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PetraHartmann



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"König Surbolds Grab" als Podcast bei "Klausgesprochen"

Geschrieben von Petra , in Movenna 10 April 2026 · 95 Aufrufe
Movenna

Meine Fantasy-Kurzgeschichte "König Surbolds Grab" könnt ihr jetzt als Podcast Nummer 116 auf der Seite Klausgesprochen.de anhören. Klaus Neubauer (Sprecher, Saxophonist, Fotograf, Buchhalter) hat die Geschichte in märchenhaftem Tonfall eingesprochen, und passend zum Fantasy-Ambiente gibt es dazu die Komposition "Fairy of the Forest“ von Alexander Nakarada zu hören. Entstanden sind 29:29 Minuten Hörvergnügen, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

 

"König Surbolds Grab" ist gewissermaßen die Keimzelle meines Fantasy-Landes Movenna. Die Geschichte errang 1999 den dritten Platz der Storyolympiade. Weitere Movenna-Storys folgten im Laufe der Jahre, und als ich im Jahr 2004 mein erstes literarisches Buch, die "Geschichten aus Movenna" veröffentlichte, eröffnete ich den Band mit dem alten König Surbold.

 

Worum geht es? Hoch oben im Norden des Landes Movenna, im "Tal der Tanzenden Schatten" liegt das Grab des mythischen Urkönigs Surbold. Eine riesige, schwere Steinplatte bedeckt das Grab, so groß und schwer, dass noch nie ein Mensch sie heben konnte. Die Inschrift lautet: "Wunner äwer Wunner - wat leit wohl dar unner?" "Wunder über Wunder - was liegt wohl darunter?" Perlen? Gold? Sagenhafte Schätze? Es ist der ungeliebte Usurpatorenkönig Harvart, der schließlich eine Expedition ausrüstet, um den sagenhaften Felsen zu heben ...

 

Den Podcast mit "König Surbolds Grab" findet ihr hier.

 

Viel Spaß beim Zuhören!




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Flaschenpost von Petra: Erster Newsletter ist raus

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 07 April 2026 · 96 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt und 1 weitere...

So, mein erster Facebook-Ersatz-Newsletter ist raus. Ich habe mich aus traditionellen Gründen für den Titel "Flaschenpost von Petra" entschieden. Auf meiner Homepage werkeln zurzeit noch ein paar Leute, die mehr davon verstehen als ich, an einem professionellen Newslettersystem, aber ich wollte unbedingt schon mal etwas raushauen.

 

Die Nullnummer ging an 89 Abonnenten. Ich verrate darin ein furchtbares Geheimnis über "Das Serum des Doctor Nikola", über das ich 13 Jahre verbissen geschwiegen habe, und erzähle, wie ich den Stempel "jugendgefährdend" wieder losgeworden bin. Außerdem gibt es einen kurzen Bericht zur Leipziger Buchmesse und eine Terminvorschau. Im Mai dann mehr. ;-)

 

Falls ihr noch mitlesen wollt: Eine kurze Mail an hartmann.holle@web.de genügt.

 

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Warum ich bei Facebook weggehe, hatte ich ja schon hier im Blog erzählt. Inzwischen sind meine vier Seiten (Autorenträume, Falkin, Nestis und Petra Hartmann) gelöscht. Mein Profil folgt in den nächsten Tagen, ich bin aktuell damit beschäftigt, Fotos und Glossen zu kopieren. Immerhin: Das Profil gibt es seit 2009, da steckt viel von meiner Lebensgeschichte drin ...




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Mein Messewochenende in Leipzig

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 24 März 2026 · 582 Aufrufe
Unterwegs, Leipziger Buchmnesse

Füße kaputt, Autorin pleite. Wenn's nicht so schön wäre, müsste man mir die Leipziger Buchmesse eigentlich verbieten. Ich habe mich zwei Tage lang zwischen den Ständen ausgetobt und habe mich gefühlt wie ein Junkie, der die Tür zum Lagerraum des Drogendezernats offen gefunden hat. Okay, ihr ahnt es schon, das Wochenende war teuer, ungesund und einfach unverzichtbar. Eine Premiere war, dass ich am Sonntag als "Aufsichtsperson" für eine Zwölfjährige fungierte: Die Tochter der besten Messegastgeberin und Pancake-Bäckerin der Welt (Danke, Kata), brauchte halt einen Vorzeige-Erwachsenen am Eingang. Ich habe also versucht, vorzeigbar zu wirken.
Mein Haupt-Interesse lag natürlich, wie gewohnt, auf der Halle 3, dem Zuhause der Phantasten. Allerdings habe ich mich diesmal auch ziemlich viel in den Hallen 4 und 5 herumgetrieben. Was auch damit zu tun hatte, dass ich am Samstagmorgen nicht mehr auf den Presseparkplatz unterkam (alles voll), sondern von den freundlichen Mitarbeitern auf die andere Seite zum Ausstellerparkplatz auf der Nordseite gelotst wurde, also von der anderen Seite aus hereinkam.

 

Sehr viele Musik-Titel

 

Ich lief gleich dem Reclam-Verlag in die Arme, der mich um rund ein Viertel meiner Barschaft erleichterte. Ich nahm drei Bände aus der "100 Seiten"-Reihe mit: den Band über Beethoven (er hat ja 2027 schon wieder ein Jubiläumsjahr), den über Oper und den über Taylor Swift (Mitbringsel für meine Nichte). Außerdem erstand ich das Buch "Komponistinnen. Frauen, Töne & Meisterwerke" von Aliette de Laleu. Ziemlich viel Musik auf einmal. Aber schaden kann es nicht. Außerdem nahm ich die "Polulangrischen Lieder" von James Krüss mit. Ein sehr interessanter Gedichtband von Helgolands berühmtesten Sohn.
Helgolands zweitberühmtester Sohn, Reimer Boy Eilers, hatte es zur Buchmesse zwar diesmal nicht geschafft, er hatte mir aber seine Neuerscheinung, den vierten Band seiner Magellan-Pentalogie bereits im Vorfeld zukommen lassen. Gleichwohl schaute ich beim Kulturmaschinen-Verlag vorbei, guckte mir auch schon mal sein neues Buch über das "Witte Kliff" an, und hatte ein sehr angeregtes Gespräch mit seinem Kollegen Peter Reuter, dessen Haiku-Band "Nur geschrieben" schließlich in meinen Leinenbeutel wanderte. Unfassbar, was für eine ordentliche Handschrift der Mann hat.

 

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Tannenbaum-Frau trifft Stein-Frau

 

Letztes nicht-phantastisches Buch, das ich mitnahm: "Lilien über weißen Wegen" aus dem Traumfänger-Verlag, ein historischer Roman über die Eroberung Kanadas, über die Franzosen, Huronen und Irokesen. Autorin Kerstin Groeper signierte mir das Buch mit ihrem irokesischen Namen Aska nukiw, was der Autorin zufolge soviel bedeutet wie Starke Tannenbaum-Frau. Ich übersetze ihr als Ausgleich meinen griechischen Namen Petra ins Lakota: Inyan win. Wir beide haben ja den gleichen Lakota-Lehrer gehabt.
Wie es dem Verlag geht? Nach der jüngsten Empörung über alles, was das Wort "Indianer" enthält, laufe es bei dem Verlag eigentlich relativ gut, was die historischen Romane angeht, erzählte sie. Die Bücher, die von Indigenen, also amerikanischen Ureinwohnern, verfasst wurden und bei ihr in deutscher Übersetzung erschienen, habe sie aber inzwischen aus dem Programm nehmen müssen, sie habe sie nicht mehr verkaufen können. Traurig für einen Indianistik-Verlag, der sich in seinem Bereich ja einen gewissen Ruf erarbeitet hat. Da haben ein paar Möchtegern-Gutmenschen den indigenen Autoren einen Bärendienst erwiesen.

 

Ein Bestiarium aus Grönland

 

Apropos Indigene: Meine große Entdeckung war der Inuit-Verlag: Der noch sehr junge, erst im vergangenen Jahr gegründete Verlag mit Grönland-Schwerpunkt hat bisher nur zwei Bücher herausgebracht: ein "Bestiarium Groenlandicum" über die mystischen Wesen Grönlands und "Sila – Eine grönländische Fabel über die Liebe und das Schmelzen des Eises". Zwei weitere Bücher sind geplant. Und am Stand konnte man eine rotweiße Tasche erwerben mit dem Umriss Grönlands und der Botschaft "Greenland is not for sale".

 

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Verlegerin Laali Lyberth konnte leider - oder wie mein Portemonnaie sagen würde: Gott sei Dank - kein Bargeld annehmen, und ich habe es ja nicht so mit Kartenzahlung, darum muss ich mir das Bestiarium etwas später bestellen. Oder ich setze es auf meine Geburtstagswunschliste. Immerhin bin ich ja selbst eine Bestiariums-Autorin.

 

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Besucher-Rekord ohne Ölsardinen-Atmosphäre

 

Jetzt aber zur Phantastik und ab in die Halle 3: Ausnahmslos alle Verleger, die ich fragte, waren offenbar sehr zufrieden mit den Besucher- und Käuferzahlen. Immerhin: Felix Wisotzki, der Pressesprecher der Leipziger Buchmesse konnte am Sonntagabend verkünden, es seien 313.000 Besucher und Besucherinnen gewesen. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 waren es "nur" 296.000. Dabei kam es mir eigentlich relativ entspannt vor, man hatte in den Gängen durchaus Platz und konnte auch zügig geradeaus gehen. Da habe ich schon sardinenhaftere Wochenenden in Leipzig erlebt.

 

Grünblaue Wunderbücher

 

Was ich ganz ganz ganz ganz schlimm finde: Ich habe mal wieder meine Überzeugung verraten, dass es nicht auf das Cover und die Aufmachung ankommt, sondern nur auf die Qualität der Geschichte. Aber dieses Schildkröten-Cover in Grün und Blau, der Farbschnitt ... Ich musste "Kumara" von Ann-Kathrin Karschnick einfach anfassen und in die Hand nehmen. Und als mich ihre Kollegen am Stand dann auch noch mit Lesezeichen, Charakterkarten, Postkarten und weiterem Merch überschütteten und Markus Heitkamp meinetwegen noch ein blaues Wattebällchen ins Abstimmungsglas für das "Team Schildkröte" warf, da konnte ich nicht anders und hab das Buch halt mitgenommen, OBWOHL es so schön aussah. Naja, Ann-Kathrin wird da wohl nichts Schlechtes geschrieben haben. Die Schildkröten-Fans waren, wie ich hörte, bei der Abstimmung am ersten Messetag ganz vor, am zweiten hatten die "Geister" die Nase vor. Fragt mich nicht, wie das Rennen ausging.

 

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Noch ein Fall von Zugreif-Cover: An "Aqua obscura", einer Anthologie aus dem Carpathia-Verlag, konnte ich einfach nicht vorbeigehen. Kurzgeschichten über die Dunkelheit, die in der Tiefe lauert. Es gibt bereits eine zweite Anthologie, die sich dem Thema "Feuer" widmet. Erde und Luft sollen folgen.
Und noch ein aquatisches Mitbringsel: "Rán" von G.A. Winter. Der erste Band der Trilogie heißt "Erwachen" und passt farblich genau in mein Beuteschema. Und das mythologische Thema natürlich auch, ich habe es ja ein wenig mit der alten Meergöttin und ihren neun Töchtern ...

 

Düsteres in Schwarzrot

 

Aber zurück zu meinen Prinzipien: Nicht wegen des Covers gekauft habe ich mir jedenfalls das 45. Büchlein aus dem Kabinett der Phantasten. Die Werke des jmb-Verlags sehen nämlich alle gleich aus, haben einen unaufdringlich-stilvollen schwarzroten Umschlag, bieten jeweils einen klassischen düster-phantastischen Text und ein erläuterndes Nachwort, also so eine Art Reclam-Hefte der dunklen Phantastik. Diesmal erbeutete ich "Das Brandmal des Tiers" von Rudyard Kipling. Ich bin gespannt.

 

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Farblich wieder fast in mein Beuteschema passte die Novelle "Der Fluch des Voodoopriesters" von Sabine D. Jacob, erschienen bei Shadodex - Verlag der Schatten. Eigentlich wollte ich ja Shadodex ja erst beim Marburg-Con im April plündern, aber das kleine Büchlein konnte ich mir dann doch gerade noch leisten. Und gibt es mal wieder eine Anthologie aus dem Verlag? Verlegerin Bettina Ickelsheimer-Förster ist noch nicht ganz sicher, könnte sich das aber vielleicht unter Umständen vorstellen. Die Idee und die Energie dazu komme ihr gewöhnlich beim Comicsalon in Erlangen. Abwarten also.

 

Warten auf die Herbstlande

 

Meinen Einkauf beim Verlag Torsten Low verschob ich aber definitiv auf das Marburger Treffen. Dann werde ich mir den neuen Band von Fabienne Siegmund "Geschichten aus der Dämmerung" anschaffen. Vermutlich noch nicht fertig sein wird dann der neue Kurzgeschichtenband aus der Herbstlande-Reihe, den der Verlag in der Pipeline hat. Und zum BuCon? Das sei sehr "sportlich" meinte der Verleger.

 

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Da ich die Brandts in Marburg nicht sehen werde, habe ich Wolfgang seinen "Fantômas" schon in Leipzig am Romantruhe-Stand abgenommen. Das Buch wollte ich ja letztes Jahr schon anschaffen. Jetzt habe ich ein signiertes Exemplar mit Prägestempel. Mit Anke plauderte ich etwas länger, unter anderem über Anthologie-Pläne und darüber, dass Familienfeste manchmal sehr ungünstig fallen.

 

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Von Sarah Drews brachte ich den Auftrag mit nach Leipzig, ich sollte doch mal am Elysion-Stand nachschaun, ob ihr neues Buch "Zwischen Herzklopfen und Verrat" am Stand schon zu sehen ist. Verlegerin Jenni Schreiner hatte eine Last-Minute-Aktion geplant, und das Buch war tatsächlich pünktlich zum ersten Messetag erschienen. Handy-Beweisfoto mit Grüßen an die Autorin ging raus, Sarah kann sich zurücklehnen.

 

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Kaffee, Kekse, Kaiju-Hamster

 

Einen Luxuskaffee mit extra vorgewärmter Milch und Keks dazu bekam ich bei Tanja Kummer und Marc Hamacher vom Leseratten-Verlag. Der Verlag hat inzwischen sein "German Kaiju"- Sortiment noch weiter ausgebaut. Knuffig-gefährliche Neuerscheinung ist "Goldizilla", ein Comic über einen riesenhaften, monströsen Goldhamster. Schräge Idee. Das muss ich mir zulegen. Ich schreibe es mal auf meine Liste für Marburg. Und ich bin schon gespannt auf die weihnachtliche "Santagarn"-Anthologie.

 

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Dritter Start für die Kondorkinder

 

Mehr zufällig stolperte ich in die Lesung von Sabrina Železný hinein. Sie las aus "Kondorkinder". Die Geschichte hatte ich damals in der Ausgabe des Mondwolf-Verlags gelesen und Die Suche nach den verlorenen Geschichten und Der Fluch des Spiegelbuchs bereits hier im Blog vorgestellt. Ich hatte Sabrina ohne Hut und Lama zuerst gar nicht erkannt, aber die Handlung und das Setting kamen mir irgendwie bekannt vor, so setzte ich mich neugierig dazu.
Sabrina las die Geschichte eines Jungen aus den Anden vor, der die Chance hat, Lesen zu lernen. Und sie erzählte auch, was das zu der Zeit bedeutete. Man wurde sichtbar, konnte sich mit Mächtigen in Verbindung setzen, Missstände aufzeigen. Sie berichtete auch von einem Fundstück während ihrer Recherchen: Ein Indigener schaffte es, einen Brief an den spanischen König zu schreiben und dem Herrscher das Papier auch zu überreichen. Er musste sich dafür allerdings verkleiden und in eine Jagdgesellschaft einschleichen. In Sabrinas Roman stößt der Junge allerdings nicht auf große Begeisterung bei seiner Mutter. Im Gegenteil: Sie zerstört das Buch. Kein guter Gedanke, wenn es sich um ein Werk handelt, das auf einen leicht erzürnbaren Berggott zurückgeht.

 

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Einiges hat sich seit der ersten Mondwolf-Fassung und auch seit der zweiten Artscript-Fassung verändert. Jetzt also neu bei Calderan. Unter anderem hatte die Autorin ursprünglich beschrieben, wie die Leute mit dem "armen" Jesuitenpater Mitleid hatten. Aber inzwischen habe sie erfahren, dass die Jesuiten einer der reichsten Orden überhaupt waren, erzählte sie mir. Also, ganz so bedauernswert wird der Pater nicht gewesen sein.
Einer der wichtigsten Unterschiede zur Erstausgabe: Der Mondwolf-Verlag teilte die Geschichte in eine historische und eine Gegenwartsgeschichte auf und brachte sie als Zweiteiler heraus. Die Autorin hatte aber ursprünglich nur einen einzigen Roman geschrieben, der auf zwei Zeitebenen spielte und zwischen historischer und Gegenwartsgeschichte hin und her wechselte. Jetzt also ist der ursprünglich gewollte Zustand wieder hergestellt. Nun, ich bin gespannt, wie sich die Geschichte der Kondorkinder seit 2013 entwickelt hat. Denn natürlich musste ich mir die Neufassung mitnehmen. Mal sehen, wie es sich in der neuen Form lesen lässt.

 

Die Abrafaxe als Musical

 

Ebenfalls zufällig stieß ich auf eine musikalische Lesung, die "Die Abrafaxe und die schwarze Mühle" vorstellte. Jeder Figur war eine eigene kurze Melodie auf den Leib geschrieben. Ich kam gerade dazu, als nichts mehr funktionierte: Vincent Strehlow wollte die Musik abspielen, aber nichts tat sich. Der Albtraum jedes Referenten. Aber schließlich klappte es doch noch, nachdem der Techniker alles Mögliche ausprobiert hatte. Das Fagott für den gemütlichen Califax, das Englischhorn für Brabax, die Klarinette für Abrax, die drei haben sich irgendwo im nebligen Moor in der Lausitz verirrt. Sehr spannend, allerdings fand ich die Ouvertüre zu lang.

 

Romantasy-Verlegerinnen plaudern aus dem Nähkästchen

 

Die dritte Lesung, die ich miterlebte, war eigentlich keine Lesung, sondern eher eine freundliche und informative Aus-dem-Nähkästchen-Plauderei zweier Verlegerinnen: Jenny-Mai Nuyen und Katharina Stegen stellten den Von-Morgen-Verlag vor. Von Morgen bringt Romantasy heraus und entstand, wie Jenny erzählte, aus ihrer Verzweiflung während der Corona-Pandemie heraus. Bis dahin hatte sie als freie Schriftstellerin gelebt und regelmäßig Bücher veröffentlicht, doch dann sagte ihr ihre Agentur, sie könne für die nächsten sechs Monate kein Manuskript verkaufen. Jenny kam zuerst auf die Idee, ihre Romane ins Englische zu übersetzen und einen Verlag dafür zu gründen. Doch ein Autorenkollege riet ihr, lieber die deutschsprachigen Rechte für bereits gut laufende englische Selfpublisher-Titel zu erwerben und die Romane dann selbst zu übersetzen.

 

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Das funktionierte für den jungen Verlag dann wohl ganz gut, allerdings stellte die Abrechnung die Verlegerin vor einige Probleme. Da kam Excel-Expertin Kathy ins Spiel ... Sehr liebeswert, wie diese die Geschichte ihres ersten Kontakts erzählte. Sie hatte einige kritische Anmerkungen zu einem Roman von Jenny gemacht, die darüber wohl "not amused" war. Ich selbst schreibe ja keine Romantasy, aber die beiden haben mir sehr gefallen. Vor allem wegen Jennys Aussage, ein gut geschriebenes Manuskript sei ihr wichtiger als die Menge der Instagram-Follower eines Autors.

 

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Der Rest ... durchgelaufene Füße, ein furchtbarer Muskelkater, ein auf grausamste Weise malträtierter Geldbeutel, überteuertes Essen und meine Weigerung, ein Restaurant mit dem bedrohlichen Namen "Alte Waage" zu besuchen, dazu viele bezaubernde Gewandete, nette Gespräche und ein Polizist, der mich wohl für einen absoluten Ignoranten hielt, weil ich ihn wegen seines DD-Autokennzeichens fragte, ob er aus Düsseldorf komme. Er wirkte ziemlich gekränkt. Das Kürzel stand natürlich für DresDen, da kann doch keiner drauf kommen. Ja, sorry, ich bin Wessi. Habe jedenfalls viel gelernt und entdeckt in Leipzig. Das Wochenende hat sich gelohnt. Nächstes Jahr wieder.

 

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© Petra Hartmann




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Das Serum des Doctor Nicola ist wieder da

Geschrieben von Petra , in Doctor Nikola 18 März 2026 · 106 Aufrufe
Doctor Nikola

Mein Roman "Das Serum des Doctor Nikola" ist ab sofort wieder als eBook erhältlich. Der Roman, der erstmals im Jahr 2013 erschienen ist, handelt von den Folgen des "Schwarzen Freitags" der Berliner Börse, von einem bankrotten Bankierssohn, einem Superschurken, faulen Aktien und einer Katze, die es faustdick hinter den Ohren hat.
Entstanden ist das Buch damals auf Anregung des Verlegers Ernst Wurdack, der seinerzeit die "Doctor Nikola"-Romane des australischen Schriftstellers Guy Newell Boothby neu herausgebracht hatte und die Serie gern fortsetzen wollte. Ihr braucht aber keine Vorkenntnisse, wenn ihr mein Buch lesen wollt.
Ernst Wurdack hat auch das ausdrucksstarke Cover geschaffen, das er mir nun auch für die Neuauflage dankenswerterweise zur Verfügung stellte.

 

Ich habe den Roman noch einmal sorgfältig Korrektur gelesen, aber keine größeren sprachlichen oder orthografischen Macken darin gefunden. Aber ich habe die Chance der Neuauflage genutzt, einen ganz schlimmen Kardinalbolzen zu entfernen, über den ich mich 13 Jahre lang geärgert habe. Witzigerweise hat mich nie jemand darauf angesprochen, und auch die Rezensenten haben anscheinend überhaupt nichts davon gemerkt. Also, jetzt ist mein Nikola-Roman endlich bolzenfrei. ;-)

 

Der Klappentext:
Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...

 

Buch-Infos:
Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola. Ebook. Neobooks, 2026. Euro 2,99.
Erhältlich überall, wo es eBooks gibt, zum Beispiel bei
Amazon
Thalia
Ebook.de
Hugendubel




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Amanda Gorman: The Hill We Climb

Geschrieben von Petra , in Lyrik 03 März 2026 · 191 Aufrufe
Lyrik, Amanda Gorman

Ein Gedicht, das seinerzeit gefeiert wurde. Seinerzeit, das war vor fünf Jahren. Ein Poem, das von Heilung und Hoffnung handelte, einen Neuaufbruch versprach: "The Hill We Climb" von Amanda Gorman war das Inaugurationsgedicht zur Amtseinführung des US-Präsidenten Joe Biden. Eine gereimte Regierungserklärung zum Teil. Heute, im Jahr 2026, wissen wir: Die Hoffnung und Heilung war nur befristet. Ein Moment des Aufatmens und der Leichtigkeit, die Feier einer künftigen Zeit, die nicht von von Dauer war.
Amanda Gorman, Jahrgang 1998, die jüngste Inaugurations-Poetin, mit der jemals ein US-Präsident sein Amt angetreten hat, Nachfahrin von Sklaven, 2017 erste National Youth Poet Laureate der USA, beschreibt sich selbst als "skinny Black girl" (Groß- und Kleinschreibung von der Poetin), als kleines, dürres schwarzes Mädchen, das in diesem Land doch eine Hoffnung darauf hat, die Präsidentschaft zu erringen. Sie tritt ans Rednerpult noch unter dem Eindruck der Bilder vom Sturm auf das Kapitol, bewusst, in einem zerrissenen Staat zu leben, dessen Bürger zutiefst verunsichert sind, in dem Angehörige verschiedener Parteien einander unversöhnlich gegenüberstehen. Ein Amerika, in dem ein neuer Tag anbricht - doch was wird er bringen? Sie schreibt:

 

"Ein neuer Tag, und wir fragen uns,
wo wir Licht finden sollen
im nicht enden wollenden Schatten.
Unsere Verluste fassen, ein Meer durchmessen.
Wir haben tief in den Abgrund geblickt.
Wir haben gesehen, dass Ruhe nicht immer gleich Friede ist,
unsere Anschauung und Auslegung dessen,
was scheinbar recht ist, nicht immer gerecht."

 

Die letzte Zeile dieses Zitats enthält eine der interessantesten Formulierungen des Gedichts, ein Satz, der sich in der deutschen Übersetzung nur schwer fassen lässt: " And the norms and notions of what 'just ist' isn't always justice." Heute, im zweiten Regierungsjahr Donald Trumps, wurde das Wortspiel "justice - just ICE" geläufiger.
Gorman spricht von einer Nation, die durch die finsterste Nacht gegangen ist, einer "Nation, die nicht zerbrochen ist, / nur unvollendet", die gelitten hat, doch nun wieder das Licht erblickt: "Unversehens gehört uns der Morgen", sagt die Dichterin. Sie beschwört das amerikanische Erbe, die gemeinsame Geschichte, die Gemeinsamkeiten überhaupt. So ruft sie zu einer (neuen) großen Einheit auf:

 

"Ein Land für Menschen aller Art,
jeder Kultur und Lage, jeden Schlags.
Und so lenken wir den Blick nicht auf das,
was zwischen uns steht,
sondern auf das, was vor uns liegt.
Wir schließen die Gräben,
weil wir begreifen:
Soll an erster Stelle die Zukunft stehen,
müssen wir erst
von unseren Differenzen absehen."

