist der Stärkere bekam. Nebenan kämpfte eine aufwändig als Schamanin kostümierte Rollenspielerin (Fuchspelzhaube, Knochenkette, Großraumticket) um ihren Platz, doch auch mein Ratschlag: "Einfach verfluchen!" nützte nichts. Es stellte sich schließlich heraus, dass sie für den falschen Tag reserviert hatte. Da waren wir mit unseren Treppenstufen noch recht gut bedient.

Security mag keine Flugsaurier und Taschenmesser

Der Weg vom Zug zum Messeeingang war gewohnt lang, die Schlangen vor dem Einlass bewegten sich extrem langsam, als wir ankamen. Sicherheitsleute ließen zunächst niemanden durch. Ich erntete misstrauische Blicke, als ich auf die Frage nach dem Inhalt meiner Reisetasche mein selbstleuchtendes Flugsaurierskelett angab. Und vielleicht hätte ich auch schweigen sollen, als der Securitymann mich fragte, ob ich irgendwelche Waffen dabei hätte, und nicht auf mein Schweizer Offiziersmesser hinweisen sollen. Egal. Schließlich glaubte man mir, dass ich harmlos bin, und ließ mich endlich durch. Immerhin, die vielen Comicfans, Mangamädchen und Rollenspieler hatten zum Teil viel furchteinflößendere Geräte bei sich.

Zwischen Füxin und Fantasy

An diesem Wochende war meine Aufmerksamkeit zweigeteilt, ich pendelte zwischen Halle 2 und 4 hin und her - Fantasy und Belletristik. Die meisten meiner Freunde, Autorenkollegen und Lieblingsverlage waren natürlich in der Fantasy-Ecke zu finden, während meine Nestis-Verlegerin Monika Fuchs sich in Halle vier präsentierte. Sie hatte dort einen Stand zusammen mit den Verlagen Biber & Butzemann und VRP - Verlag am RethraPark, ein sehr gut harmonierendes Trio. Vor allem die Bücher von Biber & Butzemann waren für mich als Ostsee-Segler interessant durch die kindgerechte Reiseführer-Reihe, in der unter anderem Rügen, Hiddensse und Usedom in Form von Reiseabenteuer-Büchern vorgestellt werden.

Premiere für "Lautlose Stufen"

Für mich war es spannend, einige Verlagsautoren persönlich kennen zu lernen, mit denen ich bisher nur per eMail oder über Facebook Kontakt hatte. So traf ich Gunnar Kunz ("Schnatzelschnapf!", "Ein Koffer voller Wunder"), Artur Rosenstern ("Planet Germania") und Inge Becher, deren Jugendbuch "Lautlose Stufen" ich lektoriert hatte. Ich kam gerade rechtzeitig, um ihre Premieren-Lesung anzuhören. Ein sehr schönes Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte - auch und gerade wegen des etwas schwierigen Themas. Es geht um ein Mädchen im Dritten Reich, das krank wird und darum nicht zu den Jungmädeln gehen kann. Schließlich gerät die Protagonistin in Gefahr, Opfer der Euthanasie-Politik der Nazis und als "lebensunwertes Leben" getötet zu werden. Zum Abschluss gab es noch ein kleines Interview mit der Autorin und eine Signierstunde. Sehr schön.

Lesung aus "Saskias Gespenster"

Am Sonntag las Corinna Antelmann aus ihrem ebenfalls druckfrisch bei Monika Fuchs erschienenen Buch "Saskias Gespenster", bei dem ich auch etwas mithelfen durfte. Ein Buch über ein Mädchen, das bei einem Verkehrsunfall beide Eltern verloren hat und nun in einem Heim untergebracht wurde. Saskia verschließt sich allen aufdringlichen Gesprächs- und Therapieversuchen eines Psychologen und behauptet, ihre Eltern seien noch am Leben. Dann begegnet sie auf dem nahegelegenen Friedhof seltsamen Personen - Gespenstern mit sehr eigenen Lebensgeschichten und nicht gelösten Lebensaufgaben ... Auch dies eine sehr spannende Lesung. Schade nur, dass zu der Zeit gerade in der Nähe furchtbar laute Musik gemacht wurde. Immerhin, das Mikrophon trug die Stimme der Autorin weiter klar ins Publikum, sodass wir alles verstehen konnten.

Lyrik aus dem (hoch-)gelobten Land

Sehr interessant auch die Lesung von Artur Rosenstern, den ich durch unsere Anthologie "Autorenträume" kennen gelernt hatte. Er war mit seinem Buch "Planet Germania" am Fuchs-Stand vertreten und stellte außerdem am Sonntagabend seine Anthologie „Das (hoch-)gelobte Land“ im Forum Literatur vor. Es handelt sich um ein Jahrbuch für deutschrussische Literatur, zu dem er auch eigene Lyrik beigetragen hatte. Sehr schön, leider hatte sein Verlag ihm nur zehn Minuten eingeräumt, die anderen zwanzig Minuten nahm die Vorstellung eines Buches über Heinrich Schütz in Anspruch, das mich nicht recht überzeugen konnte.

Ungeziefer und Seraph bei Torsten Low

In Halle 2 bei den Fantasy-Kollegen traf ich viele alte Bekannte und ein paar Twitter- und Facebook-Freunde, die ihren Avataren manchmal verblüffend unähnlich sahen. Beim Verlag Torsten Low konnte ich einen Blick auf das neue "Ungeziefer"-Buch werfen, und natürlich war auch Arndt Waßmanns Roman "Der Weg der Maga" prominent ausgestellt, der gerade erst mit dem "Seraph" ausgezeichnet worden war.

Lamas und Goblins bei Machandel

Am Stand des Machandel-Verlags fiel mir ein ungewöhnliches Buch in die Hände: Eine Kindergeschichte von Sabrina Železný, in der es um ein Goblin-Mädchen ging. Nanu? Sabrina und Goblins? Und keine Inkas, Lamas und Andenkondore darin? Während ich mich noch wunderte, sprach mich plötzlich eine junge Frau an: "Die Autorin ist übrigens gerade hier am Stand." Ich sah mich um. "Die da, die gerade mit dem Rücken zu uns steht. Moment, ich setze ihr einfach mal das Lama auf den Kopf." Sprachs, lief hin und postierte ein Plüsch-Alpaka auf der Autorin. Ja, doch, das passte schon eher. Und als ich mich vorstellte, entpuppte sich auch die junge Frau als alte Bekannte, nämlich als Isabella Benz von den Weltenwanderern. So klein ist die Welt. Das Goblin-Buch "Straka", das ich natürlich sofort auf meine To-do-Liste gesetzt habe, war übrigens ursprünglich für den Arcanum-Verlag vorgesehen und entstand für die Ausschreibeung "Der kleine Goblin". Schön, dass sich dafür ein neuer Verlag gefunden hat. Apropos Weltenwanderer: Kollegin Esther S. Schmidt traf ich am Fuchs-Stand, sie ist ebenfalls dabei, ihren Arcanum-Roman "Der Trollring" zu überarbeiten und fortzusetzen. Das Ergebnis werde ich euch sicher hier vorstellen, ich freue mich drauf.

Historisches und SF

Am Stand von Perry Rhodan lief ich beinahe Kathrin Lange über den Haufen, wir klönten ein wenig, und sie riet mir, ich solle mir mal eine größeren Verlag suchen ... Ich halte mal die Augen offen;-)
Ich schaute kurz beim Romantruhe-Stand vorbei und entdeckte ein paar Hörspiele, die ich mir unbedingt zulegen werde. Bei Burgenwelt und Eridanus traf ich auf Tatjana Stöckler, die dort ihre historischen Romane und Science Fiction vorstellte. Der Zweiteiler "Chagrans Thron" wirkt vielversprechend - und die Filmtrailer ihres Mannes sahen auch sehr Leselust-erweckend aus.

Saurier gegen Quittenmarmelade

Übernachtet habe ich bei einer sehr lieben Kollegin aus meiner Redakteurszeit. Inzwischen hat sie drei Kinder, der älteste Sohn ist fünf und war schon vor zwei Jahren ausgewiesener Dino-Experte, der alle Saurier auswendig kennt. Hier wurde ich dann auch mein selbstleuchtendes Flugsaureierskelett los, das schwebt jetzt über seinem Bett und hilft ihm beim Einschlafen. Und ich bringe zwei Gläser selbstgemachte Quittenmarmelade mit nach Hause - mit und ohne Zitrone.

Der lange Heimweg

Die Rückfahrt am Sonntagabend - nun gut, ich hätte etwas dafür gegeben, mich einfach nach Sillium beamen zu können. Auf dem Leiziger Hauptbahnhof verkürzten mir ein Asia-Imbiss, eine Eierlikör-Sahneschnitte und Autronkollegin Tanja Rast die Wartezeit, bis Braunschweig ging es problemlos weiter, die Dreiviertelstunde Aufenthalt in der Löwenstadt war eiskalt und tödlich. Dann in Hildesheim noch eine Viertelstunde mit schwerer Tasche und müden Beinen zum Parkplatz, eine halbe Stunde im Pandatrott nach Sillium und dann nur noch ins Bett fallen. Ich hab's überlebt. Nächstes Jahr wieder. Vielleicht vier Tage, statt zwei ...?


© Petra Hartmann


Foto

Neues von den Hildesheimlichen Autoren - Märzausgabe

Geschrieben von Petra , in Hildesheimliche Autoren 19 März 2016 · 1.145 Aufrufe
Hildesheimliche Autoren
Buchmessebedingt schon etwas früher - hier die Vereinsnachrichten der Hildesheimlichen Autoren aus dem Monat März:

Zuständigkeiten im Vorstand neu geordnet
Der Vorstand des Hildesheimlichen Autoren hat die Aufgaben und Zuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder neu verteilt. Künftig ist der Vorsitzende Hans-Jürgen Fischer für die organisatorische Leitung sowie die Vorbereitung und Leitung der Sitzungen zuständig. Die Vizevorsitzende Sonja Klima pflegt den Terminkalender, kümmert sich um Werbung und Pressearbeit und den Newsletter. Kassenwart Eckehard Haase wird zusätzlich die Verwaltung der Technik übernehmen. Peter Hereld ist Ansprechpartner für den Bereich Hildesheim, er übernimmt auch die Akquise von Veranstaltungspartnern, pflegt Pressekontakte und kümmert sich um die Homepage. Maria Marhauer koordiniert Vereinsveröffentlichungen und die Vereinspressearbeit, und Anke Wogersien organisiert Lesungen und das Schreibcafé.

+++++++++++++++++++++++++++++

Neue Schriftführerin gewählt
Uta Jakobi ist neue Schriftführerin der Hildesheimlichen Autoren. Die langjährige Amtsinhaberin Altje Hornburg ist von ihrem Posten zurückgetreten und hat den Verein verlassen. Für ihren Schritt gab sie persönliche Gründe an. Die Herausgabe des Newsletters hat Sonja Klima übernommen.

+++++++++++++++++++++++++++++

Checkliste für Lesungen
Für künftige Lesungen der Vereinsmitglieder gibt es nun eine Checkliste. Entworfen hat sie der Vorsitzende Hans-Jürgen Fischer. Mithilfe dieser Checkliste sollen organisatorische Mängel und Unstimmigkeiten in der Zuständigkeit bereits im Vorfeld ausgeräumt werden. Auch haben sich die Autoren über die Qualität des Vortrags Gedanken gemacht und wollen künftig an ihrer Darbietung feilen.

+++++++++++++++++++++++++++++


Neu auf dem Youtube-Kanal der Hildesheimlichen Autoren

High Noon, Dezembersendung: Hans-Jürgen Fischer stellt seine Bücher "Sandros Strafe" und "Auf den zweiten Blick" vor:


+++++++++++++++++++++++++++++


Termine

Dienstag, 12. April: Schreibcafé in der Weinkostbar, Hildesheim. Beginn: 18 Uhr.


Samstag, 16. April: High Noon auf Radio Tonkuhle. Beginn: 12 Uhr.


© Petra Hartmann


Foto

Antje Babendererde: Isegrim

Geschrieben von Petra , in Bücher - Abenteuer 16 März 2016 · 2.136 Aufrufe
Bücher - Abenteuer und 2 weitere...
Der Wolf ist wieder da. In ihrem Roman "Isegrim" erzählt die Schriftstellerin Antje Babendererde von der Rückkehr der Wölfe nach Thüringen. Aber es geht auch um Kindesentführung, Mord, die nationalsozialistische Vergangenheit und die erste Liebe ...
Jola ist die Tochter eines Försters und mit dem Wald vertraut wie keine Zweite. Vor allem das militärische Sperrgebiet hat es ihr angetan, da sich hier - außerhalb der Schieß-Zeiten vollkommen von Menschen ungestört - eine einzigartige Tierwelt entfalten konnte. Doch die Idylle trügt. Der kleine Ort hat mehr als ein düsteres Geheimnis, das von den Bewohnern kollektiv totgeschwiegen wird, weil "man" darüber eben nicht spricht und das eigene Nest nicht beschmutzen will.
Da ist nicht nur die Nazizeit mit ihren Schatten. Da ist der Mord an einem schwarzen amerikanischen Soldaten und die Lynchjustiz an einem dafür verantwortlich gemachten polnischen Zwangsarbeiter. Und da ist die Erinnerung an Jolas Freundin Alina, die vor Jahren verschwand. Auch hierüber schweigen die Erwachsenen, doch Jola erfährt schließlich, dass Alinas Kleid gefunden wurde - mit einem blutigen Riss in der Herzgegend. Ist Alina einem Triebtäter zum Opfer gefallen? War der Verdächtige, der sich in der Untersuchungshaft erhängte, tatsächlich der Täter? Und was hat es mit dem mysteriösen Olek auf sich, der mit Pfeil und Bogen den Wald durchstreift? Es gibt viele Geheimnisse in diesem Ort, die meisten sind böse. Da hat der wildernde Schäferhund, der sich später als Wölfin entpuppt, fast nur eine Nebenrolle. Auch wenn die Wölfin und ihre Welpen am Ende beinahe Opfer der aufgestachelten Menge und eines schießverrückten Hobbyjägers werden.
Der Roman ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, zumeist im Präsens, dazu gibt es einige klassisch erzählte Rückblenden. Das ist etwas anstrengend zu lesen und kommt nicht ganz an die mitreißende Spannung der "Tribute von Panem" heran, die in dieser Präsens-Ich-Perspektive eine Vorreiterrolle übernommen haben. Durch die vielen Themenwechsel und kurzen Kapitel ist der Roman trotz der einheitlichen Perspektive der Hauptfigur auch relativ zerrissen und kleinteilig, sodass man immer wieder Angebote zum "Aussteigen" erhält. Es ist auf jeden Fall kein Roman, der den Leser zum Weiterlesen "zwingt" und nicht aus der Hand gelegt werden kann, bevor die letzte Seite gelesen ist.
Sicher ist die Welt einer Abiturientin sehr voll und vielschichtig und von wechselnden Emotionen beherrscht, aber hätte die Autorin wirklich alle "großen Themen" gleichzeitig anschneiden müssen? Abistress, erster Sex und eine Liebes-Dreicksbeziehung, okay. Dazu meinetwegen noch das Wolfsthema und die aufgebrachten Schafzüchter, Waffenfetischisten und ängstlichen Spießbürger, auch okay. Aber dazu dann noch die Aufklärung eines Mordfalls aus der Zeit kurz nach dem Krieg, ein psychisch gestörter Mädchenentführer, ein tragischer Unfall, eine traumatisierte und kontrollsüchtige Autorin als Mutter der Heldin, eine verworrene Familiengeschichte, das Schicksal von Straßenkindern und ein faszinierender "wilder Junge", der in einer Höhle lebt? Das ist zu viel. Jeder einzelne dieser Handlungsstränge könnte ein komplettes Buch mit Spannung und Leben füllen. Vereinigt aber erdrücken sich die Themen gegenseitig, und keines kann sich zur vollen Blüte entfalten beziehungsweise wirkliche Tiefe entwickeln. Schade. man hätte aus allen diesen Ideen mehr machen können. Aber nicht gleichzeitig.

Fazit: Gute Ideen, sehr viele sogar, aber zu viele. Ein Buch einer guten Autorin, die sehr gut schreiben kann, aber hier einfach zu viel wollte. Nicht direkt schlecht, aber leider nur oberer Durchschnitt.


Antje Babendererde: Isegrim. Würzburg: Arena, 2013. 411 S., Euro 16,99.


Weitere Bücher von Antje Babendererde:
Julischatten
Findet mich die Liebe?
Rain Song
Schneetänzer
Wie die Sonne in der Nacht


© Petra Hartmann


Foto

Sheelagh McErin: Das Haus der Masken

Geschrieben von Petra , in Kollegen 07 März 2016 · 1.604 Aufrufe
Erotik, Sheelagh McErin, Kollegen und 1 weitere...

"Das Haus der Masken" ist ein erotischer Roman mit etwas Steampunk-Ambiente, der jedoch größtenteils ohne phantastische Elemente auskommt. Autorin Sheelagh McErin, unter ihrem bürgerlichen Namen eine von mir sehr geschätzte Fantasy-Kollegin, schuf hier eine düstere Mischung aus dem "Phantom der Oper" und "Pretty Woman", kombiniert mit einer Krimi-Handlung, in der die britische Polizei einen Prostituiertenmörder jagt.
Kara ist Straßenhure und arbeitet für einen gewalttätigen Zuhälter. Als dieser ihre Kollegin verprügelt und in den Selbstmord treibt, wagt Kara einen verzweifelten Schritt: Sie steigt in die berüchtigte "schwarze Steam-Coach" - einen Wagen, der ab und zu Prostituierte mitnimmt - aber bisher noch nie eine von ihnen zurückgebracht hat. Mit dem Dampfwagen gelangt Kara zum Anwesen des geheimnisvollen Master Ash.
Selbst für eine abgehärtete Straßenhure ist dieser Mann kein leicht zu ertragender Anblick: Ein Feuer hat große Teile seines Körpers zerstört, die nun durch metallische Prothesen und Implantate ersetzt wurden. Sein Gesicht verbirgt er zur Hälfte unter einer Maske. Doch Kara ist nach dem ersten Schreck alles andere als abgestoßen. Sie unterwirft sich seinen erotischen Obsessionen mit großer Bereitwilligkeit, und nach und nach keimt Liebe auf zwischen der Schönen und dem Biest.
Aber was wurde aus den anderen Prostituierten, die vor ihr in den Dampfwagen einstiegen? Und wer ist der geheimnisvolle "Inquisitor", der immer wieder Straßenhuren in seine Gewalt bringt und sie zu Tode foltert? Die Polizei spricht bei ihren Ermittlungen auch bei Ash vor, lässt sich aber bald von seiner Unschuld überzeugen. Was plant der Mann mit der Maske wirklich?
"Das Haus der Masken" ist ein erotischer Roman, sein Focus liegt auf der Darstellung von sexuellen Praktiken und erotischen Szenen, zum Teil aus Karas Berufsalltag, später dann aus ihrer Beziehung zu dem geheimnisvollen Ash. Dabei muss es nicht unbedingt nur der Geschlechtsakt sein, schon die Art, wie Kara sich vor ihrem neuen Besitzer entkleidet und ein Bad nehmen soll, hat es durchaus in sich und sorgt für knisternde Spannung.
Das Buch punktet aber nicht nur durch Sexszenen, sondern es fällt durch seine Sprache angenehm auf. Der Roman ist spannend geschrieben und lässt sich sehr leicht und gut lesen. Auch die Krimi-Handlung beziehungsweise die Rache-Geschichte ist recht gut konstruiert und kann sich sehen lassen. Lediglich am Schluss ist dann doch Ashs Plan für meinen Geschmack ein wenig zu simpel und die Art, wie Kara dann doch noch gerettet wird, etwas zu zufällig und spontan. Hier hätte Ash, der seine Rache seit Jahren plant, etwas besser vorbereitet sein müssen. Ansonsten haben sich die beiden das Happy End mehr als verdient.

 

Fazit: Erotischer Roman mit Phantom- und Pretty-Woman-Charme, prickelnd, spannend und sehr gut lesbar.

 

Sheelagh McErin: Das Haus der Masken. Erotischer Roman. Leipzig: Elysion Books, 2014. 192 S., Euro 9,90.

 

© Petra Hartmann




Foto

Andrea Tillmanns: Weltenschlüssel 1 - Mit den Eulen fliegen

Geschrieben von Petra , in Bücher - phantastisch 25 Februar 2016 · 2.485 Aufrufe
Bücher - phantastisch und 3 weitere...
"Weltenschlüssel" heißt die neue Jugend-Fantasy-Serie der Autorin Andrea Tillmanns. Band 1 ist unter dem Titel "Mit den Eulen fliegen" jetzt im Verlag Saphir im Stahl erschienen. Es geht um Holz, das Tischlerhandwerk, eine junge Frau in einem Männerberuf und um parallele Welten.
Elisa ist Tischler-Lehrling im zweiten Lehrjahr und hat unter ihrem Meister und den männlichen Gesellen nicht viel zu lachen. Manchmal macht die CNC-Fräse einfach nicht, was die junge Frau will, dafür entstehen zuweilen Dinge, die niemand erwartet hätte. So hat sich Elisa bereits den zweifelhaften Ruf einer "Spezialistin für Unmögliches" erworben, als ein Fremder in der Werkstatt auftaucht und ein wahrhaft un-herstellbares Werkstück in Auftrag gibt. Unter den skeptischen Blicken ihrer Kollegen wagt sich Elisa daran, das geheimnisvolle Ding nach der Skizze des Fremden anzufertigen. Seltsame Träume und das sichere Gefühl, das Richtige zu tun, leiten sie durch ihre Aufgabe, die sie tatsächlich zur vollsten Zufriedenheit ihres Auftragebers lösen kann. Doch was ist der Dank dafür? Der Fremde glaubt, ihr ein Geschenk zu machen, als er den neu hergestellten Weltenschlüssel betätigt und Elisa mitnimmt. Die junge Tischlerin findet sich in einer seltsamen Welt wieder, in der es kein Metall gibt. Dafür spionierende Amseln, Schweine, die wie Hunde gehalten werden und nicht gegessen werden dürfen, und gläserne Tischler-Hobel. Das Schlimmste: Der Fremde hat den doofen Lehrlingskollegen Sebastian ebenfalls mitgenommen, weil er ihn für Elisas Freund hielt. Das Zweitschlimmste: Elisa und Sebastian müssen sich in einer fremden Welt zurecht finden und können nicht mehr nach Hause. Gemeinsam versuchen sie, den Fremden und den Weltenschlüssel wiederzufinden.
Andrea Tillmanns ist eine Autorin, die nicht nur ihr Handwerk versteht, sondern auch das Handwerk eines Tischlers sehr kenntnisreich und faszinierend darstellen kann. Die Schilderungen aus der Werkstatt des Meisters Geller überzeugen genau wie die Beschreibungen der "anderen" Werkstatt in der fremden Welt. Hier ist eine Autorin am Werk, die sich mit dem Werkstoff Holz auseinandergesetzt hat und weiß, wovon sie schreibt.
Auch Elisa, als Tischlerlehrling eine eher ungewöhnliche Heldin in einem Fantasy-Roman, kommt sehr glaubwürdig daher und punktet allein schon dadurch, dass sie eben nicht die zehnmillionste fantasyliebende Schülerin ist, die in eine Fantasy-Welt gerät. Sehr konsequent beschreibt die Autorin ihre Welt und spinnt den Grundgedanken einer Welt ohne Metallverarbeitung weiter. Werkzeuge aus Eisen, Stein und Holz, hölzerne Schlösser, Verbindungen mit Schnüren und Leim statt mit Nägeln und Schrauben - das alles ist sehr detailliert und fantasievoll ausgearbeitet und macht Lust, mehr von dieser Welt zu hören.
Andrea Tillmanns erzählt in gewohnt ruhigem, unaufgeregtem Tonfall und hat es nicht nötig, ihre Geschichte zu Schlägereien oder Verfolgungsjagden künstlich spannend zu machen. "Mit den Eulen fliegen" ist gerade durch seinen gelassenen Erzählfluss ein Buch, das den Leser bis zur letzten Seite gefangen hält und das viel zu schnell durchgelesen ist. Da bleibt nur, auf die hoffnungsvolle "1" hinter dem Wort "Weltenschlüssel" hinzuweisen und zu fragen: Wann geht es weiter?

Fazit: Fantasievolle und sachkundige Liebeserklärung an das Tischlerhandwerk. Eine faszinierende Welt, in der es hoffentlich bald noch mehr zu entdecken gibt.



Andrea Tillmanns: Weltenschlüssel 1 - Mit den Eulen fliegen. Bickenbach: Saphir im Stahl, 2015. 204 S., Euro 9,95.


Weitere phantastische Kinder- und Jugendbücher von Andrea Tillmanns:
Julia Jäger und die Macht der Magie
Der kleine Troll kehrt heim
Das magische Trio: Geister im alten Gemäuer
Der kleine dicke Pinguin
Lena lernt zaubern


© Petra Hartmann


Foto

Peter Hereld: Teutonia

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 22 Februar 2016 · 2.348 Aufrufe
Bücher - SF, Peter Hereld
"Teutonia" heißt der neue Roman von Peter Hereld. Der Autor, der sich vor allem durch seine historischen Romane aus dem Mittelalter einen Namen gemacht hat, überrascht diesmal mit einer Alternativ-Historie: Was wäre, wenn Adolf Hitler den Krieg gewonnen hätte?
Das Gedankenspiel ist tatsächlich ein "wahr gewordener Albtraum", wie der Untertitel schon verrät. Hitler hat im Jahr 1945, kurz vor den Amerikanern, tatsächlich die Atombombe zur Verfügung und setzt sie gnadenlos ein. Die schwer getroffenen USA müssen kapitulieren, nach und nach wird Hitler Herr der gesamten Welt. Und dann?

Adolf Hitler wird 123 Jahre alt

Peter Hereld lässt sein Buch "Teutonia" im Jahr 2012 spielen. Er zeigt ein Weltreich unter Herrschaft des "Führers", der durch modernste Computertechnik noch immer am Leben ist. Als digitales Bewusstsein führt er in seiner unterirdischen Zentrale mitten in Berlin ein körperloses Leben, hält noch immer dier Fäden der Macht in der Hand, während das Volk glaubt, Hitler hätte durch das Genie der teuersten und besten Medinziner der Welt ein derart biblisches Alter erreicht. Schauspieler vertreten ihn bei öffentlichen Auftritten, das Volk jubelt und schreit: "Heil Hitler!" Nun gilt es, das größte Ereignis des Jahres vorzubereiten: Die Feier zu Hitlers Geburtstag - es ist der 123. - steht unmittelbar bevor ...

Trutz Marburg - der hochbegabte Psychologe des Führers

Für seinen Roman hat Peter Hereld einen sehr ungewöhnlichen, originellen Protagonisten gewählt. Trutz Marburg, ein hochgewachsener, blonder und blauäugiger Major, Einser-Abiturient, Hochbegabter, Überflieger und Uni-Absolvent mit Bestnote, ist der Psychologe des Führers. In schwierigen, für ihn teilweise lebensgefährlichen Gesprächen mit dem Computer-Ich Hitlers muss er den Weltenherrscher immer wieder erden, therapieren und ihm aus schweren Depressionen heraus helfen. Gerade jetzt vor den Feierlichkeiten ist der Führer besonders anfällig. Kein Wunder: Er lebt seit Jahrzehnten ohne Körper, hat inzwischen alle Freunde und Weggefährten verloren und war ja schon in den 1930er und 1940er Jahren in unserer realen Welt stellenweise dem Irrsinn nahe, wie wir aus den Geschichtsbüchern wissen. Als nun auch noch kurz vor den Feierlichkeiten sein bestes Double stirbt, sieht es schlimm aus um die geistige Stabilität des Führers, und Trutz Marburg muss sein ganzes Können aufbieten. Die Therapiegespräche sind nicht leicht, immerhin könnte der Patient, wenn er gereizt wird, den Arzt jederzeit zum Tode verurteilen.
Die Konstellation ist außerordentlich interessant. Ein böses, aber faszinierendes Thema, das Peter Hereld mit gewohnt guter Erzählkunst bewältigt. Der Roman ist spannend geschrieben, und man kann das Buch nicht zur Seite legen, bis man das letzte Kapitel gelesen hat.

Therapiegespräche könnten tiefer gehen

Was etwas schade ist, das ist der Umstand, dass Hereld aus dem großen Ansatz nicht "mehr" macht. Die Gespräche zwischen Führer und Psychologen hätten gern etwas mehr in die Tiefe gehen können. Man hätte gern mehr Einzelheiten, mehr philosophische Betrachtungen über Seele und Bits gehört. So bleibt vieles an der Oberfläche, und man merkt diesen Therapiegesprächen nicht an, dass die Gesprächspartner der unsterbliche Herr der Welt und der beste und klügste Psychologe seiner Zeit sind. Die Handlung verlagert sich schnell auf "Body-Action" und Allewelts-Romantik, als Trutz sich in eine junge Frau aus dem Widerstand verliebt. Und auch die Gespräche zwischen Trutz und seiner Geliebten - immerhin haben beide einander große Geheimnisse zu offenbaren - verlaufen doch recht schnell und zielgerichtet. In diesem Zusammenhang erscheint das "Quid pro quo"-Zitat, das Hereld anbringt, außerordentlich mutig. Nein, dieser Trutz Marburg mag zwar ein ganz anständiger Mensch sein, aber das Kratzen an Seelenabgründen sollte er doch noch einmal ernsthaft beim Kollegen Lecter studieren.

Warum ausgerechnet 2012?

Auch die Schilderung des Jahres 2012 unter Nazi-Herrschaft bleibt seltsam farblos. Was hätte man aus einer Weltgeschichte, die seit fast 70 Jahren anders verläuft, alles machen können! Hier verschenkt Hereld viel an Potential. Und wieso eigentlich 2012? Für ein Buch, das im Jahr 2015 erschienen ist, hätte man doch leicht mit nur einem Federstrich oder Mausklick zwei oder drei Jahre draufgeben können. Dann wäre es um Hitlers 125. Geburtstag gegangen oder um "70 Jahre Kriegsende". Verschenkt oder bewusst vermieden? Man weiß es nicht.
Trotzdem: Es ist ein spannender Roman, ein sehr spannender. Peter Hereld kann erzählen. Und ob es sich nun um mittelalterliche Helden handelt oder einen Wahnsinnigen aus dem "Dritten Reich", der unverdientermaßen die Unsterblichkeit erlangte, der Autor schafft es, eine temporeiche, mitreißende Geschichte zu schreiben, die den Leser bis zur letzten Seite fesselt. Was will man mehr?

Fazit: Spannende Alternativ-Historie mit ungewöhnlichem Helden und albtraumhaftem Thema. Könnte mehr in die Tiefe gehen, bietet aber in jedem Fall sehr gute Unterhaltung.


Peter Hereld: Teutonia. Wenn ein Albtraum wahr wird. Eclipse Books, 2015. 272 S., Euro 12,99.


Weiteres Buch von Peter Hereld:
Der Belarus-Deal

© Petra Hartmann


Foto

Neues von den Hildesheimlichen Autoren - Februar 2016

Geschrieben von Petra , in Hildesheimliche Autoren 20 Februar 2016 · 1.472 Aufrufe
Hildesheimliche Autoren und 1 weitere...
Die Vereinsnachrichten der Hildesheimlichen Autoren e.V. könnt ihr an jedem dritten Samstag im Monat auf Radio Tonkuhle in der Sendung "High Noon" hören. Für alle, die die Sendung verpasst haben, hier die Februar-Nachrichten zum Nachlesen:


Offizieller Briefkopf
Die Hildesheimlichen Autoren haben jetzt ihren eigenen offiziellen Briefkopf. Er wurde vom neuen Vorsitzenden Hans-Jürgen Fischer entworfen und auf der Vorstandssitzung des Vereins vorgestellt. Künftig soll der neue Briefkopf von den Vorstandsmitgliedern für die Korrespondenz des Vereins benutzt werden.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Diskussion über Schreibcafé-Texte
Die Beiträge zum Schreibcafé der Hildesheimlichen Autoren haben im Verein ein durchgehend positives Echo gefunden. Entstanden sind insgesamt 16 Texte rund um das Thema „Selbstbetrug“, die außer durch literarische Qualität vor allem durch die liebevolle optische Gestaltung von Sonja Klima beeindruckte. Die Hildesheimlichen Autoren überlegen derzeit, ob sie diese Gedichte und Erzählungen auch der Öffentlichkeit zugänglich machen. Im Gespräch sind beispielsweise ein Sonder-Newsletter oder auch eine Buchveröffentlichung zusammen mit den Ergebnissen der folgenden Schreibcafés.

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Fundbüro der Finsternis - jetzt auch als eBook
Die Horror-Anthologie „Fundbüro der Finsternis“, an der auch die Hildesheimliche Autorin Petra Hartmann beteiligt ist, gibt es jetzt auch als eBook. Die elektronische Ausgabe kostet 5,49 Euro und ist im Online-Buchhandel erhältlich. Das im Verlag p.machinery erschienene Taschenbuch gibt es weiterhin für 10,90. Petra Hartmanns Beitrag trägt den Titel „Der schwarze Frosch“ und erzählt von einer unheimlichen Begebenheit aus dem Kohlebergbau.


+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Neu auf dem Youtube-Kanal der Hildesheimlichen Autoren

"High Noon" auf Radio Tonkuhle, 16. Januar 2016: Eckehard Haase stellt sein Buch "Einfach nur Kant" vor:

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Termine

Dienstag, 15. März: Interne Fortbildung: Überwinden von Schreibblockaden. Michaelis Weltcafé, Langer Hagen 36, Hildesheim. Beginn: 17.30 Uhr.

Samstag, 19. März: High Noon auf Radio Tonkuhle. Beginn: 12 Uhr. Livestream: www.tonkuhle.de/livestream

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Zum guten Schluss:

Ein Beispiel für die im Schreibcafé zum Thema "Selbstbetrug" entstandenen Texte


Kunststück
von Petra Hartmann

„Ich kann jonglieren, bittesehr“,
so sprach der Clown zu dem Jongleur,
„das ist doch gar nicht schwer.
Ich halte in der Luft den Ball,
ich schwör', er kommt mir nie zu Fall.
Ja, schaut nur alle her!“

Sprach der Jongleur: „Das ist Betrug!
Ein einz'ger Ball in hohem Flug
ist lange nicht genug.
Ich halte sieben in der Luft,
- und du nennst dich Jongleur, du Schuft?
Das ist doch Trug und Lug.“

Doch bis an seines Lebens End'
sich „Meister der Jonglage“ nennt
der Clown, denn er erkennt:
Ein einz'ger Ball ist ja genug
für einen guten Selbstbetrug.
Der Clown hat halt Talent.


© Petra Hartmann


Foto

Abschied von Arcanum

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 15 Februar 2016 · 1.834 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt, Darthula und 2 weitere...

Der Arcanum Fantasy Verlag schließt die Tore. Schade. Wieder ein kleines Stück Fantasy- und Kleinverlagskultur, das ich geliebt habe und vermissen werde. Meine Beziehung zu Arcanum war leider nur kurz, dafür aber umso intensiver, es entstanden in Zusammenarbeit mit dem Verlag einige Fantasy-Novellen und Kurzromane, die mir viel bedeuten und die ich zum Großteil inzwischen bei anderen Verlagen untergebracht habe.
Ja, es war vorhersehbar. Arcanum starb in Raten. Und als Verleger Simon Czaplok jetzt das Ende - zunächst nur des "operativen" Verlagsbetriebs - verkündete, war ich nur noch mit einem Gedicht in der Anthologie "Balladen und Bänkelsänger" im Verlag vertreten. Trotzdem schmerzt der Abschied.

 

Am Anfang stand ein Fantasy-Gedicht

 

Ich bin im Jahr 2009 zum Verlag gestoßen, als ich mich mit meinem Gedicht "Die ganze lange Nacht" an der Ausschreibung zum Thema Fantasy-Lyrik beteiligte. Vor allem der freundliche und hilfsbereite Umgang des Verlegers Jens Salzmann ist mir sehr positiv in Erinnerung geblieben. Ein Verlag, der sehr "autorenzentriert" dachte, ein Verlag, in dem "sich gekümmert wurde", wenn Autoren Fragen hatten. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl dabei - so gut, dass ich mich an zwei Ausschreibungen für Kurzromane beteiligte und im Jahr darauf mit den Romanen "Darthula" und "Die letzte Falkin" im Verlagsprogramm vertreten war. "Darthula" erschien als zweiter Teil innerhalb der Reihe "Weltenwanderer", "Die letzte Falkin" war der dritte Teil der Heftromanserie "Aegirs Flotte", die in der germanischen Sagenwelt spielte und in der Zeit nach dem Weltuntergang bzw. Ragnarök angesiedelt war. 2011 veröffentlichte ich im Verlag ein "Prequel" zu meiner Falkinnen-Geschichte, das eBook "Falkenfrühling".

 

Erste Probleme bei "Aegirs Flotte"

 

Doch schon zu dieser Zeit zeigten sich Risse im Verlagsgefüge. Das ursprüngliche Verlegerduo wurde zunächst zu einem Verlegertrio, zuletzt blieb nur noch Jens Salzmann an Bord.
Nach außen sichtbar wurde erstmals, dass etwas nicht stimmte, als die Serie "Aegirs Flotte" nach Teil IV eingestellt und die geplante zweite Staffel der "Weltenwander" abgesagt wurde. Für mich besonders bitter, da ich für eine geplante zweite Staffel der "Flotte" bereits zwei weitere Heftromane über meine Heldin, die Falkin, verfasst hatte. Die Walküre sollte also nicht mehr fliegen. Über das Ende der Serie schrieb ich damals einen "Nachruf auf Aegirs Flotte" im Fandom Observer und versuchte zu analysieren, was alles schief gegangen war - marketingtechnisch, vertrieblich und literarisch. Da kam einiges zusammen. Gerade als der Artikel fertig war, erreichte mich eine eMail von Jens Salzmann, der seinen Autoren mitteilte, dass er hauptberuflich so viel um die Ohren hatte, dass er Arcanum aufgeben müsse.

 

Arcanum wird Imprint von Scratch

 

Aber er wollte seinen Verlag nicht sterben lassen. So kam Simon Czaplok, der Verleger des Scratch-Verlags, ins Spiel. Beide Verlage hatten eine ähnliche Ausrichtung, daher passte das Arcanum-Programm recht gut ins Scratch-Verlagsgefüge. Auch der Name Arcanum blieb erhalten, als Imprint des Scratch-Verlags. Eine gute Lösung und ein Abschied, der noch einmal an den guten und fürsorglichen Umgang mit den Autoren erinnert, die ich dort kennen gelernt hatte.

 

Ich hole mir die Rechte an "Darthula" zurück

 

Die Zeit bei Scratch war dann allerdings eher von Stille geprägt als von einer neuen Aufbruchstimmung. Verleger Simon Czaplok stellte leider ziemlich schnell fest, dass er die "Weltenwanderer" nicht so kostengünstig weiter produzieren konnte wie der bisherige Verlag. Die Mail über die Einstellung der Reihe erhielt ich wenige Tage vor der Leipziger Buchmesse 2014. Da Scratch dort einen Stand hatte, nutzte ich die Gelegenheit für ein Treffen mit dem Verleger und brachte auch gleich einen von mir entworfenen Aufhebungsvertrag über die Rechte an "Darthula" mit, den Simon Czaplok nach einem sehr freundlichen Gespräch unterzeichnete. Damit war ich frei und konnte mich nach neuen Veröffentlichungsmöglichkeiten für die Geschichte umsehen.

 

Operatives Geschäft eingestellt

 

Nun ereilt Arcanum also zum zweiten Mal das gleiche Schicksal. Auf der Verlagshomepage von Scratch - schrieb Simon Czaplok:
"Alle im Team betrieben den Verlag als Hobby. Geld hat damit niemand verdient, da es uns vor allem darum ging, schöne Geschichte von tollen Autorinnen und Autoren zu Ihnen, liebe Leser, zu bringen. Gestartet haben wir vor mehr als sieben Jahren als kleines Team direkt in der Ausbildung bzw. dem Studium und dann kamen mit dem Arcanum Fantasy Verlag weitere tolle Geschichten dazu. Doch auch die Leben von mir und den Mitstreitern haben sich verändert.
Nun ist der Punkt erreicht, dass sich diese Leben so stark gewandelt haben, dass es mir leider nicht mehr möglich ist, den Verlagsbetrieb aufrecht zu erhalten und dabei Ihnen, zu sagen, dass in 2016 alles wieder besser wird. Und da ich das nicht sagen kann, ist für mich die traurige Konsequenz, den operativen Verlagsbetrieb zum Monatsende (31.01.2016) einzustellen."

 

Was bleibt? Darthula, Timur und die Falkin

 

Was bleibt mir von Arcanum? Eine ganze Menge schöner Erinnerungen - und viele tolle Bücher von Autorenkollegen, die ich in dieser Zeit kennen lernen durfte. Mit einigen Kolleginnen habe ich zusammen Lesungen veranstaltet, einige haben ihre für Arcanum verfassten Geschichten inzwischen bei anderen Verlagen untergebracht und ich habe die Bücher und Hefte mit Gewinn gelesen.
Ich persönlich habe durch die Zusammenarbeit mit Arcanum sechs Romane gewonnen, die ohne den Verlag sicher nicht entstanden wären - oder zumindest später und vollkommen anders ...
Da ist zunächst einmal meine "Darthula", geschrieben für die erste Weltenwanderer-Ausschreibung, erschienen als Heft zwei der Serie. Die Novelle habe ich nach der Trennung von Arcanum inzwischen beim Verlag Saphir im Stahl veröffentlichen können. Es ist ein sehr schönes, handliches Taschenbuch dabei herausgekommen, das mich nicht zuletzt durch das gelungene Cover von Miguel Worms immer wieder begeistert.
Ebenfalls ein Kind des Arcanum-Verlags ist die Novelle "Timur", die für die zweite Weltenwanderer-Ausschreibung entstanden war. Auch diese Geschichte gibt es inzwischen im Verlag Saphir im Stahl, ebenfalls mit einem Cover von Miguel Worms.
Etwas turbulent ging es zu mit den Abenteuern meiner Walküre Valkrys, der Falkin: Fertiggestellt hatte ich vier Romane. "Die letzte Falkin" erschien als Heftroman, "Falkenfrühling" als eBook bei Arcanum. Außerdem gab es zwei weitere Romane: "Der Auftrag der Falkin" und "Die Rückkehr der Falkin", die für die zweite Staffel von Aegirs Flotte bestimmt waren. Eigentlich war geplant, die vier Abenteuer als Sammelband in der "Welt der Geschichten" von Bernd Rothe erscheinen zu lassen. Der Text war bereits lektoriert. Roselinde Dombach hatte umwerfende Illustrationen und ein Titelbild für das Buch angefertigt. Da bekam ich eine Mail von Bernd, in der er erklärte, er werde sich aus gesundheitlichen Gründen als Verleger zurückziehen. Ein Jahr später war er tot, er hatte den Kampf gegen den Krebs verloren. In derselben Woche bekam ich die Nachricht, dass auch Roselinde - plötzlich und unerwartet - verstorben war. Das ist etwas, das ich noch immer nicht ganz fassen kann ...
Die vier Falkinnen-Romane kamen 2012 zunächst als eBook unter dem Titel "Falkenblut" heraus. Eine traurige Episode mit der unsäglichen "Chichili Agency", der ich schließlich kündigen musste. Derzeit gibt es einen Verlag, der sich für das Manuskript interessiert, und ich hoffe, dass ich die Falkinnen-Serie eines Tages doch noch als Taschenbuch herausbringen kann. Allein schon wegen der fantastischen Illustrationen von Roselinde Dombach, die ich nicht in Vergessenheit geraten lassen möchte. Doch das ist eine andere Geschichte. Also, auf zu neuen Abenteuern. Wir sehen uns wieder in Walhall.

 

© Petra Hartmann




Foto

Fundbüro der Finsternis: eBook ist erschienen

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 14 Februar 2016 · 1.053 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt und 2 weitere...
Die Anthologie "Fundbüro der Finsternis. Kann Spuren von Grauen enthalten" ist ab jetzt auch als eBook erhältlich. Die Sammlung, die meine Geschichte "Der schwarze Frosch" enthält, ist ein Geschichtenweber-Projekt und erschien im Verlag p.machinery. Das Taschenbuch hat 272 Seiten und kostet 10,90 Euro, das eBook gibt es für 5,49 Euro. Meine Story spielt im Begrmannsmilieu und erzählt über den Niedergang des Kohlebergbaus und über einen bösen Berggeist, der in einer Bergmannslampe wohnt ...

Bekommen könnt ihr das eBook unter anderem hier:
http://www.amazon.de... der finsternis



Buch-Infos des Verlags:


Stefan Cernohuby (Hrsg.)
FUNDBÜRO DER FINSTERNIS
Kann Spuren von Grauen enthalten
Horror 5
p.machinery, Murnau, Juni 2015, 272 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 036 8 - EUR 10,90 (DE)
eBook: ISBN 978 3 7396 3626 9 - EUR 5,49 (DE)


Wem ist nicht schon einmal ein Gegenstand in die Hände gefallen, der faszinierte? Aufgrund seines Alters, seiner Form, seines Werts oder seines mysteriösen Hintergrundes. Aber nicht jeder Fund bringt seinem Finder Glück. Ist es Aberglaube oder nur ein schlechtes Omen? Sind es spirituelle Überreste des Vorbesitzers? Oder ist es gar ein Fluch?
In den Geschichten dieser Anthologie müssen die Protagonisten lernen, mit einem magischen Kompass umzugehen, werden mit tödlichen Pflanzen konfrontiert, tragen mystische Masken und lernen die wahren Tücken der Zeit kennen.
Diese und viele weitere grauenhafte Begegnungen mit dem Unbekannten sind an einem Ort versammelt, der nun von Ihnen entdeckt werden kann: dem Fundbüro der Finsternis.

Das Titelbild stammt von Andreas Schwietzke.

Ein Geschichtenweberprojekt †¦

Die Geschichten:
Bettina Ferbus: Die Friseurkommode
Ruth M. Fuchs: 11.12.13
Susanne O'Connell: Das Geheimnis von Brigus
Gerd Scherm: Die unheilige Heilung
Thomas Backus: Der Fund seines Lebens
Karin Jacob: Fungus
Tatjana Stöckler: Die Tränenphiole
Karsten Beuchert: Im Licht des vollen Mondes
Jan-Christoph Prüfer: Sie hat alles gesehen
Petra Hartmann: Der schwarze Frosch
Sascha Erni: Beats Nordpol
Reni Dammrich: Seelenfresser
Chris Schlicht: Carnivora
Sean O'Connell: Die Waffe des Generals
Henry Bienek: Alles auf Anfang
Carsten Zehm: Der eine Job
Erik Schreiber: Sylvia
Stefan Cernohuby: Die gute alte Zeit
Arndt Waßmann: Bis ans Ende aller Tage
Friederike Stein: Ein leises Schnurren
Sabrina Hubmann: Die Locke
Gabriele Behrend: The Mercy Seat
Angela Mackert: Die Namenlosen
Abel Inkun: Wenn Engel schreien †¦
Markus Niebios: Prinz Unrat
Sven Liewert: Gute Freunde kann niemand trennen
Nadine Muriel: Frau Birger


Foto

Fabienne Siegmund & Tatjana Kirsten: Der Karussellkönig

Geschrieben von Petra , in Bücher - phantastisch 04 Februar 2016 · 2.874 Aufrufe
Bücher - phantastisch und 3 weitere...

"Der Karussellkönig hat sie geholt." Der Karussellkönig? Schon auf den ersten Seiten der Erzählung von Fabienne Siegmund wird deutlich, dass hier kein freundlicher Jahrmarktsbetreiber gemeint ist, dessen größtes Glück es ist, Kinder zu erfreuen. Die Autorin entführt den Leser in eine düstere, albtraumhafte Welt, die von Illustratorin Tatjana Kirsten kongenial in Szene gesetzt wurde. Eine Graphic Novel, ein trauriges Märchen, eine Geschichte von Tod und Leid, Lüge und Krieg
Mina ist auf der Suche nach ihrer verschwundenen Freundin Lili. Dass Lili nicht freiwillig gegangen ist, weiß sie - immerhin hat ihre Freundin ihren wichtigsten Besitz nicht mitgenommen: Ihre Puppe und ihre Glasmurmel, die sie an ihre verstorbene Schwester erinnert. Unermessliche Schätze in einer Welt, in der der Krieg alles zerstört hat, in der Menschen in Ruinen leben und Kinder ohne Eltern auskommen müssen.
Einzig der Klang einer Flöte, deren Töne über die dunkle Ruinenwelt schweben, scheint den Kindern etwas Schönheit und Liebe zu versprechen. Sie wird gespielt von einem Mann mit Maske und lockt sie zu einem zauberhaften Karussell mit magischen Tieren, herrlich geschnitzt und so wunderschön, dass man sich einfach auf sie setzen und mitfahren muss. Aber wenn das Karussell sich zu drehen beginnt, kann niemand mehr helfen ...
Fabienne Siegmund war noch nie eine Autorin, die sich durch besonders lustige und "schöne" Geschichten hervorgetan hat. Und auch dieses neue Märchen ist keine leichte Kost. Es geht um Trauer und Verlust in diesem Buch und um tausendfachen Mord an Kindern. Sprachlich hat sich die Autorin inzwischen ebenfalls zu einem etwas schrofferen Ton entwickelt, ihre Sätze kommen etwas weniger lyrisch und schwebend daher als etwa in den Erzählungen "Sternenasche" oder "Goldstaub". Die Erzählweise ist härter geworden, weniger elegisch und melancholisch als zuvor. Dabei gelingen ihr starke Bilder, etwa die einprägsame Szene, als der Soldat die gläsernen Kinderherzen auf dem Boden des Karussells zusammenkehrt.
Dass es am Ende ein glückliches Wiedersehen für Mina und Lili gibt, hebt die Trauer und Ausweglosigkeit, die über dem gesamten Buch ausgebreitet liegt, nur teilweise wieder auf. Es wird immer ein Karussell geben und immer Menschen, die bereit sind, einen Pakt mit seinem Herrn einzugehen - auch und gerade aus Liebe.

 

Fazit: Eine düstere, sehr einprägsame Geschichte, traurigschön und keine leichte Kost. Für oberflächliche Leser sicher nicht empfehlenswert. Aber wer sich darauf einlässt, wird schnell merken, dass er hier in einem besonderen Buch zu Gast seindarf.

 

Fabienne Siegmund & Tatjana Kirsten: Der Karussellkönig. Graphic Novel. Meitingen/Erlingen: Verlag Torsten Low, 2015. 100 S., Euro 14,90.

 

 

Weitere Bücher von Fabienne Siegmund
Namiria
Goldstaub
Sternenasche
Das Mädchen und der Leuchtturm
Herbstlande - Verklingende Farben
Das Nebelmädchen von Mirrors End
Moon Bird
Herbstfeuer
Die Blätter des Herbstbringers
Das Mühlenreich I
Hinter den fallenden Blättern
Die Papierprinzessin

 

© Petra Hartmann




Foto

Nestis und ihre AhnherrInnen: Glaukos Pontios

Geschrieben von Petra , in Nestis 28 Januar 2016 · 2.988 Aufrufe
Nestis, Meermädchen und 1 weitere...

Warum eigentlich nur Meermädchen? In meiner kleinen Serie über die Ahnen meiner Meerjungfrau Nestis möchte ich euch heute einen Quoten-Mann vorstellen. Hier ein paar Infos über Glaukos Pontios, einen Meermann aus der griechischen Mythologie, mit sehr ungewöhnlicher Herkunft.

 

Der Name Glaukos, oder in der weiblichen Form: Glauke, bedeutet so viel wie "blauglänzend" oder "leuchtend", beschreibt also, wie die Namen vieler griechischer Meeresgötter, einen Zustand oder Anblick des Meeres. Glaukos war einst ein Mensch. Er stammte aus Böotien, aus der Stadt Anthedon, und war von Beruf Fischer. Eines Tages aß er, versehentlich und ohne zu wissen, was er sich damit einhandelte, ein geheimnisvolles Zauberkraut und bemerkte erschrocken, wie er sich in ein Ungeheuer mit Fischschwanz verwandelte. Schließlich sprang er von einem Felsen ins Meer und lebte von nun an als skurrile Wassergottheit in den Fluten.

 

Glaukos und die kleine Meerjungfrau

 

Im Prinzip haben wir hier also das genaue Gegenteil von Andersens kleiner Meejungfrau: Dort ist es eine Meerbewohnerin, die Beine erhält, hier ein Mensch, der plötzlich seine Beine verliert und dafür einen Fischschwanz bekommt. Übrigens ist die Gegensätzlichkeit auch in Bezug auf die jeweiligen Geliebten vorhanden. Während sich die kleine Meerjungfrau in einen Festlandsprinzen verliebt, soll Glaukos die Meeresgöttin Skylla geliebt haben .

 

So schildert der römische Dichter Ovid in seinen Metamorphosen die Verwandlung des Glaukos folgendermaßen:

 

"Sieh, da zeigt sich Glaucus, ein neuer Bewohner der Hochsee,
Meeresdurchfurchend, der jüngst, gegenüber Euboea verwandelt
Ward, in Anthedon. Er sieht die Jungfrau [Skylla] und stutzt, und Begierde
Stachelt ihn an: er ruft ihr und hofft, sie lasse sich halten.
Aber sie eilt ihm davon - es beflügelt die Furcht ihre Schritte - ,
Und sie erreicht einen Berg, der nah dem Strande gelegen.
Ganz am Meere erhebt sich ein mächtiger Gipfel, zu einer
Spitze geballt, nach der See sich wölbend, mit Bäumen bewachsen.
Allda steht sie, geschützt durch den Ort. Sie weiß nicht, ist jener
Gott oder Unhold: sie sieht voll Staunen die Farbe, der Haare
Fülle, die dicht ihm die Schultern umwallen, den Rücken bedecken,
Und wie unter den Leisten ein biegsamer Fischleib sich windet.
Aber er sieht ihr Staunen; gestützt auf ein Riff, das zunächst steht,
Ruft er: "Ich bin kein entsetzliches Tier, kein Schrecknis, o Jungfrau,
Sondern ein Gott der Gewässer: nicht Proteus besitzt in dem Meere
Größere Macht, nicht Triton, nicht Athamas' Sprößling Palaemon.
Freilich, ein Sterblicher war ich vordem, doch übt' ich schon damals
Meinen Beruf auf der See, dem Meer schon immer verpflichtet.
Denn bald war ich mit Netzen beschäftigt, um Fische zu fangen,
Oder ich saß auf der Mole am Strand und regierte die Angel.
Nah einer grünenden Wiese erstreckt sich am Meer ein Gestade,
Hier von den Wellen bespült und dort umgürtet von Gräsern.
Niemals verletzte die Matte das hörnertragende Jungvieh,
Friedliche Schafe und zottige Ziegen, nie war sie euch Weide;
Niemals sammelten emsige Bienen den Honig der Blüten,
Niemals pflückte man Blumen zu festlichen Kränzen, und niemals
Mähten hier Hände, mit Sicheln bewehrt. So bin ich der erste,
Der auf den Rasen sich setzt, derweil die durchfeuchteten Netze
Trocknen. Auch will ich die Fische, so viel ich gefangen, sortieren;
Und ich legte sie hin, teils die in die Netze der Zufall,
Oder ihr Leichtsinn mir in die Haken der Angel getrieben.
Wirklich, es klingt wie erfunden! Doch nützt es mir hier, zu erfinden?
Als sie die Gräser berührt, da bewegt meine Beute sich wieder,
Dreht sich flink und schnellt sich am Boden genau wie im Meere.
Während ich stehe und staune zugleich, da rennt mir die ganze
Schar in ihr Wasser: der Strand ist geräumt, der Besitzer verlassen!
Völlig verblüfft, bin ich lang im Zweifel und suche nach Gründen:
War es ein Gott, der Saft einer Pflanze, der solches bewirkte?
'Welch eine Pflanze jedoch', so denk ich, 'hat solcherlei Kräfte?'
Alsdann pflück ich geschwind von dem Kraut und zerkau es im Munde.
Kaum ist der Saft, der fremde, mir recht durch die Kehle gedrungen,
Spür ich urplötzlich das Herz in der Brust mir klopfen und beben,
Und wie der Drang mich ergreift, einer andern Natur zu gehören.
Lang kann ich nicht widerstehn. 'Nie wirst du mich wieder erblicken,
Erde! leb wohl!' so ruf ich und spring in die Tiefe der Wellen.
Und sie nehmen mich auf, die Götter des Meeres; sie gönnen
Mir die Ehre, der Ihre zu werden; sie fordern von Tethys
Und von Okeanus, von mir zu nehmen, was sterblich. Entsühnung
Finde ich dort: einen Spruch, der vom Frevel mich löst, soll ich neunmal
Sprechen und hundert Flüssen die Brust zur Berieselung bieten.
Unverzüglich ergießen von hier und von dort sich die Wasser:
Flüsse und flutende Wogen der See überströmen das Haupt mir.
So weit weiß ich noch, was mir geschah, und kann dir's erzählen;
So weit reicht mein Gedächtnis: das Weitere spürte ich nicht mehr.
Als zur Besinnung ich kam, da fand ich mich gänzlich am Leibe
Anders als jüngst ich gewesen, und auch im Geiste verändert.
Hier der Bart, blaugrün in der Farbe, ich sah ihn zum ersten
Mal und das Haar, das ich hinter mir schleife durch riesige Meere.
Auch die gewaltigen Schultern, die bläulichen Arme erblickt' ich,
Und wie die Schenkel sich krümmten zum flossentragenden Fische.
Aber was nützt mir die Schönheit, die Gunst der Götter des Meeres,
Was, daß ich selber ein Gott, wenn du das alles verachtest?"
Also der Gott, und er will noch mehr ihr sagen, da läuft ihm
Scylla davon: er rast und entrüstet, daß sie ihn verschmäht hat,
Eilt er zum Zauberhause der Circe, der Tochter des Titan.