 

Es sind nationale Mythen, aber vor allem auch biblische Motive, die Gorman herbeizitiert, Bilder aus der Heiligen Schrift, die den religiösen Amerikanern vermutlich präsenter sind als den Deutschen. Sie spricht vom Weinstock und vom Feigenbaum, spielt an die Gefangenschaft und Verzweiflung des Propheten Jona im Bauch des Walfischs an, schon der Titel ihres Gedichts, das Ersteigen des Hügels, hat biblische Anklänge. Die amerikanischen Zuhörer werden auch die Zitate und Anspielungen auf Reden von Martin Luther King oder Barack Obama wiedererkannt haben.
Auferstehung aus Tod und Nacht, eine Metaphorik, die stark mit der Gegenüberstellung von Licht und Schatten arbeitet, und immer wieder der Aufruf zur Einheit auf dem gemeinsamen Weg in die Zukunft, das alles macht den Zauber und die Kraft dieser Rede aus, deren Wirkung auf die zeitgenössischen Zuhörer eine ungeheuerliche war. Was daraus wurde, ist Geschichte. Die beschworene lichte Zukunft dauerte lediglich eine einzige präsidiale Amtsperiode.

 

Und ist das Gedicht nun gut? Die Beantwortung dieser Frage erfordert einigen Mut. Es bedarf dazu der Tapferkeit vor dem Freund. Denn die Antwort darauf lautet: Nein.
Das Gedicht bezieht seine Wirkung aus seiner unbestreitbaren historischen Bedeutung. Handwerklich hingegen ist es nicht unbedingt herausragend. Manches reimt sich, manches nicht. Manche Reime sind rein, manche nur Assonanzen. Manches hat ein traditionelles Metrum, manchmal sind es unrhythmische Prosazeilen, getrennt durch Absätze. Eine einheitliche Zeilenlänge scheint gar nicht erst angestrebt worden zu sein. Ein paar schöne Wortspiele und Metaphern, aber manches mutet gar nicht an wie ein Gedicht, sondern wie ein Schüleraufsatz.
In seiner Aufmachung kommt das Ganze durchaus ein wenig überbewertet daher. Der Klappentext preist das Poem an als "das berühmteste Gedicht der Welt". Klingt, als ob die Leute beim Verlag Hoffmann und Campe noch nie etwas von Typen namens Homer oder Goethe gehört haben. Ersthaft - braucht es drei Übersetzer für diese rund 100 Verse? Es ist nicht die Septuaginta. 100 Zeilen, verteilt auf 20 Buchseiten, wobei auf einer Seite oft nur drei bis vier Verse stehen, das ist mehr als großzügig layoutet, böse Zungen würden von Zeilenschinderei sprechen. Aber man muss ja das Buch vollkriegen. Mit 20 Seiten englischem und 20 Seiten deutschem Text, Vorwort von Oprah Winfrey, also einem echten Schwergewicht, mit einem Kommentarteil und Biografien der Dichterin sowie der drei Übersetzerinnen kam der Verlag auf 63 Seiten, für die der Leser 12 Euro hinblättern darf. Man soll bei Lyrik ja nicht auf den Pfennig schauen, aber das ist schon ein interessantes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Übertragung ins Deutsche ist größtenteils redlich. Sie gibt, wenn auch nicht die Schönheit, so doch den Inhalt des Gedichts wieder. Aber hinter die Übersetzung "Bürger*innen Amerikas" für das englische "Americans" kann man durchaus ein Fragezeichen setzen. Und wenn die Dichterin über ein kleines, dünnes Schwarzes Mädchen" spricht, das "Descended vom slaves" ist, muss man (also in diesem Fall: frau) das unbedingt übersetzen mit "Nachfahrin von Sklavinnen"? Es ist vermutlich müßig, über das Gendern in Gedichten zu sprechen. Aber schön hört sich das nicht an. Und im Original steht auch nicht, dass nur ihre weiblichen Vorfahren unfrei waren. Das ist keine Übersetzung, sondern die Übersetzerinnen legen der Autorin hier Dinge in den Mund, die sie nicht gesagt hat.
Immerhin: Original und Übersetzung sind für den Leser gut vergleichbar, und durch das übersichtliche Layout gibt es auch keine Probleme, die Zeilen einander zuzuordnen und selbst zu beurteilen, wie gut oder wie schlecht eine Formulierung getroffen ist. Übersetzen heißt auch, Entscheidungen zu treffen.
Sehr gut gelungen und hilfreich ist auf jeden Fall der Kommentarteil, gerade für kryptische Zitate und Anspielungen, die dem deutschen Leser nicht so geläufig sind.
Ansonsten kann man auf jeden Fall Oprah Winfrey Recht geben, die im Vorwort von den raren Momenten besonderer Strahlkraft spricht, von den "Kadenzen der Klugheit", dem "Inbild sanfter Anmut" und von Worten, die "Balsam für unsere Seelen" waren. Nicht unbedingt ein literarisches Meisterwerk für die Ewigkeit. Aber ein historisches Zeugnis und gute Worte für einen Moment, in dem Amerika sich wiederfand und sich bereit machte für den Weg zurück ins Licht. Ein Licht, das sich leider inzwischen wieder verfinstert hat.

 

Fazit: Ein bedeutendes, ein wichtiges Gedicht. Handwerklich und literarisch nicht unbedingt großartig, aber ein berührendes Zeugnis eines historischen Moments, eines Augenblicks der Hoffnung, die leider nicht zur dauerhaften Zukunft führte. Ein Gedicht, das sich fünf Jahre nach dem ersten Vortrag in ein sehr trauriges Denkmal einer nicht erfolgten Heilung verwandelt hat. Nachdenkenswert.

 

Amanda Gorman: The Hill We Climb. Den Hügel hinauf. An inaugural Poem for the Country. Ein Inaugurationsgedicht für das Land. Zweisprachige Ausgabe. Mit einem Vorwort von Oprah Winfrey. Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt und kommentiert von Uda Strätling, Hadija Haruna-Oelker und Kübra Gümüsay. Hamburg: Hoffmann und Campe, 2021. 63 S., Euro 12.

 

© Petra Hartmann




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Abenteuer & Wissen: Kleopatra - Königin von Ägypten

Geschrieben von Petra , in Sach-Hörbücher 27 Februar 2026 · 817 Aufrufe
Sach-Hörbücher, Kleopatra, Antike und 2 weitere...

Kleopatra: legendäre Herrscherin, sagenhafte Schönheit, hochgebildete Frau und kluge Staatenlenkerin - oder doch nur perfides Flittchen, das sich an den jeweils mächtigsten Mann heranschmiss und ihn verführte, um ihre eigene Macht zu festigen? Berit Hempel zeichnet in ihrem neuen Hörspiel aus der Reihe "Abenteuer & Wissen" den Weg der berühmten letzten Pharaonin Ägyptens nach. Pardon: Nicht Pharaonin, der Titel lautete einfach Pharao, wie wir erfahren. Kleopatra, letzter Pharao von Ägypten also.
Das Hörspiel setzt ein mit einer berühmt gewordenen Aktion der Protagonistin: Kleopatra steigt in einen Sack und lässt sich wie eine Ladung Obst von ihrem Diener in den Palast der Feldherrn Gaius Julius Caesar tragen, des mächtigsten Mannes der Römer - und damit der ganzen Welt. Das Husarenstück der von ihrem Bruder ausgebooteten und kaltgestellten Herrscherin, die sich auf diese Weise eine Audienz - und auch einen Platz in seinem Bett - verschafft, ist ebenso legendär wie erfolgreich: Kleopatra wird ihren Bruder los, wird unangefochtene Nummer zwei in Ägypten nach dem römischen Kriegsherrn und hat ihr Land und ihre Herrschaft vor der römischen Annexion gerettet. Vorerst.

 

Wissen und Wissenslücken

 

War es so? Oder hat sich Kleopatra in einen Teppich eingerollt zu Cäsar tragen lassen, wie eine andere Version der Geschichte behauptet? Viele Details über Kleopatra und ihr Leben kennt man heute nicht mehr, wie Autorin Berit Hempel deutlich macht. Und das wenige, was über sie überliefert wurde, stammt aus den Schriften römischer Autoren, die kein gutes Haar an ihr ließen und sie nur allzugern als verruchte Verführerin, als "femme fatale" darstellten. Die Römer haben sie, von Cäsar und Marc Antonius ausgenommen, offenbar nicht geliebt. Hempel erzählt, was sich nachweisen lässt, und bietet Möglichkeiten an, wo Daten und Fakten unbekannt sind. Wobei sie die Wissenslücken deutlich als solche benennt.

 

Familienverhältnisse und der Kampf um die Macht

 

Der Zuhörer erfährt etwas zur Dynastie der Ptolemäer, der Kleopatra entstammte, über ihren Vater Ptolemäus XII. und seine romfreundliche Politik, die zwar die Selbstständigkeit des Landes erhielt, aber auch zu höherer Steuerlast für die Ägypter führte, was den Pharao beinahe den Thron gekostet hätte. Hempel zeigt aber auch, wie geschickt Pharao Kleopatra mit dem Gesetz umging, das bestimmte, dass eine weibliche Herrscherin einen männlichen Mit-Regenten haben musste. Mit dem ihr zur Seite gestellten jüngeren Bruder Ptolemaios XIII. konnte sie dank Cäsars fertig werden. Nach dem Tod des ersten Bruders setzte sie den noch wesentlich jüngeren Bruder Ptolemaios XIV. als Mitregenten ein, schließlich, als auch dieser beseitigt werden musste, war ihr und Cäsars Sohn Ptolemaios XV. Kaisar, auch bekannt als Cäsarion, der Vorzeige-Mann auf dem Thron, ein Kleinkind, das der Mutter wohl kaum Widerstand entgegen gesetzt hat.
Für heutige Zuhörer mag es bestürzend klingen, mit welcher Selbstverständlichkeit Kleopatra, ihr Vater und ihre Geschwister die Familienmitglieder über die Klinge springen lassen. Die älteste Schwester Berenike etwa, die während der Abwesenheit ihres Vaters die Macht über Ägypten an sich reißen will und nach seiner Rückkehr dafür hingerichtet wird. Die beiden Brüder namens Ptolemaios, erst Mitregenten, dann Konkurrenten und schließlich Todesopfer. Die Schwester Arsinoe, die sich gegen Kleopatra auflehnt und schließlich auf Befehl von Marcus Antonius hingerichtet wird. Das Familienleben war völlig anders damals, ist aus dem Hörspiel zu erfahren. Aufgezogen von einer Amme, oft fernab der Eltern, aufgewachsen in dem Bewusstsein, dass Geschwister nicht Freunde und Vertraute sind, sondern Konkurrenten im blutigen Kampf um die Macht ... Andere haben zu der Zeit auch so gehandelt und ihre Familienmitglieder beseitigt, versucht Historiker Lars Börner, der in diesem Hörspiel als Experte und Gesprächspartner zur Verfügung steht, Kleopatras Handeln einzuordnen. Wer ihr diese Hinrichtungen vorwirft, der müsse mit anderen (männlichen) Herrschern dieser Zeit genau so ins Gericht gehen. Nett war es freilich trotzdem nicht.

 

Die Liebe zu Marcus Antonius

 

Sehr nett und liebenswürdig dagegen wird die Beziehung geschildert, die Kleopatra nach Cäsars Tod mit dem deutlich älteren Marcus Antonius eingeht. Klar, auch hier stand zunächst der Zweck im Vordergrund, wie auch in den Gesprächen der Ägypterin mit ihren beiden Beraterinnen deutlich wird. Und doch scheint es tatsächlich auch so etwas wie Liebe gewesen sein, das Pharao Kleopatra und den (vermeintlich) mächtigsten Mann Roms zusammenband. Schön die Anekdote, die beide beim gemeinsamen Angeln zeigt, wobei Humor und gegenseitige Neckerei das Herrscherpaar ausgesprochen menschlich und in freundschaftlicher Verbundenheit zeigt. Und sehr beeindruckend die Analyse eines Doppelbildnisses, das Marcus Antonius und Pharao Kleopatra auf den beiden Seiten einer ägyptischen Münze zeigt: Den Römer als starken, muskulösen Mann - die Ägypterin als kraftvollen Zwilling des Römers, allenfalls durch die Kleidung von ihm unterschieden. Ein Doppelporträt, das Einigkeit und Zusammengehörigkeit signalisieren sollte - und statt der sprichwörtlichen Schönheit der Herrscherin Macht und physische Kraft ausstrahlte. Eine beeindruckende Aussage für den, der Münzen zu lesen versteht.

 

Aufs falsche Pferd gesetzt

 

Allerdings: Kleopatra hatte aufs falsche Pferd gesetzt. Hätte sie den "Milchbubi" Octavian nicht unterschätzt und sich ihm rechtzeitig an den Hals geworfen, die Geschichte wäre womöglich anders verlaufen. Als die Heere des Cäsar-Erben beinahe schon vor den Palasttoren stehen und der unterlegene Marcus Antonius kurz davor steht, sich in sein Schwert zu stürzen, versucht Kleopatra eine letzte 180-Grad-Wende und dient sich dem neuen Stern am Himmel Roms an. Vergebens. So bleibt ihr am Ende nur noch der Selbstmord, wenn sie nicht in Ketten nach Rom gebracht und im Triumphzug durch die Stadt geführt werden will.
Berit Hempel ist mit "Kleopatra. Königin von Ägypten" ein spannendes und sehr lebendiges Hörspiel gelungen. In Dialogen und Spielszenen, aber auch im Gespräch mit dem Experten Lars Börner zeigt die Autorin eingängig und ohne langweiliges Dozieren, was man heute noch weiß über Kleopatra - aber auch, wo die Lücken in ihrer Biografie liegen und was im Dunkel der Geschichte verloren ging. Dabei schafft sie es, obwohl die geschilderten Ereignisse über 2000 Jahre zurückliegen, ein sehr persönliches Bild von der Herrscherin und Frau zu zeichnen und sie auch heutigen Menschen nahe zu bringen. Abenteuer, Wissen und sehr viel Leben, verpackt in 74 ausgesprochen anschauliche Minuten, mehr kann man von einem Hörspiel doch gar nicht erwarten.

 

Fazit: Gut gemachte Hörspielfolge einer ohnehin empfehlenswerten Reihe. Spannend, lebendig, anschaulich und lehrreich. Hörenswert.

 

Berit Hempel: Abenteuer & Wissen: Kleopatra. Königin von Ägypten. Hörspiel. München: Headroom, 2026. 74 Minuten.

 

Weitere Hörbücher aus der Reihe "Abenteuer & Wissen"
Daniela Wakonnig: Johann Wolfgang von Goethe
Sandra Pfitzner: Sophie Scholl
Sandra Pfitzner: Maria Sibylla Merian
Maja Nielsen: Titanic

 

© Petra Hartmann




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Jacqueline Montemurri: Der Herrscher der Tiefe

Geschrieben von Petra , in Bücher - phantastisch 24 Februar 2026 · 788 Aufrufe
Bücher - phantastisch, Karl May und 2 weitere...

Karl May und Magie? Geht das? In der Reihe "Karl Mays magischer Orient" ist das jedenfalls möglich und gewollt. Und im siebten Band, "Der Herrscher der Tiefe" macht die Autorin Jacqueline Montemurri noch ein ganz anderes Zusammentreffen möglich: Karl May und Jules Verne beziehungsweise Kara Ben Nemsi und Kapitän Nemo in einem Abenteuer vereinigt. Eine Kombination, die Zündstoff birgt und auf jeden Fall ein spannendes Abenteuer verspricht.
Das Abenteuer beginnt in Kyrenia, Nordzypern, als die Reisegruppe um Kara Ben Nemsi von einem jugendlichen Dieb bestohlen wird. Die Reisegruppe, das sind außer dem Ich-Erzähler der treue Diener Hadschi Halef Omar, seine Frau Hanneh und deren Mutter Amscha, Halefs Schwägerin Djamila und der Magier Scheik Haschim. Außerdem ist der reiselustige Lord Sir David Lindsay zunächst mit dabei, der aber kurz darauf Abschied nimmt, um ein Abenteuer auf Kreta zu bestehen beziehungsweise um dort archäologische Forschungen zu unterstützen. Wenig später verschwindet Sir David beim Versuch, ein kretisches Höhlensystem zu erkunden. Britische Soldaten schaffen Kara Ben Nemsi und Teile seines Teams - Hanneh und Amscha werden heimgeschickt - nach Kreta. Das Ganze kommt eher einer Entführung als einer Bitte um Hilfe gleich. Aber als die Freunde erfahren, dass es um eine Rettungsaktion für ihren verschollenen Freund handelt, sind sie natürlich bereit, in das Labyrinth einzudringen.
Insgesamt ist es ein spannender und gut geschriebener Roman, allenfalls der Einstieg mutet etwas ungeschickt und umständlich an. Da wird Halef bestohlen, und Djamila hastet hinter dem jungen Dieb hinterher, eine schnelle, actionreiche Verfolgungsjagd beginnt, aber die Autorin hat nichts Besseres zu tun, als bereits im zweiten Satz eine lange, betuliche Rückblende zu beginnen. Ganz nach dem Motto: "Wir werden ausgeraubt. Jetzt lehne ich mich erstmal zurück und erzähle lang und breit, wie wir vor zig Jahren schon mal ausgeraubt wurden und wie wir uns überhaupt alle kennengelernt haben ..." Etwas unbefriedigend, dass man als Leser dieses Gelaber erdulden muss, während Djamila sich abmüht und hinter dem Dieb herspurtet.
Auch die langen Referate, mit denen Kara Ben Nemsi Halef über diverse Sagen, etwa über Jason und das Goldene Vlies oder Minos, Dädalos und den Minotaurus aufklärt, hätten gern knackiger und bewegter rübergebracht werden können. So wirkt das Ganze wie ein Frontalvortrag in der Schule ...

 

Begegnung mit Kapitän Nemo

 

Sehr interessant ist das Zusammentreffen zwischen Kara Ben Nemsi und dem Kapitän der Nautilus. Schon allein deshalb, weil der Ich-Erzähler May/Ben Nemsi die Erzählungen seines Kollegen Jules Verne im Vorfeld als Spinnereien und Lügengespinste abtut, während die eigenen Orient- und Wild-West-Abenteuer natürlich die reine Wahrheit sind ... Er wird im Laufe der Geschichte sein Urteil über Verne und dessen Bücher gründlich revidieren. Schön auch das kleine Denkmal, das die Autorin dem Verne-Kenner Wolfgang Thadewald gesetzt hat, den Kara Ben Nemsi in der gewaltigen Bibliothek des U-Boots kennen lernt.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Konfrontation der beiden außerordentlich unterschiedlichen Charaktere Kapitän Nemo und Kara Ben Nemsi. Zwei Männer, die durch ihre Liebe zur Wissenschaft durchaus eine Gemeinsamkeit haben. Der Ich-Erzähler ist fasziniert von den technischen Möglichen und Zukunftstechnologie der Nautilus. Aber dass Nemo sein Schiff nutzt, um britische Schiffe zu versenken, und dadurch bereits Hunderte, wenn nicht Tausende Menschenleben auf dem Gewissen hat, macht es Kara unmöglich, sich als "Partner" des Kapitäns einkaufen zu lassen. Zumal dies ewige Gefangenschaft an Bord bedeutet hätte. Eine Konfrontation, ein Kampf auf Leben und Tod ist unausweichlich.

 

Magie trifft Technik

 

Spannend ist auf jeden Fall das Zusammentreffen von Magie und Technik. Scheik Haschim als Magier hat der Nautilus-Technologie durchaus etwas entgegen zu setzen. Aber jeder Unsichtbarkeitszauber versagt, wenn der Gegner die Körperwärme seiner Feinde sichtbar machen kann ... Bemerkenswert auch, dass Kara Ben Nemsi nicht wie bei May gewohnt, der unbesiegbare Superheld mit dem alles und jeden überwältigenden Jagdhieb ist. Mehr als einmal bleibt er "zweiter Sieger" in Auseinandersetzungen, wird außer Gefecht gesetzt, muss zusehen, während seine Freunde kämpfen, oder muss auf die Fähigkeiten und Expertise etwa des Scheiks setzen. Eine sehr ungewöhnliche Lage für Mays Helden.
Und geht das nun - Karl May und Magie? "Karl May würde heute Fantasy schreiben", so lautet der Slogan, mit dem die Reihe "Karl Mays magischer Orient" angetreten ist. Aber wieso "würde"? Karl May hat Fantasy geschrieben; "Ardistan" und "Der Mir von Dschinnistan" sind die Urgroßmütter aller deutschen Fantasy-Romane.
Wenn es gut motiviert ist, hat Zauber in jedem Roman Platz. Der Leser muss sich ein bisschen einlassen auf die Rahmenbedingungen, die für die Roman-Reihe gesetzt sind, das geht schon. Auch wenn Puristen lieber "richtige" Orient-Abenteuer lesen würden. Sollen sie doch, Karl Mays Kosmos ist groß genug für alle. Schön ist aber auch, wenn sich die "Magie" des von Halef fast das ganze Buch über beschworenen "Goldenen Vlies" dann doch auf sehr physikalisch korrekte, mechanische Weise zeigt.

 

Fazit: Ein spannendes Aufeinandertreffen zweier starker Charaktere der Weltliteratur, ein Kampf zwischen Technik und Magie und ein Abenteuer, in dem der Held Kara Ben Nemsi ein Stück weit vom Sockel geholt wird. Lesensewert.

 

Jacqueline Montemurri: Der Herrscher der Tiefe. (Band 7 der Reihe: Karl Mays magischer Orient.) Bamberg: Karl-May-Verlag, 2019. 477 S., Euro 20.

 

Weitere Karl-May-Fortsetzungen:
Thomas Ostwald: Aufbruch ins Ungewisse

Thomas Ostwald: Auf der Spur

Thomas Ostwald: Der schwarze Josh
Axel Halbach: Blutige Schluchten
Klaus-Peter Walter: Sherlock Holmes und Old Shatterhand

Wolfgang Berger: Weißer Vater

Lennardt M. Arndt: An den Ufern des Nebraska
Lennardt M. Arndt: Die Buschklepper
Bettina Schneider: Die Opfer des Apachen

 

© Petra Hartmann




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Bestiarium: Beim Lesen Bernhard Grzimeks Stimme im Kopf

Geschrieben von Petra , in Bestiarium 19 Februar 2026 · 719 Aufrufe
Bestiarium

Manuela Hahn hat in ihrem Rezensionsblog "Neues aus dem Bücherhaus" unser "Intergalaktisches Bestiarium" besprochen. Was mich besonders freut: Sie schreibt, dass sie tatsächlich die Stimme von Bernhard Grzimek im Kopf hatte, als sie die Geschichten unseres namenlosen, xenobiologischen Ich-Erzählers und Tierschützers las. Message angekommen.

 

Sie lobt die skurrilen, intergalaktischen Kreaturen des Zeichners Thomas Hofmann - "gruselige, verspielte Wesen, die nicht niedlich, sondern eindringlich und einzigartig wirken von Sternendrachen bis zu Regenbogenkatzen" - und merkt über meine Geschichten an:
"Ihre pointierten Texte passen hervorragend zu Thomas Hofmanns Illustrationen. Diese Kombination machen das gesamte Werk zu einem besonderen Lesevergnügen. Die einzelnen Geschichten sind manchmal nachdenklich und sogar etwas traurig aber es gibt auch sehr humorvolle Momente."
Besonders mag sie "Das Tier der Unordnung" und "Der Savannenplanet" wegen ihres Humors und den "Erkunder" als eher nachdenklichen Text.

 

Ihr Fazit:
"Jede der einzelnen Geschichten hat ihren eigenen Charme und durch die interessanten Illustrationen hatte ich immer wieder Bilder im Kopf, diese aber in Farbe, die Zeichnungen sind alle in schwarz-weiß gehalten, das macht sie zu etwas besonderem, denn so kann sich jeder Leser und jede Leserin die Farben vorstellen die er mag. Die Geschichten zeigen Empathie für das Fremde und betonen, dass Leben in welcher Gestalt auch immer schützenswert ist."

 

Die vollständige Rezension findet ihr hier.




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Warum ich von Facebook weggehen muss ...

Geschrieben von Petra , in Krimskrams 16 Februar 2026 · 373 Aufrufe
Krimskrams

Hallo zusammen!
Es sieht so aus, als ob ich meinen Facebook-Account doch schneller kündigen muss als geplant ...
Das Problem ist nicht neu: Seit Jahren behauptet Facebook je-den A-bend, ich hätte mich von einem Ort aus angemeldet, von dem ich mich noch niemals angemeldet hätte. Ich lebe seit 55 Jahren unverändert in Sillium, danke der Nachfrage. Etwas Ähnliches hatte ich ja schon vor einigen Jahren bei Twitter erlebt.
Herr Sucker verlangte bisher immer, dass ich einen Sicherheitscode eingebe, den ich per Email bekomme. So weit, so gut.
Seit ca. einem Monat muss ich je-den A-bend bestätigen, dass ich kein Roboter bin, und Hydranten, Fahrräder oder Fußgängerüberwege identifizieren.
Und seit Samstag komme ich von zu Hause gar nicht mehr rein. Facebook verlangt, dass ich eine Mitteilung bestätige, die ich auf "ein anderes Gerät" bekomme. Damit meint Herr Sucker meinen Dienstrechner, mit dem ich dummerweise mal eingeloggt war.
Nein, ich habe keine Lust, am Wochenende anderthalb Stunden Auto zu fahren und mich von meinem Dienstrechner aus einzuloggen, nur um einem Ami-Spitzel-Unternehmen meine Daten darbringen zu dürfen. Das ist es mir nicht wert.
Also, wenn ich künftig von zu Hause nicht mehr reinkomme, dann ist es mir lieber, alles zu löschen, als einen unbeaufsichtigten Geister-Account herumliegen zu lassen. Falls ihr mich also bald auf Facebook nicht mehr seht, speichert euch bitte meine Mailadresse ab: hartmann.holle@web.de. Ihr findet mich auch auf meiner Homepage www.petrahartmann.de, oder schaut gern hier im Blog oder auf Mastodon vorbei: https://literatur.so.../@PetraHartmann.
Wir sehen uns hoffentlich. Macht's gut.