 

(Publius Ovidius Naso: Metamorphosen. Epos in 15 Büchern. Übersetzt und herausgegeben von Hermann Breitenbach. Mit einer Einleitung von L.P. Wilson. Stuttgart: Reclam, 1990. S. 440-443. Buch 13, Verse 904-968.)

 

Liebe und Eifersucht unter Meergöttern

 

Skylla wollte mit diesem Ungeheuer nichts zu tun haben. Kirke, die Glaukos liebte, hätte ihn schon genommen, doch er wollte ja nicht. So verwandelte Kirke schließlich Skylla aus Eifersucht in das furchtbare Meeresungeheuer, das wir aus Homers Odyssee kennen, als Odysseus sich entscheiden musste, wie er zwischen den furchtbaren Gefahren Skylla und Charybdis hindurchsteuerte - eine sprichwörtliche Wahl, die wir heute wahrscheinlich mit der Entscheidung zwischen Pest und Cholera übersetzen würden.

 

Auch in dem Kleinepos "Skylla" der griechischen Dichterin Hedyle spielt Glaukos eine Rolle. Von dem Werk der Dichterin, die um 300 vor Christus geboren worden war, ist leider nur ein einziges Fragment erhalten. Es findet sich in den "Deipnosophistoi" (deutsch gelegentlich als "Das Gelehrtenmahl" bezeichnet) des griechischen "Buntschriftstellers" Athenaios (7, 297A), und "es spricht von Geschenken, die der verliebte Glaukos der Skylla bringt, ohne jedoch besondere eigene Züge erkennen zu lassen".

 

(Eintrag "Hedyle" in: Frauen der Antike. Von Bernhard Kytzler. Frankfurt/Main und Leipzig, 1997. S. 75.)

 

Glaukos soll auch von den Nereiden Nessaee (Nessaie) und Cymothoe geliebt worden sein, als seine Tochter wird die Nymphe Deiphobe genannt. Auch soll er den jugendlichen Meergott Melikertes bzw. Palaimon geliebt haben.

 

Die beiden Glaukos-Dramen des Aischylos

 

Kennen gelernt hatte ich den seltsamen Meergott während meines Studiums, als ich mich mit dem griechischen Tragödiendichter Aischylos befasste. Von ihm gab es zwei Werke, die einen "Glaukos" zum, Titelhelden hatten, beide nur in wenigen Fragmenten überliefert. Neben dem "Glaukos Pontios", dem Meeres-Glaukos, gab es auch einen "Glaukos Potneieus", Glaukos aus der Stadt Potniai, der durch einen tragischen Unfall bei einem Wagenrennen ums Leben kam. Eigentlich war letzterer mein Thema, denn er gehörte zur "Perser-Tetralogie", die Aischylos im Jahre 472 in Athen aufführte. Doch natürlich schaute ich mir auch das kleine Schnipselchen über den Glaukos Pontios an, das zu einem Satyrspiel gehörte, also einem kleinen, humorvollen Abschluss, der nach drei Tragödienaufführungen folgte, oft auch thematisch mit den eher tragischen Geschichten zusammenhing, aber dann doch wieder eine heitere, freundliche Sicht auf das tragische Geschehen vermittelte. So war es auch bei den Fragmenten aus dem Glaukos-Satyrspiel, in dem der soeben Verwandelte an sich herunterschaut und fassungslos feststellt, was für ein ulkiges, plumpes Urviech er geworden ist. Leider kann man kaum etwas zum Gang der Handlung aus den spärlichen Überresten ableiten.

 

Glaukos weissagt den Argonauten

 

Glaukos soll, wie viele Meergötter, auch die Gabe der Weissagung besessen haben. Auf Delos hatte er zusammen mit den Nereiden ein Orakel, das teilweise als zuverlässiger galt als das des delischen Apollon. Delos gilt auch als sein bevorzugter Aufenthaltsort. Doch spielte er auch eine Rolle bei den großen Fahrten griechischer Abenteuerer und Eroberer in den Osten. So tauchte er im Argonautenepos des Aollonios von Rhodos auf und prophezeite der Besatzung der Argos, dass sie auf zwei Helden verzichten sollte:

 

"Ihnen aber erschien Glaukos aus der tiefen Salzflut, der vielverständige Ausdeuter des göttlichen Nereus. Und indem er sein behaartes Haupt und seine Brust unten von den Hüften her in die Höhe hob, griff er mit starker Hand nach dem Vordersteven des Schiffes und rief den Erregten zu:
'Warum wollt ihr entgegen dem Willen des großen Zeus den kühnen Herakles zur Stadt des Aietes führen? In Argos ist es ihm vom Schicksal verhängt, für den frevlerischen Eurystheus mühevoll zwölf Aufgaben zu erfüllen und mit den Unsterblichen als Hausgenosse zu wohnen, wenn er noch die wenigen vollendet hat. Deswegen soll gar kein Verlangen nach jenem aufkommen! Und ebenso wiederum ist bestimmt, dass Polyphemos, nachdem er an den Mündungen des Kios den Mysern eine ringsum berühmte Stadt unter Mühen erbaut hat, sein Schicksal im grenzenlosen Land der Chalyber erfüllt. Aber den Hylas hat eine göttliche Nymphe aus Liebe zu ihrem Gatten gemacht, und eben seinetwegen haben sie sich verirrt und sind zurückgeblieben.'
Sprach's und setzte sich auf eine gewaltige Woge und tauchte hinab. Und um ihn schäumte, in Wirbeln strudelnd, das purpurfarbene Wasser und bespülte aus der hohlen Salzflut das Schiff."

 

(Apollonios von Rhodos: Die Fahrt der Argonauten. Griechisch / Deutsch. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Paul Dräger. Stuttgart: Reclam, 2002. S. 97ff. Buch I, Vers 1310-1329.)

 

Glaukos erscheint auch als Begleiter des Gottes Dionysos auf dessen Feldzug nach Indien. Eine Gesellschaft, die sehr passend erscheint, immerhin erinnert Glaukos in der gutmütigen, skurrilen Hässlichkeit an einige andere Figuren aus dem Gefolge des Weingottes, wie etwa Silenos.

 

Platon verwendet Glaukos als Bild der geschundenen Seele

 

Hochinteressant finde ich, dass der Meeresgott auch in der Philosophie seine, nun ja, "Fußstapfen" hinterlassen hat. In Platons "Staat" nämlich taucht Glaukos in der Diskussion über die Seele und ihre Beschaffenheit auf. Dort heißt es:

 

"Vorhin haben wir zwar durchaus die Wahrheit über sie [die Seele] gesagt auf Grund der Form, in der sie uns erscheint; allerdings betrachteten wir sie in einemn Zustand, wie Seeleute den Meergott Glaukos sehen; sie können seinen früheren Zustand kaum mehr erekennen, weil die alten Teile des Körpers teils abgebrochen, teils zerschunden und von den Wellen ganz entstellt sind; anderes ist ihm zugewachsen, Muscheln und Tang und Steine, so daß er viel eher einem Tiere gleicht als seiner früheren Gestalt. Ebenso betrachten wir auch die Seele, von tausend Übeln entstellt."

 

(Platon: Der Staat. (Politeia). Übersetzt und Herausgegeben von Karl Vretska. Stuttgart: Reclam, 1994. S. 455f. 10. Buch, 611c-d.)

 

Unter den Nereiden gibt es eine Namensvetterin des Glaukos, nämlich die blauglänzende Glauke, gewissermaßen die weibliche Entsprechung des Meeresgottes. Diese wird allerdings eher als schön und liebenswürdig geschildert. Sie wurde zur Namenspatronin für eine der Schwestern meiner Meerjungfrau Nestis - eine kleine Erinnerung an den durch ein Zauberkraut vergöttlichten böotischen Fischer lebt also in meinen Meermädchenbüchern weiter.

 

Weitere Nestis-Ahnherrinnen:
Andersens kleine Meerjungfrau
Die Göttin Nestis
Die Göttin Thetis
Melusine
Undine
Ran und die Wellenmädchen
Die Loreley
Die schöne Lau
Die Göttin Tethys

 

© Petra Hartmann




Foto

Darthula: Bitte mehr Details

Geschrieben von Petra , in Darthula 22 Januar 2016 · 1.259 Aufrufe
Darthula
Es gibt eine neue Rezension zur "Darthula" auf "Lovelybooks". Leser(in) "Bookdiary" war von meinem ossianischen Roman nicht begeistert, fand ihn zu kurz und zu wenig detailliert. In der recht umfangreichen Rezension wird gesagt, dass das Buch besser 100 Seiten mehr haben sollte ...

Positiv wird vermerkt: "Den Schreibstil finde ich eigentlich ganz schön, er ist fließend und es ist alles ziemlich einfach formuliert." Doch insgesamt konnten die Charaktere und die Handlung den Rezensenten nicht fesseln.

Immerhin gab es ein Lob für Coverkünstler Miguel Worms:
"Das Cover finde ich echt cool. Es hat etwas düsteres, was gut zur Geschichte passt. Die Personen, die auf dem Cover abgebildet sind, finde ich auch echt gelungen. Das Cover ist echt top."

Das Fazit lautet:
"Leider konnte mich dieses Buch nicht überzeugen. Es ist alles einfach etwas wage beschrieben, weswegen es mir schwer viel, das Buch zu lesen. Wäre die Autorin mehr ins Detail gegangen und hätte das Buch 100 Seiten mehr, wäre es vielleicht ganz anderes. Nun, kann ich dem Buch leider nur 2 von 5 Schleifen geben."

Die komplette Rezension könnt ihr hier nachlesen:
http://www.lovelyboo...ion/1218291879/


Foto

"Gut dargestellte Charaktere" in der "Darthula"

Geschrieben von Petra , in Darthula 18 Januar 2016 · 1.244 Aufrufe
Darthula
Leser "abetterway" findet, meine Novelle "Darthula" sei "sehr leicht und spannend zu lesen". In einer neuen, soeben auf Lovelybooks erschienenen Rezension heißt es, die Charaktere seien "gut ausgeprägt und dargestellt." Das Buch habe er oder sie schnell durchgelesen, es hätte gern noch ein wenig länger sein können, sagt der Rezensent.
Besonders gefreut hat mich natürlich der Satz:
"Ich würde mich über mehr Bücher der Autorin freuen und kann dieses Buch nur jedem empfehlen der gerne Fantasy liest."

Die vollständige Rezension findet ihr hier:
http://www.lovelyboo...ion/1217727551/


Foto

Neues von den Hildesheimlichen Autoren - Januar 2016

Geschrieben von Petra , in Hildesheimliche Autoren 16 Januar 2016 · 1.295 Aufrufe
Hildesheimliche Autoren
Die Vereinsnachrichten der Hildesheimlichen Autoren e.V. könnt ihr an jedem dritten Samstag im Monat auf Radio Tonkuhle in der Sendung "High Noon" hören. Für alle, die die Sendung verpasst haben, hier die Januar-Nachrichten zum Nachlesen:


Vorstand einstimmig entlastet
Auf der Januarsitzung der Hildesheimlichen Autoren wurde der alte Vorstand einstimmig - bei Selbstenthaltung - entlastet. Zuvor hatte Eckehard Haase in seinem Kassenbericht beeindruckende und beruhigende Zahlen vorgelegt. Sein Haushalt ist nicht nur ausgeglichen, sondern weist auch ein ordentliches Plus auf. Bernward Schneider, der Finanzen und Belege geprüft hatte, bescheinigte ihm eine ordentliche Kassenführung und fand keinen Grund zu Beanstandungen.

---------------------------------------------------------------------------------

Schreibcafé zum Thema "Selbstbetrug"
14 Hildesheimliche Autoren trafen sich in der Weinkostbar in Hildesheim zum ersten Schreibcafé des Vereins. Vorbereitet hatte den Abend der neue Vorsitzende Hans-Jürgen Fischer, unterstützt von Anke Wogersien. Fischer zog aus seinem Lostopf das Thema "Selbstbetrug". Zunächst gab es ein erstes Aufwärmen mit dem ABC-darium, hierzu schrieb jeder Teilnehmer zu jedem Buchstaben des Alphabets ein Wort auf, das ihm zum Thema "Selbstbetrug" in den Sinn kam. Nach einer kurzen Diskussion mit den Tischnachbarn begann dann das eigentliche Schreiben. Entstanden sind an diesem Abend 12 sehr unterschiedliche Texte, meistens Prosa sowie einige lyrische Beiträge. Die Ergebnisse werden nun von Altje Hornburg und Sonja Klima gesammelt und anschließend per Mail an die Vereinsmitglieder verschickt, auf der nächsten Mitgliederversammlung wird es eine Diskussion der Beiträge geben.

---------------------------------------------------------------------------------

Anke Wogersien veröffentlicht Gedicht
Die Hildesheimliche Autorin Anke Wogersien veröffentlichte ein Gedicht mit dem Titel "Adschib" in der Anthologie "Trümmerseele". Es handelt sich um eine Lyriksammlung der Vereinigung "Sternenblick", die sich für die Flüchtlingshilfe einsetzt. "Trümmerseele" erschien bei Books on Demand in Norderstedt. Das Taschenbuch hat 220 Seiten und kostet 12,98 Euro, das eBook ist für 4,99 Euro erhältlich.

---------------------------------------------------------------------------------

Neu auf dem Youtube-Kanal der Hildesheimlichen Autoren

Dezember-Ausgabe der Sendung "High Noon" auf Radio Tonkuhle: Bernward Schneider stellt seinen Roman "Endstation Reichskanzlei" vor:


----------------------------------------------------------------------------------

Termine

Dienstag, 16. Februar: Mitgliederversammlung. Michaelis Weltcafé, Langer Hagen 36, Hildesheim. Beginn: 18 Uhr.

Samstag, 20. Februar: High Noon auf Radio Tonkuhle. Beginn: 12 Uhr.


© Petra Hartmann


Foto

Wie mein Vater das Hambacher Fest als Vorstufe des BAFöG entdeckte

Geschrieben von Petra , in Freiheitsschwingen 14 Januar 2016 · 1.209 Aufrufe
Freiheitsschwingen und 2 weitere...
Ein weiteres Dokument zur Entstehungsgeschichte meines historischen Romans "Freiheitsschwingen". Diesmal nicht aus meiner Feder, sondern ein Erbstück meines Vaters, Wilfried Hartmann.
Das Hambacher Fest hatte mich während meines Studiums stark beschäftigt. Ich erinnere mich noch an die langen Gespräche auf Autobahnfahrten und Segeltörns, die ich mit meinem Vater über die Vormärz-Liberalen führte. Immer wieder lud ich meine Bücher bei ihm ab und sagte: "Lies das mal." Und immer wieder war ich überrascht, wie sich die Texte veränderten, wenn er "seine" Themen darin wiederfand. Ich las mit den Augen des Literaturwissenschaftlers, suchte die Grundlagen, auf denen die Werke Heinrich Heines, Ludwig Börnes und Theodor Mundts entstanden waren. Er las mit den Augen des Dozenten in der Erwachsenenbildung, der Vorläufer für das "duale Ausbildungssystem" der Bundesrepublik fand und sich damals intensiv mit der Neufassung der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) befasste.
Als ich an meiner Doktararbeit schrieb, las mein Vater ebenfalls begeistert mit. Und beschloss endlich, auch eine zu verfassen. Ein Doktorvater war bald gefunden, ein Thema auch. Leider kam es dann anders. Aber den Anfang möchte ich euch heute vorstellen. Einen Text, aus dem ich gelernt habe, dass Wirth, einer der beiden Initiatoren des Hambacher Festes, durchaus auch als Vorkämpfer der bundesdeutschen Gesetze BBiG (Berufsbildungsgesetz), BAFöG (Bundes-Ausbildungs-Förderungs-Gesetz) und AFG (Arbeitsförderungsgesetz) gelten kann.

Hier also ein Auszug aus:
"Die Rolle des betrieblichen Ausbilders in einer handlungsorientierten Berufsbildung. Von den Lernzielen der Einzelfächer des Rahmenstoffplanes zu den fächerintegrierenden Handlungssituationen der Berufspraxis"

Dissertationsprojekt von Wilfried Hartmann


In Deutschland gilt das Hambacher Fest von 1832 als wohl die wichtigste revolutionäre Erhebung der deutschen Bürger, neben der Nationalversammlung von 1848 in der Frankfurter Paulskirche, auf ihrem Weg zu einem demokratischen Staat. Fast in Vergessenheit geraten ist die Tatsache, daß es in Hambach nicht nur um die Freiheit der Deutschen, sondern auch um die Freiheit der Polen ging. Polnische Freiheitskämpfer wurden jubelnd empfangen. Neben der deutschen wehte die polnische Fahne. Ziel der Hambacher Demokraten war es, beide Nationen vom Joch der Unterdrückung zu befreien.

Einer beiden Hauptinitiatoren der Journalist Johann Georg August Wirth verfaßte nach dem Fest seine sechs „ewigen Gesetze“ 1, die heute sicherlich kleinbürgerlich und auch nicht ewig erscheinen. Trotzdem soll hier aus dem zweiten Gesetz zitiert werden, da es sich mit der Bildung der Bürger beschäftigt und der Zusammenhang von Bildung und Wohlstand erkannt wird:

"...
Die innere Regelung der sozialen Bande oder die Organisation des Staates im eigentlichen Sinne des Wortes ist dagegen positiver Natur - Glück schaffend. Diese innere und eigentliche Regelung der Staatsorganisation ... steht in der organischen Verknüpfung der Kräfte aller Gesellschaftsmitglieder zur Förderung der materiellen Wohlfahrt und der geistigen Bildung aller und zur Erstrebung der höheren Zwecke der Menschheit. Sie äußert sich unter anderen hauptsächlich darin:

a.) daß jedem Mitglied der Gesellschaft, ohne irgend eine Ausnahme, zu materiellem Wohlstande, menschlicher Würde, bürgerlicher Ehre und geistiger Bildung nicht nur gleiche Rechte verbürgt sind, sondern auch in Ermangelung eigenen Vermögens die äußern Hilfsmittel zur Aneignung und zum Genusse dieser Zustände von der Gesellschaft selbst verschafft werden;

b.) daß daher ein jedes Mitglied ohne irgend eine Ausnahme in Ermangelung eigener Mittel auf Kosten der Gesellschaft bis zum erlangten Bewußtsein der göttlichen Natur seines Geistes erzogen und gebildet wird ...

c.) ...

d.) daß die also gebildeten und ermunterten Staatsangehörigen, ohne alle Ausnahme, in Ermangelung eigenen Vermögens von der Gesellschaft in den Stand gesetzt werden, die Mittel zur Befriedigung ihrer körperlichen und geistigen Bedürfnisse, ohne ungewöhnliche Mühseligkeit, schon bei mäßiger Arbeit und vernünftiger Ökonomie in dem Maße zu erwerben, daß sie auch noch Zeit und Hilfsquellen zur geistigen Fortbildung besitzen und beruhigende Aussicht auf stufenweise Verbesserung der Vermögensumstände genießen;
..."

Nach Johann Georg August Wirth muß ein Staat „Glück schaffen“ und seine Organisation so gestalten, daß jedem Menschen die notwendigen Chancen sich eröffnen. Dies soll nach Wirth so geschehen, daß allen Staatsbürgern materieller Wohlstand, menschliche Würde, bürgerliche Ehre und geistige Bildung zugesichert wird. Dort wo das eigene Vermögen nicht ausreicht oder wo eigenes Vermögen fehlt, ist dieser Prozeß auf Kosten der Gesellschaft durchzuführen. Eine Vorstellung, die seit 1945 in der Bundesrepublik Deutschland konsequent verfolgt wurde:

Der Besuch aller Schulen ist im Regelfall kostenlos.
Auszubildende in der beruflichen Ausbildung erhalten eine Vergütung (Lohn)[1].
Studenten bekommen Fördergelder während des Studiums[2].
Bei Bildungsgängen an Privatschulen übernimmt der Staat das Schulgeld[3].
Die berufliche Erwachsenenbildung wird durch die Bundesanstalt für Arbeit finanziert.Hier erhalten die Teilnehmer die Kosten für den Schulbesuch (Schulgeld einschl. Bücher), Fahrkosten zum Besuch der Bildungsstätte und ein Unterhaltsgeld zum Bestreiten ihres persönlichen Lebensunterhalts[4].

Genau wie Wirth geht die Bundesrepublik davon aus, daß Wohlstand nur durch ausreichende Bildung der Gesamtbevölkerung zu erreichen sei.

Wie sehr sich der Bildungsgedanke mit dem Demokratiegedanken in Deutschland verbindet, ist durch zahlreiche Schriften zu belegen. Exemplarisch sollen hier nur die „Reden an die Deutsche Nation“ von Johann Gottlieb Fichte[5] genannt sein. Der Erziehungsgedanke in diesen Reden ist die tragende Idee in seiner gedachten deutschen Nation.

Alle politisch ernst zu nehmenden Parteien der Bundesrepublik verpflichten sich der Bildung. Besonders die Berufsbildung wird zunehmend als wichtigste Grundlage für eine selbständige Lebensführung begriffen und gefördert. So beschreibt, z. B . die Freie Demokratische Partei (F.D.P.) Bildung als Bürgerrecht[6]:

"Die freie Entfaltung der Persönlichkeit muß durch Vielfalt in der Bildung und die gerechte Chance zur Entwicklung individueller Neigung und Begabung unterstützt werden.

Bildung ist ein Wert an sich. Sie ist Bürgerrecht und Aufstiegschance zugleich. Nicht nur formale Wissensvermittlung und Ausbildung, sondern ebenso Erziehung zur Freiheit, Toleranz und Selbstverantwortung, zu Kreativität und demokratischem Verhalten ist das liberale Bildungsziel.
..."

Zur beruflichen Bildung wird ausgeführt:

"Die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung ist noch keineswegs erreicht. Gerade die Sicherung der Ausbildungschancen für den jungen Menschen erfordert eine Verbesserung und Aufwertung der beruflichen Bildung. Ebenso muß angesichts des Vordringens neuer Technologien für jeden die Chance eröffnet werden, an einer qualifizierten allgemeinen, beruflichen und innerbetrieblichen Weiterbildung teilzunehmen."

-----------------------------------------------------------------------------

[1] Berufssbildungsgesetz (BBIG)

[2] Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAFöG)

[3] nach Gesetzen der einzelnen Bundesländer

[4] Arbeitsförderungsgesetz (AFG)

[5] Fichte, Johann Gottlieb, Reden an die Nation, Hamburg,1978

[6] F.D.P., DAS LIBERALE MANIFEST, Bonn, 1985



Mehr zum Hintergrund der "Freiheitsschwingen":
Das Hambacher Fest - Notizen zur Magisterprüfung
Theodor Mundt, die Madonna und die geplatzte Vorlesung


© Petra Hartmann


Foto

Julia Engelmann: Eines Tages, Baby

Geschrieben von Petra , in Lyrik 12 Januar 2016 · 1.841 Aufrufe
Lyrik, Julia Engelmann
"Eines Tages, Baby, werden wir alt sein ..." Die junge Frau, die da zögernd, fast schüchtern das Mikrophon ergreift, dann immer mehr Kraft gewinnt, immer mehr Energie freisetzt und von den Geschichten spricht, "die wir hätten erzählen können", wer hat es nicht auf Youtube gesehen, wer nicht auf Facebook "geliked"? Ein Gedicht, das berührt, bewegt, mitnimmt, rockt. Als ich im Alter der Autorin war, da war Poetry Slam für mich völlig uninteressant, das waren Typen, die Bierflaschen mit den Zähnen aufmachten und danach das Alphabet rülpsten oder so. Inzwischen ist das längst anders. Gut so. Obwohl, ist das noch Slam?
"Eines Tages, Baby", der Gedichtband von Julia Engelmann mit dem "Poetry-Slam-Smash-Hit" als Titelgeber, ist ein Buch, das aufhorchen lässt. Modern ist der Tonfall, die Themen jedoch sind alt und ewig neu: Was wird sein, wenn wir alt sind? Wer bin ich eigentlich? Was kann ich, was will ich, und was muss ich mir absolut nicht antun? Und was denken eigentlich eckige Kugelfische? Julia Engelmann sinniert darüber, was sie alles hat und nicht hat, dass sie allein sein kann, was stille Poeten aushalten müssen und was auf einen Weihnachtswunschzettel gehört.
Entstanden sind daraus junge, frische und lebendige Texte, die man sich am besten auch im stillen Kämmerlein selbst laut vorliest. Gesprochene Songs, irgendwo zwischen Pop und Rap, irgendwo auch zwischen frech und liebenswert. Zu "meiner Zeit" traf es der Song "? (Fragezeichen)" von Nena ganz gut, heute also ist Julia Engelmann die "Stimme einer ganzen Generation", wie es der Klappentext aus einer Besprechung von Radio Bremen zitiert.
Das ist nicht immer ganz große Lyrik, manches gehört durchaus in den Bereich "Selbstfindungsgedichte" und ist so oder so ähnlich schon von Generationen von Jungdichtern in Verse gebracht und Jahrzehnte später wieder verworfen worden. Wahrscheinlich macht genau das den Reiz und den Erfolg Julia Engelmanns und ihrer Gedichte aus. Dass sie eigentlich ganz einfach sind, simple Reime bieten, banale Daseinskritik und den Alleweltsfrust und die Alleweltsliebe von jungen Menschen zu Gehör bringen. Softeis für zwischendurch eben. Es gefällt. Doch eines kann man diesen Gedichten durchaus zusprechen: Sie kommen sehr echt und authentisch daher, machen Spaß und reißen mit. Mehr kann man von einem Buch gar nicht fordern.

Julia Engelmann: Eines Tages, Baby. Poetry-Slam-Texte. Mit Illustrationen der Autorin. München: Goldmann, 2014. 91 S. Euro 7.