 

Nachtrag, 2. März 2026

 

Gestern war ich drin in Facebook. Von meinem heimatlichen Rechner, den das System zuvor konsequent blockiert hat. Ich musste zwar bestätigen, dass ich kein Roboter bin, und danach Hydranten, PKWs, Motorräder und Ampeln identifizieren, aber danach haben sie mich reingelassen. Heute morgen dann wieder das gleiche Spiel:

 

"Melde dich auf einem anderen Gerät an, um fortzufahren
Wenn wir uns nicht sicher sind, dass eine Person, die versucht, sich bei einem Konto anzumelden, auch wirklich der Inhaber dieses Kontos ist, fügen wir beim Login eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme hinzu. Du musst dich auf einem Gerät einloggen, von dem du dich schon einmal angemeldet hast, und diesen Login genehmigen."
Darunter der ausdrückliche Hinweis: "Wenn du kein Gerät mehr hast, auf dem du dich früher bei diesem Konto angemeldet hast, können wir dich aus Sicherheitsgründen nicht anmelden."

 

Tja, das wars dann wohl. Der Plan ist, dass ich an den Iden des März meine Seiten lösche und zum Anfang April den Account tilge. Schade, aber wenn's nicht mehr geht, dann geht's eben nicht mehr.




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Thorgal Saga: Frost und Feuer

Geschrieben von Petra , in Comics 15 Februar 2026 · 423 Aufrufe
Comics, Thorgal

Zwischen Weltenbrand und Fimbulwinter ist das neue Thorgal-Abenteuer "Frost und Feuer" angesiedelt. Das großformatige Album aus der Reihe "Thorgal Saga" besticht durch raumgreifende Wasser-, Eis- und Feuerwelten, durch mythische und kosmische Bezüge, aber auch durch den gut getroffenen Charakter des Titelhelden. Ein klassisches Thorgal-Epos, für das dieses "Saga"-Format wie geschaffen erscheint.
Die Autoren erzählen in diesem Album von Thorgals Schiffbruch vor der Küste des Landes "Frost". Thorgal ist zusammen mit einem älteren und vermutlich nicht übermäßig talentierten Skalden auf dem Meer unterwegs, als ein Sturm aufzieht. In den tosenden Wassermassen entsteht ein Mahlstrom, der das Boot in eine andere Welt, das Frostland, hinüberreißt, dessen Herrscherin Thorgal per Magie herbeigerufen hat. Über das Eisland bricht der Fimbulwinter herein, der den germanischen Weltuntergang, Ragnarök, das Götterverhängnis, ankündigt. Noch sind es erst die Vorboten des furchtbaren Winters, doch die Kälte ist bereits tödlich. Scharen von Flüchtlingen ziehen zur Zitadelle der Königin, wo eine immer schwächer werdende magische Flamme der Eiseskälte Widerstand leistet. Doch die Flüchtlinge kommen nie dort an, sie erfrieren unterwegs und werden zu Eisstatuen.

 

Surturs Flamme für das Eisland

 

Die einzige Chance, die Flamme des Frostreiches am Leben zu halten und wieder wachsen zu lassen, ist, neues Feuer aus Muspelheim in die Zitadelle zu schaffen. Thorgal und die schöne und mutige Prinzessin Vakva, die Tochter der Königin, machen sich auf die gefährliche Reise ins Land Muspelheim, wo der Feuerriese Surtur herrscht. Das bedeutet auch, dass sie an der Wächterin der Schlüssel vorbei müssen. Doch es ist nicht mehr Thorgals alte Freundin, die das Amt innehat. Die neue Wächterin wurde ausgewählt, weil sie sich ganz gewiss nicht durch hübsche Männer wie den gut aussehenden Wikingerhelden außerirdischen Ursprungs becircen lässt.

 

Ein Album, das alles hat

 

"Frost und Feuer" ist ein Album, das wirklich alles hat: einen großen Welten-Entwurf, faszinierende, über Seiten hinweg ausgeweitete Landschaften, zunächst ein tobendes Meer, dann weite eisige Einöden mit Wölfen, Eisbären und den tragischen Flüchtlingszügen ins Verderben, schließlich die Feuerwelt, über die Surtur herrscht, ein Kosmos aus Flammen und Höllenflammen, in dem sich der Weltenbrand bereits manifestiert. Dazu eine wohlproportionierte Mitstreiterin und kein Pin-up-Girl, eine vollkommen überraschende Neubesetzung der Wächterinnenposition, Verrat und Kampf, und schließlich der gute alte Thorgal, der erneut seinen Grundsätzen und seiner Ethik treu bleibt und gerade dadurch erreicht, woran andere scheitern.
Ein besonderes, begeisterndes Abenteuer und ein absoluter Höhepunkt der Saga-Reihe. Da haben Jean-Blaise Dian, Olivier Legrand und David Etien etwas Großartiges auf die Beine gestellt. Bitte mehr von diesem Team.

 

Fazit: Optisch überwältigende Wasser-, Eis- und Feuerwelten, ein mythisches Szenario und ein Held, der sich selbst treu bleibt. Ein herausragendes Album der ohnehin herausragenden Saga-Reihe. Einfach nur: Wow!

 

Thorgal Saga: Frost und Feuer. Text: Jean-Blaise Dijan, Olivier Legrand, Zeichnungen: David Etien. Bielefeld: Splittter, 2026. 94 S., Euro 24.

 

Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
Thorgal 33: Schwertboot
Thorgal 34: Kah-Aniel
Thorgal 35: Scharlachrot
Thorgal 36: Aniel
Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar
Thorgal 38: Die Selkie
Thorgal 39: Neokora
Thorgal 40: Tupilak
Thorgal 41: Tausend Augen
Thorgal 42: Özurr, der Waräger

 

Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren
Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig
Kriss de Valnor 4: Bündnisse
Kriss de Valnor 5: Rot wie der Raheborg
Kriss de Valnor 6: Die Insel der verlorenen Kinder
Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit
Kriss de Valnor 8: Der Herr der Gerechtigkeit

 

Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
Lupine 4: Crow
Lupine 5: Skald
Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen
Lupine 7: Nidhöggr

 

Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern
Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins
Thorgals Jugend 3: Runa
Thorgals Jugend 4: Berserker
Thorgals Jugend 5: Slive
Thorgals Jugend 6: Der Drakkar aus dem Eis
Thorgals Jugend 7: Blauzahn
Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde
Thorgals Jugend 9: Die Tränen der Hel
Thorgals Jugend 10: Sydönia
Thorgals Jugend 11: Grym

 

Thorgal Saga: Adieu, Aaricia
Thorgal Saga: Wendigo
Thorgal Saga: Shaigan
Thorgal Saga: Frost und Feuer

 

© Petra Hartmann




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Der Samstag: Zwischen Waschzuber und Wunschpunkten

Geschrieben von Petra , in Elfenschrift 23 Januar 2026 · 377 Aufrufe
Elfenschrift, Wochentage, Samstag

Was bedeutet eigentlich das "Sams" im Wort "Samstag"? Die 35. Elfenschrift widmete sich dem Thema "Zeitlos?!", und ich habe die Gelegenheit genutzt, mich einmal einer Zeiteinteilungsfrage zu widmen, die mich schon lange begleitet: Ich spüre den Wochentagsnamen nach und habe mich dabei besonders in das "Sams", den mutmaßlichen Taufpaten unseres Samstags, verbissen. Wie sagte schon Altmeister Tucholsky? "Das schönste am Sonntag ist der Samstagabend." Viel Spaß damit!

 

 

Zwischen Waschzuber und Wunschpunkten

 

„Am Sonntag schien die Sonne, und am Montag kam Herr Mon zu Besuch. Herr Taschenbier hatte am Dienstag Dienst, und am Mittwoch, wie immer, war Wochenmitte, Donnerstag donnerte es, und Freitag bekam Herr Taschenbier frei und mußte nicht arbeiten.
Und dann kam der Samstag und mit ihm das Sams.“1

 

Wer hat nicht versucht, sich die Namen der Wochentage so oder so ähnlich zu erklären? Tag des Mondes, Tag der Sonne, Mitte der Woche – das lässt sich kinderleicht und unmittelbar einsichtig herleiten. Was aber ist das vertrackte Sams, das uns den Samstag beschert hat? Ein kleines, schweineschnäuziges Wesen mit dem Gesicht voller Wunschpunkte, wie es der Kinderbuch-Autor Paul Maar schildert, wird doch wohl kaum als Taufpate zur Verfügung gestanden haben. Obwohl die Vorstellung durchaus etwas für sich hat ...
Tatsächlich war der Tag, den wir heute Samstag nennen, in der jüdischen Tradition der einzige Wochentag, der überhaupt einen Namen erhielt. In der Bibel wird er als siebter Tag hervorgehoben. Sechs Tage hatte Gott gearbeitet, hatte Licht, Land, Meer, Lebewesen und Menschen geschaffen und sah, dass es gut war. Dann aber der siebte Tag:
„Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.“2
Und in den zehn Geboten heißt es:
„Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.“3

 

Das Wort „Sabbat“ lässt sich wohl von der Wurzel sbt herleiten, was soviel wie aufhören, ruhen oder feiern bedeutet. Einige Forscher vermuten auch eine Verbindung mit einem Vollmondfest.
Der Sabbat mit seinem rigorosen Arbeitsverbot wurde neben der Beschneidung zum bekanntesten Kennzeichen der jüdischen Religion. Kein Wunder, dass das Christentum, das sich von seinen jüdischen Wurzeln emanzipieren und „etwas eigenes“ haben wollte, bald den Sonntag als Tag der Auferstehung Jesu zum heiligen Tag erhob.
Gegenüber anderen Tagen verhielt sich das Judentum sehr distanziert. Während in Mesopotamien und Ägypten Wochentage nach diversen Gottheiten benannt wurden, sprachen die monotheistischen Juden einfach vom 1. Tag, 2. Tag, 3. Tag usw. Nur der Freitag wurde zum Erew Schabat, (Vor-)Abend des Sabbat. Ähnliches gibt es im Deutschen auch. Die norddeutsche Bezeichnung Sonnabend macht den Tag zum Vorabend des Sonntags, Heilig Abend ist der Tag vor dem ersten Weihnachtsfeiertag. Im Englischen bezeichnet Halloween (aus „All hallows eve“) den Vorabend von Allerheiligen.
Im alten Rom war es kein Problem, die aus dem Orient übernommene Wochentagseinteilung mit eigenen Götternamen zu füllen. Interessant ist die Namensgebung im Vergleich mit anderen Sprachen, in die die römische Woche exportiert wurde.
Der Montag als Tag des Mondes ließ sich ohne weiteres übertragen. Von der römischen Luna zeugen noch der italienische lunedi und der französische lundi, im germanischen Bereich wurden daraus z.B. der englische monday oder der dänische mandag.
Der dem Kriegsgott geweihte Mars-Tag (französisch mardi) wurde dem germanischen Tyr oder Tiu zugeschrieben (dänisch tyrsdag), allerdings wurde vor allem Wert auf seine Funktion als Vorsitzender des Gerichts gelegt, sodass unser Dienstag auf den „Mars thingsus“ zurückgeht.
Der deutsche Mittwoch verrät seinen heidnischen Ursprung nicht mehr. In Rom dem Merkur geweiht, lebt der Götterbote im französischen mercredi noch fort. Erst der Blick auf den englischen wednesday und den dänischen onsdag verrät, dass hier der germanische Hauptgott Wodan oder Odin gemeint gewesen ist. Die Zuordnung zeigt, dass zu der Zeit, als die Wochentage nach Nordeuropa kamen, Odin noch gar nicht der Götterkönig war. Er wurde, da er lesen und schreiben konnte und obendrein auch als Todesgott und Seelenbegleiter tätig war, von den Römern mit dem schillernden Kaufmanns-Diebes-Totenbegleiter-Botengott Merkur gleichgesetzt.
Den Platz als Entsprechung zum römischen Götterkönig, Himmelsgott und Donnerer erhielt der Donnergott Thor bzw. Donar (thursday, Donnerstag), während sich der Juppiterstag z. B. im französischen jeudi erhalten hat.
Die Liebesgöttin Venus ließ sich mit der germanischen Freya gleichsetzen, dem französischen vendredi steht der deutsche Freitag gegenüber.
Aufhorchen lässt der Sonntag. Während in den romanischen Sprachen der heilige Tag der Christen längst „getauft“ ist und als italienischer domenico oder französischer dimanche zum Tag des Herrn (Dominus), also des Christengottes, wurde, haben die germanischen Sprachen diese Umbenennung versäumt. Hier ist immer noch der heidnische Sonnengott Sol invictus herauszuhören, der noch über die Ära des Kaisers Konstantin hinaus verehrt wurde und teilweise mit dem christlich-jüdischen Heiland verschmolz.
Zurück zum Sabbat, Samstag oder Sonnabend. Ein jüdischer Feiertag im römisch-germanisch-christlichen Kalender eckt an. Er passt einfach nicht. Zwar gab es Christen, die den Sabbat dem Gebot getreu ehrten, doch es gab ebenso unter Heiden und Christen viel Hass gegen Israel.
Zum Teil erhielt sich der Name Sabbat, etwa im italienischen sabado. Im Griechischen wurde daraus sambaton, das sich im Deutschen zum Samstag abschliff. Die Römer setzten dafür den Namen des Saturn ein, den wir im englischen saturday oder im friesischen Satertag noch wiedererkennen.
Im germanischen Bereich gab es keine Gottheit, die man dem altitalischen Erntegott an die Seite stellen konnte. Allenfalls führte die Namensähnlichkeit dazu, ihn als „Satan“ anzusprechen. Nun hat der Satan zwar auch keine Entsprechung im germanischen Pantheon, aber einen Verräter gab es: So wurde Loki, der listige Gott des Feuers, Tages-Patron. Der schwedische lonsdag mag hieran erinnern. Oder man machte aus dem Tag der Juden kurzerhand etwas Praktisches und ernannte ihn zum „Waschtag“, wie im dänischen lørdag oder im altisländischen laugardagr.
Der Waschtag mag dazu gedient haben, sich auf den Sonntag vorzubereiten, sich selbst und die Kirche zu reinigen, vielleicht auch dazu, den heiligen Tag der Juden bewusst zu profanieren.
Erhalten hat sich der Waschtag noch Jahrhunderte später. Spuren davon finden sich auch in Boccaccios Novellensammlung „Decameron“ (1349-53): Zehn Personen halten sich zur Pestzeit in einer selbstgewählten Quarantäne auf, und an jedem Tag erzählt jeder eine Geschichte, sodass am Ende 100 Novellen erzählt sind. Nur dass die Geschichtenerzähler nicht 10 Tage beisammen sind, sondern 14. Neifile weist darauf hin, „daß der Freitag wegen der Leiden Dessen, der für unser Leben gestorben ist, der Erbauung dienen soll; darum würde ich es für recht und ziemlich erachten, wenn wir uns am Freitag zur größeren Ehre Gottes lieber mit Gebeten beschäftigen. Am Samstage haben es wieder die Frauen im Brauche, sich den Kopf zu waschen und ihn von allem Staub und Schmutze zu säubern [...], und gar viele pflegen auch aus Verehrung für die Heilige Jungfrau, die Mutter Gottes, zu fasten und schon, um den darauffolgenden Sonntag zu heiligen, alle Arbeit ruhen zu lassen [...].“4
Die Spur des Waschtags lässt sich bis über den Atlantik zu den nordamerikanischen Indianern verfolgen. Die Lakota (Sioux) übernahmen zum Beispiel von Einwanderern, die in der jüdisch-altchristlichen Scheu vor heidnischen Wochentags-Göttern standen, den Brauch, die Tage von Montag bis Freitag nur als „Tag 1“, „Tag 2“ usw. zu bezeichnen. Der Sonntag ist „Anpetu wakan“, der heilige Tag, während der Tag davor als „Owanka yujajapi“ bezeichnet wird, als Waschtag. Wobei das Wort Owanka soviel wie „Altar“ bedeutet, der Tag ist also ausdrücklich zum Reinigen der Kirche bestimmt.

 

1 Paul Maar: Am Samstag kam das Sams zurück. Hamburg, 1980. S. 6.

 

2 Die Bibel. Nach der Übersetzung Martin Luthers. Mit Apokryphen. Stuttgart, 1999. S. 4. 1. Mose 2, 3.

 

3 Ebd. S. 78. 2. Mose 20. 8-11.

 

4 Giovanni Boccaccio: Das Dekameron. Deutsch von Albert Wesseliski.Frankfurt/M, 1972. S.224f.

 

Erstveröffentlichung:
Petra Hartmann: Zwischen Waschzuber und Wunschpunkten. In: Elfenschrift. 35, September 2012, S. 12–14.

 

© Petra Hartmann

 

 

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Unter der Eiche von Dodona
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Unter der Eiche von Dodona

Geschrieben von Petra , in Elfenschrift 22 Januar 2026 · 296 Aufrufe
Elfenschrift, Dodona, Eiche und 1 weitere...

"Der Zauber von Pflanzen und Bäumen" lautete das Motto der 31. Elfenschrift. Ich beteiligte mich mit einem Artikel über einen ganz besonderen Baum. Es ging um die prophetische Eiche des Zeus im antiken Dodona, das älteste und nach Delphi bedeutendste Orakel Griechenlands. Viel Spaß beim (Wieder)Lesen!

 

Unter der Eiche von Dodona

 

Blätterrauschen, das Säuseln des Windes in der Baumkrone, mächtige, weit ausladende Äste, ein knorriger, ehrfurchtgebietender Stamm: Die Eiche von Dodona gilt als das älteste Orakel Griechenlands. Und aus dem Rauschen des geheimnisvollen, dem Göttervater Zeus geheiligten Baumes deuteten Priester über ein Jahrtausend lang die Zukunft.
Vieles, was das alte Heiligtum betrifft, liegt im Dunkeln. Dodona ist längst nicht so gut erforscht, wie die bekanntere Wahrsagestätte in Delphi, wo der Gott Apoll den Sterblichen seine oft rätselhaften Andeutungen und Wahrsprüche verkünden ließ. Die Ausgrabungen förderten an Tempelbauten nur wenige Mauerreste zu Tage. Dies mag damit zu tun haben, dass sich der Kult weniger in Tempelanlagen und anderen Gebäuden abspielte, sondern dass das Herzstück des Orakels ein Baum, eben die berühmte dodonäische Eiche, war.
Umso beredter sprudeln die literarischen Quellen. Schon in der Ilias Homers, der den Kultort Delphi noch nicht kennt, betet Achill zum Gott Dodonas:

 

„Zeus, pelasgischer, weitab wohnender, Herr von Dodona,
Wo der Winter so rauh. Dort lagern am Boden die Selloi,
Deine Seher, um dich mit niegewaschenen Füßen.“1

 

Barfüßige Priester mit ungewaschenen Füßen waren im alten Griechenland nicht gerade üblich. Vermutlich sollte hierdurch eine besondere Beziehung zum heiligen Mutterboden dargestellt werden. Dazu passt auch die Vorstellung, dass die dodonäischen Priester auch im rauhen Winter auf dem nackten Erdboden schliefen.
Auch in der Odyssee spielt das Orakel eine Rolle. Der in Verkleidung heimgekehrte Odysseus berichtet zweimal über seinen angeblichen Gang zum Zeus-Heiligtum:

 

„Nach Dodona, sagte er, ging er, um aus des Gottes
Hochbelaubter Eiche den Rat des Zeus zu vernehmen,
Wie er am besten ins reiche Land von Ithaka käme,
Da er so lang schon fern, ob öffentlich oder verborgen.“2

 

Noch Sokrates wird später seinen Schüler Phaidros ironisch belehren: „Mein Freund, im Heiligtum des Zeus zu Dodona sagten die Menschen, die ersten Weissagungen seien von einer Eiche ausgegangen. Ihnen, weil sie keine Weisen waren, wie ihr Jünglinge heute, genügte es in ihrer Einfalt, der Eiche und dem Stein zuzuhören, wenn sie nur die Wahrheit sagten.“3
Außer dem Blätterrauschen scheint auch das Gurren der im Baumwipfel sitzenden Tauben zum Orakel gedient zu haben. Dies könnte unter anderem durch ein Fragment aus dem Frauenkatalog des Dichters Hesiod belegt werden: „Und sie (die Tauben) wohnten im Stamm der Eiche. / Von dort holen die Sterblichen Erdbewohner / All die Arten von Sprüchen.“4
Woher die Tauben von Dodona kommen, dazu überliefert Herodot, der Vater der Geschichtsschreibung, eine alte Sage. Demnach seien einst zwei schwarze Tauben aus dem ägyptischen Theben losgeflogen, die eine landete in Libyen, die andere in Dodona. Beide hätten an ihrer jeweiligen Landestelle den Einwohnern befohlen, ein Zeus-Orakel zu gründen, woraufhin das libysche Heiligtum des Zeus-Ammon und die Stätte in Dodona entstanden seien. Herodot, der gern solche alten Sagen rationalistisch interpretierte, versuchte die Geschichte als einen historischen Frauenraub zu deuten. Damals seien zwei ägyptische Priesterinnen von Phöniziern entführt worden, wobei die eine nach Libyen, die andere nach Griechenland verkauft worden sei, übersetzt er es sich in sein vernünftiges Weltbild:

 

„Tauben aber sind die Frauen [...] von den Dodonern genannt worden, weil sie doch fremdsprachig waren und bei ihnen den Eindruck erweckten, daß sie wie Vögel zwitscherten. Nach einiger Zeit aber hat ‚die Taube‘ mit Menschenstimme gesprochen [...]. Dass sie aber sagen, die Taube sei schwarz gewesen, damit deuten sie an, daß die Frau aus Ägypten war.“5

 

Auch der späte griechische Epiker, Apollonios von Rhodos, berichtet von der Wahrsagekraft der Zeuseiche. In seinem Argonautenepos ist es jedoch nicht das Blätterrauschen des Baumes, sondern es ist ein Stück Holz aus dem Stamm der göttlichen Eiche, das sich im Wunderschiff Argo sehr lautstark zu Worte meldet:

 

„Gewaltig schrie der Pagaseïsche Hafen auf und auch die Pelische Argo selbst und spornte sie an, abzufahren“, erzählt der Dichter. „Denn in sie war ein göttlicher Stamm gefügt, den Athene in der Mitte des Vorderstevens aus der Dodonischen Eiche eingepasst hatte.“6

 

Hier ist nicht die Rede von irgendeinem Blätterrauschen, das der Priester erst noch zu deuten hat. Das Holzstück redet unbarmherzig Klartext und setzt der Mannschaft nach einem Verbrechen gehörig den Kopf zurecht. Sturm, Wellen und Riffe setzen der Argo zu.

 

„Und gleich ertönte plötzlich, mitten im Dahinlaufen, in menschlichem Klang der mit Sprache begabte Balken des gewölbten Schiffs, den ja Athene in der Mitte des Vorderstevens aus Dodonischer Eiche eingepasst hatte. Die aber ergriff verhängnisvolle Furcht, als sie mittendrin die Stimme der Argo und den schweren Zorn des Zeus vernahmen. Denn jene sagte, sie würden weder den Mühsalen der langen Salzflut noch den widrigen Wirbelwinden entrinnen, wenn nicht Kirke den erbarmungslosen Mord an Apsyrtos von ihnen abwüsche.“7

 

Klarheit und deutliche Sprache – das wird dem Orakel aus Blätterrauschen und Taubengurren oft von den griechischen Tragödiendichtern bescheinigt. Vielleicht ist hiermit auch eine Spitze gegen das manchmal etwas zweideutige „Konkurrenzorakel“ zu Delphi angedeutet. Man erinnere sich nur an Apollons bekannten Spruch an Krösus, er werde, wenn er den Fluss Halys überschreite, ein großes Reich zerstören. Krösus hielt dies für eine glückverheißende Prophezeiung – doch das Reich, das er durch den Kriegszug zerstörte, war sein eigenes.
Solche dunklen Sprüche scheinen die Priester und Priesterinnen in Dodona nicht verkündet zu haben. So wird im Gefesselten Prometheus des Aischylos erzählt, wie Inachos Boten nach Delphi und Dodona gesandt und zunächst „undurchsichtigen / Bescheid, schillernde Worte, nicht zu deutende“8 als Antwort erhalten habe, dann aber einen klaren, unzweideutigen Spruch. Ein wahres Wunder vollzieht sich an seiner Tochter Io:

 

„Denn als du kamest auf Molosserboden, in
Die Nähe von Dodonas steilem Rücken, wo
Der Sitz des weissagenden Thesproter-Zeus
Und ein unglaublich Wunder, Eichen, redende,
Von denen wurdest du deutlich, nicht mit Rätselwort,
Begrüßt als die Erwählte, der bestimmt ist, Zeus‘
Gemahl zu werden.“9

 

Auch Herakles in den Trachinierinnen des Sophokles weiß aus Dodona ganz genau, was ihm bevorsteht: „Das sei der alten Eiche zu Dodona Spruch“, berichtet seine Frau Deianeira,
„den er aus zweier Priesterinnen Mund gehört.
Und dieses Spruchs Unfehlbarkeit zielt auf die Zeit
die eben jetzt ist, daß er sich erfüllen muß [...]“.10

 

Auch Herakles selbst berichtet von seiner dodonäischen Weissagung, diesmal allerdings mit Hinweis auf eine eigene Fehlinterpretation des Spruchs:

 

„Als ich ins Heiligtum der bergbewohnenden,
auf bloßer Erde schlafenden Seller kam, schrieb ich
mir ein, was mit viel Zungen Vaters Eiche sprach.
Zu der jetzt lebenden, gegenwärtigen Zeit, hieß es,
werde der Plagen, die antreten gegen mich,
Kette sich lösen. Und ich deutete es auf Glück,
doch war nichts andres also als mein Tod gemeint.“11

 

Das Christentum machte schließlich der weit über tausendjährigen Orakelpraxis ein Ende. 391 oder 392 nach Christus wurde sogar die heilige Eiche gefällt – ähnlich wie das Fällen der Donarseiche in Germanien der Todesstoß für den heidnischen Kult. 30 Jahre zuvor, im Jahr 362, hatte der römische Kaiser Julian, dem die Christen wegen seiner Rückkehr zu den „alten“ Göttern den Beinamen „Apostata“, der Abtrünnige, gaben, noch ein letzte Mal versucht, das Orakel zu befragen. Er hatte Boten zum delphischen Apollon-Heiligtum und zum Zeus von Dodona entsandt. Aus Delphi ist als letzter Orakelspruch folgende Botschaft an den Kaiser überliefert:

 

„Saget dem Herrscher, zerstört liegt die kunstgesegnete Stätte,
Phoibos besitzt kein Dach mehr und keinen prophetischen Lorbeer;
Verstummt ist der sprechende Quell, es schweigt das murmelnde Wasser.“12

 

In Dodona schwieg das Orakel. Die Eiche des Zeus war für immer verstummt.

 

1 Homer: Ilias. Übersetzung, Nachwort und Register von Roland Hampe. Stuttgart: Reclam, 1979. XVII, 233-235. S. 328.

 

2 Homer: Odyssee. Übersetzt von Roland Hampe. Stuttgart: Reclam, 1979. XIV, 327-330. S. 234. Ähnlich XIX, 296-299, S. 322.

 

3 Platon: Phaidros oder Vom Schönen. Übertragen und eingeleitet von Kurt Hildebrandt. Stuttgart: Reclam, 1979. 275B. S. 87.

 

4 Hesiod Fragment 134 (Rzach). Zit. n. Martina Dieterle: Dodona: Religionsgeschichtliche und historische Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung des Zeus-Heiligtums. Hildesheim: Olms, 2007. S. 283.

 

5 Herodot: Historien. I-V. Übersetzt von Walter Marg. München: DTV, 1991. II, 54-57. S. 151f.

 

6 Apollonios von Rhodos: Die Fahrt der Argonauten. Griechisch/Deutsch. Hrsg., übersetzt und kommentiert von Paul Dräger. Stuttgart: Reclam, 2002. I 524-527. S. 43.

 

7 Ebd. IV, 580-588. S. 333.

 

8 Aischylos: Der gefesselte Prometheus. Übersetzung und Nachwort von Walther Kraus. Stuttgart: Reclam, 1965. V. 661f. S. 27.

 

9 Ebd. V. 829-835. S. 33.

 

10 Sophokles: Die Trachinierinnen. Übersetzung und Nachwort von Walther Kraus. Stuttgart: Reclam, 1989. V. 169-174. S. 10.

 

11 Ebd. V. 1166-1172. S.48.

 

12 Zit. n.: Das Orakel von Delphi. Geschichte und Texte. Griechisch/Deutsch. Von Marion Giebel. Stuttgart: Reclam, 2001. S. 111

 

 

Erstveröffentlichung:
Petra Hartmann: Unter der Eiche von Dodona. In: Elfenschrift. 31, September 2011, S. 10–12.

 

© Petra Hartmann

 

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Kleine Zombie-Kunde

Geschrieben von Petra , in Elfenschrift 21 Januar 2026 · 549 Aufrufe
Elfenschrift, Zombies, Voodoo

Mit Zombies habe ich eigentlich nicht viel am Hut. Keine Identität, kein Ich, keine interessanten Gedanken oder sprachliche Qualitäten. Aber als Ulrike Stegemann für die 27. Elfenschrift das Thema "Zombies und Dämonen" ausrief, da konnte ich mich ja nicht drücken. Hier noch einmal meine Notizen über diese bemerkenswerten Wesen. Viel Spaß damit!

 

 

Kleine Zombie-Kunde

 

Schlurfende Schritte, ein Körper, der bereits Zeichen der Verwesung zeigt, leere Augen – kein Zweifel, ein Zombie. Die Untoten, die Voodoozauber zu neuem, unheiligem Leben erweckte und die als Arbeitssklaven ihres Meisters dienen, sind dem Freund von Gruselliteratur und Horrorfilmen vertraut und haben auf Halloween-Partys ihren festen Platz. Und doch nehmen die lebenden Toten eine Sonderrolle in der Welt des Horrors ein, sind sie doch eine der wenigen Schauergestalten, die nicht europäischen Ursprungs sind. Aus Europa kamen kopflose Ritter und Schlossgespenster, aus Europa stammen Werwölfe und Vampire, Frankenstein ist ein klassischer europäischer Gelehrter vom Typ eines Dr. Faustus, und auch schauerromantische Motive wie das Doppelgängermotiv in der Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde oder im Bildnis des Dorian Gray sind der europäischen Literatur und Weltsicht entsprungen. Zombies dagegen sind Kinder der haitianischen Kultur, sie haben ihre Wurzeln im Milieu der schwarzen Sklaven auf der Insel, die sich aus afrikanischen Göttern und Riten und christlich-katholischen Glaubenslehren eine neue Religion schufen: Voodoo.
Zombies unterscheiden sich vor allem dadurch von ihren europäischen Verwandten, dass sie keinen Willen, keine Ziele, kein Bewusstsein haben. Stellt man einen haitianischen Zombie und einen transsilvanischen Vampir nebeneinander, sollte man kaum für möglich halten, dass beide unter dem Gattungsbegriff „Untote“ geführt werden. Auch der Vampir hat Leben und Seele verloren, doch zeichnet er sich aus durch klare Ziele, einen scharfen Verstand und festen Willen, durch Machtstreben und die Fähigkeit, Menschen seinem Willen zu unterwerfen. Ähnlich verhält es sich mit anderen Wesen der europäischen Schauerromantik, die den adligen oder bürgerlichen Idealen ihrer Zeit folgend gefälligst ein Ziel haben mussten und dies auch mit all ihren Körper- und Geistesgaben zu verfolgen hatten.
Zombies sind anders. Typisch „westliche“ Wesenszüge wie Bewusstsein und Individualität, sind ihnen fremd. Als eher passive, dumpfe, pflanzenartige Existenzen mit Sklaven- oder moderner gesprochen: Unterschichten-Mentalität haben sie keinerlei eigene Interessen, sieht man einmal vom Trieb nach Nahrungsaufnahme ab, der in modernen Zombie-Geschichten gewöhnlich durch Fressen von Menschen befriedigt wird.
Das Wort „Zombie“ oder „zumbi“ stammt dem „Metzler-Lexikon Religion“ zufolge aus den afrikanischen Bantusprachen, wo es soviel bedeutet wie „versklavter Geist“1, das Internet-Lexikon Wikipedia leitet es aus der nord-angolanischen Bantusprache Kimbundu ab, wo das Wort „nzùmbe“ einen Totengeist bezeichnet.2 „Zombis sind Personen, deren Tod amtlich bestätigt ist, die vor den Augen und mit Wissen aller beerdigt wurden und die man dann einige Jahre später bei einem boko [Schwarzmagier] im Zustand eines Idioten wiedersieht“3, definierte Alfred Métraux.
Außerhalb des afro-karibischen Sprachraums bekannt wurde das Wort einer breiten Öffentlichkeit erst im 20. Jahrhundert, vor allem die US-amerikanische Besatzungszeit auf Haiti (1915-1934) spielte eine bedeutende Rolle. Eine wichtige Quelle war das Buch „Magic Island” (1929) des amerikanischen Künstlers, Schriftstellers und Reisenden William Seabrook. Seabrook berichtete von Hexerei, Menschenopfern, Totenbeschwörungen – und eben auch von Zombies: „I did see walking dead man … It was in broad daylight … the three supposed zombies … were plodding like automatons … slowly stood erect … The eyes were in truth like the eyes of a dead man … staring, unfocused, unseeing. The whole face … was vacant, as if there was nothing behind it.”4
Seabrooks Berichte waren Ursache oder zumindest Mit-Ursache, dass das Wort in den allgemeinen Sprachgebrauch überging, vor allem aber lieferten sie den Stoff für den Film „White Zombie“ (1932) von Victor Halperin. Auf diesen ersten Zombiefilm folgte eine Flut von Streifen, in denen die Untoten vor malerischer Kulisse und mit dramatischer Trommeluntermalung über die Leinwand schlurften. Filme, Comics und Romane sorgten dafür, dass die lebenden Toten in einem wahren Siegeszug in die Populärkultur einzogen.
Über die magische Praxis der Zombifizierung ist wenig bekannt. Ursache kann ein Fluch sein, oft heißt es auch, hierzu werde ein Zauberpulver benutzt. Eine Methode wäre, dem Opfer das Zauberpulver vermengt mit Juckpulver zu verabreichen: Beim Kratzen an den juckenden Stellen würden kleine Wunden entstehen, durch die das Gift in die Blutbahn gelangt. Als mögliches Gift wird Atropin genannt. Der Forscher Wade Davis, der 1982 Haiti bereiste, berichtete davon, dass auf der Insel Kugelfischgift als Zombiepulver im Umlauf sei. Jedenfalls wird das Opfer in eine Art Scheintod versetzt und muss nach der Beerdigung von seinem Meister wieder ausgegraben werden.
Im Voodoo wird wie bereits in westafrikanischen Religionen unterschieden in eine Vitalseele (Kreolisch: bon gros ange) und eine Schattenseele (petit bon ange). Ein Zauberer, der einen Menschen zum Sklaven machen möchte, trennt – durch welche Praxis auch immer - die Schattenseele vom Körper, sodass die Charaktereigenschaften und das Unterscheidungsvermögen zwischen Gut und Böse verlorengehen.5
Jenseits der religiösen und abergläubischen Vorstellungen kann es ganz handfest und real zugegangen sein: Der Zombie-Macher gräbt den in Scheintod versetzten Menschen aus, dessen Bewusstsein durch das Gift gedämpft oder ausgeschaltet ist, und lässt ihn durch Gehilfen derart zusammenschlagen, bis ihm klar ist, wer ab jetzt das Sagen hat. So in die Rolle des Dieners gezwungen, wird der Betreffende an Körper und Geist gebrochen und nicht mehr aufmucken. Man erhält einen willigen Arbeitssklaven, der sich auf Plantagen auf anderen Inseln verkaufen lässt. Es darf nicht vergessen, dass Voodoo aus der Erfahrung der Plantagensklaven entstand. Aber auch die afrikanischen Wurzeln scheinen eine Rolle zu spielen: So war es in West-und Zentralafrika laut den Anthropologen Wolf-Dieter Storl möglich, dass Kriminelle mithilfe von Atropin in einen Zustand der Hilflosigkeit versetzt und unschädlich gemacht wurden.
Oft zitiert wird, dass es im haitianischen Recht sogar ein Verbot des Zombie-Machens gibt. Das ist jedoch nicht der Fall. Doch merkt Métraux an: „Der Artikel 246 des alten Strafgesetzbuches bezieht sich auf die zombi: ‚Es wird auch als Anschlag auf das Leben einer Person durch Vergiften gewertet, wenn Substanzen gegen sie verwendet werden, die nicht den Tod verursachen, aber einen lethargischen Zustand […]. Wenn die Person als Folge dieses lethargischen Zustands beerdigt wird, wird der Anschlag als Mord gewertet.‘“6
Wer verhindern will, dass jemand als Zombie wieder aufwacht, tut gut daran, Leichname für Schwarzmagier unbrauchbar zu machen. So war es üblich, Tote ein zweites Mal zu töten, um sicherzugehen, dass es sich nicht um einen Scheintod handelt. Auch werden Gräber bewacht und Leichen die Ohren verstopft, damit sie nicht auf den Ruf ihres Meisters hören. Hinterbliebene legen wohl auch noch heute eine Nadel ohne Nadelöhr in den Sarg des Toten – er wird es nicht schaffen, den Faden einzufädeln, und ist so beschäftigt, dass er den Ruf des Meisters nicht folgen kann – oder streuen Sesamkörner hinein, die der Tote zu zählen beginnt, wodurch er die Wiederauferstehung versäumt.
Moderne Zombie-Romane setzen gewöhnlich auf Schnelligkeit und Gewalt, wenn es gilt, den Scharen von Untoten zu entkommen. Es gibt auch humorvolle Überlebenshandbücher wie „The Zombie Survival Guide“ von Max Brooks. Ein Geheimrezept verrät Métraux: „Sie sind absolut gehorsam, vorausgesetzt, daß man ihnen kein Salz reicht. Bekommen sie aus Versehen eine gesalzene Speise gereicht, werden sie auf einmal ganz klar im Kopf und erkennen ihr schreckliches Sklavendasein. […] Sie stürzen sich auf ihren Herrn, töten ihn, verwüsten seinen Besitz und machen sich dann auf den Weg, um ihr Grab zu suchen.“7 Es empfiehlt sich also, in Zombie-Gegenden, immer eine Prise Salz bei sich zu führen.

 

1 Claudio Mattes: Zombie. In: Metzler-Lexikon Religion. Stuttgart, Weimar, 2001. Bd. 3, S. 725.

 

2 http://de.wikipedia.org/wiki/Zombie, 30.06.2010.

 

3 Alfred Métraux: Voodoo in Haiti. Deutsch von Isotta Meyer. Gifkendorf, 1994. S. 324.

 

4 Zit. n. Ulrike Sulikowski: Hollywoodzombie: Vodou and the Caribbean in Mainstream Cinema. In: Manfred Kremser (Hrsg.): Ay BoBo. Afro-Karibische Religionen. Teil 2: Voodoo. Wien, 1996. S. 82.

 

5 Vgl. Mattes: A.a.O. S. 726.

 

6 Alfred Métraux: A.a.O. S.324f.

 

7 Ebd. S. 326.

 

Erstveröffentlichung:
Petra Hartmann: Kleine Zombie-Kunde. In: Elfenschrift. 27, September 2010, S. 14–16.

 

© Petra Hartmann

 

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Liebesspielverderberin

Geschrieben von Petra , in Elfenschrift 20 Januar 2026 · 285 Aufrufe
Elfenschrift, Hexen

"Hexenliebe" lautete das Motto der 24. "Elfenschrift", und ich habe mich dem Thema Liebe und Hexerei auf etwas ungewöhnliche Weise genähert. Nein, es ging nicht um Liebeszauber. In meinem Aufsatz "Liebesspielverderberin" widmete ich mich der historischen "Hexe" Sidonia von Borcke, die ein komplettes Herzogsgeschlecht mit Unfruchtbarkeit geschlagen und ausgerottet haben soll, und einer besonderen Knotentechnik. Vielleicht wäre es ja einmal ein Thema für einen Roman?

 

 

Liebesspielverderberin

 

„Rothaarig ist sie [...], die Leidenschaft soll schon von außen sichtbar sein; ihr Haar, von einem Netz gehalten, aber nicht mit einer Haube unsichtbar gemacht. Ein weißes Unterkleid, auf dem sich ein Überwurf aus dunklen Schnüren gut abhebt: Spinnennetz? Verknotungen? Schlangen?“1
So beschreibt Heidi Staschen ein Bild der als „Klosterhexe“ verschrienen Sidonia von Borck (1548 - 1620). Eine Frau, die wusste, was sie wollte, die liebte, die für eine Frau ihrer Zeit erstaunlich viel Durchsetzungswillen und Energie besaß und dafür als Zweiundsiebzigjährige auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Ein Netz aus dunklen Schnüren mit Verknotungen – der englische Maler Edward Burne-Jones, der im 19. Jahrhundert ein Porträt der Frau schuf, die einst die schönste und reichste adelige Jungfer von ganz Pommern gewesen sein soll, „wollte mit diesem Bild auf das hinweisen, was man ihr zeit ihres Lebens [...] nachsagte: das Nestelknüpfen. Es war eine magische Handlung: der geknüpfte Knoten soll die ‚Manneskraft’ (den Penis) schwächen. Je mehr Knoten, je weniger erotische Freuden.“2
Wer einen Liebestrank benötigte, um einen geliebten Menschen für sich zu gewinnen, ging oft zur Hexe. Doch auch wer Liebe verhindern wollte, konnte nach frühneuzeitlichem Glauben mit Magie dazwischenfunken. „Hexereiverdächtig waren [...]: Impotenz bei Männern, Unfruchtbarkeit bei Frauen“.3 Wenn die Frau einen Mann einfach nicht erhörte, wenn ein Ehemann fremd ging, wenn ein Mann oder eine Frau in der Produktion von Nachwuchs versagte, so war es Dank der Inquisition möglich, jemand anderen dafür verantwortlich zu machen und zu verbrennen.
Das Nestelknüpfen „auch Senkelknüpfen, Schloßschließen, Binden [...] ist“, laut Handwörterbuch des Aberglaubens, „ein berüchtigter, weitverbreiteter und gefürchteter Bindebrauch [...], der als abergläubische Entsprechung gewisser Fruchtbarkeitsriten anläßlich einer Trauung vielmehr dahin wirken sollte, den Bräutigam impotent zu machen und dies bei Neurasthenikern auch zweifellos oft erreicht hat.“4
Wer den Bräutigam in dieser Art „binden“ will, knüpft einen Knoten oder drückt ein Schloss zu, meist während der Trauung, und wirft Knoten oder Schloss anschließend ins Wasser, damit sie nicht gefunden werden können. Mit vermutlich leichtem Amüsement notiert das Handwörterbuch, dass der Brauch noch 1922, also rund ein Jahrzehnt vor Erscheinen des Artikels allgemein bekannt gewesen sein muss, in dem Jahr hatte es ein Lustspieldichter benutzt, „ohne fürchten zu müssen, unverstanden zu bleiben.“5
In der Antike, aber auch in Griechenland und Süditalien des 20. Jahrhunderts, in der Türkei, bei Südslaven, Magyaren und Russen sei der Zauber erwähnt und benutzt worden, auch das indische Atharvaveda spielt darauf an. Marcellus Empiricus (um 400 n. Chr.) notierte, zur Lähmung der Manneskraft müsse man dem Betreffenden eine „bekränzte Mörserkeule“ unters Bett legen. In der „Lex Salica“, dem alten Volksrecht des Salfranken aus dem 6. Jahrhundert, ist es vorausgesetzt, und auch die Kirche befasste sich auf zwei Synoden 1298 und 1446 mit den fiesen Knoten und verbot sie. Doch noch im 17. Jahrhundert finden sich Notizen dazu in sächsischen Visitationsakten.
Als Gegenmittel wird dem Ehemann geraten, drei Morgen durch den Ehering zu urinieren, ein verschlossenes Schloss in der Tasche zu tragen oder bei der Trauung den Trauring nur bis zum zweiten Fingergelenk zu schieben, was einen nicht vollständig vollzogenen Geschlechtsakt symbolisieren soll.
Sidonia, die „Klosterhexe“, soll solche Knoten geknüpft, solche Schlösser geschlossen haben. Die pommersche Adlige geriet den Macht- und Dynastienplänen der Herzöge von Stettin in die Quere, die ihr verboten, „den Mann ihrer Liebe, Herzog Ernst zu ehelichen.“6
Sidonia ging in ein Stift, eine damals übliche „Entsorgungsform“ für unverheiratete adlige Frauen, Ernst wurde mit einer anderen verheiratet. Sidonia hat diesen Schmerz nie vergessen. Sie suchte nach einer Möglichkeit der Rache, lernte „hexen“, genoss die Furcht und die Verehrung ihrer Mitmenschen, stieg gar zur Unterpriorin des Klosters Marienfließ auf. Sie soll bei Zigeunerinnen gelernt haben, traf sich mit der Wahrsagerin Wolde Albrecht, lernte Kräuter und Gifte kennen. „Todesfälle in der Umgebung ließen den Verdacht immer mehr auf sie fallen. [...] Und da absehbar war, daß das Geschlecht der pommerschen Herzöge bald aussterben würde, war natürlich auch sie daran schuld ...“7
Aberglaube und Machtstreben auf beiden Seiten: Das Hofgericht Stettin fand in ihr eine mustergültige Hexe. Und Sidonia? „Vielleicht sonnte sie sich zu sehr im Glanz, mit Magie umgehen zu können, über Tod und Leben zu entscheiden zu können, über Manneskraft und damit Mannesmacht“, vermutet Heidi Staschen. „Sidonia, die Macht wollte, die Magie betrieb, weil sie die Welt nach ihrem Bilde formen wollte, die Wut und Trauer in sich hatte und viel Rache für ihre unerfüllte Liebe und ihre Enttäuschungen. Rache – da wollte sie Hexe sein ...“8 Allerdings: Was Sidonia im Verlauf des Prozesses gestand, hätte vor keinem modernen Gericht Bestand. Die Verbrechen, die sie zugab, gestand sie unter der Folter.
Sidonia hat zahlreiche Autoren fasziniert. So erschien 1847 der Roman „Sidonia von Bork, die Klosterhexe“, das besonders in der englischen Übersetzung großen Erfolg hatte und den Maler Edward Burne-Jones zum eingangs beschriebenen Bild inspirierte. 1910 erschien „Die Klosterhexe von Marienfließ und der Untergang des Pommerschen Herzogsgeschlechts“ von Ludwig Hamann.
Auch Theodor Fontane befasste sich intensiv mit ihr. Das zwischen 1879 und 1882 entstandene Fragment kam jedoch über das Stadium der Skizzensammlung nicht hinaus. Fontane studierte Quellen, war vor Ort, fertigt Grundrisse an, notierte die ihr zur Last gelegten Todes- und Krankheitsfälle und den Vorwurf: „Den jetzigen Pastor in Büche fecisse impotentem“9. Allerdings glaubt er als Kind des aufgeklärten 19. Jahrhunderts nicht, dass sie „Tod oder Unfruchtbarkeit aller Mitglieder der herzoglichen Familie veranlaßt haben sollte. Aber es lag einfach an ihrem [der Herzöge] wüsten Leben: vor allem maßloses Trinken brachte sie vor der Zeit ins Grab.“10
Dass es in seiner Novelle ums „Schloss-Schließen“ gehen würde, zeigt bereits eine Gesprächsnotiz Fontanes, eine Anekdote, die Senator Bremer erzählte: „Bei der Trauung sitzt der Büdners Sohn hinter dem Brautpaar und in dem Augenblick, wo der Geistliche die Kopulationsformel spricht [...] schließt er, der Büdnerssohn, ein Vorhängeschloß zu, daß es knapst, und wirft das Schloß in einen Ziehbrunnen. Wenn man das tut, würde die Ehe unfruchtbar.“11
Fontane kennt auch die zweite Variante des Schlosszaubers: „Sidonie muß das Schloß aufschließen und aufreißen und in einen Brunnen werfen, um dadurch eine Trennung von Herzog und Herzogin herbeizuführen.“12
Welche Rolle Sidonias Höllengeist „Chim“ gespielt hätte, der in den Prozessakten auftauchte, geht aus Fontanes Aufzeichnungen nicht hervor. Walter Keitel erinnert jedenfalls an eine nach der Hinrichtung aufgekommene Sage: „Sidonia soll das Gnadenangebot von Herzog Franz unter der Bedingung, daß sie die restlichen pommerschen Fürsten vom Tod rette, abgelehnt haben: ‚das Hängeschloß, in welches sie den Unsegen geknüpft, könne auch ihr Chim nicht aus den Tiefen des Sees bei Marienfließ hervorholen.’“13
Das schreckliche Ende Sidonies hat das Herzogsgeschlecht nur um 17 Jahre überlebt, 1637 war das Aussterben der „Greifen“ besiegelt. Was bleibt ist die Erinnerung an eine Frau, die Züge einer antiken Medea trägt und als ein weibliches „Kraftgenie“ für eine Tragödie des Sturm und Drangs hätte herhalten können. Fontane: „Sidonie war stolz, kühn und böse, und eigensinnig, neugierig, im Aberglauben ersoffen und gewohnt von niemandem Gutes zu sprechen. [...] Es schmeichelte ihrem Hochmut, wenn alles vor ihr kroch und bebte. [...] Sie ist durch und durch bös aristokratisch, mit Lastern gesättigt, aber kühn, mutig, frei trotz allem Aberglauben und nicht ohne eine gewisse Großartigkeit.“14

 

1 Heidi Staschen: Verraten, verteufelt, verbrannt. Hexenleben. Reinbek bei Hamburg, 1990. S. 87f.

 

2 Ebd. S. 88.

 

3 Wolfgang Tarnowski: Hexen und Hexenwahn. Nürnberg, 1994. S. 20.

 

4 Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Hrsg. v. Hanns Bächthold-Stäubli. Berlin u. Leipzig, 1934/1935. Bd. VI, Sp. 1014.

 

5 Ebd. Sp. 1015.

 

6 Heidi Stasch: A. a.O. S. 88.

 

7 Ebd. S.88f.

 

8 Ebd.

 

9 Theodor Fontane: Zwei Fragmente. „Sidonie von Borcke“ und „Storch von Adebar“. Bearbeitetet von Walter Keitel. Potsdam, o.J. (1968), S. 10.

 

10 Ebd. S. 15.

 

11 Ebd. S. 7.

 

12 Ebd.

 

13 Ebd. Einleitung, S. 5f.

 

14 Ebd. S. 11.

 

 

Erstveröffentlichung:
Petra Hartmann: Liebesspielverderberin. In: Elfenschrift. 24, Dezember 2009, S. 6–8.

 

© Petra Hartmann

 

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Von Alfen, Elfen und Elben

Geschrieben von Petra , in Elfenschrift 19 Januar 2026 · 261 Aufrufe
Elfenschrift, Elfen, Elben, Alben

Mit Elfen habe ich es ja nicht so. Und mit Legolas und seinen Klonen könnt ihr mich eigentlich jagen. Aber als Ulrike Stegemann 2009 für ihr Magazin Elfenschrift das Thema "Elfenstaub und Märchenzauber" festlegte, habe ich mir die spitzohigen Wesen dann doch einmal näher angesehen und versucht, auf 8000 Zeichen etwas über ihre Herkunft und über markante moderne Vertreter zu erzählen. Mein Liebling war damals Holly Short aus der Artemis-Fowl-Serie.
Viel Spaß damit.