© Petra Hartmann


Foto

Jahresrückblick IV: Oktober bis Dezember 2015

Geschrieben von Petra , in Jahresrückblick 30 Dezember 2015 · 1.273 Aufrufe
Jahresrückblick

Letzter Teil meines Jahresrückblicks. Bleibt noch zu fragen, was ich dieses Jahr an Neuem geschrieben habe und wie es weitergeht.
Ich habe mich in den vergangenen zwölf Monaten weniger mit Romanprojekten befasst und bin zu meiner großen Liebe, dem Märchen oder der Sage zurückgekehrt. In den ersten Monaten entstanden in rascher Folge meine Neu-Erzählungen der Hildesheimer und Alfelder Lokalsagen um den Geist Hödeken. Es wurde ein kleines Büchlein daraus, das inzwischen im Verlag Monika Fuchs erschienen ist. Außerdem gibt es ein paar neue Nestis-Geschichten, darunter ein neues Helgoland-Märchen und ein Abenteuer aus dem Bereich der Seefahrersagen und des Seemannsgarns.
Mein aktuelles Projekt läuft bei mir unter dem Arbeitstitel "Buchfinkenmärchen", bislang gibt es vierzehn Texte dazu, die vielleicht irgendwann einmal Druckreife erlangen. Es wird aber noch ein wenig dauern.

 

Doch nun zu meinen Lesefrüchten des letzten Quartals von 2015. Diesmal viele Kinderbücher, Klassiker, Helgolandliteratur, Neu- und Wiederentdeckungen. Viel Vergnügen damit!

 

Legende:
Ein (e) hinter dem Titel bedeutet, dass ich den Text in der eBook-Fassung gelesen habe.
Blaue Schrift weist auf herausragend gute Bücher hin.
Rot markiert sind Bücher, die ich so abgrundtief schlecht finde, dass ich euch ausdrücklich davor warne.
Bei verlinkten Titeln landet ihr auf ausführlicheren Besprechungen innerhalb dieses Blogs.

 

Oktober

 

Hugo Kocher: Das große Buch der Tiergeschichten:
- Twiga, die Giraffe
- Glitsch Wasserschreck
- Korro, der Jaguar

Eigentlich ein Fehlkauf. Ich hab es antiquarisch erstanden, weil ich auf der Suche nach Kochers Geschichte "Mit dem Hundeschlitten unterwegs" war und der Klappentext auch von Abenteuern bei Eskimos sprach. Es war dann aber nichts aus der Arktis dabei. Der Sammelband vereinigt drei Tierromane Kochers in sich, allesamt typische Tiergeschichten im 50er- oder 60er-Jahre-Stil. Felix Saltens "Bambi" oder die Tierbücher von Otto Boris funktionieren ähnlich. Tierkind wird geboren, verliert früh die Mutter, lernt sich durchzusetzen und zu verteidigen, wird schließlich zu einem großartigen Exemplar seiner Gattung, oft zum Leittier, besteht seinen letzten großen Kampf gegen einen Widersacher, der womöglich schon seit Jahren auf seiner Fährte ist und ihm die Mutter getötet hat, und stirbt irgendwann. Naja, etwas variiert wird das Thema schon. Twiga, der Giraffenbulle, hat eine sehr interessante Freundschaft mit einem Schwarzen, der ihn als seinen Schutzgeist betrachtet, Korro der Jaguar ist eher der Böse, und die Geschichte wird aus der Perspektive eines jungen Indios erzählt, der seine Angst überwindet und endlich die gefährliche Raubkatze zur Strecke bringt. Und Glitsch Wasserschreck hat den gemütlichen Humor einer deutschen Jägergeschichte. Dass Kocher deutsche Jägersprache auch für afrikanische Giraffen verwendet, ist etwas gewöhnungsbedürtig, ansonsten eine ganz nette Lektüre und recht lehrreich.

 

E.T.A. Hoffmann: Nachtstücke (e):
- Der Sandmann
- Ignaz Denner
- Die Jesuiterkirche in G.
- Das Sanctus
- Das öde Haus
- Das Majorat
- Das Gelübde
- Das steinerne Herz

Düstere Erzählungen, von denen ich bislang nur den "Sandmann" kannte. "Ignaz Denner" ist eine verschlungene Geschichte über einen Räuberhauptmann, der ein wenig von Magie versteht und einen armen aber redlichen Förster und dessen Frau zu seinen Spiegesellen machen will. Der Rest ist meist ziemlich geradlinig erzählt. Mir gefielen vor allem die Geschichte der Jesuiterkirche und des Sanctus, das öde Haus hat mich weniger angesprochen. Insgesamt aber eine sehr lesenswerte Sammlung.

 

Harper Lee: Wer die Nachtigall stört
Ein Erbstück aus der Bibliothek meines Vaters, das ich schon lange ins Auge gefasst hatte. Jetzt habe ich es endlich gelesen. Ein beeindruckendes Buch. Wahrhaftig, wenn ich nicht die Tochter Wilfried Hartmanns wäre, dieser Atticus Finch wäre jemand, der in die engere Wahl käme. Ich habe das Buch verschlungen.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive der jungen Scout, die zusammen mit ihrem Bruder und einem Freund eine Südstaaten-Kleinstadt-Kindheit erlebt, die ein wenig Bullerbü-Feeling aufkommen lässt. Der alleinerziehende Vater Atticus ist Anwalt, ein sanfter, freundwilliger Mann, von Idealen geprägt, die keineswegs hohl und pathetisch scheppernd daherkommen. Ein anständiger Mensch, ohne kleinkariert und philiströs zu wirken. Als Atticus Finch zum Pflichtverteidiger eines wegen Mordes angeklagten Schwarzen wird, verändert sich einiges für die kleine Familie. Vor allem, als klar wird, dass Atticus den offenbar Unschuldigen tatsächlich ernsthaft und mit allen juristischen Mitteln verteidigen und einen Freispruch erwirken will ...
Ein Buch, das sehr gut tut. Ich hätte es schon viel eher lesen sollen.

 

Markus K. Korb: Schock!
Wow! Ein ganz besonderes Buch, das vollkommen zu Recht mit Auszeichnungen überhäuft wurde. Die Aufmachung ist genial, ein Kurzgeschichten-Band der als Comic-Sammelband in der Tradition der alten Horror-Hefte daher kommt, mit herrlichen Covermotiven von Christian Krank. Im Innenteil leitet ein alter Totengräber als Conferencier den Leser mit seinen zynischen Kommentaren von Geschichte zu Geschichte. Es geht um lebendig Begrabene, Geisterkutschen, Aliens und Monster aus der Kanalisation, Nahtoderfahrungen und ewige Verdammnis, Kanibalismus und eisige Winter - einfach irre, grandios irre.

 

Andrea Tillmanns: Julia Jäger und die Macht der Magie

 

Atlantis - Die Storys zum Marburg-Award
Anthologie zum Wettbewerb des vorigen Jahres. Ich hatte eigentlich mitmachen wollen, ehrlich, aber es wieder nicht geschafft, dabei war es ein so schönes Thema. Die Samlung ist sehr viekseitig und enthält eine Menge spannende Texte, ich mag auch die schlichte, geschmackvolle Aufmachung sehr. Eine schöne und passende Insellektüre für meinen Herbst auf Helgoland.

 

James Krüss: Welches Tier hat sieben Meter Halsweh?
Schönes kleines Bilderbuch für die Kleinsten. Ein Fundstück in der Helgoländer Bibliothek. Ich hatte eigentlich nach James Krüss' "Bienchen, Trinchen, Karolinchen" gefragt, das sich etwas schwer finden ließ. Doch während der Suchzeit baute die Bibliothekarin bergeweise Krüss-Bücher aus ihrer Schatzkammer vor mir auf, auch seltenere und uralte bibliophile Ausgaben. An einigen bin ich dann hängen geblieben, zum Beisipiel an diesem. In humorvollen und fantasievollen Versen werden Tiere beschrieben, die man dann raten soll. Das Tier mit den sieben Metern Halsweh ist *Achtung, Spoiler!* natürlich die Giraffe.

 

James Krüss: Bienchen, Trinchen, Karolinchen
Mein absolutes Lieblingsbuch von James Krüss und eine wundervolle Kindheitserinnerung. Leider wird es nicht mehr aufgelegt und ist nur noch antiquarisch zu haben. Ich habe vor einigen Jahren auch schon mal bei den Krüss-Nachkommen in der James-Krüss-Hummerbude vor dem Museum nachgefragt, aber sie konnten mir nicht viel Hoffnung machen. Karolinchen, die Heldin dieses Buches, ist noch recht jung, kann noch nicht lesen, hat aber zwei Brüder, von denen vor allem der nur etwas ältere Michael ihr am nächsten steht, meist liebevoll, manchmal macht er aber auch einfach nur Quatsch. Zum Geburtstag etwa liest er ihr die Postkarte von Tante Lotte und Onkel Otto falsch vor und vermeldet Geburtagsgrüße von Onkel Balduin. Nach einigen Diskussionen in er Familie, dass ein solcher Onkel gar nicht existiere, wird Karoline sehr traurig, doch Michael weiß Rat. Zuletzt stellt Karoline salomonisch fest: "Ich hab gar keinen Onkel Balduin. Aber es ist lieb, dass er an meinen Geburtstag gedacht hat." Karoline baut eine Hütte, entdeckt den gefährlichen Gartenschlauch, träumt von Wolkenbildern, feiert die Hochzeit ihrer Puppe mit dem Klammerbeutel, Herrn Birnbaum, und freut sich über die Geburt dreier Wäscheklammer-Kinder und und und. Dazu gibt es humorvolle, sehr leicht eingängige Kindergedichte, von denen ich noch heute einen Großteil auswendig weiß. Wirklich zu schade, dass es dieses Buch nicht mehr gibt.

 

James Krüss: Annette mit und ohne Mast
Nettes Kinderbuch über ein Mädchen namens Annette, das zu seinem Kummer genau so heißt wie der kleine Schlepper ihres Onkels. Ein Klassenkamerad zieht sie immer wieder damit auf, dass sie den Namen eines so kleinen, plumpen Schiffs trägt. Da wird es dem Mädchen Annette zu bunt: Sie läuft zum Reeder und überzeugt ihn, dass nächstes Mal unbedingt der Schlepper Annette den fettesten Orzeanriesen in den Hafen ziehen soll. Und sie schafft es sogar, dass ihre ganze Klasse zuschaut und sehen kann, was alles in dem kleinen Schiff Annette steckt. Damit sind dann auch die Hänseleien vorbei. Sehr liebenswert.

 

James Krüss: Der kleine Flax
Eigentlich eine Indianergeschichte. Ich kenne Teile davon als Abenteuer des Spinnenmanes Iktumi. Hier ist es der kleine Flax, der in die Welt zieht und versucht, seinen Hunger zu stillen. Sehr nett. Mit Illustrationen von Janosch.

 

Hans-Magnus Enzensberger: Zukunftsmusik
Ein sehr gelungener Gedichtband von einem der ganz Großen. Abgeklärt, unspektakulär, wohlklingend, ohne aufdringlich zu wirken. Man sollte sich etwas Zeit nehmen für die Gedichte, auch wenn das Buch recht schlank daherkommt. Hat mir gefallen.

 

Tanja Mikschi: Auf den Pfaden des Luchses

 

Isidor Bürger: Helgoland
Grottenschlechter Gedichtband, Finger weg davon. Ich habe ihn mir halt in der Helgoländer Bibliothek noch einmal geben lassen, weil Bürger zu der Zeit auf der Insel war, als auch Mundt und Wienbarg dort ihre Reiseberichte verfassten. Und weil Mundt in seinem Helgolandtext einen Briefpartner namens "Isidor" anspricht. Aber es war schon ein hartes Brot, sich durch diese Verse durchzubeißen. Wenn ihr nicht gerade lyrische Masochisten seid, lest ihr den Gedichtband besser nicht.

 

Herrmann Parzinger: Die Skythen
Übersichtsdarstellung im handlichen Taschenformat, etwas spröde geschrieben, aber sehr informativ. Mit vielen Skizzen von Grabanlagen, Kleidung, Waffen und anderen Fundstücken.

 

November

 

Siegfried Wagner: An allem ist Hütchen schuld!
Libretto zu einer Märchenoper des Sohnes von Richard Wagner. Siegfried Wagner bringt es fertig, rund 40 Märchen, meist aus der Sammlung der Brüder Grimm, zu einer Geschichte zusammenzubasteln. Ich habe den Text natürlich wegen des Titelhelden gelesen, denn hinter diesem "Hütchen" verbirgt sich niemand anders als die Hildesheimer beziehungsweise Alfelder Sagengestalt "Hödeken" über die ich ja dieses Jahr ein Buch veröffentlicht habe. Offenbar war 2015 ein Hödeken-Jahr, denn außer meinem Buch gab es dank einer szenischen Aufführung dieser alten Oper an der Ruhr-Universtät in Bochum (18. Oktiber 2015) noch eine weitere Hommage an die Sagengestalt.
Hütchen spielt in diesem Stück allerdings eher die Rolle eines Bösewichts oder zumindest die Rolle eines Wesens, das sich einen argen Scherz mit zwei Liebenden erlaubt. Der Zwerg oder Kobold versucht, das Pärchen durch seine bösen Streiche auseinander zu bringen, sorgt dafür, dass sie getrennt von einander durch die Welt irren müssen, und verblendet sie manchmal durch einen heimtückischen Zauber, sodass sie einander nicht erkennen, wenn sie sich gegenüberstehen. Unter anderem müssen sie sich gegen den Teufel mit den drei goldenen Haaren behaupten, treffen auf Frau Holle und die Märchenhexe und so weiter. Am Ende finden die schwer gepüften Liebenden aber doch noch zu einander. Mal sehen, vielleicht schreibe ich nächstes Jahr noch etwas Ausführlicheres über das Stück.

 

Marcus Jensen: Oberland
Ein Helgoland-Roman, jedenfalls das erste Drittel. Dort habe ich das Buch vor ein paar Jahren auch erworben, es verschwand dann im Koffer er und tauchte erst jetzt wieder auf. Erzählt wird die Geschichte Jens Behses, eines jungen Mannes, der sich selbst umbringt und kurz zuvor von vier eigenartigen Personen zu den wichtigsten Stationen seines Lebens zurückgeführt wird, das ist in ersten Drittel ein Urlaub auf Helgoland, in dem er eine alte Kapitänsmütze findet, die ihn fortan begleiten soll, dann seine Schulzeit in Pinneberg - mit klassischen 70er/80er-Jahre-Schul-Erfahrungen, Pubertät, Sex, Cliquenbildung, Mobbing. Steph, die Sexgöttin der Klasse, wird in den Selbstmord getrieben, woraufhin Jens den Verantwortlichen umbringt und die Leiche in dem Grab unterbringt, das er eigentlich für sich selbst und seinen eigenen Selbstmord vorbereitet hat. Der dritte Teil schließlich zeigt Jens als Zivi auf der Sterbestation eines Krankenhauses, wo er seine Helgoländer Zimmerwirtin wiedersieht. Dann schließlich das, worauf der gesamte Roman von Anfang an hinauslief - sogar die noch verbleibenden Tage, Stunden und Minuten wurden immer wieder als Countdown eingeblendet: Jens zieht seinen Selbstmord durch. Das hört sich in der Wiedergabe etwas verworren an, ist aber ein verdammt guter Roman und vor allem sprachlich ein Hammer. Wenn ihr das Buch irgendwo seht, nehmt es mit, es lohnt sich.

 

Antonia Michaelis: Das Blaubeerhaus

 

Mark Haddon: Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone
Christopher Boone ist Autist. Er braucht Ordnung, hat Angst vor Unbekanntem, nimmt alles um sich herum ungefiltert wahr und ist eigentlich nur glücklich, wenn er sich mit Mathematik befassen darf oder Logikrätasel lösen kann. Sein Ziel: Das Matheabitur bestehen und dann an die Uni kommen - die Alternative wäre eine Sonderschule. Doch dann passiert etwas Erschreckendes: Der Hund der Nachbarin wird erstochen. Christopher ist vollkommen verstört, doch er beschließt, den Mord aufzuklären. Er überwindet sich und spricht wildfremde Nachbarn an, um das Rätsel zu lösen. Dann zerbricht auch noch das Vertrauensverhältnis zu seinem Vater. Und Christopher findet heraus, dass seine Mutter nicht im Krankenhaus verstorben ist, wie der Vater ihm erzählt hat. Völlig auf sich allein gestellt macht er sich auf eine angsteinflößende Reise: Er wagt sich hinaus, sucht sich den Weg durch das Gewirr von Straßenbahnen, U-Bahnen, Zügen und fremden Städten und fährt zu seiner Mutter ... Ein beeindruckender Roman, manchmal umwerfend komisch, manchmal zum Heulen, oft erkenntniserweiternd und spannend, manchmal sehr fordend, wenn man Christophers Gedankenspiele und Logikrätsel nachvollziehen will. Hinzu kommt eine wunderbare Sprache, die Christopher eine ganze eigene, unverwechselbare Stimme verleiht. Klasse.

 

J. H. Rosny: Am Anfang war das Feuer
Paläo-Fiction. Es gibt ja für jedes noch so enge Genre inzwischen einen Fachausdruck.
Der Roman spielt in der Urzeit und handelt von einer Frühmenschensippe, denen bei einem Überfall eines feindlichen Stammes das Feuer ausgegangen ist. Zwei dreiköpfige Jägerteams werden ausgesandt, um das für das Überleben der Sippe unverzichtbare Feuer zurückzubringen. Dem Chef des Siegerteams winkt die Hand der schönen Häuptlingstochter.
Ich habe die Geschichte vor Jahren kennen gelernt durch den gleichnamigen Film, der mich besonders durch die dafür neu geschaffene "Steinzeitsprache" beeindruckte. Davon ist allerdings im Buch nichts zu finden, und auch die Handlung des Films weicht stark von der des Buchs ab. Ich war enttäuscht. Andererseits ist es nicht die Aufgabe eines Buches, die Versprechen eines Films zu erfüllen, vor allem dann nicht, wenn das Buch älter als der Film ist.

 

Dirk van den Boom: Der sensationelle Gonwik
Ein neuer Einsatz für die Crew von Thrax und Skepz. Auf einem von Eroberung durch die Hondh bedrohten Planeten ist ein uraltes Artefakt verborgen, das in den falschen Händen eine Katastrophe auslösen könne: Das Gerät ist in der Lage, gezielt alle künstlichen Intelligenzen psychisch völlig durcheinanderzubringen, was den Hondh natürlich gegen die noch freien Völker ausgenutzt werden könnte. Man lernt einen nahezu mittelalterlichen Planeten kennen, erlebt Abenteuer mit einer Gauklertruppe, vor allem aber geht es um ein Selbsterfahrungscamp einer total durchgeschepperten Roboterzivilisation, die hier menschliche Gefühle nachvollziehen will. Nicht ganz so gut wie der Leeluu-Roman, aber nicht schlecht, sehr originell.

 

Inge Becher/Nina Lükenga: Georg der Fünfte und sein Floh
Sehr liebenswertes Kinder-Bilderbuch für Besucher der Stadt Georgsmarienhütte und des dortigen Museums. Auf amüsante Art wird hier vom königlichen Engagement für den dortigen Bergbau und die Gründung des Stahlwerks erzählt - aber auch vom traurigen Ende der Herrschaft Georgs.

 

Das Mädchen aus dem Moor (Lerato-Anthologie)
Uralte, mystische Anthologie eines untergegangenen Verlags, der seinerzeit schöne Sachen herausgebracht hat. Es war schon seltsam, die alten Texte zu lesen. Viele der Autoren kenne ich und weiß, wie sie sich inzwischen weiterentwickelt haben. Sehr spannende Sammlung, hätte vielleicht etwas großzügiger layoutet sein sollen.

 

Artur Rosenstern: Planet Germania

 

Eckehard Haase: Einfach nur Kant
Ein Herzensprojekt eines Autorenkollegen aus dem Verein der Hildesheimlichen Autoren. Eckehard Haase bittet Kant zum Interview. Der Königsberger hat aufgrund nicht näher erläuterter Umstände bis heute überlebt, ist inzwischen, ganz gegen seine alte sesshafte Natur, zu einem begeisterten Globetrotter geworden und trifft sich nun zum Gespräch mit einer Journalistin, die sich als eine ihm in philosophischen Fragen durchaus ebenbürtige Partnerin entpuppt. Es geht noch nicht um den "ganzen" Kant in diesem Buch, sondern es handelt sich um einen ersten Band, der den vorkritischen Kant zum Thema hat. Weitere Interviewbände sind gerade in Arbeit und sollen demnächst erscheinen.
Dem Autor muss zunächst einmal eine hohe Kompetenz bescheinigt werden. Er kennt seinen Kant, das spürt man aus jeder Zeile dieses Interviews heraus. Für den Leser ist es ein lehrreiches, zum Teil sogar vergnügliches Stück Literatur, das allerdings auch einige Zumutungen und Fallstricke aufzuweisen hat. Etwas vor den Kopf gestoßen ist man schon zu Anfang, wenn Kant im Gesräch nicht nur seine eigene Philosophie erläutern will, sondern zugleich auch weit in seine Zukunft hinausgreift und von Einstein oder Heisenberg spricht, Atommodelle von Demokrit mit denen des 21. Jahrunderts vergleicht. Es geht also nicht nur um Kant, sondern um eine Nachzeichnung philosophischer und naturwissenschaftlicher Ideen von den Anfängen bis in die Gegenwart, gebündelt, fokussiert und katalysiert durch den Blick des Ausnahmephilosophen Kant. Das ist eine Stärke, zugleich aber auch eine Schwäche des Buchs. An zwei Stellen, einmal ziemlich weit am Anfang, einmal gegen Ende hin, wird das Gespräch denn auch zum einem eher rezitativen Aufsagen von Namen und Entdeckungen der Philosophiegeschichte, im Wechsel vorgetragen von Kant und der Journalistin. Aber dies nur am Rande, in weiten Teilen ist das Buch sehr gut zu lesen, bietet viele Aha-Erlebnisse, humorvolle Einblicke in Kants Biographie und Verständnishilfe bei der Beschäftigung mit seiner Philosophie. Man darf gespant sein, was der weitere Verlauf des Interviews bringt.

 

Dezember

 

Schöpfungsmythen. Hrsg. v. Hans Christian Meiser
Schöne und interessante Sammlung, leider etwas verzerrt. So besteht der Afrika-Teil lediglich aus drei Sagen der nordafrikanischen Kabylen. Sollte der Riesenkontinent mit seinen zahlreichen Völkern und Kulturen nicht noch etwas mehr zu sagen haben? Als Quelle schlage ich gleich mal "Der Gaukler der Ebene" vor, ein afrikanisches Märchenbuch, das ich im ersten Quartal dieses Jahresrückblicks kurz besprochen habe. Auch sonst ist das Buch etwas unausgewogen, und auch in der Darstellung wäre etwas mehr Einheitlichkeit zu wünschen gewesen. Manchmal gibt es Übersetzungen von literarischen Originaltexten wie Hesiods "Werke und Tage" oder aus dem indischen "Rig-Veda" und der Bibel, dann wieder Nacherzählungen, geformte Prosatexte oder knappe Inhaltsangaben. Der einleitende Essay von Mircea Eliade ist sehr erhellend, aber aus einem anderen Buch entnommen. Insgesamt also ein ziemliches Sammelsurium, von überall her zusammengeklaubt.

 

John Brinckmann: Kasper Ohm un ick (Hamburger Lesehefte)
Lausbubengeschichten, aber diesmal nicht von Ludwig Thoma und auf Bayerisch, sondern in Mecklenburger Platt und mit Seemannsgarn durchsetzt. Angeschafft hatte ich es mir als bekennender Uwe-Johnson-Fan, um mir den Namenspatron der John-Brinckmann-Schule in Güstrow mal etwas näher anzuschauen.
Der Titelheld, Kasper Ohm ist ehemaliger Kapitän und soll früher sogar bis Batavia gesegekt sein. Allerdings besteht Grund zu der Annahme, dass er nie in Batavia gewesen ist und nur Seemannsgarn gesponnen hat. Jedenfalls reagiert er ausgesprochen unwirsch, wenn man ihn dazu näher befragen will. Ich-Erzähler des Buches ist sein Neffe, der sich, inzwischen selbst ein alter würdiger Kapitän, im Lehnstuhl sitzend an ihn erinnert und der staunenden Runde von seinen Jugenstreichen und des Onkels Reaktionen darauf erzählt. Dabei ist es manchmal gar nicht so einfach, es dem alten Ohm recht zu machen. So kommt er einmal zum Vater des Erzählers und beschwert sich bitterlich darüber, dass der Neffe einfach an seinem Haus vorbeigegangen ist, ohne ihn zu grüßen. Nein, Kasper Ohm habe nicht vor dem Haus gestanden. Nein, auch nicht am Fenster oder in der Tür. Aber grüßen hätte der Bengel doch sollen. Schließlich kommt heraus, dass der Onkel im Sessel in der Stube gesessen hat und der Neffe ihn gar nicht hatte sehen können. Kasper ist ausgesprochen gekränkt, als sich der Vater daraufhin weigert, den Sprössling ob seiner schlechten Manieren zu züchtigen.
Das Meckenburger Platt liest sich manchmal etwas schwer, lautes Lesen hilft meist beim Verständnis. Die Buchstaben dürften gern etwas größer sein. Ansonsten gar nicht schlecht, nur etwas anstrengend.

 

Stanley G. Weinbaum: Auf dem Titan (BunTES Abenteuer 29)
Abenteuerliche Novelle über einen Mann und eine Frau , die auf dem Titan besondere Steine suchen, die auf der Erde ein Vermögen wert sind. Hat etwas von Jack London und Goldrausch. Sehr spannend, ich hätte gern einen längeren Roman darüber gelesen.

 

Gerd Frey: Anomalie (BunTES Abenteuer 31)
Drei Science-Fiction-Kurzgeschichten, alle drei sehr knapp und pointiert. Mir hat am besten die Titelgeschichte gefallen, in der ein Mann versucht, ein Ereignis aus der nahen Vergangenenheit ungeschehen zu machen. Das alte Motiv - gerade durch seinen Eingriff wird er zum Auslöser des Unglücks.

 

Jan Wagner: Regentonnenvariationen
Ehrlich gesagt, ich verstehe nicht ganz, dass um den Mann und seine Lyrik ein solches Gewese gemacht wird. Ich fand den Band eher nichtssagend. Handwerklich sicher gut, meinethalben perfekt, aber da war nichts, was mich nachhaltig berührt hätte oder aufhorchen ließ.
Es sind oft die kleinen Dinge am Wege oder im Garten, die hier bedichtet werden, zum Beispiel der Giersch, der im Garten wuchert und nicht totzukriegen ist. Das ist gut und löblich. Auch die Reime - sind das überhaupt Reime? - können durchaus als originell gelten. Wagner lässt seine Vers-Enden gern mit Wörtern schließen, die eher als "etymologische Reime" gelten könen oder auch als bloße Buchstabenähnlichkeiten miteinander korrespondieren. Das ist etwas weniger als eine Assonanz aber doch noch ein Bezug und insofern recht interessant. Da findet man untereinander korrespondierende Versenden wie "garage" / "giersch" / "geräusch" oder "rohling" / "reling", oder "weich" / "wich". Dieses Um-die-Ecke-Reimen macht sicher viel Arbeit. Aber ist das schon Kunst? Auf jeden Fall hat das Büchlein bei mir eher eine Leere hinterlassen.