 

 

Von Alfen, Elfen und Elben

 

Spitze Ohren, lange Haare, blasser Teint, oft etwas hochnäsig – in dieser Gestalt haben Elben ihren festen Platz in der Fantasy erobert. Doch woher kommen diese Naturwesen mit dem nie fehlgehenden Bogen?
Als Alfen sind sie bereits in der Edda erwähnt. Man erfährt nur wenig über Aussehen und Lebensweise, doch fällt auf, dass sie fast stets im Zusammenhang mit dem Göttergeschlecht der Asen genannt werden. Vermutlich ist das dem gleichen Anfangsbuchstaben zu verdanken, der Stabreim „Asen und Alfen“ dürfte den alten isländischen Dichtern ähnlich leicht von den Lippen geflossen sein wie heutigen Poeten die Reimworte „Herz“ und „Schmerz“. So sitzen sie im Lied Ägirs Gelage einträchtig im Saal des Meeresgottes:
„Von Waffen reden und ruhmvollen Kämpfen
Der Sieggötter Söhne.
Asen und Alfen, die hier innen sind“1
Erwähnt wird ein Land in der Götterwelt Asgard, in dem die Alfen leben. Im Grimnirsmal gibt der Götterkönig Odin eine Übersicht über die zwölf Götterburgen, die oft als eine Art astrologisches System gedeutet werden. Im Anschluss an die Schilderung von Thors Feste Thrudheim folgen die Verse:
„Ydalir heißt es, wo Uller hat
Den Saal sich erbaut.
Alfheim gaben dem Freyr die Götter im Anfang
Der Zeiten als Zahngebinde.
Die dritte Halle hebt sich, wo die heitern Götter
Den Saal mit Silber deckten. Walaskialf heißt sie, die sich erwählte
Der Ase in alter Zeit.“2
Alfheim, das Reich des Fruchtbarkeitsgottes Freyr gilt nicht als Götterburg, ist aber dennoch Teil Asgards. Auffallend ist, dass Alfheim in der Aufzählung zwar erwähnt wird, doch nur zwischen Position zwei und drei als Einschub, es erhält keine „laufende Nummer“. Sollten die alten Germanen hier an eine Art Schalttage gedacht haben?
In einigen Liedern wird unterschieden zwischen wohlgestalten, guten Lichtalfen und hässlichen, im Dunkel der Nacht agierenden Schwarzalfen, doch von Taten der Alfen wird so gut wie nichts berichtet.
Genau beobachtet ein Edda-Dichter die Ausdrucksweise der einzelnen Völker: Im Alvismal gibt es einen ausführlichen Vergleich des Vokabulars von Asen- und Wanengöttern, Riesen, Zwergen, Menschen, Unterweltsbewohnern und Alfen. So antwortet der Zwerg Alwis auf die Frage, wie man den Himmel in den einzelnen Welten nennt:
„Himmel den Menschen, Dach heißt er den Göttern,
Windweber Wanen,
Riesen Überwelt, Alfen Glanzhelm,
Zwergen Träufeltor.“3
Manchmal wird eine Verwandtschaft zu den Zwergen angenommen. Darauf könnten auch Namen wie Alberich (Zwergenkönig aus der Siegfriedsage) hindeuten. Das englische Wort „Dwarf“ für Zwerg stammt von „Dwarftalb“ – Schwarzalb.
Nach der Christianisierung wurden im Volksglauben Alfen zu dämonischen, bösen Mächten. So machte man sie verantwortlich für den Hexenschuss, der ursprünglich Albenschuss hieß. Auch heute ist noch das Wort „Alptraum“ geläufig, das seit der Rechtschreibreform als „Albtraum“ wieder seine elbische Herkunft ins Bewusstsein rückt.
Die moderne Fantasy verdankt ihr Elbenbild John Ronald Reul Tolkien. Er schilderte Wesen, die er „elves“ nannte. Doch war er selbst mit dem Wort nicht glücklich. Für die deutsche Übersetzung wünschte er sich daher, dass sie als „Alben“ oder „Elben“ bezeichnet werden. Sind sie im Buch vom Hobbit noch eher blasse Gestalten, die durch Baumwipfel fliegen und närrische Lieder singen, so mausern sie sich in der Trilogie Der Herr der Ringe zum Edelsten, was die Fantasy aufzubieten hat.
Über ihr Äußeres wird wenig berichtet. Im Rat bei Elrond heißt es, dass Legolas’ Gesicht schön sei. Er ist in Grün und Braun gekleidet, mit Pfeil und Bogen bewaffnet. Die Elben, denen die Gefährten in Lothlórien begegnen, tragen graue Kleidung, leben in den Baumwipfeln und bewegen sich geräuschlos durchs Laub. Sie singen und lachen gern, doch sprechen sie auch mit befehlsgewohnter Stimme. Einmal wird erwähnt, das Haar eines Elben schimmere wie Gold in der Morgensonne. Tolkien hält sich mit Beschreibungen zurück. Doch als Frodo die Augenbinde abgenommen wird, erlebt er das Land so:
„Er sah keine Farben außer denen, die er kannte, Gold und Weiß und Blau und Grün, aber sie waren frisch und strahlend, als nehme er sie in diesem Augenblick zum ersten Mal wahr und erfinde neue und wunderbare Namen für sie. Hier konnte im Winter kein Herz um Sommer oder Frühling trauern. Kein Makel, kein Gebrechen, keine Mißbildung ließ sich an irgend etwas entdecken, das auf der Erde wuchs. Kein Fehl war am Lande Lórien.“4
Erst als die Gefährten zum Herrscherpaar geführt werden, gibt es eine Beschreibung. Doch auch hier beschränkt sich Tolkien auf wenige Merkmale, nennt Haarfarbe, Farbe der Kleidung und die ausdrucksstarken Augen:
„Sehr groß waren sie, und die Herrin nicht weniger groß als der Herr; und sie waren ernst und schön. Sie waren ganz in Weiß gekleidet; Frau Galadriels Haar war tiefgolden, und das Haar des Herrn Celeborn war silbern, lang und leuchtend; aber kein Zeichen des Alters war an ihnen, es sei denn in den Tiefen ihrer Augen; denn ihre Augen waren scharf wie Lanzen im Sternenlicht, und doch tiefgründig, die Bronnen alter Erinnerung.“5
In Tolkiens Welt erscheinen Elben als übersteigerte Menschen. Sie sind bedingt unsterblich, makellos und haben ihre Wurzeln außer in der nordischen Mythologie auch in theologisch-philosophischen Überlegungen zur Frage: Was wäre aus der Menschheit ohne den Sündenfall geworden? Kleine, kindliche Blumenelfen, die erst in moderner Zeit entstanden lehnte Tolkien jedenfalls ab und wollte mit dieser Verniedlichung nichts zu tun haben.
Einen eigenwilligen Umgang mit den Alfen-Nachfahren findet man in Wolfgang und Heike Hohlbeins Roman Elfentanz: Hier existiere Elfen und Elben nebeneinander als völlig verschiedene Völker. Die erste Elfe, die der junge Timo sieht, ist eine „wunderschöne, goldhaarige Frau in einem fließenden, silbernen Gewand, zartgliedrig und so blaß, dass ihre Hände und Füße im Sonnenlicht beinahe durchsichtig wirkten.“6 Ihre Stimme hat „einen wunderschönen Klang, als striche warmer Sonmmerwind durch ein Feld gläserner Blumen.“7 Es ist ein zierliches, verletzliches Wesen, das aber über starke magische Kräfte verfügt.
Elben dagegen sind Krieger. Ein Volk mit großer Vergangenheit, von der nicht viel blieb. „Einst waren sie ein mächtiges und stolzes Volk, das die Welt von einem Horizont bis zum anderen beherrschte. Aber diese Zeiten liegen so lange zurück, wie die Berge alt sind, und heute gibt es nicht mehr viele Elben“, heißt es.8 Die ersten Elben, denen Timo begegnet sind breitschultrige, hellgekleidete Krieger mit mächtigen Langbogen. Sie strahlen Ruhe und Gelassenheit, Friedfertigkeit und Weisheit aus. Zum Schluss wird sich das Volk in ein dezimiertes Häuflein verwandeln. Timo sieht heimatlose Elbinnen und Schwerverletzte, die sich auf den Kampf gegen den bösen Ahriman vorbereiten.
Eine eigenständige Schöpfung stellen die Hauselfen in Joanne K. Rowlings Harry-Potter-Romanen dar. Die dienstbaren Geister mit dem uneingeschränkten Willen zum Dienen und zur Unterwerfung sind eher tragische Geschöpfe und haben nichts mit den Elbenkriegern Mittelerdes gemein. Sie weisen eine Verwandtschaft mit englischen Brownies auf und einige Ähnlichkeit mit Heinzelmännchen, doch fehlt ihnen der Zorn und die Bereitschaft zum Weggehen, wenn Menschen sie nicht gut behandeln, oder wenn ihre Arbeit erledigt ist.
Mit Eoin Colfers „Artemis Fowl“ zog High Tech im Elfenreich ein. Die Zentrale Untergrund Polizei, vertreten durch die draufgängerische Elfe – der Autor verwendet den Gattungsbegriff „an elf“ – Holly Short, verfügt über ein Waffenarsenal aus futuristischen Laserstrahlern, Raumschiffen, Zeitfeldern und Bomben, die gefährlicher sind als Atomsprengköpfe. Colfer erklärte augenzwinkernd, Artemis Fowl sei eine Art „Die Hard mit Elfen“.
Seit der TV-Serie Alf wurde das ursprüngliche Wort für Elfenwesen selten. Wer schlanke, schöne Bogenschützen schildert, will sicher nicht, dass der Leser an einen schweren, behaarten Außerirdischen denkt, der aussieht wie eine Kreuzung zwischen einem Känguruh und einem Erdferkel.

 

1 Die Edda. Germanische Göttersagen aus erster Hand. Nach der Übersetzung von Karl Simrock neu hrsg., bearbeitet und kommentiert von Walter Hansen. Wien, Heidelberg, 1981. S. 117.

 

2 Ebd. S. 141.

 

3 Ebd. S. 135.

 

4 John Ronald Reul Tolkien: Der Herr der Ringe. Band I: Die Gefährten. Aus dem Englischen übersetzt von Margaret Carroux. Stuttgart, 1972. S. 423.

 

5 Ebd. S. 428.

 

6 Wolfgang und Heike Hohlbein: Elfentanz. Eine phantastische Geschichte. Wien, Heidelberg, 1984. S. 94.

 

7 Ebd. S.100.

 

8 Ebd.S. 138f.

 

Erstveröffentlichung:
Petra Hartmann: Von Alfen, Elfen und Elben. In: Elfenschrift. 21, März 2009, S. 10–12.

 

© Petra Hartmann

 

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Schattenseele - Seelenschatten

Geschrieben von Petra , in Elfenschrift 18 Januar 2026 · 265 Aufrufe
Elfenschrift, Schatten und 2 weitere...

Das Thema "Schatten" hat mich - nicht nur als Peter-Schlemihl-Fan - immer mal wieder beschäftigt. Meine erste Movenna-Geschichte, "König Subolds Grab" etwa entstand zur ersten Storyolmpiade, die unter dem Motto "Tanz der Schatten" stand. Als Ulrike Stegemann im Jahr 2008 für die September-Elfenschrift das Thema "Schatten" ausrief, war ich natürlich mit dabei und habe mir über den Zusammenhang von Schatten, Seele und Persönlichkeit Gedanken gemacht. Viel Spaß beim (Wieder)Lesen!

 

 

Schattenseele – Seelenschatten

 

Unheimlich, dieser dunkle Begleiter, der einem Menschen nicht von den Fersen weicht, nicht wahr? Kein Wunder, dass der Schatten im Glauben und Aberglauben vieler Kulturkreise eine bedeutende, gespenstische Rolle spielt. Seine Ähnlichkeit mit der zugehörigen Person rückten den düsteren Doppelgänger oft in den Bereich der Seele oder der Persönlichkeit, als deren sichtbares, mit eigentümlicher Magie begabtes Abbild er galt. Mal erscheint er als blasse, wenig mächtige Kopie des Originals, oft auch als starke und dunkle Macht, die schweren Schaden verursachen konnte.
Im Schöpfungsbericht des 1. Buches Moses heißt es in der Luther-Übersetzung, Gott habe den Menschen als „ein Bild, das uns gleich sei“ und „zu seinem Bilde“ geschaffen1. Doch das hebräische Wort „bezalmenu“ lässt sich ohne Weiteres auch übersetzen als „in unserem Schatten“, und fort ist die stolze Gottesebenbildlichkeit des Menschen, des schwachen, unvollkommenen und unmächtigen Schattenbildes.
Seltsam ambivalent sind die Vorstellungen über den Schatten Gottes. In einer Wüsten- und Steppenkultur wie dem alten Judentum war der Schatten zunächst Schutz vor der tödlichen, sengenden Sonne und ein Lebensspender. Daher heißt es auch im Psalm 121: „Der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, daß dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.“2 Und im Neuen Testament wird der jungfräulichen Maria angekündigt: „Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten“3. Doch nicht nur die Zeugung des Messias soll auf diesen Schatten Gottes zurückgehen: Einer bulgarischen Sage zufolge entstand auch der Teufel aus Gottes Schatten.4
Andere Vorstellungen besagen, Gott habe – als Wesen der höchsten Vollkommenheit und frei von irdischer Stofflichkeit – überhaupt keinen Schatten. Eine Vorstellung, die sich in vielen Religionen findet: So hieß es, die Heiligen der Perser seien so rein, dass sie keinen Schatten würfen, und im arabischen Raum wird von der Schattenlosigkeit des Leibes Mohammeds berichtet. Ähnliches wurde über das Abbaton des griechischen Gottes Zeus auf dem Lykaion erzählt: Wer dort eingetreten sei, habe keinen Schatten geworfen, wohl weil die Wohnung des Gottes als Quelle allen Lichtes galt. Ein Schatten sei dort ebenso undenkbar wie die Vorstellung, dass die Sonne einen Schatten habe.
In der griechischen Welt glaubte man, dass die Toten als Schatten im Hades, der Unterwelt, weiterlebten. Hier liegen die Vorstellung von Schatten und Seele sehr eng beisammen, und der Schatten ist im Jenseits Träger der Identität und der charakteristischen Persönlichkeit des Verstorbenen. Als Odysseus auf der Heimfahrt von Troja die Totenwelt besucht, bietet sich ihm ein trauriges Bild der ehemals so herrlichen Helden. Schwache Schattenbilder scharen sich um das Opferblut, das er für sie fließen lässt, trinken gierig, und selbst der dort unten hochgeehrte Heros Achill vertraut dem einstigen Kampfgefährten an: „Lieber wollt ich als Tagelöhner den Acker bestellen/ Bei einem armen Mann, der nicht viel hat an Besitztum,/ Als über alle die Toten, die hingeschwundenen herrschen.“5
Auch im späteren christlichen Abendland tritt der Schatten oft als seelenhaftes oder seelenähnliches Wesen auf. Ähnlich dem Teufelspakt Fausts wird von Gelehrten berichtet, die dem Satan zwar nicht ihrer Seele, wohl aber ihren Schatten überschrieben, um Wissen und Wahrheit zu erlangen. So heißt es, der Isländer Saemundr habe in Paris beim Teufel studiert und ihm als Honorar seinen Schatten gegeben. Ähnliches wird aus Löwen von einem schattenlosen Professor erzählt, auch aus Deutschland, Siebenbürgen und Spanien gibt es solche Sagen, und in Schottland hieß es, die besten Zauberer seien diejenigen, die keinen Schatten hätten.
Die Idee, den Schatten als minderes Tauschobjekt für Leib oder Seele einzusetzen, spiegelt sich auch in Sagen wider, in denen der Teufel „geprellt“ wird. So erzählt eine Legende von einer Teufelsschule, in der der Teufel als Lohn für seinen Unterricht denjenigen als Opfer verlangt habe, der als letzter die Schule verlasse. Der Verlierer des Wettlaufs deutete darauf gelassen hinter sich auf seinen Schatten, den der betrogene Teufel daraufhin packte und mit sich nahm.
Eine ähnliche Vorstellung mag zugrunde gelegen haben, als sich der Brauch des „Bauopfers“ nach und nach humanisierte. Hatte man in alten Zeiten noch „etwas Lebendiges“6 mit eingemauert, um einer Festung oder einer Kirche Beständigkeit zu verleihen, so ging man dazu über, statt eines gekauften Kindes oder eines verurteilten Schwerverbrechers nur den Schatten eines Menschen mit einzumauern – auch wenn es hieß, dass derjenige sein Leben wegen dieses Verlustes bald verlieren sollte.
Auch im Bereich der Rechtsprechung schlug sich die Annahme nieder, der Schatten sei ein minderwertiger Stellvertreter der Person. So wurde in einigen Gegenden die „Schattenbuße“ praktiziert: Ein Angehöriger der unteren Volksschichten durfte, wenn er einen Prozess gegen einen Adligen gewonnen haben sollte, dessen Schatten einen oder mehrere Schläge versetzen. Der Prozessgegner selbst war für ihn tabu, einzig der Schatten sei ihm als gleichberechtigtes Gegenüber satisfaktionsfähig, denn das Volk stehe unter dem Adel ebenso tief wie der Schatten unter dem Menschen stehe.
In der Literatur des 19. Jahrhunderts verliert sich die Seelenbedeutung des Schattens zunehmend. Der dunkle Doppelgänger wird eher zum gesellschaftlichen Phänomen, sein Fehlen ist nicht unbedingt Sünde, macht den Betroffenen aber doch zum Außenseiter. Ein Teufelspakt, bei dem der Böse zunächst den Schatten – und eben nicht die Seele des Helden – fordert, findet sich in Adelbert von Chamissos „Peter Schlemihl“. Der Titelheld bekommt zum Tausch ein unerschöpfliches Geldsäcklein, doch trotz seines neuen Reichtums verliert Schlemihl alles – gesellschaftliche Stellung, Freunde, sogar die Geliebte – , als offenbar wird, dass er keinen Schatten hat. Erst jetzt kommt die Seele ins Spiel, als der Versucher ihm ein neues Geschäft anbietet: Die Rückgabe des Schattens im Tausch gegen die Seele. Doch Schlemihl schlägt aus und wählt bewusst das Leben als einsamer Naturforscher. Gott selbst gibt offenbar seinen Segen dazu, indem er oder andere freundliche Mächte dem Schattenlosen ein paar Siebenmeilenstiefel zukommen lassen: So büßt der Held eben nicht Seele, Lebenskraft und Gottesnähe ein, sondern nur ein simples gesellschaftliches Attribut und Statussymbol, auf das ein Romantiker ohnehin verzichten konnte. Schlemihls Lebensfazit lautet: „Du aber, mein Freund, willst du unter den Menschen leben, so lerne verehren zuvörderst den Schatten, sodann das Geld. Willst du nur dir und deinem bessern Selbst leben, oh, so brauchst du keinen Rat.“7
Noch einen Schritt weiter geht Hans Christian Andersen in seinem sehr bösen Märchen „Der Schatten“. Ein redlicher, etwas weltfremder Gelehrter ist neugierig, wer im Haus gegenüber wohnt, und macht seinem Schatten scherzhaft den Vorschlag, er könne einmal hinübergleiten und nachschauen. Doch der Schatten gerät ins Haus der Poesie, durch deren Zauber er zum richtigen Menschen wird, zu einem äußerst unerfreulichen Zeitgenossen obendrein, der durch dunkle Geschäfte und Erpressungen zu Geld kommt. Nach Jahren kehrt er zurück und schlägt dem armen Gelehrten vor, dieser könne nun ihm für Geld als Schatten dienen. Der Pakt zerbricht, als der Schatten auch noch eine Prinzessin heiraten will. Der Gelehrte beschließt: Das sei nicht in Ordnung, nun müsse er verraten, dass der vornehme Herr nichts als ein Schatten ist. Der Schatten fackelt nicht lange, er lässt sein Original verhaften. Am Tag der Hochzeit wird der Gelehrte hingerichtet, der Schatten übernimmt die Macht im Reich. Offenbar war zu dieser Zeit Schattenlosigkeit bereits kein Karrierehindernis mehr. Skrupellos, seelenlos, gottähnlich schattenlos setzt sich die Kopie an Stelle des Originals. Eine sehr böse Geschichte.

 

 

1 Die Bibel. Nach der Übersetzung Martin Luthers. Stuttgart, 1985. 1. Mose, 1, 26 und 27.

 

2 Ebd. Psalm 121, 5-6.

 

3 Ebd. Lukas 1, 35.

 

4 Dieses und die folgenden Beispiele aus: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Hrsg. v. Hanns Bächtold-Stäubl. Band IX. Berlin, 1938/41.

 

5 Homer: Odyssee. Übersetzt von Roland Hampe. Stuttgart, 1979. XI, 489-491.

 

6 Erinnerungen daran spiegeln sich noch in Theodor Storms „Schimmelreiter“ wieder, als Hauke Haien verhindert, dass beim Deichbau ein junger Hund geopfert wird, und später mitsamt seiner Familie in die Fluten stürzt, um das Bauwerk zu erhalten.

 

7 Adelbert von Chamisso: Peter Schlemihls wundersame Geschichte. Stuttgart, 1980. S. 78f.

 

Erstveröffentlichung:
Petra Hartmann: Schattenseele – Seelenschatten. In: Elfenschrift. 5. Jahrgang, September 2008, S. 10–12.

 

© Petra Hartmann

 

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Die ältesten Träume

Geschrieben von Petra , in Elfenschrift 17 Januar 2026 · 421 Aufrufe
Elfenschrift, Bibel, Homer und 2 weitere...

Alles nur geträumt? Ich habe ja oft sehr bunte und spannende, manchmal ziemlich absurde Träume. Darum war ich mit Begeisterung dabei, als Ulrike Stegemann für die 18. Elfenschrift das Thema "Träume und Vorahnungen" auf die Agenda setzte. Ich habe mir für das Heft mal die klassische Literatur angeschaut und abgeklopft, wie Träume in den jeweiligen Geschichten funktionieren. Eigentlich eine unmögliche Aufgabe: Wie packt man das Gilgamesch-Epos, die Ilias und die biblische Josephsgeschichte in 8000 Zeichen? Ich hab's halt versucht ... Viel Spaß damit.

 

 

Die ältesten Träume

 

Träume gehören zu den Urerfahrungen der Menschen. Als Götter-Botschaft und Ankündigung drohender Verhängnisse nahmen sie in der alten Literatur eine zentrale Stelle ein. Hier möchte ich drei der frühesten Traum-Berichte vorstellen.

 

1. Gilgameschs Traum von Enkidu
Die ältesten Berichte über Gilgamesch, den König von Uruk, stammen aus der Zeit von 2110 bis 2003 v. Chr. Als Gilgamesch-Epos ist eine akkadisch-ninivetische Fassung (um 1200), überliefert. Gilgameschs Lebensfrage ist die uralte Menschheitssehnsucht nach Unsterblichkeit. Als sein Freund Enkidu stirbt, ist der König erschüttert und bricht auf zur Suche nach dem ewigen Leben.
Die Ankunft Enkidus wird dem König in zwei Träumen oder einem Doppeltraum angekündigt. Eine Waffe des Himmelsgottes sei auf ihn gestürzt, erzählt er der Mutter:
„Heben wollt’ ich’s, da war sie mir zu schwer,
Bewegen wollt’ ich’s und konnt’s nicht bewegen!
[...] Die Mannen küßten die Füße ihm;
Da lehnt’ ich mich dagegen, sie standen mir bei,
Ich hob sie auf und trug’s hin zu dir." (1)
Die Mutter deutet: Das Heer wird den Ankömmling verehren, Gilgamesch ihn umarmen und ihn zu ihr führen (Adoption). Seine Stärke gleiche der des Himmels. Auch die sexuelle Beziehung der beiden kann die Mutter herauslesen: „Wie über einem Weibe hast du über ihm geraunt“.
Dass er einen Geliebten finden werde, gefällt dem König offenbar so gut, dass er im zweiten Traum die Beziehung zu Enkidu ausdrücklich bejaht. Eine Axt, erzählt er, habe er auf der Straße gesehen:
„Da ich sie nun erblickte, wurde ich froh,
Gewann sie lieb; wie über einem Weib
Raune ich über ihr.
Ich nahm sie und legte meine Seite an sie an.“ (2)
Auch später spielen Träume eine große Rolle. So legt sich auf der Abenteuerfahrt zum Libanon Gilgamesch zum Träumen hin, um den Weg und den Gegner zu sehen. Hier zeigt sich Enkidu als ähnlich kluger Deuter wie die Mutter. Und nach dem Sieg über den Himmelsstier ist es Enkidu vergönnt, im Traum die Versammlung der Götter zu belauschen, in der sein Todesurteil gefällt wird. Schließlich haucht er in einer letzten großartigen Vision der Unterwelt sein Leben aus.
Es ist bezeichnend, dass Gilgamesch auf der Suche nach Unsterblichkeit nur noch ein einziges Mal träumt: von einem Mann, der eine Axt an der Seite trägt – eine Erinnerung an Enkidu. Als Gilgamesch endlich seinen vergöttlichten Ahnherrn Utnapischtim findet, stellt der ihm als Preis für die Unsterblichkeit die Aufgabe, sieben Tage und sieben Nächte zu wachen. Gilgamesch versagt: Nach der anstrengenden Reise sinkt er in tiefen, traumlosen Schlaf. Der König hat ausgeträumt.

 

2. Agamemnon träumt vom Sieg
Träume bei Gilgamesch waren zum Teil erfreulich, zum Teil erschreckend, doch stets waren sie wahr. Raum für Zweifel gab es bei den alten Keilschrift-Dichtern nicht. Doch schon in der ältesten Urkunde griechischer Kultur, in der Mitte des achten Jahrhunderts v. Chr., blitzt eine Warnung auf. Lange bevor die Vorsokratiker erste kritische Fragen stellten, überlegt Homer bereits, wie verlässlich Träume sind.
Der Beginn der Ilias: Achill ist zu Tode beleidigt durch den obersten Heerführer Agamemnon und zieht sich vom Kampf um Troja zurück. Nur die Entschuldigung Agamemnons könnte seine Ehre wieder herstellen. Achills Mutter, die Göttin Thetis ringt dem Göttervater Zeus das Versprechen ab, dass die Griechen blutige Niederlagen erleiden, bis sie Achill versöhnt haben.
Zeus beruft einen Trugtraum zur bewussten Falschinformation:
„Gehe hinein in das Zelt des Atreussohns Agamemnon,
Und verkünde ihm alles genau, was ich dir gebiete.
Rüsten soll er mit Macht die Achäer im Schmucke des Haupthaars;
Denn jetzt nähme er leicht der Troer Stadt mit den breiten
Straßen; denn nicht mehr zwiefachen Sinnes seien die Götter,
Die den Olympos bewohnen; Hera stimmte sie nämlich
Alle mit Bitten um; den Troern sind Leiden beschieden." (3)
Zeus, Beschützer der Eide, lässt die Griechen gezielt ins Verderben laufen. Der Traum, der wohl als dienstbarer Geist auf dem Olymp lebte, fliegt ins Griechenlager. Um vertrauenswürdig zu erscheinen, nimmt er die Gestalt des alten Nestor an. Er plustert sich mächtig auf:
„Schläfst du, Sohn des Atreus, des kundigen Rossebezähmers?
Nicht die ganze Nacht durch schlafen sollte ein Kriegsherr,
Dem die Truppen sind anvertraut und dem so viel obliegt“,
spricht er ihn an. Und am Schluss mahnt er:
„Du halte das fest, damit nicht Vergessen
Dich ergreift, wenn der honigsüße Schlummer dich losläßt.“ (4)
Die Traumerzählung ist der Auftakt des zweiten Ilias-Gesangs und wirkt zugleich sehr modern durch ihre Traumkritik und sehr archaisch durch ihre Form. Dreimal wird aus verschiedener Perspektive dasselbe erzählt. Der Traum gibt Zeus’ Botschaft wörtlich an Agamemnon weiter, und der hat nichts Eiligeres zu tun, als den Kriegsrat einzuberufen und die Rede zu wiederholen.
Der Ausgang ist bekannt: Agamemnon führt das Heer in eine der verlustreichsten Schlachten des Krieges. Endlich sind die Griechen aufgerieben, sodass an der Versöhnung mit Achill kein Weg mehr vorbeiführt. Der Trugtraum hat seine Mission erfüllt.

 

3. Joseph – eine Traumkarriere
Der berühmteste Traumdeuter der Bibel: Joseph rettet Ägypten durch Auslegung eines Traumes. Doch begonnen hatte die Geschichte unter denkbar ungünstigen Vorzeichen. Der junge Joseph, der verzogene Lieblingssohn, ist die Geißel seiner Brüder. 17 Jahre ist er alt, kräftig am Pubertieren, obendrein eine Petze: Er „brachte es vor ihren Vater, wenn etwas Schlechtes über sie geredet wurde." (5)
Gerade hat er vom Vater ein teures Gewand erhalten und hält sich für etwas Besseres. Entsprechend sind seine Träume, die er prahlend den Brüdern erzählt:
„Siehe, wir banden Garben auf dem Felde, und meine Garbe richtete sich auf und stand; aber eure Garben stellten sich ringsumher und neigten sich vor meiner Garbe.“ (6)
Sie begreifen sofort: „Willst du unser König werden und über uns herrschen?“, fragen sie drohend. Joseph setzt noch einen drauf: Elf Sterne hätten sich vor ihm verneigt und sogar Sonne und Mond: die Brüder, sogar die Eltern sollen ihm dienen. Die Brüder ergreifen ein drastisches Disziplinierungsmittel. Der Gernegroß wird verprügelt und nach Ägypten verkauft.
Dass Träume von Gott kommen, mag der Autor gemeint haben. Doch lange vor Freud und der „Erfindung“ der Psychoanalyse sah er auch, dass die Quelle der Träume im Inneren des Träumers liegt. Deutlich wird es in der Begegnung Josephs mit zwei gefangenen Beamten. Der Ober-Mundschenk träumt von drei Weinreben, die er auspresst und dem Pharao zu trinken gibt. Ein ehrlicher Schenkentraum, in dem kein Schuldgefühl spukt. Joseph ist Psychologe genug, um zu erkennen, dass der Mann ein reines Gewissen hat. Nun der Bäcker: Drei Körbe trägt er im Traum, im oberen Gebäck für den Pharao. Vögel fressen es auf. Joseph sieht das Schuldbekenntnis, das der Mann in Worten nie abgelegt hätte. So weissagt er dem Schenken Freiheit, dem Bäcker den Tod.
Sehr anders träumt der Pharao einen Doppeltraum: Sieben fette Kühe entsteigen dem Nil und werden von sieben mageren verschlungen. Er erwacht, schläft weiter und sieht sieben dicke Ähren, die von sieben dürren verschlungen werden. Er merkt, „dass es ein Traum war.“ (7)
In der Übersetzung geht unter, wie der hebräische Text mit Einzahl und Mehrzahl spielt, um die Unfähigkeit der Traumdeuter zu zeigen: Der König erzählt ihnen seinen Traum, doch sie können sie nicht deuten. Erst Joseph bewährt sich vor Pharao, da er von einer Botschaft spricht: Gott kündige sieben fette und sieben magere Jahre an.
Anders als Träume, die nur Unheil verkünden, ist dies eine Chance, für Joseph sogar ein Karrieresprungbrett. Kornspeicher sollen gebaut, Steuern erhoben werden für die Not, rät er und fügt listig hinzu: „Nun sehe Pharao nach einem verständigen und weisen Mann, den er über Ägyptenland setze“. Der Erfolg kann sich sehen lassen: Joseph erhält eine einmalige Machtstellung, schöpft allen Reichtum ab und kann nach sieben Jahren aus vollen Speichern austeilen. Eine traumhafte Karriere, ganz wie im ersten Traum prophezeit.

 

 

1 Das Gilgamesch-Epos. Übersetzt von Albert Schott. Neu hrsg. v. Wolfram von Soden. Stuttgart, 1982. S. 23.

 

2. ebd. S. 24.

 

3 Homer: Ilias. Neue Übersetzung, Nachwort und Register von Roland Hampe. Stuttgart, 1979. S. 22.

 

4 ebd.

 

5 Die Bibel. Nach der Übersetzung Martin Luthers. Mit Apokryphen. Stuttgart, 1999. S. 41.

 

6 ebd.

 

7 ebd. S. 45.

 

© Petra Hartmann

 

Erstveröffentlichung:
Petra Hartmann: Die ältesten Träume. In: Elfenschrift. 5. Jahrgang, Juni 2008, S. 6–8.

 

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Mephistopheles - ein tragischer Teufel

Geschrieben von Petra , in Elfenschrift 11 Januar 2026 · 665 Aufrufe
Elfenschrift, Goethe, Faust und 3 weitere...

Eigentlich tut mir Mephisto leid. Ein armer Teufel, der sich abrackert und schuftet, um am Ende doch nur die Sache Gottes zu betreiben. Für meine Magisterarbeit über den Faust-Stoff habe ich mich unter anderem an Goethes Faust abgearbeitet. Und als Herausgeberin Ulrike Stegemann für die Elfenschrift das Thema "Engel und Teufel" ausrief, war klar, dass ich unbedingt einen Aufsatz über meinen Freund Mephistopheles schreiben musste. Lange her, aber ich mag ihn immer noch irgendwie. Ich stelle den Text hier noch einmal ein - für Freunde des teuflischen, tragischen Tausendsassas. Viel Vergnügen damit!

 

 

Mephistopheles – ein tragischer Teufel

 

Er ist einer der berühmtesten Teufel der Welt: Mephistopheles, auch kurz Mephisto genannt, der Höllengeist an Fausts Seite. Wie Goethe ihn gestaltet hat – welterfahren, zynisch und durch seine realistischen Kommentare zu Fausts Schwärmereien auch für viele Lacher gut – ist er seit 200 Jahren für viele Literaturfreunde der Teufel schlechthin.
Bereits in der ältesten Erzählung der Faustsage, der „Historia von D. Johann Fausten“ von 1587, ist der Name von Fausts höllischem Begleiter „Mephistophiles“. Er beschreibt seine Funktion selbst als: „Jch bin ein Geist / vnnd ein fliegender Geist / vnter dem Himmel regierendt.“1 Unklar ist allerdings, woher der Teufel seinen Namen hat. Manche leiten ihn von den hebräischen Wörtern „mephir“ und „tophel“ ab, was soviel wie lügen und betrügen bedeutet. Auch vom griechischen „me phos philes“ (einer, der das Licht nicht liebt) könnte der Name stammen, gedacht wurde auch an „me Faust philes“ (der den Faust nicht liebt). Möglicherweise besteht eine Verwandtschaft zur altitalischen Göttin Mefitis, der die aus der Unterwelt aufsteigenden üblen Gerüche heilig waren. Auch eine etymologische Verwandtschaft mit dem griechischen Verb opheleo (nutzen) wurde vermutet, Mephistopheles wäre dann ein Nichtsnutz, beziehungsweise jemand, der dem Faust nichts nützt. Eindeutig klären lassen wird sich die Frage wohl nie.
In den Schriften, die sich, nach dem Verkaufserfolg der „Historia“ ebenfalls dem Faust-Thema widmeten, eroberte sich auch Mephisto seinen Platz in der Literatur. Und als Christopher Marlowe sein Faust-Drama schuf, das 1604 erstmals im Druck erschien, begann für den Teufel die Theaterkarriere. Doch stand der Höllengeist meist nicht allein: So gibt es bei Marlowe an höllischem Personal auch Luzifer, Beelzebub, den bösen Engel, die sieben Todsünden und weitere Teufel. Noch im alten von Karl Simrock herausgegebenen Puppenspiel (eines der zahlreichen Dramen in der Nachfolge Marlowes) kämpfen die Geister Auerhahn, Astarot, Megära, Haribax, Polümor, Asmodeus, Vitzliputzli und Xerxes um den Rang des Schnellsten, bis Mephisto die Auseinandersetzung zu seinen Gunsten entscheidet.2 Im Faust-Drama von Maler Müller (1778) wetteifert Mephisto mit den Teufeln Berlicki, Vitzliputzli, Pferdtoll, Mogol, Cacal, Atoti, Babillo und Satan um die Gunst Lucifers. Einzig bei Friedrich Maximilian Klinger (1794) ist es Leviathan, der aus der Versammlung der Höllenfürsten von Satan zu Faust emporgesandt wird – wider Willen, denn er hat von Deutschland die Nase voll.
Als der junge Goethe sich an sein Faust-Drama heranmachte – eine Arbeit, die ihn 60 Jahre lang beschäftigte – fand er eine rund zwei Jahrhunderte währende Tradition von Mephisto-Gestalten wieder. Eine Tradition allerdings, von der er vieles nicht verwenden konnte. Schaut man sich seine Vorläufer und Zeitgenossen an, fällt auf, dass sie an eine psychologische, charakterliche Gestaltung des Höllengeistes so gut wie gar keine Energie verwandten. Mephisto ist Verkörperung des Bösen, Gesandter der Hölle, aber damit ist auch bereits alles gesagt. Individuelle Züge und ein Eigenleben als gleichberechtigter Widerpart des Helden blieben dem berühmten Teufel versagt.
Einzig eine Einordnung in die höllische Hierarchie wird gewöhnlich vorgenommen. So tritt er in der „Historia“ als Diener Lucifers auf, eines gefallenen Erzengels, der den östlichen Teil des Acheron beherrscht, wobei Süden, Westen und Norden von Belial, Astaroth und Beelzebub regiert werden. Auch in anderen Bearbeitungen ist Mephisto meist eine Kreatur von niederem Rang. Bei Marlowe sagt er: „Ich bin ein Knecht des großen Lucifer / und darf dir nur, wenn er’s gestattet, folgen / und nur, was er befiehlt, nicht mehr! vollbringen.“3 Bei Müller weist ihn sein König Lucifer sogar zurecht: „eures Gleichen nehmen sich gerne viel heraus; merk dir daß ich König bin.“4 Allerdings ist Mephisto hier offenbar von höherem Range, er hat sieben Höllengeister unter seinem Befehl, die ihm bei der Verführung Fausts zu Diensten sind.
Goethe verwirft diese Höllenhierarchie. Die Frage, ob es über Mephisto noch einen Fürsten gibt, wird fast vollständig ausgeklammert. Dieser Teufel tritt auf als souveräner, freier Gesprächspartner. Er kommt in niemands Auftrag zu Faust, wird auch nicht von dem Gelehrten mit einer Beschwörung herbeigezwungen.
Mephisto erscheint im Kreis der Erzengel vor Gott und ist selbstbewusst genug, dem Herrn nach einem freundschaftlichen Disput über den Wert der Menschheit eine Wette anzubieten. Der Herr wettet nicht mit Engeln oder Teufeln. Und doch wird aus dem Gespräch nicht nur eine gewisse Sympathie zwischen beiden deutlich, sondern es entsteht auch die Spannung und Bewegung, die Gott mit den ewig verehrenden, anbetenden Erzengeln niemals erleben könnte. Der Platz des Teufels ist in der Schöpfung daher nicht nur von Gott vorgesehen, sondern auch als positiv wirkende Kraft erwünscht und notwendig. Der Herr erteilt ihm sogar ausdrücklich seinen Segen und die Handlungsvollmacht: „Des Menschen Tätigkeit kann allzuleicht erschlaffe, / Er liebt sich bald die unbedingte Ruh; / Drum geb‘ ich gern ihm den Gesellen zu, / Der reizt und wirkt, und muß, als Teufel, schaffen.“5
Damit ist nicht nur Mephistos Stellung im Weltgefüge definiert und legitimiert, es wird auch der Grundstein gelegt für eine Tragödie ganz eigener Art. Mag auch Faust im Mittelpunkt stehen und alle Freuden und Leiden des Menschenlebens auskosten, die wahre tragische Gestalt bleibt doch Mephisto. Als Teufel vollkommen negativ eingestellt, die Menschen verachtend, zynisch, brutal, über Leichen gehend, ist es doch sein Schicksal, die Menschheit zum Besseren zu bewegen, zur Tätigkeit anzustacheln und ungewollt an der Veredelung Fausts mitzuarbeiten. Mephisto „muß (…) schaffen“, obwohl dies seinem innersten Wesen „als Teufel“ völlig zuwiderläuft. Der destruktive Geist wird Ursache aller schöpferischen Produktivität der Menschen – eine wahre Höllenstrafe. Sein Scheitern ist vorprogrammiert. Wenn es keine Gotteslästerung wäre, könnte man sagen, der Herr habe sich mit Mephistopheles einen makaberen Scherz erlaubt.
Zum Teil ist der Teufel sich dieses Umstands durchaus bewusst. Er sei „Ein Teil von jener Kraft, / Die stets das Böse will und stets das Gute schafft“ 6, stellt er sich Faust vor. Doch entfaltet er gleich darauf stolz sein Programm: „Ich bin der Geist, der stets verneint! / Und das mit Recht; denn alles was entsteht / Ist wert daß es zu Grunde geht“7. Er sei schon vor Gottes Schöpfungsruf „Es werde Licht“ dagewesen, deutet er an: „Ich bin ein Teil des Teils, der Anfangs Alles war, / Ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar“8
Faust erkennt sofort das beschränkte Wesen seines Gegenübers. „Du kannst im Großen nichts vernichten / Und fängst es nun im Kleinen an“9, stellt er fest und sagt ihm auf den Kopf zu: „So setzest du der ewig regen, / Der heilsam schaffenden Gewalt / Die kalte Teufelsfaust entgegen, / Die sich vergebens tückisch ballt!“10
Insofern ist es nur schlüssig, dass Faust, der bis ans Ende seiner Tage ein unbefriedigt Strebender blieb, von rettenden Engeln in den Himmel getragen wird. Mephisto, der ihn über 12111 Verse in Bewegung hielt, ihn durch Mittelalter, Antike und in die Neuzeit führte, ist der Betrogene. Aber dazu wurde er ja geschaffen.

 

1 Historia von D. Johann Fausten. Text des Druckes von 1587. Kritische Ausgabe. Hrsg. v. Stephan Füssel und Hans Joachim Kreutzer. Stuttgart, 1988. S. 29.

 

2 Ein Wettstreit, der sich auch in Lessings Faust-Fragment wiederfindet.

 

3 Christopher Marlowe: Die tragische Historie vom Doktor Faustus. Deutsche Fassung, Nachwort und Anmerkungen von Adolf Seebass. Stuttgart, 1988. S. 14.

 

4 Friedrich Müller, genannt Maler Müller: Fausts Leben. Hrsg. v. Johannes Mahr. Stuttgart, 1979. S. 23.

 

5 Johann Wolfgang Goethe: Faust. Texte. Hrsg. v. Albrecht Schöne. Frankfurt/M., 1994. S. 28 (V. 340-343).

 

6 Ebd. S. 64. (V. 1365f)

 

7 Ebd. S. 65. (V. 1338-1340)

 

8 Ebd. (V. 1349f)

 

9 Ebd. (V. 1360f). Einige Ausgaben lesen: „verrichten“.

 

10 Ebd. S. 66. (V. 1379-1382).

 

Erstveröffemtlichung:
Petra Hartmann: Mephistopheles - ein tragischer Teufel. In: Elfenschrift. 25, März 2010, S. 7–9.

 

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Warum Mondmenschen kein Klo brauchen

Geschrieben von Petra , in Elfenschrift 10 Januar 2026 · 573 Aufrufe
Elfenschrift, Pythagoras und 4 weitere...

Habt ihr euch jemals über den Stoffwechsel von Mondmenschen Gedanken gemacht? Für die Elfenschrift Nummer 28 - sie stand unter dem Motto: "Sonne, Mond und Sterne" - habe ich mich vor Jahren einmal mit dem Thema befasst und fand den Artikel jetzt auf meiner Festplatte wieder. Zum Wegwerfen zu schade, finde ich, und vielleicht ist es ja für den einen oder anderen Schmunzler gut. Falls ihr Lust auf einen Ausflug der anderen Art zum Erdtrabanten habt, schaut doch mal herein. Viel Spaß damit!

 

 

Warum Mondmenschen kein Klo brauchen

 

Münchhausen, Cyrano von Bergerac, Mondfahrer Peterchen – von allen gibt es phantastische Berichte über Mondreisen und Mondbewohner. Weniger bekannt ist, dass es schon in der Antike Spekulationen darüber gab, ob der Mond bewohnt ist. Die Griechen mochten zwar die Mondgöttin Selene verehren, aber Philosophen hatten doch die Erkenntnis gewonnen, dass der Mond ein Himmelskörper wie die Erde ist. Da lag es nahe, auch Überlegungen darüber anzustellen, ob es dort Leben geben könnte und wie es aussah.
Schon der Vorsokratiker Anaxagoras (ca. 499-428 v. Chr.) lehrte, „der Mond sei aus Erde und habe Täler und Schluchten“1. Keine ungefährliche Behauptung: Er wurde in Athen angeklagt wegen der Beschäftigung mit himmlischen Dingen und musste fliehen. Anaxagoras ging davon aus, „daß die Lebewesen entstanden sind, indem die Samen vom Himmel auf die Erde fielen.“2
Ferner meinte er, dass der nemeische Löwe vom Mond herabgekommen sei. Das Raubtier gehörte zu den Ungeheuern, die Herakles tötete, als er seine zwölf Taten ausführte. Vielleicht war es die außerirdische Herkunft, die das Löwenfell zur undurchdringlichen Rüstung machte.
Auch der Vorsokratiker Demokrit (ca. 460-370) sagte, der Mond sei erdähnlich, die hellen und dunklen Stellen seien Täler und Berge. Und da er erdähnlich sei, müsse er auch bewohnt sein.
Einer der ersten, von denen eine Theorie zur Mondbevölkerung überliefert ist, war Philolaos (ca. 470 – nach 399 v. Chr.). Er war Pythagoreer und gilt als erster, der die bis dahin nur mündlich überlieferten Lehren dieser Philosophenschule aufgeschrieben hat.
Im Weltbild des Philolaos vermischen sich moderne und phantastische Ideen. Er war überzeugt, dass die Erde nicht unbewegt im Mittelpunkt des Kosmos ruhe, sondern dass sie und die anderen Planeten um ein Zentralfeuer kreisten, das er „Hestia“ nannte. Damit war er seiner Zeit um anderthalb Jahrtausende voraus, erst Kopernikus wagte erneut zu behaupten, dass nicht die Erde, sondern die Sonne im Zentrum des Sonnensystems stünde.
Doch ist auch viel Phantastisches im Kosmos des Philolaos zu finden. So ist das Zentralfeuer bei ihm nicht die Sonne, sondern auch die Sonne ist einer der Körper, die um Hestia kreisen. Und da Philolaos nur neun Himmelskörper kannte (Erde, Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn und die Fixsternsphäre), da er aber als Pythagoreer an die Heiligkeit der Zahl Zehn glaubte, meinte er, es müsse unbedingt einen zehnten Planeten geben, und postulierte eine Gegenerde, die gegenüber der Erde auf der anderen Seite des Zentralfeuers liegen sollte, den Augen der Menschen verborgen.
Seine kühnste Idee aber sind die Mondmenschen. Er war zu dem Schluss gekommen, dass ein Tag auf dem Mond 15 Erdentage dauerte. Vielleicht ging er davon aus, dass sich dadurch die Wachstumsphase verlängerte, jedenfalls behauptete er, Mondmenschen seien fünfzehnmal größer und stärker als Erdlinge. Ferner sagte er, dass sie wesentlich reiner seien, vielleicht aus edlerem Stoff geformt, und reinere Nahrung zu sich nähmen. Deshalb meinte er auch, dass Mondmenschen keinerlei Exkremente absonderten.
Die These, dass Mondmenschen nie aufs Klo müssten, findet sich indirekt auch bei Philoponos, einem christlich-neuplatonischen Philosophen des sechsten nachchristlichen Jahrhunderts, der Kommentare zu Werken des Aristoteles schrieb. Er sprach von intelligenten Wesen, die auf dem Mond lebten. Sie könnten ein Alter von 3000 Jahren erreichen und würden weder essen noch trinken. Er sagt nicht wörtlich, dass es bei ihnen keine Fäkalien gäbe, doch legt der Umstand, dass sie keine Nahrung zu sich nehmen, diesen Schluss nahe. Damit korrespondiert eine Äußerung in Platons „Phaedon“, Bewohner der oberen Sphären seien reiner als Erdmenschen und körperlos.
Vielleicht von Philolaos beinflusst, schrieb auch Herodoros, dass Mondwesen fünfzehmal so groß wie Erdlinge seien. Er verfasste um das Jahr 400 herum ein Buch über den Helden Herakles, in dem er auch von Geiern sprach, die vielleicht von der Gegenerde stammten.3 Ebenso wie Anaxagoras vertrat er die These, der nemeische Löwe sei Mondbewohner.
Aristoteles (384-322 v. Chr.) bedachte das System des Philolaos und die Theorie der Gegenerde mit beißendem Spott. Ihm schien es eine unwissenschaftliche Arbeitsmethode, von einer Theorie auszugehen und dann die Wirklichkeit so zurechtzubiegen, dass es passte.
Seltsamerweise erlaubte sich Aristoteles in seiner „Zoologie“ bezüglich der Mondwesen eine ganz ähnliche Spekulation: Aristoteles machte sich Gedanken über die Lehre des Empedokles von den vier Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer. Aristoteles kannte erdbewohnende Tiere, Wassertiere und Vögel. Es müsse auch Tiere geben, die im Feuer zu Hause sind, überlegte er. Da es auf der Erde solche Tiere nicht gibt, schlussfolgerte er: Dann müssen die Feuerwesen auf dem Mond leben.
Parodistisch-frech geht Lukian im zweiten nachchristlichen Jahrhundert das Mondthema an. Lukian stammte aus der Philosophenschule der Kyniker, trat als wandernder Redner auf, schrieb Dialoge und Prosa, in denen er die Schwächen und Eitelkeiten seiner Zeitgenossen geißelte. Seine Mondschilderungen sind keine astronomisch-philosophischen Schriften, vielmehr liefert er im Dialog „Ikaromennippus“ eine Satire auf die Mondtheorien der Philosophen. Ausgerüstet mit einem Adler- und einem Geierflügel schwingt sich der Philosoph Menippus in die Luft und fliegt zum Mond. Hier trifft er den nach seinem Sturz in den Ätna verbrannten Philosophen Empedokles und wird von der Mondgöttin als Bote an den Götterkönig Zeus/Jupiter gesandt mit folgender Klage:
„Ich verliere alle Geduld […], mich länger von den Philosophen so mißhandeln zu lassen. […] Die einen sagen ich werde bewohnt, andere ich hänge wie ein Spiegel über dem Meer herab; kurz jeder sagt von mir was ihm einfällt; ja was das Schlimmste ist, sie bringen sogar unter die Leute, mein Licht sei nicht ächt, und ich stehle es von der Sonne […] Vergiß also nicht, […] ihm zu sagen: es sey mir unmöglich länger auf meinem Posten zu bleiben, wofern er diesen Physikern nicht die Köpfe zerschmettere, den Dialektikern nicht den Mund stopfe, die Stoa zerstöre, die Akademie in Brand stecke, und den Verhandlungen im Peripatus ein Ende mache, mit einem Worte, mir vor den täglichen Beeinträchtigungen dieser geometrischen Herren nicht Ruhe verschaffe.“4
Noch toller treibt es Lukian im Roman „Wahre Geschichten“ und erzählt von einem Krieg zwischen Mond- und Sonnenmenschen. Da treten Pferdegeier an (Menschen, die auf riesigen Geiern reiten), Kohlvögel (die statt mit Federn mit Kohl bewachsen sind und Salatblätter als Flügel haben) und Riesenspinnen.
Lukian berichtet, es gäbe nur Mond-Männer, diese brächten aus ihren Waden Kinder zur Welt. Eine besondere Art, die baumartigen Dendriten, hätte gar keine Geschlechtsorgane. Mondmenschen seien meist kahlgeschoren, nur unter dem Knie trügen einige einen Bart. Ihre Füße hätten keine Zehen, ihre Ohren seien aus Platanenblättern, über dem Hintern wachse jedem ein Kohlkopf, sie würden Honig ausschneuzen und Milch schwitzen.
Ihr einziges Nahrungsmittel sei der Dampf gebratener Frösche, die dort massenweise herumfliegen, ihr einziges Getränk sei die in einen Becher ausgepresste Luft. Und mit einem Seitenhieb auf Philolaos bemerkt Lukian: „Bey einer so feinen Nahrung wissen sie nichts von den Excretionen, denen die Erdbewohner unterworfen sind […].“5 Eine Idee, die die Mondforscher offenbar jahrhundertelang beschäftigt hat.