 

Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter
Ein Buch, das dieses Jahr fur Schlagzeilen sorgte - das wieder entdeckte Manuskript des ersten Romans von Harper Lee. Entstanden zeitlich vor "Wer die Nachtigall stört", inhaltlich lange nach diesen Ereignissen angesiedelt. Die erwachsen gewordene Scout kehrt in ihre Heimatstadt zurück und trifft auf ihren inzwischen alt gewordenen Vater. Atticus Finch ist noch immer eine beeindruckende und liebenswerte Persönlichkeit, macht nicht viel Aufhebens von sich, auch wenn ihn Rheumaanfälle manchmal fast vollständig außer Gefecht setzen. Für Scout ist er noch immer das Urbild absoluter Integrität. Ein Mann von felsenfester Gerechtigkeit, der es (abweichend vom anderen Roman) gewagt hat, einen Schwarzen in einem Mordprozess nicht nur zu verteidigen, sondern sogar ihn freizubekommen. Doch dann passiert das Undenkbare: Scout sieht Atticus auf einer Versammlung, in der ein rassistischer Hetzer auftritt und verkündet, wie schlecht und minderwertig die Schwarzen sind. Für Scout bricht eine Welt zusammen.
Ein - verglichen mit dem zuerst veröffentlichten Buch - ausgesprochen moderner, sehr reifer Roman. Wenn ich beide Texte ohne Hintergrundinformationen gelesen hätte, ich wäre überzeugt gewesen, der "Wächter" sei der später entstandene. Es hat mir sehr weh getan, das Idol Atticus vom Thron stürzen zu sehen, da verstehe ich Scout sehr gut. Aber wie hätte der Roman gewirkt, wenn er tatsächlich als erstes veröffentlicht worden wäre? Dann wäre die Wirkung sicher nicht so groß gewesen. Ich denke schon, dass die Ikone Atticus tatsächlich erst aufgebaut werden und wachsen musste, erst nun wird doch die Verletzung deutlich, wenn etwas an ihrem Lack gekratzt wird. Insofern war die Entscheidung, das Buch zurückzustellen, sehr richtig. Ob es dann tatsächlich so lange hätte dauern müssen, darüber mag man sich streiten. Auf jeden Fall ein würdiger erster oder zweiter Teil des Nachtigallen-Romans.

 

Inge Becher & Nina Lükenga: Klaras Geschenk
Kleines Weihnachts-Bilderbuch, das ich als Geschenk von meiner Verlegerin Monika Fuchs erhalten habe. Klara soll einer alten Nachbarsfrau ein Weihnachtsgeschenk bringen und stellt fest, dass im Paket ausgerechnet ihre Lieblingssüßigkeiten sind. Eigentlich wollte sie ja nur kosten, und nicht das ganze Paket leerfuttern ... Was nun?

 

Tommy Krappweis: Mara und der Feuerbringer
Eigentlich mag ich es nicht, das "Buch zum Film" zu kaufen. Erst recht nicht, wenn das Buch älter ist als der Film. Aber als ich in der Buchhandlung zwei Mara-Ausgaben in der Hand hielt, die eine normal, die andere als "Buch zum Film" und mit Szenenfotos und einem auf den Film bezogenen Vorwort des Autors, da habe ich mich dann doch für letzteres entschieden. Aus Gründen.
Das Buch ist toll. Eine spannende von Humor und Wortwitz durchzogene, aber nicht verkrampft witzig sein wollende Reise durch die germanische Mythologie, in der es hauptsächlich um den gefesselten Loki und um sein - offenbar von Mythologie-Fachleuten geradezu gehasstes - Pendant im Wagner-Kosmos geht, den Loge aus dem "Ring". Hat mir sehr gefallen, ich las das Buch in einem Rutsch durch und war sehr traurig, als es schon zu Ende war. Demnächst lege ich mir den zweiten Teil zu.

 

Heinrich Laube: Reisenovellen II (e)
Der zweite Band de Reisenovellen. Endlich geht es in südliche Gefilde, und zwar nach Tirol und Italien. In die Reisebeschreibung eingebunden sind mehrere Porträts und biografische Darstellungen berühmter Männer wie Andreas Hofer, Goethe und Byron, auch findet man ein paar unterwegs erzählte Novellen, meist geht es um Liebe.

 

Friedrich Schlegel: Lucinde (e)
Eine Art Liebesgeschichte. Jugendsünde eines Philosophen. War damals als Schweinkram verrufen, heutzutage eher harmlos und durch den Stil nicht ganz einfach zu lesen. Ich habe Anfang der 90er das Insel-Taschenbuch gelesen, kurz darauf auch Schleiermachers "Vertraute Briefe über die Lucinde". Bisher hat sich die Taschenbuchausgabe jedem Wiederlese-Versuch meinerseits widersetzt, ich bin jedesmal steckengeblieben. Als eBook ließ sich das Ding aber recht zügig konsumieren. Hat aber dem heutigen Leser, sofern er nicht von literarischem oder historischem Interesse geleitet ist, nicht allzu viel zu bieten.

 

Märchen unbekannter Verfasser (e)
Sammlung von teils anonym überlieferten Märchen, teils ist auch der Verfassername genannt, es handelt sich aber um "relativ unbekannte" Autoren. Enthält das von mir sehr geschätzte und wohl auch recht bekannte Märchen "Hans der Grafensohn und die schwarze Prinzessin" über eine verstorbene Königstochter, die jede Nacht aus dem Sarg steigt und den Wächter auffrisst. Ferner das Märchen vom dicken fetten Pfannekuchen. Sehr gefallen haben mir auch das Fischessen und das Märchen "Lang sei dein Leben". Außerdem gibt es darin zwei recht umfangreiche märchenhafte Abenteuererzählungen von Ernst Constantin, "Der noble Schuster" und "Die silberne Axt". Sehr lesenswert.

 

Lilith Kalluna: Kinder der Dunkelheit I - Der Prophet

 

Roberto Piumini: Motu Iti. Die Insel der Möwen
Kinderbuch, das auf der Osterinsel spielt, und von der Verbannung eines guten Königs auf den kargen Möwenfelsen berichtet, weil ihn ein Neider verleumdete und schließlich eine Verschwörung gegen ihn gründete. Der König, von Hass und Wut gepackt, rächte sich schließlich, indem er die Möwen, die er in der Einsamkeit zu lenken lernte, zu Raubzügen auf die Osterinsel schickte. Schließlich werden die Möwenüberfälle unerträglich. Der Schurke gesteht sein hinterhältiges Ränkespiel gegen den guten König, dieser wird zurückgeholt und wieder ins Amt eingesetzt, doch er verliert die Macht über die Möwen, die ihre Überfälle mit noch größerer Wut fortsetzen. Erst als die Insulaner riesige Steinköpfe, die Moai, errichten, die drohend auf das Meer und zum Möwenfelsen blicken, bekommen die Möwen Angst, stellen ihre Angriffe ein und bleiben der Insel fern.
Eine sehr sehr schöne, sagenhafte Geschichte. Allerdings mit einem Schönheitsfehler. Denn die Riesenstatuen auf der Osterinsel blicken gerade nicht drohend aufs Meer hinaus, wie der Autor beschreibt, sie kehren dem Meer vielmehr den Rücken und starren die Dörfer der Insulaner an.

 

Antonia Michaelis: Im Auge des Leuchtturms
Magisch, düster, surreal, ungeheuer phantasiebegabt und spannend bis zur letzten Seite. Antonia Michaelis erzählt die Geschichte der perfektionistischen Karrierefrau Nada Schwarz, die plötzlich eine Ansichtskarte erhält. Darauf ist ein Leuchtturm zu sehen, ein Gruß von der kleinen Insel Nimmerog, der sie vollkommen aus dem Gleichgewicht bringt. Verstört, ohne überhaupt zu wissen warum, macht sie sich auf die Spurensuche. Sie findet heraus, dass ihre Eltern dort ein Ferienhaus besitzen, es aber schon Jahrzehnte lang nicht mehr besucht haben. Auch sie selbst muss schon einmal dort gewesen sein. Als Kind. Aber die Erinnerung ist fort - vollkommen ausgelöscht. Und der Leuchtturm? Als sie kurz entschlossen das Ferienhaus ihrer Eltern besucht, fällt sie in Schlaf und hat einen seltsamen Traum. Sie sitzt im Leuchtturm, umgeben von hunderten von IKEA-Bausätzen mit seltsamen Namen, die beim Zusammenbau vollkommen widersinnige und funktionslose Möbelstücke ergeben. Wann immer sie im Ferienhaus ihrer Eltern einschläft - sie wacht in diesem Traum- oder Albtraum-Leuchtturm wieder auf. Immer wieder klingelt dort ein Telefon. Eine Kinderstimme bittet um Hilfe, spricht von einem dunklen Raum ohne Fenster und Tür ... Nach und nach kommt Nada einem Kindheitstrauma auf die Spur, das sie vollkommen verdrängt hatte ... Ein Wahnsinnsbuch, wahrscheinlich das beste, das ich dieses Jahr gelesen habe. Unbedingte Leseempfehlung.

 

Emilia Jones: Michelles Verführung

 

Ulrich Wißmann: Tanz mit Schlangen. Tödliche Zeremonie bei den Hopi

 

Kling, Glöckchen ...
Erotik-Anthologie des Eysion-Verlags, die "besinnliche Weihnachtsgeschichten" verspricht. Enthält neun kürzere Erzählungen von Autorinnen wie Emilia Jones, Lilly Grünberg und Sira Rabe. In allen Geschichten gibt es reichlich Geschlechtsverkehr, mal im Nikolauskostüm, mal beim Wichteln, mal auf einer Weihnachtsfeier, was sich zum Teil recht lustvoll lesen lässt. Sonderbar: Ein Drittel der Geschichten hat absolut keinen Bezug zum Thema Weihnachten. Ob hier die Autorinnen das Thema nicht mitgeteilt bekommen oder nicht beachtet haben oder ob der Verlag einfach genommen hat, was gerade da war, weiß ich nicht. Wahrscheinlich bin ich auch der einzige, der beim Lesen einer Erotikanthologie darauf achtet, ob das Thema beachtet wurde. ;-)

 

Ludolf Wienbarg: Tagebuch von Helgoland (e)
Ein Buch, das ich in der Originalausgabe von 1838 und in der Auswahlfassung aus dem Greno-Verlag schon mehrfach gelesen habe, beim Helgoland-Urlaub gehört es sowieso jedesmal ins Handgepäck. Eines meiner Liebligsbücher eigentlich. Eigentlich Wienbargs bestes. Ein Buch, durch das der Seewind weht, salzluftgeschwängert und voller Freiheit. Jetzt also die eBook-Ausgabe.
Es handelt sich um eine Verlagsausgabe. Das Buch ist bearbeitet worden, mit historischen Bildern aufgewertet und mit Kapitelüberschriften versehen. Also keine kostenlose Trash-Ausgabe mit automatisch aus der Public Domain herausgelutschten Texten. Der Lexikus-Verlag hat Arbeit hineingesteckt, es darf also auch ruhig etwas kosten. So weit, so gut.
Jetzt zu den unschöneren Aspekten dieser Ausgabe. Zunächst einmal (was nur jemandem auffallen kann, der das Buch fast auswendig kennt): Der Text ist an einigen Stellen verändert worden. So wurde im Vorwort Wienbargs das Wort "Kaprice" mal eben durch "augenblickliche Laune" ausgetauscht. Wie bitte was? Was soll das? Der Text ist also absolut nicht zuverlässig und nicht zitierfähig. Hütet euch davor. Ein paar Absätze weiter ist der verlangsinterne Hinweis, man solle hier ein Bild einfügen, zu finden.
Dass bei Einscannen von alten Frakturtexten oft Fehler passieren, die dann auch noch stehen bleiben, ist leider eher die Regel als die Ausnahme. Aber wenn man den Text schon bearbeitet, warum wird dann nicht auch Korrektur gelesen? Es muss doch jemandem aufgefallen sein, dass es komisch klingt wenn Leute im Meer "Ach weiblich tummeln" - natürlich wollen sie "sich weidlich tummeln". Häufig wird das langgezogene "s" als "f" übersetzt, Umlautpunkte verschwinden, und das im Original auf den Namen "Bliza of Heligoland" getaufte Schiff wird nun zu einem "Blizard of Helgoland" - da hätte man doch geich einen "Blizzard" mit korrektem Doppel-Z draus machen können. Also: Finger weg von diesem eBook. Man kann es nur ordentlich lesen, wenn man ohnehin schon weiß, wie der Text lauten muss - und dann braucht man es nicht mehr.

 

Hörbuch

 

Astrid Lindgren: Die Menschheit hat den Verstand verloren. Tagebücher 1939-1945
Die Tagebücher, die Astrid Lindgren wärend des zweiten Weltkriegs führte, zeigen ein Bild der bekannten Kinderbuchautorin, das auf den ersten Blick nicht viel mit der heilen Kinderwelt von Saltkrokan und Bullerbü gemein hat. Obwohl manches doch auch etwas nach dem vertrauten Lönneberga-Tonfal klingt. Wenn sie etwa eine Magd zitiert mit den drohenden Worten: "Mit diesem Hitler würde ich gern mal ein Wörtchen reden." Da klingt irgendwie doch noch Michels Lina durch.
Astrid Lindgren hat vom Beginn des zweiten Weltkriegs an gewissenhaft Tagebuch geführt über die Ereignisse. Und man ist erstaunt darüber, wie sich die Pespektive ändert, wenn man nicht aus Deutschland auf die Europakarte blickt, sondern aus Schweden auf die Weltkarte. Für das neutrale Schweden rücken Dinge in den Vordergrund, die mir als Deutschem gar nicht so recht bewusst waren. Die deutsche Besatzung Norwegens und die russischen Angriffe auf Finnland zum Beispiel, die einen breiten Raum in Lindgrens Aufzeichnungen einnehmen. Zu wem sollte man nun halten? Zu England, weil die Engländer die Deutschen bekämpften und damit den Norwegern halfen? Oder lieber zu Deutschland, weil die Deutschen gegen Russland zogen und damit den Finnen halfen? Und war diese Neutralität nun gut? Vielen Schweden behagte es gar nicht, dass die Regierung beschloss, die deutschen Truppen passieren zu lassen, auch wenn es nur um Soldaten ging, die auf Fronturlaub nach Hause wollten und dazu mit dem Zug durch Schweden reisten. Oder eben um Truppen, die von Norwegen nach Finnland transportiert wurden. Auch manche unfreundlichen Äußerungen aus Norwegen sind gefallen, obwohl die Schweden feißig Geld und Kleiderspenden nach Norwegen und Finnland schickten. Aber hätte sich das kleine Land ernsthaft widersetzen können und sollen? Mit Genugtuung werden Äußerungen des dänischen Königs notiert, der die Deutschen, obwohl sein Land besetzt war, manchmal in ihre Schranken wies. Das war die kleine, die skandinavische Perspektive.
Erstaunlicherweise ist Lindgrens Blick auf diesen Krieg, obwohl oder gerade weil er aus einen sehr kleinen Land kommt, nicht auf die kleine skandinavische Welt beschränkt. Sie hat gleichzeitig einen wesentlich weiteren Blick als der, den uns der Geschichtsunterricht vermittelt. Sie notiert Kriegshandlungen aus Java, Taiwan, Singapur, hat Afrika und Pearl Harbour gleichermaßen im Blick, und manchem mag wohl erst durch diese Kriegstagebücher aus Schweden wirklich klar werden, dass das Wort Welt-Krieg tatsächlich die ganze Welt umfasst. Hand aufs Herz, an was denkt ihr denn, wenn ihr an den Zweiten Weltkrieg denkt? Frankreich und Russland, Flugzeuge nach England und irgendwann kamen die Amerikaner wie aus dem Nichts ... Oder?
Lindgren notiert politische Witze über Hitler - der mit dem Echo, das bei Hitlers Rede auf die Frage "Was ist die größte Nation?" antwortet: "Zion", der ist richtig gut. Sie berichtet auch über ihren "Schmuddeljob": Als Angestellte der Postzensur hatte sie Briefe ausländischer Absender und Adressaten zu lesen und auszuwerten. Auch dies eine wichtige Informationsquelle. Da wird nicht nur von Kriegsereignissen und der Stimmung in Deutschland berichtet, sondern auch von Judentransporten und Konzentrationslagern. Sogar in Schweden hat man davon gewusst. Da kann sich niemand herausreden.
Wenn man bedenkt, dass in dieser Zeit, gegen Ende des Krieges, Pippi Langstrumpf geboren wurde ... Im Tagebuch kommt sie nur mit zwei oder drei Sätzen vor, fast beiläufig. Doch die Aufzeichnungen schließen damit, dass nun endlich Frieden ist, und Frau Lindgren geht ins Buchgeschäft und kauft sich ihr erstes Exemplar von Pippi.
Ein besonderes Buch oder, in diesem Fall, Hörbuch. Empfehlenswert.

 

Jahresrückblick Teil 3: Juli bis September 2015
Jahresrückblick Teil 2: April bis Juni 2015
Jahresrückblick Teil 1: Januar bis März 2015

 

© Petra Hartmann




Foto

Jahresrückblick III: Juli bis September 2015

Geschrieben von Petra , in Jahresrückblick 29 Dezember 2015 · 1.109 Aufrufe
September
Das Jahr 2015 war für mich auch als Vorleser ausgesprochen arbeitsintensiv. Ich hatte insgesamt 29 Lesungen, bislang mein absoluter Rekord. Es gab ein paar interessante Premieren. So hatte ich meine erste "Buch & Bier"-Lesung zusammen mit Brauer Jan Pfeiffer im Leseladen am Marienburger Platz in Hildesheim, eine rundum gelungene Veranstaltung, die hoffentlich bald eine Neuauflage erlebt. Weiterhin las ich erstmals in einem Zug etwas vor: Ich war eingeladen zum fünften Geburtstag des Kulturbahnhofs in Bad Salzdetfurth und trug zur Feier des Tages mein Märchen "Furunkula Warzenkraish" in der Nordwestbahn auf der Fahrt zwischen Bahnhof und Solebad vor. Ich war erstmals auf dem Braunschweiger Conventus Leonis zu Gast, wo ich aus "Doctor Nikola" und "Darthula" vorlas. Sehr schön war auch die erste szenische Lesung der Hildesheimlichen Autoren in der Buchhandlung Decius, bei der ich als Touristin in Altje Hornburgs Dialog "Ein Gespräch in Hildesheim" mitwirkte und anschließend als Fräulein Liane in Bernward Schneiders Krimi "Im Dunkeln" mal so richtig die Sau rauslassen durfte. Auch die Marathon-Lesung zum Tag der Niedersachsen in der Hildesheimer Fußgängerzone - mit Premiere meines Hödeken-Buchs - war etwas ganz Besonderes. Ich war erstmals zu Gast in der Heimatstube in Sibbesse, hatte ein "Heimspiel" mit der "Schlagzeile" in Bennigsen sowie einige sehr spannende Lesungen und Interviews auf Radio Tonkuhle, las mehrfach in der Salze-Klinik in Bad Salzdetfurth und im Hildesheimer Michaeliscafé, und auch der MarburgCon durfte natürlich nicht fehlen.

Nun aber zu meinen Lesefrüchten des dritten Quartals 2015. Diesmal vorwiegend Antikes, eine Menge Science-Fiction, Fantasy und Horror, dazu kam einiges an ???-Cassetten. Viel Vergnügen damit.


Legende:
Ein (e) hinter dem Titel bedeutet, dass ich den Text in der eBook-Fassung gelesen habe.
Blaue Schrift weist auf herausragend gute Bücher hin.
Rot markiert sind Bücher, die ich so abgrundtief schlecht finde, dass ich euch ausdrücklich davor warne.
Bei verlinkten Titeln landet ihr auf ausführlicheren Besprechungen innerhalb dieses Blogs.


Juli

Aristoteles: Eudemische Ethik
Ich hatte mich im Studium ziemlich intensiv mit der Nikomachischen Ethik auseinandergesetzt und hatte die Eudemische und die Große Ethik schon seit gut 20 Jahren auf meiner geistigen To-do-Liste. Aber was tun, wenn es die beiden nicht als Reclamhefte gibt ... Ich habe mir mal etwas gegönnt und mir die gediegene Ausgabe aus dem Oldenbourg Akademieverlag (Übersetzung und Kommentar: Franz Dirlmeier) gegönnt. Das Buch lässt in Aufmachung und Kommentierung nichts zu wünschen übrig, es gibt eine sehr umfangreiche Einführung in das Werk und eine gut nachvollziehbare Einordnung der Eudemischen Ethik im Vergleich zur Nikomachischen und Großen Ethik.
Was den Text selbst angeht, es ist ein typischer Aristoteles-Text, spröde in der Sprache, klar in der Struktur, ein wenig dröge und systematisch, das war zu erwarten. Es gibt große Überschneidungen mit der Nikomachischen Ethik, die Betrachtungen zur Eudaimonia und Arete sind ähnlich, auch geht es hier wie dort um die Mesotes der ethischen Tugenden. Doch alles noch ein wenig eckig und unfertig. Das Buch ist fragmentarisch überliefert, ein paar Lücken wurden bereits in der Antike aus der Nikomachischen Ethik ergänzt. Den hohen Flug und die formvollendete Komposition der Nikomachischen erreichte die Eudemische Ethik nicht. Trotzdem ein hochinteressantes Werk, die Anschaffung hat sich gelohnt.

Niklas Peinecke: Die Seelen der blauen Aschen (D9E 6)
Die Fortsetzung des Romans "Das Haus der blauen Aschen", ebenfalls sehr spannend und mit einem hochinteressanten Handlungsort. Etwas verschlungen durch die vielen Handlungsfäden, aber man steigt gerade noch durch. Die Romanze der beiden Roboter/KIs Wurm und Hackbot geht weiter, während der ehemalige Mensch und jetzige Karman eine weitere Entwicklungsstufe durchmacht. Farne und ihr Team sitzen noch immer auf dem Planeten der blauen Aschen fest und müssen sich mit den geheimnisvollen Birkenmenschen auseinandersetzen - und mit den Rätseln einer uralten Zivilisation. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Regine Mengel: Am 13. Tag III: Flaschengeister (e)
Dritter und letzter Teil der Trilogie um das Mädchen, das von Flaschengeistern abstammt, und das para-orientalische Zauberreich Kis-ba-Shahid. Mit vereinten Kräften kämpfen die Helden gegen den bösartigen Usurpator. Dass am Ende das Gute siegt, darf wohl verraten werden. Aber der Weg dorthin und die Art, wie die Flaschengeister überzeugt werden, war sehr spannend und überraschend. Gut gemacht.

Robert Musil: Mann ohne Eigenschaften. Erstes Buch (Teil I und II)
Ein ziemlich dicker Schinken, in den man sehr schwer reinkommt. Und wahrscheinlich einer der Klassiker, die am häufigsten zitiert und am wenigsten gelesen werden. Man muss sich erst ein wenig eingewöhnen, aber nach ein paar hundert Seiten platzt dann der Knoten. Das Buch bietet ein Panoptikum der österreichischen Gesellschaft und der Gedanken und Beweggründe einzelner Bevölkerungsgruppen und Individuen. Es geht um Ulrich, den "Mann ohne Eigenschaften", um seine Beteiligung an der "Parallelaktion", die Vorbereitung zum 70. Jahrestag der Thronbesteigung des österreichischen Kaisers, mit der man die unglücklicherweise gleichzeitigen Feierlichkeiten eines preußischen Jubiläums ausstechen will. Es geht um einen, möglicherweise unzurechnungsfähigen, Frauenmörder, der auf seine Hinrichtung wartet, um die Frage nach Schuld und Schuldunfähigkeit, um die bezaubernde Diotima, die im Zentrum der Vorbereitungen zum Festjahr steht, um den gewinnenden preußischen Intellektuellen und Industriellen Arnheim und überhaupt um ganz viele sehr unterschiedliche Charaktere und ihre Gedanken über das Friedenskaisertum und andere Ideen.
Musil hat zweifellos die genialste Art gefunden, einen Roman mit einem Wetterbericht zu beginnen (gilt sonst ja in Schreibratgebern als pfui bäh). Mir hat am besten der Ausflug des Generals Stumm von Bordwehr in die Bibliothek gefallen - einfach beeindruckend, was für Gedanken sich der alte Kämpe darüber macht, wie man Ordnung in eine Sache bringt. Und nicht von der Hand zu weisen die Erkenntnis des Bibliothekars: Der Mann erklärt, er habe nur deshalb den Überblick über die mehreren hunderttausend Bände, weil er Zeit seines Lebens kein einziges dieser Bücher gelesen hat.
Fazit: Das Buch lohnt sich. Aber man muss vorher eine Menge Arbeit reinstecken, bevor es sich einem öffnet. Kein Appetithäppchen für zwischendurch.

Matthias Falke: Agenten der Hondh (D9E 7)
Die Überlebenden der Expedition, die in "Kristall im fernen Himmel" geschildert wurde, machen sich auf die Spurensuche und versuchen herauszufinden, wo ihr ehemaliger Chef die Informationen über ihr damaliges Ziel herhatte. Auch die Liebesgeschichte zwischen Nola und Manuel geht weiter. Der Wiedereinstieg in diesen Handlungszweig der "neunten Expansion" war nicht ganz einfach, es lag doch schon einige Zeit zwischen meiner Lektüre des "Kristalls" und der "Agenten", man findet sich aber dann doch hinein.

Fundbüro der Finsternis. Kann Spuren von Grauen beinhalten
Anthologie der Autorengruppe Geschichtenweber mit bewegter Editionshistorie. Es fing vor Jahren an als ein Projekt des WortKuss-Verlags von Simone Edelberg, die einer ausgewählten Reihe von Autoren pünktlich zu Halloween ein Bild zumailte, das ein "Fundstück" zeigte und in einer Horrorgeschichte verarbeitet werden sollte. Nach dem Ende des Verlags und langem Hin und Her fanden sich schließlich ein Großteil der Autoren bei den Geschichtenwebern zusammen, ein paar waren abgesprungen, ein paar neue waren hinzugekommen, und der Verlag p.machinery übernahm schließlich die Veröffentlichung. Von mir ist die Bergmannsgeschichte "Der schwarze Frosch" enthalten. Inzwischen habe ich das gesamte Buch durchgelesen und finde, dass es sehr gut gelungen ist. Erzählerische Ausfälle habe ich nicht gefunden, nur gute bis sehr gute Geschichten. Meine beiden Lieblingsstorys sind "Im Licht des vollen Mondes" von Karsten Beuchert und "Sie hat alles gesehen" von Jan-Christoph Prüfer. Nichts für schwache Nerven.

Holger M. Pohl: Fünf für die Freiheit (D9E 8)
Eines der besten Abenteuer aus der Reihe "Die neunte Expansion", das ich bisher gelesen habe. Vor allem wegen der Konzentration auf eine kleine fünfköpfige Gruppe und einen geradezu klaustrophobisch engen Raum. Fünf sehr unterschiedliche Personen sollen sich als Kundschafter ins Hondh-Gebiet begeben und Informationen über die fremden Eroberer sammeln. Zu diesem Zweck wird die Gruppe in einem Geheimraum innerhalb eines Riesentanks mit flüssigem Spezial-Kunststoff untergebracht, der Teil einer Tributleistung an die Hondh ist. Ein Himmelfahrtskommando ... Gut gemacht.

Gisela Laudi: Justina Tubbe. Der weite Weg einer Brandenburgerin vom Oderbruch nach Texas
Biographie einer Auswanderin, in der Ich-Perspektive erzählt.
Ich lernte Justina Tubbe im Auswanderer-Museum in Bremerhaven kennen, das ich im Sommer letzten Jahres besucht habe. Das Museum ist ein Erlebnis der Spitzenklasse und sei hiermit jedem wärmstens ans Herz gelegt. Einfach toll. Muss ja mal gesagt werden. Man bekommt dort beim Eintritt die "Identität" eines bestimmten Auswanderers zugewiesen, auf dessen Spuren man sich beim Weg durch das Museum begibt. Mit diesem "Reisepass" kann man sich an den einzelnen Stationen Informationen anzeigen lassen, wie der Betreffende seine Situation empfunden hat und was es an historischen Quellen über ihn gibt. Da ich zu der Zeit gerade an meinem Roman "Freiheitsschwingen" arbeitete, bat ich die Frau an der Kasse um einen Auswanderer aus den 1830er Jahren. Ganz genau aus der Zeit hatten sie zwar niemanden, aber ich bekam die Identität Justina Tubbes, die im Jahr 1844 nach Amerika auswanderte, also doch sehr nahe dran. Nach einem fast ganztägigen Museumsaufenthalt erwarb ich schließlich im Museumsshop auch das Buch dazu - die Biographie Justina Tubbes.
Sie war eine Frau aus usprünglich gar nicht so ärmlichen Verhältnissen. Sie stammte aus einer Weberfamilie. Dann kam die industrielle Revolution. Dampfwebstühle machten die Arbeit in einem Bruchteil der Zeit und kosten weniger. Hunger zog bei den Webern ein. Dazu Missernten. 1844 war ja dann auch das Jahr des Weberaufstandes. Wir erinnern uns an Heinrich Heines schlesische Weber ... Jedenfalls blieb ihr irgendwann einfach nichts mehr übrig als der Weg nach Amerika, wo sie einer ihrer bereits ausgewanderten Söhne aufnahm. Richtig heimisch geworden ist sie dort wohl nicht, sie war schon recht alt, als sie den alten Kontinent verließ. Aber ihre Söhne und Enkel entwickelten sich schnell zu echten Amerikanern, und ihre Nachkommen leben dort noch heute.
Das Buch ist, wie bereits gesagt, als Ich-Erzählung verfasst. Es wirkt stellenweise etwas unauthentisch, wenn die Verfasserin sich bemüht, die einfache Frau aus dem Oderbruch sprechen zu lassen, vor allen zu Anfang klingt es doch nach einer erkünstelten Naivität. Doch das machen die gründliche Recherche und die sorgsam zusammengetragenen Fakten und Dokumente mehr als wett. Also: Ein sehr lesenswertes und materialreiches Buch, für Recherchezwecke sehr gut geeignet.

Die Welten von Thorgal: Kriss de Valnor 5 - Rot wie der Raheborg

Andrea Tillmanns: Mimis Krimis

Ovid: Amores / Liebesgedichte. Lat./Dt. (Reclam)
Ovid: Ars Amatoria / Liebeskunst. Lat./Dt. (Reclam)

Ich habe ja hier im Blog schon häufiger darüber gemeckert, dass Übersetzer antike Lyrik neuerdings nur noch als Prosaübersetzungen darbieten. Das ist ärgerlich und wird über kurz oder lang die Leserschaft der Lyriklektüre weiter entfremdem. Ich hätte es lieber, wenn man wenigstens einen kleinen, wenn auch nicht hundertprozentig geglückten Eindruck vom Versmaß und Rhythmus des Originals zu vermitteln versucht.
Diese bittere Anklage muss ich angesichts dieser beiden Reclamhefte teilweise revidieren. Es sei an dieser Stelle zugegeben, dass die deutsche Übersetzung von Michael von Albrecht ausgesprochen wohlklingend ist und beinahe lyrisch anmutet. Der Ton hat mir sehr gefallen, zumindest in Bezug auf Ovid bin ich etwas nachsichtiger geworden. Es geht also. Man kann Lyrik in Prosa übersetzen und trotzdem noch etwas leisten. Aber ruht euch bitte nicht darauf aus, liebe Übersetzer.
Ovid zeigt sich, wie auch in den Metamorphosen und den Heroinenbriefen als außerordentlich gefühlvoller und phantasiebegabter Dichter, das genaue Gegenteil zum harten, kargen Epenstil eines Vergil. Wie auch in seinen epischen Texten erweist er sich als großer Psychologe und Freund der Frauen, denen er in seiner "Liebeskunst" ebenso hilfreiche Verführungstipps gibt wie den Männern. Zwei sehr schöne Bücher, deren Lektüre ich demnächst durch die dazugehörigen "Heilmittel gegen die Liebe" ergänzen werde. Empfehlenswert.

Horaz: Oden und Epoden Lat./Dt. (Reclam)
Schöne zweisprachige und gut kommentierte Ausgabe, die deutsche Fassung diesmal nicht als Prosawiedergabe, sondern in Versen, sehr gut. Ich denke, gerade bei einem Dichter wie Horaz war es auch unbedingt nötig, das Versmaß zu erhalten. Geboten wird eine ungeheure Fülle an Liedern, Hymnen auf Götter und Heroen, Lobpreisungen von Zeitgenossen - allen voran an Maecenas natürlich -, dazu Liebeslieder, Jahreszeitliches und ein sehr weiter Blick auf Landschaften. Horaz wetteifert mit Pindar, bietet Strophen im sapphischen Versmaß, singt Siegeslieder und Päane und kämpft in bissigen Jamben wie Archilochos. Er preist Rom und singt von Troja, bietet Philosophisches und Alltägliches, genießt und lobt die Enthaltsamkeit. Eine ganze Welt in einem Gedichtband.

Jeff Kinney: Gregs Tagebuch I - Von Idioten umzingelt
Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 2 - Gibt's Probleme?
Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 4 - Ich war's nicht
Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 6 - Keine Panik!
Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 7 - Dumm gelaufen
Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 8 - Echt übel!
Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 9 - Böse Falle

Eine Freundin hat zusammen mit ihrem Sohn das Bücherregal aufgeräumt und alles, wofür der junge Mann zu alt geworden ist, für meine zweijährige Nichte gestiftet. So kam eine ziemlich große Bücherkiste in mein Haus, und wenn so etwas im Wohnzimmer herumsteht, kann ich ja nicht gut daran vorbeigehen. So stieß ich auf Gregs Tagebücher, die ich ja schon in meiner Dienstzeit als Schulbibliothekarin als absoluten Kindermagneten kennen gelernt hatte. Ich schlug Band eins auf und konnte nicht mehr aufhören. Die kommenden Tage verbrachte ich kickernd und blackernd wie eine Übergeschnappte. Um Himmelswillen, lest diese Bücher niemals in der Öffentlichkeit. Wenn ihr im Zug plötzlich so losrustet wie ich, ruft bestimmt jemand die freundlichen Männer mit den weißen Kitteln, die euch eine langärmlige Weste mitbringen. Bauchschmerzen von Lachkrämpfen sind garantiert. Und es bleibt nur noch die ärgerliche Frage: Wohin haben meine Freundin und ihr Sohn die Bände 3 und 5 verbummelt, konnten sie uns die nicht auch noch stiften?


Hörspiel

Die drei ??? 125 - Feuermond
- Das Rätsel der Meister
- Der Pfad der Täuschung
- Die Nacht der Schatten
Ein extralanges Abenteuer der drei Fragezeichen, drei MC im Schuber mit sehr schönem, stimmungsvollem Mondlichtcover in flammenden Rottönen. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Erst dachte ich ja, es ginge um eine Art Fortsetzung von "Das Erbe des Meisterdiebs" mit anderen Mitteln und dass Hugenay seine damalige Ankündigung wahrmachen und Justus noch einmal "versuchen" wolle - diesmal vielleicht erfolgreich. Aber das Thema ist ein völlig anderes und überraschendes. Das Kunst-Konzept, das den Werken der beiden Künstler-Freunde in diesem Abenteuer zugrunde liegt, ist ausgesprochen faszinierend, ich würde so etwas selbst gern sehen. Die Entwicklung Hugenays war sehr unerwartet, man könnte sie tragisch nennen. Das Wiedersehen mit Brittanny brachte nicht nur die erhoffte Konfrontation, sondern gab auch Justus die verdiente Chance auf eine Revanche, die gut genutzt wurde. Ein rundum gelungenes, magisches und zum Nachdenken anregendes Abenteuer. Sehr gut.


August

Die griechische Literatur in Text und Darstellung. Band 4: Hellenismus (Reclam)
Schöne zweisprachige Überblicksdarstellung mit viel Material und einer ganzen Menge Autoren, die ich noch nicht kannte. Hat mir gefallen, wenn ich auch eher für die Autoren der Kaiserzeit, also des fünften Bandes, zu haben bin.

Geheimnisvolle Geschichten 4: Die Kathedrale
Anthologie des Extraklasse. Ein stilvolles, sehr dickes Hardcoverbuch mit Erzählungen sehr unterschiedlicher Verfasser, die eines gemeinsam haben: Es geht um eine Kathedrale, ein ungeheuer großes Sakralbauwerk in einer abgelegenen Gegend, oft vom Verfall geprägt, meist von einer Aura des Unheimlichen umgeben. Neuankömmlige haben oft ein sehr ungutes Gefühl, wenn sie unversehens in die Nähe dieser Kirche geraten - und das Gefühl trügt nicht. Da wird vom Bau der Kathedrale brichtet, meist in mittelalterlichen Settings, einmal auch im Urwald der "neuen Welt", um den Eingeborenen zu zeigen, welcher Gott der wahre ist. Mal ist das Gebäude das Tor in eine andere Welt oder Dimension, mal Zuflucht in einer ansonsten schrecklichen, tödlichen Dystopie. Mal lauern Geister und Monster in ihren Räumen, mal sogar ein steinerner Engel, der sich bewegt, sowie man blinzelt ... Ein ausgesprochen lesenswertes Buch, das viele Überraschungen zu bieten hat.

Eowyn Ivey: Das Schneemädchen
Ein Ehepaar zieht sich in die einsamen nordamerikanischen Wälder zurück. Alles wollen sie hinter sich lassen, vor allem die schwere Zeit, in der die Frau eine Fehlgeburt hatte. Doch das Leben ist hart dort draußen. Im Spiel formen die beiden, als der Winter beginnt, ein kleines Mädchen aus Schnee, das bereits kurz danach verschwunden ist. Dann taucht ein fremdes Mädchen aus Fleisch und Blut auf. Hat sich die Schneefigur auf geheimnisvolle Weise belebt? Und warum verschwindet das Kind mit dem Ende des Winters und kehrt erst nach langen Monaten beim neuen Wintereinbruch zurück? Die Frau glaubt, das Märchen vom Schneemädchen sei wahr geworden. Der Mann aber hat inzwischen eine grausge Entdeckung gemacht, über die er zu schweigen versprochen hat ... Sehr schönes Buch, sowohl die Geschichte als auch die optische Gestaltung haben mir gefallen. Lesenswert.

Kerstin Groeper: Der scharlachrote Pfad

Sebastian Haffner: Anmerkungen zu Hitler
Ein sehr dünnes Buch, dessen äußere schlichte Erscheinung in verblüffendem Kontrast steht zu dem reichen Inhalt. Man erfährt in dieser knappen, natürlich vereinfachten Überblicksdarstellung mehr über den Charakter und die Denkweise Adolf Hitlers als aus vielen dickleibigen, detaillierten Hitler-Biographien. Haffner beschränkt sich auf wenige, knappe Aspekte und legt die Linien frei, an denen sich Hitlers Hirn und Psyche orientierten und die dann in Politik, Krieg und Mord umgesetzt wurden. Sehr logisch und folgerichtig, eins ergibt sich aus dem anderen, wie in einem typischen Wahnsystem eines Paranoikers. Am Ende versteht man zwar immer noch nicht, wieso jemand so blöd sein kann, einen Weltkrieg vom Zaun zu brechen und Millionen und Abermillionen von Menschen zu töten, und für wen eigentlich? Aber wie und dass der einmal vorgezeichnete Weg konsequent verfolgt und umgesetzt wurde, wird sehr klar dargelegt. Einzelheiten mögen sich natürlich im Laufe der Jahrzehnte als falsch erweisen, die Geschichtsforschung wird immer wieder Neues auch aus dieser Zeit ans Tageslicht bringen. Doch die Grundzüge dieser knappen Darstellung werden sicher Gültigkeit behalten. Pflichtlektüre.

Lewis Carrol: The Hunting of the Snark /Die Jagd nach dem Schnatz (engl./dt.) (Reclam)
Herrliches, vollkommen irrsinniges Abenteuer, das die Wunder- und Spiegelland-Erlebnisse Alices mühelos in den Schatten stellt. Ich hatte die Jagd nach dem Schnatz vor einigen Jahren in der Hörbuchfassung kennen gelernt und erst jetzt beim Stöbern in den Vorschlägen eines Online-Buchhändlers entdeckt, dass es auch eine Reclamausgabe gibt. Klar, dass ich da zureifen musste. Worum geht es? Eine bunt zusammengewürfelte Truppe von Abenteurern, zu denen unter anderem ein Billard-Marqueur, ein Schlachter, ein Anwalt und ein Biber gehören, macht sich auf die Jagd nach dem Schnatz. Als Hilfsmittel steht ihnen eine leere Seekarte zur Verfügung, Lockmittel sind Seife und Fabeln, sie bedrohen sein Leben mit Aktien der Bahn und stellen seltsame mathematische Logikspiele an. Über der gesamten Reisegesellschaft schwebt die unsichtbare Drohung, was passieren möge, wenn der Schnatz sich als Boojum entpuppt. Das ganze in Verse gegossen, eine wunderbare Ballade. Herrlicher Nonsense, unbedingte Empfehlung.

Ruth M. Fuchs: Welcher Naturgeist ist das? Eine Art Bestimmungsbuch

Cyberpunk now - die Beiträge zum Marburg-Award
Taschenbuch in streng limitierter Auflage mit den Wettbewerbsbeiträgen. Cyberpunk ist nicht unbedingt mein Genre (ich glaube auch, die Mythenpunk-Anthologie der Marburger lässt sich auch nicht toppen), aber ansonsten ein dickes Lob an die Autoren und Organisatoren. Es ist ein schönes, spannendes Buch herausgekommen, das viele gute bis sehr gute Geschichten bietet. Ich hab es mit großem Vergnügen gelesen.

Andrea Tillmanns: Fünf Wege zum Grauen (e)
eBook-Anthologie mit fünf unheimlichen Texten der Autorin. Mal sind es Vampire, die in einer Diskothek ihr Unwesen treiben (nein, das ist nicht so klischeeartig geschrieben, wie sich das jetzt anhört, und die Art, wie die Blutsauger am Ende erledigt werden, ist sehr originell). Mal verirrt sich eine Campinggruppe in einem seltsamen Labyrinth im Wald - ein Albtraum sonder gleichen. Mir hat am besten die Geschichte eines jungen Paares gefallen, das in ein Hotel des Schreckens gerät. Alle Ausbruchsversuche scheitern, und die furchtbaren Geister versuchen alles, um die beiden in ein bestimmtes Kellerzimmer zu drängen ...

Linda Budinger: Der Geisterkessel (e)
Sammlung mit unheimlichen Geschichten aus der Feder Linda Budingers. Die Titelgeschichte handelt von einem jungen Mann, der nachts auf das Gebiet einer archäologischen Grabung vordringt und einen geheimnisvollen Kessel stieht. Was sich zunächst wie ein erfolgreicher Raubzug anfühlt, wird aber bald zu einem Horrortrip der Extraklasse, denn plötzlich sind schaurige Wesen aus der keltischen Mythologie hinter dem Dieb her. Meine Lieblingsgeschichte ist das Abenteuer einer Journalistin, die während eines Unwetters zusammen mit ihrem Freund in einer Grotte am Friedhof festsitzt. Sind es wirklich nur Schimmelpilze, die dort leuchten? Eine Felssäule in Gestalt einer Frau entwickelt sich zum schlimmsten Albtraum ihres Lebens, und ein literarischer Diebstahl eines minder begabten Schriftstellers kommt ans Licht. Sehr schön.

Karl May: Das Gold der Inkas (e)
Ein Anden-Abenteuer, das eine gewisse Verwandtschaft zu "Der Sendador" und "Der Schatz im Silbersee" aufweist. Ich habe es in meiner Jugend durch den Tosa-Band "Das Vermächtnis des Inka" kennen gelernt. Erzählt wird die Geschichte des jungen Hauka, des letzten Nachkommen der alten Inkaherrscher, der nun das Erbe seiner Väter antreten soll. Vor allem sein alter Begleiter Anciano träumt vom Wiedererstehen der alten Inkaherrlichkeit. In einer Gebirgshöhle lagern riesige Goldvorräte, die hierfür bereitstehen. Doch das Gold lockt auch Verbrecher an. Schon Haukas Vater musste sein Wissen mit dem Leben bezahlen. Eine abenteuerliche und gefährliche Schatzsuche beginnt, mit dabei sind der heldenhafte Vater Jaguar, aber auch einer der typischen Mayschen Käuze, ein weltfremder Gelehrter, der unbedingt prähistorische Riesentiere ausgraben möchte und dabei immer wieder Dummheiten macht und sich und de gesamte Gruppe in tödliche Gefahren bringt. Am Ende steht die vollkommene Vernichtung des Schatzes, weil ein Schurke die Quipu-Warnungen vor offenem Feuer in der Höhle nicht kennt. Eine Fackel entzündet den Sicherheits-Explosions-Mechanismus, und die gesamte Höhle samt Gold wird in die Luft gesprengt. Doch Hauka hatte sich ohnehin schon gegen das Leben als Inkaherrscher entschieden und auf das Gold, das nur Unglück bringen würde, verzichtet. Recht spannend, nur manchmal nerven die Eskapaden des Gelehrten ein wenig, man kennt das alles inzwischen schon.


Hörspiele

Die drei ??? 142: Tödliches Eis
Detektivabenteuer der drei Fragezeichen bei einem Schlittenhundrennen. Es geht um einen Diebstahl, um Jack London und um unlautere Methoden eines Teilnehmers, der unbedingt gewinnen will. Nicht gerade die tollste Folge der drei Fragezeichen, eher unterer Durchschnitt.

Die drei ??? 131 - Haus des Schreckens
Mörderspiel in einem unheimlichen Haus mit tausend baulichen Finessen, Irrgängen, Bodenfenstern und Geheimtüren. Eigentlich sind die drei ??? vom Veranstalter angestellt, und einer von ihnen soll Mörder, ein anderer Opfer sein. Aber dann verschwindet einer der Teilnehmer. Sehr spannend und atmosphärisch. Gut gemachtes, etwas unheimliches Hörspiel mit überraschender Auflösung.

Die drei ??? und der dreiTag
- J: Der Fluch der Sheldon-Street
- B. Im Zeichen der Ritter
- P: Fremder Freund
Eine MC-Box, die die These der Chaosforschung zu unterstreichen scheint: Ein Flügelschlag eines Schmetterlings in Kleinweltwinkel könnte ein Erdbeben in Movenna auslösen ... In diesem Fall ist es ein Colaglas, das den Ausschlag gibt. Je nachdem, ob es umfällt oder nicht, und wenn ja wie, entwickelt sich der Tag vollkommen anders, und die drei Detektive haben einen vollkommen anderen Fall zu lösen. Wobei in jedem der drei Abenteuer ein anderer der drei Helden die Federführung hat. Im Fall "Der Fluch der Sheldon Street" ist es eher die Kombinationsgabe eines Justus Jonas, bei "Im Zeichen der Ritter" ist es die akribische Recherchearbeit Bobs, die zur Lösung des Falls führt. Einen makaberen Scherz erlauben sich die Autoren im Fall "Fremder Freund", in dem Peter Opfer eines Stalkers wird. Der zweite Detektiv führt sich dabei so herzzerreißend dämlich und naiv auf, dass man am liebsten schreien möchte.
Fazit: Ein sehr interessantes Experiment. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass die drei Fälle doch etwas enger mit einander verzahnt sind und man häufiger auf kleine "Fenster" zwischen den einzelnen Teilen stößt. So sind es einfach nur drei unterschiedliche Abenteuer, die durch einen gleichen Anfang in Verbindung gebracht wurden.

Die drei ??? 139: Das Geheimnis der Diva
Eine nicht allzu gute Amateurtheatergruppe in Rocky Beach studiert ihr neues Stück ein. Der Clou: Als Überraschung wird darin eine weltberühmte Schauspielerin eine Gastrolle übernehmen. Allerdings scheint im Theater nicht alles ganz astrein zu sein. Unten im Keller versteckt lagert Beutekunst aus dem zweiten Weltkrieg, und die Diva hat ebenfalls ein dunkles Geheimnis. Eine ???-Folge, die ganz okay ist, nichts besonderes, aber man kann es anhören.

Die drei ??? 143 und die Poker-Hölle
Ein Pokerspieler, dem eine chinesische Verbrecherbande auf den Fersen ist, will seinem Neffen sein Erbe zukommen lassen. Damit die Gangster dem Jungen das Erbe nicht vor der Nase wegschnappen, wählt er den Weg einer verrätselten und abenteuerlichen Schnitzeljagd. Zum Glück hat der junge Mann als Helfer die drei Detektive an seiner Seite. Die Rätselreise ist ganz okay, kann aber mit Klassikern wie dem Fluch des Rubins oder der Rätselhaften Erbschaft nicht mithalten. Manches ist unglaubwürdig und bleibt dem Zufall überlassen. Die Art, wie Justus, der absolut keine Ahnung vom Pokerspiel hat, in einer illegalen Spielhölle blufft und absahnt, ist doch etwas zu konstruiert. Sehr schön dagegen die Idee, wie der Schurke am Ende außer Gefecht gesetzt wird.


September

Karl May: Kong-Kheou - das Ehrenwort (Der blaurote Methusalem) (e)
Ein Abenteuer, das ich in meiner Jugend unter dem Titel "Der blaurote Methusalem" in der Tosa-Ausgabe kennen lernte. Die Geschichte eines deutschen Langzeitstudenten, der sich im Auftrag einer armen deutschen Familie nach China aufmacht, um den Sohn zu einem Vermögen zu verhelfen. Außerdem wird er von einem benachbarten chinesischen Ladenbesitzer und Flüchtling gebeten, nach dessen Familie zu suchen. Natürlich hat der Langzeit-Student seine Jahre an der Uni nicht verschwendet, sondern hat perfekt Chinesisch gelernt und weiß so ziemlich alles über China, was auch Old Shatterhand wissen würde. Unterwegs lernt er Kapitän Turnerstick kennen, einen handfesten Seemann, der sich auch von chinesischen Piraten nicht ins Bockshorn jagen lässt und mal eben mit einer Handvoll Leute eine Piratendschunke erobert. Turnerstick hat allerdings einen ganz gewaltigen Spunz: Er glaubt, er könne Chinesisch sprechen, indem er einfach nur an die jeweiligen deutsching Wörtung einung chinesischong Ending anhängtangt. Sprachprobleme sind vorprogrammiert, und da auch noch ein Holländer hinzustößt, der sich bei jeder Gelegenheit in weinerliche Bekundungen ergeht, er sei doch ein "ungeluckelige Nilpaard", muss sich der Leser oft durch seitenweise pseudochinesisches Kauderwelsch und semi-holländische Tiraden hindurchlesen, bis die Handlung weitergeht. Gottseidank ist diesmal nicht auch noch ein Sachse mit im Boot. Wunderschön dagegen der Augenblick, als Turnerstick von aufgebrachten Chinesen als Fremding enttarnt wird, die ihm zur Last legen wollen, dass er einen falschen Zopf trägt. Der Mann beginnt in seinem unverständlichen Chinesisch zu schimpfen, betont, er dürfe so viele falsche Zöpfe tragen, wie er wolle, er dürfe sogar falsche Augen tragen, wenn ihm dies gefalle - und nimmt mal eben sein Glasauge heraus.
Allerdings spielt bei dieser Geschichte der sprichwörtliche Kommissar Zuall eine viel zu große Rolle. Damals ist es mir nicht so aufgefallen, aber in beinahe jedem Kapitel stößt der Methusalem auf ein verschollenes Mitglied der seit Jahrzehnten getrennten chinesischen Familie. Was für eine problemlose Wiedervereinigung,

Die Welten von Thorgal: Lupine 5 - Skald

Wieland: Agathodämon (e)
Briefroman aus der Antike. Besuch bei einem frommen Eremiten, der von der ländlichen Bevölkerung wie ein Gott verehrt wird und den Menschen mit Rat und Tat zur Seite steht. Ein Reisender Fremdling wird neugierig und sucht den Mann auf, darf auch eine Weile als Gast bei ihm verweilen und führt tiefsinnige und trotzdem sehr leichtfüßige Gespräche mit ihm. Es geht um Religion und Philosophie, das Wesen der Götter, Ethik und richtiges Leben, um die Lebenshaltungen der einzelnen Denkschulen und einen Bund von Menschen, die die menschliche Gesellschaft zum Guten führen möchten. Auch das aufkeimende Christentum und die urchristlichen Gemeinden werden besprochen und sehr positiv bewertet. Das Buch gehört zu Wielands besten Werken. Leider unkommentiet, halt nur der kostenlose Originaltext.

Theodor Storm: Der Schimmelreiter (e)
Klassiker, den ich vor rund 20 Jahren in der Reclamfassung erstmals las, jetzt also noch einmal als eBook. Ich stieß auf Storm, als ich auf der Suche war nach dem, was "nach dem Vormärz" kam, und bei den Realisten gelandet war. Ich erinnere mich noch daran, wie mein Doktorvater mit einer leichten Verzweiflung darüber klagte, dass seine Studenten Storm lasen und vom Schimmelreiter so begeistert waren. Tja, hätten diese Alt-68er uns nicht in Schule und Uni bis zum Überdruss mit Brecht vollgestopft und gequält, hätten wir Storm nicht als solche Erlösung empfunden. ;-)
Aber mal ganz im Ernst: Das Ding ist gut, bietet eine abenteuerliche Kulisse. Nordsee, Sturm, Wellen und Geisterhaftes, das Ganze von einem Erzähler. der mit Sprache umgehen und Spannungsbögen konstruieren kann, warum sollte man das Buch nicht mögen? Die Rahmenhandlung mit Rahmenhandlung mit Rahmenhandlung ist allerdings etwas übertrieben und maniriert. Aber auch Autoren wollen ja mal spielen.
Meine Storm-Phase war übrigens nur von kurzer Dauer. Zwei Sachen kamen zusammen. Zum einen kaufte ich mir eine Gesamtausgabe und las sie durch, damit war der Mann für mich erledigt. Zum zweiten lernte ich kurz danach Wilhelm Raabe kennen, und wer an Raabe einmal geschnuppert hat, der kehrt nicht mehr zu Storm zurück, einfach zu leicht, zu weich und zu glatt ... Okay, aber der Schimmelreiter und auch der Rest sind ja nicht schlecht, gehört auf jeden Fall ins Klassikerregal, und das Wiederlesen war schön.

Karl May: Der Sohn des Bärenjägers (e)
Western-Novelle, die gewöhnlich mit der Erzählung "Der Geist des Llano estacado" zusammen unter dem Titel "Unter Geiern" verkauft wird. Ich war zunächst etwas enttäuscht, dass es dieses "Unter Geiern", eines meiner Lieblings-Karl-May-Bücher, gar nicht als eBook gab, habe mir dann die beiden Einzelteile angeschafft und frage mich nun, wie man sie überhaupt zusammenfassen konnte. Es gibt zwar eine ganze Reihe von Personen, die in beiden Teilen eine Rolle spielen, und die Geschichte vom "Geist" schließt sich zeitlich auch an den "Bärenjäger" an, aber es sind halt zwei völlig verschiedene Abenteuer, und im ersten Buch kommen die Llanogeier überhaupt nicht vor.
In diesem Band geht es um einen deutschen Jäger, der zusammen mit seinem Sohn in der Wildnis lebt und vor allem Bären jagt. Die Besessenheit oder Fixierung auf dieses Jagdopfer ist beim Vater wie beim Sohn auf etwas zurückzuführen, das man heutzutage wohl als Trauma bezeichnen würde. Ein riesenhafter Grizzlybär hat nämlich Mutter und Tochter des Bärenjägers getötete, während der Sohn, der sich auf einen Deckenbaken gerettet hat, zusehen musste, wie seine Schwester zerfleischt wurde. Inzwischen haben sich beide weidlich an den Grizzlys gerächt und Massen von Bären getötet. Die eigentliche Geschichte handelt von der Entführung des Bärenjägers, der in die Gewalt Sioux geraten ist und nun zu Ehren eines toten Häuptlings zu Tode gemartert werden soll. Doch der Sohn des Bärenägers hat starke Verbündete bei der Befreiung seines Vaters. Da sind berühmte Jäger wie der lange Davy und der Dicke Jemmy, der Hobble Frank und der Neger Bob, der als Sliding Bob bei den Indianern eine gewisse Berühmtheit erlangt, sowie der junge Mandan-Krieger Wokadeh. Außerdem nehmen sich Winnetou und Old Shatterhand der Sache an. Arme Sioux.
Interessant ist das kurze Abenteuer vor allem durch die eingelegten Erzählungen am Lagerfeuer. Hier berichtet nicht nur der junge Martin Baumann vom Tod seiner Mutter und Schwester, es gibt auch einen köstlichen Bericht des Hobble Frank über eine Begegnung mit einem Bären und - bemerkenswert - eine Erzählung Winnetous, der davon berichtet, wie er Old Shatterhand kennen gelernt hatte. Da diese Version dem später in Winnetou I beschriebenen Beginn der wunderbaren Freundschaft vollkommen wiedersprach, hat May sie dann bei der Zusammenlegung beider Bücher kurzerhand gestrichen. Also, schaut mal ins Original rein, hier gibt es was zu entdecken.