 

1 Die Vorsokratiker II. Griechisch / Deutsch. Auswahl der Fragmente, Übersetzung und Erläuterungen von Jaap Mansfeld. Stuttgart, 2000. S. 211.

 

2 Ebd. S. 217.

 

3 Vgl. Carl. A. Hufman: Philolaos of Croton. Pythagorean and Presocratic. A commentary on the fragments and testimonia with interpretive essays. Cambridge, 1993. S.248.

 

4 Lukian von Samosata: Lügengeschichten und Dialoge. Aus dem Griechischen übersetzt und mit Anmerkungen und Erläuterungen versehen von Christoph Martin Wieland. Nördlingen, 1985. S. 72-74.

 

5 Ebd. S. 104.

 

© Petra Hartmann

 

Erstveröffentlichung:
Petra Hartmann: „Warum Mondmenschen kein Klo brauchen“. In: Elfenschrift, Dezember 2010. S. 8-10.

 

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"Ich habe die Nase voll" (Fundstück aus 2011)

Geschrieben von Petra , in Krimskrams 10 Januar 2026 · 240 Aufrufe
Krimskrams

Beim Aufräumen meiner Festplatte habe ich diesen 15 Jahre alten Text wiedergefunden, der unter anderem dafür verantwortlich ist, dass ich jedes Jahr Ende Dezember meine Lesefrüchte noch einmal genau anschaue und sie zu einem Jahresrückblick zusammenstelle. Der Artikel ging damals zurück auf einen Wutausbruch, den ich beim Gang durch eine Buchhandlung hatte, als ich nichts, absolut gar nichts fand, was auch nur eine Handbreit aus dem Mainstream-Sumpf heausragte. Am Ende kaufte ich dann einen Hartgummi-Dachs von Schleich. Aber was hat ein Hartgummi-Dachs von Schleich in einer Buchhandlung verloren?
Als ich dieses Jahr vor Weihnachten in einer großen Buchhandlung war, um den Wunschzettel meiner Schwester abzuarbeiten, stellte ich fest, dass sich zumindest dort noch immer nichts verändert hat. Ein Grund mehr dafür, dass ich gern Kleinverlags-Phantastik und Klassiker lese.
Der Text entstand nach einer Schimpftirade meiner Wenigkeit auf Twitter (das war damals noch eine tolle Gemeinschaft) und erschien erstmals im Fandom-Observer am 1. Januar 2011. Viel Spaß beim (Wieder)Lesen.

 

 

Ich habe die Nase voll

Ein vergrätzter Zwischenruf

 

Ich habe die Nase voll. Zuerst ist es nur ein flaues Gefühl in der Magengegend. Doch langsam kocht der Zorn in mir hoch. Am liebsten würde ich mir eine der Buchhändlerinnen schnappen und sie anblaffen: „Ich habe die Nase voll von Fantasy von der Stange!“ Aber die Damen sind ja nur Verkäuferinnen ...
Was ist hier eigentlich los? Ich stehe mitten in der Buchhandlung, habe einen freien Abend, das Geld sitzt locker, eigentlich möchte ich mir heute etwas Gutes gönnen. Und nun stehe ich zwischen hundert bunten „All-Agern“, die sich gleichen wie ein Ei dem anderen, und warte darauf, dass einer von ihnen zu mir spricht. Na los, kommt schon, einer von euch muss doch meine Finger zum Kribbeln bringen und rufen: „Ich bin's – nimm mich mit.“ Bunte, aufwändig gestaltete Titelbilder, makellose Hardcoverbindungen, kostbare Schutzumschläge, perfekt nach Marketinggesichtspunkten entwickelte Titel – aber keiner kann sprechen. Wo ist der Zauber geblieben?
Was ist eigentlich passiert seit damals, vor zwanzig Jahren, als ich noch mit der Lupe nach Fantasy-Titeln suchen musste? Meist konnten die Verleger selbst nicht unterscheiden zwischen Fantasy und Science Fiction. Und ich habe mich wie ein Verdurstender auf jedes Buch gestürzt, das irgendwie „phantastisch“ war. Perlen zwischen Tierbüchern, Indianergeschichten, Jugendkrimis und pädagogisch wertvollen „Problembüchern“ in der Kinderbuchabteilung. Und bei den Erwachsenen sah es noch dürrer aus. Aber wenn man mal eines gefunden hatte, dann war es ein besonderes Buch. Egal, wie gut oder schlecht es geschrieben war. Egal ob Schund oder eines der wenigen als „Hochliteratur“ akzeptierten Werke. Man trug ein Individuum nach Hause.
Und jetzt? Jetzt ist meine liebe Fantasy also Mainstream geworden. Im Jugendbuchbereich gibt es – außer im Mädchen-und-Pony-Regal – kaum noch Bücher ohne phantastisches Element, und bei den Erwachsenen versuchen selbst Autoren von historischen Romanen schon manchmal, ihre Werke in die Fantasy-Abteilung zu drücken, weil das wohl lukrativer ist. Die Phantasie ist tot, es lebe die Fantasy!
Bin ich einfach nur zu alt geworden? Fängt man mit 40 ganz automatisch an mit dem Gejammer, dass früher alles besser war? Ich habe bisher nie über Mode, Mainstream und Massenware geschimpft. Habe nie Autoren dafür verachtet, dass sie höhere Auflagen als ich hatten. Es ist eine Leistung, ein Buch zu schreiben, das vielen Menschen Freude macht, das habe ich immer respektiert, das habe ich immer anerkannt. Neidlos, wie ich mir selbst versicherte.
Nein, es ist nicht der Futterneid einer noch-nicht-ganz-so-bekannten-und-erfolgreichen-Autorin, der mir die Galle überschäumen lässt. Es ist die Wut des verratenen, für dumm verkauften Lesers, die in mir aufsteigt. Buchhändler, Verlage, ich war seit dem Grundschulalter einer eurer besten Kunden. Ich war Leseratte, Bücherwurm, Bibliophile, Bibliomanin, ich kaufe und lese auch heute noch rund 200 Bücher pro Jahr. Aber das, was ihr da vor mir ausbreitet, ist eine Beleidigung.
Ich gebe zu: Ich habe Harry Potter begeistert gelesen. Ich habe jeden Bis(s)-Roman in einer Nacht verschlungen. Aber hundert und tausend Bücher über junge Zauberschüler und zehntausend erwachsenenkompatible Teenie-Schnulzen über erotische Vampire, schwarze Engel, Werwölfe und was da sonst noch rumläuft und -flattert, das ist einfach zu viel.
Ich habe es satt, mich dafür entschuldigen zu müssen, dass mein Intelligenzquotient über der Zimmertemperatur liegt. Genau so wenig tut es mir leid, dass ich mit Goethe, Heine und Homer auf vertrautem Fuß stehe. Ich will mir kein schlechtes Gewissen mehr einreden lassen, nur weil ich ein gutes Gedächtnis habe und mich beim Lesen eines Buches daran erinnere, dass ich schon sieben Romane mit dem gleichen Strickmuster kenne. Ja, ich bin Demokrat. Ich respektiere den Mainstream. Aber die Monokultur, die ihr in euren Buchdiscountern verbreitet, widert mich an.
Ich will keine Plastik-Bücher mehr lesen. Keine netten „All-Ager“ mit Arztroman-Bauplan. Keine Klone von Klonen von Bestsellern. Keine vegetarischen Vampire und erotischen Engel mehr. Kein „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ mit Elfen. Ich will keine aalglatten Marktcharaktere mehr im Buchregal haben, die im Assessment-Center der Großverlage am wenigsten Anstoß erregten. Ich mag keine vielbeachteten Debüts von gehypten Jungautoren mehr lesen, die die Schreibratgeber von James N. Frey und Sol Stein 1:1 umsetzten – und die im nächsten Jahr wieder vergessen sind.
Ich möchte einfach mal wieder Bücher sehen, die zaubern können. Individuen. Überraschungen. Bücher, von denen nach dem Lesen etwas zurückbleibt. Keine von professionellen Autoren professionell in Absprache mit Lektoraten und Agenturen erstellten Businesspläne.
Für dieses Jahr nehme ich nur noch Klassiker, Indianerbücher und Phantastik aus Kleinverlagen in die Hand. Die können nämlich manchmal noch zaubern. Vielleicht, weil der Mut eines Verlegers sich immer reziprok proportional zur Auflagenhöhe verhält.
Ich wünsche mir für 2011 ein paar Bücher, die Ecken und Kanten haben. Und mutige Verleger, die nicht nur auf die große Auflage schielen müssen oder wollen. Und jetzt gehe ich los und kaufe mir einen mausetoten Klassiker aus dem 19. Jahrhundert, der entweder verhungert oder in der Irrenanstalt gestorben ist.

 

Erstveröffentlichung: Fandom-Observer Nummer 259, 1. Januar 2011, Seite 23.

 

© Petra Hartmann








Das intergalaktische Bestiarium, 2025

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Was verbirgt sich hinter dem Tor des Krkt-jinn und warum verliert der Planet Light Lady seine Schwerkraft? Kann die Heimat der Regenbogenkatzen noch gerettet werden? Gibt es das sagenhafte Tier der Unordnung wirklich? Sind die irrsinnigen Prophezeiungen über das Wiedererwachen des unheiligen Urgottes Chthonio möglicherweise doch ernst zu nehmen? Und ist wirklich jeder dem Tod geweiht, der der Wurzel allen Übels begegnet?

Das Universum hat viele Wunder hervorgebracht, aber keines ist größer als das Leben. Ein paar der ungewöhnlichsten Lebewesen aller Welten sind in diesem intergalaktischen Bestiarium zu finden. Thomas Hofmann und Petra Hartmann haben sie aufgespürt.

 

Buch-Infos:

Das intergalaktische Bestiarium. Text: Petra Hartmann / Zeichnungen: Thomas Hofmann. Neustadt in Sachsen: Edition Dunkelgestirn, Mai 2025. 180 Seiten.
Reichhaltig mit Illustrationen von Thomas Hofmann versehen, zu denen die Texte von Petra Hartmann verfasst wurden. Gebunden in blaues Leinen, mit Leseband, silberner Prägung auf dem Buchrücken und Schutzumschlag. Versehen mit den Signumklischees der Autoren, nummeriert und auf 100 Exemplare limitiert. 32,90 Euro.

 

 

 

Das Herz des Donnervogels, 2023

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Ein Indianer taucht in dem verschlafenen Küstenstädtchen Kitty Hawk auf. Die Witwe Murdoch ist überzeugt, dass der Fremde ein Kundschafter ist und bald seine roten Spießgesellen zum Morden und Plündern mitbringen wird. Doch Junger Adler hat andere Pläne. Er träumt vom Fliegen und wartet auf das Eintreffen zweier verrückter Fahrradhändler.
Karl-May-Fans kennen Junger Adler bereits aus dem Roman Winnetous Erben. Die Vorgeschichte zu diesem Buch wird nun von Petra Hartmann erzählt.

 

Buch-Infos:
Petra Hartmann: Das Herz des Donnervogels

Band 18, Abenteuer-Roman
Exklusive Sammler-Ausgabe
Seiten: 282

Taschenbuch
VÖ: April 2023

2. Auflage: April 2024.
Künstler: MtP-Art (Mario Heyer)
Künstler (Innenteil): MtP-Art (Mario Heyer)
Preis: 12,95 Euro

 

Bestellen beim Blitz-Verlag

 

Das E-Book ist zum Preis von Euro 3,99 erhältlich.

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Falkenblut, 2020

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Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Widar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus ...

Es ist eine schaurige Welt, in der sich die junge Walküre behaupten muss. Doch Valkrys wäre keine echte Falkin, wenn sie einem Kampf aus dem Weg gehen würde. Todesmutig und mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor stürzt sie sich in die Begegnungen mit Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfen, Berserkern, Hexen, Meerungeheuern und dem furchtbaren Totenschiff Naglfari.

 

 

Petra Hartmann: Falkenblut.

Sibbesse: Hottenstein, 2020.

Broschiert, 247 S., Euro 11.

ISBN 978-3935928991

 

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Hörbuch: Drachen! Drachen! 2020

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Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren. Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist - und gelegentlich fies!

Die Autoren: Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.

 

Herausgeber: Petra Hartmann, Frank G. Gerigk

Sprecher: Tim Schmidt

Blitz-Verlag

Ungekürzte Lesung

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611 Minuten, 495.91 MB

9783991093435

 

Zu bestellen unter anderem bei Thalia oder bei Amazon.

Nestis und die verbotene Welle, 2017

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Meerprinzessin Nestis und ihre Freunde sind sauer: Lehrer Seestern meint, dass laute Haifischmusik nichts für Kinder ist. Und der Kronrat stimmt ihm zu. Deshalb bekommt die Band »Ølpæst« Auftrittsverbot in der gesamten Nordsee. Doch plötzlich ist deren Musik überall zu hören: Ein Piratensender strahlt die Hits der Knorpelfischgang lautstark aus.

Als eine hochexplosive Kugelmine über dem blauen Glaspalast im Meer dümpelt und ein führungsloser Öltanker in die Nordsee einfährt, droht eine wirkliche Ölpest. Gelingt es den Meerkindern, ein Unglück zu verhindern?

 

Petra Hartmann: Nestis und die verbotene Welle. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Voraussichtlich ab Juni 2017 erhältlich.

Buch-Infos: ca. 152 Seiten, 14,2 x 20,6 cm, Hardcover, zahlreiche s/w-Illustrationen, mit Fadenheftung, Euro 14,90, ISBN 978-3-977066-00-1

 

Leseprobe

 

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs.

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Demantin, 2016

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Demantin, der junge König von Antrium, liebt die griechische Königstochter Sirgamot. Doch ihr Vater ist strikt gegen die Hochzeit. Immerhin ist Sirgamot erst zwölf Jahre alt. So zieht Demantin in die Welt, um Ruhm zu erwerben, den Namen seiner Geliebten durch seine Taten zu verherrlichen und sich dem griechischen König als Schwiegersohn zu empfehlen. Er besteht heldenhafte Kämpfe, erwirbt sich die Freundschaft der Königin und des Königs von England und besiegt ein schauriges Meerweib. Letzteres allerdings erweist sich als verhängnisvoll. Denn die sterbende Unholdin verflucht Demantin und prophezeit, dass seine Geliebte mit dem üblen König Contriok verlobt werden soll. Kann Demantin noch rechtzeitig zurückkehren, um die Hochzeit zu verhindern?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Demantin. Ein Ritter-Epos
128 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 9-78-3-940078-34-6
8,95 EUR

 

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Leseprobe

 

Crane, 2016

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Gayol, der Sohn des ungarischen Königs, hat in jugendlichem Übermut den alten Hofmarschall seines Vaters zum Wettkampf herausgefordert und eine peinliche Niederlage erlitten. Aus Scham flüchtet er und gerät ins Reich des deutschen Kaisers, wo er unerkannt unter dem Namen Crane (Kranich) eine Stellung als Kämmerer annimmt und bald sehr beliebt ist. Doch als der Fremde und die Kaiserstochter einander näher kommen und Hofbeamten Unzucht und eine unstandesgemäße Liebschaft wittern, beginnt eine schwere Zeit für Königssohn und Kaiserstochter. Kann Gayol sich auf die Treue Acheloydes verlassen? Und kann die lebensbedrohliche Krankheit der Prinzessin noch geheilt werden?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Crane. Ein Ritter-Epos
84 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 978-3-940078-48-3
6,95 EUR

 

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Leseprobe

Hut ab, Hödeken! 2015

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Ein rasender Bischof auf dem Rennstieg.
Wegweiser, die sich wie von Geisterhand drehen.
Jäger in Todesangst.
Bierkutscher mit unheimlicher Fracht.
Ein stammelnder Mönch,
der plötzlich zum brillanten Redner wird.
Sollte da Hödeken seine Hand im Spiel haben?
Sagen um einen eigenwilligen Geist
aus dem Hildesheimer Land,
frisch und frech nacherzählt
von Petra Hartmann.

 

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken!

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

101 S., Euro 7,95.

ISBN 978-3-940078-37-7

 

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Leseprobe

Freiheitsschwingen, 2015

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Deutschland in den 1830er-Jahren: Für Handarbeit, arrangierte Ehe und Kinderkriegen hat die junge Bürgermeistertochter wenig übrig. Stattdessen interessiert sie sich für Politik und Literatur und greift sehr zum Leidwesen ihres Vaters selbst zur Feder, um flammende Texte für die Gleichberechtigung der Frau und die Abschaffung der Monarchie zu verfassen. Angestachelt von der revolutionären Stimmung des Hambacher Festes versucht sie, aus ihrem kleinbürgerlichen Dasein auszubrechen und sich als Journalistin zu behaupten. Gemeinsam mit ihrer großen Liebe verschreibt sie sich dem Kampf für ein freies, geeintes Deutschland und schlägt den Zensurbehörden ein Schnippchen. Die Geheimpolizei ist ihnen jedoch dicht auf den Fersen, und die junge Journalistin begeht den verhängnisvollen Fehler, ihre Gegner zu unterschätzen

 

Petra Hartmann: Freiheitsschwingen

Personalisierter Roman

München: Verlag Personalnovel, 2015

ca. 198 Seiten. Ab Euro 24,95.

(Einband, Schriftart und -größe, Covergestaltung etc. nach Wahl.)

 

Bestellen unter:

www.tinyurl.com/Freiheitsschwingen

 

Timur, 2015

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Wer ist der bleiche Jüngling im Verlies unter der Klippenfestung? Prinzessin Thia will ihn retten. Doch wer Timurs Ketten bricht, ruft Tod und Verderben aus der Tiefe hervor. Als der Blutmond sich über den Horizont erhebt, fällt die Entscheidung ...

 

Beigaben:

Nachwort zur Entstehung

Original-Erzählung von Karoline von Günderrode

Autorinnenbiografien

Bibliografie

 

Petra Hartmann: Timur

Coverillustration: Miguel Worms

Bickenbach: Saphir im Stahl, 2015.

ISBN: 978-3-943948-54-7

Taschenbuch, 136 S.

Euro 9,95

 

 

Ulf, 2015

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Ein Roman-Experiment mit ungewissem Ausgang: Ulf (Magisterstudent unbekannter Fachrichtung), stammt aus einem Dorf, das mehrmals jährlich überschwemmt wird. Zusammen mit Pastor Dörmann (Geistlicher unbekannter Konfession) und Petra (Biografin ohne Auftrag) überlegt er, was man dagegen tun kann. Als ein vegetarisches Klavier die Tulpen des Gemeindedirektors frisst und das Jugendamt ein dunkeläugiges Flusskind abholen will, spitzt sich die Situation zu. Nein, Blutrache an Gartenzwergen und wütende Mistgabelattacken sind vermutlich nicht die richtigen Mittel im Kampf für einen Deich ...
Mal tiefgründig, mal sinnlos, etwas absurd, manchmal komisch, teilweise autobiografisch und oft völlig an den Haaren herbeigezogen. Ein Bildungs- und Schelmenroman aus einer Zeit, als der Euro noch DM und die Bahn noch Bundesbahn hieß und hannöversche Magister-Studenten mit dem Wort "Bologna" nur eine Spaghettisauce verbanden.

 

Petra Hartmann:

Ulf. Ein Roman-Experiment in zwölf Kapiteln.

eBook

Neobooks 2015

Euro 2,99

Erhältlich unter anderem bei Amazon

Vom Feuervogel, 2015

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Ein Tempel in der Wüste. Heilige Männer, die sich dem Dienst des Feuervogels geweiht haben. Ein Hirtenjunge, der seinem Traum folgt. Aber wird der alte und kranke Phönix wirklich zu neuem Leben wiederauferstehen, wenn der Holzstoß niedergebrannt ist? Eine Novelle von Idealen und einer Enttäuschung, die so tief ist, dass kein Sonnenstrahl je wieder Hoffnung bringen kann.

 

Petra Hartmann:

Vom Feuervogel. Novelle.

Erfurt: TES, 2015.

BunTES Abenteuer, Heft 30.

40 Seiten, Euro 2,50 (plus Porto).

Bestellen unter:

www.tes-erfurt.jimdo.com

 

eBook:

Neobooks, 2015.

Euro 1,99.

Unter anderem bei Amazon

Nestis und die Hafenpiraten, 2014

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Endlich Sommerferien! Nestis und ihre Freunde freuen sich auf sechs Wochen Freiheit und Abenteuer. Doch ausgerechnet jetzt verhängt der Kronrat ein striktes Ausgehverbot für alle Meerkinder. Denn in der Nordsee treibt plötzlich ein furchtbares “Phantom† sein Unwesen. Möwen, Lummen und Tordalke werden von einem unheimlichen Schatten unter Wasser gezerrt und verschwinden spurlos.

Nestis beschließt, den Entführer auf eigene Faust zu jagen. Als ein Dackel am Strand von Achterndiek verschwindet, scheint der Fall klar: Die gefürchteten “Hafenpiraten" müssen dahinter stecken. Zusammen mit ihrem Menschenfreund Tom wollen die Meerkinder der Bande das Handwerk legen ...

Petra Hartmann: Nestis und die Hafenpiraten
Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014
ISBN 978-3-940078-84-1
14,90 EUR

 

 

Leseprobe unter

 

www.tinyurl.com/nestis2

Blitzeis und Gänsebraten, 2014

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Weihnachten im Potte †¦

†¦ ist so vielfältig wie die Menschen, die dort leben. Und deshalb findet sich auf diesem Bunten Teller mit 24 Hildesheimer Weihnachtsgeschichten für jeden etwas: romantische Erzählungen und freche Gedichte, Erinnerungen an die Nachkriegszeit, Geschichten von neugierigen Engeln, eifrigen Wichteln und geplagten Weihnachtsmännern. Der Huckup und die »Hildesheimer Weisen« fehlen auch nicht. Was es aber mit dem Weihnachtswunder an der B6 auf sich hat, erfahren Sie auf Seite 117. - Greifen Sie zu!

 

 

Petra Hartmann & Monika Fuchs (Hrsg.): Blitzeis und Gänsebraten. Hildesheimer Weihnachtsgeschichten.

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

144 Seiten | 12 x 17 cm | Paperback |

ISBN 978-3-9400787-57-5
8,90 EUR

 

Leseprobe

Beim Vorderhuf meines Pferdes, 2014

Eingefügtes Bild

Das Messer zuckte vor. Fauchend wich die riesige Katze zurück. Doch nur, um sofort wieder anzugreifen. Das Mädchen, das auf dem Leichnam seiner Stute kauerte, schien verloren.
Acht Jahre ist Steppenprinzessin Ziris alt, als sie bei einem Sandkatzenangriff ihr Lieblingspferd verliert. Ist es wirklich wahr, was ihr Vater sagt? "Alle Pferde kommen in den Himmel ..."
Drei Erzählungen aus der Welt der Nearith über edle Steppenrenner, struppige Waldponys und die alte graue Stute aus Kindertagen.

Petra Hartmann: Beim Vorderhuf meines Pferdes. Neue Geschichten aus Movenna. eBook, ca. 30 Seiten. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014. Euro 0,99.

Erhältlich unter anderem bei Amazon.

Darthula, 2014

Eingefügtes Bild

Darthula ist die Tochter eines irischen Kleinkönigs, der über das nebelreiche Land Selama herrscht. Als schönste Prinzessin Irlands lebt sie allerdings nicht ungefährlich. Als sie den mächtigen König Cairbar abweist und ihm nicht als seine Braut folgen will, nimmt das Unheil seinen Lauf. Cairbar überzieht das kleine Selama mit Krieg und Vernichtung und rottet Darthulas Familie aus. Mit ihrem Geliebten Nathos wagt die junge Frau die Flucht über die stürmische See. Aber Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...

Beigaben zur Neuausgabe:
Vorwort der Autorin mit Infos zur Entstehungsgeschichte
Übersetzung des "ossianischen Originals"
Autorinnenbiographie und Veröffentlichungsliste

Buch-Informationen:
Petra Hartmann: Darthula, Tochter der Nebel.
Bickenbach: Verlag Saphir im Stahl, 2014.
Taschenbuch. 126 S., Euro 9,95.
ISBN 978-3-943948-25-7

Bestellen bei Saphir im Stahl

Pressearbeit für Autoren, 2014

Eingefügtes Bild

Petra Hartmann, Autorin und langjährige Lokalredakteurin, gibt Tipps für die Pressearbeit vor Ort. Sie erklärt die Wichtigkeit der „Ortsmarke“ für eine Zeitung, gibt Tipps zum Schreiben von Artikeln, zum guten Pressefoto und zum Umgang mit Journalisten. Anschaulich, verständlich, praxisorientiert und für Autoren jedes Genres anwendbar.

Petra Hartmann: Pressearbeit für Autoren. So kommt euer Buch in die Lokalzeitung.
eBook. Neobooks, 2014. Ca. 30 Seiten.
Euro 1,99
Diverse Formate, für alle gängigen eBook-Reader.
Erhältlich z.B. bei Amazon, eBook.de, Thalia, Hugendubel, Weltbild u.a.