Die vierte Geisterspiegel-Anthologie: Dark Crime IV
Sehr düster, sehr grausam, sehr schwarze Texte und sehr schön zusammengestellt. Eine Anthologie, die ich mit Gewinn gelesen habe. Schon die Auftaktstory mit der Pechmaske, mit deren Hilfe ein unschuldiges Mädchen ermordet wird, hat es in sich. Man begibt sich auf die Traumpfade der australischen Aborigines, klärt Morde in Vineta auf, findet Menschen quicklebendig wieder, die eigentlich schon lange tot sind ... Eine Sammlung der Spitzenklasse.

Karl May: Der Geist des Llano estacado (e)
Die zweite Hälfte von "Unter Geiern" beziehungsweise die Hauptgeschichte. Schon als Kind hatte mich Bloody Fox, der als eine Art Phantom oder Batman den Geiern des Llano estacado den Kampf angesagt hat, fasziniert. Der maskierte Rächer, der über eine geheimnisvolle Oase inmitten der Wüste gebietet, hat in jungen Jahren seine Eltern - und seine Erinnerung - bei einem Überfall der Llanogeier verloren. Jetzt befindet er sich auf seinem segensreichen Rachefeldzug. Und natürlich wird er in seinem Kampf für Gerechtigkeit unterstützt von Winnetou und Old Shatterhand, Hobble Frank und Sliding Bob. Jemmy und Davy tauchen in der Originalfassung nicht auf, hier sind es die beiden Snuffles (Jim und Tim, die Brüder mit den großen Nasen), die den jungen Komantschen Schiba-bigk retten und ihm bei der Rache an den Mördern seines Vaters helfen. Jemmy und Davy kamen erst durch die Zusammenlegung mit der Geschichte "Der Sohn des Bärenjägers" in diese Erzählung hinein.

Karl May: Der schwarze Mustang (e)
Roman, den ich als Kind unter dem Titel "Halbblut" kennengelernt habe. Die Geschichte eines bösen Komantschenhäuptlings und seines verräterischen Sohnes, die einen Überfall auf eine Eisenbahner-Siedlung planen, jedoch von Winneteou und Old Shatterhand besiegt werden. Spanend, aber auch ziemlich rassistisch. May verbreitet sich nicht nur darüber, dass "Halbblütige" die schlechten Eigenschaften beider Rassen erben (es sei denn, man heißt Schi-so, hat eine Deutsche zur Mutter und einen edlen Apachenhäuptling zum Vater und studiert in Deutschland auf der Forstakademie wie einer der Helden im "Ölprinz"), er zieht auch ziemlich heftig gegen die feigen, gierigen und verlogenen Chinesen vom Leder, denen Old Shatterhand zur Strafe die Zöpfe abschneiden lässt.

Erich Kästner: Fabian. Geschichte eines Moralisten
"Großstadtroman" über einen jungen Mann, der von Beruf "Propagandist" ist und die frühen 1930er Jahre in Berlin verbringt. Fabian arbeitet in einer Art Werbeagentur, wird schließlich arbeitslos, hat diverse sexuelle Abenteuer, gerät in die Auseinandersetzungen eines Nazis mit einem Kommunisten, die sich gegenseitig totschießen wollen. Er erlebt den Selbstmord seines Freundes Labude - eine ausgesprochen tragische Geschichte. Labude arbeitet an seiner Doktorarbeit, steckt sechs Liter Herzblut hinein, ist überzeugt, ein wirklich geniales und großartiges Werk geliefert zu haben. Wenig später teilt ihm ein Hiwi, der den Überflieger verletzten will, mit, sein Professor habe verlauten lassen, er hätte noch niemals eine so schlechte Arbeit gesehen. Woraufhin Labude seinem Leben ein Ende setzt. Dabei war das Werk in Wirklichkeit tatsächlich ein Meisterwerk, eine solch geniale Arbeit hätte er noch nie gesehen, sagt der Professor später. Übrigens ein autobiographisches Moment. Kästner verlor tatsächlich einen Schulfreund auf diese Weise, weil ein Spaßvogel dem jungen Mann sagte, er sei durchgefallen. Diese Geschichte, die ich in einer Kästner-Biographie las, war für mich auch der Grund, dass ich diesen Fabian unbedingt lesen wollte. Fabian selbst bezeichnet sich als einen Moralisten, geht auf viele schmutzige Angebote nicht ein und stirbt schließlich beim Versuch, einen ins Wasser gefallenen Jungen zu retten. Der Junge überlebte. Er konnte schwimmen. Fabian war Nichtschwimmer und ertrank. Ein bemerkenswerter Roman, der viel bekannter sein sollte.

Heinrich Laube: Reisenovellen, Band 1 (e)
Erster Teil einer sechsbändigen Reisegeschichte, die ich während des Studiums als Athenäum-Reprint las. Wobei der Titel etwas irreführend ist, denn es handelt sich nicht um Novellen. Es sind Reisebeschreibungen, in die von Zeit zu Zeit auch mal eine Novelle eingelegt ist, wobei der Prozentsatz der Novellen recht gering ist. Im ersten Band, 1834 erschienen, am geringsten, will man nicht die amourösen Abenteuer des Ich-Erzählers beziehungsweise sein Anschmachten der jeweiligen weiblichen Mitreisenden in der Postkutsche als Novelle mitrechnen. In Teil eins geht es zunächst um das Aufbrechen. Der Reisende träumt eigentlich von Spanien und Don Juan, doch erstmal reist er durch deutsche Städte: Breslau, Anhalt, Magdeburg, Braunschweig, Halberstadt, Halle, Leipzig, Altenburg, Zwickau, Karlsbad, Marienbad, Franzensbrunn. Italien folgt im nächsten Band. Das ganze ist recht spröde und nur für Hardcore-Leser zu empfehlen

Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften, Band 2 (Buch 3)
Im zweiten Teil nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf. Sie wird geschlossener, lässt sich schneller und besser lesen. Allerdings stellt sich die Frage, ob das dann wirklich noch das "richtige" Buch vom Mann ohne Eigenschaften ist ...? Immerhin wird hier viel konventioneller erzählt.
Ulrichs Vater ist gestorben. Zusammen mit seiner Schwester ordnet Ulrich den Nachlass und begeht eine Urkundenfälschung, weil die Schwester es so wünscht, um ihrem Mann nicht das Erbe des Vaters zukommen lassen zu müssen. Sie will sich auch scheiden lassen. Die beiden Geschwister kommen sich näher, gehen schließlich zusammen nach Wien zurück, wo sie von nun an als "Zwillinge" auftreten. Dann bricht das Buch ab ... Schade irgendwie.

David und Daniel Hays: Seelenriffe. Der Vater, der Sohn und die See
Ein Buch aus dem Nachlass meines Vaters. Meine Schwester und ich hatten es ihm vor einer halben Ewigkeit zu Weihnachten geschenkt. Damals planten wir noch unsere große Atlantiküberquerung. Es hat nicht sollen sein.
"Seelenriffe" ist die Geschichte eines Vaters und eines Sohnes, die zusammen Kap Horn umrunden wollen. Beides passionierte Segler, aber inzwischen ist der Vater älter geworden, und der Sohn hat seinen alten Lehrmeister überholt und hat ihm einiges voraus, sodass er nun der Kapitän ist. Die Geschichte hat etwas Abenteuerliches, zugleich liegt darüber auch eine gewisse Melancholie des Abschiednehmens. "Wenn der Vater dem Sohn hilft, lachen beide. Wenn er Sohn dem Vater hilft, weinen beide", heißt es an einer Stelle.
Es ist nicht unbedingt ein Roman, aber auch nicht nur ein Bericht. Erzählt wird abwechselnd aus der Vater- und aus der Sohn-Perspektive, beziehungsweise man liest die Aufzeichnungen der beiden. Dabei gibt es einige Wiederholungen und Zeitsprünge, manchmal ist man beim Wechsel in die Notizen des jeweils anderen etwas verwirrt und muss sich erst wieder zurechtfinden. Hinzu kommt, dass der Sohn auch einige Etappen allein zurücklegen musste. Ein Großteil des Buches schildert auch die Vorbereitungen und den Bau beziehungsweise Ausbau des Schiffes. Also, wer einen netten Seglerroman sucht, ist hier falsch, hier geht es eher um das Nachvollziehen einer bestimmten Tour und um die persönlchen Betrachtungen zweier realer Personen. Trotzdem oder gerade deshalb aber nicht schlecht, hat mir gefallen.

Christiane Lieke: Die Geburt des Onyxdrachen (Geschichten der Nacht 61, TCE)
Roman, den ich, glaube ich, mal auf dem DortCon erstanden habe. Die Geschichte einer Söldnerin und eines Söldners, die sich lieben und gemeinsam im Kampf gegen einen riesigen Drachen umkommen. Sie landen in einer Art Totenwelt, die aber seltsam unbestimmt bleibt, und schaffen es, dass sie ins Leben zurückkehren dürfen. Jedoch erwachen sie ausgerechnet als Drachen zu neuem Leben. Originelle Idee, an einigen Stellen war es jedoch etwas anstrengend zu lesen. Das war auch der sehr kleinen Schrift und den langen Zeilen geschuldet. Ein etwas großzügigeres Layout hätte dem Roman und der Leserin gutgetan. Verleger, denkt an uns Senioren!

E.T.A. Hoffmann: Nussknacker und Mäusekönig (e)
Ein eBook, das ich mir vor allem wegen meiner Lektüre von Peter Raffalts "Märchen vom hölzernen Mann" heruntergeladen habe. Hoffmanns zauberhaft-düsteres Märchen vom Nussknacker und seinem Kampf gegen die bösen Nagetier-Horden ist einfach ein schönes Stück Literatur, das die Grenzen zwischen Realität und Traum verschwimmen lässt. Hat Spaß gemacht.

E.T.A. Hoffmann: Der goldene Topf (e)
Das Reclamheft las ich wohl 1992 anlässlich einer Vorlesung von Leo Kreutzer. Ich denke noch immer an seine Deutung des "Im Kristall Seins" als Beschreibung eines Katers nach durchzechter Nacht. Kann Hoffmann durchaus so gemeint haben. Ein seltsames Märchen, die Sache mit den Schlangen und dem alten Pergament und dem Kristall hätte gut auch im Heinrich von Ofterdingen stehen können. Allerdings, etwas klarer ist die Geschichte schon als das Klingsohr-Märchen.

Jahresrückblick Teil I: Januar bis März 2015
Jahresrückblick Teil II: April bis Juni 2015
Jahresrückblick Teil IV: Oktober bis Dezember 2015.


© Petra Hartmann






Vorschau: Das intergalaktische Bestiarium, 2025

ME10FCZY_t.jpeg

 

 

Was verbirgt sich hinter dem Tor des Krkt-jinn und warum verliert der Planet Light Lady seine Schwerkraft? Kann die Heimat der Regenbogenkatzen noch gerettet werden? Gibt es das sagenhafte Tier der Unordnung wirklich? Sind die irrsinnigen Prophezeiungen über das Wiedererwachen des unheiligen Urgottes Chthonio möglicherweise doch ernst zu nehmen? Und ist wirklich jeder dem Tod geweiht, der der Wurzel allen Übels begegnet?

Das Universum hat viele Wunder hervorgebracht, aber keines ist größer als das Leben. Ein paar der ungewöhnlichsten Lebewesen aller Welten sind in diesem intergalaktischen Bestiarium zu finden. Thomas Hofmann und Petra Hartmann haben sie aufgespürt.

 

Buch-Infos:

Das intergalaktische Bestiarium. Text: Petra Hartmann / Zeichnungen: Thomas Hofmann. Neustadt in Sachsen: Edition Dunkelgestirn, Mai 2025. 180 Seiten.
Reichhaltig mit Illustrationen von Thomas Hofmann versehen, zu denen die Texte von Petra Hartmann verfasst wurden. Gebunden in blaues Leinen, mit Leseband, silberner Prägung auf dem Buchrücken und Schutzumschlag. Versehen mit den Signumklischees der Autoren, nummeriert und auf 100 Exemplare limitiert. 32,90 Euro.

 

 

 

Das Herz des Donnervogels, 2023

MEHILUM_t.jpg

 

Ein Indianer taucht in dem verschlafenen Küstenstädtchen Kitty Hawk auf. Die Witwe Murdoch ist überzeugt, dass der Fremde ein Kundschafter ist und bald seine roten Spießgesellen zum Morden und Plündern mitbringen wird. Doch Junger Adler hat andere Pläne. Er träumt vom Fliegen und wartet auf das Eintreffen zweier verrückter Fahrradhändler.
Karl-May-Fans kennen Junger Adler bereits aus dem Roman Winnetous Erben. Die Vorgeschichte zu diesem Buch wird nun von Petra Hartmann erzählt.

 

Buch-Infos:
Petra Hartmann: Das Herz des Donnervogels

Band 18, Abenteuer-Roman
Exklusive Sammler-Ausgabe
Seiten: 282

Taschenbuch
VÖ: April 2023

2. Auflage: April 2024.
Künstler: MtP-Art (Mario Heyer)
Künstler (Innenteil): MtP-Art (Mario Heyer)
Preis: 12,95 Euro

 

Bestellen beim Blitz-Verlag

 

Das E-Book ist zum Preis von Euro 3,99 erhältlich.

Unter anderem bei Amazon

oder direkt beim Blitz-Verlag.

 

 

 

Falkenblut, 2020

c86b871350047896.jpg

 

Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Widar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus ...

Es ist eine schaurige Welt, in der sich die junge Walküre behaupten muss. Doch Valkrys wäre keine echte Falkin, wenn sie einem Kampf aus dem Weg gehen würde. Todesmutig und mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor stürzt sie sich in die Begegnungen mit Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfen, Berserkern, Hexen, Meerungeheuern und dem furchtbaren Totenschiff Naglfari.

 

 

Petra Hartmann: Falkenblut.

Sibbesse: Hottenstein, 2020.

Broschiert, 247 S., Euro 11.

ISBN 978-3935928991

 

Bestellen im Hottenstein-Verlags-Shop

 

Bestellbar unter anderem bei Amazon

Hörbuch: Drachen! Drachen! 2020

1c4bd51348435737.jpg

 

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren. Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist - und gelegentlich fies!

Die Autoren: Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.

 

Herausgeber: Petra Hartmann, Frank G. Gerigk

Sprecher: Tim Schmidt

Blitz-Verlag

Ungekürzte Lesung

mp3-Download

611 Minuten, 495.91 MB

9783991093435

 

Zu bestellen unter anderem bei Thalia oder bei Amazon.

Nestis und die verbotene Welle, 2017

3f80dd532215286.jpg

 

Meerprinzessin Nestis und ihre Freunde sind sauer: Lehrer Seestern meint, dass laute Haifischmusik nichts für Kinder ist. Und der Kronrat stimmt ihm zu. Deshalb bekommt die Band »Ølpæst« Auftrittsverbot in der gesamten Nordsee. Doch plötzlich ist deren Musik überall zu hören: Ein Piratensender strahlt die Hits der Knorpelfischgang lautstark aus.

Als eine hochexplosive Kugelmine über dem blauen Glaspalast im Meer dümpelt und ein führungsloser Öltanker in die Nordsee einfährt, droht eine wirkliche Ölpest. Gelingt es den Meerkindern, ein Unglück zu verhindern?

 

Petra Hartmann: Nestis und die verbotene Welle. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Voraussichtlich ab Juni 2017 erhältlich.

Buch-Infos: ca. 152 Seiten, 14,2 x 20,6 cm, Hardcover, zahlreiche s/w-Illustrationen, mit Fadenheftung, Euro 14,90, ISBN 978-3-977066-00-1

 

Leseprobe

 

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs.

Bestellen bei Amazon.

Demantin, 2016

514f43516064341.jpg

 


Demantin, der junge König von Antrium, liebt die griechische Königstochter Sirgamot. Doch ihr Vater ist strikt gegen die Hochzeit. Immerhin ist Sirgamot erst zwölf Jahre alt. So zieht Demantin in die Welt, um Ruhm zu erwerben, den Namen seiner Geliebten durch seine Taten zu verherrlichen und sich dem griechischen König als Schwiegersohn zu empfehlen. Er besteht heldenhafte Kämpfe, erwirbt sich die Freundschaft der Königin und des Königs von England und besiegt ein schauriges Meerweib. Letzteres allerdings erweist sich als verhängnisvoll. Denn die sterbende Unholdin verflucht Demantin und prophezeit, dass seine Geliebte mit dem üblen König Contriok verlobt werden soll. Kann Demantin noch rechtzeitig zurückkehren, um die Hochzeit zu verhindern?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Demantin. Ein Ritter-Epos
128 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 9-78-3-940078-34-6
8,95 EUR

 

Bestellen bei Amazon

Leseprobe

 

Crane, 2016

09ac37516063082.jpg

 

Gayol, der Sohn des ungarischen Königs, hat in jugendlichem Übermut den alten Hofmarschall seines Vaters zum Wettkampf herausgefordert und eine peinliche Niederlage erlitten. Aus Scham flüchtet er und gerät ins Reich des deutschen Kaisers, wo er unerkannt unter dem Namen Crane (Kranich) eine Stellung als Kämmerer annimmt und bald sehr beliebt ist. Doch als der Fremde und die Kaiserstochter einander näher kommen und Hofbeamten Unzucht und eine unstandesgemäße Liebschaft wittern, beginnt eine schwere Zeit für Königssohn und Kaiserstochter. Kann Gayol sich auf die Treue Acheloydes verlassen? Und kann die lebensbedrohliche Krankheit der Prinzessin noch geheilt werden?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Crane. Ein Ritter-Epos
84 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 978-3-940078-48-3
6,95 EUR

 

Bestellen bei Amazon

Leseprobe

Hut ab, Hödeken! 2015

7451c5416255075.jpg

 

Ein rasender Bischof auf dem Rennstieg.
Wegweiser, die sich wie von Geisterhand drehen.
Jäger in Todesangst.
Bierkutscher mit unheimlicher Fracht.
Ein stammelnder Mönch,
der plötzlich zum brillanten Redner wird.
Sollte da Hödeken seine Hand im Spiel haben?
Sagen um einen eigenwilligen Geist
aus dem Hildesheimer Land,
frisch und frech nacherzählt
von Petra Hartmann.

 

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken!

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

101 S., Euro 7,95.

ISBN 978-3-940078-37-7

 

Bestellen bei Amazon

 

Leseprobe

Freiheitsschwingen, 2015

bbcbde412262119.jpg

 

 

Deutschland in den 1830er-Jahren: Für Handarbeit, arrangierte Ehe und Kinderkriegen hat die junge Bürgermeistertochter wenig übrig. Stattdessen interessiert sie sich für Politik und Literatur und greift sehr zum Leidwesen ihres Vaters selbst zur Feder, um flammende Texte für die Gleichberechtigung der Frau und die Abschaffung der Monarchie zu verfassen. Angestachelt von der revolutionären Stimmung des Hambacher Festes versucht sie, aus ihrem kleinbürgerlichen Dasein auszubrechen und sich als Journalistin zu behaupten. Gemeinsam mit ihrer großen Liebe verschreibt sie sich dem Kampf für ein freies, geeintes Deutschland und schlägt den Zensurbehörden ein Schnippchen. Die Geheimpolizei ist ihnen jedoch dicht auf den Fersen, und die junge Journalistin begeht den verhängnisvollen Fehler, ihre Gegner zu unterschätzen

 

Petra Hartmann: Freiheitsschwingen

Personalisierter Roman

München: Verlag Personalnovel, 2015

ca. 198 Seiten. Ab Euro 24,95.

(Einband, Schriftart und -größe, Covergestaltung etc. nach Wahl.)

 

Bestellen unter:

www.tinyurl.com/Freiheitsschwingen

 

Timur, 2015

3d97d1421549841.jpg

 

 

Wer ist der bleiche Jüngling im Verlies unter der Klippenfestung? Prinzessin Thia will ihn retten. Doch wer Timurs Ketten bricht, ruft Tod und Verderben aus der Tiefe hervor. Als der Blutmond sich über den Horizont erhebt, fällt die Entscheidung ...

 

Beigaben:

Nachwort zur Entstehung

Original-Erzählung von Karoline von Günderrode

Autorinnenbiografien

Bibliografie

 

Petra Hartmann: Timur

Coverillustration: Miguel Worms

Bickenbach: Saphir im Stahl, 2015.

ISBN: 978-3-943948-54-7

Taschenbuch, 136 S.

Euro 9,95

 

 

Ulf, 2015

943511404579110.jpg

 

 

Ein Roman-Experiment mit ungewissem Ausgang: Ulf (Magisterstudent unbekannter Fachrichtung), stammt aus einem Dorf, das mehrmals jährlich überschwemmt wird. Zusammen mit Pastor Dörmann (Geistlicher unbekannter Konfession) und Petra (Biografin ohne Auftrag) überlegt er, was man dagegen tun kann. Als ein vegetarisches Klavier die Tulpen des Gemeindedirektors frisst und das Jugendamt ein dunkeläugiges Flusskind abholen will, spitzt sich die Situation zu. Nein, Blutrache an Gartenzwergen und wütende Mistgabelattacken sind vermutlich nicht die richtigen Mittel im Kampf für einen Deich ...
Mal tiefgründig, mal sinnlos, etwas absurd, manchmal komisch, teilweise autobiografisch und oft völlig an den Haaren herbeigezogen. Ein Bildungs- und Schelmenroman aus einer Zeit, als der Euro noch DM und die Bahn noch Bundesbahn hieß und hannöversche Magister-Studenten mit dem Wort "Bologna" nur eine Spaghettisauce verbanden.

 

Petra Hartmann:

Ulf. Ein Roman-Experiment in zwölf Kapiteln.

eBook

Neobooks 2015

Euro 2,99

Erhältlich unter anderem bei Amazon

Vom Feuervogel, 2015

e23b35438858636.jpg

 

Ein Tempel in der Wüste. Heilige Männer, die sich dem Dienst des Feuervogels geweiht haben. Ein Hirtenjunge, der seinem Traum folgt. Aber wird der alte und kranke Phönix wirklich zu neuem Leben wiederauferstehen, wenn der Holzstoß niedergebrannt ist? Eine Novelle von Idealen und einer Enttäuschung, die so tief ist, dass kein Sonnenstrahl je wieder Hoffnung bringen kann.

 

Petra Hartmann:

Vom Feuervogel. Novelle.

Erfurt: TES, 2015.

BunTES Abenteuer, Heft 30.

40 Seiten, Euro 2,50 (plus Porto).

Bestellen unter:

www.tes-erfurt.jimdo.com

 

eBook:

Neobooks, 2015.

Euro 1,99.

Unter anderem bei Amazon

Nestis und die Hafenpiraten, 2014

57c6811076139894.jpg



Endlich Sommerferien! Nestis und ihre Freunde freuen sich auf sechs Wochen Freiheit und Abenteuer. Doch ausgerechnet jetzt verhängt der Kronrat ein striktes Ausgehverbot für alle Meerkinder. Denn in der Nordsee treibt plötzlich ein furchtbares “Phantom† sein Unwesen. Möwen, Lummen und Tordalke werden von einem unheimlichen Schatten unter Wasser gezerrt und verschwinden spurlos.

Nestis beschließt, den Entführer auf eigene Faust zu jagen. Als ein Dackel am Strand von Achterndiek verschwindet, scheint der Fall klar: Die gefürchteten “Hafenpiraten" müssen dahinter stecken. Zusammen mit ihrem Menschenfreund Tom wollen die Meerkinder der Bande das Handwerk legen ...

Petra Hartmann: Nestis und die Hafenpiraten
Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014
ISBN 978-3-940078-84-1
14,90 EUR

 

 

Leseprobe unter

 

www.tinyurl.com/nestis2

Blitzeis und Gänsebraten, 2014

ffec70381999188.jpg

 

Weihnachten im Potte †¦

†¦ ist so vielfältig wie die Menschen, die dort leben. Und deshalb findet sich auf diesem Bunten Teller mit 24 Hildesheimer Weihnachtsgeschichten für jeden etwas: romantische Erzählungen und freche Gedichte, Erinnerungen an die Nachkriegszeit, Geschichten von neugierigen Engeln, eifrigen Wichteln und geplagten Weihnachtsmännern. Der Huckup und die »Hildesheimer Weisen« fehlen auch nicht. Was es aber mit dem Weihnachtswunder an der B6 auf sich hat, erfahren Sie auf Seite 117. - Greifen Sie zu!

 

 

Petra Hartmann & Monika Fuchs (Hrsg.): Blitzeis und Gänsebraten. Hildesheimer Weihnachtsgeschichten.

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

144 Seiten | 12 x 17 cm | Paperback |

ISBN 978-3-9400787-57-5
8,90 EUR

 

Leseprobe

Beim Vorderhuf meines Pferdes, 2014

Eingefügtes Bild

Das Messer zuckte vor. Fauchend wich die riesige Katze zurück. Doch nur, um sofort wieder anzugreifen. Das Mädchen, das auf dem Leichnam seiner Stute kauerte, schien verloren.
Acht Jahre ist Steppenprinzessin Ziris alt, als sie bei einem Sandkatzenangriff ihr Lieblingspferd verliert. Ist es wirklich wahr, was ihr Vater sagt? "Alle Pferde kommen in den Himmel ..."
Drei Erzählungen aus der Welt der Nearith über edle Steppenrenner, struppige Waldponys und die alte graue Stute aus Kindertagen.

Petra Hartmann: Beim Vorderhuf meines Pferdes. Neue Geschichten aus Movenna. eBook, ca. 30 Seiten. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014. Euro 0,99.

Erhältlich unter anderem bei Amazon.

Darthula, 2014

Eingefügtes Bild

Darthula ist die Tochter eines irischen Kleinkönigs, der über das nebelreiche Land Selama herrscht. Als schönste Prinzessin Irlands lebt sie allerdings nicht ungefährlich. Als sie den mächtigen König Cairbar abweist und ihm nicht als seine Braut folgen will, nimmt das Unheil seinen Lauf. Cairbar überzieht das kleine Selama mit Krieg und Vernichtung und rottet Darthulas Familie aus. Mit ihrem Geliebten Nathos wagt die junge Frau die Flucht über die stürmische See. Aber Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...

Beigaben zur Neuausgabe:
Vorwort der Autorin mit Infos zur Entstehungsgeschichte
Übersetzung des "ossianischen Originals"
Autorinnenbiographie und Veröffentlichungsliste

Buch-Informationen:
Petra Hartmann: Darthula, Tochter der Nebel.
Bickenbach: Verlag Saphir im Stahl, 2014.
Taschenbuch. 126 S., Euro 9,95.
ISBN 978-3-943948-25-7

Bestellen bei Saphir im Stahl

Pressearbeit für Autoren, 2014

Eingefügtes Bild

Petra Hartmann, Autorin und langjährige Lokalredakteurin, gibt Tipps für die Pressearbeit vor Ort. Sie erklärt die Wichtigkeit der „Ortsmarke“ für eine Zeitung, gibt Tipps zum Schreiben von Artikeln, zum guten Pressefoto und zum Umgang mit Journalisten. Anschaulich, verständlich, praxisorientiert und für Autoren jedes Genres anwendbar.

Petra Hartmann: Pressearbeit für Autoren. So kommt euer Buch in die Lokalzeitung.
eBook. Neobooks, 2014. Ca. 30 Seiten.
Euro 1,99
Diverse Formate, für alle gängigen eBook-Reader.
Erhältlich z.B. bei Amazon, eBook.de, Thalia, Hugendubel, Weltbild u.a.

Nestis und der Weihnachtssand, 2013

Eingefügtes Bild

Als kleine Weihnachtsüberraschung gibt es für Fans des "großen" Nestis-Buchs "Nestis und die verschwundene Seepocke" jetzt ein kleines bisschen Weihnachtssand: Der Verlag Monika Fuchs hat aus der "Ur-Nestis", einem Helgoland-Märchen aus dem Jahr 2007, jetzt ein eBook gemacht. Mit einem wunderschönen Cover von Olena Otto-Fradina und mit ein paar exklusiven Einblicken in Nestis' Nordseewelt.

Klappentext:
"November 2007: Orkantief Tilo tobt über die Nordsee und reißt große Teile der Helgoländer Düne ins Meer. Wer soll nun die Robbenküste reparieren? Meerjungfrau Nestis wünscht sich einfach mal vom Weihnachtsmann 500.000 Kubikmeter Sand ..."

Bonus-Material:
Die Autorin im Interview mit Wella Wellhorn von der Meereszeitung "Die Gezeiten"
XXL-Leseprobe aus "Nestis und de verschwundene Seepocke"

Petra Hartmann: Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013. 99 Cent.

Erhältlich für den Amazon-Kindle

Nestis und die verschwundene Seepocke, 2013

Eingefügtes Bild


Eine ausführliche Leseprobe findet ihr hier:
www.tinyurl.com/nestis


Wütend stampft Meerjungfrau Nestis mit der Schwanzflosse auf. Ihre Schwester Undine ist von den Menschen gefangen worden – und weder Meerkönig noch Kronrat wagen, die Kleine zu retten. Aber Nestis fürchtet sich nicht einmal vor den furchtbarsten Monstern des Meeres. Zusammen mit ihren Freunden bricht sie auf zur Rettungsaktion, und es zeigt sich, dass tollpatschige Riesenkraken und bruchrechnende Zitteraale großartige Verbündete sind.
Petra Hartmann entführt ihre Leser in eine etwas andere Unterwasserwelt mit viel Humor und Liebe zum Detail. Trotz des phantastischen Meermädchen-Themas findet der Leser auch sehr viel naturnahe Beobachtungen aus Nord- und Ostsee, lernt die Meerbewohner und ihre Probleme kennen. Dabei werden unter anderem auch die Meeresverschmutzung, Fischerei und die wenig artgerechte Haltung von Haien in Aquarien behandelt.
Zauberhaft dazu die Zeichnungen von Olena Otto-Fradina.

Text: Petra Hartmann
Bilder: Olena Otto-Fradina
| Hardcover | 14,8 x 21 cm
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2013
151 S., Euro 14,90
ISBN 978-3-940078-64-3


eBook:
Amazon-Kindle, 2154 KB
Euro 6,99
http://amzn.to/JJqB0b

Autorenträume, 2013

Eingefügtes Bild


Autorinnen und Autoren schicken ihre Leser in vergangene Zeiten, ferne Länder, phantastische Welten, spannende Abenteuer und bringen sie zum Träumen.
Wovon aber träumen Autoren? Vom Nobelpreis? Vom Bestseller? Vom Reich-und-berühmt-werden? Oder einfach nur davon, eines Tages vom Schreiben leben zu können? Vom Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes, wenn das neue Märchen vorgelesen wird? Oder sind es schreckliche Albträume, die der angebliche Traumberuf mit sich bringt? Werden Schriftsteller nachts im Schlaf gar von Verlegern, Lektoren, Rezensenten oder Finanzbeamten bedroht?
Monika Fuchs und Petra Hartmann starteten eine »literarische Umfrage«, wählten aus den über 300 Antworten 57 phantasievolle Beiträge aus und stellten sie zu diesem Lesebuch zusammen. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen des Autorenalltags und träumen Sie mit!
Von jedem verkauften Buch wird 1 Euro an das Hilfswerk Brot & Bücher e.V. der Autorin Tanja Kinkel gespendet, die auch das Geleitwort zum Buch schrieb.

Petra Hartmann und Monika Fuchs (Hrsg.):
Autorenträume. Ein Lesebuch.
ISBN 978-3-940078-53-7
333 S., Euro 16,90

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs

Mit Klinge und Feder, 2013

Eingefügtes Bild


Phantasie statt Völkerschlachten - das war das Motto, unter dem die Phantastik Girls zur Schreibfeder griffen. Mit Humor, Gewitztheit und ungewöhnlichen Einfällen erzählen sieben Autorinnen ihre Geschichten jenseits des Mainstreams der Fantasy. Kriegerinnen und gut bewaffnete Zwerge gehören dabei genau so zum Personal wie sprechende Straßenlaternen, Betonfresser oder skurrile alte Damen, die im Bus Anspruch auf einen Behindertensitzplatz erheben. Dass es dennoch nicht ohne Blutvergießen abgeht, ist garantiert: Immerhin stecken in jeder der Storys sechs Liter Herzblut. Mindestens.

Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns.
Mit Geschichten von Linda Budinger, Charlotte Engmann, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl.
Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. 978-3943378078
247 S., Euro 9.
Bestellen bei Amazon

eBook:
396 KB, Euro 5,49.
Format: Kindle
Bestellen bei Amazon

Das Serum des Doctor Nikola, 2013

Eingefügtes Bild

Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...

Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola
Historischer Abenteuerroman.
ISBN 978-3-938065-92-1
190 S., 12,95 Euro.
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Leseprobe

Hörbuch: Der Fels der schwarzen Götter, 2012

Eingefügtes Bild

Bei einer Mutprobe begeht der junge Ask einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat.
Bald wissen die Völker des Berglandes nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...

Der Fels der schwarzen Götter.
Hörbuch. 8 Stunden, 57 Minuten.
Sprecherin: Resi Heitwerth.
Musik: Florian Schober.
Action-Verlag, 2012.
CD/DVD: 16,95 Euro
mp3-Download: 11,95 Euro

Hörbuchfassung des 2010 im Wurdackverlag erschienenen Buchs "Der Fels der schwarzen Götter".

Termine

Lesungen

 

Freitag, 4. April: "Das Herz des Donnervogels". Lesung im Wäschegeschäft Holzberg Dessous und mehr, Hokenstraße 13, Goslar. Beginn: 18.30 Uhr.

 

Samstag, 26. April: Kurzgeschichten und Vorgucker auf das "intergalaktische Bestiarium". Lesung auf dem Conventus Leonis, Kinder- und Jugendzentrum Mühle, An der Neustadtmühle 3, 38100 Braunschweig. Beginn: 12.30 Uhr.

 

Samstag, 10. Mai: Lesung aus "Das intergalaktische Bestiarium" auf dem Marburg-Con. Zusammen mit Künstler Thomas Hofmann und Verleger Eric Hantsch. Bürgerhaus Weimar (Lahn) - Niederweimar, Herborner Straße 36, 35096 Niederweimar. Uhrzeit folgt.

 

Donnerstag, 26. Juni: Lesung aus "Das intergalaktische Bestiarium". Haus des Buches / Literaturhaus, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig. Zusammen mit Thomas Hofmann. Beginn: 19.30 Uhr. Eintritt: 2 Euro.

 

 

Buchmessen, Cons, Büchertische

 

Samstag, 10. Mai: Marburg-Con. Bürgerhaus Weimar (Lahn) - Niederweimar, Herborner Straße 36, 35096 Niederweimar. Beginn: 10 Uhr. Ich bin mit einem Büchertisch und einer Lesung vertreten. Infos folgen.

 

Donnerstag, 29. Mai: Ich bin beim Nürnberger Autorentreffen mit dabei und werde auch auf dem Büchertisch vertreten sein.

 

 

Links

Meine Heimseite:

www.petrahartmann.de

 

Facebook-Autorenseite:

www.facebook.com/AutorinPetraHartmann/

 

Nestis auf Facebook:

www.facebook.com/nestis.net/

 

Die Falkin auf Facebook:

https://www.facebook.com/FalkinValkrys

 

Neueste Kommentare

Biografie

Petra Hartmann, Jahrgang 1970, wurde in Hildesheim geboren und wohnt in Sillium. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Hannover. Auf den Magisterabschluss folgten die Promotion mit einer Doktorarbeit über den jungdeutschen Schriftsteller Theodor Mundt und ein zweijähriges Volontariat bei der Neuen Deister-Zeitung in Springe. Anschließend war sie dort fünf Jahre Lokalredakteurin. Ferner arbeitete sie für die Leine-Zeitung in Neustadt am Rübenberge, die Nordsee-Zeitung in Bremerhaven, die Neue Presse in Hannover und die Volksstimme in Gardelegen. Derzeit ist sie bei der Goslarschen Zeitung beschäftigt.
Als Schriftstellerin liebt sie vor allem das fantastische Genre. Sie verfasst hauptsächlich Fantasy und Märchen. Bekannt wurde sie mit ihren Fantasy-Romanen aus der Welt Movenna. Mit den Abenteuern der Nordsee-Nixe Nestis legte sie ihre erste Kinderserie vor. Sie errang mit ihren Geschichten dreimal den dritten Platz bei der Storyolympiade und wurde 2008 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.

April 2025

M D M D F S S
 123 4 56
78910111213
14151617181920
21222324252627
282930    

Leserunden zum Nachlesen

Leserunde zu "Darthula, Tochter der Nebel" auf Lovelybooks. Mit Autorin Petra Hartmann und Cover-Künstler Miguel Worms: http://www.lovelyboo...nde/1201913120/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Nestis und die verschwundene Seepocke": Mit Autorin Petra Hartmann und Verlegerin Monika Fuchs:

http://www.lovelyboo...nde/1166725813/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Mit Klinge und Feder": Mit den Autorinnen Linda Budinger, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl: http://www.lovelyboo...nde/1156671163/

 

Leserunde zu "Falkenblut" auf Lovelybooks: https://www.lovelybo...263/2687604262/

Geschichten über Nestis

Bücher
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

"Nestis und die verbotene Welle. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

 

Mini-Buch

"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

eBooks
"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.

"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

Hörbuch
"Eine Hand voll Weihnachtssand." In: Petra Hartmann: "Weihnachten im Schneeland". Gelesen von Karin Sünder. Mit Musik von Simon Daum. Essen: Action-Verlag, 2010. (mp3-Download und CD-ROM)

Beiträge zu Anthologien
"Weihnachtssand für Helgoland." In: "Wenn die Biiken brennen. Phantastische Geschichten aus Schleswig-Holstein." Hrsg. v. Bartholomäus Figatowski. Plön: Verlag 71, 2009. S. 163-174.

Hödeken-Lesestoff

Buch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. 101 S., Euro 7,95. ISBN 978-3-940078-37-7. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

 

Hörbuch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. 2 CD. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Euro 14,95. ISBN: 978-3940078414. Unter anderen erhältlich bei Amazon.

 

eBook

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

 

Geschichten

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg. In: Hildesheimliche Autoren e.V.: Hildesheimer Geschichte(n). Ein Beitrag zum 1200-jährigen Stadtjubiläum. Norderstedt: Book on Demand. 196 S., Euro 9,99. ISBN 978-3734752698. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

Die glücklose Hasenjagd. In: MVP-M. Magazin des Marburger Vereins für Phantastik. Marburg-Con-Ausgabe. Nr. 19b. S. 36-40.

 

Lesung

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg, Radio Tonkuhle, Sendung vom April 2015.

 

Movenna-Kompass

Übersicht über die Romane und Erzählungen aus Movenna


Bücher

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2004. 164 S.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2007. 188 S.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2010. 240 S.

 

eBooks

 

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Beim Vorderhuf meines Pferdes. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Hörbuch

Der Fels der schwarzen Götter. Action-Verlag, 2012.


Movennische Geschichten in Anthologien und Zeitschriften

Die Krone Eirikirs. In: Traumpfade (Anthologie zur Story-Olympiade 2000). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2001. S. 18-25.
Flarics Hexen. In: Geschöpfe der Dunkelheit (Anthologie zur Story-Olympiade 2001). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2002. S. 22-28.
Raubwürger. In: Kurzgeschichten, September 2004, S. 20f.
Furunkula Warzenkraish. Elfenschrift, dritter Jahrgang, Heft 2, Juni 2006. S. 10-14.
Der Leuchtturm am Rande der Welt. In: Elfenschrift, vierter Jahrgang, Heft März 2007, S. 18-21.
Gewitternacht. In: Im Bann des Nachtwaldes. Hrsg. v. Felix Woitkowski. Lerato-Verlag, 2007. S. 57-60.
Pfefferkuchen. In: Das ist unser Ernst! Hrsg. v. Martin Witzgall. München: WortKuss Verlag, 2010. S. 77-79.
Winter-Sonnenwende. In: Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns. Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. S. 51-59.
Der Reiter auf dem schwarzen Pferd. Ebd. S. 60-68.

Die Blaubeerbrücke. In: Met-Magie. Hrsg. v. Amandara M. Schulzke und Nadine Muriel. Hamburg: Acabus Verlag, 2022. S. 163-174.

 

 

Movennische Geschichten in Fanzines

Föj lächelt. In: Alraunenwurz. Legendensänger-Edition Band 118. November 2004. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 23.
Raubwürger. In: Drachenelfen. Legendensänger-Edition Band 130. Januar 2006. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 3-5.
Goldauge. In Phantastische Geschichten mit den Phantastik Girls. (Broschüre der Phantastik Girls zum MarburgCon 2007)


Aufsätze

Wie kann man nur Varelian heißen? Über das Unbehagen an der Namensgebung in der Fantasy. In: Elfenschrift, 5. Jahrgang, März 2008. S. 16f.


Movennische Texte online

Aus "Geschichten aus Movenna":
König Surbolds Grab
Das letzte Glied der Kette
Brief des Dichters Gulltong
Der Kranich
Die Rückkehr des Kranichs

Aus "Ein Prinz für Movenna":
Der Leuchtturm am Rand der Welt
Furunkula Warzenkraish
Gewitternacht

Aus "Der Fels der schwarzen Götter":
Der Waldalte
Hölzerne Pranken
Im Bann der Eisdämonen

Die Bibliothek der Falkin

Übersicht über die Romane und Novellen über die Walküre Valkrys, genannt "die Falkin"

Bücher

Die letzte Falkin. Heftroman. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2010.
Falkenblut. Sibbesse: Hottenstein-Verlag, Sommer 2020.

eBooks

Falkenblut. Vier Fantasy-Romane. eBook-Ausgabe. Chichili und Satzweiss.com, 2012. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. eBook. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2011. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. In: Best of electronic publishing. Anthologie zum 1. Deutschen eBook-Preis 2011. eBook. Chichili und Satzweiss.com, 2011. (unter anderem erhältlich bei Thalia und Amazon)


Aufsatz

Aegirs Flotte - ein Nachruf. In: Fandom Observer, Dezember 2011. S. 16-18. Online-Magazin und Blogversion

Drachen! Drachen! 2012

1c4bd5198119607.jpg


Frank G. Gerigk & Petra Hartmann (Hrsg.)
DRACHEN! DRACHEN!
Band 01, Drachen-Anthologie
ISBN: 978-3-89840-339-9
Seiten: 384 Taschenbuch
Grafiker: Mark Freier
Innengrafiker: Mark Freier
Preis: 14,95 €
Bestellen beim Blitz-Verlag

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren.
Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist - und gelegentlich fies!

Die Autoren:
Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.
Originalveröffentlichung!

Die Schlagzeile, 2011/2012

0e8ead243950143.jpg


Petra Hartmann: Die Schlagzeile.
Personalisierbarer Roman.
PersonalNovel Verlag, 2011.
eBook: PersonalNovel, 2012.
Personalisieren und bestellen

Verschlafen und idyllisch liegen sie da, die Orte Barkhenburg, Kleinweltwinkel und Reubenhausen. Doch dann stört der Diebstahl einer Heiligenfigur die Ruhe: Ein jahrhundertealter Hass bricht wieder aus und ein hitziger Streit entflammt, der aus Freunden Feinde und aus friedlichen Nachbarn sich prügelnde Gegner macht. Mittendrin: Eine Journalistin, die bereit ist, für eine Schlagzeile im Sommerloch alles zu geben. Mit viel Einsatz und einer Prise Humor versucht sie, das Geheimnis um die verschwundene Hubertus-Statue aufzuklären, und muss sich dabei mit erregten Politikern, aufgebrachten Dorfbewohnern und einem nervösen Chefredakteur herumschlagen. Aber die Journalistin lässt sich nicht unterkriegen - bis ihr ein Anruf fünf Minuten vor Redaktionsschluss die Schlagzeile zunichtemacht...

Falkenblut, 2012

d1b5a3206395602.jpg


Petra Hartmann: Falkenblut.
Vier Romane in einem Band.
E-Book
Satzweiss.com - chichili agency, 2012.
3,99 Euro

 

Nicht mehr lieferbar!

Neuausgabe in Vorbereitung.


Die Abenteuer der jungen Walküre Valkrys beginnen an ihrem ersten Arbeitstag und ausgerechnet dort, wo die germanischen Götter- und Heldensagen enden: Ragnarök, die Endzeitschlacht, ist geschlagen, Götter und Riesen haben sich gegenseitig aufgerieben, die wenigen Überlebenden irren ziellos durch die Trümmer des zerbrochenen Midgard. An der Seite des neuen Götterkönigs Widar muss sich Valkrys nun behaupten. Dabei trifft sie auf Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfe, Berserker, Hexen, riesenhafte Meerungeheuer und das furchtbare Totenschiff Naglfari. Leseempfehlung ab 12 Jahren.

Meine Bücher 1998 - 2011

Angehängtes Bild: Cover_falkenfruehling.jpg

Petra Hartmann
Falkenfrühling
eBook
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN: 978-3-939139-59-1

Wegen Verkauf des Arcanum-Verlags ist die Ausgabe nicht mehr erhältlich, aber die Zweitveröffentlichung in der eBook-Anthologie "Best of electronic publishing" gibt es noch als epub oder Kindle-Ausgabe.

Valkrys träumt davon, eine echte Walküre zu sein. Sie springt, noch Kind, vom Dach des Langhauses.
Alle Ermahnungen ihrer Eltern sind vergeblich, sie macht sich an den Aufstieg zum Gipfel der nahen Klippe, besessen vom "Traum vom Fliegen" ...

Fünfter Platz beim Deutschen eBook-Preis 2011.

Angehängtes Bild: dieletztefalkin2.jpg

Petra Hartmann
Die letzte Falkin
Roman.
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-62-1
Bestellen beim Arcanum-Verlag

Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Vidar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus †¦


Angehängtes Bild: felsBig.jpg

Petra Hartmann
Der Fels der schwarzen Götter
Roman
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-64-8
Bestellen beim Wurdack-Verlag


Hochaufragende Felswände, darin eingemeißelt weit über tausend furchteinflößende Fratzen, die drohend nach Norden blicken: Einer Legende zufolge sind die schwarzen Klippen das letzte Bollwerk Movennas gegen die Eisdämonen aus dem Gletscherreich.
Doch dann begeht der junge Ask bei einer Mutprobe einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat. Und die Völker des Berglandes wissen bald nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...


Angehängtes Bild: Darthula_klein.jpg

Petra Hartmann
Darthula
Heftroman
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-32-4
Bestellen beim Arcanum-Verlag


Darthula, die schönste Prinzessin der Nebellande, beschwört Krieg, Tod und Vernichtung über ihr heimatliches Selama herauf, als sie den Heiratsantrag des mächtigen Königs Cairbar ausschlägt. Zusammen mit ihrem Geliebten flüchtet sie in einem kleinen Segelboot übers Meer. Doch Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...


Angehängtes Bild: weihnachten_im_Schneeland.jpg

Petra Hartmann
Weihnachten im Schneeland
Hörbuch
Action-Verlag
Download bei Audible
CD bestellen beim Action-Verlag

WEIHNACHTEN IM SCHNEELAND von Petra Hartmann vereint vier wundervolle Kurzgeschichten für Kinder ab 6 Jahren. Schon die Titel regen die Phantasie der Kleinen an und verleiten zum Schmunzeln und Staunen:
- "Der Reserve-Weihnachtsmann"
- "Die Weihnachts-Eisenbahn"
- "Eine Handvoll Weihnachtssand"
- "Paulchen mit den blauen Augen"



Angehängtes Bild: movennaprinz.jpg

Petra Hartmann
Ein Prinz für Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-24-9
Bestellen

Mit dem Schild oder auf dem Schild
- als Sieger sollst du heimkehren oder tot.
So verlangt es der Ehrenkodex des heldenhaften Orh Jonoth. Doch der letzte Befehl seines sterbenden Königs bricht mit aller Kriegerehre und Tradition: "Flieh vor den Fremden, rette den Prinzen und bring ihn auf die Kiesinsel." Während das Land Movenna hinter Orh Jonoth in Schlachtenlärm und Chaos versinkt, muss er den Gefahren des Westmeers ins Auge blicken: Seestürmen, Riesenkraken, Piraten, stinkenden Babywindeln und der mörderischen Seekrankheit ....


Angehängtes Bild: movenna.jpg

Petra Hartmann
Geschichten aus Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-00-1
Bestellen


Verwünschte Hexen!
Warum zum Henker muß König Jurtak auch ausgerechnet seinen Sinn für Traditionen entdecken?
Seit Jahrhunderten wird der Kronprinz des Landes Movenna zu einem der alten Kräuterweiber in die Lehre gegeben, und der Eroberer Jurtak legt zum Leidwesen seines Sohnes großen Wert auf die alten Sitten und Gebräuche. Für den jungen Ardua beginnt eine harte Lehrzeit, denn die eigenwillige Lournu ist in ihren Lektionen alles andere als zimperlich ...


Angehängtes Bild: mond.jpg

Wovon träumt der Mond?
Hrsg. v. Petra Hartmann & Judith Ott
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-37-2
Bestellen

Der Mond - König der Nacht und gleichsam Verbündeter von Gut und Böse ... Seit jeher ranken sich Legenden voller Glauben und Aberglauben um sein Licht, das von den einen als romantisch verehrt und von den anderen als unheimlich gefürchtet wird. Seine Phasen stehen für das Werden und Vergehen allen Lebens, er wacht über die Liebenden, empfängt die Botschaften der Suchenden, Einsamen und Verzweifelten und erhellt so einiges, was lieber im Dunkeln geblieben wäre. 39 Autorinnen und Autoren im Alter von 12 bis 87 Jahren sind unserem nächtlichen Begleiter auf der Spur gewesen. In 42 erfrischend komischen, zutiefst nachdenklichen und manchmal zu Tränen rührenden Geschichten erzählen sie die Abenteuer von Göttin Luna und Onkel Mond, von erfüllten und verlorenen Träumen, lassen Perlmuttschmetterlinge fliegen und Mondkälber aufmarschieren. Und wer denkt, dass nur der Mann im Mond zuweilen die Erde besucht, irrt sich! Auch umgekehrt erhält er gelegentlich unverhofften Besuch dort oben.


Angehängtes Bild: feenzauber.jpg

Drachenstarker Feenzauber
Herausgegeben von Petra Hartmann
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-28-0
Bestellen

Öko-Feen, Büro-Feen, Todes-Feen und Bahn-Feen, geschäftstüchtige Drachen, goldzahnige Trolle, Sockenmonster, verzauberte Kühlschränke, Bierhexen, Zwirrrrrle, Familienschutzengel, Lügenschmiede, ehrliche Anwälte, verarmte Zahnärzte und andere Märchenwesen geben sich in diesem Buch ein Stelldichein.
51 Märchenerzähler im Alter von zwölf bis 76 Jahren haben die Federn gespitzt und schufen klassische und moderne Märchen, lustige, melancholische, weise und bitterböse Erzählungen, so bunt wie das Leben und so unvergesslich wie das Passwort eines verhexten Buchhalters.


Angehängtes Bild: barrikade.jpg

Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension.
Die jungdeutschen Autoren nach 1835.
ibidem-Verlag
ISBN 978-3-89821-958-7
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Das Junge Deutschland“ - dieser Begriff ist untrennbar verbunden mit dem Bundestagsbeschluss vom 10. Dezember 1835, durch den die Werke der fünf Schriftsteller Heinrich Heine, Theodor Mundt, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg und Heinrich Laube verboten wurden. Das Verbot markierte Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt einer literarischen Bewegung, die erst wenige Jahre davor begonnen hatte. Die Wege der Autoren trennten sich. Und doch gab es auch danach immer wieder Begegnungen und Berührungspunkte.
Petra Hartmann zeichnet die Wege der Verbotenen und ihrer Verbündeten nach und arbeitet Schnittstellen in den Werken der alt gewordenen Jungdeutschen heraus. Sie schildert insbesondere die Erfahrungen der Autoren auf der Insel Helgoland, ihre Rolle in der Revolution von 1848, aber auch die Versuche der ehemaligen Prosa-Schriftsteller, sich als Dramatiker zu etablieren. Irgendwo zwischen Anpassung und fortwährender Rebellion mussten die Autoren ihr neues Auskommen suchen, endeten als gescheiterte Existenzen im Irrenhaus oder als etablierte Literaten, die doch körperlich und seelisch den Schock von 1835 nie ganz verwunden hatten, sie leiteten angesehene Theater oder passten sich an und gerieten nach Jahren unter strenger Sonderzensur beim Publikum in Vergessenheit. Die vorliegende Untersuchung zeigt, was aus den Idealen von 1835 wurde, wie vollkommen neue Ideen - etwa die Debatte um Armut und Bildung - in den Werken der Jungdeutschen auftauchten und wie die Autoren bis zum Ende versuchten, ihr „Markenzeichen“ - ihren Stil - zu bewahren.


Angehängtes Bild: mundt.jpg

Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll
Theodor Mundts literarische Entwicklung vom Buch der Bewegung zum historischen Roman
Aisthesis-Verlag
ISBN: 3-89528-390-8
Bestellen beim Aisthesis-Verlag

Theodor Mundt - Schriftsteller, Zeitschriftenherausgeber, Literaturwissenschaftler und Historiker - verdankt seinen Platz in der Literaturgeschichte vor allem dem Umstand, daß seine Veröffentlichungen am 10. Dezember 1835 verboten wurden. Das vom deutschen Bundestag ausgesprochene Verbot, das sich gegen die vermeintlichen Wortführer des "Jungen Deutschland", Heine, Gutzkow, Laube, Wienbarg und eben Theodor Mundt richtete, war vermutlich die entscheidende Zäsur in den literarischen Karrieren aller Betroffenen. Daß sie mit dem schon berühmten Heinrich Heine in einem Atemzug genannt und verboten wurden, machte die noch jungen Autoren Gutzkow, Laube, Mundt und Wienbarg für ein größeres Publikum interessant. Doch während Gutzkow und auch Laube im literarischen Bewußtsein präsent blieben, brach das Interesse an Mundt und seinen Werken schon bald nach dem Verbot fast gänzlich ab. Seine weitere Entwicklung bis zu seinem Tod im Jahr 1861 wurde von der Literaturwissenschaft bislang so gut wie vollständig ignoriert. Diese Lücke wird durch die vorliegende Studie geschlossen. Nachgezeichnet wird der Weg von den frühen Zeitromanen des jungen Mundt bis hin zu den historischen Romanen seines Spätwerks.


Angehängtes Bild: buchfaust.gif

Faust und Don Juan. Ein Verschmelzungsprozeß,
dargestellt anhand der Autoren Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt
ibidem-Verlag
ISBN 3-932602-29-3
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Faust und Don Juan sind die Gipfel der modernen christlich-poetischen Mythologie", schrieb Franz Horn bereits 1805 und stellte erstmalig beide Figuren, speziell den Faust Goethes und den Don Giovanni Mozarts, einander gegenüber. In den Jahren darauf immer wieder als polar entgegengesetzte Gestalten aufgefaßt, treten Faust und Don Juan in den unterschiedlichsten Werken der Literaturgeschichte auf.

Bei Lenau sind sie Helden zweier parallel aufgebauter Versepen, bei Grabbe begegnen sie sich auf der Bühne und gehen gemeinsam zugrunde. Theodor Mundt stellt als Lebensmaxime auf, man solle beides, Faust und Don Juan, in einer Person sein und beide in sich versöhnen.

Anhand der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt zeichnet Petra Hartmann die Biographien Fausts und Don Juans in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach, einer Zeit, die beide Helden stark prägte und auch für heutige Bearbeitungen beider Stoffe grundlegend ist."

Impressum

Verantwortlich für den Inhalt:

Petra Hartmann

 

Postanschrift:

Hopfenkamp 12

31188 Holle

 

Mail:

hartmann (Punkt) holle (at) web (Punkt) de

 

Telefon:

Null-Fünf-Null-Sechs-Zwei / Acht-Eins-Neun-Eins