Nestis und der Weihnachtssand, 2013

Eingefügtes Bild

Als kleine Weihnachtsüberraschung gibt es für Fans des "großen" Nestis-Buchs "Nestis und die verschwundene Seepocke" jetzt ein kleines bisschen Weihnachtssand: Der Verlag Monika Fuchs hat aus der "Ur-Nestis", einem Helgoland-Märchen aus dem Jahr 2007, jetzt ein eBook gemacht. Mit einem wunderschönen Cover von Olena Otto-Fradina und mit ein paar exklusiven Einblicken in Nestis' Nordseewelt.

Klappentext:
"November 2007: Orkantief Tilo tobt über die Nordsee und reißt große Teile der Helgoländer Düne ins Meer. Wer soll nun die Robbenküste reparieren? Meerjungfrau Nestis wünscht sich einfach mal vom Weihnachtsmann 500.000 Kubikmeter Sand ..."

Bonus-Material:
Die Autorin im Interview mit Wella Wellhorn von der Meereszeitung "Die Gezeiten"
XXL-Leseprobe aus "Nestis und de verschwundene Seepocke"

Petra Hartmann: Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013. 99 Cent.

Erhältlich für den Amazon-Kindle

Nestis und die verschwundene Seepocke, 2013

Eingefügtes Bild


Eine ausführliche Leseprobe findet ihr hier:
www.tinyurl.com/nestis


Wütend stampft Meerjungfrau Nestis mit der Schwanzflosse auf. Ihre Schwester Undine ist von den Menschen gefangen worden – und weder Meerkönig noch Kronrat wagen, die Kleine zu retten. Aber Nestis fürchtet sich nicht einmal vor den furchtbarsten Monstern des Meeres. Zusammen mit ihren Freunden bricht sie auf zur Rettungsaktion, und es zeigt sich, dass tollpatschige Riesenkraken und bruchrechnende Zitteraale großartige Verbündete sind.
Petra Hartmann entführt ihre Leser in eine etwas andere Unterwasserwelt mit viel Humor und Liebe zum Detail. Trotz des phantastischen Meermädchen-Themas findet der Leser auch sehr viel naturnahe Beobachtungen aus Nord- und Ostsee, lernt die Meerbewohner und ihre Probleme kennen. Dabei werden unter anderem auch die Meeresverschmutzung, Fischerei und die wenig artgerechte Haltung von Haien in Aquarien behandelt.
Zauberhaft dazu die Zeichnungen von Olena Otto-Fradina.

Text: Petra Hartmann
Bilder: Olena Otto-Fradina
| Hardcover | 14,8 x 21 cm
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2013
151 S., Euro 14,90
ISBN 978-3-940078-64-3


eBook:
Amazon-Kindle, 2154 KB
Euro 6,99
http://amzn.to/JJqB0b

Autorenträume, 2013

Eingefügtes Bild


Autorinnen und Autoren schicken ihre Leser in vergangene Zeiten, ferne Länder, phantastische Welten, spannende Abenteuer und bringen sie zum Träumen.
Wovon aber träumen Autoren? Vom Nobelpreis? Vom Bestseller? Vom Reich-und-berühmt-werden? Oder einfach nur davon, eines Tages vom Schreiben leben zu können? Vom Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes, wenn das neue Märchen vorgelesen wird? Oder sind es schreckliche Albträume, die der angebliche Traumberuf mit sich bringt? Werden Schriftsteller nachts im Schlaf gar von Verlegern, Lektoren, Rezensenten oder Finanzbeamten bedroht?
Monika Fuchs und Petra Hartmann starteten eine »literarische Umfrage«, wählten aus den über 300 Antworten 57 phantasievolle Beiträge aus und stellten sie zu diesem Lesebuch zusammen. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen des Autorenalltags und träumen Sie mit!
Von jedem verkauften Buch wird 1 Euro an das Hilfswerk Brot & Bücher e.V. der Autorin Tanja Kinkel gespendet, die auch das Geleitwort zum Buch schrieb.

Petra Hartmann und Monika Fuchs (Hrsg.):
Autorenträume. Ein Lesebuch.
ISBN 978-3-940078-53-7
333 S., Euro 16,90

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs

Mit Klinge und Feder, 2013

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Phantasie statt Völkerschlachten - das war das Motto, unter dem die Phantastik Girls zur Schreibfeder griffen. Mit Humor, Gewitztheit und ungewöhnlichen Einfällen erzählen sieben Autorinnen ihre Geschichten jenseits des Mainstreams der Fantasy. Kriegerinnen und gut bewaffnete Zwerge gehören dabei genau so zum Personal wie sprechende Straßenlaternen, Betonfresser oder skurrile alte Damen, die im Bus Anspruch auf einen Behindertensitzplatz erheben. Dass es dennoch nicht ohne Blutvergießen abgeht, ist garantiert: Immerhin stecken in jeder der Storys sechs Liter Herzblut. Mindestens.

Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns.
Mit Geschichten von Linda Budinger, Charlotte Engmann, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl.
Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. 978-3943378078
247 S., Euro 9.
Bestellen bei Amazon

eBook:
396 KB, Euro 5,49.
Format: Kindle
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Das Serum des Doctor Nikola, 2013

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Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...

Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola
Historischer Abenteuerroman.
ISBN 978-3-938065-92-1
190 S., 12,95 Euro.
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Leseprobe

Hörbuch: Der Fels der schwarzen Götter, 2012

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Bei einer Mutprobe begeht der junge Ask einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat.
Bald wissen die Völker des Berglandes nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...

Der Fels der schwarzen Götter.
Hörbuch. 8 Stunden, 57 Minuten.
Sprecherin: Resi Heitwerth.
Musik: Florian Schober.
Action-Verlag, 2012.
CD/DVD: 16,95 Euro
mp3-Download: 11,95 Euro

Hörbuchfassung des 2010 im Wurdackverlag erschienenen Buchs "Der Fels der schwarzen Götter".

Termine

Messen, Cons, Büchertische

 

Samstag, 25. April: Marburg-ConBürgerhaus Weimar (Lahn) - Niederweimar, Herborner Straße 36, 35096 Niederweimar. Beginn: 10 Uhr. Ich bin mit einem Büchertisch vertreten.

 

Freitag, 1. Mai: Nürnberger Autorentreffen im ICF. Ich bin mit einigen meiner Werke auf dem Büchertisch vertreten. 

 

Donnerstag, 14. Mai, bis Sonntag, 17. Mai: Elze im Wunderland. Büchertage des Autorenkreises „Wort für Wort“ und des Hottenstein Buchverlags. Ich bin mit einer Lesung aus "Falkenblut" und einem Büchertisch vertreten. Datum und Uhrzeit folgen.

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Biografie

Petra Hartmann, Jahrgang 1970, wurde in Hildesheim geboren und wohnt in Sillium. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Hannover. Auf den Magisterabschluss folgten die Promotion mit einer Doktorarbeit über den jungdeutschen Schriftsteller Theodor Mundt und ein zweijähriges Volontariat bei der Neuen Deister-Zeitung in Springe. Anschließend war sie dort fünf Jahre Lokalredakteurin. Ferner arbeitete sie für die Leine-Zeitung in Neustadt am Rübenberge, die Nordsee-Zeitung in Bremerhaven, die Neue Presse in Hannover und die Volksstimme in Gardelegen. Derzeit ist sie bei der Goslarschen Zeitung beschäftigt.
Als Schriftstellerin liebt sie vor allem das fantastische Genre. Sie verfasst hauptsächlich Fantasy und Märchen. Bekannt wurde sie mit ihren Fantasy-Romanen aus der Welt Movenna. Mit den Abenteuern der Nordsee-Nixe Nestis legte sie ihre erste Kinderserie vor. Sie errang mit ihren Geschichten dreimal den dritten Platz bei der Storyolympiade und wurde 2008 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.

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Leserunden zum Nachlesen

Leserunde zu "Darthula, Tochter der Nebel" auf Lovelybooks. Mit Autorin Petra Hartmann und Cover-Künstler Miguel Worms: http://www.lovelyboo...nde/1201913120/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Nestis und die verschwundene Seepocke": Mit Autorin Petra Hartmann und Verlegerin Monika Fuchs:

http://www.lovelyboo...nde/1166725813/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Mit Klinge und Feder": Mit den Autorinnen Linda Budinger, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl: http://www.lovelyboo...nde/1156671163/

 

Leserunde zu "Falkenblut" auf Lovelybooks: https://www.lovelybo...263/2687604262/

Geschichten über Nestis

Bücher
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

"Nestis und die verbotene Welle. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

 

Mini-Buch

"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

eBooks
"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.

"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

Hörbuch
"Eine Hand voll Weihnachtssand." In: Petra Hartmann: "Weihnachten im Schneeland". Gelesen von Karin Sünder. Mit Musik von Simon Daum. Essen: Action-Verlag, 2010. (mp3-Download und CD-ROM)

Beiträge zu Anthologien
"Weihnachtssand für Helgoland." In: "Wenn die Biiken brennen. Phantastische Geschichten aus Schleswig-Holstein." Hrsg. v. Bartholomäus Figatowski. Plön: Verlag 71, 2009. S. 163-174.

Hödeken-Lesestoff

Buch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. 101 S., Euro 7,95. ISBN 978-3-940078-37-7. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

 

Hörbuch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. 2 CD. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Euro 14,95. ISBN: 978-3940078414. Unter anderen erhältlich bei Amazon.

 

eBook

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

 

Geschichten

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg. In: Hildesheimliche Autoren e.V.: Hildesheimer Geschichte(n). Ein Beitrag zum 1200-jährigen Stadtjubiläum. Norderstedt: Book on Demand. 196 S., Euro 9,99. ISBN 978-3734752698. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

Die glücklose Hasenjagd. In: MVP-M. Magazin des Marburger Vereins für Phantastik. Marburg-Con-Ausgabe. Nr. 19b. S. 36-40.

 

Lesung

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg, Radio Tonkuhle, Sendung vom April 2015.

 

Movenna-Kompass

Übersicht über die Romane und Erzählungen aus Movenna


Bücher

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2004. 164 S.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2007. 188 S.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2010. 240 S.

 

eBooks

 

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Beim Vorderhuf meines Pferdes. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Hörbuch

Der Fels der schwarzen Götter. Action-Verlag, 2012.


Movennische Geschichten in Anthologien und Zeitschriften

Die Krone Eirikirs. In: Traumpfade (Anthologie zur Story-Olympiade 2000). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2001. S. 18-25.
Flarics Hexen. In: Geschöpfe der Dunkelheit (Anthologie zur Story-Olympiade 2001). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2002. S. 22-28.
Raubwürger. In: Kurzgeschichten, September 2004, S. 20f.
Furunkula Warzenkraish. Elfenschrift, dritter Jahrgang, Heft 2, Juni 2006. S. 10-14.
Der Leuchtturm am Rande der Welt. In: Elfenschrift, vierter Jahrgang, Heft März 2007, S. 18-21.
Gewitternacht. In: Im Bann des Nachtwaldes. Hrsg. v. Felix Woitkowski. Lerato-Verlag, 2007. S. 57-60.
Pfefferkuchen. In: Das ist unser Ernst! Hrsg. v. Martin Witzgall. München: WortKuss Verlag, 2010. S. 77-79.
Winter-Sonnenwende. In: Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns. Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. S. 51-59.
Der Reiter auf dem schwarzen Pferd. Ebd. S. 60-68.

Die Blaubeerbrücke. In: Met-Magie. Hrsg. v. Amandara M. Schulzke und Nadine Muriel. Hamburg: Acabus Verlag, 2022. S. 163-174.

 

 

Movennische Geschichten in Fanzines

Föj lächelt. In: Alraunenwurz. Legendensänger-Edition Band 118. November 2004. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 23.
Raubwürger. In: Drachenelfen. Legendensänger-Edition Band 130. Januar 2006. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 3-5.
Goldauge. In Phantastische Geschichten mit den Phantastik Girls. (Broschüre der Phantastik Girls zum MarburgCon 2007)


Aufsätze

Wie kann man nur Varelian heißen? Über das Unbehagen an der Namensgebung in der Fantasy. In: Elfenschrift, 5. Jahrgang, März 2008. S. 16f.


Movennische Texte online

Aus "Geschichten aus Movenna":
König Surbolds Grab
Das letzte Glied der Kette
Brief des Dichters Gulltong
Der Kranich
Die Rückkehr des Kranichs

Aus "Ein Prinz für Movenna":
Der Leuchtturm am Rand der Welt
Furunkula Warzenkraish
Gewitternacht

Aus "Der Fels der schwarzen Götter":
Der Waldalte
Hölzerne Pranken
Im Bann der Eisdämonen

Die Bibliothek der Falkin

Übersicht über die Romane und Novellen über die Walküre Valkrys, genannt "die Falkin"

Bücher

Die letzte Falkin. Heftroman. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2010.
Falkenblut. Sibbesse: Hottenstein-Verlag, Sommer 2020.

eBooks

Falkenblut. Vier Fantasy-Romane. eBook-Ausgabe. Chichili und Satzweiss.com, 2012. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. eBook. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2011. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. In: Best of electronic publishing. Anthologie zum 1. Deutschen eBook-Preis 2011. eBook. Chichili und Satzweiss.com, 2011. (unter anderem erhältlich bei Thalia und Amazon)


Aufsatz

Aegirs Flotte - ein Nachruf. In: Fandom Observer, Dezember 2011. S. 16-18. Online-Magazin und Blogversion

Drachen! Drachen! 2012

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Frank G. Gerigk & Petra Hartmann (Hrsg.)
DRACHEN! DRACHEN!
Band 01, Drachen-Anthologie
ISBN: 978-3-89840-339-9
Seiten: 384 Taschenbuch
Grafiker: Mark Freier
Innengrafiker: Mark Freier
Preis: 14,95 €
Bestellen beim Blitz-Verlag

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren.
Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist - und gelegentlich fies!

Die Autoren:
Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.
Originalveröffentlichung!

Die Schlagzeile, 2011/2012

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Petra Hartmann: Die Schlagzeile.
Personalisierbarer Roman.
PersonalNovel Verlag, 2011.
eBook: PersonalNovel, 2012.
Personalisieren und bestellen

Verschlafen und idyllisch liegen sie da, die Orte Barkhenburg, Kleinweltwinkel und Reubenhausen. Doch dann stört der Diebstahl einer Heiligenfigur die Ruhe: Ein jahrhundertealter Hass bricht wieder aus und ein hitziger Streit entflammt, der aus Freunden Feinde und aus friedlichen Nachbarn sich prügelnde Gegner macht. Mittendrin: Eine Journalistin, die bereit ist, für eine Schlagzeile im Sommerloch alles zu geben. Mit viel Einsatz und einer Prise Humor versucht sie, das Geheimnis um die verschwundene Hubertus-Statue aufzuklären, und muss sich dabei mit erregten Politikern, aufgebrachten Dorfbewohnern und einem nervösen Chefredakteur herumschlagen. Aber die Journalistin lässt sich nicht unterkriegen - bis ihr ein Anruf fünf Minuten vor Redaktionsschluss die Schlagzeile zunichtemacht...

Falkenblut, 2012

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Petra Hartmann: Falkenblut.
Vier Romane in einem Band.
E-Book
Satzweiss.com - chichili agency, 2012.
3,99 Euro

 

Nicht mehr lieferbar!

Neuausgabe in Vorbereitung.


Die Abenteuer der jungen Walküre Valkrys beginnen an ihrem ersten Arbeitstag und ausgerechnet dort, wo die germanischen Götter- und Heldensagen enden: Ragnarök, die Endzeitschlacht, ist geschlagen, Götter und Riesen haben sich gegenseitig aufgerieben, die wenigen Überlebenden irren ziellos durch die Trümmer des zerbrochenen Midgard. An der Seite des neuen Götterkönigs Widar muss sich Valkrys nun behaupten. Dabei trifft sie auf Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfe, Berserker, Hexen, riesenhafte Meerungeheuer und das furchtbare Totenschiff Naglfari. Leseempfehlung ab 12 Jahren.

Meine Bücher 1998 - 2011

Angehängtes Bild: Cover_falkenfruehling.jpg

Petra Hartmann
Falkenfrühling
eBook
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN: 978-3-939139-59-1

Wegen Verkauf des Arcanum-Verlags ist die Ausgabe nicht mehr erhältlich, aber die Zweitveröffentlichung in der eBook-Anthologie "Best of electronic publishing" gibt es noch als epub oder Kindle-Ausgabe.

Valkrys träumt davon, eine echte Walküre zu sein. Sie springt, noch Kind, vom Dach des Langhauses.
Alle Ermahnungen ihrer Eltern sind vergeblich, sie macht sich an den Aufstieg zum Gipfel der nahen Klippe, besessen vom "Traum vom Fliegen" ...

Fünfter Platz beim Deutschen eBook-Preis 2011.

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Petra Hartmann
Die letzte Falkin
Roman.
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-62-1
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Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Vidar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus †¦


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Petra Hartmann
Der Fels der schwarzen Götter
Roman
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-64-8
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Hochaufragende Felswände, darin eingemeißelt weit über tausend furchteinflößende Fratzen, die drohend nach Norden blicken: Einer Legende zufolge sind die schwarzen Klippen das letzte Bollwerk Movennas gegen die Eisdämonen aus dem Gletscherreich.
Doch dann begeht der junge Ask bei einer Mutprobe einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat. Und die Völker des Berglandes wissen bald nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...


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Petra Hartmann
Darthula
Heftroman
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-32-4
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Darthula, die schönste Prinzessin der Nebellande, beschwört Krieg, Tod und Vernichtung über ihr heimatliches Selama herauf, als sie den Heiratsantrag des mächtigen Königs Cairbar ausschlägt. Zusammen mit ihrem Geliebten flüchtet sie in einem kleinen Segelboot übers Meer. Doch Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...


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Petra Hartmann
Weihnachten im Schneeland
Hörbuch
Action-Verlag
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WEIHNACHTEN IM SCHNEELAND von Petra Hartmann vereint vier wundervolle Kurzgeschichten für Kinder ab 6 Jahren. Schon die Titel regen die Phantasie der Kleinen an und verleiten zum Schmunzeln und Staunen:
- "Der Reserve-Weihnachtsmann"
- "Die Weihnachts-Eisenbahn"
- "Eine Handvoll Weihnachtssand"
- "Paulchen mit den blauen Augen"



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Petra Hartmann
Ein Prinz für Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-24-9
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Mit dem Schild oder auf dem Schild
- als Sieger sollst du heimkehren oder tot.
So verlangt es der Ehrenkodex des heldenhaften Orh Jonoth. Doch der letzte Befehl seines sterbenden Königs bricht mit aller Kriegerehre und Tradition: "Flieh vor den Fremden, rette den Prinzen und bring ihn auf die Kiesinsel." Während das Land Movenna hinter Orh Jonoth in Schlachtenlärm und Chaos versinkt, muss er den Gefahren des Westmeers ins Auge blicken: Seestürmen, Riesenkraken, Piraten, stinkenden Babywindeln und der mörderischen Seekrankheit ....


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Petra Hartmann
Geschichten aus Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-00-1
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Verwünschte Hexen!
Warum zum Henker muß König Jurtak auch ausgerechnet seinen Sinn für Traditionen entdecken?
Seit Jahrhunderten wird der Kronprinz des Landes Movenna zu einem der alten Kräuterweiber in die Lehre gegeben, und der Eroberer Jurtak legt zum Leidwesen seines Sohnes großen Wert auf die alten Sitten und Gebräuche. Für den jungen Ardua beginnt eine harte Lehrzeit, denn die eigenwillige Lournu ist in ihren Lektionen alles andere als zimperlich ...


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Wovon träumt der Mond?
Hrsg. v. Petra Hartmann & Judith Ott
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-37-2
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Der Mond - König der Nacht und gleichsam Verbündeter von Gut und Böse ... Seit jeher ranken sich Legenden voller Glauben und Aberglauben um sein Licht, das von den einen als romantisch verehrt und von den anderen als unheimlich gefürchtet wird. Seine Phasen stehen für das Werden und Vergehen allen Lebens, er wacht über die Liebenden, empfängt die Botschaften der Suchenden, Einsamen und Verzweifelten und erhellt so einiges, was lieber im Dunkeln geblieben wäre. 39 Autorinnen und Autoren im Alter von 12 bis 87 Jahren sind unserem nächtlichen Begleiter auf der Spur gewesen. In 42 erfrischend komischen, zutiefst nachdenklichen und manchmal zu Tränen rührenden Geschichten erzählen sie die Abenteuer von Göttin Luna und Onkel Mond, von erfüllten und verlorenen Träumen, lassen Perlmuttschmetterlinge fliegen und Mondkälber aufmarschieren. Und wer denkt, dass nur der Mann im Mond zuweilen die Erde besucht, irrt sich! Auch umgekehrt erhält er gelegentlich unverhofften Besuch dort oben.


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Drachenstarker Feenzauber
Herausgegeben von Petra Hartmann
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-28-0
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Öko-Feen, Büro-Feen, Todes-Feen und Bahn-Feen, geschäftstüchtige Drachen, goldzahnige Trolle, Sockenmonster, verzauberte Kühlschränke, Bierhexen, Zwirrrrrle, Familienschutzengel, Lügenschmiede, ehrliche Anwälte, verarmte Zahnärzte und andere Märchenwesen geben sich in diesem Buch ein Stelldichein.
51 Märchenerzähler im Alter von zwölf bis 76 Jahren haben die Federn gespitzt und schufen klassische und moderne Märchen, lustige, melancholische, weise und bitterböse Erzählungen, so bunt wie das Leben und so unvergesslich wie das Passwort eines verhexten Buchhalters.


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Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension.
Die jungdeutschen Autoren nach 1835.
ibidem-Verlag
ISBN 978-3-89821-958-7
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"Das Junge Deutschland“ - dieser Begriff ist untrennbar verbunden mit dem Bundestagsbeschluss vom 10. Dezember 1835, durch den die Werke der fünf Schriftsteller Heinrich Heine, Theodor Mundt, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg und Heinrich Laube verboten wurden. Das Verbot markierte Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt einer literarischen Bewegung, die erst wenige Jahre davor begonnen hatte. Die Wege der Autoren trennten sich. Und doch gab es auch danach immer wieder Begegnungen und Berührungspunkte.
Petra Hartmann zeichnet die Wege der Verbotenen und ihrer Verbündeten nach und arbeitet Schnittstellen in den Werken der alt gewordenen Jungdeutschen heraus. Sie schildert insbesondere die Erfahrungen der Autoren auf der Insel Helgoland, ihre Rolle in der Revolution von 1848, aber auch die Versuche der ehemaligen Prosa-Schriftsteller, sich als Dramatiker zu etablieren. Irgendwo zwischen Anpassung und fortwährender Rebellion mussten die Autoren ihr neues Auskommen suchen, endeten als gescheiterte Existenzen im Irrenhaus oder als etablierte Literaten, die doch körperlich und seelisch den Schock von 1835 nie ganz verwunden hatten, sie leiteten angesehene Theater oder passten sich an und gerieten nach Jahren unter strenger Sonderzensur beim Publikum in Vergessenheit. Die vorliegende Untersuchung zeigt, was aus den Idealen von 1835 wurde, wie vollkommen neue Ideen - etwa die Debatte um Armut und Bildung - in den Werken der Jungdeutschen auftauchten und wie die Autoren bis zum Ende versuchten, ihr „Markenzeichen“ - ihren Stil - zu bewahren.


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Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll
Theodor Mundts literarische Entwicklung vom Buch der Bewegung zum historischen Roman
Aisthesis-Verlag
ISBN: 3-89528-390-8
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Theodor Mundt - Schriftsteller, Zeitschriftenherausgeber, Literaturwissenschaftler und Historiker - verdankt seinen Platz in der Literaturgeschichte vor allem dem Umstand, daß seine Veröffentlichungen am 10. Dezember 1835 verboten wurden. Das vom deutschen Bundestag ausgesprochene Verbot, das sich gegen die vermeintlichen Wortführer des "Jungen Deutschland", Heine, Gutzkow, Laube, Wienbarg und eben Theodor Mundt richtete, war vermutlich die entscheidende Zäsur in den literarischen Karrieren aller Betroffenen. Daß sie mit dem schon berühmten Heinrich Heine in einem Atemzug genannt und verboten wurden, machte die noch jungen Autoren Gutzkow, Laube, Mundt und Wienbarg für ein größeres Publikum interessant. Doch während Gutzkow und auch Laube im literarischen Bewußtsein präsent blieben, brach das Interesse an Mundt und seinen Werken schon bald nach dem Verbot fast gänzlich ab. Seine weitere Entwicklung bis zu seinem Tod im Jahr 1861 wurde von der Literaturwissenschaft bislang so gut wie vollständig ignoriert. Diese Lücke wird durch die vorliegende Studie geschlossen. Nachgezeichnet wird der Weg von den frühen Zeitromanen des jungen Mundt bis hin zu den historischen Romanen seines Spätwerks.


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Faust und Don Juan. Ein Verschmelzungsprozeß,
dargestellt anhand der Autoren Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt
ibidem-Verlag
ISBN 3-932602-29-3
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"Faust und Don Juan sind die Gipfel der modernen christlich-poetischen Mythologie", schrieb Franz Horn bereits 1805 und stellte erstmalig beide Figuren, speziell den Faust Goethes und den Don Giovanni Mozarts, einander gegenüber. In den Jahren darauf immer wieder als polar entgegengesetzte Gestalten aufgefaßt, treten Faust und Don Juan in den unterschiedlichsten Werken der Literaturgeschichte auf.

Bei Lenau sind sie Helden zweier parallel aufgebauter Versepen, bei Grabbe begegnen sie sich auf der Bühne und gehen gemeinsam zugrunde. Theodor Mundt stellt als Lebensmaxime auf, man solle beides, Faust und Don Juan, in einer Person sein und beide in sich versöhnen.

Anhand der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt zeichnet Petra Hartmann die Biographien Fausts und Don Juans in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach, einer Zeit, die beide Helden stark prägte und auch für heutige Bearbeitungen beider Stoffe grundlegend ist."

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